Spiderman III


Nee Nee so nicht!!! Und überhaupt, eigentlich hatte ich von Sam Raimi (Regie) jetzt nen spitzen mässigen dritten Spidifilm erwartet, der nochmal alles topt und die Krönung für eine wunderbare Trilogie des Helden mit dem Spinnensinn bildet. Tja zu viel erwartet, anscheinend hat sich Raimi trotz riesen Budget und jeder Menge Ambitionen doch am Ende irgendwie überschätzt, denn zu viel im neuen Spinnenabenteuer ist „over the top“ reichlich übertrieben, kitschig oder einfach unglaubwürdig. Schon klar ist ein Comic und so, aber diese Ausrede zählt hier nicht, denn grade die Authentizität, neben aller Fantasterei und Action, war ja immer das Besondere der Spider-man Filme.
Dabei fängt zunächst ja alles gut an. Für Peter ist das Leben schön, die Uni läuft, als Spidi ist er beliebt wie nie und seiner Mary Jane will er „die große Frage“ stellen, dazu kommt das Harry nach einem heftigen Kopfstoß, dank Amnesie, wieder zum guten Freund geworden ist. Dann häufen sich die Konflikte, MJ floppt am Broadway, Peter bekommt Konkurrenz als Fotograf, Harrys Gedächtnis kommt zurück, ein außerirdisches Virus ergreift Besitz von Spiderman und dann ist da noch der Sandman der sein Unwesen treibt. Viele Handlungstränge, manche überflüssig andere arten etwas in Schmalz und Kitsch aus, stellenweise begehen die Charaktere auch schlichtweg nicht nachvollziehbare Aktionen. Wieso küsst Spidi für seine Fans auf einmal andere Mädchen? Warum wünscht Eddie Brock nach Jobverlust Peter Parker gleich den Tod? Ach…und warum erinnert mich die Kranszene so stark an den 11. September? Wirklich genial ist eigentlich nur der Plot mit dem Virus das Spidi befällt, worauf dieser zum Egoschwein und Superarsch mutiert. Hier hat der Zuschauer viel zu lachen, grade weil man Tobey Maguire den Machoarsch nicht wirklich abnimmt, aber er beweist hier viel Mut und Selbstironie. Sein Emo-look samt Liedstrich ist leider weniger gelungen, naja das Spider-man von Stereotypen und Klischees nur so wimmelt ist ja nicht wirklich neu und stört auch nicht weiter. Zumindest nicht bis zum dramatisch, aufgesetzten, ja auch peinlichen Ende des Films. Hier gibt’s dann auf einmal reichlich Schmalzkino mit derart schlechter Darstellung und Dialogen, dass man eigentlich nur noch lachen kann. Berühren kann dieses Ende nicht und zerstört dadurch den bis Dato eigentlich ganz guten Film. Sogar auf die obligatorische Kamerafahrt mit Spidi durch die Häuserschluchten am Ende, wurde diesmal verzichtet, für mich die mit Abstand größte Enttäuschung, grade nach einem solchen Schmalzende. Natürlich sind die Aktionszene dank CGI aufwändig inszeniert und sehen wie immer Klasse aus, aber auch das kann über die Mängel des Films nicht hinwegtrösten, zumindest nicht nach den deutlich besseren Vorlagen der beiden Vorgänger, Schade, Schade, Schade.
Fazit: „Spider-man 3“ ist ein Durchschnitts-Blockbuster der seinen Erwartungen nicht gerecht wird und keinen wirklich würdigen Abschluss der sonst so gelungenen Spider-Man Reihe bildet, daran kann auch die spektakuläre Action und tolle Optik des Films nichts ändern.
Autor: André