The Happening

Uns fällt es schwer zu begreifen, dass es Phänomene gibt dessen Vorgänge wir nicht erklären können.“

Mit The Sixth Sense machte sich Regisseur und Autor M. Night Shyamalan einen Namen im Mysterie Genre, auch seine darauf folgenden Filme Unbreakable und Signs wahren große Erfolge, die alle aus der selben Rezeptur bestanden; eine solide Mysteriegeschichte mit überraschender Wendung am Ende. The Village beruhte ebenfalls auf diesem Konzept, fand aber längst nicht mehr so viele Anhänger wie die vorherigen Filme. Mit Das Mädchen aus dem Wasser enttäuschte M. Night dann sogar seine härtesten Fans und viele Kritiker sind spätestens seitdem der Meinung, man müsse M. Night die Lizenz zum Filmemachen entziehen.

Mit seinem neusten Werk The Happening begibt sich M. Night Shyamalan nun wieder auf einem besseren Weg, nämlich zu seinem Ursprung zurück – dem Mysteriethriller – mit dem er einst so große Erfolge feierte. Seine Mittel sind simple, er setzt auf Reduktion, keine großen Effekte, keine auf den Zuschauer einprasselnde Bilderflut. M. Night erzählt ruhig und subtil – wohlwollend unspektakulär – aber dennoch spannend. Seine Geschichten beruhen auf großartigen Ideen und enthalten meist einfach zugängliche Botschaften. Seine Figuren müssen sich auf Werte wie: Liebe, Freundschaft und Familie besinnen um das Böse – welches sie heimsucht – zu besiegen.

In The Happening dreht sich die Erzählung um den Bio-Lehrer Elliot Moore (Mark Wahlberg) der grade ein paar Eheprobleme mit seiner etwas schrulligen Frau Alma (Zooey Deschanel) durchstehen muss. Hinzu kommen merkwürdige Ereignisse, die den gesamten Nordosten von Amerika befallen, überall begehen Menschen reihenweise und aus heiterem Himmel Massensuizid. Ein unsichtbarer Feind scheint das Land zu attackieren, Elliot flüchtet mit seiner Frau und einigen Bekannten vor dem Phänomenen, doch schon bald wissen sie nicht mehr wo es noch sicher ist…

Das soll auch alles an Info zur Geschichte sein, denn wie bei allen Shyamalan Filmen gilt auch hier, dass man nicht zu viel von der Handlung mitbekommen sollte um sich den Spaß nicht zu verderben. Doch man sollte auch die Erwartungen niedrig halten, The Happening kann noch längst nicht mit seinen Vorgängern alla Sixth Sense, Signs oder Unbreakable mithalten, zu plump wirken viele Dialoge und Charakterentwicklungen, auch die beiden Hauptdarsteller sind zwar solide, bleiben aber deutlich unter ihrem Potential und hinter den Erwartungen zurück. Auch sollte man M. Nights vorherige Filme und seinen Stil mögen, um diesem etwas abgewinnen zu können, denn von Weltuntergangsszenarien alla Krieg der Welten ist The Happening weit entfernt. Punkten kann mal wieder die genial anmutende Idee der Bedrohung die M. Night auf seine Figuren loslässt. Schade ist, dass das Mysterium diesmal relativ früh – nämlich nach ca. der Hälfte der Laufzeit – aufgelöst wird und auch die plötzliche Wendung am Ende fehlt, so das dem Film nach etwa einer Stunde ein wenig die Puste ausgeht. Da die Charaktere diesmal nicht wirklich greifen, wirkt auch das Ende ein bisschen plump und aufgesetzt – immer noch besser als der kitschige Scheiß in Krieg der Welten – aber dennoch nicht richtig überzeugend. Besonders ärgerlich sind drei völlig unnötig gekürzte Szenen bei dehnen es – für einen Shyamalan Thriller – etwas härter zugeht, jedoch keinesfalls so intensiv, dass man sie bei einer FSK 16 nicht hätte im Film lassen können.

Zusammenfassend muss man sagen, alles was M. Night in The Happening zeigt hat er schon mal wo anders besser hingekriegt, dennoch bietet der Film solide Spannung, eine – mal wieder – schöne Mysterieidee und hat sogar den ein oder anderen genialen Moment versteckt, der diesen Film dann doch letzten Endes sehenswert macht auch wenn er – ähnlich wie The Village – sicherlich die Gemühter spalten wird. M. Night Shyamalan bleibt eben Geschmackssache.

Autor: André

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