The Crazy Never Die

Abgelegt unter: Allgemein, Kinostarts am 18.11.2009 von Sven

Zur Einstimmung auf die noch bevorstehenden Ereignisse, über welche uns mein Co-Autor erst vor wenigen Tagen noch kürzlich erneut informierte, habe ich diese Doku der Mitchell Brüder über Hunter S. mu2legendzen Thompson’s gleichnamige Campus-Tour von 1988 und diesen Link with a few “Thompson Motivational Posters” aus dem Internet ausgegraben. cheap mu Legend zen Part II und III gibt es nach dem Klick! Die Dokumentation ist auch, mit allerdings etwas schlechterer Qualität, über Google.Video einsehbar.

Hollywood Science

Abgelegt unter: Allgemein, Filme am 27.10.2009 von Sven

transformer-ii-explosion

Hollywood Science” ist eine vierteilige Dokumentation von Steven Smith aus dem Jahre 2006, die ihren Fokus auf die Special FX Industrie hinter Hollywood richtet und dabei den schmalen Grad zwischen Fiktion und Realität innerhalb des narrativen Actionkinos vergangener Jahrzehnte genauer beleuchtet. So müssen “Regisseure wie Jan de Bont, Doug Liman, William Friedkin und Rob Cohen [...] sich bei ihren Filmen ganz genau [überlegen], ob und wann sie die Gesetzte der Physik überschreiten, Nike Roshe Run Femme Porté damit beim Publikum der zusätzliche Schub Adrenalin frei gesetzt wird.” (Phoenix)

U.a. Nike Roshe Run Homme werden dazu auch z.B. Größen wie James Cameron oder Wolfgang Petersen befragt, nike air zoom pegasus 83 uomo wie Sie die aufwendigen Überflutungs- oder Unterwasserszenen in “Titanic” oder “Das Boot” überhaupt realisieren konnten. nike air jordan 1 uomo Natur-, Physik- und Ingeniuerswissenschaftler analysieren die Sequenzen zwischendurch und versuchen das Geschehen auf der Leinwand dann der Frage zu unterziehen, ob sowas überhaut in der Realität vorstellbar wäre und wo genau Hollywood ein wenig, der Spannung halber nachgeholfen hat.

So wird auch der technische und medizinische Fortschritt der vergangenen Jahre, mit z.B. noch damals utopisch klingenden Gadgets der “James Bond 007″-Filmreihe oder den biometrischen Datenerfassungsgeräten aus “True Lies” verglichen, und nachgeschaut in wie weit Hollywood, Nike Air Max 2016 Homme die “Traumfabrik”, Nike Air Max 1 Homme mittlerweile schon für uns evtl. zum Alltag geworden ist.

Insgesamt mag das vielleicht alles noch nach einer etwas besser produzierten, Nike Roshe Run Femme nicht ganz so albernen und auch faktisch dichter untermauerten Folge der “Mythbusters” klingen, aber trotzdem wirkt es stellenweise doch auch äußerst interesant und zumindest sehenswert, insbesondere für Leute die gerne auch mal einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Die vier Teile werden, mit den heutigen Montag, den 27.04.2009 beginnend, über die ganze Woche verteilt (28ter, 29ter und 30ter April 2009) jeweils um 20.15h auf Phoenix ausgestrahlt. asics kayano 21 homme Die einzelnen Parts der dokumentarischen Serie beleuchten dabei jeweils nochmal sehr speziell, Adidas Zx 500 Femme Rose den technischen Fortschritt der vergangenen Jahre unter Berücksichtigung des Einflusses seitens Hollywood (Teil I), Adidas Zx Flux Femme Blanche das narrative Element des Actionkinos und die Auswirkungen dessen auf den Zuschauer (Teil II), den Katastrophenfilm als entkoppeltes Element unter Berücksichtung naturwissenschaftlicher Gesetzmäßigkeiten (Teil III) und schließlich die massiv vorangeschrittene Entwicklung von biometrischen,

Waltz with Bashir

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 16.11.2008 von André

„Wir könnten doch beten statt zu schießen.“

„Dann bete beim schießen.“

 

Die Welt empfängt seit einigen Monaten einen neuen Vibe aus Jerusalem. Besonders die israelische Filmszene gibt sich neuerdings der aktuellen politischen Lage und der eigenen Historie gegenüber, enorm selbstkritisch und ruft zur Versöhnung mit verfeindeten Völkern und zur Reflektion der eigenen Verbrechen auf. Die Beispiele dafür, sei es nun die kritische Dramödie LEMON TREE oder der hier zu besprechende WALTZ WITH BASHIR, werden mit viel Anerkennung auf den Filmfestivals gefeiert und mit Preisen überhäuft…aus politischer Sicht sicherlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin ein Mittel der Aufklärung auf das die Welt positiv reagiert und bereit ist hinzusehen.

 

Erst recht, wenn die persönlichen Schilderungen eines Kriegsverbrechens auf der Art „visuelles Spektakel“ inszeniert werden, wie bei WALTZ WITH BASHIR.  Regisseur Ari Folman schildert in seinem Film das persönlich erlebte und recherchierte Geschehen des ersten Libanonkrieges 1982 sowie die Ereignisse um das Massaker der palästinensischen Flüchtlingslager Sabra und Schatila, bei denen, innerhalb einer einzigen Nacht, bis zu 3ooo zivile Opfer ermordet wurden. Selbstkritisch wird dabei besonders die Beteiligung der israelischen Armee betrachtet, die dem Völkermord beiwohnte, aber nicht ins Geschehen eingriff.

 

In einer Zeit, in der die Welt mit Dokumentationen und Berichterstattungen der, vergangenen und noch andauernden, Nahostkonflikte überhäuft wird, hat Ari Folman den Schüssel zur Auffälligkeit gefunden und seine autobiographische Dokumentation in einen popkulturellen Kontext gehüllt. Einen cool gestalteten Comicstil, der durch seine surreale Aufmachung und harte Kantenzeichnnung, wie geschaffen scheint, um die schwammigen Erinnerungen und alptraumhaften Kriegsereignisse, einer Gruppe junger israelischer Soldaten zu schildern, zu denen auch Folman gehörte. Über viele Jahre hatte der israelische Filmemacher die persönlichen Erlebnisse aus seiner Zeit beim Militär verdrängt, ebenso wie viele seiner damaligen Kollegen. Erst der Alptraum eines alten Freundes, weckte in ihm die Neugier auf das damals Erlebte wieder und so besuchte er Zeitzeugen und recherchierte über viele Jahre, auch in seiner eigenen Historie, um diesen sehr persönlichen und selbstkritischen Blick auf den Krieg zu erzählen.

 

Das Interessante dabei ist, das Folman sich selbst nicht von der Schuld befreit, dem Massaker untätig beigewohnt zu haben und wie seine Freunde und Kollegen nach Ausflüchten und Entschuldigungen für die Ereignisse sucht. Vielmehr sorgt er durch die Erzählungen seiner Freunde und die subjektive Schilderung der eigenen Kriegserlebnisse, für einer Art Verständnis beim Zuschauer, was nicht bedeutet, dass man billigt was Geschehen ist, nur, dass man versteht, wie sich der nicht mal zwanzig Jahre alte Soldat in dieser Situation gefühlt haben muss. Nämlich genau so, wie Folman uns seine Sicht der Dinge präsentiert, wie in einem surrealen Alptraum, einer Comicwelt, die das Geschehen kaschiert und erträglich macht, nicht nur für Ihn sondern auch für den Zuschauer, der sich an den wunderbar gestalteten Comictableaus erfreuen kann und gleichzeitig durch den starken Kontrast dieser unwirklichen Visualisierung, der wirklichen Ereignisse, zum nachdenken angeregt wird.

 

So hat man eine Dokumentation noch nie gesehen. WALTZ WITH BASHIR zeigt Bilder, die sich ins Gedächtnis einbrennen, eine wahre Innovation in Sachen Filmaufbereitung, wenn auch sicher Inspiriert von, und dabei etwas weniger emotional, als der vergleichbare PERSEPOLIS, der aber wiederum durch seine kindlich-naiven Perspektiven und  Animationen, noch ferner dem tatsächlichen Geschehen agiert, als WALTZ WITH BASHIR. Ein Film der allein auf Grund seiner Gestaltung den Eintrittspreis rechtfertigt, die ehrlichen Meinungen und unverfälschten Schilderungen sowie der politisch brisante Kontext, sorgen für das Übrige…ein wichtiger Film, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

Autor: André

Dokus über die USA, Geld und Vietnam

Abgelegt unter: Allgemein, Filme, Strandgut am 07.11.2008 von Sven

Unter dem Oberbegriff “USA 2008″ startet der deutsch-französische Kultursender arte, ab kommenden Sonntag den 12. Oktober um 20.45h zunächst mit Alan J. Pakulas “Die Unbestechlichen” (Nicht Brian De Palma!) über Nixon und die Watergate-Affäre, im Anschluss mit dem Dokumentarfilm “Mister President”, eine mehrteilige Themenreihe über die USA, ihre Präsidenten, ihre Kultur und ihre Menschen, welche schlußendlich dann am 05. November in einer Live-Sondersendung aus Washington D.C. nach der Wahl des neuen Präsidenten ihr Ende finden wird. Das hierbei von arte wie gewohnt mal wieder extrem auch auf die Qualität gesetzt wurde, zeigt sich auch an dem breit gefächerten Themenkomplex der oben genannten Reihe. So werden unter anderem auch Leckerbissen wie die 90 Minütige Mockumentary “Tod eines Präsidenten” von Gabriel Range, welche eine fiktive Ermordung von George W. Bush am 19. Oktober 2007 behandelt, “Being W” vom französische Starkomiker Karl Zéro und dem Regisseur Michel Royer, die Dokumentation “Oliver Stone – Hollywoods Lieblingsrebell” oder auch Werke wie die 5 Teilige Doku-Reihe “Unterwegs in Amerika” von Petra Haffter gezeigt. mu2legendzen Nähere Informationen zu den jeweiligen Sendeterminen und den weiteren Filmen, Dokumentationen und Live-Berichterstattungen der erwähnten Reihe, findet ihr hier. “Der Geist des Geldes” ist eine knapp 90 Minütige Video- Dokumentation aus dem Jahre 2007, in der sich Regisseur Yorick Niess auf die Suche nach der Bedeutung des Geldes für uns, und auch dessen Status in unserer Gesellschaft begiebt. Dabei beleuchtet er äußerst geschickt die unterschiedlichsten Aspekte dieser “Erfindung”, wirft einige äußerst interessante Fragen, Fakten und Thesen in den Raum, lässt diese dann von Wirtschafts- und Politikexperten diskutieren und beantworten und schärft somit den Blick des Zuschauers auf unser Zahlungsmittel. Niess zeigt dabei die Verknüpfung des Geldsystems mit den Faktoren des sozialen Lebens, der Politik und Interessensgruppen wie z.B. mu legend zen Unternehmen und Banken auf, erläutert geschickt die Hintergründe und deutet mögliche Konsequenzen auf, wobei er allerdings immer leicht verständlich den Zuschauer an die Themen heranführt und sich nicht in bloßen Zahlen und Daten verliert. Kurzum: “Der Geist des Geldes” ist eine wirklich gelungene und wegen ihres Themas bzw. ihrer Herangehensweise auch ziemlich neuartige Dokumentation über den Status des Geldes in unserer Gesellschaft, welche handwerklich, also auf Seiten der Regie und beim Schnitt, etwas runder und flüssiger hätte umgesetzt werden können, aber trotzdem noch äußerst unterhaltsam daherkommt. Ich persönlich empfand Sie als äußerst informativ und lehrreich da Sie wirklich neue Perspektiven aufzeigt, die vielen von uns vermutlich garnicht mal in den Sinn kämen. Die Doku ist Online einsehbar wenn ihr auf Google sucht, oder einfach hier mal draufklickt. Keine Angst, ist alles legal! “Viêt-nam, la trahison des médias” ist eine 90 Minütige Dokumentation über den Vietnamkrieg, welche allerdings, und das ist das besondere, ihren Fokus insbesondere auf die Medienwelt und Presse bzw. die Berichterstattungen der damaligen Zeit gelegt hat. Dabei beleuchtet der Film von Patrick Barberis auch, wie das damalige Verhältnis des Militärs zu den Medien war, was sich seitdem daran geändert hat und insbesondere auch wie die damaligen Berichte auf das Volk in der Heimat gewirkt und auch was Sie dann beim Volk, ob bewusst oder unbewusst, bewirkt haben. Auch diese Dokumentation ist ebenfalls Online einsehbar und ziemlich unterhaltsam, wobei Sie allerdings im Vergleich zu “Der Geist des Geldes” wahrscheinlich eher weniger wirklich neue Informationen für den Zuschauer bereithält. Sie stellt eher nochmal zusammenfassend die damaligen Ereignisse dar und beleuchtet jene dann nochmal explizit und unter ganz besonderer Berücksichtigung der damals vorherschenden Presse- und Medienwelt. Der Film setzt kurz vor der TET-Offensive im Jahre 1968 mit der Einkesselung amerikanischer Soldaten in Khe Sanh durch die Nordvietnamesische Volksarmee an, und wer sich ein wenig mit der Geschichte des Vietnamkrieges auskennt, wird ja sowieso mehr oder weniger auch schon darüber Bescheid wissen, das ab diesen Zeitpunkt die Medien eine ziemlich wichtige Rolle im Geschehen übernahmen. Die Doku wurde von arte-France in Auftrag gegeben und produziert und ist somit, nach ihrer Austrahlung vom 01. Oktober 2008 auf arte, derzeit auf “arte+7” kostenfrei, in deutscher Fassung und guter Qualität für noch genau 40 Stunden und 50 Minuten nach Veröffentlichung dieses Artikels, Hier einsehbar.

Jesus Camp

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn... am 05.11.2007 von Sven

Ich weiß ja auch nicht warum mir ausgerechnet heute diese Reportage wieder eingefallen ist, aber irgendwie habe ich einfach das dringende Bedürfniss verspürt hier mal den Trailer dazu zu posten!

Autor: Sven

Vor langer, laaaanger Zeit einmal…

Abgelegt unter: Allgemein, Der tägliche Wahnsinn..., Filme, Im Kino am 23.08.2007 von Sven

Vor mir liegt gerade ein Formular welches mir gestern Abend per E-Mail zugesandt wurde. “Ankauf von Ansprüchen auf Arbeitsentgelt” steht dort ganz oben drauf, direkt darunter ein Feld für meinen Namen und eine weitere Zeile drunter steht die Anschrift meines Arbeitgebers, der “Atoll Film Kinobetriebe GmbH”. Was hat das zu bedeuten werdet ihr euch jetzt fragen. Die Antwort darauf lautet: Das “Cinema” in dem ich arbeite hat vor knapp einer Woche Insolvenz anmelden müssen. Warum das so ist? Nunja in diesem speziellen Fall gibt es dafür gleich mehrere Gründe. Ich könnte jetzt von zu hohen Verleihpreisen, schlechten Besucherzahlen, dem allgemeinen Kinosterben oder der heutigen “You-Tube”-Generation anfangen zu erzählen, doch gehen wir Schritt für Schritt. Und ich warne euch vor: Das wird ein langer Weg…

Ich fange glaube ich am besten ersteinmal damit an was mich persönlich mit dem Medium Film verbindet bzw. dem Kino im speziellen. Seitdem ich als kleiner Bub das erste Mal einen Film, es war “Schneewittchen und die 7 Zwerge” und zwar das Original von 1937, von Walt Disney als Wiederaufführung, zusammen mit meiner Mutter am Anfang der 90er, in einem kleinen Dorfkino auf großer Leinwand erblicken durfte, hat mich die Welt des Filmes fasziniert. Dieses Erlebniss war einfach so “Groß”, so überwältigend für mich als Kind, das ich bis heute noch Bilder von diesem Abend im Kopf habe. Ich kann mich noch an den abgedunkelten Saal erinnern, daran wie meine Mutter neben mir saß und wir uns beide eine Juniortüte Popcorn teilten… Mein erstes Popcorn in meinem ganzen Leben! Und das bunte, flackernde Licht von der Leinwand. Die per Hand colorierten Zwerge, wie Sie in einer Reihe hüpfend und singend zu ihrer Hütte marschieren. Den vergifteten Apfel, die böse Stiefmutter und natürlich den gläsernden Sarg in dem Schneewittchen zum Schluß letztendlich liegt und darauf wartet vom Prinzen wachgeküsst zu werden. Natürlich wusste ich mit 6, knapp 7 Jahren noch nicht “Warum” mich etwas SO faszinierte oder WAS dort überhaupt mit mir an jenem Abend geschah, aber seitdem stieg mein Interesse stetig und hört bis heute damit auch nicht auf.

Ich denke ich habe Filme schon immer anders gesehen als es meine Eltern, meine Freunde oder die meisten Menschen überhaupt, sonst tuen würden. Ich sah Filme schon sehr früh als eigenständige Welten, in denen man auf Entdeckungsreise gehen kann, in denen man versinken kann. Filme waren und sind für mich kleine Mikrokosmen, voller faszinierender Geschichten und Überraschungen in denen man, wenn auch nur für kurze Zeit, einfach eintauchen, sich entführen lassen kann. Mitfiebern, Mitleiden und Mithassen kann. Und “Ja!”, ich war ein typisches Kind der 90er Jahre TV-Generation, welches eben, und zwar auch nicht gerade selten, einfach viel lieber vor der Glotze abhing und sich auch einfach viel lieber ein paar Folgen “Alf”, “Roseanne”, “Darkwing Duck” oder “Chip and Chap” reinzog anstelle eines “guten Buches”. Doch sah ich das alles schon damals, einfach mit anderen Augen. Nicht zuletzt durch meine Eltern, die ja schließlich mit ansehen mussten wir ihr einziges Kind langsam, aber sicher, zu einem “Fernsehjunk” mutierte. Sie fingen sich natürlich an Gedanken zu machen, sorgten sich auch ein wenig, doch taten sie es mir nicht verbieten. Fersehverbot habe ich allerhöchstens ganze 2 mal in meiner Kindheit bekommen. Nein ganz im Gegenteil. Sie taten etwas völlig anderes: Sie redeten mit mir! Sie redeten mit mir über jenes Medium, welches ja für Kinder angeblich “ach so schädlich sei”, “sie allzu leicht beeinflussen würde” oder gar “unsere Jugend komplett daran verblöden würde”. Wieviele Eltern tuen das heutzutage noch? Alles was nötig war, war dass sie mich einfach aufklärten, mir somit aufzeigten “Wie” etwas im Film aussieht und “Was” dort aber wirklich passiert: “Wenn dort jemand stirbt dann ist das bloß Ketchup und kein echtes Blut”, “Kein Auto der Welt würde SO explodieren und auch nicht erst dann wenn man sich geretten hat.”! Sätze wie “Natürlich kann ein Mensch NICHT fliegen wie Superman” und “Glaub einfach nicht alles was im Fernseh passiert” reichten ja schon um einem Kind beizubringen die Wahrheit von der Illusion zu unterscheiden, zu trennen und das sogar ohne dass dabei die Faszination des Mediums verlorengeht.

Im Gegenteil, die Faszination stieg und stieg und hörte nicht mehr auf. Denn ein weiterer “Effekt” dieser Gespräche war, neben einer gewissen Aufklärung zum “Schutze”, auch der, dass ich mich nun dafür zu interessieren begann “Wie GENAU” etwas beim Film funktionierte. Dies reichte sogar soweit das ich schon relativ früh ein festes Ziel für mein späteres Leben im Auge hatte. Ich sah es kristallklar vor mir: Ich würde später einmal entweder Stuntman, oder aber Flugzeugpilot werden. Nunja, keine Ahnung ob das die typischen Berufswünsche 10 Jähriger Jungen sind aber mir gefiel damals die Vorstellung. Als mein Augenarzt mir später aber mitteilte das ich auf dem linken Auge nur knapp 70% Sehstärke besäße und Flugzeugpilot somit schonmal flachfiel blieb ja nur noch Plan B. Und eben jenen ging es dann zu verfeinern: Ich zündete heimlich Spielzeugautos mit dem Feuerzeugbenzin meines Großvaters an um sie dann “spektakulär” einen kleinen Matschhügel runterrollen zu lassen, ich stellte meine Lieblingsactionszenen mit Star-Wars oder Mutant-Turtles-Figuren nach oder versuchte in Zeitlupe zu rennen bzw, mich hinzuwerfen. Irgendwann aber, wurde mir allerdings auch bewusst das “Stuntman” nicht gerade der “Super-Job” schlechthin ist und Spezialleffekte langsam aber sicher auch durch CG ersetzt werden würden.

Ich wechselte! Und von nun an galt: Traumberuf “Regie”! Dieses Ziel, welches ich anzustreben zu versuche, ist auch bis heute fest in mir verankert. Seit dieser Zeit habe ich angefangen mich wirklich “in die Materie hineinzuwerfen”: Bücher gelesen, Dokumentationen, Interviews und “Making Of´s” geschaut und sogar ein paar Sachen selber gedreht. Unendliche Stunden in irgenwelchen kaputten Geekforen zugebracht, nur um herauszufinden wie welche Szene denn realisiert wurde. Habe mich an eigenen Drehbücher und Ideen versucht, mir komplette Szenenabläufe im Kopf ausgemalt und zusammen mit Schulkameraden oder Kollegen dann einfach umgesetzt. Ja, ich habe mein komplettes Leben nach diesen Wunsch ausgerichtet und Ja, ich versuche mit Freuden alles was mich meinem “Ziel” näherbringen kann in mich aufzusaugen wie ein riesiger Schwamm voller Begeisterung.

Es war also auch nicht gerade verwunderlich das ich mit 15 dann in unserem örtliches Kino, unter äußerst schlechter Bezahlung, zunächst als Kartenabreißer, nach zwei Monaten als Kassierer und schließlich sogar als Vorführer anfing mir mein Geld zu verdienen. Die Arbeit war ausgesprochen schwach, wirklich schwach bezahlt doch die Community unter den Mitarbeitern und natürlich die Tatsache sich kostenlos aktuelle Filme auf fetter Leinwand anzuschauen zu können hielten mich dort immerhin knapp über 4 Jahre. Es war einfach eine wahnsinnige Zeit die mich wohl, wie kaum eine andere jemals zuvor, in meinem Leben extrem geprägt hat, sowohl aus menschlicher als auch aus cineastischer Sicht. Menschlicher Sicht deswegen, da sich durch die Studentenkollegen im Kino und deren Gesprächsthemen und Partys, auch mein Freundeskreis zu der Zeit fast komplett änderte. Es war, um es kitschig auszudrücken, fast wie eine “Familie” dort.

Kinocenter Schwelm 02

Das kleine Kinocenter in Schwelm… Ja da reden wir von einem 3 sääliges Raucherkino das Mainstream zeigt und sich auch einfach nur deshalb noch über Wasser halten kann, da es einfach zu weit ab vom Schuß liegt und das Dorf-Publikum schlicht nicht gewillt ist nach Elberfeld, ins Cinemaxx, knapp 25 Minuten zu fahren, sondern einfach lieber anstelle dessen nur 5 Minuten zu Fuß läuft. Es ist ein Kino das in praktisch den ganzen 4 Jahren in denen ich dort tätig war, sich durch die Mitarbeiter hielt. Wir kamen vor der ersten Vorstellung und gingen nach der letzten und dazwischen brauchten wir keine Theaterleitung oder gar “einen Chef”. Bei Geburtstagen wurden teilweise mehr Mitarbeiter als Bekannte und Freunde eingeladen und bei den jährlichen Weihnachtsfeiern wurde sich gegenseitig unter den Tisch gesoffen. Es gab unzählige, natürlich strengstens untersagte, Privatvorstellungen bei denen schonmal mehrere Biere draufgingen. Natürlich wurde auch heiß diskutiert wärend die Vorstellungen in den Säälen liefen, wer sich denn “nun schon wieder” dieses und jenes erlaubt hätte, etc pp. Es gab immer etwas zu reden und man freute sich auf die Zeit “auf der Arbeit”. Es sind einfach unzählige Erinnerungen mit diesem Ort verbunden und warscheinlich nicht nur bei mir sondern bei jedem der dort, oder überhaupt einmal in irgendeinem kleinem Kino gearbeitet hat.

Kinocenter Schwelm

Das Flair und die Leute. Die robusten FP30-Projektoren, die typischen FP30-Projektoren-Mängel. Die uralten verstaubten Sicherungen, die Trailer-Sammlung der “größten Kracher des Jahres” für die Vorführungen auf Weihnachtsfeiern und die bei beliebten Motiven fast leergemopsten Plakatrollen und natürlich auch die Stammgäste und die skurrile Macken einiger Besucher. Pöbelnde Gäste die sich über die Tonprobleme im Studio aufregen oder der Schock als Herrn Funke einmal am Startwochenende der komplette “Herr der Ringe” herunterfiel und alle Vorführer mit “entknoten” durften, für mehrere Stunden. Der mir persönlich runtergefallene 1te Akt von “Die wilden Hühner” und auch unser “Dia-Werbungs-Programm” für “Angie´s Schuhtique” und die “Wing-Tsung-Esprima-Kampfkunstschule in Gevelsberg”, dessen Tonband man inklusive korrekter Betonung einwandfrei nachplappern konnte. Die scheiß regnerischen oder verschneiten Tage an denen man durchgesifft und verdreckt, bei Minustemperaturen auf einer FUCK-klapprigen Leiter die neuen Buchstaben für die Anzeige am Dach anbringen musste… All das und noch vieles unerwähntes, sind einfach Erinnerungen die sich ins Hirn gebrannt haben und einen (hoffentlich) nicht so schnell verlassen werden.

Jedoch begab es sich, das durch eine Reihe unglücklicher Zufälle und Aneinanderkettungen von fiesen, traurigen und/oder einfach häßlichen Ereignissen, die mich und den Chef, denn es zum Ende hin dann sogar täglich zu uns ins Haus trieb, betrafen, nunmal so das diese “Wunderbaren Jahre” ziemlich jäh und apprupt enden sollten. Denn erwähnte persönliche Differenzen zwischen Chefetage und Mitarbeiter, traten nicht nur speziell in meinem Fall auf und wurden durch z.B. Sachen wie “ungeklärte Diebstähle am Tresor” und der daraus resultierenden “Jeder-ist-verdächtig”-Situation seitens Chefetage, nur noch verschlimmert. Die Stimmung sank Tag für Tag, die Begeisterung sich wirklich für das Kino reinzuhängen, alles zu geben und sogar freiwillig mehr zu arbeiten alls dass es nötig gewesen wäre, wie bisher schon nicht gerade unüblich, ließ einafch stetig nach. Auch natürlich dadurch das besagte zusätzliche Anstrengungen schlicht nicht genügend oder überhaupt erst garnicht gewürdigt wurden. Alsbald verliessen uns auch schon die ersten und als jene gingen, ging mit ihnen auch ein Teil des Kinos welches ich so zu lieben und zu schätzen gelernt hatte. Ihre Nachfolger waren zwar allesamt sehr nett (zumindest Großteils) und es gab auch hierbei die ein oder andere Freundschaft die zwischen “neuem” und “altem” Team entstand, jedoch war es nunmal eine, nunja, andere “Kinogeneration”, nicht mehr “meine Kinogeneration” und deshalb zog auch ich relativ schnell nach und verließ ebenfalls “unser” Kino.

CiNETAL

Nach dieser “Trennung” führte mich eine sorgfältig getippte und säuberlich abgeheftete Bewerbung, mit besonderen Vermerk auf “die Leidenschaft zum Kino”, im Oktober 2oo6 zu Herrn Detlef Bell und seinem kleinem Art-House und Programmkino “CiNETAL” in Wuppertal-Oberbarmen. Dieser Mensch, Herr Bell, ist wirklich das was man als einen “einfach genialen Chef” bezeichnen kann. Als ich zum “Vorstellungsgespräch” antrat, war es mir danach egal ob ich diesen Job jemals bekommen würde, denn ich hatte einfach, wenn auch nur für kurze Zeit, das Vergnügen und die Ehre (OK… Wenn ich es übertreiben sollte, dann sagt es ruhig :-)) ein wirklich tollen Menschen kennen zu lernen. Das “CiNETAL”, welches Detlef Bell bis zum Dezember 2oo6 betrieb, behielt er hauptsächlich aus prestigeträchtigen und auch persönlich emotionalen Erinnerungen bzw. Gründen. Das alte Lichtspielhaus in Oberbarmen ist zum Beispiel der Ort an dem Tom Tykwer, mittlerweile Regisseur von erfolgreicher Mainstreamkost und Werken wie “Das Parfume”, seine ersten Schritte im Bereich “Film” hinlegte. Dieser legte nämlich, wie auch Herr Bell einst, eine ganze Zeit lang dort oben in den abgedunkelten und stickigen Vorführräumen die Spulen ein und startete die Projektoren. Im Vorführraum des mittelgroßen Studios hängen aus dieser Zeit noch Erinnerungen an der Wand, in Form von, von Tykwer persönlich ausgewählten, Szenenfotos mit denen er die komplette Wand einst tapezierte. Herr Bell war nicht nur Betreiber des “CíNETAL´s” sondern auch des “Cinemaxx´s” in Wuppertal und versuchte die schwachen Einahmen des einen, kleineren Betriebes, durch die Umsätze des Größeren auszugleichen. Von den ca. 5 Jahren unter Detlefs Leitung schrieb, laut anderen Mitarbeitern, dass, obgleich von der NRW-Filmstiftung geförderte und mit etlichen Stammkunden bereits etablierte, Kino, nur lediglich die letzten 2-3 Jahre schwarze und nicht mehr rote Zahlen. Doch die Leidenschaft zu besagten Etablissement trieb Detlef immer weiter voran. Und dadurch das er selbst am besten wusste was das Publikum sehen wollte und seine Ziele klar und nicht zu hoch gesteckt waren fing sich das Lichtspielhaus nach einiger Zeit und lief zwar schwach aber dennoch ausreichend und ohne große Unterstützung des “Cinemaxx´s”.

Detlef war jedoch… (Ihr merkt vermutlich allein daran, dass ich ihn mit Vornahmen betitel, wie gut doch das Verhältniss zwischen Chef und Mitarbeitern war.) …Nunja Detlef war jedoch nur der Betreiber und Leiter, aber nicht der Besitzer des Hauses. Und besagter Besitzer forderte, bzw. fordert noch immer, leider eine ziemlich hochgegriffene Pacht . Ich nenne hierbei jetzt keine Zahlen, da mir selbige auch nur vom Hören-Sagen geläufig sind, aber die Pacht soll einfach unangemessen hoch für ein solch kleines und relativ schwach frequentiertes Haus wie dem genannten sein. Und so kam es zu Diffrenzen und Streitigkeiten zwischen Betreiber und Besitzer. Diese endeten schlußendlich darin das Detlef gehen musste und ein neuer Betreiber, Zoltan Paul, die Führung übernahm.

Herr Zoltan Paul, ohne jedwillige böse Absicht meinerseits, hat sich innerhalb von nur knapp 6 Monaten derartig falsch kalkuliert das, dass wieder zum “Cinema” unbenannte Kino, Insolvenz anmelden musste und die Mitarbeiter auf der Straße landeten. Seine Pläne waren guten Herzens jedoch einfach und schlicht nicht umsetzbar. Er plante eine Art “Mekka für Filmfreunde und Cineasten des kulturellen Films” zu erschaffen, an einem Ort an dem sowas einfach nicht aufgehen kann. Dazu kam zusätzlich, dass er sein Budget nicht auf das Kino konzentrierte, sondern versuchte mit einer angrenzenden, ehemaligen Kneipe die durch sein Kapital zu einem gemütlichen Cafe umfunktioniert wurde, eine gewisse Kulturbasis in Oberbarmen zu erschaffen die allerdings in einem Stadtteil wie diesem sich niemals hätte festigen geschweige denn länger hätte bestehen können.

Und wenn man nun zu all diesem negativen Background auch noch die Tatsache, dass ein Kino auch etliche Ausgaben hat, dazuzählt, dann kann man nur ein Minus-Geschäft erzielen. Denn mittlerweile gehen 58% der Einahmen eines Tickets für eine Vorstellung direkt an den Verleih (wie z.B. “Warner” oder “20th Century”), dazu fallen noch Rechnungen für die Kopie, den Strom, die Mitarbeiter und die Werbung an und zusätzlich, in diesem speziellen Fall, standen die Förderungsanträge der Filmstiftung NRW, welche zwar nicht hätten retten aber dennoch flicken können, noch in den Sternen, als der Betrieb schon fast Pleite war. Auch um Werbung vor den Filmen (wie z.B. für “Lagnese” oder “Marlboro-Cigarettes”), die ebenfalls eine gute Einnahme für das Kino darstellen würden, wurde sich nicht gekümmert. Dafür wurden aber jede Menge Kopien geordert, die zu Zeiten gespielt wurden die für das Kino einfach unpraktisch waren und in denen keiner unser Stammkunden jemals ins Kino gegangen wäre. Und zu allerletzt, sozuagen als das “i-Tüpfelchen” obendrauf, standen in den Monaten von Januar bis Juni auch keine guten Kinofilme zur Auswahl welche Zuschauer hätten anziehen könne. Und als “Irina Palm” (Ich hasse diesen Film und seine Werbung und seine Trailer und einfach alles an ihm, auch wenn er gut besucht war) schließlich herauskam war es schon längst zu spät.

Dieser Verkalkulierungen und Verschätzungen seitens Herrn Paul, betreffend des Cinemas, fielen nicht auch zuletzt deswegen, da er sich einfach auf keine Koopertaion eingelassen hatte, den Standort vorher nicht kannte und anscheinend auch nicht kennenlernen wollte. Er besuchte das Kino zu Bell´s “CiNETAL”-Zeiten gerademal 2 mal im allerletzten Monat vor der Übernahme und sprang blindlings ab Januar in den laufenden Betrieb hinein. Hätte er sich ein wenig früher und intensiver mit Oberbarmen und seinem Kino auseinandergesetzt hätte er gemerkt das dieser Standort nicht wie seine anderen (Und wie z.B. auch das Schwelmer Kino) Betriebe dörflich angesiedelt sind und somit auch mit Dingen wie Konkurrenz nicht zu kämpfen haben oder andere Zielgruppen vorherschen.

CiNETAL 02

Nun endlich, nach keine Ahnung wie viel Text und mittlerweile blutenden Fingerkuppen vom Tippen, hätten wir dann geklärt warum besagtes Schreiben aus den ersten Zeilen nun vor mir gelegen hat.

Jawohl HAT! Denn mittlerweile habe ich natürlch eben jenes Schreiben schon längst verschickt, meine Abfindung und den Restlohn kassiert und mich bei Detlef Bell nach der Schließung des “Cinemas” gemeldet und um eine Stelle im “Cinemaxx” gebeten.

Mittlerweile hat sich sogar ein neuer Betreiber gefunden der sich nochmal am “Cinema” probieren will und dieser hat sich sogar bei vielen alten Mitarbeitern, darunter auch mir, wieder gemeldet um ein Mitarbeiterteam bilden zu können. Sein Plan ist das Kino am 1ten September wieder zu eröffnen. Er erscheint wirklich nett und auf jeden Fall besser organisiert und kompetenter als sein Vorgänger Zoltan Paul, der übrigens mittlerweile zu seinen Betrieben nach Bayern zurückgekehrt ist, um zu retten was zu retten ist, wobei er es sich natürlich nicht hat nehmen lassen noch vor wenigen Wochen öffentlich in der “engels” zu bejammern dass: “Wuppertal seine ganze Firma ruiniert hätte!”.

Somit ist meine derzeitige Situation etwas komplizierter gestrickt, denn ich sitze im Moment einfach zwischen zwei Stühlen. Einerseits versprüht ein kleines Programmkino, inklusive der wunderbar alten und charmanten “Cinemacanica”-Maschinen für die Werbung vor den Filmen, wie das “Cinema” natürlich wesentlich mehr Atmosphäre. Jedoch traue ich dem Braten nicht ganz und unterbewusst befürchte ich das, durch das viele Hin und Her, der Insolvenz und den ganzen verwirrenden Pressehickhack wie “Offen oder Geschlossen Ja/Nein”, sich die Kunden zurückgezogen haben und mittlerweile vielleicht einige von ihnen schon Zuflucht in den wesentlich prunkvolleren Programmkinos in Dortmund, Köln oder Düsseldorf gefunden haben. Also besteht die Gefahr das ich einen Job annehme der zwar wesentlich “netter” ist aber nunmal längst nicht so gesichert wie jener im Massenabfertigungstempel “Multiplex/Cinemaxx” ohne jeglichen Charme.

Eins bleibt jetzt noch zu sagen, da ich es nicht geschafft das AUCH noch irgendwo mittendrinn in den Text mit “einzufließen” zu lassen. Das “Cinema”, selbst schon mit beigerechnet, ist eins der letzten 2 (!!ZWEI!!) Kinos von ehemals knapp 7 oder 8 in ganz Wuppertal, welche sich ja “Groß-” und sogar “Filmstadt” schimpft. In Schwelm musste vor wenigen Monaten das Autokino schließen und genau diese Entwicklung, das Kinosterben, nimmt derzeit schleichend zu und wird sich auch nicht aufhalten lassen. In knapp ein oder zwei Jahrzehnten, so meine persönliche Sicht, wird ein Kino wie das “Cinema” oder auch ein “Kinocenter Schwelm” einfach gar nicht mehr existieren können, da die Kosten sich nicht mehr rentieren würden, die Leute sowieso auf “Video on Demand” aus dem Netz oder DVD/Blue-Ray bzw. HD-DVD zurückgreifen werden und somit das Kino als Kulturträger langsam und schmerzvoll austerben wird wie einst die Schallplatte. Ich werde jetzt keinen Appell alá “Geht wieder ins Kino” hinausrufen. Natürlich würde ich mir das wünschen, aber Fakt ist nunmal das die heutige Generation die Dinge anders sieht, sich die Wahrnehmung der Menschen, besonders der Jugendlichen, durch “MTV”, “YouTube”, Handyvideos und natürlich das Internet stark verändert hat und man dies auch in Hollywood natürlich schon längst berrücksichtigt hat. Mittlerweile werden Blockbuster wie “Spiderman III” oder “Shrek der Dritte” absichtlich im Sommer, wo niemand also ins Kino geht, herausgehausen um die DVD rechtzeitig zu Weihnachten vermarkten zu können, da diese Branche mittlerweile schon längst mehr einspielt als alle Kinoeinahmen zusammen. Das Heimkino ist im “Groß im Kommen”, hat schon längst Einzug gefunden bei vieler Leuts Wohnzimmern die heutzutage nunmal einfach lieber eine DVD einlegen damit die Kinder endlich Ruhe geben, anstelle sich den Streß einer Autofahrt, der Parkplatzsuche, den Kosten für Tickets/Popcorn/Getränke und der Sitzwahl eines Kinos anzutuen. Der Kommerz hat mehr denje im Filmgeschäft das Sagen und regiert mit starker Oberhand. Und da wo Geld im Spiel ist kann man sich nunmal nicht mit Dingen wie “Prestige” oder “Kultur” befassen.

Mich persönlich, mit all meinen persönlichen Erinnerungen und Emotionen an das Kino wie ich es bisher erfahren durfte, schmerzt diese Entwicklung sehr, denn ich empfinde einen Kinobesuch noch immer als etwas “heiliges”. Etwas das Menschen zusammenbringt und unterhält. Etwas das Leute begeistert und mitreißt und für unvergessliche Stunden und Geschichten sorgt. Etwas für die Familie, das erste Date oder für einen Abend mit Freunden. Ein Ort der fesseln, verzaubern und, wenn auch nur auf Zelluloid, Träume einfach wahr werden lassen kann. Ganz besonders solche kleinen, dörflichen oder kulturellen Kinos wie die oben genannten versprühen einfach so viel Liebe und Charme das es schade darum ist, sich vorstellen zu müssen das diese eines Tages von der Bildfläche verschwunden sein werden. Aber ich werde mich dann zurückerinnern und mir denken: “Ganz großes Kino! Und ich war dabei!”

Autor: Sven