Grindhouse – Planet Terror

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 20.10.2007 von André

Trash der zweite Teil. Das Projekt Grindhouse, die skurrile Hommage der Herren Tarantino und Rodriguez, an alles was in den 60er und 70er Jahren: billig, blutig und porno war, findet hierzulande nun endlich seinen Abschluss in Robert Rodriguez spaßig-buntem Splatterfest: Planet Terror.

Es müssen die niederen Beweggründe des Geldes gewesen sein, die den deutschen Filmverleih Senator dazu trieben beide, in den Staaten als double-feature präsentierten Filme, hierzulande einzeln, dafür wenigstens in etwas längerer Fassung, zu veröffentlichen. Das die längeren Fassungen den Filmen mehr schaden als nützen sei mal außen vor. Zumindest die geänderte Reihenfolge (erst Death Proof dann Planet Terror) scheint durchaus Sinn zu machen, denn rein unterhaltungsmässig gesehen fängt Planet Terror genau da an wo Death Proof aufhört.

Rodriguez Film ist bunter, härter, actiongeladener, kurzweiliger und auf eine kranke Weise auch witziger. Was Tarantinos Death Proof einleitet treibt Planet Terror auf die Spitze: Story, Charaktere, Dialoge, Gewichtung, das alles kümmert Rodriguez kein Stück. Er schmeißt einfach einen Haufen cooler Typen und sexy Ladies zusammen und lässt sie gegen eine Horde mutierter Zombies auflaufen. Das Ergebnis ist Kirmes vom Feinsten, wilde Splatterorgien und Actionspektakel ohne Atempause. Das ganze natürlich dermaßen überzogen und billig, dass es eine wahre Freude ist den kranken Phantasien und Inszenierungen von Rodriguez zu zuschauen. Auch den Darstellern merkt man die Freude am Trash-Projekt an, ihre Charaktere sind allesamt skurrile, aufs wesentliche reduzierte, Figuren mit einem Sexappeal und Coolness Faktor, dass jeder von ihnen einen eigenen Film verdient hätte. Zudem gibt es dutzende bekannter Gesichter aus Rodriguez früheren Filmen und Gastauftritte von: Fergie, Bruce Willis und Tarantino. Die Brücke zu Death Proof, um die Zusammengehörigkeit der Filme nochmal zu betonen, ist der Krankenflügel von dem aus sich das Zombievirus, unter anderem, ausbreitet (und Stuntman Mike seine zahlreichen Knochenbrüche kuriert). Auch Dakota, die scharfe Ärztin mit den drei Spritzen, ist neben ihrem Part in Planet Terror auch kurz in Death Proof zu sehen. Natürlich auch der Sheriff, jenes wandelnde Kultklischee, welches nicht nur einen besonderen Auftritt in Death Proof, sondern auch in Kill Bill und From Dusk Till Dawn bekam.

Bei Tarantino gibt’s mehr Anspruch, bei Rodriguez mehr Mainstream. Zusammenfassend kann man sagen das Projekt Grindhouse ist geglückt. Beide Filme sind extrem unterschiedlich und funktionieren sowohl einzeln, als auch im double-feature. Beide Filme haben einen enorm hohen Trash- und Kultfaktor und wissen auf ihre Art sehr gut zu unterhalten. Beide Filme sind hervorragend besetzt und zeichnen sich durch viel Spaß an der Arbeit und Können in der Inszenierung aus. Beide Konzepte gehen auf und begeistern Trash- und Filmfans, auch wenn man hierzulande zweimal Eintritt zahlen muss.

Autor: André

Grindhouse – Death Proof

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 22.07.2007 von André

Der Meister des „Pulp“, der Kultregiesseur der 90ger, Mr. Quentin Tarantino meldet sich zurück um erneut Kinogeschichte zu schreiben. Von Tarantinos Filmen kann man immer das Unerwartete erwarten, denn keiner seiner Streifen passt in eine Schublade oder lässt sich durch ein Genre zusammenfassen. Nein, Tarantinos Filme sind immer überraschend, immer eigen und immer eine Liebeserklärung ans Kino. So auch sein neuster kleiner TrashStreifen Death Proof – Todsicher mit dem Quentin Tarantino den Exploitation und B-Movies der wilden 70ger Jahre huldigt.

Wieder einmal beweist der Meister sein Genie und seine Liebe zum Film, und zwar indem er ein scheinbar grottenschlechtes und schon längst ausgestorbenes Genre zum Kinokult erhebt. Extreme Darstellung von Sex und Gewalt, verpackt in eine miese Story und dank niedrigem Budget, sowie schlechten Darstellern, grauenvoll umgesetzt. So oder ähnlich lassen sich zahlreiche Schundmovies der 70ger Jahre beschreiben. Brutal, pornographisch und politisch unkorrekt, wären weitere Adjektive die man dieser Beschreibung hinzufügen könnte. Derartige Filme liefen meistens in Spätvorstellungen der Bahnhofs- und Pornokinos, in Amerika auch „Grindhouses“ genannt. Die Kopien dieser Steifen passten sich dem Inhalt an, denn sie wurden bis zum Maximum ausgelutscht und wiesen zahlreiche Kratzer, Risse, Farbverluste, Tonstörungen, Bildsprünge und sonstige Fehler auf. Das alles kümmerte jedoch nicht das anspruchslose Publikum, welches sich am konsequent zwang- und zensurlosen Stil dieser kleinen Filmchen erfreute. Eben diese Zwanglosigkeit und natürlich die exzessive Darstellung, müssen auch Tarantino schwer begeistert haben, wie sonst ließe sich erklären, weshalb er, zusammen mit Robert Rodriguez, das Projekt Grindhouse ins Leben rief. Death Proof ist nur ein Teil dieses Projekts, welches im Herbst mit Planet Terror von Rodriguez komplettiert wird.

Was Tarantino anpackt wird meistens auch besonders und so wundert es nicht, dass auch Death Proof mehr geworden ist als nur ein gewöhnliches B-Movie. Der Meister greift sich nämlich wieder einmal das Beste vom Genre heraus und haut damit mächtig auf die Kacke: „A new kind of terror is coming, at 200 miles per hour“ meinen tut er damit Stuntman Mike (Kurt Russel) und seine Teufelskarre, denn Mike ist ein abgewrackter Stuntfahrer dessen Hobby es ist, hübsche junge Dinger aufzureißen und sie dann, mit Hilfe seiner frisierten Monsterkutsche, ins Jenseits zu befördern. Sowas kann auch nur Tarantino abziehen, erst führt er minutiös, mit viel Dialogen und ruhigen Szenen vier Schönheiten in seine kleine Trashstory ein, um sie nur wenige Minuten später genauso minutiös in tausend Stücke zu zerfetzen. Den dafür verantwortlichen Autocrash zeigt er gleich mehrmals aus verschiedenen Perspektiven, sodass der Zuschauer auch schön das Schicksal jedes einzelnen Unfallopfers vorgeführt bekommt. Klar ist diese Szene nichts für schwache Nerven, denn müsste man bei Tarantino nicht mit derlei Makaberheiten rechnen, beispielsweise das abgetrennte Bein, das eben noch locker aus dem Beifahrerfenster hing oder der Reifen, der eines der hübschen Gesichter zu Gulasch verarbeitet, so müsste man sich glatt bekotzen. Aber Tarantino spielt halt gern mit den Erwartungen seines Publikums und weis irgendwie immer zu überraschen. So auch bei den nächsten vier Ladys die Stuntman Mike ins Visier nimmt, Pech für ihn, denn die heißen Chicksen sind selbst Stuntfrauen und treten Mike gewaltig in denn Arsch. Hier beweist der Meister sein Genie, denn die Ironie, dass der Frauenverachtende Mike, der sich stets wehrlose Schönheiten als Opfer ausguckt, von selbiger Frauenpower in die Schranken gewiesen wird ist einfach genial. Aber nicht nur im Plot, auch sonst weis Tarantino sein Edeltrash-Filmchen zu etwas ganz besonderem zu machen, zum Beispiel indem er die Szenen seiner gewohnt guten Trivialdialoge mit den Macken ausgelatschter Filmkopien versieht. So gibt es plötzlich Kratzer, Hänger, Farbverluste oder abgebrochenen Sätze zu beäugen und man glaubt tatsächlich in einem Grindhouse zu sitzen. Tja Tarantino liebt eben Kino mit all seinen Eigenschaften, nur bei den gekonnt umgesetzten Stunt und Aktionszenen verzichtet er wieder auf derlei SchnickSchnack und präsentiert echte Handarbeit vom aller Feinsten, bis hin zum abruptesten und wohl besten Filmende, dass ich seit langem gesehen habe.

Fazit: Tarantinos Hommage an die TrashMovies der 70ger, ist visuelles Eyecandy ganz anderer Art und ein wahres Highlight für Nostalgiker, FilmGeeks und Kinofans.

Autor: André

WHAAAAAAAA…

Abgelegt unter: Allgemein am 27.06.2007 von Sven

ICH WILL ENDLICH GRINDHOUSE SEHEN!!!

imdb.com —> 8.5/10
moviemaze.de —> 93%
Score11.de —> 7.3/10
filmstarts.de —> 9/10
outnow.ch —> 3.7/6
rottentomatoes.com —> 81%

Autor: Sven

Armes Deutschland…

Abgelegt unter: Allgemein, Filme, Im Kino am 18.06.2007 von Sven

Heute bekamen wir frisch die neuen Poster und Reklamen zum “Grindhouse” Segment “Death Proof” von Tarantino rein und ich habe mich schon seit Wochen sehnlichst darauf gefreut mir ein oder zwei davon zu stibitzen. Und watt is? Ja Scheisse is…

Ich mein ich hab mich ja schon damit abgefunden abfinden müssen das “Death Proof” und “Planet Terror” nicht wie in Amiland und damit auch nicht so wie es ursprünglich Tarantino und Rodriquez geplant haben, als EIN Film bzw. EIN “Double Feature” unter dem Titel “Grindhouse” erscheinen sondern zerhackt und dazu noch verkehrt herum. Und abgefunden abfinden müssen habe ich mich auch damit, das ich somit dann warscheinlich auch auf die DVD warten muss um die Funky-Fake-Trailer, die, wie ursprünglich gedacht, zwischen beiden Segmenten gezeigt werden sollten, erblicken zu können aber…

Aber das hier ist ja wohl mal das letzte…

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