Persepolis

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Inhalt: Im Jahre 1979 wurde der Schah, durch eine Revolution, welche mit ca. 20.000 Toten und ca. 100.000 Verletzten beziffert wird, aus dem Iran vertrieben und mit ihm auch die SAVAK, der Geheimdienst der bis dato rein monarchisch tyrannsichen Regierung, vollends aufgelöst. Doch es sollte trotzdem nicht zur, von den Rebellen erhofften, iranischen Republik kommen. Vielmehr wurde die Situation für die Bürger, des nun ja Gottesstaates Iran, sogar noch schlimmer. Denn die Mullahs, anfänglich noch selbst die eigentlichen Revolutionäre und Freiheitskämpfer, ergriffen nun ihrerseits die Macht über das Land und unterdrückten daraufhin das eigene Volk! Viele Menschen landeten daraufhin im Gefängnis, das Kopftuchtragen wurde für Frauen zur Pflicht und die marxistisch Gesinnten Revoluzzer sahen sich einer ähnlichen, wenn nicht sogar noch brutaleren Verfolgung ausgesetzt wie schon zu Zeiten des Schahs.

Mitten in dieser düsteren, von Veränderungen durchströmten Epoche wächst die 8 Jährige Marjane auf. Marjane muss anhand ihrer eigenen Familie hautnah miterleben wie sich der Krieg, die Revolution und schließlich die neue funktionalistische Führung auf den Iran und auch ihr eigenes Leben auswirkt! Das durch ihre Eltern geprägte Bild der Revolution trägt Sie dabei auf ihre ganz eigene Weise nach außen: Durch freche Sprüche, Rockmusik alá “Iron Maiden” und der dazugehörigen Kleidung! Doch schließlich führt genau diese Einstellung dazu, dass Sie von ihren Eltern ins Exil nach Österreich geschickt wird, wo Marjane fortan in Sicherheit vor dem System, bei Bekannten leben soll. In der Zeit in Österreich freundet Sie sich schnell mit den anderen Außenseitern an, kommt mit den verschiedenen Subkulturen der westlichen Welt in Kontakt, wird ein wenig zum Punk und ein wenig zum Hippie, brütet aber dennoch stets auch über ihren iranischen Wurzeln. Aber als sich dann auch noch Probleme in Liebesdingen dazugesellen, beschließt Marjane endgültig, in ihre vom Krieg gebeutelte und immer noch unfreie Heimat zurückzukehren…

Kritik: Eins Vorweg: So kompliziert wie sich die oben geschilderten politischen Ereignisse der Revolution des Irans auch anhören mögen, so werden eben jene in “Persepolis” dann aber auf einer erfrischend leichten und verständlichen Ebene erzählt, so dass es sogar höchst interessant ist dabei zuzuhören! Denn seien wir mal ehrlich: Wieviel wissen die meisten Leute aus den europäischen oder gar amerikanschen Gefielden denn schon effektiv über eben jene Revolution bzw. dessen Ursachen und Auswirkungen auf den Iran und dessen Volk?

Wie es auch die Autorin der gleichnamigen französischen Graphic-Novel’s auf denen “Persepolis” ja beruht, Marjane Satrapi gerne in Interviews zu gute gibt, herrschen anscheinend in der westlichen Welt wesentlich mehr Vorurteile, Klischees und Unklarheiten als wirkliche Fakten vor, so dass sehr schnell falsche Schlüsse über das iranische Volk und dessen Kultur und Religion gezogen werden. Mitunter auch aus diesem Grunde, um mit den falschen Bildern einmal aufzuräumen, ihre persönliche Sicht den Leuten näherzubringen, enstanden ja schlußendlich auch die 4 Persepolis-Comicbänder. Inwieweit sich hierbei allerdings Realität und Fiktion vermischen bleibt (relativ) unklar, denn dazu antwortete Frau Satrapi lediglich: “Ich erzähle weniger von mir, als dass ich mich als Figur einsetze. [...] Ich gebe ihr meinen Namen, aber ich konstruiere, anders als im Dokumentarfilm, eine Geschichte. Damit es eine wird, schreibe ich über mich, aber nehme auch Einzelheiten aus dem Leben anderer. Ich ändere Daten! Im Film zum Beispiel zerstört eine Rakete das Nachbarhaus der Familie. [...] [Das] passierte, als ich mit 18 aus Wien zurückkehrte – aber im Film beginnt da eine neue Ära, weshalb ich diese Episode vorverlegte. Die Szene ist trotzdem wahr – das Gefühl des Zerstörtseins…. Und desweiteren erklärt uns die Zeichnerin: “Der Film ist nicht autobiografisch und auch kein psychologisches oder politisches Statement. Es ist kein Dokumentarfilm. Realität an sich interessiert mich nicht. Es geht mir um den Eindruck, den die Realität hinterlässt, daraus entsteht meine Geschichte“.

Eine Geschichte die auf einer rein menschlichen Ebene funktioniert und es somit ermöglicht jedermann gleichermaßen ansprechen zu können, jedermann gleichermaßen mitreißen zu können und dabei sogar noch Hintergrundinformationen liefern kann, über ein Land dessen Geschichte und Kultur nur allzu oft mißverstanden wird und wurde!

Das mit der Geschichte ein Nerv getroffen wurde beweisen nicht zuletzt auch die durchunddurch positiven Kritiken und Nominierungen, sowohl bereits bei der ursprünglichen gezeichneten Comic-Version, als auch bei der Verfilmung, welche in Zusammenarbeit mit den Regiesseur Vincent Paronnaud entsatnd. Weltweit ist “Persepolis” als Graphic-Novel schon in 25 Sprachen übersetzt, über eine Million Mal verkauft und auf der Frankfurter Buchmesse als das “Comic des Jahres 2004″ ausgezeichnet worden. Dem Film blüht ein ähnliches Schicksal: Bisher wurde er bereits 7 Mal auf diversen Festivals nominiert, davon gewann er bereits 6 Auszeichnungen. Darunter auch den “Preis der Jury” der Filmfestspiele in Cannes. Und 2008 schickt Frankreich dann “Persepolis” auch ins Rennen für den den Oscar. Einzig im Iran selbst ist man empört! Die Farabi Cinema Foundation, eine der iranischen Regierung nahestehende Organisation, protestierte gegen die Auswahl des Films für den Wettbewerb von Cannes, da er “ein falsches Bild vom Ausgang und den Errungenschaften der islamischen Revolution zeige“. Ebenfalls wurde “Persepolis” natürlich gänzlich im Iran verboten und darf dort offiziell in keinen Kino gespielt werden. Gleiches gilt selbstredent auch für eine Vermarktung auf DVD oder VHS.

Die tiefgreifende Emotionalität dieses Filmes wird nicht zuletzt durch seinen graphisch ungewohnten Stil erzeugt, der besonders die Kindheit von Marjane wundervoll untermalt und immer genau an den richtigen Stellen betont. Desweiteren besitzt “Persepolis” ein außerordentlich gutes Gefühl für die Balance zwischen Humor und “harter Realität”. So treten einige bittere, noch lange nachklingende Szenen so unerwartet, urplötzlich und ungewohnt hart aus dem Nichts heraus auf und schlagen dann mit einer Message zu Grunde, das es einen als Zuschauer vor lauter Härte und Grausamkeit nur noch in den Sitz presst. Und damit sind hierbei wirklich menschlich starke Szenen gemeint und nicht etwa, wie jetzt einige denken mögen, “krass fett blutige” Szenen. Wiederrum andere Szenen bauen für ihre jeweiligen Aussagen eine sehr subtile und dann auch bald sehr unangenehm werdende Grundspannung auf, bis diese schließlich in ihrer ganzen Härte und Grausamkeit gipfelt.

Der allgemeine Grundton jeddoch ist bei “Persepolis” meißt mit viel Humor, einer feinen Ironie und teilweise derben sarkastischen Seitenhieben gespickt, die dass eigentliche “traurige Lied” immer in genau den richtigen Passagen wieder aufzulockern zu verstehen wissen. Und auch schon relativ bald hat man sich dann einfach in der Erzählung verloren und bewundert längst nicht mehr nur die ungewohnte Optik des Films, welche dann aber auch nicht mehr allzu wichtig für die Geschichte ist sowie es bei Marjanes Kindheit noch der Fall gewesen wäre, sondern leidet und fühlt mit Marjane einfach mit.

Fazit: “Persepolis” ist wohl eines der letzten großen Highlights des Kinojahres 2007 und ein Pflichttermin für jeden politisch und künstlerisch Interessierten Kinogänger. Aber auch aufgrund seiner zutiefst menschlichen Geschichte ist dieser Film stark sehenswert und garantiert auch für so ziemlich Jedermann einen nicht so schnell zu vergessenden Kinogang! Unbedingt noch im Kino anschauen da die graphischen Elemente wohl eher Leinwandfüllend ihre Wirkung vollends zu präsentieren wissen.

Autor: Sven

[edit] Ich wusste nicht wie ich DAS noch sinnvoll und logisch in den Text mit einbinden kann, deswegen poste ich das jetzt einfach mal ganz dreißt hier unten hin! Aber allein für diese Aussage würde ich die Marjane Satrapi einfach mal gerne ganz feste drücken und umarmen:

“Die Leute denken, Comics sind was für Jungen oder für geistig zurückgebliebene Erwachsene. Aber alle Kinder zeichnen, bis sie etwa zehn sind. Dann gibt es eine Auslese in die, die angeblich Talent haben und weiterzeichnen dürfen – und die anderen, die aufhören. Es ist eine Frage der Bildung. In der Schule lernen wir, mit Texten umzugehen, zu erörtern, was ein Autor erzählt und wie er es tut. Aber uns fehlen die Begriffe, um darüber zu reden, warum eine Zeichnung gut oder schlecht ist. Was dazu führt, dass wir auch Comics nicht verstehen oder nicht begreifen, wie Zeichnungen als erzählerisches Mittel genutzt werden können.”
(Die Zeit – Im Gespräch mit Marjane Satrapi)

4 Kommentare zu “Persepolis”

  1. André

    Puh!!! lot of stuff to read man…aber sehr nett, hast dich ja richtig ins Zeug gelegt so mit Interview-Auszügen und allem Pipapo. Mensch ich will hoffen das noch n paar Leute deinem Ruf folgen und ins Kino rennen, so lang dürfte der Film nämlich net mehr laufen.

    Eins muss ich noch loswerden was aber nur indirekt mit deiner Kritik zu tun hat:
    Meine Ansichten, Schlüsse und mein Meinungsbild über den Iran und dessen Volk hat der Film nicht grade verändert oder gar aufgeklärt, sondern vielmehr bestätigt. Ich denke das dort Charakter wie Marjane Satrapi wirklich rar sind, vermutlich weil sie sofort erschossen werden sobald sie den Mund aufmachen. Allein die Reaktionen im Iran auf den Film bestätigen wie viel die Revolution gebracht hat oder vielmehr, dass noch einiges zu tun ist.

  2. Sven

    to Comment No. 2
    I know, man! Hab ich doch gesagt! Aber is noch einiges drann zu tuen… Sidebar muss noch korrigiert werden! Headerbild muss wieder selbstständig wechseln! Begrenzungslinien an den der Hauptpage! So shitty Stuff halt…

    to Comment No.1
    Im Endeffekt muss ich dir auch Recht geben was du im letzten Absatz ansprichst! Meine grundlegende Meinung über die Regierung, die Religion und den Großteil der Bevölkerung hat der Film jetzt auch net geändert, aber viele Kleinigkeiten von dem großen ganzen erscheinen jetzt in einem besserem Licht!

    Was Sie ja auch im Film sagt, ist das dass derzeitige Regime auch schon wieder zu lange an der Macht ist und sich die meißten Menschen halt lieber anpassen als gegen den Strom zu schwimmen. Das geht halt (Inklusive: Ausrottung aller Freidenker) so lange bis keiner mehr Querdenkt… So war es ja auch bei uns vor ein paar Jährchen, gell?

  3. André

    sorry hab Comment No 2. gelöscht als ich gemerkt hab dat du das Design wieder geändert hast…

    zu oben: nah dann woll’n wah mal hoffen das dazu kein Weltkrieg nötig is wie bei uns vor einigen Jährchen, gell?

  4. vaxcyvglo

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