Dokus über die USA, Geld und Vietnam

Unter dem Oberbegriff “USA 2008″ startet der deutsch-französische Kultursender arte, ab kommenden Sonntag den 12. Oktober um 20.45h zunächst mit Alan J. Pakulas “Die Unbestechlichen” (Nicht Brian De Palma!) über Nixon und die Watergate-Affäre, im Anschluss mit dem Dokumentarfilm “Mister President”, eine mehrteilige Themenreihe über die USA, ihre Präsidenten, ihre Kultur und ihre Menschen, welche schlußendlich dann am 05. November in einer Live-Sondersendung aus Washington D.C. nach der Wahl des neuen Präsidenten ihr Ende finden wird. Das hierbei von arte wie gewohnt mal wieder extrem auch auf die Qualität gesetzt wurde, zeigt sich auch an dem breit gefächerten Themenkomplex der oben genannten Reihe. So werden unter anderem auch Leckerbissen wie die 90 Minütige Mockumentary “Tod eines Präsidenten” von Gabriel Range, welche eine fiktive Ermordung von George W. Bush am 19. Oktober 2007 behandelt, “Being W” vom französische Starkomiker Karl Zéro und dem Regisseur Michel Royer, die Dokumentation “Oliver Stone – Hollywoods Lieblingsrebell” oder auch Werke wie die 5 Teilige Doku-Reihe “Unterwegs in Amerika” von Petra Haffter gezeigt. mu2legendzen Nähere Informationen zu den jeweiligen Sendeterminen und den weiteren Filmen, Dokumentationen und Live-Berichterstattungen der erwähnten Reihe, findet ihr hier. “Der Geist des Geldes” ist eine knapp 90 Minütige Video- Dokumentation aus dem Jahre 2007, in der sich Regisseur Yorick Niess auf die Suche nach der Bedeutung des Geldes für uns, und auch dessen Status in unserer Gesellschaft begiebt. Dabei beleuchtet er äußerst geschickt die unterschiedlichsten Aspekte dieser “Erfindung”, wirft einige äußerst interessante Fragen, Fakten und Thesen in den Raum, lässt diese dann von Wirtschafts- und Politikexperten diskutieren und beantworten und schärft somit den Blick des Zuschauers auf unser Zahlungsmittel. Niess zeigt dabei die Verknüpfung des Geldsystems mit den Faktoren des sozialen Lebens, der Politik und Interessensgruppen wie z.B. mu legend zen Unternehmen und Banken auf, erläutert geschickt die Hintergründe und deutet mögliche Konsequenzen auf, wobei er allerdings immer leicht verständlich den Zuschauer an die Themen heranführt und sich nicht in bloßen Zahlen und Daten verliert. Kurzum: “Der Geist des Geldes” ist eine wirklich gelungene und wegen ihres Themas bzw. ihrer Herangehensweise auch ziemlich neuartige Dokumentation über den Status des Geldes in unserer Gesellschaft, welche handwerklich, also auf Seiten der Regie und beim Schnitt, etwas runder und flüssiger hätte umgesetzt werden können, aber trotzdem noch äußerst unterhaltsam daherkommt. Ich persönlich empfand Sie als äußerst informativ und lehrreich da Sie wirklich neue Perspektiven aufzeigt, die vielen von uns vermutlich garnicht mal in den Sinn kämen. Die Doku ist Online einsehbar wenn ihr auf Google sucht, oder einfach hier mal draufklickt. Keine Angst, ist alles legal! “Viêt-nam, la trahison des médias” ist eine 90 Minütige Dokumentation über den Vietnamkrieg, welche allerdings, und das ist das besondere, ihren Fokus insbesondere auf die Medienwelt und Presse bzw. die Berichterstattungen der damaligen Zeit gelegt hat. Dabei beleuchtet der Film von Patrick Barberis auch, wie das damalige Verhältnis des Militärs zu den Medien war, was sich seitdem daran geändert hat und insbesondere auch wie die damaligen Berichte auf das Volk in der Heimat gewirkt und auch was Sie dann beim Volk, ob bewusst oder unbewusst, bewirkt haben. Auch diese Dokumentation ist ebenfalls Online einsehbar und ziemlich unterhaltsam, wobei Sie allerdings im Vergleich zu “Der Geist des Geldes” wahrscheinlich eher weniger wirklich neue Informationen für den Zuschauer bereithält. Sie stellt eher nochmal zusammenfassend die damaligen Ereignisse dar und beleuchtet jene dann nochmal explizit und unter ganz besonderer Berücksichtigung der damals vorherschenden Presse- und Medienwelt. Der Film setzt kurz vor der TET-Offensive im Jahre 1968 mit der Einkesselung amerikanischer Soldaten in Khe Sanh durch die Nordvietnamesische Volksarmee an, und wer sich ein wenig mit der Geschichte des Vietnamkrieges auskennt, wird ja sowieso mehr oder weniger auch schon darüber Bescheid wissen, das ab diesen Zeitpunkt die Medien eine ziemlich wichtige Rolle im Geschehen übernahmen. Die Doku wurde von arte-France in Auftrag gegeben und produziert und ist somit, nach ihrer Austrahlung vom 01. Oktober 2008 auf arte, derzeit auf “arte+7” kostenfrei, in deutscher Fassung und guter Qualität für noch genau 40 Stunden und 50 Minuten nach Veröffentlichung dieses Artikels, Hier einsehbar.

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