Grindhouse – Planet Terror

Trash der zweite Teil. Das Projekt Grindhouse, die skurrile Hommage der Herren Tarantino und Rodriguez, an alles was in den 60er und 70er Jahren: billig, blutig und porno war, findet hierzulande nun endlich seinen Abschluss in Robert Rodriguez spaßig-buntem Splatterfest: Planet Terror.

Es müssen die niederen Beweggründe des Geldes gewesen sein, die den deutschen Filmverleih Senator dazu trieben beide, in den Staaten als double-feature präsentierten Filme, hierzulande einzeln, dafür wenigstens in etwas längerer Fassung, zu veröffentlichen. Das die längeren Fassungen den Filmen mehr schaden als nützen sei mal außen vor. Zumindest die geänderte Reihenfolge (erst Death Proof dann Planet Terror) scheint durchaus Sinn zu machen, denn rein unterhaltungsmässig gesehen fängt Planet Terror genau da an wo Death Proof aufhört.

Rodriguez Film ist bunter, härter, actiongeladener, kurzweiliger und auf eine kranke Weise auch witziger. Was Tarantinos Death Proof einleitet treibt Planet Terror auf die Spitze: Story, Charaktere, Dialoge, Gewichtung, das alles kümmert Rodriguez kein Stück. Er schmeißt einfach einen Haufen cooler Typen und sexy Ladies zusammen und lässt sie gegen eine Horde mutierter Zombies auflaufen. Das Ergebnis ist Kirmes vom Feinsten, wilde Splatterorgien und Actionspektakel ohne Atempause. Das ganze natürlich dermaßen überzogen und billig, dass es eine wahre Freude ist den kranken Phantasien und Inszenierungen von Rodriguez zu zuschauen. Auch den Darstellern merkt man die Freude am Trash-Projekt an, ihre Charaktere sind allesamt skurrile, aufs wesentliche reduzierte, Figuren mit einem Sexappeal und Coolness Faktor, dass jeder von ihnen einen eigenen Film verdient hätte. Zudem gibt es dutzende bekannter Gesichter aus Rodriguez früheren Filmen und Gastauftritte von: Fergie, Bruce Willis und Tarantino. Die Brücke zu Death Proof, um die Zusammengehörigkeit der Filme nochmal zu betonen, ist der Krankenflügel von dem aus sich das Zombievirus, unter anderem, ausbreitet (und Stuntman Mike seine zahlreichen Knochenbrüche kuriert). Auch Dakota, die scharfe Ärztin mit den drei Spritzen, ist neben ihrem Part in Planet Terror auch kurz in Death Proof zu sehen. Natürlich auch der Sheriff, jenes wandelnde Kultklischee, welches nicht nur einen besonderen Auftritt in Death Proof, sondern auch in Kill Bill und From Dusk Till Dawn bekam.

Bei Tarantino gibt’s mehr Anspruch, bei Rodriguez mehr Mainstream. Zusammenfassend kann man sagen das Projekt Grindhouse ist geglückt. Beide Filme sind extrem unterschiedlich und funktionieren sowohl einzeln, als auch im double-feature. Beide Filme haben einen enorm hohen Trash- und Kultfaktor und wissen auf ihre Art sehr gut zu unterhalten. Beide Filme sind hervorragend besetzt und zeichnen sich durch viel Spaß an der Arbeit und Können in der Inszenierung aus. Beide Konzepte gehen auf und begeistern Trash- und Filmfans, auch wenn man hierzulande zweimal Eintritt zahlen muss.

Autor: André

3 Kommentare zu “Grindhouse – Planet Terror”

  1. Sven

    Ähhhhhhhh…
    Ich bin erst beim 2ten Absatz deines Textes und schon habe ich einen wichtigen, wenn nicht sogar existenziel und monumental wichtigen, Fehler entdeckt!

    Tarantino und Rodriquez waren selbst diejenigen, welche höchstpersönlich entschieden haben, dass besagtes Projekt “Grindhouse” in ganz Europa und sowieso uffen restliche Erdball (Ausnahmen bilden hierbei die U.S. von A., welche ja nicht zu Europa gehören, und Engelland! ) als einzelne Filme gezeigt werden.

    Ähhh… Es ist 4h morgens, ich bin ziemlich lustig durch den vielen Alkohohl und ich korrrigier den Rest dann einfach Morgen,,,,,,, etc.!!!

  2. André

    MENSCH wusst ich gar net, dacht im ernst sENATOR wäre hier das kAPITALsCHWEIN…

    KORREKTUR: Tranatino und Rodriguez, diese Raffgierigen kAPITALISTENsCHWEINE, entschieden doch tatsächlich die Filme um den halben Erdball als eINZELN zu präsentieren, weshalb man hierzulande doppelt abkassiert wird. Die halbe Erdbefölkerung sei angeblich zu blöd sich mit dem Konzept eines double-features auseinanderzusetzen und würde mit dem Begriff “Grindhouse” schon mal gar nix anfangen können…usw.

  3. Sven

    Naja ganz so hart haben sich die beiden da ja net ausgedrückt… Ihre These lautete einfach/lediglich nur, dass ausserhalb von den U.S. von A. und Engelland sich das Double-Feature-Feature niemals so richtig etabililliiert hätten tuen täte… Selbst nicht in den 70ern, wo DF´s ihren Zenit hatten.

    Zudem muss man auch die B-Movies der einzelnen Länder und besagter Zeit einmal miteinander vergleichen um T´s and R`s Entschluss, die Filme zu trennen, noch zu verdeutlichen: In den 70ern bzw. frühen 80ern liefen in den USA wirklich diese ganzen Psychopathen, Axtmörder und Zombiefilmchen, dass heißt jedoch nicht dass ebensolche auch bei uns (gut) liefen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz (etc.) waren zu dieser Zeit eher selten Grusel-, Horror- und Splatter-B-Movies zu sehen sondern eher billige Tittenfilmchen und Pseudoaufklärer alá “Schulmädchenreport” oder “Heidi und der Großvater/Ziegenpeter auf der Alm”, etc. pp.!

    Wir Eurokesen sind wohl eher auf Brüste als auf Zombies abgefahren, was also das Projekt Grindhouse sowieso schoneinemal schwieriger zu vermarkten lässt ausserhalb der USA.

    Ich will damit keineswegs behaupten mit T`s and R`s Entscheidung glücklich zu sein, denn wenn ich die Wahl hätte zwischen Titten oder Zombies… Nein lasst es mich anders formulieren: Ich würde einen ZombieFILM einen TittenFILM allemal vorziehen und wäre auch mit einen DF glücklicher gewesen als mit den beiden Singles. Jeddoch kann man unter Berrücksichtigung der obengenannten Fakten die Single-Way-Vermarktung von PT und DP nachvollziehen.

Gib uns deinen Senf!