Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street

Inhalt: Die Handlung spielt im London des 19. Jahrhunderts: Barbier Benjamin Barker (Johnny Depp), glücklich verheiratet, ein Kind, gerät in die Mühlen der Gesetzlosigkeit. Richter Turpin (Alan Rickman) interessiert sich für Barkers hübsche Frau (Laura Michelle Kelly) und findet Wege, den Barbier in der australischen Verbannung verschwinden zu lassen. Als Barker fünfzehn Jahre später unter dem Namen Sweeney Todd wieder am Schauplatz seiner privaten Tragödie auftaucht, hält er seine Frau für tot; seine herangewachsene Tochter (Jayne Wisener) ist inzwischen das Mündel seines Todfeindes Turpin. Sweeney Todd beginnt einen Rachefeldzug sondergleichen, assistiert von einer neuen Frau in seinem Leben, Mrs. Lovett (Helena Bonham Carter), deren Pastetenbäckerei einen ungeheuren Aufschwung nimmt, seit sie sich mit Todd zusammen getan hat… (Pressetext: Warner)
Kritik: Tim Burton schuf mit seinem “Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street” (Im folgenden nur noch “Sweeney Todd”), zusammen mit Johnny Depp und Helena Bonham Carter in den Hauptrollen, den nun mittlerweile fünften filmischen Aufguss der gleichnamigen britischen Horror-Saga von 1846, welche auch ebenfalls schon ganze 3 mal für die Theaterbühne adaptiert wurde. Basierend auf Stephen Sondheims Broadway-Musical “Sweeney Todd” von 1979, kreierte Burton dabei zusammen mit Sondheim, ein rund 120 Minuten langes, moralisch doch eher fragwürdiges und geradezu kafkaeskes Splatter-Märchenepos, welches zwar durch-und-durch ein typischer Tim Burton ist, jeddoch trotzdem irgendwie als solcher nicht recht zünden mag.
Und eigentlich mag ich ja Tim Burton! Und eigentlich habe ich mich ja auch wirklich auf diesen Film gefreut! Jeddoch glaube ich auch das Burtons Zenit mittlerweile erreicht scheint. Spätestens ist dies der Fall mit “Sweeney Todd”, aber vielleicht war er es ja schon mit “Charlie und die Schokoladenfabrik”, der mir ebenfalls nicht mehr so richtig zusagen mochte. Und möglicher weise, ist an dieser Tatsache auch das lämmerlich grausig schlechte “Planet of the Apes”-Remake von 2001 mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle, daran schuld, welches wohl Tim Burton irgendwie, wie auch immer, als “gute Idee” aufgeschwatzt wurde. Vielleicht ist er ja seit diesem Rohrkrepierer nicht mehr ganz der Alte? Wer weiß….
Alle seine anderen Werke wie “Edward Scissorhands”, “Big Fish”, “Beetle Juice”, “The Nightmare Before Christmas” aber auch z.B. die einzig waren “Batman”-Teile, eben jene mit Tim Burton als Regiesseur, sprühen schlicht nur so vor Charme, Skurrilität und der Liebe zum Surrealen, zum Fantastischen und Düsteren. Ja sogar “Mars Attacks”, der mässige “Corpse Bride” (Welcher zwar nett, aber auch nicht wirklich mehr war) und auch der damals schon etwas lahmende “Sleepy Hollow” hatten einfach immer noch etwas, wofür es sich lohnte. “Big Fish” gehört sogar zu meinen persönlichen Top-10 Filmen!
Aber: Tim Burton war einfach auch schon immer ein Regiesseur der nicht ohne seine Bilder auskam, nicht ohne sie leben konnte. Er war nie wirklich ein großer Charackterenregiesseur, sondern er ist Geschichtenerzähler mit einem aussergewöhnlichen Sinn für die Verpackung! Seine Filme glänzen durch die Optik jener Geschichten, ihren jeweiligen surrealen Welten in denen sie spielen, aber niemals ernsthaft durch irgendwelche “starken” oder gar wirklich tiefergehenden Figuren! Natürlich gelang ihm dies auch hier und dort einmal (“Big Fish”, “Edward Scissorhands”), aber überwiegend wird man bei einem Burton-Film eher von den düstere Szenarien, dem skurrilen, oftmals makaberen Humor oder den schrill grellbunten Elementen in den Film hineingesogen, anstelle von den Charakteren oder der eigentlichen Geschichte.
Dies ist keineswegs negativ von mir gemeint, den solange die Rechnung dabei aufgeht und man sich in einer solchen Welt wohl fühlt als Zuschauer, sich zumindest in Sie hineinfühlen kann, den Film dabei dann aber auch mehr als “Reise” betrachtet anstelle eines “Gespräches”, so kann auch ein solcher Film wirklich einiges bieten. Man nehme hierbei z.B. “Sin City” von Rodriquez, der ebenfalls eigentlich nur durch seine ungewohnte Optik bestehen kann und erst gar nicht versucht eine wirklich tiefergehende Story zu bieten. Oder aber auch Rober Wienes “Das Cabinet des Dr. Caligari” von 1920, von dem man auch öfters behauptet, das dieser, eine von Tim Burtons hauptsächlichen Inspirationsquellen bei seinen eigenen Werken gewesen sei. Allerdings war “Das Cabinet des Dr. Caligari” auch “Story”-Technisch, insofern man dies wirklich bei einem Stummfilm sagen kann, seiner Zeit weit vorraus, aber lassen wir das.
Wie dem auch sei, “Sweeney Todd” wirkt im Vergleich zu den oben genannten Filmen schlichtweg kalt und lieblos, bietet auch einfach nichts wirklich neues mehr. Die bisher bewährte und typische Burton-Surrealitätswelt hat sich nunmal einfach mit den Jahren irgendwie abgenutzt. Man erkennt die typischen Szenarien aus seinen alten Filmen wieder, welche sich hier nur wieder einmal selbst kopieren. Man kennt auch einfach die typischen schiefen und verwinkelten Häuser in den engen und dunklen Gassen bereits zur Genüge. Die typischen skurrilen Characktere ebenso, das oftmals harte Spiel mit Farben oder eben einfachen schwarz/weißen Licht und Schatten und allgemein halt die typische Burton-Welt! Und somit kennt man eigentlich auch schon alles, was einen Burton ausmacht.
Das wirklich schlimme dabei ist sogar noch nicht einmal das man all dass als Zuschauer schon kennt, es vielleicht schon zu oft gesehen haben mag, sondern das Burton selbst, seinen einst so innovativen Stil mittlerweile anscheinend zur Standartkost verkommen lässt. Irgendwie fehlt mittlerweile auch in allem ein wenig die Liebe, mit der seine früheren Werke gestaltet wurden, und irgendwie ist alles mittlerweile sehr selbstzweckhaft geworden. Nur noch zu einer Art “Ja, das ist ein Tim Burton Film!”-Siegel verkommen.
Ich meine, man muss sich doch auch mal irgendwann und irgendwie mal weiterentwickeln können, kann doch nicht jahrelang nur immer weiter auf dem beharren, was einem vielleicht mal irgendwann einzigartig gemacht hat, vielleicht mal irgendwann innovativ und neu war, mittlerweile aber einfach auch seinen Reiz verloren hat! Zumindest gilt dies für all die normalen Zuschauer und nicht die “Hardcorde” Tim Burton Fans, welche sich warscheinlich auch noch sein drölfzigstes Werk, allein wegen seines Namens anschauen werden. Und selbst wenn man nur solche Hardcore-Fans zufrieden stellen will, sollte man es dann doch noch mit Liebe tuen! Ganz besonders eigentlich auch dann, weil solche Fans nicht nur einfach schlechte Kopien zu sehen bekommen wollen! Wenn man schon nichts neuen wagen will, so sollte man doch selbst noch mit Liebe an sein eigenes Werk heran gehen!
Quentin Tarantino, welcher natürlich auch hauptsächlich nur für seinen eigenen und untypischen Stil bekannt ist, welcher auch in all seinen Filmen weiterhin auftaucht, hat sich trotzdem irgendwie mit den Jahren, mit seinen Filmen stets weiterentwickelt. David Lynch und Hitchcock, anno dazumal, ebenso, also warum nicht auch ein Tim Burton?
Soviel zum eigentlichen Stil des Films, was natürlich auch zugegebener Maßen, doch auch eher persönlicher Geschmack sein kann. Weiter zu dem eigentlichen Hauptschwerpunkt und somit dem, was dem Film auch schlußendlich sein Genick bricht: Die Characktere und die Geschichte an sich!
Ich denke das auch gerade aufgrund dessen, dass man nun mittlerweile die Burtonoeske Welt einfach schon so gut kennt, man sich als Zuschauer wesentlich stärker auf die Story verlässt, welche aber leider nunmal, wie bei vielen anderen Burton-Filmen auch, selbstständig nicht, denn dann ja ohne Bilder und somit komplett allein stehend, stark genug fürs Kino ist. Burtons Filme sind allesamt Märchen und Gruselgeschichten die, wenn sie nunmal alleine und wirklich nur für sich selbst stehen, doch sehr vorrausschaubar und oberflächlich sind! Ihre Stärke liegt immer im Fabelhaften, nicht in ihrer eigentlichen Handlung! Nimmt man ihnen das weg, bleibt leider nicht viel…
Zudem, dass die Story schlicht plumb und vorrausschaubar ist, gesellt sich noch hinzu, dass sie eine äußerst fragwürdige Moral beinhalted. Sweeney Todd hat seine Frau verloren, sein Kind und sein behütetes Leben und sinnt sich nun nach Rache. Soweit, so Cool. “Kill Bill” ist ein Meisterwerk und Uma schnetzelt sich bravorös durch ihre Gegner bis sie schlußendlich auf ihr eigentliches Ziel, Bill stößt und sie ihr Werk vollendet. Finde ich persönlich, für die Handlung eines Filmes wohlgemerkt, ja auch alles total Super! Aber Sweeney hingegen tötet schlicht jeden und alles, hat gehn Mitte des Films sein eigentliches Ziel, die Rache an Turpin, längst aus den Augen verloren, killt sich nur noch, dabei mehr oder minder entusiastisch engagiert, durch die halbe Weltgeschichte aus puren und ganz allgemeinem Hass an der Menschheit.
Mrs. Lovett unterstützt in dabei und erfreut sich sogar an den stätig wachsenden Leichenberg, da sie ja daraus leckere Fleischpasteten zaubern kann, welche sie dann in ihrem “Meat Pie”-Geschäft äußerst erfolgreich verkauft. Die beiden Characktere haben dabei längst jeglichen Bezug zur Realität verloren, sind schon lange ihren eigenem Wahn verfallen und der eigentlich zielstrebige, im Gefühl des Zuschauers auch am Anfang auf Akzeptanz stoßende, da zumindest verständliche und vielleicht sogar vom Gefühl her gerechtfertigte Rachefeldzug an Turpin, artet in einem Leichenfließband voller Unschuldiger aus, welches nichts mehr mit “Vengeance” oder auch nur “Selbstjutiz” zu tuen hat.
Es herrscht schlicht kein Falsch mehr in Sweeney Todds Welt, sondern alles ist legitim geworden! Sogar eine Verschonungsszene, wo der Barbier mal Ausnahmsweise einen seiner Kunden nicht zu “scharf rasiert”, da dieser zufällig mit Frau & Kind anwesend ist, geht nicht in ihrer Rechnung auf, erzeugt einfach kein Verständniss für Sweeneys Handeln beim Zuschauer, da es ja nicht zwangsläufig heißen muss dass alle anderen Kunden gegenteilig keine Familien hätten, sondern sie vielleicht einfach nur nicht anwesend waren.
In all diesen Tötungsdelikten wird ein Bild vom Barbier und Mrs. Lovett erzeugt, mit dem sich der Zuschauer einfach nicht mehr identifizieren will, es auch gar nicht kann, weshalb man selbst nicht mehr mitfühlen und mitleiden kann, sondern sogar nur noch Sweeney selbst verabscheut. Während des ganzen Films wird hierbei auf eine Stellungsnahme oder gar Rechtfertigung zum Thema Tötung komplett verzichtet, sie wird aber trotzdem weiterhin andauernd vollzogen. Und dass obwohl der Film Sweeney sogar noch die Chance auf Erkenntnis gibt, er diese auch erblickt aber dennoch nicht ergreift, da er selbst danach noch immer wietermordet.
[Achtung: SPOILER in den ächsten 5 Absätzen!]
Dabei ist es natürlich dann verständlich das wir mit Sweeney nicht wirklich mitfühlen wollen, wenn er zum Schluß bemerkt das er sogar seine eigene Frau (!) selbst getötet hat. Diesen Fehler zu erkennen wäre nun auch gleicchzeitig seine Chance gewesen, auch eventuell einzusehen das die viele Morde nicht gerechtfertigt waren. Aber nein, der Film gibt ihm hierbei keine Chance und es muss auch noch Mrs. Lovett drann glauben! Ganz zum Schluß sogar auch Sweeney selbst, da ihm mit seinem eigenem Rasiermesser die Kehle aufgeschlitzt wurde, durch einen kleinen Jungen welchen Mrs. Lovett einst bei sich aufnahm und der ihr versprach ihr niemals Leid zukommen zu lassen, sie zu beschützen.
Und selbst dies ist moralisch äußerst fragwürdig, wenn auch im ersten Augenblick legitim erscheinend, da es ja auch gleichzeitig hieße, das der Junge trotzdem noch Mrs. Lovett beschützen wolle, obwohl er von den ganz speziellen Fleischpastetenfüllungen wusste! Oder anders formuliert: Obwohl er wusste das Sie Leichen zerstückelt und zu Fleischpastete verarbeitet, also Mrs. Lovett im Endeffekt nicht besser ist als Sweeney der Mörder, will der Junge Sie beschützen, aber gleichzeitig auch Sweeney töten! Also irgendwas scheint nicht mir nicht ganz normal im Kopf des Jungen, was seine Denkensweise und so Stuff angeht.
Und eben aufgrund dieser durchweg moralisch fragwürdigen Characktere versagt natürlich auch das Schlussbild des Films, welches zweifelsohne darauf ausgelegt war, Mitleid beim Zuschauer für Sweeney selbst zu erwecken, was natürlich, wegen besagter nicht vorhandener Moral, einfach nicht klappen kann. Das letzte Bild ist übrigens der einzig wirklich halbwegs charmante Shot, welcher wohl auch wirklich prima funktioniert hätte, wären die Characktere auch nur mit ein Schlückchen mehr Tiefgang, noch nicht einmal unbedingt mit mehr Moral und Anstand, gefüllt worden. Vielleicht wollte es uns Burton ja auch als Tragik an sich verkaufen, aber meines Erachtens nach ist er damit gründlich auf die Fresse gefallen.
Überdies hinaus beinhaltet der Film eine komplett sich im Sande verlaufende Sidestory, welche rückblickend auch schlicht unnütz ist, einfach gar nichts nichts zu den Film beiträgt, ja sogar aufgrund der fehlenden Auflösung noch nichtmal für sich selbst wirklich bestehen könnte. Es handelt sich dabei um die Liebesgeschichte zwischen Johanna und Anthony (Jamie Campbell Bower). Ich meine: Wozu? Was hat uns diese B-Story bitteschön gebracht? Und selbst wenn sie nur als SIDE-Story, also als Auffüllung des ganzen, aber nicht als Erweiterung gedacht war, warum wird sie dann bitteschön nicht aufgelöst sondern allein und komplett offenstehend zurückgelassen? Bis auf eine einzige zwei Szenen ist der komplette Charackter von Anthony nutzlos! Und selbst in diesen einen Szene zwei Szenen wirkt er nur als billige Ausrede!
Zunächst wäre hier das plötzliche Auftreten von Anthony zu nennen, welches Sweeney beim ersten mal daran hindert den Richter Turpin umzubringen. Zum Zweiten sei hier das kurze Aufeinandertreffen von Richter Turpin und Anthony vor Turpins Haus genannt, welches allerdings Burton dazu gedient haben könnte um Rickmans Rolle als sich sorgender Vater zu vertiefen. Aber für diese beiden Szenen, welche auch ganz einfach hätten abgeändert bzw. verlegt werden können, wirklich eine komplette SideLoveStory? Und nun alle zusammen einmal ganz laut und im Chor: WTF? Und es kann doch auch nicht sein das man so etwas, nur reinschreibt um noch schnell ein paar neuen Gesichtern die Chance auf eine Rolle anzubieten? Insbesondere weil diese ja sowieso bei einem solchen Staraufgebot untergehen. Ich verstehe es wirklich nicht…
[SPOILER: Ende]
Und nun zum Tüpfelchen auf dem i! Schauspielerisch ist sogar ebensowenig zu erwarten wie von der Geschichte selbst! Johnny Depp spielt auf kompletter Sparflamme und auch Helena Bonham Carter sticht lediglich durch ein paar wenige, dafür aber dann wirklich nette, Gags hervor! Aber das war es dann auch schon, zumindest von der Hauptrollenseite. Die beiden können wesentlich mehr und haben dies sogar auch schon des öfteren unter Beweis gestellt. Vermutlich mag dies aber auch daran liegen das die gesungenen Dialoge nicht soviel Characterbuilding ermöglichen. Depp allerdings zieht defintiv eine der miesesten Karten, da er den Hauptteil des Filmes nur einen Gesichtsausdruck parat hat, nämlich “Ich will Rache und hasse alle Menschen”. Carter weiß wenigstens noch durch ihre “Crazyness” teilweise zu unterhalten. Mir hätte bei ihrer Auslegung der Rolle noch eine Szene im Fleischpastetenkeller gefehlt, welche Sie bei der Zuberreitung zeigt.
Alan Rickman kommt sogar, witzigerweise ja als eigentlicher Bösewicht der Geschichte angesetzt, im Endeffekt symphatischer davon als Depp oder Carter mit ihren Rollen. Im wurde auch überraschenderweise am meisten Dialog zuteil, wo er sich und seinen Charackter wirklich vertiefen kann, mögliche Ursachen und Beweggründe für seine Figur auflisten kann. Selbstverständlich ist auch Turpin kein Unschuldsengel, aber da wir auch nicht ihm, sondern eben Depp die ganze Zeit beim sinnfreiem Töten zuschauen dürfen, kommt er allein schon deswegen posistiver aus der Affäre als seine oben genannten Schauspielkollegen. Ihm sieht man, neben der Carter, auch am meisten an wieviel Spaß er an der Rolle gehabt haben muss und er erfüllt sie auch zumindest mit solider, wenn auch nur durchschnittlicher, Handwerkskunst.
Kamera- bzw. Schnitt- und Szenentechnisch, hat sich Burton mit den Jahren, natürlich auch aus Kostengründen, immer mehr den CGI-Möglichkeiten zugewandt. Kann nicht gerade behaupten das mir dass persönlich super gefallen würde, aber verstehen kann ich es. Wer einfach derartige Welten auf die Leinwand zaubern will und die Wahl hat, wird früher oder später auch einfach auf den Rechner zurückgreifen müssen, allein weil die Produzenten sonst auf die Barikaden springen würden!
Allerdings hätte man sich auch so einiges bei “Sweeney Todd” wirklich ersparen können, an versofteten und kalt lieblosen Computerbildern, wie z.B. die Opening Credits oder aber die teilweise nur selbstzweckhaften Kamerafahrten durch das düstere London. Ich meine was soll eine lieblos dahingekotze CGI-Kamerafahrt, welche man schon bei den Oscar-Opening-Film von 2006 besser gesehen hat und der man auch in jeder Sekunde ihre Herkunft aus dem Rechner anmerkt, wenn sie doch sowieso keinen geschichtlichen Sinn hat? WTF, die Zweite!
Von dem Score bzw. Musicaleinlagen kann man halten was man will. Bis auf zwei stimmige Szenen, welche auch wohl schon aus dem Trailer bekannt sein dürften, ging für mich das Konzept aber nicht auf. Wie gesagt habe ich persönlich auch das Gefühl, man hätte ruhig noch mehr Dialoge, zum Charackteraufbau mit einbinden können. Und jetzt bitte nicht denken ich habe den Film nur schlecht gefunden weil ich die Musicaleinlagen nicht toll fand oder diese gar evtl. nicht verstanden hätte. Ich wollte dem Film ja nichts böses, ich habe mich versucht auf ihn einzulassen, ich wollte ihn ja sogar aufgrund seiner ungewohnten Musicalerzählweise gut finden, doch die Fehler lagen nunmal ganz woanders. Es tut mir richtig Leid um “Sweeney Todd”, denn der Trailer und die ungewohnte Erzählweise versprachen ja so einiges. Auch die Geschichte hätte sicher viel mehr hergegeben können, wenn man sie nicht so erzählt hätte wie man sie hier nunmal erzählt hat.
Fazit: “Sweeney Todd” ist schlecht! Einfach richtig, richtig schlecht! Nicht so schlecht wie ein “Silent Hill” vielleicht, aber er ist trotzdem richtig schlecht! Er hätte so viel sein können, scheiterte aber letztlich an einer von anscheinend allen Beteiligten lieblosen Herangehensweise und einer moralisch äußerst fragwürdigen Umsetzung.
Es handelt sich ja bei “Sweeney Todd” nicht um eine Gechichte nach waren Begebenheiten, welche man nicht mal eben einfach zugunsten seines Helden kurz hätte verändern können, sondern um ein wages Märchen, schlimmstenfalls um ein Broadway-Musical, welches man auch getrost hätte umschreiben können, wenn dies der, dann zwar eigenständigen aber dafür filmisch vielleicht annehmbareren, Umsetzung zugute gekommen wäre.
Eine Figur wie eben Sweeney Todd muss einfach Identifikationsfläche bieten, darf nicht als sinn- und moralfrei handelndes Monster dargestellt werden, welches dann sogar noch brutaler wirkt als sein eigentliches Racheopfer! Verdammt, sogar “Rambo IV”, nein sogar “Rambo II” und “Rambo III” hatten handwerklich bessere und moralisch zumindest vertretbarere Ansätze als dieser Schund!
Es geht hierbei zwar um eine Rachegeschichte, welche ja per se auf moralisch sowieso schonmal fragwürdige Selbstjustiz setzt und obendrein bei “Sweeney Todd” noch mit makaberen Beigeschmack gefüttert ist, aber muss man die Figuren dabei wirklich derart in die Scheiße reiten, dass kein Arsch sie überhaupt mehr mag? Vorallem nicht wenn man auf ein starkes Ende setzt, Emotionen erzeugen will, Mitleid für seine Figur, so wie es Tim Burton bei Sweeney ja tuet!
Das ein so starker Regiesseur wie eben Burton derartig versagt, das man als Zuschauer seine Figuren derart verabscheut bzw. Sie einem schlichtweg egal sind, bleibt mir unbegreiflich. Ich meine da müssen doch Menschen vor Ort gewesen sein, die irgendwann mal gesagt haben müssen: “Hey wäre da nicht ne andere Lösung besser?”. Ich verstehe das wirklich nicht! Und warum Johnny Depp gerade für diese Rolle mit dem Grammy ausgezeichnet wurde und sogar für den Oscar nominiert, verstehe ich dabei sogar noch weniger. Es kann doch nicht allein von der, vielleicht etwas andersartigen aber trotzdem altbackenen, Idee eines Musicalfilms herrühren, das alle davon so begeistert sind. Ich meine da muss man doch auch ehrlich mal nach dem was von der Rolle, oder gar den Film allgemein, so an Message rüberkommt sprechen. Und das war leider zu wenig, zu kalt und zu oberflächlich.
Und wenn jemand, der den Film gut fand, nun bitteschön erklären würde warum, wäre ich ihm zutiefst dankbar!
Autor: Sven

am 23.02.2008 um 21:56
JA HIER ICH, ICH FAND DEN FILM GUT!!!
und in kürze verfass ich auch ne eigene review. konnte aus zeitgründen jetzt nur dein fazit lesen. BOARH JUNGE musst du den Film hassen. naja geh ich in nem späteren coment auch noch genauer drauf ein…
DAS da oben kann ich so nicht stehen lassen…mensch mensch.
am 24.02.2008 um 14:26
hab den film nicht gesehen, werd ihn mir aber die tage bestimmt noch anschauen. ein comment von mir wird dann noch folgen
am 24.02.2008 um 18:51
Ja ich bins wieder….wie ich denn Film fand kannste ja jetzt in meiner Review nachlesen, aber ich muss hier trotzdem noch ein paar Sachen anführen weil ich finde du tust dem Film wirklich Unrecht. Also:
Ich finds ziemlich unfair von dir, dass du Burtons Stil kritisierst. Das er sich ewig kopiert stimmt nicht. Big Fish, Charlie’s Schokoladenfabrik sogar Planet der Affen und eben Sweeney Todd sehen unterschiedlich aus. Natürlich haben alle Filme bestimmte Gleichnisse aber das ist halt Burtons Stil und du hast den Trailer doch gesehen und wusstest wie der Film aussehen würde. Ja es gibt Ähnlichkeiten zu Sleppy Hollow, Beetlejuce…usw. aber warum ist das Scheiße??? sieht doch gut aus, warum dran rütteln, die Fans mögen das doch auch.
Sweeney Todd ist nicht lieblos. Der Film sieht toll aus, ein burtonmässiges Grusselmärchen, die Songs sind mit Leidenschaft gesungen, von allen Darstellern obwohl sie keine klassischen Sänger sind, das hat Engagement das hat Herz und ist nicht kalt. Auch den Opening Title fand ich cool, sah doch gut aus und die CGI passt gut in dieses ohnehin vollkommen künstlich durchgestylte Horrormusical, das ist Fantasie, das ist Märchen mit modernen Mitteln und Burton kotzt nicht rum, seine Dramaturgie stimmt, seine Darstellungen passen und wirken trotz Überzeichnung und Künstlichkeit nicht übertrieben sondern haben genau das richtige Maß für ein Musicaldrama.
Die Sache mit der Moral ist (sorry) BULLSHIT, die Frage nach Moral stellt sich überhaupt nicht weil das Produkt, offensichtlich sowie durch und durch künstlich und fiktiv ist. Sweeney Todd hat keinerlei reellen Bezug, was man sieht ist eine Fantasiewelt mit Fantasiefiguren mit eigenen Regel. Mit Realität hat diese Welt nichts zu tun darum darf man auch gerne hinnehmen das Sweeney unschuldige aufschlitzt, warum sollte Burton da den moralischen Zeigefinger heben??? Jeder weis doch, dass man sowas in unserer Welt nicht macht und das das falsch ist. Es gibt nicht schlimmeres als Filme die einen belehren wollen außerdem hat Burton nie behauptet das Sweeney Todd ein politisch korrekter Film ist, dessen Hauptcharakter ein Handeln an den Tag legt an dem man sich ein Beispiel nehmen sollte. Wenn der Film eine Massage vertritt, dann die, dass Rache ins Verderben führt und das is doch eine gute Sache oder?
Du kannst doch nicht weil dich ein Film enttäuscht von moralischen Grundsätze predigen und bei anderen Filmen die du gut findest Verstöße gegen selbige hinnehmen, das ist mit zweierlei Maß gemessen und macht keinen Sinn. Dann müsstest du auch Saw, Kill Bill, Collateral, Sin City, 300, Rambo I-IV, The Punisher usw. mit dieser Anschaung betrachten…tuh das mal, ich garantiere dir du wärst schockiert ;)
am 24.02.2008 um 23:06
Hähm…
Mich stört überhaupt nicht, wie Sie es vielleicht auch schon längst gelesen haben mögen, der eigentliche Stil von Tim Burton, welcher wenn vorhanden oftmals ja auch erst einen guten Regiesseur auszeichnet, sondern eben lediglich und auch nur, besagte Lieblosigkeit zum Objekt, das sich ewig selbst kopierende und die von der Optik getarnten oberflächlichen Storys!
Als das alles noch neu war ließ man sich als Zuschauer von der Burton-Optik noch gerne umgarnen, mittlerweile aber kennt man Sie nur allzu gut, weshalb man sich als Rezipient gerne auf die Geschichte verlassen möchte! Dies sagt aber nichts, rein gar nichts über die Qualität des Stils aus, sondern nur dadrüber das man sich an ihm, den Stil, schon sattgesehen hatt.
Und natürlich tuet sich Burton nur noch selbst kopieren, und dies auch nunmal mittlerweile äußerst lieblos! Und genau dass, das lieblose Kopieren, das immer wieder gleiche, ist bei Burtons Art von Stil, welcher nunmal einer von überwiegend Optischer Natur ist, dann schlicht aufgrund dessen einfach Fatal! Der Zuschauer wird dann nicht einfach mehr von der Optik geflashed bzw. begeistert und findet aufgrund dessen den Film so toll, da er sie, die Burton-Optik, ja auch schon einfach zur Genüge kennt!
Das hat zur Folge das der Zuschauer sich wesentlich stärker auf die Story verlässt! Da aber fast alle Burton-Storys nur schnell durchschaubare Gruselmärchen sind, es tut mir Leid aber das IST so, sind Sie auch nicht packend genug! Das ist alles was ich sagen wollte, als ich über Stil sprach!
Und sowieso und überhaupt: Würde mich ja der Stil von Burton selbst ankotzen, so hätte ich ja schließlich auch keine Freude an den anderen Filmen. Ausnahmen: “Planet of the Apes” von 2001, welcher übrigens natürlich auch komplett anders ausschaut, da dies ein BlockBuster, sprich auf massentauglichkeit getrimmter Film, war und kein reiner Burton, du Nasenotto! Ausnahme 2: “Big Fish”, welcher auch eine packende Story bietet, die sogar um die Optik wirklich braucht! Bei “Big Fish” steht aber auch eben wesentlich mehr, und für Burton erstaunlich, die Geschichte im Vordergrund und eben nicht die Optik, welche dann aber mit den Bildern verdeutlicht wird! Ausnahme 3: “Edward Scissorhands”, war für seine Zeit geschichtlich ein Meilenstein, wie ich zumindest finde und anscheined auch das damalige Publikum!
Also bitteschön mir nicht unterstellen ich würde den Stil an sich nicht mögen! Und selbst wenn, Stil ist Geschmackssache. Und ich habe niemals behauptet das mein Geschmack für alle der beste ist.
Nur vielleicht sollte Burton auch mal langsam wirklich über tiefergehende Storys in seinen Filmen nachdenken, die eben nicht so schnell durschaubar sind, eben nicht so oberflächliche Karikaturen als Characktere besitzen, damit der Film an sich überzeugen kann, und nicht nur seine blosse Optik! Er darf ja gerne weiterhin seinen Stil beibehalten, doch sollte er sich so langsam auch mal dadrüber Gedanken machen, das sich sein Stil vielleicht schon abgenutzt hat, man diesen als Zuschauer gewohnt ist, nicht mehr so stark warnimmt und sich deshalb vielmehr auf die Geschichte verlassen will!
Zu dem Thema Gewalt: Nach ihrer These wäre demnach also grundsätzlich Gewalt im Kino, im Film oder allgemeiner noch in der gesamten Kunst schlicht immer vertretbar, und dies auch egal mit welcher moralischen Begründung oder welchen Motiven seitens der Protagonisten, da sie ja, nach ihrer eigenen Aussage, schlicht immer fiktiver Natur sei und schon alleine deshalb vertretbar, weil sie auch nur als solche vom Zuschauer wahrgenommen wird?
Und warum fanden Sie, Herr Krähling, dann bitteschön die Vergewaltigungsszene in “The Hills Have Eyes” so schlimm? Eben, es geht auch bei Gewaltdarstellungen im Kino ebenso um moralisch vertretbare Beweg- und Handlungsgründe wie im realen Leben, ausser das im Kino hierbei wesentlich mehr auf die Tube gedrückt werden darf!
Der “Punisher” oder die “Bride” töten ebenfalls aus Rache, töten dabei aber niemals Unschuldige sondern nur ihre wirklichen Gegner! Dies bezieht sich auch z.B. auf “GoGo” oder die “Crazy 88’s” in “Kill Bill” da sie schlicht auch sonst die “Bride” töten würden, sie sich verteidigen muss! In “Collateral” verdient Cruise sein Geld mit Mord! Auch wenn seine Opfer selbst Mörder sind im Film, Real wäre dies natürlich immernoch moralisch nicht vertretbar, aber filmisch immerhin ein Beweggrund! Zudem ist Cruise ja auch der Bösewicht in besagtem Film, braucht also auch keine tragischen oder nachvollziehbaren Gründen, welche er aber netterweise trotzdem noch in seine Rolle hineinstreut!
Aber: War der Teenager in “The Hills Have Eyes” ein wirklicher Gegner? Waren all die unzähligen Opfer von Sweeney Tod wirklich seine Gegner? Hatte Sweeney oder der Mutant aus “Hoills have Eyes” irgendwelche Gründe, diese Menschen zu töten? Nein, aber allein darum geht es einfach, zumindest aber erst recht wenn man als Regiesseur eine Figur erschaffen will die der Zuschauer mögen soll!
Rambo tötet ebenfalls nicht aus purer Lust am Morden, sondern nur durch Selbststschutz! Natürlich spielte das Kino schon immer mit den Grenzen der Akzeptanz und ging wesentlich lapidarer vor als dies im realen Leben passieren könnte, jeddoch hat Sweeney diese Grenze überschritten, er wird nicht mehr als Held vom Zuschauer wargenommen bzw. akzeptiert, obwohl aber Tim Burton, und DAS ist der Knackpunkt, diese Figur zum Anfang und zum Schluß des Films so auslegen will bzw. dies versucht! Diese Rechnung geht aber nicht auf! Der Zuschauer will mit Sweeney nicht mitleiden, will sich nicht mehr mit ihm identifiezieren!
Filme erschaffen immer eine zweite zwar von sich aus fiktive, aber vom Zuschauer, zumindest für die Dauer des Films, als Realität wargenommene, Ebene, wo zwar vielleicht andere Gesetze der Vertretbarkeit von Selbstjustiz, Gewalt und Recht/Ordnung herschen mögen, aber diese sich immer noch auf unseren eigenen moralischen Wertvorstellungen berufen müssen, um akzeptiert werden zu können! Das hat nichts mit “Belehrung” zu tuen, sondern schlicht mit Akzeptanz und Vertretbarkeit!
Wenn Bellucci in “Irreversibel” knappe 20 bei voll drauf haltender Kamera vergewaltigt wird, wird gleichzeitig ein simples Rachegfühl beim Zuschauer erzeugt das klare Verhältnisse, noch einfacher sogar ein dumpfes S/W-Bild von Gut und Böse erzeugt, mit dem sich der Zuschauer mühelos identifizieren kann. Der Typ hat Sie vergewaltigt, Sie muss man beschützen, Ihn darf man töten! Das dies in der Realität nicht vertrebar ist, ist klar, aber im Film ist es vertrebar, dient einer Helden und Bösewicht Erschaffung! Wenn aber Monicas Freund einfach mal so, ins “Rektum” marschiert wäre und dem Typen die Fresse weggeputzt hätte, wäre er als Held nicht mehr vertretbar!
Im Gegenzug dazu funktioniert “300″ auch nicht wirklich auf Moralischer Ebene, da muss ich dir vollkommen Recht geben! Ich habe auch nie behauptet das “300″ tolle moralische Grundpfeiler hätte, im Gegenteil er hat sogar noch schlimmere als “Sweeney Todd”. Bei “300″ dient der Angriff der Perser als Rechtfertigung fürs Gemetzel! Das allein ist schonmal ein schwacher Ausgangspunkt, da es zu sehr ins Politische und nicht ins emotional persönliche und somit besser zu akzeptierende für den Zuschauer hinausgleitet! Zudem werden die Perser selbst im Film sogar dann noch ohne wirkliche Beweggründe, als Maskentragendes Bösewichte dargestellt, ohne Seelen und Emotionen! Der Film liefert noch nicht einmal eine Gewaltrechtfertigung seitens der Spartaner, durch evetnuelle Gewalt seitens der Perser. Die Perser werden also noch nicht einmal besonders grausam dargestellt, sondern lediglich als Kanonenfutter vor den Spartanern aufgestaffelt!
Aber… “300″ hat, gegenüber “Sweeney Todd” 2 wesentliche Bonuspunkte: Er geht mit seiner, den Bösewicht als reines gesichtsloses Kanonenfutter darstellenden Methode dann aber auch konsequenterweise so weit, und lässt sie als selbst als reine Persiflage verkommen! Er überspitzt das Szenario dermaßen das man es sogar noch im Kinosessel als reine Fiktion warnimmt, als reine Achterbahn! Und zudem legt es “300″ auch lediglich auf ein episch, optisch starkes aber nicht tragisches Ende aus, wie es “Sweeney Todd” nunmal tuet! Man könnte sagen “300″ ist so ehrlich mit sich selbst und stellt sich selbst auch nur als Achterbahn voller Coolness und Gewalt dar, das er sogar auf die Tiefe, die Beweggründe der Spartaner verzichtet! Oder hat wirklich jemand von euch da draussen um Leonidas getrauert? Nein, denn er war ja genauso ein Schwein, wenn nicht sogar schlimmer, als die Perser es waren, aber er war halt ein verdammt cooles Schwein! Der Film ist in jeder Sekunde so offentsichtlich Oberflächlich das es wiederrum OK ist!
Ich muss also auch garnicht mitleiden wenn er stirbt, aber bei Sweeney soll ich es! Laut Burtons eigener cinematographischer Aussage zumindestens nach, soll ich mitleiden. Und der zweite Bonuspunkt ist bei “300″ die im gegensatz zu “Sweeney Todd” wirklich neue Optik, welche erstmal selbst für ein tolles Filmerlebnis sorgt!
Gewalt darf im Film mit Gewalt bekämpft werden, muss dabei sich aber immer die Wagschale halten und den Bösewicht böser als denb Helden erscheinen lassen!
Ein Bösewicht braucht niemals Beweggründe im Film zum Morden! Ein Held allerdings schon! SONST wird er nicht mehr als HELD wargenommen! DAS hat Burton aber probiert! UND ist damit gescheitert, selbstverständlich! Keiner will mit einem schlicht sinnlos mordenen Irren mitleiden!
Und es ging mir bei meiner Kritik, NIE-MALS um die Gewalt an sich im Film! Es ging mir immer nur um die Identifikationsmöglichkeit, welche sich Burton aber mit seiner Darstellung eines willkürlich mordenden Helden, selbst verbaut!!!
am 25.02.2008 um 00:00
Ja natürlich gibt es vertrettbare und nicht vertrettbare Gewalt im Film. “Hills Have Eyes” spielte in keiner surrealen Welt wie “Sweeney” sondern irgendwo in der Pampa von Amerika, klar waren die Freaks fiktiv aber das Ganze machte einen reellen Eindruck so Familie im Trailer beim Campen, ebenso wie “Irreversible”…aber bei “Sweeney”? Nee komm das ist doch so abgedreht, das kann man nicht ernst nehmen.
Für mich ist Sweeney ein tragischer Held, einer der gebrochen wird. So ne Art Vader, wird vom Hass verzehrt und läuft zur dunklen Seite über, man hat ihm zuviel angetan, das ha seine Seele nicht verkraftet, darum dreht er durch. Für mich ist Sweeney greifbar und verständlich in dieser überdramatisierten Märchenwelt, darum geht mir sein Schicksal zu Herzen und darum verteidige ich ihn auch. Schade das du die Sache anders siehstaber man kann ja net immer einer Meinung sein ;)
PS: selber Nassenotto, ARSCHGEIGE!!!
am 25.02.2008 um 01:02
ArrRrgH.!
Es gibt, keine fiktiveren und eben nicht so fiktive Filmwelten! Solange der Film glaubhaft und packend erzählt wird, den Zuschauer also fesselt wird JEDE filmische Welt akzeptiert und auch über die Dauer des Films dann als Realität wargenommen! Nach dem Abspann sind aber auch alle Filme wieder, klar von der normalen, da schlicht realen, Realität bitte wieder klar zu trennen und als Fiktion warzunehmen, was auch jeder normal denkende Mensch tuet!
Es ist aber trotzdem albern zu behaupten, das bloss weil Aliens, Dinosaurier, Zombies, Mutanten oder singende Johnnys im Film die Morde begehen, es bloss deswegen verharmlost wird! Es hängt auch nicht von der Realität einer einzelnen Tat im Film ab, (Ob nun ein Dinosaurier einen Menschen frisst, oder ein Mensch einen Mensch tötet) sondern von der allgemeinen Glaubhaftigkeit des Filmes.
Auch ein Musical kann für rund 120 als filmische Realität wargenommen werden, und grausam wirken! Nicht umsonst haben alle “Autsch”, “Ahhh” oder “Ohhh” gerufen wenn Sweeney Kehlen schnetzelt oder die Leichen mir Genick vorran den Keller runterpoltern. Schließlich wird es, das Musical, für diese 120 Minuten vom Zuschauer nunmal als Realität wargenommen. Solange es glaubhaft eine zweite filmische Realität erschafft, in die sich der Zuschauer hineinfühlen kann! Und da man die Burton-Welten halt schon kennt, bleiben nur die Figuren und ihre Handlungen übrig, welche nunmal aus unverständlich Kehlen schnetzeln bestehen!
Und diese Bilder sehen zwar vielleicht noch nichtmal real aus, wecken aber zumindest klare Assoziationen beim Zuschauer… Wie gesagt: “Ahhh”, “Autsch” und “Ohhw”….
Erinner dich doch nochmal an “King King” von Peter Jackson, wo der Affe (Also Kong, und NICHT etwa Jackson) diesem T-REX den Kieferknochen herrausreißt! ALLE im Saal fanden diese Szene extrems grausam, obwohl es nur um einen mutiert-riesigen Riesen-Affen und nen eigentlich ausgestorbenen Dinosaurier geht! Beides also Wesen aus fiktiven Welten!
Da aber Kong einen Charackter hatte, die filmische Welt sehr atmosphärisch aufgebaut war, haben wir Kong und diese seine Welt für knappe 3 (Oder wie lang der jetze auch war) Stunden halt als mögliche Realität wargenommen! Klar ist uns immer und überall bewusst das es ein FILM ist aber wenn er weiß zu überzeugen, uns zu packen, uns mitzureißen sind wir halt kurzzeitig IM Film!
Solange der Film GUT ist, akzeptiert der Zuschauer sogar fliegende Schweine! Und wenn der Film dann richtig GUT ist würde er sogar um ein fliegendes Schwein trauern wenn es stirbt! Das hat also nichts mit “Mehr” oder “Weniger Realitätsnahen” Geschichten zu tuen, sondern nur mit der Glaubhaftigkeit des Films… Aber wir schweifen ab…
Zudem fand ich die eigentlichen BluTATEN in “Sweeney Todd” eher lau… Also da muss schon mehr kommen um mich zu schockieren…
Aber wenn für dich Burton gute Arbeit geleiset hat oder er dies auch von mir aus auch für den kompletten Rest der Welt getan hat, ist dass doch auch toll so! Hey, ich würde den Film ja auch gerne gut finden, kann es aber einfach nicht da ich den Film anders wargenommen habe!
Für mich hat das lasche Characterbuilding am Anfang einfach nicht ausgereicht, um all die Morde zu rechtfertigen! Zudem verrent der Film sich dann halt in diese Unschuldigenmorde, die nichts mehr mit Sweeneys eigentlichen Ziel zu tuen haben, der gezielten Racher eines Punishers z.B.!
DAS ist alles!
am 25.02.2008 um 13:33
…ja auch von mir, “ICH BIN FERTIG.” ;)
…OHHH PS: Danke Jack Nicholson…