Der letzte Kuss

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Ernste Beziehungen sind ein hartes Stück Arbeit, ganz gleich in welchem Stadium sie sich auch befinden, die Arbeit hört niemals auf. Natürlich passieren in solchen Beziehungen auch Fehler die Menschen verletzen und enttäuschen und dann steht man vor der Frage: Was nun? Lohnt es sich fortzufahren oder ist es besser getrennte Wege zu gehen. Mit dem Remake Der Letzte Kuss gibt Regisseur Tony Goldwyn einen sehr ehrlichen, sehr gefühlvollen Einblick in die unterschiedlichen Stadien fester Beziehungen.
Michael (Zack Braff) ist 29 Jahre alt, hat eine wunderschöne Freundin und einen vielversprechenden Beruf, zudem wird er bald Vater. Während seine Freundin Jenna (Jacinda Barrett) bereits Pläne für die Ehe und ein gemeinsames Haus schmiedet, befindet sich Michael in einer tiefen Kriese, denn sein Leben verläuft ihm zu gradlinig. Da kommt ihm die junge, unkonventionelle Kim (Rachel Bilson) ganz recht und zwischen den beiden fängt es an zu knistern. Auch Michaels Freunde haben so ihre Beziehungsprobleme, während Izzy seiner Ex hinterher trauert und Kenny feststellen muss, dass sein neuer Flirt auf der Suche nach was Festem ist, streitet sich Chris immerzu mit seiner Frau, die alle Hände voll damit zu tun hat das gemeinsame Baby großzuziehen. Doch nicht nur bei den jungen Leuten, auch bei Jennas Eltern bahnt sich eine Kriese an.
Mit ruhigen, stimmungsvollen Bildern schildert Goldwyn die, ach so menschlichen, Konflikte der verschiedenen Paare. Schwerpunktmäßig liegt sein Interesse dabei vor Allem auf Michael und seiner verfrühten Midlifecrisis. Zack Braff ist auch in dieser Rolle einfach nur großartig und schafft es seine Leistungen in Garden State noch zu übertreffen, sein Charakter wirkt absolut glaubwürdig und trotz all seiner Fehler, in keinem Moment unsympathisch, das gilt im übrigen für die gesamte Besetzung, die ihre Sache einfach großartig macht und natürlich entscheidend zur gelungenen Umsetzung des Stoffes beiträgt. Auch den Drehbuchautoren muss man ein großes Kompliment für die ehrlichen Dialoge aussprechen, die keinesfalls kitschig oder aufgesetzt wirken, sondern in ihrer Aussagekraft fast schon erschreckend real ausfallen. Neben aller Dramatik bemüht sich Goldwyn aber auch um ein wenig Komik und kann auch diese Hürde erfolgreich meistern, natürlich tragen auch hier seine Darsteller gekonnt dazu bei. Was die ganze Sache dann noch abrundet ist der ausgezeichnete Soundtrack der sich hervorragend denn Stimmungen der Charaktere anpasst und deren Gefühle gekonnt zu transportieren versteht.
Fazit: Der Letzte Kuss ist eine ehrliche, tragisch komische Beziehungsstudie in ruhigen, wunderschönen Bildern erzählt und mit hervorragendem Darsteller geschmückt, der gute Soundtrack untermalt diese perfekte Harmonie und sorgt für kurzweilige Unterhaltung mit etwas Tiefgang.
Autor: André