double KILL

HITMAN:

MR. BROOKS:

Diese Woche im Videoverleih stieß ich auf gleich zwei Neuheiten die sich mit einer – eher ungeliebten – Randgruppe unserer Gesellschaft befassen: den KILLERN.

Selbstverständlich ist „Killer“ nur ein Oberbegriff der sich in viele unterschiedliche Kategorien aufteilen lässt, ebenso unterschiedlich wie die Filme in denen sie auftauchen können, oder – wie in diesem Fall – zu Protagonisten werden.

Film Nr.1 stammt aus dem Genre: Action und befasst sich mit der Person des „Auftragskillers“. Es handelt sich um HITMAN, die Videospielverfilmung des gleichnamigen Strategie/Shooters der Firma Eidos. Im Spiel steuert man den professionellen Auftragskiller „fourtyseven (47)“ und muss auf möglichst effiziente und unauffällige Weise, kriminelle oder korrupte Machtinhaber um die Ecke bringen.

Im Film wird 47 von Timothy Oliphant verkörpert, der zwar etwas jünger wirkt als die Vorlage, aber durchaus in der Rolle gefällt. Im zur Seite steht die relativ unbekannte Olga Kurylenko, die immer sexy mit dem Arsch wackeln darf, schön knappe Kleidchen trägt und ein paar Mal auch nur mit Slip auskommt – ist natürlich lecker Eyecandy für die Kerls, aber zu Olgas Verteidigung; sie spielt eine Prostituierte.

Die Handlung ist – wie erwarten – Standard: Agent 47 (Timothy Olyphant), ein Killer mit Prinzipien und Nerven wie Drahtseile. Doch wird aus dem kühlen Jäger auf einmal der Gejagte: Er gerät in die Fänge eines politischen Machtspiels und wird selbst zur Zielscheibe von Interpol und dem russische Militär. Während er den Attacken seiner Gegner ausweicht, kämpft Agent 47 darum, herauszufinden, wer ihn aus dem Weg räumen will – und warum! Die größte Bedrohung besteht für ihn allerdings in der geheimnisvollen, attraktiven Frau Nika (Olga Kurylenko)…(Quelle: Pressetext)

HITMAN ist gar nicht so schlecht wie man ihm nachsagt – und der unendlich schlechte Pressetext vermuten lässt, die DVD-Fassung hat „keine Jugendfreigabe“ und dementsprechend heftig und konsequent geht es auch bei den zahlreichen Ballerszenen zu. Dabei steigert sich der Aufwand der Action kontinuierlich, wobei jeder der Szenen hübsch choreografiert ist und durchaus zu unterhalten weis. Natürlich ist der Streifen nicht sonderlich Innovativ und bietet leider auch gar nichts Neues was man noch nicht gesehen hätte. Aber 2-3 Mal fühlt man sich schon an das coole Actiongame erinnert und Timothy Oliphant sieht auch immer cool aus, in dem signifikanten Anzug von 47.

Insgesamt also sicher kein wirklich einschlagender – aber dafür recht solider – Actionfilm dem man sich auf DVD – schön laut – gerne zu Gemüte führen kann.

Film Nr.2 ist ein GEHEIMTIPP, er heißt: MR.BROOKS, ist ein Thriller und erzählt die Geschichte eines „Serienkillers“ der eigentlich keiner sein möchte.

Von der Handelskammer zum Mann des Jahres gekürt, scheint Earl Brooks (Kevin Costner) auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt zu sein. Weder seine Frau (Marg Helgenberger) noch seine studierende Tochter (Danielle Panabaker) ahnen etwas von seiner, versteckten, alzu dunklen, mörderischen Seite.

Vor zwei Jahren hat er mit dem Töten aufgehört, Brooks versuchte seine Sucht nach dem Töten mit regelmäßigen Besuchen bei den Anonymen Alkoholikern zu bekämpfen. Doch dann überkommt ihn wieder die alte Mordlust. Sein imaginärer Freund Marshall (William Hurt) unterstützt ihn bei seinem Vorhaben, denn dieser konnte die zweijährige Auszeit nie richtig verstehen.

Bei dem ersten Doppelmord nach der Pause wird Brooks jedoch fotografiert. Der unfreiwillige Zeuge Smith (Dane Cook) erpresst Brooks mit den Bildern und droht zur Polizei zu gehen, falls er ihn nicht mit auf seine Mordzüge nimmt. Als sich zudem die hartnäckige Ermittlerin Tracy Atwood (Demi Moore) an die Fersen von Smith heftet und an der Uni von Earl Brooks Tochter ein grausamer Mord geschieht, überschlagen sich die Ereignisse…(Quelle: Pressetext)

Regisseur Bruce A. Evans und Co-Writer Raynold Gideon überraschen mit einer äußerst einfallsreichen und Genre untypischen Handlung, bei der sie den Serienkiller Earl zu ihrem Protagonisten machen. Das Interessante daran ist; das Earl wirklich böse ist, tatsächlich Unschuldige umbringt und obendrein auch noch an Schizophrenie leidet. Earl ist eine akute Bedrohung für die Gesellschaft und trotzdem findet man ihm irgendwie sympathisch. Das liegt vor allem an Kevin Costner und William Hurt, bei deren bizarren Dialogen, es unglaublich viel Spaß macht zuzusehen. Costner zeichnet nach Perfekt World endlich mal wieder einen bösen, interessanten und facettenreichen Charakter, der sich neben seiner Mordsucht auch mit familiären Problemen herum schlagen und mit William Hurt einen großartigen Co-Darsteller hat, der seine Rolle des imaginären Marshalls sichtlich genießt.

Etwas unausgegoren wirkt lediglich der Plot um Demi Moore in der Rolle von Detectiv Tracy Atwood. Die schlägt sich nicht nur mit den Ermittlungen der Brooks-Morde, sondern außerdem mit Jagd nach einem weiteren Serienkiller herum. Dieser Erzählstrang gibt der Handlung zwar immer mal ein paar Spannungselemente, ist aber im Prinzip völlig überflüssig.

Sieht man über diese kleine Schwäche hinweg, gestaltet sich Mr. Brooks aber als äußerst unterhaltsamer und ungewöhnlicher Genrefilm mit vielen interessanten Ideen und gut gelaunten Darstellern, auf DVD sehr sehenswert.

Autor: André

4 Kommentare zu “double KILL”

  1. Moritz

    hmmm…
    trailer und film film “mr. brooks” lief bei uns. ersterer war soooo langweilig, dass ich mir letzteren (trotz guter kritik im “stern” und in der “SZ”) gekniffen hab.
    werde das nachholen…

  2. Moritz

    edit: denn “natürlich” überzeugt mich andrès kritik mehr als die beiden anderen ;-)

  3. Toby

    ersteren gesehen und fuer gut befunden ! zweiteren muss ich noch nachholen :)

  4. André

    genau so will ich das ;)

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