Iron Man

„Berufen sie eine Pressekonferenz ein und besorgen sie mir einen Cheeseburger.“
„Der Cheeseburger hat Vorrang.“

Die Blockbustersaison 2008 ist eröffnet und es geht los mit MARVEL’s erstem Soloprojekt in Sachen Filmproduktion, Name des Projekts: Iron Man. 186 Millionen Dollar hat sich MARVEL den Spaß kosten lassen – Peanuts – denn man weis bereits seit Jahren, dass Superhero-Movies alle Boxoffice Rekorde brechen. Doch in diesem Fall ist die viele Kohle tatsächlich mal gut angelegt worden und ich kann nur sagen; Spidey halt dein Spandecks Höschen fest, denn hier kommt Iron Man.

Als der Rüstungsindustrielle und Multimilliardär Tony Stark (Robert Downey Jr.) in Afghanistan der US-Armee seine neue Waffe präsentiert, gerät sein Konvoi in einen Hinterhalt und er selbst in Gefangenschaft. Seine Entführer sperren ihn in eine Werkstatt und fordern ihn auf, für sie eine todbringende Waffe zu entwickeln. Sie haben jedoch nicht mit seinem Einfallsreichtum gerechnet, denn der Tüftler baut sich einen schusssicheren Komplettanzug mit Feuerwerfen und macht seinen Peinigern Feuer unterm Hintern. Zurück in der Heimat perfektioniert Starks seine Erfindung. Es ist die Geburtsstunde des Iron Man…(Quelle: Pressetext)

Sicherlich sollte man eine gewisse Affinität für Superhero-Movies teilen, um Iron Man genießen zu können, denn der Film nimmt sich ein Beispiel an erfolgreichen Vorgängern und setzt – vor allem – auf eine spitzen Besetzung, viel Humor, coole Effekte, flache Charaktere und eine einfache Story. Im Mix ist dabei ein ziemlich unterhaltsames Popcornfilmchen raus gekommen, mit einem überragenden Robert Downey Jr.

Speziell das erste drittel des Film gehört fast ausschließlich ihm, nur dank seines Charmes und trockenen Humors ist es wohl dem Zuschauer möglich, einen egoistischen Angeber und scheiß reichen Playboy – der die schärfsten Frauen flachlegt, ein Genie der Ingenieurswissenschaft ist und dabei auch noch gut aussieht – richtig sympathisch zu finden. Die Figur Tony Stark ist ähnlich angelegt wie Nicholas Cage in Lord of War, geht dabei aber noch einen Schritt weiter und ist tatsächlich noch eine Spur arroganter und prahlerischer als Cage seiner Zeit. Downey Jr. bei seinem Egotrip zu beobachten, ist eine Freude und dazu noch sehr erfrischend – mal einen Superhelden zu sehen der auch ohne sein Kostüm vor Selbstbewusstsein strotzt und nicht – wie üblich – an Minderwertigkeitskomplexen leidet.

Natürlich wird Stark im Verlauf des Films braver und erkennt, dass sein ich bezogener Lebensstil „nicht richtig“ ist, aber bewahrt sich zum Glück dennoch seinen vorwitzigen Charme. Ihm zur Seite steht seine liebreizende Assistentin Virginia „Pepper“ Potts (Gwyneth Paltrow ) – die zwar selten so süß aussah – aber leider auch nicht viel mehr sein darf, ebenso wie Starks bester Freund und gutes Gewissen Jim (Terrence Howard), dessen Rolle ähnlich eindimensional und zudem noch blass ausfällt. Einzig Jeff Bridges als Starks hinterlistiger Geschäftspartner Obadiah Stane, bietet Downey Jr. wirklich gekonnt Parole und zeichnet sich als würdiger Gegenspieler aus.

In Sachen Action bleibt Iron Man überschaubarer als sein Budget vermuten ließe. Die Action Szenen sehen gut aus und sind abwechslungsreich gestaltet sowie mit modernsten Mitteln umgesetzt, aber bewahren sich doch noch genügend Steigerungsmöglichkeiten, für die – jetzt schon sichere – Fortsetzung auf. Der Roboter-Endkampf: Iron Man vs. Iron Monger, lässt ein wenig an Aufregung und erhofftem Spektakel vermissen. Ich mochte Iron Man’s ersten Auftritt im zerbombten Afghanistan und wie er die dortigen Terroristen samt Kriegsgerät demontiert (klar; ist wieder so ne typische Hurra-USA-Szene, aber sie hatte verdammt noch mal Stil).

Trotz einiger Steigerungsmöglichkeiten lautet mein Fazit: Iron Man rockt – und zählt mit Sicherheit zu den gelungensten MARVEL Adaptionen, das was der Film macht, macht er gut. Er ist spritzig, fetzig und lässt gute Laune aufkommen. Iron Man hat alles was ein Mainstream Film haben muss um über die volle Laufzeit zu unterhalten und sogar noch etwas mehr – unbeschwerter Popcornkino Genuss für Action-Fans und Comic-Geeks.

Autor: André

Gib uns deinen Senf!