Hancock


„Wehe du wirfst den Truck auf meinen Kopf.“
Big Will meldet sich zurück mit einem neuen Blockbuster Marke: Standard-Unterhaltung. Der von Peter Berg Inszenierte Wust aus Action, Humor und Drama ist trotz der Grundidee – besoffener antiSuperman im Pennerlook – wenig komisch, kein bisschen originell und die für Anspruch und Tiefgang einspringende Action kommt schon wieder viel zu kurz.
John Hancock (Will Smith) hat es nicht leicht als Superheld. Wegen seiner ungewöhnlichen Methoden und nach ein paar “Missgeschicken” ist er bei der Bevölkerung nicht mehr so beliebt und in etwas in Ungnade gefallen. Daher heuert er einen PR-Berater (Jason Bateman) an, der sein Image wieder verbessern soll. Als sich Hancock dann auch noch in dessen hübsche Frau Mary (Charlize Theron) verliebt, nimmt das Chaos seinen Lauf…(Quelle: Pressetext)
Nachdem Will Smith als Militär Wissenschaftler vereinsamt – mit Hund – durch New Yorks verwilderte Straßenschluchten zog, liegt er nun verkatert und zugedröhnt auf einer Parkbank in Los Angeles. Den Zustand der völligen Einsamkeit, würde Hancock sicherlich begrüßen, denn die Leute gehen ihm mächtig auf die Eier, ständig soll er für sie die Welt retten und tut er dies, dann beschimpfen sie ihn als „Arschloch“. Warum? Hancock ist ein Superheld und unverwundbar, aber Hancock ist außerdem ein Säufer ohne Perspektive und darum erledigt er seinen Job nur mir halbem Arsch und macht dabei eine Menge Zeug kaputt. Was die Welt über ihn denkt ist Hancock aber scheiß egal – zumindest eine halbe Stunde lang und bis dahin ist es ganz amüsant ihm dabei zuzusehen wie er volltrunken durch die Gegend fliegt, halb nackt kleinen Kindern die Eistüten klaut und einen Wal aufs Meer hinaus schleudert. Dann taucht der PR-Berater Ray auf – dem Hancock das Leben rettet – und beschließt aus Dankbarkeit, Hancock zu einem besseren Menschen zu machen.
Jason Bateman dabei zuzusehen, wie er Hancocks unorthodoxe Aktionen kommentiert oder sich bemüht als gute Seele und Gewissen, Hancock ein wenig Anstand und Vernunft einzutrichtern, ist – neben den YouTube Videos (die man aus den Trailern kennt) – leider das einzige Highlight welches der Film zu bieten hat.
Obwohl „Hancock“ viel Potenzial für schwarzen Humor und bös-witzige Momente bietet, bleibt der Streifen erstaunlich brav und harmlos – schlimmer noch – Hancock wird bereits nach einer halben Stunde gezüchtigt und geht freiwillig in den Knast um Busse zu tun. Dann steckt in Ray in ein nichts sagendes, schwarzes 08/15 Kostüm und lässt ihn – langweilig wie Superman – die Welt retten, schnarch. Die dabei noch auftauchenden Gags, wie Hancocks Klarstellung der nicht sexuell gemeinten Berührung, bei der Rettung einer Polizistin mitten im Kugelhagel und die – im Film dann gar nicht mehr witzige – „Kopf in den Arsch“ Aktion, kennt man ebenfalls aus den Trailern.
Nachdem also Hancocks Problem der Unzucht und der Unvernunft gelöst sind, kommt der Film mit einer vollkommen an den Haaren herbeigezogenen Überraschungswendung, um Charlize Theron daher und strickt zudem ein Liebesdrama um sie und Hancock, welches auf Grund der plötzlichen Ernsthaftigkeit des Films und der aufgesetzten Tragik der Handlung völlig deplatziert und lächerlich wirkt.
Spätestens jetzt verliert man jegliches Interesse an dem Film, denn auch die Action kommt in der finalen Phase viel zu kurz. Ohnehin hält der Film viel zu wenig davon bereit und dann handelt es sich um langweilige und uninspirierte CGI Bilder, die mittlerweile – auch wenn sie noch so auf die Kacke hauen (was sie hier nicht tun) – niemanden mehr beeindrucken können.
Schade also, dass „Hancock“ seine Möglichkeiten nicht mal ansatzweise auslebt und einzig Jason Bateman etwas für die routinierte Action und die kraftlose Performance von Smith und Theron entschädigen kann. Der Film ist nichts weiter als eine hochgekochte Banalität mit Starbesetzung und lauten Effekten ohne Stil, die das männliche Equivalent zu „Die Super-Ex“ darstellt und dabei noch schlechter wegkommt.
Autor: André
am 08.08.2008 um 02:15
krasse kritik. hab den gestern gesehen und war sogar positiv überrascht. also wenn man, wie du ja sicherlich auch, einfach nur popcorn-kino und keine tiefe erwartet, kann der film – meiner meinung nach – echt gefallen. fand die “vollkommen an den Haaren herbeigezogenen Überraschungswendung” wirklich überraschend und genau sowas erwarte ich von popcorn-kino. genau das fehlte dem (von dir ja sehr gnädig bewerteten) 4. indi. auch die gags nach hancocks “wandlung” sind teilweise recht amüsant (die küchen-szene am morgen nach der wendung z.b.). das ende ist nicht toll, aber die story dahinter (möglichst ohne spoiler ausgedrückt: ewiges leben, distanz zwischen ihm und ihr) fand ich für nen superhelden-film sehr intelligent. aber is ja geschmacksache, wa?
ps: wg. batman: habe ja 7 karten reserviert (ihr wolltet 6 + meine). denkt bitte daran, dass in der “man`s night” frauen keinen zutritt haben (is albern, is aber so). falls bei euren karten auch weibliche mitbürgerinnen eingeplant waren, sagt mir bitte noch bescheid. ebenso wenn jmd von euch ausfällt. hab jmd der dringend mit will, aber gibt natürlich keine karten mehr.