In meinem Himmel

Nach epochalen Meisterwerken wie: DER HERR DER RINGE und KING KONG, bringt Peter Jackson ein bewegendes Drama nach einem Bestseller von Alice Sebold auf die große Leinwand: nostalgisch, sentimental, kitschig und einfach großartig.

INHALT: Die 14 jährige Sussie Sammen ist ein aufgewecktes junges Mädchen. Im Jahre 1973 lebt sie, wohl behütet mit ihrer Familie, in einem verträumten kleinen Städtchen, doch ihr unbeschwertes Leben sollte nur von kurzer Dauer sein, denn eines Tages wird Sussie von ihrem Nachbar in eine Falle gelockt, vergewaltigt und ermordet. Irgendwo zwischen Himmel und Erde verweilt ihre Seele jedoch und Sussie kann beobachten, wie ihre Familie versucht den Verlust zu bewältigen und sie sieht auch ihren Mörder, der nach Monaten des ausharren, einen weiteren Mord zu planen scheint…

KRITIK: Irgendwo zwischen sentimentalem Kitsch und anrührendem Familiendrama gelingt Peter Jackson erneut ein ganz großer Wurf. In nostalgischer Romantik der 70er Jahre, entwirft er eine detailverliebte perfekte Scheinwelt die filmischer gar nicht sein könnte. Die Mode, die Frisuren, die Autos, die Häuser, ja selbst die Auslegerware in den kleinen Geschäften, erzeugen in satten, warmen Farben, ein perfekt harmonierendes Bild einer Welt die es so wohl niemals gegeben hat. Das macht aber nichts, denn um so schockierender wirkt der plötzliche, gewaltsame Einbruch in diese heile, unbekümmerte Welt, in der ein – nah am Klischee gebautes – aber dennoch brillant gespieltes Monster, verkörpert von Stanley Tucci, sein Unwesen treibt.

Man spürt wie der Kinosaal verstummt und der eigenen Puls zu rasen beginnt, wenn Jacksons Monster die kleine Sussie in seinen Unterbau lockt und der Funke langsam beim Opfer überspringt. Quälende Minuten die packend und unerträglich spannend in Szene gesetzt wurden. Auch der Moment, in dem Sussies Seele erkennt, was ihr widerfahren ist, zeugt von brillanter Inszenierung und ist dabei sicherlich nur ein Highlight in diesem fesselnden kleinen Drama, das Jackson durch große Bilder auf epische Ebenen pumpt.

In Sussies, eigens für sie, geschaffener Zwischenwelt, ist der hohe Kitschfaktor dann aber auf keinen Fall mehr zu leugnen. Hier bietet Jackson zwar kreatives aber auch hartes Kontrastprogramm zur sonst nicht minder romantisierten aber deutlich stimmiger konzipierten Realwelt. Goldene Kornfelder, weite Strände, grüne Wiesen, bunte Bäume, klare Seen und rosa farbener Horizont. Komplett am Computer geschaffene Panorama wirken, als hätte sich Elton John an Photoshop ausgetobt. Wage erinnert das Ganze an HINTER DEM HORIZONT, wirkt aber noch um einiges kitschiger und wechselt dabei auch noch mehrfach die Stilrichtungen, hier wäre weniger mit Sicherheit mehr gewesen.

Der grundsätzlich melancholisch, nostalgischen Stimmung tut dies aber keinen Abbruch, denn Jackson versäumt es nicht, seine opulenten Bildern, mit liebenswerten und gut etablierten Charakteren zu schmücken. Allen voran die kleine Sussie, gespielt von Saoirse Ronan, welche hier ihre Demonstration von Schauspieltalent, nach ABBITTE, fortsetzen kann. Mark Wahlberg, Rachel Weisz und die immer brillantesan Sarandon sorgen für herzerwärmende und zutiefst tragische Familienmomente welche sich, in der süßlich, einlullenden Atmosphäre, gut auf das Publikum übertragen können. Den Gegenpart gibt Stanley Tucci, der als klar erkennbarer Bösewicht auch mal das ein oder andere Klischee bewältigen muss, als Antagonist aber eine sehr gute Performance präsentiert, die ihm sogar zu einer Oscarnominierung gereichte.

Um den Film als Meisterwerk zu feiern, muss man sich schon ein wenig erweichen lassen können. Ein Peter Jackson Film wird gerne mal Sentimental und schwelgt in romantischen Stimmungen, hart gesottene BRAIN DEAD Fans müssen dabei sicherlich brechen gehen. Der naiven Welt von IN MEINEM HIMMEL kann man aber auch mit der Liebe zu romantischen Fantasiespektakeln und Hommage an den 70er Jahre Film begegnen. In dieser Konstellation, in der Jackson immer wieder berührende, spannende und sogar schockierende Momente findet, ist IN MEINEM HIMMEL ein Kinohighlight welches Nahe geht und dessen Ambition und Beherztheit man in jeder einzelnen Liebevoll eingefangenen Einstellung spürt.

P.S: Wer Peter Jackson im Film findet, bekommt 100 Filmfanpunkte.

Autor: André

6 Kommentare zu “In meinem Himmel”

  1. Marc

    Nostalgisch, sentimental, kitschig und einfach ziemlich daneben. Das du hier trotz massiver Fehler und Schwächen, die du in der Review auch einräumst, viereinhalb Affen vergibst, kann wohl nur mit ausgewachsenem Peter Jackson Fanboytum zusammen hängen.

    Der Film quillt zweieinhalb Stunden über vor erzählerischem Durcheinander, falschen Tonfällen, sinnlosen Figureneinführungen, emotionalen Lücken in der Charakterzeichnung, maßlosem Kitsch und ist für einen Regisseur von Jacksons Format einfach eine riesige Enttäuschung. Ich wollte den Film wirklich mögen, aber trotz einiger netter Ideen und Elemente, ist er leider so mißlungen, dass ich danach so bedröppelt aussah wie Solariumsindiander Mark Wahlberg unter seinem lächerlichen Toupet.

    Hab hier noch eine Review gefundne die meine Ansichten ziemlich auf den Punkt bringt: http://psycho-rajko.blogspot.com/2010/02/kino-lovely-bones.html

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