The Book of Eli
Frei nach dem „1. Buch Samuel“, streift Denzel Washington, in geheimer Mission, durch eine post-apokalyptische Wüste. Stimmige Atmosphäre, harte Action und solide Performance, sorgen für unterhaltsame Momente, nur die Geschichte dieses Neo-Westerns hält da nicht ganz mit.
INHALT: Der staatliche Eli wandert alleine, auf einem ihm zugewiesenen Pfad, durch ein verstaubtes Niemandsland. Im Gepäck trägt er ein geheimnisvolles Buch, welches er vor neugierigen Augen verbirgt. Niemand scheint ihn von seinem gefahrvollen Weg abbringen zu können und so kommt Eli eines Tages in eine kleine Stadt, dessen Herrscher Carnegie, nach jenem Buch sucht, welches Eli bei sich trägt. Als sich die Wege der beiden Männer kreuzen, entbrennt ein brutaler Kampf um das geheimnisumwobene Buch…
KRITK: Egal ob MAD MAX, POSTMAN, WATERWORLD, I AM LEGEND oder TERMINATOR; post-apokalyptische Welten haben durchaus ihren Reiz und versetzten ihre Protagonisten nicht selten wieder zurück in die Zeit des wilden Westens. In einer von Gesetzten und Regierung befreiten Welt, muss sich auch Eli seinen Platz behaupten. Immer wieder begegnen ihm im Niemandsland finstere Rednecks, die sich seiner Habe bemächtigen wollen, doch erst der gebildete Carnegie, verschlagen und bedrohlich gespielt von Gary Oldman, scheint ihm ein ebenbürtiger Gegner zu sein. Ebenso wie Eli, ist auch Carnegie darin bestrebt, einen Neuanfang für eine zivilisiertere Welt zu schaffen, nur seine Motive treiben die beiden Männer auseinander. Ein klassischer Gut gegen Böse Konflikt entbrennt und fortan liefern sich die beiden Kontrahenten brutale Schusswechsel und blutige Nahkämpfe.
In Sachen Action ist THE BOOK OF ELI recht deftig geraten; mit einer stylischen Machete, slashed sich Denzel Washington durch Dutzende von Carnegies Männern. Dabei wird amputiert, enthauptet und aufgeschlitzt was das Zeug hält, die abwechslungsreichen Schießereien lassen es zudem noch ordentlich splattern. Den Hughes Brothers, jene Regiekombo die sich für den Quark verantwortlich zeichnet, gelingen wuchtige und unterhaltsame Actionmomente, die von einer würdigen finalen Actionmontage, welche so konzipiert wurde, als sei sie in einer einzige aufwändigen Einstellung gedreht worden, abgeschlossen wird.
Geht es mal nicht Heiß her, dann streift Denzel Washington meistens zu experimenteller Musik, mehr Geräusche als Melodie, durch ein tristes grau in grau Szenario, eine stimmige Atmosphäre die aber auch recht schnell Langeweile aufkommen lässt. Es gibt eben nichts besseres zu tun in der Wüste, als umher zu wandern und gelegentlich mal Rast zu machen, dass das Panorama dabei immer gleich aussieht, ist der Unterhaltung nicht grade förderlich, zumal die Hughes Brothers ein recht gemächliches Erzähltempo an den Tag legen, da auch sie wohl bemerkt haben müssen, dass das Drehbuch recht dünn ausgefallen ist.
Dagegen halten nur die beiden solide dargestellten Kontrahenten. Denzel Washington spielt – wieder fitter als zuletzt in PELHAM 123 – den einsilbigen und coolen Propheten, dessen Autorität man zu keiner Zeit in Frage stellt. Und Gary Oldman den, über alles erhabenen, verschlagenen Bösewicht, in dessen Rolle er immer gut gefällt, auch wenn ihm dabei hier nicht viel abverlangt wird. Völlig unter den Tisch fällt hingegen Mila Kunis, die der Klasse ihrer Schauspielkollegen einfach nicht gewachsen ist und ohnehin nur als hübsches Beiwerk fürs Männerauge addiert wurde. Gastauftritte gibt es noch von Trödelhändler Tom Waits und Michael Gambon – besser bekannt als Dumbledore – welcher eine Hälfte eines skurrilen Einsiedlerpaar darstellt.
Gelungene Atmosphäre, deftige Action aber es fehlen die Inhalte um über die gesamte Laufzeit unterhalten zu können. THE BOOK OF ELI ist dadurch nur ein mittelmäßigerNeo-Western, der es versäumt genügend Akzente zu setzen, um sein Publikum ddauerhaft zu fesseln. Warten wir lieber weiterhin gespannt auf John Hillcoats Bestsellerverfilmung THE ROAD.
Autor: André
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