Treevenge

Abgelegt unter: Allgemein am 15.07.2009 von Sven

treevenge

Treevenge” aus 2008 von Jason Eisener ist ein 16 minütiger, bei einigen Szenen vielleicht nicht gerade für jedermann leicht verdaubarer weil äußerst blutiger, ja teilweise fast schon moralisch grenzwertiger aber dabei auch nicht minder unterhaltsamer und ebenso witziger Kurzfilm, über die Rache der Nadelbäume an der Menschheit, für den von den Menschen alljährlich ausgeübten Tannen-Genozid zur Wheinachtszeit.

Eisener, mir hauptsächlich ja nur durch seinen Trash-Trailer “Hobo with a Shotgun” bekannt, welcher 2007 den von Robert Rodriguez ausgeschriebenen Grindhouse-Trailer-Wettbewerb gewann, somit also in einigen wenigen amerikanischen und kanadischen Kinos zwischen “Death Proof” und “Planet Terror” gezeigt wurde, ja eben diesem Jason Eisener ist mit seinem “Treevenge” wohl so ziemlich das stimmigste, unterhaltsamste und humorvollste Stück Kurzfilm geglückt, welches mir so in letzter Zeit unter die Augen gekommen ist.

Wer allerdings etwas gegen Gore und Splatter hat und sowieso kein Blut sehen kann, demjenigen würde ich nun an dieser Stelle definitiv von “Treevenge” abraten, da er diesbezüglich nunmal auch ziemlich auf die Tube drückt, kein Auge dabei trocken lässt und versucht auch Grenzen auszuloten, die vielleicht für einige Zuschauer als unantastbar gelten.

Alle anderen geneigten sollten sich dieses kleine Meisterwerk nun wirklich nicht entgehen lassen. Und nun viel Spaß beim Film, denn nach der fast einjährigen Filmfesttournee ist “Treevenge” nun endlich als komplettes Werk offiziell ins Netz gestellt wurden.

via: twitchfilm
Autor: Sven

bald im KINO: Julie & Julia

Abgelegt unter: Filme am 14.07.2009 von André

juliiejula_previewNach “GLAUBENSFRAGE” treten Meryl Streep und Amy Adams erneut gemeinsam vor die Kamera.

In der Komödie “JULIE & JULIA” spielen sie zwei Frauen, die – jeweils für sich – beschließen einen Memoiren zu verfassen, um ihren eintönigen Leben einen neuen Anstrich zu verpassen. Aus diesem Grund betreten beide – für sie – unerforschte Teritorien…

Der Clou ist, dass es diese beiden Memoiren (Julia Childs My Life in France und Julie Powells Julie & Julia) und ihre Entstehunggeschichte tatsächlich gibt und sie auch noch indirekt miteinander verknüpft sind. Inszeniert wird das Ganze von Nora Ephron die vor allem mit den Liebeskomödien SCHLAFLOS IN SEATTLE und E-M@IL FÜR DICH große Erfolge feierte.

Hier der Trailer:

JULIE & JULIA läuft ab 3. September im Kino

Autor: André

“Die Gräfin” und “Kommissar Bellamy”

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 14.07.2009 von André

diegrafinDIE GRÄFIN

Die zweite Regiearbeit von Julie Delpy wirkt ausgesprochen ambitioniert und besticht durch düster, gruftige Mittelalteroptik und ein hervorragendes Darstellerensemble – von der ungewöhnlichen Besetzung Daniel Brühls mal abgesehen.

Dennoch kann der Film nicht so recht zünden, ob das nun an der kühlen Gräfin oder der sprunghaften Erzählung liegt, ist schwer zu sagen. Es fällt nicht leicht, die emotional tote Gräfin zu bemitleiden, wenngleich ihr innerer Konflikt, sich in einem Patriachart stets als gefestigt, emanzipiert und unabhängig, behaupten zu müssen, aber gleichzeitig die verletzlichen Gefühle der – ihr fremden – Liebe und Zuneigung zuzulassen, sorgfältig herausgearbeitet werden.
Als schwierig gestalten sich auch die unvermeidlichen Zeitsprünge der Geschichte, die einen aus dem aktuellen Geschehen zu reißen scheinen und dann wiederum völlig neue Handlungsansätze zu Tage fördern. Soviel Vielseitigkeit und ambitionierter Ansatz sind begrüßenswert, häufen sich nur leider zu stark, um allesamt konsequent zum Ende gebracht zu werden.

Mehr oder weniger erfrischend, wirken hingegen die konsequent und ungeschönt eingefangenen Gewalttaten, welche für dieses Genre völlig untypisch sind und den – oft schon im Vorfeld – weichgespülten und romantisierten Blick auf einen Kostümfilm, wieder für wesentlichere Inhalte schärfen.
Im Großen und Ganzen also ein sehenswerter Film, der vielleicht etwas zu viel will, aber allein schon durch die dominante Hauptdarstellerin, Regisseurin und Komponistin Julie Delpy Beachtung verdient.

bellamyKOMMISSAR BELLAMY

Von einem derart etablierten und dem Autorenkino verschriebenen Regisseur durfte man in der Tat mehr erwarten.

Claude Chabrol gehört zum festen Bestandteil des französischen Kulturkinos und machte sich vor allem durch wohlkomponierte Beziehungsdramen einen Namen im Arthouse. Um so überraschender wirkt also die Nichtigkeit seines neusten Werkes KOMMISSAR BELLAMY welcher von einem mächtig untersetzten, aber nicht weniger berühmten Gérard Depardieu – im wahrsten Sinne des Wortes – verkörpert wird.

BELLAMY ist dem Anschein nach ein leiser und recht unspektakulärer Krimi, versteift sich aber im Laufe der Handlung Zusehens auf Banalitäten und Nichtigkeiten des Alltags. Anstelle des Mordfalls wird die Figur des Kommissars ins Zentrum der Erzählung gerückt, seine beruflichen Ambitionen aber nahezu gänzlich ausgeblendet. Das ist überraschend, aber nicht zwangsläufig spannend, auch wenn Depardieu und Co eine ganz passable Leistung abliefern und der Film durch seine beengte und statische Kamera wie ein kleines Kammerspiel anmutet.

Leider will sich aber nun wirklich so gar keine Spannung aufbauen und so verliert sich der Film in seiner eigenen Monotonie bis zur unweigerlichen Tragödie am Ende, die auch nicht unspektakulärer Inszeniert sein könnte.

KOMMISSAR BELLAMY ist elitärer Blödsinn der sich an seiner eigenen Sinnlosigkeit ergötzt und nur ermüdet anstatt zu unterhalten, auch wenn Depardieu nichts von seinem Charme einbüßt.

Autor: André

Erinnerungen

Abgelegt unter: Allgemein, Der tägliche Wahnsinn... am 04.07.2009 von Sven

lichtburg-in-essen

Mich persönlich, mit all meinen persönlichen Erinnerungen und Emotionen an das Kino wie ich es bisher erfahren durfte, schmerzt diese Entwicklung sehr, denn ich empfinde einen Kinobesuch noch immer als etwas “heiliges”.

Etwas das Menschen zusammenbringt und unterhält. Etwas das Leute begeistert und mitreißt und für unvergessliche Stunden und Geschichten sorgt. Etwas für die Familie, das erste Date oder für einen Abend mit Freunden. Ein Ort der fesseln, verzaubern und, wenn auch nur auf Zelluloid, Träume einfach wahr werden lassen kann.

Ganz besonders solche kleinen, dörflichen oder kulturellen Kinos wie die oben genannten versprühen einfach so viel Liebe und Charme das es schade darum ist, sich vorstellen zu müssen das diese eines Tages von der Bildfläche verschwunden sein werden.

Aber ich werde mich dann zurückerinnern und mir denken: “Ganz großes Kino! Und ich war dabei!”

(weltraumaffe)

Autor: Sven

Drag Me To Hell

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 24.06.2009 von Sven

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Inhalt: Christine Brown (Alison Lohman) führt ein glückliches Leben mit ihrem Freund Clay Dalton (Justin Long) in Los Angeles.

Als Kreditsachbearbeiterin entscheidet sie über die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden und kann vielleicht sogar ihrem hinterlistigen Kollegen eine Beförderung wegschnappen, wenn sie etwas skrupelloser mit Risikokandidaten umgeht. Bei einer geheimnisvollen Zigeunerin, die sie um Hilfe anfleht, bietet sich ihr genau diese Chance – sie hätte ihr ein Darlehen bewilligen können, entschließt sich aber mit schlechtem Gewissen für eine Ablehnung, um Punkte bei ihrem Chef (David Paymer) zu sammeln. Eine Entscheidung, die nicht folgenlos bleibt. Christines Leben wird zur Hölle auf Erden, denn die jetzt obdachlose Zigeunerin belegt sie mit einem mächtigen Fluch.

Beistand und Rat findet sie allein bei dem Seher Jas (Dileep Rao), der ihr einen möglichen, aber schwierigen Weg zeigt, der ewigen Verdammnis zu entgehen. Während die finsteren Mächte immer näher rücken, muss Christine eine weitere Entscheidung treffen: Wie weit wird sie gehen, um sich von dem Fluch wieder zu befreien?

(Pressetext: Universal)

Kritik: Schon bereits in den Opening Bills lässt uns Sam Raimi, durch das Einblenden des damals verwendeten Produktions Logos der Universal Company wissen, dass er nach seinem Ausflug in den Mainstreamsektor mit seiner “Spider-Man”-Triologie und knappe 17 Jahre nach seinem “Army of Darkness”, nun wieder zu seinen eigentlichen Wurzeln, zu seinen Erfolgen in den 80er und frühen 90er Jahren, mit seiner “Evil Dead”-Reihe und dem Kettensägen-schwingenden Bruce Campell in der Rolle des Ash, seinen tiefschwarzhumorigen, das Genre neu definierenden Storys und seinen nur allzu oft aus den typischen Schema herrausfallenden und äußerst skurillen Charakteren, zurückgekehrt ist.

Mit einem Paukenschlag katapultiert man uns dann schließlich auch direkt in den Film hinein und der geneigter Zuschauer wird bereits seine helle Freude schon allein an der Vortitelsequenz gehabt haben: Die Bewegung, das Tempo und die Rasanz in jedem einzelnem Frame deutlich spür- und sichtbar, die überdramatisierten, stark plakativen und stilisierten Perspektiven und Einstellungen sowie jenes von Minute Eins an klar wahrnehmbare “This is going to be one hell of a ride”-Feeling weisen einen in die richtige Richtung und verkünden lautstark: “Raimi ist zurück!”

Dabei war er ja eigentlich auch nie wirklich weg, der Raimi Sam. Doch vermutlich war auch für ihn, der nur knapp 100 Minuten kurze “Drag Me To Hell”, so etwas wie eine kleine Auflockerungsübung, ein kleiner rebellischer Befreiungsakt vom schwer lastenden, da äußerst kostspieligen und deshalb auch ebenso verantwortungsfordenden “Spider-Man”-Franchise. Die Teile II und III gehören mit ihren 200 bzw. 260 Millionen US$ an Budget immernoch zu den Top Ten der teuersten Filme aller Zeiten und der bereits angekündigte vierte, vermutlich dann 2011 in die Kinos kommende Teil der Reihe, wird da vermutlich auch nochmal zu übertrumpfen wissen.

Natürlich hätte aber wohl auch kaum ein anderer Regisseur besser in ein Projekt wie “Spider-Man” gepasst wie Sam Raimi, jener Mann der am Set stets im Anzug erscheint, ganz nach Vorbild von Alfred Hitchcock, bewies dieser doch bereits schon mit “Darkman” im Jahre 1990, dass er ein Händchen für jene, sich nicht allzu ernst nehmende Comicadaptionen besitzt. Doch nach dem etwas lustlos sowie überzeichned wirkenden und schlicht zu mageren dritten Teil und den u.a. darin völlig deplatziert wirkenden Tanzeinlagen von Peter Parker aka Tobey Maguire, musste mal wohl wieder ein etwas kleineres Projekt mit etwas mehr Bewegungsfreiheit für den Ausnahmeregisseur her.

Zusammen mit seinem Bruder und Hauptdrehbuchverantwortlichen Ivan, wühlte Raimi dann schließlich das bereits um 1992, also kurz nach “Army of Darkness” fertiggestellte Drehbuch zu “Drag Me To Hell” hervor und begann mit dem äußerst ungewöhnlichen, aber ebenso glaubhaften und liebevollen Casting.

Alison Lohman, welche wohl vielen Lesern hauptsächlich noch durch Tim Burtons Idee des ultimativen Unschuldsengels bzw. der Rolle der Sandra Templeton Bloom in “Big Fish” ein Begriff sein sollte, verkörpert nämlich so ziemlich das genaue Gegenteil einer tapferen und unerschrockenen Horror- und Splatterfilmamazone, welche grimmig durch Eingeweide, Schlamm und Körpersäfte stapft. Dementsprechend ist auch zunächst ihr Charakter, der der stets moralisch und ethisch integeren, mit sich selbst immer im Reinen befindlichen Bankangestellten Christine angelegt, welche aber im laufe der Handlung eine komplette 180° Kehrtwendung vollzieht und schließlich in einem Überbild, in einer Metathese der Ikonografie der ultimativen Kämpferfrau gipfelt, welches auch den hier zu lesenden Text einleitet.

Selbst beim zweiten mal Anschauen, wird man schlicht von der puren Plakativität der verwendeten Querverweise zum trashigen Horrorfilm der 80er Jahre, aber auch der schlichten Selbstreferenz seitens Raimi, in dieser Szene erschlagen und überwältigt. Einfach grandios unterhaltsam und köstlich amüsant.

Damit dürfte auch für Lohman endlich der Absprung vom braven Mädchen Image ein für allemal geschafft worden sein, hat Sie doch nun auf wirklich erstaunliche Art und Weise unter Beweis gestellt, dass Sie auch ganz anders kann als von ihr erwartet, nach noch solch eher misslungenen Ausbruchsversuchen wie z.B. in “Wahre Lügen” mit Kevin Bacon.

Aber auch Justin Long, welcher bisher eigentlich eher der reinen Komödie zuzuordnen war, sich aber mit dieser Aussrichtung ja auch bei “Drag Me To Hell” und unter Spaßvogel Raimi nicht allzu weit aus dem Fenster lehnt, sowie die für ihr Alter noch erstaunlich fidele Lorna Raver in der Rolle der bösen Zigeunerhexe Mrs. Ganush, bisher überwiegend im Serienbereich zu finden, leisten beide solide und unterhaltsame Arbeit.

Auch wendet sich Raimi, für ihn eher untypisch, einem wesentlich helleren Setting zu, als das dies noch bei seinen bisherigen Filmen der Fall war, wo ja das Bild doch noch überwiegend mit Dunkelheit und Finsternis durchsetzt war, was aber natürlich auch auf das verwendete Figurenkonzept von “Drag Me To Hell” und den dort eher schützenswerteren Charakteren, wie insbesondere eben Christine aber auch ihren Freund Clay zurückzuführen ist.

Das der Film ein wahres “Back to the Roots” seitens Raimi ist kann man ebenfalls an der noch wirklich plüschigen und gedämpften 80er Jahre Atmosphäre bereits zu Anfang des Filmes erkennen, wenn wir z.B. das etwas veraltet wirkenden Mobiliar auf Christines Arbeit begutachten dürfen, die mit den ätzend grauen und hellbraunen Tönen durchtänkten Filzstoffsessel und Schreibtische, oder aber eben auch Christine selbst, in ihren hochverschlossenen grauschwarzen Buissnesskostüm, wie es vornehmlich noch von Sekretärinnen in den Büros der Donald Trumps dieser Zeit getragen wurde.

Doch nicht nur die Austattung, sondern auch der Schnitt und die Kamera reisen zurück in die Zeit der “Reagonomics”, der Glamourisierung und Ideologisierung insbesondere der amerikanischen Finanz- und Börsenmärkte, der Zeit als es noch verdammt hip war, an der Wall Street oder im Bankengeschäft tätig zu sein, aber auch eben jener  Zeit in der der billig heruntergeburbelte Horrortrash einen erneuten Aufschwung durch den mittlerweile boomenden Videomarkt verzeichnen konnte.

Ob nun diese Verkettung des Filmes mit der damals noch so aufstrebenden Weltwirtschaft etwa wirklich eine etwaige Kritik an der derzeitigen Finanzkrise darstellen soll, so wie es einige Filmkritikerkollegen noch hiebei in ihren Artikeln resumierten, dessen bin ich mir selber doch noch eher unsicher, denn zwar ist der Ansatz hierzu klar vorhanden, der Stoff reicht aber nicht wirklich hierfür aus.

So ist aber “Drag Me To Hell” nicht nur in der reinen Optik, zumindest noch ganz zu Anfang des Filmes noch ein kleiner Querverweis auf die damlige Wunschvorstellung einer stetig wachsenden Wirtschaft, sondern auch insbesondere in seiner Erzählweise, eine deftige Hommage und stellenweise auch Persiflage, an die damalige Horror-, Gore- und Splatterkultur, in welcher ja schließlich auch Raimi selbst seine allerersten Erfolge verbuchen konnte.

Ohne Scham wird auch erneut die Grenze zur Selbstreferenz immer weiter und tiefer angerissen. So verbaute Raimi erneut, standardmäßig sein rostgelbes 1973er Oldsmobile, welches neben der Flasche “Maker’s Mark Whiskey” in bisher wirklich fast allen seinen Filmen auftaucht, sogar im Western “Schneller als der Tod” wo es allerdings als Planwagen getarnt war.

Neben diesen Gadgets alá “Big Kahuna Burger”, Trunkshots oder auch “Red Apple Cigarettes”, startet Raimi aber nochmal so richtig durch gen Ende des Filmes, wenn es dann wirklich an das “Eingemachte”, im warsten Sinne des Wortes geht. Wer sich in den letzten 15 Minuten von “Drag Me To Hell” nicht zwangsläufig auch nur ansatzweise an “Tanz der Teufel II” erinnert fühlt, demjenigen kann dann wirklich nicht mehr geholfen werden.

Dabei beschreitet Raimi diesmal allerdings auch wesentlich blutarmere Wege, als z.B. noch in “Tanz der Teufel” oder “Tanz der Teufel II”. Der Hauptschwerpunkt liegt diesmal doch wesentlich stärker als noch sonst, auf überzogenen und vollkommen plakativ abstrusen Ekelhorror: Der Eiter spritzt und die Galle fließt in Strömen. Dieses doch sehr amüsant vermittelte Bild wird dann noch zusätzlich durch die wirklich packenden und gerade auch durch ihre Einfachheit so bestechenden Schockeffekte abgerundet und komplementiert.

Ich hätte es mir zumindest nicht mehr vorstellen können, auch nur noch ein eiziges Mal in meinem Leben von ein paar simple knarrenden Holzböden, quitschenden Eisentoren und “Buh”-Flasheffekten so gut unterhalten werden zu können, wie eben in “Drag Me To Hell”.

Und auch wenn vieles, vermutlich aufgrund des eng gesteckten Zeitrahmens und eines wahrscheinlich eher niedrig angesetzten Budgets, dann doch per Griff in die Zauberkiste Computer realisert wurde, halten sich sogar die VFX und SFX die Waage und bilden ein kaum zu bemängelndes, rund laufendes und äußerst unterhaltsames Gesamtkonstrukt. Danke Sam!

Fazit: “Raimi Is Back” und zwar in voller Stärke und Vitalität. Der Regisseur der “Evil Dead”-Serie, welche übrigens 2010 von ihm selbst neu aufgelegt werden soll, hat sich vermutlich im strikt kontrollierten “Spider-Man”-Franchise ein wenig unterfordert gefühlt und beschreitet mit “Drag Me To Hell” wieder etwas ältere Pfade, welche allerdings äußerst erfrischend auf das aktuelle bzw. heutige Image des Horrorfilmes wirken, denn sein neuestes Werk ist ganz so, wie seine vorangegangen Horrorklassiker: Pures Genre, aber größtenteils auf den Kopf gestellt und persifliert.

In Anbetracht des derzeitig stark grassierenden “neuen Realismus” im Hollywoodaction- und auch Horrorkino, als direkte Antwort der Traumfabrik auf die Ereignisse von 9/11, sowie solch sich oftmals viel zu ernst nehmenden Tortureporn’s alá “SAW” und “Hostel”, als direkte Antwort auf Guantanamo, und natürlich und selbstredend der endlos langen Kette billiger und lieblos heruntergekurbelter Asia-Horror-Plagiate, wirkt Raimis neuestes Werk erfrischend leicht und köstlich unterhaltsam.

Viele seiner alten Fans dürften mit diesem durch und durch runden Gesamtpaket erstmal wieder zufriedengestellt sein und sich nun auch wieder gegenseitig darin versichern können, dass Rami immer noch seine eigentlichen Wurzeln zu erkennen vermag und diesen auch treu geblieben ist.

Denn “Drag Me To Hell” besticht durch alles was einen guten alten Raimihorror nunmal so ausmacht: Ekelsplatter at it best, rabenschwarzer Humor sowie skurril außergewöhnliche Kameraarbeit, Schnitttechnik und natürlich eben jene bunten und schrägen Charaktere. Ein Kinobesuch lohnt sich definitiv, für den bisher innovativsten Horrorfilm seit “Der Nebel“.

Autor: Sven

We’re in the Killing-Nazi-Business

Abgelegt unter: Allgemein am 23.06.2009 von André

Hier ein brandneuer Trailer zu “INGLOURIOUS BASTERDS” ab 20. August im Kino.

Autor: André

Majaprophezeiungen und Supervulkane

Abgelegt unter: Filme am 22.06.2009 von André

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Jetzt ist es also raus, Roland Emmerichs neues Mamutprojekt wird – ÜBERRASCHUNG – ein Katastrophenfilm vom Kaliber „THE DAY AFTER TOMORROW“.

Wie uns der neuste Trailer verrät, weißt der Filmtitel dezent auf ein schicksalsbestimmendes Ereignis der Menschheitsgeschichte hin: „Das Ende der Welt, wie Wir sie kennen.“ so jedenfalls prophezeit es uns der Majakalender für das Jahr 2012.

Emmerich verknüpft dieses mystische Datum mit dem Ausbruch des, faktisch existenten, Supervulkans Yellowstone, im gleichnamigen Nationalpark, Wyoming USA. Ein Ausbruch dieses Supervulkans – wie es im Film passiert – hätte in der Tat verheerende Folgen für die gesamte Menschheit, etwa vergleichbar mit einem globalen nulklearen Fallout, nur ohne Atomstrahlung.

Interessanterweise, rechnen Geologen tatsächlich mit einem baldigen Ausbruch des Yellowstone, wobei sich die Formulierung bald, in diesem Themenbereich, auf mehrere tausend Jahre beziehen kann. Ein durchaus Interessantes Thema – nicht nur, weil sich das allgemein despektierliche Verhalten der Menschen gegenüber ihrer Umwelt, in keinster Weise auf die Aktivitäten der Supervulkane auswirkt, sondern auch, weil die Menschheit nicht das geringste gegen solch eine Urgewalt unternehmen könnte, geschweigeden verhindern.

Schade nur, dass dieser Stoff natürlich nur als Rahmenhandlung für einen weiteren überdimensionalen Katastrophenfilm nach Schema F. genutzt wird. Emmerich scheint hier routiniert und – zugegeben – auch imposant, die typischen Bilder zusammenfallender historischer Gebäude, Wahrzeichen und Städte abzuspulen, immernoch besser als „10.000 B.C.

Hier der Trailer.

2012“ läuft ab 19. November in den deutschen Kinos.

Autor: André

Trailer Rundumschlag #3

Abgelegt unter: Filme, Strandgut am 13.06.2009 von Sven

In Marina de VansNe te retourne pas” (AT: “Don’t Look Back”; DT: “Dreh dich nicht um”) spielt Sophie Marceau (!!) die Schriftstellerin und Mutter Jeanne, welche während der Arbeit an ihrem neuem Roman zu verspüren glaubt, einer merkwürdigen Transformation zu erliegen. So erscheint es ihr, das Sie sich selbst in einer Art körperlichen Metamorphose befindet, an dessen Ende Monica Bellucci (!!!) ihre Rolle verkörpern wird.

Im Klartext: Sophie Marceau und Monica Bellucci, zusammen in einem Film, zusammen in einer Doppelrolle, per Face-Morphing zeitweise sogar zu gleichen Teilen in ein und demselben Körper! Ich weiß ja nicht was ihr für gute Gründe braucht um ins Kino zu gehen, aber für mich sind das gleich zwei auf einem Schlag!

Der Film wurde erstmals dieses Jahr als “out of competition” in Cannes gescreent, besitzt noch keinen offiziellen Deutschlandstart, wurde aber bereits vielfach gelobt sowohl für das glamourös inszenierte Aufeinandertreffen von zwei der wohl größten eruropäischen Schauspielerinnen unserer Zeit, als aber auch für die komplexen Special Effects und die Intensität und Dichte seiner Geschichte!

Aufgrund seiner Thematik gibt es zu “Ne te retourne pas” gleich zwei Trailer, welche dann jeweils entweder Marceau oder eben Bellucci betonen.

In “Humpday” von Lynn Shelton beschließen die beiden Freunde Ben (Mark Duplass) und Andrew (Joshua Leonard) aus einer Sufflaune heraus an einem Amateur Porno Contest mit teilzunehmen. Doch mit welch bahnbrechender Filmidee können zwei heterosexuelle Freunde, ohne weibliche Darstellerinnen und ohne wirkliches Budget wohl schon den ersten Preis gewinnen?

Die einzige noch übrigbleibende Möglichkeit scheint es, vor laufender Kamera selber miteinander Sex zu haben!

“It’s not gay; it’s beyond gay. It’s not porn; it’s art.”

Ebenfalls gibt es hierzu wieder keinen deutschen Starttermin, dafür aber wieder zwei unterschiedliche Trailer welche einerseits sehr stark die komödiantische und vermutlich auch hervorstechende Seite des Filmes betonen (Trailer #1), andererseits aber auch versuchen einen eher ernsthafteren Ton anzuschlagen (Trailer #2).

Rob Marshall wendet sich nun, nach den “Memoirs of a Geisha“, zusammen mit Daniel Day Lewis, Dame Judi Dench, Marion Cotillard, Penélope Cruz, Nicole Kidman und Sophia Loren an Bord, sowie Kate Hudson und Stacy “Black Eyed Peas’ Fergalicious” Ferguson in den Nebenrollen, erneut einer Musical-Verfilmung alá “Chicago” zu.

Die Geschichte von “Nine” basiert dabei, über mehere Umwege hinweg, auf dem bereits autobiographischen Werk “” von Federico Fellini aus dem Jahre 1963 und behandelt das Leben des berühmten italienischen Regisseurs mit Namen Guido Anselmi bzw. in der jetzigen Filmadaption/Remake/Neuauflage eines Musicals mit Namen Guido Contini.

Trotz Gesangseinlagen und etlichen Tanznummern erwarte ich viel Großes von diesem Film! Allen voran eine erneute Top-Performance von Day Lewis, doch seht selbst!

In seinem Erstlingswerk “Moon” befördert uns Regisseur Duncan Jones zusammen mit seinem Hauptdarsteller Sam Rockwell in eine nicht allzu ferne Zukunft, in dem die Menschheit ihre Energie von einer Kernstation auf dem Mond zugeliefert bekommt. Zu Wartungszwecken wird dort eine einzelne Person für knappe drei Jahre hin entsandt, um die Minenarbeiten für das kostbare Gas namens Helium III zu überwachen. Doch kurz vor dem nahestehenden “Schichtwechsel” häufen sich für Sam die merkwürdigen Ereignisse…

Klingt platt und mau, wird aber bestimmt eines der Highlights des Jahres! Unbedingt den Trailer anschauen!

Mr. Nobody” von Jaco van Dormael und mit Jared Lito und Bridget von Hammersma.., äh Diane Kruger in den Hauptrollen, könnte eben jene Lockerheit in die Thematik Leben und Tod hineinbringe, welche ich noch bei “The Curious Case of Benjamin Button” so sehr vermisste. Allerdings fädelt “Mr. Nobody” seine Perlen auch von einer etwas anderen Seite auf, als eben oben genannter Film.

Nemo Nobody führt nämlich bis zu sinem 34ten Lebensjahr eine ganz normales Leben mit Frau und Kindern, als sich allerdings eines Tages die Realität verschiebt und er als, der mit 120 Jahren älteste und letzte sterbliche Mensch in einer Gesellschaft von Unsterblichen aufwacht, ohne jegliches Gedächtnis an die vergangenen Jahrzehnte, welche er nun versucht zu rekonstruieren.

In “Air Doll” von Hirokazu Koreeda lernen wir den Kellner Hideo kennen, gespielt von Itsuji Itao, welcher mit seiner aufblasbaren Freundin Nozomi (Du-na Bae) zusammenlebt. Doch anders noch als bei “Lars und die Frauen“, entwickelt die Plastikfrau irgendwann ein Eigenleben und versucht fortan mithilfe ihres Liebhabers einen eigenen Platz in der Welt finden zu können.

Sehr poetisch, sehr melancholisch und sehr asiatisch! Eine Mischung aus westlicher Pinocciothematik und asiatischer Skurrilität, gepaart mit einer Liebesgeschichte alá “I’m A Cyborg, But That’s OK“.

Alles sehr multikulturell und Independet heute mal wieder. Auswertung: 2 Französische, 1 Japanischer und 3 amerikanische Filme. Allesamt schauen Sie sehr sehenswert aus, und allesamt haben Sie auch noch keine deutschen Starttermine. Und dabei könnten hierbei noch ein paar wirkliche Highlights aus 2009 drinnen schlummern, neben “Thirst“, “Inglourious Basterds” und evtl. “Antichrist“. Ah, und natürlich “G.I. Joe – Geheimakte Cobra” versteht sich…

Autor: Sven

KINO im Juni:

Abgelegt unter: Kinostarts am 11.06.2009 von André

Besser spät als nie…

terminator_preTERMINATOR: DIE ERLÖSUNG“ (ab 4. Juni)
2018: Die Maschinen sind in der Überzahl. Die Erde ist nach dem „Tag des Jüngsten Gerichts“ nichts weiter als ein Aschehaufen. Die, die überlebt haben, gründen eine Gegenwehr, genannt „Der Widerstand“. Unter ihnen auch der Erlöser, der dem Krieg gegen die Maschinen, die entscheidende Wendung bringen soll: John Conner…

Der lang erwartete Auftakt, einer neuen TERMINATOR Trilogie ohne Arnie, aber mit Christian Bale. Erzählt wird der, in der Zukunft ausgetragene, Krieg gegen die Maschinen. Erste Reviews sind vernichtend, Regisseur McG versagt auf ganzer Linie und liefert eine seelenlose Materialschlacht ab, schade. Der Film wird dennoch sein Publikum finden.

che-part1_preCHE – REVOLUCIÓN“ (ab 11. Juni)
1956: Kommandant Ernesto Guevara, den alle nur „Che“ nennen, landet mit einem Schiff und 80 Soldaten an der kubanischen Küste. Die Mission, Diktator Batista zu Fall bringen und Kuba von dessen tyrannischem Regime zu befreien. Noch ahnt Che nicht, dass ihn dieser Kampf zum Helden und darüber hinaus zum Generationen überdauernden Symbol für „Widerstand“ werden lässt…

CHE – REVOLUCIÓN ist der erste Teil, (Teil zwei folgt am 23. Juli) zu Regisseur Steven Soderbergh epischer Verfilmung, der Biographie von Ernesto „Che“ Guevara. REVOLUCIÓN erzählt von dessen Aufstieg vom Arzt zum Kommandeur und schließlich zum Helden der kubanischen Revolution. In der Hauptrolle triumphiert und brilliert Benicio Del Toro, der für seine Performance mit der Palme von Cannes, als bester Hauptdarsteller 2008 geehrt wurde.

dragmetohell_preDRAG ME TO HELL“ (ab 11. Juni)
Christine ist Sachbearbeiterin in einer Bank und prüft dort die Kreditwürdigkeit der Kunden. Die Ablehnung eines Antrags auf Kredit bringt Christine eines Tages in Teufels Küche. Antragstellerin ist eine alte Zigeunerfrau, die Christine mit einem Fluch belegt. Dieser soll sie in wenigen Tagen zur Hölle fahren lassen…

Das klingt erstmal nach einem 08/15 Horrorflick, aber DRAG ME TO HELL birgt das Comeback eines lang vermissten Genretalents. Kein geringerer als EVIL DEAD Titan Sam Raimi kehrt nach der Spidy Trilogie zu seinen Wurzeln zurück und inszeniert mal wieder einen Horrorstreifen. Dieser wird von den Kritikern gefeiert und soll großartig unterhalten, kein Meilenstein, keine Filmkunst, aber Horrorentertainment vom Feinsten.

transformersc2b2_preTRANSFORMERS² – DIE RACHE“ (ab 24. Juni)
Die Decepticons sind geschlagen, fürs Erste. Doch schon bahnt sich neues Unheil an. Während Sam Witwicky die ersten Collegetage bestreitet, plant der widererstandene Megatron seine Rache. Erneut liegt es an Optimus Prime und seinen Autobots die Menschen zu schützen und eine neue Materialschlacht zu schlagen…

Er kann es nicht lassen. Erneut muss sich „Regisseur“ Michael Bay produzieren und seinem konfusen Actionfetisch aus Explosionen und 360° Turns frönen. Die TRANSFORMERS scheinen dafür wie geschaffen, denn sie bieten gleichzeitig noch Fläche für Bays grenzdebilen Humor und die obligatorische Militärparade. Die Trailer zeigen, dass Bay nichts dazugelernt hat. Nach dem Steigerungsprinzip: größer, schneller, lauter lässt er seine TRANSFORMERS zur zweiten, sinnlosen Schlacht antreten und auch diese wird erneut ihr Publikum finden.

diegrafin_preDIE GRÄFIN“ (ab 25. Juni)
Im 17. Jahrhundert entbrennt zwischen der mächtigsten Frau Europas, Gräfin Erzebet Bathory und dem einfachen Jüngling Istvan eine leidenschaftliche Liebe mit weitreichenden Auswirkungen. Denn als durch intrigantes Spiel die Romanze zerfällt, wandelt sich das starke Gemüt der schönen und emanzipierten Gräfin, zur düsteren, manischen Tyrannin. Im Schönheitswahn opfert sie Jungfrauen und labt sich an deren Blut, um die Zeichen des Alterns zu lindern.

Interessante Mischung aus romantischem Kostümfilm und düsterem Horrorthriller. DIE GRÄFIN ist bereits die zweite Regiearbeit von Schauspielerin Julie Delpy und portraitiert den düsteren Wandel einer mächtigen Frau, die zum Opfer ihrer eigenen Gefühle wird. Inspiriert ist die internationale Produktion von wahren Ereignissen und zeigt neben Delpy in der Hauptrolle außerdem William Hurt und Daniel Brühl.

Autor: André

The Limits of Control

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 02.06.2009 von Sven

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Inhalt: “The Limits of Control” erzählt in betörend schönen, fast magischen Bildern die Geschichte eines geheimnisvollen Fremden (Isaach De Bankolé), der nach Spanien reist, um dort einen Auftrag zu erledigen. Welchen Charakter dieser Auftrag hat, bleibt zunächst im Dunkeln. Das Vorhaben des ebenso entschlossenen wie schweigsamen Mannes scheint sich allerdings nicht in legalen Bahnen zu bewegen.

Manchmal hat es zudem den Anschein, als ob er selbst nicht genau wüsste, was er in dem fremden Land zu tun hat. Auf den verschiedenen Stationen seiner Reise durch Spanien trifft er auf einige mysteriöse Gestalten, die rätselhafte Botschaften für ihn bereithalten. Ist ihnen zu trauen? Während die Geschehnisse sich immer weiter verwirren und die Zusammenhänge immer unklarer werden, wächst auch das unheimliche Gefühl der Bedrohung mehr und mehr an. Wer oder was steckt hinter dem ganzen? Eine große internationale Verschwörung? (Pressetext: Tobis)

Kritik:  “Hinab glitt ich die Flüsse, von träger Flut getragen / da fühlte ich: es zogen die Treidler mich nicht mehr.” So lautet jenes Zitat aus Arthur Rimbauds erstmals 1871 veröffentlichtem “Le Bateau ivre”, oder zu deutsch “Das trunkene Schiff”, welches uns Jim Jarmusch nun ganz zu Anfang, zur allgemeinen Einstimmung auf seinen mitllerweile zehnten Film, auf der eingeblendeten Texttafel präsentiert.

Es empfiehlt sich vielleicht, sich doch zumindest ein wenig, mit jenem 100 Zeiligem Werk des französischen Symbolisten und Wegbereiter der Surrealisten, welcher später einmal unter anderem Künstler wie Bob Dylan, Jim Morrison oder Klaus Mann beeinflussen sollte, in so fern zu beschäftigen, als dass sich doch bisweilen, etliche Parallelen zwischen Rimbauds “Le Bateau ivre” und Jarmuschs knapp 140 Jahre später erschienem “The Limits of Control” finden lassen.

So handeln beide Werke in ihren Grundelementen vom dem “sich treiben lassen”, vom vollständigen Kontrollverlust (The Limist of Control/Die Grenzen der Kontrolle) sowie dem trunkenen und diffusen, ja einfach surrealen Zustand des Träumens. Sogar die verwendete Farbsymbolik, lässt sich stellenweise nahezu 1:1 von dem einem Medium in das andere übertragen, ohne dadurch aber wirklich an Zugkraft zu verlieren.

Auch greift Autorenfilmer Jarmusch bei seinem “The Limits of Control” erneut, wie schon 10 Jahre zuvor bei “Ghost Dog – Der Weg des Samurai”, die Thematik des einsam umherziehenden Wolfes, des “Lone Man” auf, welcher sich selbst nur ein paar wenige, dafür aber unerschütterliche und grundlegende Regeln auferlegt hat: “Keine Mobiltelefone, kein Sex, keine Schußwaffen.”

Bis auf eben jene Punkte, und vielleicht noch der Tatsache dass in beiden Filmen die Protagonisten schwarz sind, gerne hin und wieder meditieren und sich durch ähnliche berufliche Tätigkeiten kleiden, haben aber beide Werke, kaum mehr etwas miteinander gemein und beschreiten fast gänzlich unterschiedliche Wege, was sowohl den Erzähltempus und Rhytmus ihrer Geschichten, als aber auch die jeweiligen Kernaussagen betrifft.

Handelte “Ghost Dog” noch von Kommunikation und Informationsaustausch, so widmet sich “The Limits of Control” der Imagination sowie der Realität im Kontrast hierzu, bzw. wie eben jene sich auch durch den jeweiligen Standpunkt, also die Wahnehmung des einzelnen Betrachters, beeinflussen und verzerren lässt. Auch, oder vielleicht sogar erst gerade deswegen, obwohl Sie beide, von ein und demselben Regisseur stammen.

So dürfen wir nun diesmal, anstelle von Forrest Whitaker, eben Isaach De Bankolé, welcher noch vielen Zuschauern als Raymond, der stets gut gelaunte, französische Eisverkäufer und “beste Freund” des Ghost Dog aus bereits oben gennanten Film bekannt sein dürfte, nun selbst in der Rolle des namenlosen Auftragkillers, für knappe 120 Minuten dabei zuschauen, wie er durch mehrere spanische Ortschaften, von Madrid bis Sevilla reist, verschiedene mysteriöse Botschaften von noch mysteriösereren Charakteren via Streichholzschachtelpost empfängt und dazu gerne Espresso trinkt, sich mit seinen Gesprächspartnern über monekulare Grundstrukturen und die Filme Hitchcocks “unterhält”, und anschließend gerne das örtliche Museum aufsucht, um sich dort angekommen, immer ganz genau nur einem einzelnen Werk zu widmen (“El Violín” von Juan Gris, “Desnudo” von Roberto Fernandez Balbuena, “Madrid desde Capitán Haya” von Antonio López Garcia sowie Antoni Tàpies “Gran Sábana”), die Hallen der Kunst dann wieder zu verlassen, und sich schließlich auf die, meistens per Zugfahrt durchgeführte Reise zur nächsten Ortschaft zu begeben, wo das gleiche Spiel, nur im anderen Anzug, wieder von vorne beginnt.

Anbei währen hierzu noch natürlich die äußerst skurrilen, teilweise recht schrägen Figuren zu nennen, welche unserem “Lone Man” auf seinem Weg, in der folgenden Chronologie begegnen: Die Kreole (Alex Descas), Der Franzose (Jean-François Stévenin), Die Violine (Luis Tosar), Die Nackte (Paz de la Huerta), die Blonde (Tilda Swinton), das Molekül (Youki Kudoh), die Gitarre (John Hurt), der Mexikaner (Gael García) und zu guter Letzt, der Amerikaner (Bill Murray).

Allesamt sind diese nämlich, die eigentlichen und wahren Hauptdarsteller des Filmes. Während der fremde, schwarze Auftragskiller durch überwiegendes Schweigen brilliert, denn keiner isst bitteschön so cool kleine Papierstückchen wie De Bankolé, so sind es aber nunmal eben genau jene surrealen Nebenfiguren, wie das Molekül oder auch die Blonde, die dank ihrer Gesprächigkeit über Musik und Wissenschaft, die Boheme und Sex sowie Filme und Kunst das allgemeine Szenario immer mal wieder, wenn auch nur kurzzeitig, durchbrechen und mit Leben auffüllen.

Dementsprechend ist der “Lone Man” eben auch nur das “trunkene Schiff”, welches sich, benommen vom vielen Wasser und ohne Führungskraft am Steuer dahertreibend, durch das allzu berauschende und surreale sowie tiefblaue Meer aus “Le Bateau ivre” bewegt, und uns dabei aus der Ich-Perspektive von seinen Abenteuern zwischen dem “Rostrot der Liebe” von den “Rhythmen und Delirien”, sowie dem nächtigen “Fieberhimmel” über ihm zu berichten weiß. Dabei bieten etliche Stellen in Jarmuschs Film einen hierzu passenden Vergleich an, wie z.B. alleine schon die Farbsymbolik der stetig den Besitzer wechselnden Zündholzschächtelchen.

Allerdings ist “The Limits of Control” ein warer Makrokosmus solcher Querverweise in die Rrichtung der Moderne des ausgehenden 19ten bzw. beginnenden 20ten Jahrhundert. So zitiert Jarmusch schon allein im Titel, William S. Burroughs gleichnamiges Essay über Kontrolle und Manipulation der Massen. Dies spiegelt sich dann in der bewussten Irreführung des Publikums wieder, welches zu Anfang noch vergebens versucht, die jeweiligen Indizien und Codes der im Grunde ja sehr simplen Hitmanstory zu entschlüsseln, später aber resignierend festellen muss dass es Jarmusch dabei aber gar nicht auf den eigentlichen Plot anlegte, sondern auf das ganze Drumherum und Dazwischen, das lediglich Ausschmückende und Verzierende. “Diamonds are a girl’s best friend”, zitiert der dolmetschende Franzose hierzu, bereits am Anfang des Filmes.

Auch die ausgeübte Sprachkritik aus Burroughs Werk, fand Eingang in Jarmuschs Film, denn sein “Lone Man” scheint Sprachen zu verstehen, die er allerdings vorgibt gar nicht zu beherrschen. Immer wieder wird er hierzu gefragt “Sie sprechen kein Spanisch, oder?” Sprache ist in “The Limits of Control” schließlich genauso arbiträr und willkürlich, wie die Realität in der Sie gesprochen wird.

Abstraktion und Unwirklichkeit, sowie Erzählstruktur und narratives Element werden zusätzlich noch durch die Arbeit des Kameramannes Christopher Doyle unterstrichen, welcher sich schon u.a. für die Mitarbeit an Wong-Kar Wais “In the Mood for Love” und dessen Nachfolger “2046″, sowie etwas massentauglicherer, cinematographisch aber dennoch hervorstechender Ware alá Yimou Zhangs “Hero” auszeichnete.

Doyle pointiert, akzentuiert und interpretiert auf zweiter Ebene, hebt die Geschichte somit auf ein nächsthöheres Level an, welches es tatsächlich schafft, einen Teller voller Birnen, wie ein impressionistisches Stilleben von Monet oder Van Gogh aussehen zu lassen. Kein Wunder also, das Jarmusch ihm ungewöhnlich viel Freiraum und Mitbestimmungsrecht am Set zugewiesen hat.

Die Querverweise zwischen im Film präsentierter und photographierter Kunst, und den jeweiligen farblichen und architektonischen Gegebenheiten der wechselnden Locations, werden nochmals gesondert hervorgehoben und betont. Ebenso wie die liebevoll durchdachten Kamerafahrten durch die jeweiligen Unterkünfte des “Lone Man”, welche ebenfalls erneut die Thematiken und Stilrichtungen der einzelnen, im Film gezeigten Kunstwerke aufgreifen, und dabei neu zu interpretieren versuchen. So finden sich sowohl kubistische, neu-realistische als aber auch expressionistische Züge in den einzelnen Bauten und Wohnungen wieder, in denen sich unser Auftragskiller des Nächtens dann seine Mütze voll Schlaf genehmigt.

Doyle hält eher auf Distanz, bietet also nur selten CloseUp’s oder gar Detailaufnahmen, betont durch die vielen Halbnahen und Totalen aber gleichzeitig nochmals die lediglich subjektive Wahrnehmung der Realität, in dem wir schließlich den “Lone Man” irgendwann nicht mehr als wirkliche, eigenständige Figur realisieren, sondern vielmehr als leeres Gefäß, als strudelndes Objekt im Wind der Ereignisse. Manchmal verschwindet er sogar so vollends, dass wir die Geschehnisse gar aus seiner Ich-Perspektive wahrzunehmen scheinen, die Mauer zwischen Protagonist und Publikum also niergerissen scheint.

Auch die Locations werden von Minute zu Minute einsamer, weiter und surrealer. Befinden wir uns ganz zu Anfang noch, gerne in mit Menschen gefüllten Altstädten, mit Cafés, öffentlichen Plätzen und besetzten Sitzbänken, so wandern wir gegen Ende des Films nur noch durch staubige und leblos wirkende Wüsten, in welchen wir keinerlei Bezug mehr, zur eventuellen Realität zu finden vermögen.

Man munkelt, die Musik von “Boris” und “Sunn O)))”, würde all das ebenfalls noch zusätzlich enorm unterstreichen, leider ist mir aber beim erstmaligen Sehen, aufgrund der gewaltigen Bilderflut, nicht in den Sinn gekommen auch noch auf den Score zu achten.

Fazit: Jim Jarmusch bestreitet nach “Broken Flowers” nunmehr wieder ganz eindeutig, weniger massentaugliche Wege im Arthousesektor. Seine enddlosen symbolischen Spielereien, Metaphern und Zitate zur modernen Kunst und Populärkultur, mögen manch einen Zuschauer wohl ziemlich überfahren und vor lauter aufgeladener Schwere schlicht im Kinosessel erdrücken.

Auch die Tatsache das “The Limits of Control” somit eindeutig mehr Konzept und Konstrukt als eine wirkliche Story aufzuweisen vermag, mag hierbei auf vielen Gesichtern zunächst wohl eher für Verwunderung und Verwirrung sorgen, als für wirkliche Begeisterung. Jarmusch ist also zu seinen Wurzeln zurückgekehrt, zu Zeiten wie in “Dead Man” oder “Down by Law”, was aber gleichzeitig heißt, das er auch wieder in eine Nische zurückgefallen ist, aus die er sich mit “Broken Flowers” bereits herausgekämpft hatte.

Es wird wohl zunächst einmal ein Rätsel bleiben, warum er diesen Schritt nun letztendlich eben so getätigt hat, doch Fakt ist: Wem Jarmuschs frühere Werke gefallen haben, den wird “The Limits of Control” schlicht vom Hocker hauen.

Es ist kein Film für jedermann, kein Film den man sich gleich zweimal hinter einander ansehen kann und wirklich durchgängig ganz und gar visuell und dialogtechnisch schwere Kost.Doch wer sich auf die ruhige Erzählweise, die symbolisch aufgeladenen Bilder und Konversationen einlässt, der wird für seinen Eintritt definitiv entlohnt.

Autor: Sven

A Basterds Premiere

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn..., Filme am 22.05.2009 von André

basterdspremiereHoly the Jesus!!! Ihr wollt die ersten Reviews zu “INGLOURIOUS BASTERDS” lesen, mal schaun wie die Weltpremiere des Streifens in Cannes, so bei den Kritikern aufgenommen wurde.. DON’T!!! denn sie spoilen euch allesamt viele Inhalte, von wagen Andeutungen, bis zu detailierten Beschreibungen von Anfang und Ende.

Ihr müsst nur soviel wissen: Tarantinos neuer Streifen wird bisweilen sehr durchwachsen aufgenommen. Der “Spiegel” beschreibt ihn als quälend langsame Nazi-Walze, “AICN” nennt ihn fucking exceptional und “Telepolis” feiert einen Tarantinotypischen Mix aus Autorenkino und B-Movie.

Was das alles bedeutet, dass sehen wir ab 20. August im Kino… der Streifen ist übrigens epische 160min. lang…also freut euch auf viele, viele Nazi-Skalps und bewundert den ersten knackigen – und garantiert spoilerfreien – TV-spot.

Autor: André

Star Trek XI

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 14.05.2009 von André

startrekxi„Der Weltraum, unendliche Weiten…“ niemals konnte mich dieser CatchFrase so begeistern, wie die Ereignisse „…In einer Galaxie, weit weit entfernt.“ Ich meine: Stell dir vor, du bist um die zehn Jahre alt und da im Fernsehen stehen eine Handvoll Kerle, mit engen Uniformen, in einer billigen Pappkulisse, die die Brücke eines Raumschiffs darstellen soll, und diskutieren über Energieverteilung, Warp-Antriebe und Logik. Und auf einem anderen Sender, steht ein junger Kerl und schwingt ein Laserschwert, während ein anderer Kerl, und sein zotteliger Freund, mit Blastern auf anonyme Soldaten, in weißer Plastikrüstung, bolzen… make your choice.

Trotzdem ist mir STAR TREK natürlich ein Begriff, immerhin hab ich alle Filme gesehen und in jede TV-Serie hineingezappt. Ich kann auch den Kult unzähliger Trekkies und Nerds nachvollziehen, die über Jahrzehnte mit Sternenflottenuniformen und Vulkanieröhrchen zu den Fanconventions rennen, um dort ihrer Religion zu frönen und auch als NICHT-Fan, war ich zuletzt doch sehr gespannt, was Produzent und Regisseur J.J. Abrams nach der legendär, trashigen Sci/Fi Serie der 60er, vier Spin Off Serien und insgesamt zehn Kinofilmen, noch aus dem TREK Universum raus kitzeln möchte, nachdem zuletzt die Next Generation Crew mit dem mittelprächtigen „STAR TREK: NEMESIS“ ihren Abschied von der Kinoleinwand feierte.

Die wichtigste Frage hierbei lautet: Kann man ein ganzes Universum, mit einer, über Jahrzehnte, liebgewonnenen und etablierten Enterprise Crew, in frischem modernen Look und völlig neuer, junger Besetzung, nochmal neustarten??? Kurze Antwort: Ja, man kann. Man sollte nicht, dass möchte ich an dieser Stelle nochmal betonen. Man sollte einen Meister Yoda nicht digital animieren und ihn, wie einen Laubfrosch, durch die Gegend hüpfen lassen. Man sollte Indiana Jones niemals mit Aliens in Verbindung bringen sowie heiraten lassen und seinen Sohn mit Shia LaBeouf besetzten. Und man sollte eine Terminator Reihe nicht ohne Arnie ins Kino bringen… Aber all dies ist (und wird) geschehen, also warum soll man nicht legendäre Sci/Fi-Helden wie James T. Kirk und Mr. Spock mit milchgesichtigen TV-Darstellern besetzen, zumindest im neuen „STAR TREK XI“ funktioniert dies, überraschend gut.

Überhaupt muss man sagen, niemals zuvor hat mich ein STAR TREK Film derartig gut unterhalten. J.J. Abrams (übrigens kein Trekkie) befördert ein ganzes Universum, mit viel Spaß und ordentlich KAWUMM! ins nächste Jahrtausend. Ein neuer glamouröser Look, junge, unverbrauchte Darsteller, schicke Effekte, viel Ironie, viel Humor und alles schön laut. Abrams hat im TREK Universum ordentlich entrümpelt, die Brücke der Enterprise auf Hochglanz poliert, viel Action hinzugefügt und den Nerd-Faktor auf ein erträgliches Level gefahren. Kurz: STAR TREK ist frisch, modern und sexy. Restauriert und aufpoliert, um die nächste Generation Trekkies und eine breite Masse Kinopublikum für sich zu begeistern.

Am überraschendsten ist hierbei die neue Besetzung, von der ich dachte, sie käme am schlechtesten weg, aber Kirk, Spock, Pille, Uhura, Scotty und der Rest sind auf den Punkt getroffen und repräsentieren all das, wofür sie schon soviele Jahre, von den Fans, verehrt werden. Auch die Ausstattung ist sehr passable; modernes Design, schicke und laute Effekte, abwechslungsreiche Action, breit gestreut und gut platziert. Viele kleine Highlights, kein großer Knall, die größte Schwäche des Films; seine Dramaturgie. Kurzweilige Spannungsbögen und flache Charakterentwicklungen, lassen den Film inhaltlich nie über Serienniveau hinaus wachsen, hinzu kommt, dass die Handlung ein Desaster ist. Durchgeknallte Romulaner, Schwarze Löcher und Zeitreisen bieten reichlich Angriffsfläche für massive Plot Holes und Logikfehler. So clever wie der Film sein möchte, sogar eine Erklärung für Änderungen und Neuanfang im TREK Universum liefert, ist er nicht, doch das schmälert den positiven Gesamteindruck nur gering, steht hier doch in erster Linie nur die gelungene Präsentation der neuen (alten) Crew nebst ordentlich Unterhaltung auf dem Programm.

Zu diesem Zweck setzt Abrams neben lauter Action und den üblichen bombastischen Effekten auch auf viel Humor und Ironie. So werden des Öfteren die charmant, berüchtigten Charaktereigenschaften der Crew auf die Schüppe genommen: Kirk baggert was das Zeug hält, Pille reißt einen OneLiner nach den anderen, Sulu vermasselt seinen ersten Warpsprung, Chekov bekommt Probleme mit der Spracherkennung der Enterprise und Uhura zieht sich bis auf die Unterwäsche aus. Neben gelungenen Parodien und Zitaten, versteckt sich auch hin und wieder ein wenig dümmlicher Klamauk, das unterhält den Kleingeist und die Fans können kurz mal wegschauen, hätte doch viel schlimmer kommen können, siehe „STAR WARS EPISODE I: DIE DUNKLE BEDROHUNG“.

Doch, doch, Abrams macht vieles richtig und schickt die neue (alte) Crew, welche sich im Verlauf des Films, sucht und findet, samt Enterprise und viel Tam Tam zu neuen Abenteuern. Das Ganze fühlt sich zwar nicht besser an als ein enorm dick produzierter Pilotfilm, macht aber doppelt soviel Spaß und präsentiert sich ganz ungezwungen als schicker Unterhaltungsbomber im Kinosommer.

Autor: André

Kollektives Kino

Abgelegt unter: Allgemein am 04.05.2009 von Sven


Elektrischer Reporter – Kollektives Kino: Und alle drehen mit

Filmemachen ist Diktatur – der Regisseur hat immer das letzte Wort. Wirklich? Was würde wohl passieren, wenn man das Publikum in die Produktion einbeziehen würde? Den sonst zur Passivität verdammten Kinogänger über das Internet auffordern würde, seine eigenen Ideen einzubringen?

Matt Hanson und Timo Vuorensola, zwei Regisseure aus Großbritannien und Finnland, wollen genau das mit ihren Projekten “A Swarm of Angles” und “Wreck a Movie” herausfinden. Unterliegt das kollektive Filmemachen den gleichen Gesetzmäßigkeiten wie die freie, von den Nutzer selbst geschriebene Online-Enzyklopädie Wikipedia? Wie muss man die Produktion unter Einbeziehung einer Online-Community organisieren, damit ein vorzeigbares Ergebnis herauskommt? Diesen Fragen geht der Elektrische Reporter nach.

(Der Elektrische Reporter)

Autor: Sven

KINO im Mai

Abgelegt unter: Kinostarts am 03.05.2009 von André

So, nachdem ihr das Fass Bier geext, den Funky-Chicken getanzt, den Maibaum bekotzt und die Uschi geschwängert habt, wird es Zeit sich den – ACHTUNG WORTSPIEL – Mailights im Kino zu widmen. Diesen Monat hauen die Hollywoodgiganten gleich zwei ihrer dick produzierten Konsumfilme in die Kinopaläste, aber es gibt auch Alternatives aus der IndieSpate und nach vier Jahren mal wieder was von Jamusch…

startrek_preSTAR TREK“ (ab 7.Mai)

Zehn Kinofilme und ungezählte TV-Episoden wurde der STAR TREK Kult bereits abgefeiert. Nun fährt Regisseur J.J. Abrams wieder alles auf Anfang und wagt die Reinkanation der legendären Helden James T. Kirk und Mr. Spock. Erzählt werden die jungen Jahre des Caiptain Kirk, seine Ausbildung und sein erstes Weltraumabenteuer mit der nicht minder legendären, ersten Enterprise-Crew.

Ist dies nun der Supergau für alle Trekkies, oder ein konsequenter Neuanfang einer populären STAR TREK Kinoreihe? Die Antwort gibt’s im Kino.

illuminati_preILLUMINATI“ (ab 13.Mai)

Dan Browns Bestseller „Da Vinci Code – Sakrileg“ ließ Gläubige aufschreien, Massen diskutieren und die katolische Kirche lautstark wettern. Ein Buch vom Teufel, aufwändig und mit Starbesetzung verfilmt von Regisseur Ron Howard. Dieser widmet sich nun auch der Verfilmung der Fortsetzung „Illuminati – Angels & Demons“, erneut mit Sympathisant Tom Hanks in der Rolle des Professor Langdon.

Das all die Aufregungen und Diskussionen zu diesem Thema, nichts als heiße Luft sind, lehrte uns bereits der DA VINCI CODE. Dieser war ein spannender und intelligent verknüpfter Verschwörungsthriller, der zu unterhalten, aber nicht zu verblüffen wusste. Nicht mehr aber auch nicht weniger, sollte man also von der Fortsetzung ILLUMINATI erwarten dürfen. Wem das zuvor gefiel, der wird auch jetzt auf seine Kosten kommen.

sunshinecleaning_preSUNSHINE CLEANING“ (ab 21.Mai)

Nach ihren verzaubernden Auftritt in VERWÜNSCHT, endlich mal wieder eine Hauptrolle für Amy Adams. SUNSHINE CLEANING erzählt die tragisch-komische Geschichte zweier Schwestern, die aus Geldnot ein Reinigungsunternehmen eröffnen, dass sich auf Tatortsäuberungen und das Ausmisten der Wohnungen von Verstorbenen, spezialisiert.

Tendenziell weniger skurril als LITTLE MISS SUNSHINE, eher tragisch im Sinne von DIE GESCHWISTER SAVAGE bietet diese kleine Indie-Dramödie ideallen Nährboden für alle, die sich dem Blockbusterwahnsinn der laufenden Monate entziehen wollen. U.a. mit Emily Blunt und Oscarpreisträger Alan Arkin.

limitsofcontrol_preTHE LIMITS OF CONTROL“ (ab 28.Mai)

Vier Jahre nach BROKEN FLOWERS meldet sich Regisseur Jim Jarmusch mit einer mysteriösen Killergeschichte zurück. Der Inhalt ist weitestgehend unbekannt, nur so viel: Ein namenloser Killer begibt sich nach Spanien, um dort eine geheime Mission zu erfüllen. Es geht um Rache.

NIGHT ON EARTH, GHOST DOG, BROKEN FLOWERS und natürlich COFFEE & CIGARETTES, Jarmusch empfielt sich mit einer langen Liste cooler Filme und schürt natürlich gewisse Erwartungen an sein neustes Werk THE LIMITS OF CONTROL. Der Trailer folgt unverkennbar dem Tenor der vorherigen Filme, in denen auch Musik stets eine zentrale Rolle spielt. Mitwirkende sind Isaach De Bankolé, Tilda Swinton, John Hurt, Gael Garcia Bernal und – natürlich – Bill Murray. Keine Frage, Pflichtprogramm.

Autor: André

Hollywood Science

Abgelegt unter: Allgemein, Filme am 27.04.2009 von Sven

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Hollywood Science” ist eine vierteilige Dokumentation von Steven Smith aus dem Jahre 2006, die ihren Fokus auf die Special FX Industrie hinter Hollywood richtet und dabei den schmalen Grad zwischen Fiktion und Realität innerhalb des narrativen Actionkinos vergangener Jahrzehnte genauer beleuchtet. So müssen “Regisseure wie Jan de Bont, Doug Liman, William Friedkin und Rob Cohen [...] sich bei ihren Filmen ganz genau [überlegen], ob und wann sie die Gesetzte der Physik überschreiten, damit beim Publikum der zusätzliche Schub Adrenalin frei gesetzt wird.” (Phoenix)

U.a. werden dazu auch z.B. Größen wie James Cameron oder Wolfgang Petersen befragt, wie Sie die aufwendigen Überflutungs- oder Unterwasserszenen in “Titanic” oder “Das Boot” überhaupt realisieren konnten. Natur-, Physik- und Ingeniuerswissenschaftler analysieren die Sequenzen zwischendurch und versuchen das Geschehen auf der Leinwand dann der Frage zu unterziehen, ob sowas überhaut in der Realität vorstellbar wäre und wo genau Hollywood ein wenig, der Spannung halber nachgeholfen hat.

So wird auch der technische und medizinische Fortschritt der vergangenen Jahre, mit z.B. noch damals utopisch klingenden Gadgets der “James Bond 007″-Filmreihe oder den biometrischen Datenerfassungsgeräten aus “True Lies” verglichen, und nachgeschaut in wie weit Hollywood, die “Traumfabrik”, mittlerweile schon für uns evtl. zum Alltag geworden ist.

Insgesamt mag das vielleicht alles noch nach einer etwas besser produzierten, nicht ganz so albernen und auch faktisch dichter untermauerten Folge der “Mythbusters” klingen, aber trotzdem wirkt es stellenweise doch auch äußerst interesant und zumindest sehenswert, insbesondere für Leute die gerne auch mal einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Die vier Teile werden, mit den heutigen Montag, den  27.04.2009 beginnend, über die ganze Woche verteilt (28ter, 29ter und 30ter April 2009) jeweils um 20.15h auf Phoenix ausgestrahlt. Die einzelnen Parts der dokumentarischen Serie beleuchten dabei jeweils nochmal sehr speziell, den technischen Fortschritt der vergangenen Jahre unter Berücksichtigung des Einflusses seitens Hollywood (Teil I), das narrative Element des Actionkinos und die Auswirkungen dessen auf den Zuschauer (Teil II), den Katastrophenfilm als entkoppeltes Element unter Berücksichtung naturwissenschaftlicher Gesetzmäßigkeiten (Teil III) und schließlich die massiv vorangeschrittene Entwicklung von biometrischen, spionagetechnischen und medizinschen Gerätschaften und Techniken durch Filme wie “Minority Report” oder den bereits erwähnten “True Lies” (Teil IV).

Autor: Sven