Star Trek XI
„Der Weltraum, unendliche Weiten…“ niemals konnte mich dieser CatchFrase so begeistern, wie die Ereignisse „…In einer Galaxie, weit weit entfernt.“ Ich meine: Stell dir vor, du bist um die zehn Jahre alt und da im Fernsehen stehen eine Handvoll Kerle, mit engen Uniformen, in einer billigen Pappkulisse, die die Brücke eines Raumschiffs darstellen soll, und diskutieren über Energieverteilung, Warp-Antriebe und Logik. Und auf einem anderen Sender, steht ein junger Kerl und schwingt ein Laserschwert, während ein anderer Kerl, und sein zotteliger Freund, mit Blastern auf anonyme Soldaten, in weißer Plastikrüstung, bolzen… make your choice.
Trotzdem ist mir STAR TREK natürlich ein Begriff, immerhin hab ich alle Filme gesehen und in jede TV-Serie hineingezappt. Ich kann auch den Kult unzähliger Trekkies und Nerds nachvollziehen, die über Jahrzehnte mit Sternenflottenuniformen und Vulkanieröhrchen zu den Fanconventions rennen, um dort ihrer Religion zu frönen und auch als NICHT-Fan, war ich zuletzt doch sehr gespannt, was Produzent und Regisseur J.J. Abrams nach der legendär, trashigen Sci/Fi Serie der 60er, vier Spin Off Serien und insgesamt zehn Kinofilmen, noch aus dem TREK Universum raus kitzeln möchte, nachdem zuletzt die Next Generation Crew mit dem mittelprächtigen „STAR TREK: NEMESIS“ ihren Abschied von der Kinoleinwand feierte.
Die wichtigste Frage hierbei lautet: Kann man ein ganzes Universum, mit einer, über Jahrzehnte, liebgewonnenen und etablierten Enterprise Crew, in frischem modernen Look und völlig neuer, junger Besetzung, nochmal neustarten??? Kurze Antwort: Ja, man kann. Man sollte nicht, dass möchte ich an dieser Stelle nochmal betonen. Man sollte einen Meister Yoda nicht digital animieren und ihn, wie einen Laubfrosch, durch die Gegend hüpfen lassen. Man sollte Indiana Jones niemals mit Aliens in Verbindung bringen sowie heiraten lassen und seinen Sohn mit Shia LaBeouf besetzten. Und man sollte eine Terminator Reihe nicht ohne Arnie ins Kino bringen… Aber all dies ist (und wird) geschehen, also warum soll man nicht legendäre Sci/Fi-Helden wie James T. Kirk und Mr. Spock mit milchgesichtigen TV-Darstellern besetzen, zumindest im neuen „STAR TREK XI“ funktioniert dies, überraschend gut.
Überhaupt muss man sagen, niemals zuvor hat mich ein STAR TREK Film derartig gut unterhalten. J.J. Abrams (übrigens kein Trekkie) befördert ein ganzes Universum, mit viel Spaß und ordentlich KAWUMM! ins nächste Jahrtausend. Ein neuer glamouröser Look, junge, unverbrauchte Darsteller, schicke Effekte, viel Ironie, viel Humor und alles schön laut. Abrams hat im TREK Universum ordentlich entrümpelt, die Brücke der Enterprise auf Hochglanz poliert, viel Action hinzugefügt und den Nerd-Faktor auf ein erträgliches Level gefahren. Kurz: STAR TREK ist frisch, modern und sexy. Restauriert und aufpoliert, um die nächste Generation Trekkies und eine breite Masse Kinopublikum für sich zu begeistern.
Am überraschendsten ist hierbei die neue Besetzung, von der ich dachte, sie käme am schlechtesten weg, aber Kirk, Spock, Pille, Uhura, Scotty und der Rest sind auf den Punkt getroffen und repräsentieren all das, wofür sie schon soviele Jahre, von den Fans, verehrt werden. Auch die Ausstattung ist sehr passable; modernes Design, schicke und laute Effekte, abwechslungsreiche Action, breit gestreut und gut platziert. Viele kleine Highlights, kein großer Knall, die größte Schwäche des Films; seine Dramaturgie. Kurzweilige Spannungsbögen und flache Charakterentwicklungen, lassen den Film inhaltlich nie über Serienniveau hinaus wachsen, hinzu kommt, dass die Handlung ein Desaster ist. Durchgeknallte Romulaner, Schwarze Löcher und Zeitreisen bieten reichlich Angriffsfläche für massive Plot Holes und Logikfehler. So clever wie der Film sein möchte, sogar eine Erklärung für Änderungen und Neuanfang im TREK Universum liefert, ist er nicht, doch das schmälert den positiven Gesamteindruck nur gering, steht hier doch in erster Linie nur die gelungene Präsentation der neuen (alten) Crew nebst ordentlich Unterhaltung auf dem Programm.
Zu diesem Zweck setzt Abrams neben lauter Action und den üblichen bombastischen Effekten auch auf viel Humor und Ironie. So werden des Öfteren die charmant, berüchtigten Charaktereigenschaften der Crew auf die Schüppe genommen: Kirk baggert was das Zeug hält, Pille reißt einen OneLiner nach den anderen, Sulu vermasselt seinen ersten Warpsprung, Chekov bekommt Probleme mit der Spracherkennung der Enterprise und Uhura zieht sich bis auf die Unterwäsche aus. Neben gelungenen Parodien und Zitaten, versteckt sich auch hin und wieder ein wenig dümmlicher Klamauk, das unterhält den Kleingeist und die Fans können kurz mal wegschauen, hätte doch viel schlimmer kommen können, siehe „STAR WARS EPISODE I: DIE DUNKLE BEDROHUNG“.
Doch, doch, Abrams macht vieles richtig und schickt die neue (alte) Crew, welche sich im Verlauf des Films, sucht und findet, samt Enterprise und viel Tam Tam zu neuen Abenteuern. Das Ganze fühlt sich zwar nicht besser an als ein enorm dick produzierter Pilotfilm, macht aber doppelt soviel Spaß und präsentiert sich ganz ungezwungen als schicker Unterhaltungsbomber im Kinosommer.
Autor: André
am 14.05.2009 um 16:18
hör mir auf mit dem film!
weiß ja nicht, wo du den geguckt hast, aber wir haben nur ärger damit:
in einer unserer 2 kopien war ab kopierwerk n laufstreifen drin. der war zwar über weite strecken des films nicht schlimm, den 2. akt mussten wir trotzdem nachbestellen. dass der schon am tag danach bei uns war, zeigt, dass die ordentlich nachproduziert haben und der fehler öfter vorkam.
viel schlimmer aber: der film ist digital gedreht und dann ganz mies aufs analoge 35mm gezogen. in einer szene ist ein schwarzer balken ins bild kopiert, der da nicht hingehört – das sieht schon ziemlich doof aus. nicht aufgefallen?
außerdem ist der film ab werk unscharf! bzw einzelne elemente. oft ist der hintergrund scharf und die handelnden personen nicht. oder – zur abwechslung – mal nur eine der handelnden personen. guck dir die schlussszene mit den “beiden spock’s” nochmal an. egal was du am regler drehst, einer is immer völlig unscharf…watn dreck…
laut unserem chef-vorführer aus HH ist ihm ein solch “digitales-desaster” zum letzten mal bei “episode one” untergekommen – als die technik noch in den kinderschuhen steckte…
am 14.05.2009 um 16:35
EDIT: vielleicht fällt einem das alles aber auch nicht auf, weil einen die dusseligen licht-effekte zu sehr blenden…
wie sonst nur in computerspielen (und das auch nur in älteren, bei neuen 3d-shootern sieht das schon viel besser aus) wirft die sonne in diesem film “kreise” auf die erde (oder ins all).
hier mal n beispiel, das ich meine:
http://www.spieletester.com/uploads/inlineshots/123583181814308.jpg
die schlussszene auf der “funkelnden” brücke finde ich dadurch ganz, ganz schlimm…
am 15.05.2009 um 00:24
ah, die schicken “lense flare” effekte, über die wird sich in einigen review muckiert…mir warn die schon im trailer aufgefallen und ich fand die eigentlich ganz schick. die beste formulierung zu dem thema findet sich bei den filmfreunden:
“Die Brücke wirkt wie eine Douglas-Filiale und erzeugt in unnötigen Steady-Cam-Swooosh-Einstellungen den Eindruck man wolle einen neuen Rekord an Lense-Flare-Momenten aufstellen (wobei auch in den quietschebunten Weltraumszenen Lensflares gerendert werden, als müssten sie morgen das Plugin dafür zurückgeben).” XD
…habe den film letzte woche bei euch in der preview gesehen und mir sind weder schwarze balken, noch filmstreifen oder unschärfen negativ aufgefallen…allerdings, wenn man wie ich mal öfter bei euch reinschaut, fällt auf, dass die qualität eurer projektionen von film zu film vareieren. die skala reicht von “ach du scheiße” über “ganz passable” bis hin zu “sehr gut” in sofern liegt da mein toleranzlevel also sehr hoch.
“star wars episode II” wurde komplett digital gefilmt und im kopierwerk ordentlich verhunst, teile des films wurden extrem grobkörnig und wiesen einen grünstich auf, dies war so penetrant, dass es sogar mir damals auffiel…sogar reviews wiesen auf die schlechte qualität der filmkopien hin. natürlich ärgerlich, weil vermeidbar, und schädlich für die kinobetreiber, man könnte auch von gewollter sabotage seitens der verleihe sprechen, um digitalkopien zu pushen, ein geschäft, dass sich für verleihe rentieren würde aber die kinos natürlich vor emense kosten stellt…wundern würde mich das nicht.
ja, türlich kacke umständlich für euch, aber ich glaub in meiner vorstellung ist das niemandem aufgefallen, also pssst, nicht weitersagen ;)
am 15.05.2009 um 17:54
“wobei auch in den quietschebunten Weltraumszenen Lensflares gerendert werden, als müssten sie morgen das Plugin dafür zurückgeben”
hahahah.
naja, bin ich wenigstens nicht der einzige, dem das “lens flare” (neues wort gelernt) aufn keks ging.
und zu unserer projektions-qualität sag ich überhaupt nix mehr, hab mich da schon zu oft drüber aufgeregt. ich bin da einmal die woche und ich sehe es eher als aufgabe der vollzeit-beschäftigten an, was zu ändern…
am 19.05.2009 um 21:39
Hey Jungs!
Also ich hab den Film nicht gesehn und werde das auch auf keine Fall tun ,)
Aber das Problem
mit eurern Projektoren oder was auch immer ist mir auch schon x-mal aufgefallen…
Regst du dich darüber auf, dass die Leute dir das sagen, oder das die anderen Vollzeiter das nicht ändern?
am 22.05.2009 um 04:07
ich arbeite in nem multi-plex. die leute sind mir egal… ;-)
nee, ich reg mich darüber auf, dass da keiner was gegen tut.
zu erklärung (is ja unter uns hier):
wir haben sogar wartungsschichten. d.h., dass alle paar wochen einer der vollzeiter außerhalb der normalen kino-zeit im kino ist, und natürlich auch bezahlt wird, um sich um solche sachen zu kümmern. aber wir haben erstens keinen experten, der echt “techniker” (wie die jungs von kinoton) ist und linsen schleifen kann, oder sowas. und zweitens sind die auch nicht alle so extrem motiviert, hab ich das gefühl.
hinzu kommt: der letzte echte kinofan unter den projektionisten (der auch endlich die 1:1,66- gegen 1:1,85-opjektive ausgetauscht hat) hatte vor 2 wochen seinen letzten tag. ab jetzt wirds nur noch schlimmer.
nochmal unter uns, ein tipp:
guckt mal vorher auf die cxx-seite, bevor ihr ins kino geht:
filme, die in CS laufen sind generell unten (also in kino 2,3,4) mies, weil links und rechts abgeschnitten, aber in kino 4 unerträglich, wirklich unerträglich.
2. tipp: wenn CS-filme in K1 und woanders laufen, geht in den anderen saal.
3. tipp: bewerbt euch mal jetzt alle als vorführer im cxx, denn die luft bei euch könnte dünn werden…
beispiele (zwar aus 2008, aber die lage wird durch die finanzkrise ja zumindest nicht besser)? mal in ruhe lesen:
http://www.westdeutsche-zeitung.de/index.php?redid=311913
http://www.rhein-erft-online.ksta.de/html/artikel/1214566277417.shtml
gelesen?
also ich fasse mal zusammen: chef 1 muss insolvenz anmelden, überschreibt an chef 2, der bereits ein kino schließen musste. rechtlich verantworlich für das cinema ist übrigens chef 1.
ich schreib mich hier um kopf und kragen, aber ich hab die geschichte vor einiger zeit für die zeitung recherchiert und war schon etwas überrascht…
am 22.05.2009 um 09:26
jetzt weis ich wenigstens, warum chef 2 letzten sommer so mies drauf war ;)
hatten übrigens mitbekommen, dass eins seiner 3 kinos geschlossen wurde.
bin übrigens beleidigt, dass unser kino nirgends in den artikeln erwähnt wird. stress mach ich mir jetzt trotzdem nicht, auf der kippe steht unser laden ja seit eh und je…notfalls bleib ich aber bis zum bitteren ende, das hat letztes mal schon so viel spaß gemacht XD
am 22.05.2009 um 12:30
@ Moritz “ab jetzt wirds nur noch schlimmer.” und “bewerbt euch mal jetzt alle als vorführer im cxx”
Äh, Hallo?