X-Men Origins: Wolverine

x-men_wolverineKein vierter X-MEN Film, sondern der Start einer neuen Spin Off Reihe. X-MEN ORIGINS soll über die Herkunft und Werdegänge der bekannten Supermutanten aufklären, den Anfang macht X-MEN Badass: WOLVERINE.

Es macht durchaus Sinn, sich bei so vielen Charakteren des X-MEN Universums, einmal von der Hauptsaga loszureißen und den Fokus auf einzelne, liebgewonnene Figuren zu konzentrieren. Wolverine war ohnehin, auf Grund seiner Beliebtheit beim Publikum, des Öfteren bereits im Zentrum der vorangegangenen X-MEN Filme. Nachdem Regisseur Bryan Singer diese, nach der gelungenen Fortsetzung „X2“, verlies, konnte der dritte Teil „X-MEN: THE LAST STAND“ schon deutlich weniger begeistern und so war es nur konsequent, die eigentliche Haupthandlung ruhen zu lassen und sich stattdessen einem neuen Thema zu widmen.

Und anfänglich kann „X-MEN ORIGINS: WOLVERINE“ auch durch rasantes Tempo und ungezwungenes Entertainment überzeugen. Auffällig ist, dass sich dieser Film einer deutlich härteren, maskulinen Sprache bedient und noch actionlastiger daherkommt als sein Vorgänger. Dafür fehlt es diesem Testosteronbolzen aber ordentlich an Substanz, was eigentlich nur so negativ auffällt, weil die übrigen X-MEN Filme so viel Wert auf Charakterentwicklung, Motivation und nachvollziehbare Handlung legten. „WOLVERINE“ verzichtet nahezu komplett auf diese Eigenschaften und erreicht darum nie eine höhere Qualität, als ein gewöhnlicher Actionkracher, die besonders in den 80ern so populär waren.

Für das X-MEN Universum ist dies aber keine Bereicherung, im Gegenteil. „WOLVERINE“ bedient längst abgewetzte Actionklischees und pseudo Melodram, welches auch noch langweilig und vorhersehbar inszeniert ist. Außer dem Hauptdarsteller, gibt es keine Konstante im Film; die übrigen Mutanten sind zu Gimiks verkommen, seelenlose Abziehbildchen die immer dann auftauchen, wenn sie grade für eine Actionszene benötigt werden und anschließend wieder in der Versenkung verschwinden. Die Motivation mit der sich Wolverine durch den Film prügelt, wirkt altbacken und aufgesetzt; neben dem Verlust seiner Liebsten und der Flucht vor dem ewigen Töten, wurde ein geradezu biblischer Bruderkonflikt addiert, der dann aber nicht mal wie Erwarten zum großen Finale lädt, sondern sich in selbigem völlig verliert. Große Schlüsselszenen wie die Verwandlung von Wolverine, werden viel zu schnell und spannungslos abgehandelt, die Dramaturgie des Films wirkt im Gegensatz zu seiner harten Gewaltdarstellung, völlig inkonsequent und weis nicht mal ansatzweise zu fesseln. Das größte Problem hierbei ist wohl, dass man weis was kommt; Wolverine wird für das Waffenprojekt des diabolischen General Striker missbraucht, wird diesen aber erst in „X2“ zur Rechenschaft ziehen, Er verliert sein Gedächtnis, Sein Bruder Sabertooth verschwindet, Die von Striker gefangen gehaltenen Mutanten werden befreit… Nichts geschieht unvorhergesehen.

Umso wichtiger also, dass Fundament der Charaktere, aber dies schien den Machern bereits ausreichend in den vergangenen Filmen beleuchtet zu sein, so bleibt „X-MEN ORIGINS: WOLVERINE“ eine vorhersehbare Actionparade ohne Überraschungen und selbst auf diesem Gebiet setzt der Streifen keine neuen Maßstäbe. Die Qualität der Action bewegt sich irgendwo im Mittelmaß und schafft es nie, die bombastischen Effekte von „X2“ und „X-MEN: THE LAST STAND“ zu toppen. Erstaunlich auch, wie die Qualität im Film selbst auf und abnimmt; so wirken Szenen, wie die Motoradverfolgungsjagt stimmiger und aufwändiger inszeniert, als das enttäuschende Finale.

Zum Schluss noch ein paar Anmerkungen:

1. „Der Auftritt von Gambit ist ja wohl ein Witz, da warten Fans bereits seit „X2“ auf einen der beliebtesten X-MEN Charaktere überhaupt und dann bekommt dieser gefühlte 5.Sek. Screentime in einem bedeutungslosen Spin Off, selten wurde eine Figur so verschenkt.“

2. „Ich will nie wieder Patrick Steward, mit digital auf jung getrimmten Gesicht, sehen. Das sah im dritten X-MEN Film schon scheiße aus und daran hat sich auch nichts geändert.“

3. „Keine verharmlosende Gewaltdarstellungen. Wo ist das Blut? Wolverine meuchelt, schlitzt und enthauptet, aber seine Klingen bleiben unbesudelt. Lächerlich.“

4. „Innere Logikfehler noch und nöcher. Auch bei einer Comicverfilmung, sollte man auf ein geschlossen, funktionales und in sich glaubwürdiges Universum achten.

Der einzige Grund, warum „X-MEN ORIGINS: WOLVERINE“ trotz alledem Spaß machen könnte, ist Hugh Jackman. Er beweist, dass er einen actionbetonten Film auch im Alleingang tragen kann. Jackman ist rau, frech, ironisch, charismatisch und top trainiert, er hat alles, was ein guter Actionheld braucht und für seine herzensrolle Wolverine gibt er, auch in diesem, nicht süchtig machenden X-MEN Ableger, einfach alles was er geben kann.

Autor: André

2 Kommentare zu “X-Men Origins: Wolverine”

  1. Sven

    Gefällt mir wirklich gut, diese deine jene Kritik.

  2. Niklas

    Und es stimmt!;)
    Ich mus dringen die 3 Filme nochmal gucken, hab alles wieder vergessen..

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