Eine unbequeme Wahrheit

![]()
Eigentlich locken mich Dokumentarfilme nie ins Kino. Zwar finde ich so Manchen vom Inhalt her sehr interessant, jedoch ist die Umsetzung meistens sehr sachlich und unspektakulär um nicht vom Inhalt abzulenken und daher sind die wenigsten Dokumentarfilme, rein optisch, wirklich sehenswert. Auch „Eine unbequeme Wahrheit“ bildet da keine Ausnahme, dennoch gehört er zu der Sorte Dokumentarfilm, die man am besten mit viel Publikum anschaut wie beispielsweise: „Bowling for Columbine“ „Fahrenheit 9/11“ oder „Deutschland ein Sommermärchen“. Nicht etwa, weil man ein Gegner der Bush-Regierung ist, oder mit den Fans nochmal eine WM und eine Stimmung erneut erleben möchte. Nein, sondern ganz einfach aus dem Grund, weil der Film ein Thema behandelt das wirklich jeden einzelnen betrifft: unsere Umwelt.
„Hi, ich bin Al Gore und war früher mal der zukünftige Präsident der vereinigten Staaten von Amerika.“ stellt sich der Protagonist und Laudator des Vortrags über Umweltschutz und Klimawandel vor. Al Gore erläutert in seinem Vortrag das Problem des CO² Anstiegs in der Atmosphäre und den daraus resultierenden Treibhauseffekt, der laut Gore, die Ursache für die globale Erwärmung der Erde und somit des Klimawandels ist. Man muss an dieser Stelle fairer Weise erwähnen, dass es noch eine andere Lobie mit ebenso vielen Experten und sachlicher Forschung gibt, die die Meinung vertritt, die globale Erwärmung habe nichts mit dem CO² Anstieg, sondern mit der heißer werdenden Sonne, den Sonnenflecken, zu tun und sei somit keine Folge von Umweltverschmutzung. Ganz gleich welche These man nun vertreten mag, es bleibt die Tatsache, dass der Treibhauseffekt die globale Erwärmung zumindest stark beschleunigt und das Umweltschutz immer eine gute Sache ist. Gore erläutert sehr charmant und auf fast schon kindgerechtem Niveau die Problematiken, Ursachen und Folgen des Klimawandels: „Wir werfen also ein paar wunderbare Goldbaren in die Waagschale und wiegen diese herrlich glänzenden Dinger auf mit…OHH!!! DEM GESAMTEN PLANETEN.“ Dies ist neben all dem Charme von Gore und der humoristischen Darstellung vieler Grafiken sogleich auch am schockierendsten, grade weil es so simple und offensichtlich erscheint und dennoch so gut wie nichts unternommen wird. „Man braucht manchmal einen Schock, wie der Frosch der ins heiße Wasser hüpft und gleich wieder hinaus, anstatt im langsam heißer werdenden Wasser zu verenden, ehe man auf eine wirklich ernste Lage reagiert.“ weis Al Gore und verknüpft seinen Einsatz für den Umweltschutz mit persönlichen, tragischen Ereignissen: „Man merkt meistens erst wie wichtig etwas ist, wenn man es zu verlieren droht.“ Mit viel Einsatz und Kompetenz vermittelt Gore alles was man zum Thema Erderwärmung und Klimawandel wissen muss und zeigt sogleich Mittel und Wege auf, wie selbst der einfachste Bürger etwas dagegen unternehmen kann: „ Es ist kein politisches Problem das wir hier haben, es ist ein moralisches.“ Mit diesen Worten appelliert Gore an jeden einzelnen Zuschauer nicht tatenlos zu bleiben, dabei wird er niemals anklagend sondern verständnisvoll und mitfühlend: „ Ein Artikel besagt der CO² Anstieg sei gefährlich, zwei Wochen später liest man in einem anderen, das könne man so nicht sagen. Kein Wunder, dass sie verwirrt sind.“ Wie man letztendlich mit dem Thema umgehen mag, bleibt wohl jedem selbst überlassen, der Film jedoch bietet jede Menge Lösungen und Denkanstöße und verfehlt daher seine Wirkung in keinster Weise. Somit ist „Eine unbequeme Wahrheit“ ein durchweg gelungener Dokumentarfilm, denn jeder der die Möglichkeit hat, mindestens einmal gesehen haben sollte.
Fazit: Man kann gar nicht genug betonen, dass allein die Thematik des Films ein anschauen lohnt. Jedoch ist es vor allem der Charme, Einsatz und die Kompetenz von Al Gore die „Eine unbequeme Wahrheit“ wirklich sehenswert machen.
Autor: André