Fantasy Filmfest 2009 (Köln)

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 18.09.2009 von André

Nur 40 Autominuten entfernt vom „Fantasy-Filmfest 09“, da stellt man sich als Cineast doch einen nette Programmauswahl zusammen und macht sich auf den Weg nach Köln, um einige der Geheimtipps und Überraschungshits der kommenden Kinomonate schon mal vorab zu betrachten, bloß um dann festzustellen, dass „DISTRICT 9“ ausverkauft ist…

Naja, der startete ja – auf Grund seines Erfolgs in den Staaten – nur eine Woche später regulär und so begann das FFF09 dann also mit einem garantierten DVD Knüller für den Filmabend mit Freunden: „BLACK DYNAMITE“.

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THE DARK KNIGHT Easter Egg

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn..., Filme am 23.07.2009 von André

Schickes Fanfeature auf der THE DARK KNIGHT Blu-Ray und 2DVD special edition.

Dort verbirgt sich auf der jeweiligen Bonusdisk, im Menüpunkt “Trailer und TV-Spots” der “TheatricalTrailer (jokerized)“, welcher im Rahmen der großoffensiven Marketingkampagne, in ausgewählten Kinos gezeigt wurde…

Da ich es trotz Anleitung irgendwie niemals hinkriege, Easter Eggs über dämliche Zahlencodes zu aktivieren,  hier direkt nochmal der Trailer:

Autor: André

“INK” ein Film von Jamin Winans

Abgelegt unter: Allgemein am 23.07.2009 von André

ink_preWo wir grade so schön bei schrägen Märchen sind, da bin ich doch noch auf dieses – visuell stark ambitionierte – kleine Filmchen gestoßen.

INKerzählt die Geschichte eines Vaters und seiner Tochter, die in eine Schlacht zwischen den Guten und Bösen Mächten der Traumwelt geraten.

Vermutlich wird es dieser Film niemals bis in die deutschen Kinos schaffen, aber im DVD Regal kann man ja mal Ausschau halten, denn sehenswert sieht das allemal aus.

Hier zwei offizielle Trailer:


Autor: André

Raoul Duke und Dr. Gonzo D.C.

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn... am 22.06.2009 von André

bat-countryHeiliger Bimbam!!! …endlich, die finale Fassung von Terry Gilliams „FEAR AND LOATHING IN LAS VEGAS“ nach dem Roman von Kultautor Hunter S. Thompson, kommt nun als Director’s Cut auch nach Deutschland.

Bereits seit Anfang des Jahres ist die Blu-Ray hierzulande erhältlich und für alle, die sich noch keinen fancy Player angeschafft haben, gibt’s das Ganze auch für günstig Geld als ordinäre DVD ab 7. August.

Alles zum Director’s Cut gibt’s im Schnittbericht…

Autor: André

Linksammlung vom 19.04.2009

Abgelegt unter: Linksammlungen am 19.04.2009 von Sven

-Movies!————————————————————————————————-

einestages/SPoNHalbnackt im Weltall: 40 Jahre Barbarella

barbarella

Blaue Hasen, Exzess-Maschinen und ein Strip in der Schwerelosigkeit: Das Weltraumabenteuer “Barbarella” ist eines der schrillsten Dokumente der 68er-Generation – und beeinflusste die Popkultur wie kaum ein zweiter Film. Nur die Hauptdarstellerin kann mit dem sexy Space-Trip bis heute nichts anfangen.

(einestages/SPoN)

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If Charlie Parker Was a Gunslinger – The Hitchcock/Truffaut Tapes

“Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?” ist der deutsche Titel des 1966 im französischen Original veröffentlichten Buchs “Le Cinéma selon Hitchcock” (wörtlich: Das Kino nach Hitchcock) des Filmkritikers und Regisseurs François Truffaut. Es gibt ein rund 50-stündiges Interview wieder, das Truffaut mit dem Filmregisseur Alfred Hitchcock im August 1962 geführt hat. Es gilt bis heute als eines der Hauptwerke der Filmliteratur.

(Wikipedia)

From now until I run out, “If Charlie Parker Was a Gunslinger” will be bringing our visitors the interview recordings [...] (between) Hitchcock/Truffaut. The voices you will hear are those of Alfred Hitchcock, the director of “Waltzes from Vienna”, “Easy Virtue” and “Juno and the Paycock”; François Truffaut, ex-film critic, pioneering cinephile hustler and co-director of “Tire-au-flanc 62″ and “Une histoire d’eau”; and Helen Scott, interpreter and Truffaut groupie extraordinaire.

(If Charlie Parker Was a Gunslinger, There’d Be a Whole Lot of Dead Copycats)

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Cakehead Loves EvilSteve Martin’s Buisness Card

steve-martins-buisness-card

via: nerdcore

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Neue FSK Kennzeichnungen

Abgelegt unter: Allgemein am 31.01.2009 von André

Wer dieser Tage mal in der Videothek vorbeigeschaut hat oder sich eine Brandaktuelle DVD gekauft hat, dem dürften sie schon aufgefallen sein, die neuen FSK Kennzeichnungen die demnächst sämtliche DVD-Cover verschandeln werden.

Die neuen Zeichen sind auf der Frontseite der Hülle links unten auf einer Fläche von mindestens 1200 mm² (3,46 cm x 3,46 cm) und dem Bildträger auf einer Fläche von mindestens 250 mm² (1,58 cm x 1,58 cm) anzubringen (§ 12 Abs. 2 Satz 2 JuSchG).

Die Übergangsfrist für die neuen Kennzeichnungen wurde bis zum 1. April 2010 ausgesetzt, spätestens dann, müssen alle DVDs, Blu-Rays und PC-Spiele mit den neuen Logos bedruckt sein. Aufkleber sind unzulässig.

Autor: André

Verregneter Herbstabende und DVDs

Abgelegt unter: Filme am 27.10.2008 von André

Der Herbst ist da, es wird schweinekalt draußen, die Kinosaison ist eröffnet. Wer an besonders verregneten Herbstabenden aber trotzdem lieber im mukelig warmen Zuhause bleiben möchte und sich darüber ärgert, dass in der Glotze – wie immer – mal wieder nur Scheißdreck läuft, dem rate ich schnell in die „Videothek nach Wahl“ zu flitzen und sich folgende Filme, zwecks Anschauung, aus zu leihen…es kann nicht schaden:

RUNNING WITH SCISSORS

Findet ihr im DVD-Regal unter dem dümmlichen Dt.Titel „KRASS“. Der Film ist eine abgedrehte Coming-out-of-Age Komödie über die durchgeknallte Jugend des Buchautors Augusten Burroughs, der nach persönlichen Erinnerungen den gleichnamige Roman verfasste. Im Film wird dieser, nach der Trennung seiner Eltern, von seiner manisch depressiven Mutter an deren, nicht minder gestörten Psychiater abgeschoben. Die eigentümlichen Therapiemethoden des Dr. Finch, spiegeln sich auch in seinen Patienten und der eigenen Familie wieder. Bald muss Augusten feststellen das der Doc so ziemlich jeden in seinem Umfeld emotional vermurkst hat...

Ein großes Pro ist die fantastische Besetzung mit Annette Bening, Brian Cox, Joseph Fiennes, Alec Baldwin, Gwyneth Paltrow und vielen mehr. Der Film hüpft immer wieder zwischen grotesker Komik und wahrhaftiger Tragik hin und her und spiegelt so wunderbar den schmalen Grad zwischen Glück und Leid wieder, untermalt mit einem sehr hörenswerten Soundtrack…wie geschaffen für den Herbst.

THE OH IN OHIO

Eine ziemlich lockere und unbekümmerte Komödie zu Thema Sex, die sich mit der Frigidität einer verzweifelten Geschäftsfrau und der sexuellen Frustration ihres Ehemannes und Highschool Lehrers auseinander setzt, dabei aber nie über die Maße provoziert und trotzdem nahezu alle Konstellationen von Sex mit Minderjährigen über Selbstbefriedigung und Lesbensex behandelt…

In den Hauptrollen Parker Poesy, Danny DeVito und Paul Rudd. Das Ganze ist trotz provokanter Themen herrlich ungezwungen verpackt und natürlich des Öfteren auch lustig, kein Geniestreich, aber überaus unterhaltsam und wenig verkehrt…eindeutige Empfehlung zur Ansicht im Originalton, da die deutsche Synchro ziemlich vermurkst wurde.

HALF NELSON

Ein beeindruckendes kleines Drama mit einem herausragenden Ryan Gosling. Dieser spielt einen jungen Middleschool Lehrer, der, trotz großer Ambitionen und Leidenschaft für den Beruf, in ein Vakuum geraten ist und diese Leere durch Drogenmissbrauch wieder aufzufüllen versucht. Die einzige Unterstützung findet er in einer seiner Schülerinnen, der stillen Drey, die selbst an einem Wendepunkt des Lebens steht und eine Entscheidung treffen muss…

Der Film wirkt stellenweise etwas langatmig, weil er eigentlich nicht viel passieren lässt, sondern nur seine Charaktere in einer unangenehmen Phase ihres Lebens portraitiert. Die natürliche Handkamera und die persönlichen Bilder, zusammen mit der großartigen darstellerischen Leistung, sorgen aber für einen ungezwungene und besonders dichte Atmosphäre, die einen förmlich aufsaugt…ein Geheimtipp.

INTERVIEW

Der Film ist ein Remake von und mit Steve Buscemi, dieser spielt einen Politjournalisten, der gegen seinen Willen ein Interview mit einer angesagten Jungschauspielerin führen soll. Seine offenkundige Geringschätzung ihrer Person, stößt bei dieser natürlich auf Ablehnung, dennoch landen die beiden im Appartment des Starlets und es beginnt ein verbales Psychospiel voller sexueller Spannung, Lust, Abscheu, Lügen und Wahrheiten...

Das Original stammt von dem niederländischen Regisseur Theo van Gogh, der 2004 von islamischen Fundamentalisten ermordet wurde. Drei seiner Filme werden nun durch Initiative seiner Freunde in den Staaten neu verfilmt. INTERVIEW ist der erste davon. Das Ganze ist natürlich ein Kammerspiel, wie geschaffen für die Theaterbühne, dabei weniger artifiziell, anspruchsvoll und dramatisch als der vergleichbare 1 MORD FÜR 2, dabei aber nicht minder sehenswert, besonders natürlich wegen seiner Darsteller Buscemi und Sienna Miller, die dank Buscemis Zurücknahme ganz groß aufspielen kann und das verbale Duell sichtlich genießt…Ein Film der sich ganz auf die Performance der Darsteller stützt und genau deshalb so fesselt. 

 

Autor: André

Burn after Reading

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 05.10.2008 von Sven

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Burn after Reading

Inhalt: »Burn after reading! – Nach dem Lesen vernichten!« so eigentlich müsste die Anweisung für die Lektüre der Memoiren des suspendierten CIA-Agenten Ozzie Cox (John Malkovich) lauten. Doch daran denken die Fitnesstrainerin Linda Litzke (Frances McDormand) und ihr gutaussehender, aber etwas dümmlicher Kollege Chad Feldheimer (Brad Pitt) natürlich nicht im Traum, als sie zufällig eine CD mit dem offensichtlich brisanten Manuskript in der Umkleidekabine ihres Clubs finden. Die beiden wittern das ganz große Geschäft mit den geheimen Staatsaffären. Dass aber ausgerechnet die Liebesaffären des sexuell umtriebigen Regierungsbeamten Harry Pfarrer (George Clooney) die Erpressungsversuche behindern würden, konnte natürlich niemand ahnen. Schon bald ist den Amateur-Erpressern eine ganze Horde diverser Geheimdienste auf den Fersen. Und dann kommen auch noch die Russen ins Spiel… (Pressetext: Tobis)

Kritik: Hollywood auf der Suche nach seinen Ursprüngen. War 2006 eine Rückkehr zum Film-Noir deutlich spürbar, wohl auch bedingt durch die starken Misserfolge im Irakkrieg, und ist seit 2007 wieder vermehrt einer Auffrischung der klassichen Heldengeschichte gefragt, so wendet man sich jenseits des Atlantiks derzeit auch gerne wieder Geschichten mit satirischen Unterton zu. An Vorbildern wie den großen Screwball-Komödien alá Frank Capras “Mr. Deeds geht in die Stadt” (1936), “Es geschah in einer Nacht” (1934) oder aber auch Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (1941), wird sich neuerdings wieder mehr oder weniger stark orientiert. Das Verlangen nach mehr Skurilität innerhalb der Geschichten seitens Hollywood, macht derzeit sogar vor Slapstickgrößen wie Monty Phyton oder Chaplin nicht Halt und plündert fröhlich in der eigenen Filmgeschichte was das Zeug nur hält.

Eher missglückte, oder vielmehr einfach plump und lieblos umgesetzte Auswüchse dieser, momentan noch eher zurückhaltenden Bewegung, kann man z.B. bei 08/15 Comedy-Schnulzen wie “What Happens in Vegas” (2008) oder “Over Her Dead Body” (2008) begutachten, wo der, für das Genre der Screwball-Comedy, eigentlich auch so fundamentale Bestandteil des ewigen Geschlechterkampfs, vergleichsweise dann doch eher simple und nur auf die gröbsten Bestandteile reduziert, schnell und nur mit wenig Herz abgerattert wird. Filme wie “Wall-E” (2008) oder Serien wie “Sex and the City” (1998-2004) bzw. dessen gleichnamige Kinoauskoppelung aus 2008, wissen hierbei schon eher zu Punkten, da Sie bewusst versuchen altbewertes in die Neuzeit zu überführen oder gar auf einer ganz anderen und dafür moderneren Metaebene abspielen zu lassen, ohne jedoch dabei, aber den Kern der Geschichte aus den Augen zu verlieren bzw. schleifen zu lassen.

Eine ebenfalls gelungenes Beispiel der Synthese von klassichem Genre, nämlich dem der Slapstick, und modernem Storytelling, stellt aber auch z.B. Michel Gondrys “Be Kind Rewind” aus dem Jahre 2008 dar, welcher allerdings genau umgekehrt verfährt. Gondry-typisch bedient er sich nur im Detail, in einzelnen Momenten und Szenen seiner Vorbilder, aber im Kern der Geschichte versucht er etwas ganz neues zu erzählen und somit also etwas gewagtere und mutigere, damit natürlich aber auch gleichzeitig unsicherere Wege zu beschreiten, als noch oben genannte Werke.

Auch der hier zu besprechende “Burn after Reading” rutscht ganz eindeutig zweideutig in eben jenes Genre der klassischen Screwball-Komödie, stellt somit ebenfalls einen modernen Bastard dar, welcher versucht eine Chimäre ähnlich “Be Kind Rewind” zu formen, welche im Kern als äußerst Coen-typisch im Stile des Film-Noir, jedoch in den einzelnen kleinen Momenten als pure Screwball-Comedy daherzukommen vermag.

Da wären zum einen die, eigentlich für die beiden Regie-Brüder nicht verwunderlichen, äußerst unterhaltsamen und mit Wortwitz durchtränkten Dialoggefechte die sich diesmal u.a. Hollywoodgrößen wie George Clooney, Tilda Swinston, John Malkovich oder Brad Pitt, je nach Situation und Szene, gegenseitig an die Köpfe pfeffern dürfen. Doch teilweise erreichen die Dialoge bei “Burn after Reading” einen ganz und gar anderen Status als z.B. noch bei “The Big Lebowski” (1998) oder “Fargo” (1996). Denn waren Sie in den genannten vorangegegangenen Werken noch klar und unmissverständlich mit einer, stets dem Plot dienlichen und vorrantreibenden, wirklichen Aussage dahinter verbunden, so werden sie nun größtenteils um ihrer Selbstzweck, also der reinen Idee des Witzes, verwendet. Dies fördert natürlich noch umso mehr das Gefühl, man säße gerade in einer typischen Screwball-Komödie, da für dieses Genre damals eben auch oftmals so verfahren wurde, Geschwätz einzufügen um des Geschwätzes Willen, zur reinen Unterhaltung und nicht um wirklich den Plot voran zu treiben.

Keineswegs soll dies nun heißen der Film böte an Inhalt nur heiße Luft oder würde auf der Stelle treten und nicht wirklich vorwärts treiben, ganz im Gegenteil. Denn für genügend Überraschungen innerhalb der Storyline haben die Coens auch diesmal, wieder erneut gesorgt. Und auch die kleinen Seitenhiebe auf das C.I.A., den Schönheits- und Fitnesswahn in unserer Gesellschaft und die sinnetleerte und hohle Spießigkeit der Upperclass wurden verstanden, aber…

Wenn man den Film allerdings wirklich böses wollen würde, so könnte man natürlich behaupten er käme einfach nicht an die Klassiker der beiden Brüder heran, was sowohl Dialoge und Charaktere, als aber auch Plot und Story betrifft. Dies mag sogar stimmen, da eine, wie bisher eigentlich auch immer bei den Coens verwendete und bei dem Genre des Schachtelfilms auch typische, wirklich überraschende Auflösung der gesamten Geschichte am Ende ebenso fehlt, wie auch eine wirkliche Tiefe oder gar Entwicklung seitens der Charaktere, was auf den ersten Blick natürlich auf grobe Faulheit und Unlust seitens der beiden Autoren schließen lassen würde, vor allem weil man eigentlich weiß, das die beiden spätestens seit “No Country for Old Men” (2007) besseres abliefern können. Ein weiterer Beweis dafür, soll übrigens auch der Film “Barton Fink” (1991) von den beiden darstellen, wovon ich mich selbst aber bisher noch nicht überzeugen konnte, da ich ihn nocht nicht gesehen habe.

Ähm… Back to Topic: Doch das die Dialoge teilweise mehr auf Witz, als auf wirklichen Inhalt ausgelegt sind, soll, wie bereits erwähnt, vermutlich einfach noch stärker den Screwball-Charakter des Films unterstreichen, wohingegen die Charaktere bewusst relativ eindimensional gehalten wurden um sie als klare Satiren und Karikaturen zu verstehen. Dadurch das der Film realtiv flott voranschreitet und die Story trotz ihres verwirrenden Aufbaus doch recht zügig abgehandelt ist, würde der Aufbau wirkliche tiefgängiger Charaktere einfach nur unnötig Zeit schinden. Das gesamte Projekt wurde vermutlich eher weniger (von allen Beteiligten!) als nächster wirklicher Kultfilm betrachtet, sondern vielmehr als Fun-Projekt, welches lediglich kurzweilig unterhalten soll, sowohl auf Seiten der Schauspieler und Mitwirkenden, als auch beim Publikum.

Das anscheinend zumindest die Schauspieler bei diesem Projekt wirklichen Spaß hatten, lässt sich dann auch in praktisch jeder Sekunde des Films spüren. Allen voran, und nach den Trailern eigentlich wirklich überraschend, bleibt vor allem George Clooneys Interpretation des teilweise äußerst schmierigen und zum Ende hin auch arg paranoiden Ex-Secret Agent Harry, dem Zuschauer lange Zeit im Gedächtnis. An zweiter Stelle wären hierbei sowohl Tilda Swinston, als herzloses, unterkühltes Miststück, als aber auch Brad Pitt als etwas beschränkter Fitness-Spinner zu nennen. Pitt jedoch verliert sich allerdings irgendwann im eigenem Over-Acting und dem Zurückspuhlen und Wiederholen der einzelnen Ticks, Marotten und Macken der Figur, was zur Folge hat, das seine Rolle des Chad ziemlich scchnell anfängt zu nerven. Einzig Malkovich, leistet hierbei lediglich nur routinierte Arbeit, was aber auch an einer schlechten deutschen Synchro gelegen haben mag.

Nun könnte man den Film allerdings aber eben auch nicht nur als reines Fun-Projekt, sondern sogar auch als bewusstes Statement der beiden Brüder an Hollywood betrachten, die bei diesem Film auch wesentlich stärker auf das handwerkliche Können bei Regie und Dialog, als auf die Geschichte an sich gesetzt haben. Dabei trieben sie ihr Spielchen sogar schon fast soweit, das man den Film beinahe als Farce seiner selbst wahrnimmt und die zum Schluß folgende “Auflösung” nur noch als das krönende i-Tüpfelchen.

Vielleicht, aber nur vielleicht, stellt “Burn after Reading” somit auch eine kalte Abrechnung dar, ein “Fuck You” an Hollywood, welches sich Jahrelang schon dreist an solch plötzlich dagewesenen Regie-Wunderkindern wie Quentin Tarantino, Guy Ritchie, Kevin Smith oder eben auch den beiden Coen-Brüdern genüßlich labt und dabei mittlerweile sogar schon nicht mehr davor zurückschreckt, eben jene damals so neuen Ideen einfach radikal auszuschlachten, auf die simpelsten Mechanismen zu reduzieren, diese dann gewohnt routiniert zu kopieren und somit radikal an ihre reine Geldmaschinerie anzupassen.

Bewusst auf den, durch Filme wie “Pulp Fiction” (1994), “Snatch” (2000), “Memento” (2000) oder “The Big Lebowski” (1998) für Hollywood anscheinend, klar berechenbar gewordenen Faktor “Kult” reduzierte Streifen, wie “Shoot ‘Em Up” (2007), “Running Scared” (2006), “Smokin’ Aces” (2006), “Lucky Number Slevin” (2007) oder “Kiss Kiss, Bang Bang” (2005) mögen zwar allesamt vielleicht noch recht Unterhaltsam sein, sogar auch teilweise zumindest im Ansatz wirklich ernsthaft versuchen neue und eigenständige Wege zu beschreiten, jedoch fehlt ihnen ganz eindeutig oftmals einfach das Herz und die Seele die wirklich für einen Kultfilm nötig sind. Man spürt einfach ob da nun ein Drehbuchautor, ein Regisseur oder ein Kameramann mit Leib und Seele hinter einem Projekt steht, oder anstelle dessen nunmal die Konzerne und Majorstudios mit ihren klaren Kosten, Nutzen und Gewinnberechnungen.

Gerade diese Reduzierung von einstiger vollkomener Individualität und Kreativität, welche Regisseure wie die Coen-Brüder einst so auszeichnete und auch noch immer auszeichnet, auf eine simple Rechnung, dürfte auch die Coens selber, nicht gerade begeistern. Weswegen der Gedanke nahe liegt, das beide nun mit ihrem aktuellen Werk und dessen Auflösung bzw. dem geschicktem Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers, ein klares Statement gegenüber Hollywood setzen wollten.

Wenn man nämlich beachtet, was die Coens diesmal im Vergleich zu ihren früheren Werken anders gemacht haben, fallen einem nämlich zunächst einmal natürlich, oben bereits erwähnte, Punkte wie z.B. eben die Gestaltung der Dialoge oder der Charaktere auf, aber eben auch ganz besonders der, im Vergleich zu früheren Werken, extrem andersartige Aufbau der einzelnen Szenen bzw. deren Untermalung durch den Score. Hatte man bei “Fargo” oder “The Big Lebowski” noch stets klar vor Augen geführt bekommen, das alles nur ein “Spiel” ist, alles nur “Entertainment” und “Fun”, gemixt mit schrägen Dialogen und Charakteren, so läuft es trotz den konträr dazu, noch wesentlich eindimensionaleren Charakteren bei “Burn after Reading” gerade erst durch die Wahl des Scores und den Szenenaufbau, teilweise dem Zuschauer eiskalt den Rücken herunter. Streckenweise wird eine derart extreme Spannung in den einzelnen Szenen erzeugt, das man einfach denken muss es würde gleich Wer-Weiß-Was passieren. Doch der Schlag folgt zugleich, denn spätestens nach den nächsten Schnitt muss der Zuschauer festellen, das der Klimax zwar erreicht wurde, aber entweder überhaupt keine oder aber lediglich eine humoritische Auflösung folgt.

Dieses Spiel mit den Erwatungen des Zuschauers bzw. dem Bruch der typische Erzähl- und Auflösungsgform des Schachtelfilmgenres, welches Sie ja praktisch mit neu definiert haben, könnte man, wenn man eben noch weitere Punkte wie Dialog, Plot, Rolleninterpretation und Charaktere an sich, mit einbezieht, als Statement seitens der Coens verstehen, das ihrerseits der Zenit somit überschritten ist, dass das kommerzielle Hollywood Sie mal am Arsch lecken kann und das Sie die Schnauze voll haben von billiger Abkopiererei. Dies ist natürlich zunächst erstmal alles reine Interpretation meinerseits und vielleicht hat die beiden ja auch, was den Score und Aufbau der Spannung in den einzelnen Szenen von “Burn after Reading” angeht, ja doch noch ein wenig ihr “No Country for Old Men” angeheftet. Man wird erst einmal abwarten müssen ob sich diese These in naher Zukunft bewahrheitet. Aufschluss darüber können uns nur die kommenden Werke von Joel und Ethan Coen geben.

Fazit: “Burn after Reading” ist eine relativ kurzweilige, dafür aber sehr unterhaltsame und streckenweise auch wirklich neue und überraschende Krimikomödie, mit etlichen Anlenungen an das Genre der alten Screball-Comedys, was sich in flotten und knalligen Sprüchen und äußerst skurilen Charakteren bemerkbar abzeichnet. Der, von vielen vermutlich erhoffte, Superhit alá “The Big Lebwoski” ist es leider diesmal nicht geworden und der Film versteht sich wohl mehr als Fun-Projekt unter Hollywood-Kollegen. Denoch ist er sehr sehenswert und es lohnt sich definitiv, ihn auch mehrere Male zu sich zu führen, da weniger die Geschichte und die Story im Vordergrund steht, als das Spiel an sich. Wenn ihr es nicht mehr ins Kino schaffen solltet bevor der Film abläuft, ist es nicht so gravierend, denn er reicht auch allemal auf DVD zu Weihnachten.

Autor: Sven

HELL.A. Magazine Blog Nr.1:

Abgelegt unter: Allgemein am 02.10.2008 von André

“Hank hasst Euch alle.

‚N paar Dinge hab ich auf meinem Weg durch diese verrückte Nebensache namens Leben gelernt:

  1. Ein Ort voller Peinlichkeiten ist besser als eine Nacht in Einsamkeit.
  2. Ich werd wahrscheinlich nicht in die Geschichtsbücher kommen, aber garantiert in deine Schwester.
  3. Wär’s ganz schön wenn unten rum ein Hauch von Scharmhaar zu sehen wär.

Ich mein damit nicht nen riesigen 70er-Jahre Playboybusch oder so was, nur etwas das mir verrät, dass ich Oralsex bei nem Erwachsenen praktiziere.

Aber ich schätze, die allergrößte Frage ist: Warum ist die Stadt der Engel so wild darauf ihre weibliche Bevölkerung zu zerstören?“

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Batman Gotham Knight

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 22.09.2008 von André

„Fledermaus, wenn du über die Dächer fliegst, wie sieht die Welt von da oben aus?“ „Sie sieht verdreckt aus.“

 

Im Zuge der unfassbar komplexen Marketing Kampagne von THE DARK KNIGHT, setzte Warnerbros. unter anderem auf ein Projekt – welches in Verbindung mit BATMAN, so zwar noch nie da war -  aber schon mal in ähnlicher Weise – bei der MATRIX-Trilogie – funktioniert hatte. Die Rede ist von einem Animefilm, genauer einer Kollektion von animierten Kurzfilmen, die sich in Zeichenstil, Erzählweise und Handlung unterscheiden, aber alle das gleiche Thema – in diesem Falle BATMAN – behandeln.

 

So wurde BATMAN GOTHAM KNIGHT produziert, ein Mitläufer, ein Promogag, der auf dem Hype von DARK KNIGHT mit reiten sollte, wie einst die Kollektion der ANIMATRIX bei den visionären Filmen der Wachowski Brüder. Da BATMAN aber ohnehin seinen Ursprung im Comic hat und als Ur-amerikanischer Superheld, niemals Bestandteil eines Projektes der japanischen Animationskunst war, scheint die Idee, BATMAN von prominenten Animekünstlern einmal neu interpretieren zu lassen, gar nicht so bescheuert, wie man vielleicht vermuten würde.

 

In der Tat, kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. BATMAN GOTHAM KNIGHT besteht aus sechs unterschiedlichen Episoden – in der Szene -  bekannter Animekünstler (Yasuhiro Aoki, Futoshi Higashide, Toshiyuki Kubooka, Hiroshi Morioka, Jong-Sik Nam, Shoujirou Nishimi) und besticht vor allem durch seine imposant, inszenierte Optik und die unterschiedlichen Animationsstile, welche im direkten Vergleich besonders gut zur Geltung kommen – wirken Animefilme doch sonst alle mehr oder weniger gleich. Dabei speisen sich die aufwändig illustrierten Episoden durch viele Actionhighlights  und die markanten Anime Attribute wie: aggressive Blickwinkel, harte Kantenzeichnung, schnelle Schnitte, viel Licht und Schatteneffekte. Der neue Blickpunkt auf den dunklen Ritter ist so – zumindest visuell – eine kleine Bereicherung für Freunde von Action- und Animationsfilmen.

 

Anders sieht es da beim Inhalt aus, der hat nämlich nicht das Geringste mit den aktuellen Filmen zu tun und setzt sich mehr oder weniger aus banalen Handlungsfragmenten zusammen, die man auch unerzählt hätte lassen können, liefern sie doch keine neuen Erkenntnisse über den Mann im Fledermausanzug. Angesichts der knapp bemessenen Zeit jeder Episode, ist ein Mangel an Tiefgründigkeit und Charakterentwicklung aber durchaus zu verschmerzen, denn immerhin wird das erzählte auf eindrucksvolle Weise in Szene gesetzt und die unterschiedlichen Interpretationen, lassen auch wieder mehr Spielraum für den Mythos BATMAN.

 

So wird der Held, in der Episode „Have I got a story for you.” von Kids, einmal als Geist, Fledermaus-Monster und als Roboter, beschrieben bevor er dann in seiner finalen Gestalt leibhaftig vor ihnen steht. Auch die Episode „Crossfire“ lässt BATMAN aus der Sicht zweier Cops, als phantomhaften Übermenschen erscheinen wohingegen ihn andere Episoden wieder verletzlich – sowohl körperlich als auch geistig – darstellen.

 

Wo die Story schwächelt, macht’s die Optik wieder wett. BATMAN GOTHAM KNIGHT ist mit Sicherheit kein genialer Wurf, aber ein liebevoll animiertes Actionflick für Fans von Anime und/oder BATMAN, das sich nicht durch einen Promogag entschuldigen muss, sondern als – mal anderes – DVD Highlight durchaus für sich funktionieren kann und kurzweilige Unterhaltung auf höchstem Animationslevel bietet.

 

Kleiner Insider: Im Original wird BATMAN von Kevin Conroy gesprochen, der dem dunklen Ritter schon für die viel gepriesene BATMAN THE ANIMATED SERIES seine Stimme lieh. 

 

Autor: André

Mords Spaß mit DEXTER

Abgelegt unter: Allgemein am 14.09.2008 von André

ACHTUNG: Hier kommt eine Crime-Serie der besonderen Art. Mit zwei Jahren Verspätung – weil in den USA schon 2006 angelaufen – kommt, die viel gelobte Serie, mit der etwas anderen Hauptfigur, nun endlich auch hierzulande ins FreeTV. Bühne frei für DEXTER:

Dexter Morgan arbeitet als Forensiker bei der Spurensicherung von Miami, Spezialgebiet: Blut. Genauer, die Untersuchung und Analyse von Blutspritzern am Tatort, was er meisterhaft beherrscht. Außerdem unterstützt Dexter seine Schwester Deborah – die ebenfalls bei der Polizei arbeitet – dabei die Karriereleiter zur Mordkommission empor zu steigen und er umsorgt, liebevoll und geduldig, seine sozial gehemmte Freundin und deren zwei Kinder. Dexter lebt ein perfektes, markelloses und unauffälliges Leben, doch all dies ist nur Fassade, um seine wahre Natur zu verbergen, denn tatsächlich ist Dexter ein Psychopath, ein Serienkiller, mit dem unheilbaren Drang zu töten…

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Babylon A.D.

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 12.09.2008 von André

„Das Leben ist hart und dann krepierst du. Autoaufkleber Philosophie.“

Drei Jahre Entstehungsprozess, diverse Drehbuch und Handlungsänderungen und ein Streit zwischen Regisseur Mathieu Kassovitz und Produktionsstudio 20th Century Fox über das Endergebnis von BABYLON A.D. – einer Adaption des Sci-Fi Romans von Maurice G. Dantec – haben ihre Spuren an dem Film hinterlassen und so wundert es wahrscheinlich niemanden, dass BABYLON A.D. bei weitem nicht das geworden ist, was er hätte sein können.

Die Handlung  von BABYLON A.D. spielt in naher Zukunft und in einer Welt am Abgrund. Der amerikanische Söldner Toorop (Vin Diesel) wird vom Boss der russischen Mafia; Gorsky (Gérard Depardieu), damit beauftragt, eine junge Frau mit Namen Aurora (Mélanie Thierry) von der Mongolei nach Amerika zu schleusen. Gemeinsam mit Schwester Rebeka (Michelle Yeoh), der Erzieherin von Aurora, machen sich die drei auf die beschwerliche Reise. Bald schon muss Toorop feststellen, dass Aurora besondere Fähigkeiten besitzt, tatsächlich haben mehrere Organisationen ein großes Interesse an ihr, denn Aurora ist der Schlüssel zur absoluten Macht über die Menschheit, in ihr verbirgt sich das Geheimnis zur Schöpfung des nächsten Messias…

Eigentlich mache ich gerne einen riesigen Bogen um alle Filme auf denen Vin Diesel drauf steht. Ich finde den Typen weder cool, noch sympathisch und schauspielern kann er auch nicht. Seine Filme appellieren an die niedersten Instinkte des Mannes und sein Charakter steht grundsätzlich für alle negativen Eigenschaften des – wie es im Volksmund heißt – „starken Geschlechts“ oder anders ausgedrückt: Typen wie Vin Diesel tragen dazu bei, dass da draußen immer noch jede Menge ungebildete, gewaltbereite und rücksichtslose Arschlöcher rum laufen…soviel dazu.

Um BABYLON A.D. kam ich auf Grund der Story nicht herum; nahe Zukunft, post-apokalyptische Zustände, religiöse Mythologie – wer sich spätestens jetzt an CHILDREN OF MEN erinnert fühlt, der irrt nicht – und tatsächlich wirkt der fertige Film nicht nur visuell, sondern auch inhaltlich wie eine Kreuzung zwischen CHILDREN OF MEN und DAS FÜNFTE ELEMENT, dabei erreicht er allerdings zu keiner Zeit die Klasse eines dieser Filme, noch irgendeines anderen Sci-Fi-Streifens, den er sich – zumindest inszenatorisch – zum Vorbild nimmt und munter kopiert zitiert.

Die Tatsache, dass Vin Diesel die Hauptrolle spielt, dürfte eigentlich Anlass genug geben, seine Erwartungen schön niedrig zu halten und so wird man auch – zumindest von Diesels – darstellerischer Leistung nicht enttäuscht. Die Rolle des Söldners Toorop passt perfekt zu ihm: eindimensional, wortkarg, dem Söldnerkodex „Nur die Harten, komm in Garten.“ verpflichtet, liefert Diesel eine annehmbare Leistung ab, die sein Image bestätigt und ihn weder besser noch schlechter als zuvor dastehen lässt. Michelle Yeoh – Chinas Martial-Arts Export – muss sich nach Drehbuch auf die Rolle der fürsorglichen Mutter mit Kung-Fu Skills reduzieren lassen, füllt diese aber gut aus. Gérard Depardieus Auftritt ist nicht mehr als ein Cameo und dauert maximal drei Minuten, zudem ist er unter einer unschönen Schicht alters-Make-Up verborgen, sodass er kaum zu erkennen ist – wäre da nicht die verräterische Knollnase. Erfrischend ist jedoch das unverbrauchte Gesicht von Mélanie Thierry, die in BABYLON A.D. ihre erste tragende Rolle verkörpert , leider gibt auch ihr das Drehbuch keine Möglichkeit markante Akzente zu setzen und so bleibt nur der Eindruck von Unschuld und Schönheit im Gedächtnis haften und es bleibt zu hoffen, dass sie noch ein andermal die Möglichkeit einer solchen Rolle bekommt, zumal diese zum Ende des Films völlig entmystifiziert und verspielt wird.

Letztendlich aber, steht und fällt alles mit dem Regisseur und der hat sich bereits von der Kinoversion seines Films distanziert. Um ein endgültiges Urteil über die Leistung von Mathieu Kassovitz zu fällen, müsste man sicherlich eine Directors Cut auf DVD abwarten, tendenziell lässt sich aber sagen, dass Kassovitz die visionäre Vorstellungskraft eines – beispielsweise – Luc Besson fehlt und er mit diesem Projekt wohl etwas überfordert war. Zu wenig scheint er einen eigenen Stil zu verfolgen, zu häufig bedient er sich bei den großen Vorbildern: CHILDREN OF MEN, DAS FÜNFTE ELEMENT, MINORITY REPORT und BLADE RUNNER. Seine zahlreichen Zitate wirken aber nicht wie eine visuelle Hommage aus Verehrung, sondern vielmehr wie ein Mittel gegen die inszenatorische Hilflosigkeit, dies überträgt sich auch auf die krude Aktion, deren Inszenierung aus harten, schnellen Schnitten und Wackelkamera besteht und sich somit stark an der BOURNE-Trilogie orientiert – anders als dort – aber nur zur Hektik und Verwirrung führt und jeglicher Bezug zur Räumlichkeit verloren geht. Ohnehin besitzt der Film nur eher wenige Aktionhighlights die allesamt nicht ausreichen um einen puren Aktioner zu speisen, geschweige den die Diesel-Fans zu befriedigen und dann ist da noch dieses seltsam konstruierte Ende, welches wie ein verfrühter Abbruch der Erzählung oder vielmehr wie eine Flucht aus der komplexer werdenden Handlung, anmutet.

Viele Mängel, die eine gute Vorlage mit großem Potential und hohem Anspruch, zu einem – grade mal so – durchschnittlichen Sci-Fi-Film werden lassen, der – kurz mitgenommen – nicht übel wirkt, bei genauer Betrachtung aber nahezu sämtliche Möglichkeiten verspielt und seine gesamte Energie aus besseren Vorbildern speist, deren Qualität auch ein Directors Cut niemals erreichen wird, trotzdem empfehle ich diesem eine Chance zu geben, denn trotz allem, hat BABYLON A.D. einen gewissen Schauwert…für einen Vin Diesel Film.

Autor: André

Wanted

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 12.09.2008 von André

„Hast du Erfahrung mit Messern?“

„Bei Frühstück, Mittag- und Abendessen.“

 

Der russisch-kasachische Regisseur Timur Bekmambetov – welcher sich international mit seinem WÄCHTER-Filmen einen Namen machte – ist in Hollywood angekommen und bringt nicht etwa – wie man vermutet hätte – den dritten, noch ausstehenden Teil seiner WÄCHTER-Trilogie (WÄCHTER DER NACHT, WÄCHTER DES TAGES und WÄCHTER DES ZWIELICHTS) heraus, sondern eine – visuell – völlig überdrehte Comicadaption eines Indy-Labels, mit dem knappen und knackigen Titel: WANTED.

 

In WANTED dreht sich alles um die personifizierte Definition des Wortes „Loser“ hier mit Namen Wesley Gibson (James McAvoy). Gefangen in einer Endlosschleife aus Langeweile, Frust und Selbstmitleid, fristet Wesley sein jämmerliches Leben, von dem man ihm nur wünschen kann, dass es schnell vorbei geht. Wunsch erfüllt, schon tritt der berühmt, berüchtigte Profikiller Cross (Thomas Kretschmann) auf den Plan, um Wesley zu erlösen. In letzter Sekunde rettet jedoch Fox (Angelina Jolie) sein Leben  und offenbart Wesley, dass sein Vater – von dem er glaubte, er hätte ihn auf ewig verlassen – ein Profikiller mit besonderen Fähigkeiten war und ein Mitglied eines geheimen Killerkults, der sich nur „Die Bruderschaft“ nennt. Etwas irritiert von den plötzlichen Ereignissen erfährt Wesley außerdem, dass sein Vater kürzlich von Cross ermordet wurde und dieser nun auch Wesley aus dem Weg räumen möchte, da in ihm dieselben, ungeahnten Fähigkeiten eines Killers der Bruderschaft schlummern. Von Sloan (Morgan Freeman), dem Anführer der Bruderschaft, instruiert, soll Wesley zum Profikiller ausgebildet werden, um Cross zu beseitigen und seinen Vater zu rächen…

 

Die Story ist – um es gelinde auszudrücken – beknackt und des Öfteren so dämlich, das man sich nur ungläubig die Hand an die Stirn klatschen kann. Beispielsweise erhält „Die Bruderschaft“ ihre Aufträge von einem mysteriösen Webstuhl – ja richtig „Webstuhl“ – der von Geisterhand gesteuert, Textilien so flechtet, dass man aus ihnen einen Binärcode erlesen kann, aus dem man wiederrum einen Namen – den des Auftrags – entschlüsselt…nur eines von vielen bescheuerten Beispielen die der Film offenbart.

 

Auf die unpräzise und sehr abgehackte Erzählstruktur seines Films, scheint Bekmambetov ohnehin nicht sonderlich viel Wert zu legen. Vielmehr geht es ihm um visuelle Spinnereien: um Distanzschüsse aus mehreren Kilometern und unmöglichen Winkeln, Kugeln die um die Kurve fliegen, Autos die sich im perfekten Winkel und gewollt überschlagen… WANTED ist randvoll von solch übertriebenen Sperenzien und schnell fühlt man sich an die Wachowskis und ihre MATRIX erinnert,  jedoch wahren deren Inszenierungen meisterhafte Beispiele für visuelle Ästhetik und bahnbrechende Effekte. In WANTED geht die Magie dieser Effekte – auf Grund ihrer unzweckmäßigen Häufigkeit – allerdings völlig flöten und die optischen Highlights verpuffen zur nervigen Effekthascherei.

 

Immerhin muss man Bekmambetov zu Gute halten, dass er seinem Stil der WÄCHTER-Filme – ob der nun gefällt oder nicht – treu bleibt und sich in seinen Actionszenen frei von jeder Konvention bewegt. Außerdem schafft es WANTED spielend, neben dem Prädikat „visuell furios“ auch noch die Stempel „außergewöhnlich brutal“ und „besonders a-moralisch“ aufzudrücken – schließlich dreht sich die Handlung ja auch um Profikiller und diverse Hollywood-Weichspülgänge sind da ohnehin völlig unangebracht. Darüber hinaus frönt der Film auch der Gewalt und A-Moral wie z.B. genreverwandte Filme alla SHOOT‘EM UP oder CRANK, schafft es dabei aber wesentlich weniger Klischees zu bedienen und versucht zumindest nicht ausschließlich über „Provokation“ zu funktionieren.

 

Das merkt man schon an der Besetzung der Hauptrolle mit James McAvoy – der sich hier auf Neuland begibt, viel er doch vor allem positiv in Filmen wie DER LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND und ABBITTE auf. In der Rolle des „Losers“ liefert er jedoch eine eher peinlich bis lächerliche Vorstellung ab – Vergleiche mit Edward Nortons Rolle in FIGHT CLUB drängen sich grade zu auf und McAvoy kommt, sicher auch auf Grund von Drehbuchmängeln, nicht mal ansatzweise an das perfekt-subtile Spiel von Norton heran – deutlich besser gefällt er in der Rolle des entschlossenen Anti-Helden zu dem er sich – ab ca. 1/3 des Films – wandelt, auch wenn man sich das Schmunzeln nicht verkneifen kann, wenn McAvoy gegen Ende des Films, wie Bruce Willis zu seinen besten Zeiten – schießwütig durch eine Fabrikhalle tobt und alles umnietet was ihm in den Weg kommt.

 

Morgan Freeman – reichlich unterfordert – gibt sich gewohnt ruhig und routiniert, liefert eine passable Leistung ohne Mühe ab und überlässt die Show lieber dem jungen McAvoy. Schade ist, dass Thomas Kretschmann wieder nur – wie zuletzt in NEXT – böse gucken darf und man ihm nicht mehr zutraut, als Til Schweiger in TOMB RAIDER 2 oder KING ATHUR, obwohl Kretschmann eigentlich in KING KONG gezeigt hat, dass er zu mehr im Stande ist. Als echte Enttäuschung entpuppt sich allerdings Angelina Jolie, die nach einem fabelhaften Auftakt zur Statistenrolle mit einem einzigen Gesichtsausdruck verkommt, außerdem hat sie durch den Verlust einiger Kilos mächtig an Sexappeal eingebüßt und wirkt mit neuer TopModel-Figur deutlich weniger attraktiv, als in der vergleichbaren Rolle der MRS. SMITH.

 

Man kann es drehen und wenden wie man will, WANTED ist sicher ein außergewöhnlicher, aber leider kein guter Film: Drehbuchlöcher so groß wie das Ozon, total beknackte Handlung, Effekte-Overkill, visueller Wahnwitz, unfähig das Potential seiner Darsteller zu nutzen und zudem auch noch in seiner Gewalt- und Moraldarstellung wenig allgemeintauglich. Wer sich dennoch unschlüssig über einen Kinobesuch ist, sollte sich den R-Rated Trailer anschauen und auf Kompatibilität testen, tendenziell sollte jedoch eine DVD-Sichtung genügen.

 

Autor: André

HD-TV ab 2010

Abgelegt unter: Allgemein am 05.09.2008 von André

Auf der aktuellen „IFA“ ist HD wieder in aller Munde. Neue TV-Geräte, so groß wie Badewannen und so flach wie ein Butterkeks begeistern die Besucher – der Clou, die Dinger bieten nicht nur fantastische Bildauflösungen in brillanten Farben, sondern sind auch noch Energiesparend…Klasse.

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Lieber George Lucas,

Abgelegt unter: Allgemein am 31.08.2008 von André

In der Septemberausgabe der „epdFilm“ bin ich über ein Glosse gestolpert, welches an George Lucas adressiert ist und  - vermutlich nicht nur mir – sondern allen Fans der Sternenkriege aus der Seele spricht…enjoy. 

Lieber George Lucas,

in unserer Wohnung finden sich derzeit: zwei ausfahrbare Plastiklaserschwerter (rot und grün), drei STAR WARS-Videokassetten, sechs DVDs, 23 STAR WARS-Comics, vier Jedi-Jugendromane, ein Schachspiel mit Darth Vader als Dame, ein aufblasbarer Darth-Maul-Sessel, drei Yoda-Kaffeebecher, ein Raumschiffe-Quartett, zwei STAR WARS-PC-Spiele und drei Umzugskisten mit Fanliteratur. Wir haben alle Filme in allen Versionen mehrfach gesehen, Themenpartys veranstaltet und Wochenenden damit verbracht, den Lego-Sternenzerstörer zusammenzubauen. Außer dem Kauf des roten Laserschwerts, das schneller zerbröselt ist als Prinzessin Leias Heimatplanet, bereuen wir nichts. Niemand hat uns gezwungen, Geld und Zeit an Ihre Kinofantasien zu verschwenden. Was wir getan haben, haben wir aus Liebe getan.

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