Das war Kino: 2009
Abgelegt unter: Filme am 30.12.2009 von André
Und hier ist sie nun, meine Auswahl der favorisierten Filme 2009:
1. THE WRESTLER
2. DOUBT
3. INGLOURIOUS BASTERDS
4. THIRST
5. WATCHMEN

Und hier ist sie nun, meine Auswahl der favorisierten Filme 2009:
1. THE WRESTLER
2. DOUBT
3. INGLOURIOUS BASTERDS
4. THIRST
5. WATCHMEN
via: F5
Autor: Sven

Werdet Zeugen der vollständigen Destruktion einer Legende. In Darren Aronofskys THE WRESTLER, liefert Mickey Rourke das beeindruckende, bewegende, intensive und zutiefst erschütternde Portrait eines ausgebrannten Mannes und seiner gescheiterten Sportlerkarriere ab.
Es ist ein Trauerspiel, welches man da auf der Leinwand verfolgt. Denn jeder weis, das was er da sieht ist echt. Mickey Rourkes aufgedunsenes, deformiertes Gesicht spiegelt den Verlauf eines exzessiven Lebens wieder, gefühlt mit Alkoholmissbrauch, Drogenkonsum, einer kurzen Boxkarierre, Botoxbehandlungen und etlichen operativen Eingriffen. Kein noch so gutes Make Up hätte diesen Prozess des Zerfalls so eindringlich, so persönlich wiederspiegeln können, wie die ungeschönte, knallharte Realität und diese so unverblümt und choragiert zu präsentieren, so eindringlich und so persönlich, das ist es, was den WRESTLER so sehenswert macht.
Es ist auch nicht übertrieben zu behaupten, dass Mickey Rourke diesen Film im Alleingang trägt und dass die zahlreichen Symbiosen zwischen seinem Privatleben und der Rolle der Grund dafür sind, weshalb die Charakterstudie von Randy „The Ram“ Robinson, so ehrlich und glaubhaft rüberkommt, weshalb man jede Minute Leid, Schmerz und Zerfall dieser Figur mitfühlt. Mickey Rourke gibt in diesem Film alles von sich, physisch und psychisch präsentiert er sich hier zu hundert Prozent und zeigt dabei keine Scharm oder Eitelkeit. Es ist dieser Mut, der Rourke den Golden Globe und einige andere Auszeichnungen einbrachte und pure Ironie sowie vermutlich auch bezeichnend für den Charakter, dass der Oscar ihm verwehrt blieb.
Dabei muss man ehrlicher Weise erwähnen, dass die Geschichte vom WRESTLER nicht unbedingt neu ist, dass Aronofsky mit beliebigen Versatzstücken des Genres arbeitet und dass man den Verlauf des gesamten Films, bereits im Ansatz erkennen kann. Sei‘s drum, was Aronofsky hier zeigt ist ungeschönte Filmkunst ganz ohne großen Schnick Schnack, nur den Charakteren seines Filmes verpflichtet. In dreckiger Optik und grobkörnigen Bildern erzählt er die Geschichte von Randy „The Ram“ Robinson, einem, von Verfall und Wehmut gezeichneten, Profiwrestler, dessen Zenit in den Glemmjahren der 80er erreicht war und der seitdem auf dem Weg nach ganz unten ist. Seiner Karriere hat Randy Familie, Gesundheit und auch Vermögen geopfert und so bleibt ihm nur ein einsames Leben, eine entfremdete Tochter, längst vergangener Ruhm und die erkaufte Zuneigung einer liebgewonnenen Freundin, die als Stripperin arbeitet. Seine Brötchen verdient Randy mit Gelegenheitsjobs im Supermarkt und harten Wrestlingmatches in der Untergrundszene an den Wochenenden. Dann winkt plötzlich ein Rematch mit seinem Erzfeind, das die Karriere wieder ankurbeln könnte, doch Randy macht die Gesundheit Probleme…
Selten zuvor wurde die Geschichte des gescheiterten Underdogs so glaubhaft und ehrlich inszeniert. Aronofsky beschönigt hier Garnichts, zeigt den Zerfall des alternden Sportlers in jedem Detail: seine Versuche sich mit Schmerzmitteln und Steroiden auf der Höhe zu halten, die knallharten Wrestlingmatches, bei denen er seinen Körper, für ein nach Blut lechzendes White-Trash-Publikum, veräußert und entstellt, den Spott der Außenwelt ob seines vergangenen Ruhmes, den Respekt im Ring und von Fans und Kollegen, das unbarmherzige Geschäft mit dem eigenen Körper, den Zerfall der Familie, den immerwährenden Wunsch nach Ruhm und Anerkennung und den Preis der Gesundheit. Und wenn man dann im Abspann der Hymne des WRESTLERs von Springsteen lauscht, dann ist man geplättet, wehmütig, zutiefst bewegt von diesem intensiven Portrait und den Tränen nahe.
Autor: André