Watchmen – Die Wächter
Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 07.03.2009 von André
Was viele bezweifelten, Zack Snyder hat es möglich gemacht. WATCHMEN, hier zu Lande kaum bekannt, in Amerika Kultstatus; eine zwölf teilige Comicserie aus den 80ern, die sich durch eine tief hintergründige Geschichte und komplexe Charaktere auszeichnet. Mit Preisen überhäuft, schaffte es der Comic sogar auf die Liste der „100 besten literarischen Werke aller Zeiten“, ausgewählt von der TIMES, als einziger seiner Art. Regisseur Zack Snyder, der zuletzt die Comicpanels von Frank Miller in 3oo adaptierte, hat sich des komplexen Stoffes angenommen und in einem Geniestreich, das Ganze auf die Leinwand gebannt.
WATCHMEN erzählt einen Verschwörungskrimi um sechs, eigentlich schon ausgediente Superhelden, die durch einen Mord an einem der Ihrigen, aus der Reserve gelockt werden und Teil einer schicksalsbestimmenden Verschwörung werden, bei der es nicht um weniger, als den Fortbestand der Menschheit geht…
Der Comic gehörte lange Zeit zu jenen Werke, die im Allgemeinen als „unverfilmbar“ gelten, weil zu komplex, zu aufwändig, zu teuer. Obwohl die Idee einer filmischen Umsetzung schon lange Jahre durch die Hollywoodstudios geisterte und immer wieder Drehbücher, Filmrechte und auch Regisseure, rumgereicht und ausgetauscht wurden, macht es doch erst die Computertechnik der letzten Jahre möglich, die Vorlage glaubwürdig und werkgetreu zu adaptieren. So kam es, dass WATCHMEN nun erst jetzt, mehr als zwanzig Jahre nach Veröffentlichung des Comics, für die Leinwand realisiert wurde.
Und was Zack Snyder da geschaffen hat, verschlägt einem den Atem, lässt einen ungläubig Staunen und in einem epochalen Meisterwerk versinken. Ein derartiger Detailversessenheit, soviel Respekt für die Vorlage und vor allem, die Erschaffung eines glaubwürdigen Universums sowie, die Rekonstruktion der Stimmungen, die der Comic bei Leser erzeugt, all das gab es zuletzt bei der Adaption von Tolkiens DER HERR DER RINGE durch Peter Jackson. Dabei muss Snyder gar nicht viel machen, wie schon bei 3oo, fügt er den teilweise stark filmesk gestalteten Comicbildern, einfach das Element der Bewegung hinzu. Dazu kommen noch die wechselnde Erzählperspektive der einzelnen Charaktere, die zahlreichen Rückblenden, die komplexen Figuren sowie die anspruchsvolle Storyline, und schon sind die wichtigsten Elemente von WATCHMEN eingefangen.
Nein, mal im Ernst. Man muss es Snyder danken, dass er sich so sklavisch an die Vorlage hält, dass er nicht versucht, die Komplexität der Geschichte zu vereinfachen, dass er enorm kompromisslos in seiner Umsetzung verfährt, dass er seinem Publikum über 2 ½ Stunden anspruchsvolle Kost serviert, die eine enorme Aufmerksamkeitsspanne erfordert, dass sein Film eben nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner bedient, sondern fordert, auch mal schockiert und ungeschönt, nicht simplifiziert, dem Respekt der Vorlage schuldig, den Stoff transportiert, den es zu erzählen gibt. Das und nicht weniger hatte sich Snyder zur Aufgabe gemacht und es ist ihm auch gelungen.
Ich könnte jetzt noch ewig philosophieren, über die genau getroffenen Charaktere, die opulente Ausstattung, die cool choreographierten Kämpfe, die schicken Special Effekte, den tollen Soundtrack, die virtuosen Einstellungen, den liebevoll gestalteten Anfang, die vielen kleinen Details und und und… aber stattdessen würd ich einfach mal sagen: REINGEHEN!!! und ein epochales, dichtes, Comicspektakel genießen, was seines Gleichen noch lange suchen wird. WATCHMEN ist ein Ereignis, volle Punktzahl, besser kann man diesen Comic nicht umsetzen, das darf man nicht verpassen.
Autor: André














