American Gangster

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 23.11.2007 von Sven

american-gangster.jpg

american-gangster.jpg

Inhalt: New York City in den frühen 70er Jahren. Kleine und große Gangster durchstreifen die Straßen, die Polizei der Stadt ist durchsetzt von Korruption. Das amerikanische Volk zahlt in Südostasien ebenso wie im eigenen Land einen vernichtend hohen Preis für den Vietnam Krieg. Die Soldaten der US-Armee kehren entweder in Särgen nach Hause zurück oder als Abhängige einer neuen Droge namens Heroin – die sie bald mit unzähligen Junkies in der Heimat teilen.

Unter Mithilfe korrupter Polizisten kann die Mafia in diesem monopolistischen Markt ungestraft ihre Geschäfte machen und verkauft Tausende von Kilo an all die, die hungrig nach dem notwendigen Stoff sind. Um dieses System aufrecht zu halten, zahlt eine privilegierte und unantastbare Klasse weißer Männer Hunderte von Millionen Dollar an die Richter, Anwälte und Polizisten New Yorks: Die Cosa Nostra und ihre Handlanger regieren die Straßen, und die Gesetzeshüter schweigen zu diesem für alle Beteiligten nutzbringenden Geschäft – bis ein Afroamerikaner namens Frank Lucas (Denzel Washington) in das Spiel einsteigt…

Niemand hat ihn auf der Rechnung, den stillen Helfer von Bumby Johnson, einem der führenden schwarzen Gangsterbosse der Stadt. Aber als Bumby plötzlich verstirbt, macht sich Lucas das Vakuum in den Machtstrukturen zunutze – er will sein eigener Boss sein, sich sein eigenes Reich aufbauen und seine eigene amerikanische Erfolgsgeschichte schreiben. Eine Schule hatte er nie besucht, doch er kann auf jahrelange Erfahrungen in den Straßen New Yorks zurückgreifen. Diese Erfahrungen nutzt er – zusammen mit seinem Einfallsreichtum und seiner strengen Geschäftsethik – um den Drogenhandel der innerstädtischen Gegenden an sich zu reißen. Dank genialer Geschäftsmethoden kann er die Straßen mit reinerem Stoff zu einem besseren Preis versorgen: Mit seinem “Blue Magic”-Heroin ist Lucas bald allen anderen führenden Gangstersyndikaten überlegen. Der loyale Familienmensch wird zum Helden der Straße und Teil eines elitären Zirkels von Superstars im New York der frühen 70er – aber auch zu einem der skrupellosesten Gangster der Stadt.

Auf der anderen Seite steht der hartgesottene Cop Richie Roberts (Russell Crowe). Er weiß fast alles über die Gesetze der Straße und ist nah genug am Geschehen, um zu fühlen, dass sich die Machtverhältnisse in der Drogenunterwelt verschieben. Er glaubt, dass es jemanden gibt, der die Leiter nach oben klettert, außerhalb und über den bekannten Mafia-Familien – und in ihm keimt der Verdacht, dass sich einer aus den Reihen der Afroamerikaner New Yorks aufgemacht hat, die Szene zu dominieren. In einem nervenaufreibenden Puzzlespiel setzen er und sein Spezialteam die Details zusammen.

Sowohl Lucas als auch Roberts folgen dabei einem strikten Ehrenkodex, der sie von ihresgleichen abgrenzt und sie zu Außenseitern auf entgegengesetzten Seiten des Gesetzes macht. Aber die Schicksale der zwei Männer laufen unaufhaltsam ineinander, und sie nähern sich einer Konfrontation, die nicht nur ihr eigenes Leben verändern wird, sondern auch das einer ganzen Generation in New York City… (Pressetext: Universal)

Kritik: Im Jahr 2000 schrieb der Journalist Mark Johnson für das “NY Magazine” einen Artikel (“The Return Of The Superfly”) über die Biographie des bis dato ziemlich unbekannten Mafiaboss Frank Lucas – ein Stoff geradezu geschaffen für die Leinwand. Doch es dauerte dann letztendlich doch noch ganze 7 Jahre, bis der fertige Film im Kino zu sehen war. 2001 wollte sich Antoine Fuqua (“Training Day”) daran versuchen (Bereits mit Denzel Washington aber dafür dann mit Benicio Del Toro), doch einen Monat vor Drehstart im Jahr 2004 stoppte Universal das Projekt aus Kostengründen. Später scheiterten auch noch Brian De Palma (u.a. “Scarface”, “The Black Dhalia”) und Terry George (“Hotel Ruanda”) an der Umsetzung. Als “American Gangster” schon fast beerdigt war, kam die Produktion erst durch eine gewaltige Superstar-Kombination wieder ins Rollen. Regie: Ridley Scott (u.a. “Alien”, “Blade Runner”, “Gladiator”), Drehbuch: Steven Zaillian (u.a. “Schindlers Liste”, “Gangs of NY”), Hauptrollen: Denzel Washington und Russell Crowe.

Scott lässt sich Zeit für seine Charaktere: Satte 158 Minuten, die allerdings keineswegs zu lang erscheinen sondern genau richtig aufgeteilt sind, befinden wir uns in seinem epialen Abstecher durch die Harlemer Gangster und Drogenszenerie. Er beweist einmal mehr solides, sogar streckenweise außergewöhlich gutes Regiehandwerk und setzt seine Figuren fast immer ins richtige Licht. Jeddoch wirken einige kleinere Szenen, zwar nicht vollkommen unnütz, aber zumindest schwach. Sie sollen eigentlich den jeweiligen Charakteren mehr Tiefe verleihen, so wie es z.B. auch Sofia Coppola gerne und immer wieder großartig in ihren Werken tuet. Jeddoch wirken diese Szenen dann oftmals zu aussagelos als das sie wirklich etwas bewirkten. Dies mag allerdings auch, zumindest in Crowes Fall, teilweise am schauspielerischen Talent liegen. (Ja ich mag den Mann einfach nicht!) Nicht das er durch die Bank nicht schauspielern kann, aber er hat nunmal starke Momente und weniger starke Momente.

Jeddoch beweist uns dafür Denzel Washington wieder einmal mehr, durch seine durch-und-durch glanzvolle Vorstellung, das er seine mittlerweile 2 Oscars doch schon zu Recht verdient hat. Er erzeugt mit Franc Lucas Charakter nicht nur eine glaubhafte Figur, sondern er schafft es auch, im Gegensatz zu Kollegen Crowe, eine wirkliche Tiefe mit menschlichen Urpfeilern und Beweggründen in dieser Rolle zu erschaffen. Ich würde diesem Mann so ziemlich alles abkaufen, selbst wenns schimmliges Brot wäre.

Ridley Scott, und das ist wohl einer der Vorteile des Filmes aber gleichzeitig auch einer seiner größten Nachteile, versucht sich, (leider) nicht wie es das Genre z.B. mit der “The Godfather”-Triology schon fast vorschrieb, mit einer völlig untypischen Erzählweise. Natürlich wirkt diese sehr menschliche Herangehensweise in “American Gangster” zunächst einmal sehr erfrischend und auch neu und unbekannt. Und Scott versucht zwar auch ein starkes 70ths Feeling aufzubauen und schafft dies auch wunderbar, jeddoch verfehlt er dabei das noch viel wichtigere Element: Das epische Feeling eines Gangsterfilmes dieser Art. Den dieses bleibt fast gänzlich auf der Strecke.

Man könnte fast sagen das alles “zu menschlich wirkt”! Denn dadurch das wir nunmehr keine klare Linie zwischen Gut und Böse in “American Gangster” ziehen können und sogar der eigentliche Bösewicht im Grunde seine nachvollziehbaren Beweggründe hat und lediglich eine falsche Herangehensweise, verliert die eigentliche Story somit gleichzeitig an Charme. Und eine Konfrontation zwischen Cop und Gangster am Ende des Filmes, welche ja unausweichlich ist, hat weder etwas rein gutes noch etwas rein schlechtes sondern bietet nur etwas “auf beiden Seiten” vollkommen nachvollziehbares.

Der Twist am Schluß bietet dann lediglich die zwar ebenso nachvollziehbare und logisch konsequente, aber dafür dann leider zu kurze und unausgereifte, Weiterführung eines sich im Genre verheddernden Erzählstrangs. Nicht das wir uns falsch verstehe: Ich bin ein Fan dieser Erzählweise, jeddoch hätte ich mir einfach ein wenig mehr klarere Fronten zwischen den Protagonisten gewünscht, denn sowas macht nunmal einen Gangsterfilm aus! Leider funkt dabei natürlich auch ein wenig die Herkunft des Stoffes dazwischen und selbst ein herrvorragender Drehbuchautor wie Steven Zaillian kann natürlich an der Realität nichts ändern oder sollte es zumindest auch nicht allzu weit.

Fazit: “American Gangster” ist zwar eine handwerklich überdurchschnittlich gute Charakterstudie (bis auf die letzten paar Minuten wo auch mal wieder unverständlicherweise einfach nur noch auf die Uhr geschaut wurde) allerdings kein Gangsterepos wie es uns der Trailer vermuten ließ. Hätte man bei der Umsetung ein wenig mehr “Genre” hineingestreut wäre er fantastisch, so allerdings ist er eher leicht über Durchschnitt! Sorry Scott…

Autor: Sven

Die Ermordung des Jessy James durch den Feigling Robert Ford

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 06.11.2007 von Sven

die-ermordung-des-jessy-james-durch-den-feigling-robert-ford.jpg

die-ermordung-des-jessy-james-durch-den-feigling-robert-ford.jpg

Inhalt: 1881: Jessy James (Brad Pitt) und seine Bande gelten schon seit über einen Jahrzehnt als DIE Gangster der amerikansichen Westernzeit. Ihre Namen tauchen in Zeitungen, Groschenromanen und besonders in den Fahndungsausschreiben der Polizei auf. Allerdings will Jessy’s in die Jahre gekommener Bruder Frank (Sam Shephard) nach einem eher misslungenen Zugüberfall, die James-Gruppierung entgültig auflösen um fortan ein bürgerliches Leben führen zu können. Und so verstreuen sich die Wege der 3 Geschwister und Jessy landet schließlich bei den 5 Ford-Brüdern mit denen er zusammen hofft neue Coups und Überfälle planen zu können. Unter ihnen befindet sich auch der 19-Jährige Robert Ford (Cassey Affleck), welcher schon seit seiner Kindheit ein begeisterter Fan Jessy’s ist. Zunächst wird Robert auch von Jessy aufgenommen und akzeptiert. Er sieht in ihm schon fast eine Art kleinen Bruder. Doch als Jessy’s Gelassenheit sich plötzlich immer mehr in Abneigung, Misstrauen und insbesondere Spott gegenüber Robert, verändern, wächst in dem 19-Jährigen ein tiefer Hass gegenüber seinem ehemaligen Helden und Idol.

Kritik: Die knapp 159 Minuten mit denen “Die Ermordung des Jessy James durch den Feigling Robert Ford” aufwartet, sind zuallerersteinmal zwar beeindruckend, ergreifend einfühlsam, imposant und tiefgehend. Aber nichtsdestotrotz bleiben es einfach wirklich 159 lange und streckenweise sehr zähe Minuten.

Einige Szenen dieses, doch sehr speziellen und unheimlich auf Charaktertiefe aufbauenden, Neo-Westerns, sind zugegeben wirklich schon dermaßen gut verfilmt, das man fast weinen möchte so einen fantastischen Film noch auf großer Leinwand erleben zu dürfen. Allein schon die Intro-Sequenz bietet einfach wunderschöne und epische Landschaftsaufnahmen, welche dannoch gepaart mit den sehr ergreifenden und intimen Close-Up-Aufnahmen von Brad Pitt’s, ganz besonders in diesen Szenen geradezu unheimlich ausdrucksstarken, Gesicht und dem einfühlsamen Voice-Over des Erzählers, einfach eine perfekte Harmonie ergeben, welche dem Zuschauer wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ebenso die geradezu genial gefilmte Ermordung eines gewissen Ed Miller (grandios verkörpert in dieser Szene von Garret Dillerhunt), oder aber auch der Überfall am Anfang des Filmes, welcher mit sowohl hervorragend kameratechnischer Arbeit als auch sogar auffallend gutem SurroundSound-Effekten besonders hervorsticht.

All diese Szene und noch einige mehr, wie z.B. auch die im Titel besagte Ermordung des Jessy James, sind einfach einige der besten die ich jemals erleben durfte und sind bei diesem Film einfach auf eine enorme Charaktertiefe, die fantastische Kameraarbeit von Roger Deakins und die selten so gut erlebte schauspielerische Leistung fast aller Beteiligten zurrückzuführen (Einzig Cassey Affleck als Robert Ford hatte in einigen wenigen Szenen minimale Schwächen). Eine seiner größten Stärken, aber auch fatalsten Schwächen des Filmes liegt jeddoch einfach in der Länge dieses Machwerks.

Eines der Vorteile der knapp 3 Stunden Filmmaterial die uns in “Die Ermordung des Jessy James durch den Feigling Robert Ford” gezeigt werden, ist zunächst einmal das der Film sich damit auch Zeit lässt für den Charakteraufbau und insbesondere den Aufbau einer sehr intensiven und starken melancholischen Grundstimmung, welche sich bei “Die Ermordung des Jessy James durch den Feigling Robert Ford” hauptsächlich durch die vielen tristen aber gleichzeitig auch wunderschön imposanten Landschaftsaufnahmen bildet. Diese Melancholie ist so eindringlich und überzeugend erschaffen worden, das sie einem auch nach verlassen des Kinosaals immer noch beschäftigt.

Desweiteren lässt sich der Film somit aber auch Zeit für sich selbst. Es wird nicht auf die Uhr geschaut und gesagt: “Mann jetzt müssen wir aber mal ein bischen vorwärts kommen und mehr Storytelling einbinden”. Diese Tatsache ist insbesondere in einer Zeit in der Hollywoods Werke sich genau in dieser Hinsicht stark verschlimmern, besonders bemerkenswert und es gehört schon ordentlich Respekt gezollt an den Regiesseur Andrew Dominik dafür, das er mit so einer untypischen und, in der heutigen Zeit alle Regeln brechenden, Erzählweise ans Publikum herantritt und damit nicht zuletzt auch riskiert zu floppen.

Denn teilweise stöß einem die Spieldauer doch sehr ans Gemüt. Sie fordert die Aufmerksamkeit des Zuschauers extrem heraus, da dieser ja auf die nächste starke Szene hofft und vergeblich wartet, wärend er dabei aber lediglich mit vergleichsweise “banalen” Dialogen und langatmigen Sequenzen abgefüttert wird. Klar bieten die “langweiligeren” Passagen dem Zuschauer die Zeit zur Identifikation und zur Tiefenbildung der einzelnen Charaktere. Und erhoffte Spitzen-Szenen sind ja auch vorhanden und über den kompletten Film verteilt, jeddoch dann aber so rar und im Vergleich zu den “langweiligen” Passagen so kurz, das man sich einfach irgendwann unwohl fühlt, zwischenzeitlich sogar im Geiste, aus dem Film herausgeht, zurück in die Realität, die Geschichte einem einfach nicht mehr fesselt und das einfach nur weil die Aufmerksamkeitsspanne schon überreizt ist und nicht etwa weil die Grundgeschichte zu langweilig wäre.

[Achtung SPOILER im nächsten Absatz!]

Und umso mehr wundert es dann auch das sich Andrew Dominik für den genialen Plot-Twist, die unerwartete Erzähl- und Geschichtswendung am Schluss des Films einfach kaum mehr Zeit lässt, sondern aus dem nichts heraus alles auf die wesentlichen Aspekte herunterschraubt und die Geschichte dann vorwärts treibt wie ein Wilder. Und auf einmal kommt das Ende doch viel unerwarteter und plötzlicher als man es durch die vorangegangenen Minuten noch erwartet hätte. Denn nach der Ermordung des Jessy James ist für Dominik nicht einfach Schluß, sondern er versucht noch (lobenswerter Weise) auf Robert Ford’s Leben einzugehen bzw. die Auswirkungen des Mordes an Jessy James auf Robert Ford’s Charakter. Und eigentlich ist dieser Abschnitt des Filmes mindestens genauso interessant, wenn nicht sogar Storytechnisch gesehen wesentlich stärker und interessanter als alles am Film bzw. dessen Story zuvor. Denn die Wandlung die Robert Ford am Schluß durchlebt würde schon alleine für einen eigenen Film ausreichen, so interessant ist sie Charaktertechnisch gesehen. Und eben aus diesem Grund mag ich es nicht recht begreifen warum genau dieser Abschnitt so heruntergerissen wurde, als würde man nur noch einen Akt bzw. eine Filmrolle am Set gehabt haben.

[SPOILER Ende!]

Fazit: “Die Ermordung des Jessy James durch den Feigling Robert Ford” sollte man sich unbedingt noch im Kino anschauen, da er, nicht zuletzt auch durch seine fantastischen Aufnahmen welche erst auf großer Leinwand vollends erblühen, wohl eines der unübertroffenden Highlights dieses Jahres ist. Jeddoch muss man sich eindeutig auf die Länge des Filmes einlassen und akzeptieren das auch die ungerrechte Aufteilung der Laufzeit, insbesondere zum Schluss des Filmes, wohl einen wirklich faden Beigeschmack bei den meisten hinterlassen wird.

Autor: Sven

Apocalypse Now (Redux)

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 17.07.2007 von Sven

Apocalypse Now

Apocalypse Now

“Das Grauen… Das Grauen…”

Achja es ist einfach herrlich wenn man zumindest einmal im Leben die Chance hat so ein Meisterwerk wie “Apocalypse Now” dann in voller Pracht, Leinwandfüllend und nur mit ausgewählten Publikum genießen zu dürfen. So geschehen am letzten Sonntag, zusammen mir meiner Freundin, einen paar Bierchen (naja es waren dann doch nur “Alkopops”) und dem geliebten HD-Beamer in unserem Kino…

Was soll ich noch großartig sagen: Wer den Film, oder sogar einfach nur den Titel bereits kennt, der weiß vermutlich schon längst das Francis Ford Coppola`s Meilenstein von 1979 mit einer Starbestzung vom Feinsten, einfach DER Antikriegsfilm (neben “Platoon” von 1986) ist und das Genre zur damaligen Zeit revolutioniert hat. Doch fangen wir am Anfang an…

Inhalt: Saigon im Viatnamkrieg am Ende der sechziger Jahre: Captain Benjamin J. Willard (Martin Sheen) vegetiert komplett heruntergekommen, innerlich vom Krieg schon längst zerfressen und stockbesoffen in einem düsteren Hotelzimmer vor sich hin. Er wartet auf einen Auftrag, einen neuen Befehl. Er muss zurück in den Dschungel, denn ein normales Leben in der Heimat ist für Willard nicht mehr möglich.

Seine Ehe ist bei seiner ersten Rückkehr in die Zivilisation zu Bruch gegangen. Schließlich wird er erlöst und bekommt den ersehnten Auftrag: Er soll Colonel Kurtz (Marlon Brando), einen hochdekorierten Elitesoldaten ausfindig machen und liquidieren, denn Kurtz, ansich ein kultivierter und gebildeter Mann, dem eine Traumkarriere beim Militär bevorstand, hat sich mit seiner Einheit nach Kambodscha abgesetzt und führt dort einen unmenschlichen und jeder Logik wiedersprechenden Privatkrieg.

Gemeinsam mit ein paar Mann soll Willard auf einem kleinen Patrouillenboot Richtung kambodschanische Grenze fahren. Die Reise führt mitten durch das sinnentleerte und durch Perversitäten geprügelte Herz des Vietnamkrieges: Oberst Kilgore (Robert Duvall), der ihm lediglich Begleitschutz geben sollte, lässt mit seiner Helikopterstaffel zu der Begleitmusik von Wagners “Walkürenritt”, ein ganzes Dorf in Schutt und Asche legen nur um surfen zu können. Ein Versorgungsposten, auf den Willard trifft, wird zur Unterhaltung der Truppe per Hubschrauber mit Playboy-Bunnies beliefert und bei der Routinekontrolle einer vietnamesischen Sampa drehen zwei von Willards Männern durch und töten die komplette Besatzung. Die Soldaten des letzten amerikanischen Posten auf den das Boot trifft, sind bis obenhin mit Drogen vollgepumpt und ein befehlshabender Kommandant ist längst nicht mehr auffindbar.

In Kurtz’ Stützpunkt angekommen, einer alten Ruinen und Tempelstadt, findet der Irrsinn schließlich seinen Höhepunkt: Hinter Kurtz’ Handelungen ist keinerlei Logik mehr sichtbar, jedoch ist Willard von Kurtz und dessen “Gottesstatus” fasziniert und es beginnt schließlich ein schmerzhafter Selbstfindungstrip dem Willard droht zu erliegen. Während eines Festes der Eingeborenen metzelt Willard dann Kurtz mit einer Machete brutal nieder und schippert schlußendlich vor dem Hintergrund des Dorfes auf seinem Boot davon.

Kritik: Allein die Introsequenz, untermalt mit der Hintergrundmusik von “The Doors – The End” und der erstmalig angewandten und bis zum Ultimum ausgereizten Soundqualität der damaligen 70mm Stereo Surround-Sound Systeme, verdeutlicht schon die hohe Inzenierungskunst die Coppola in diesem Meisterwerk betrieb.

Langsame Überblendungen die zwischen Sheens Gesicht, dem Ventilator im Hotelzimmer und einer Szenerie vor einer, vom abgeworfenen Napalm der US-Army, angefriffenen und zerstörten Baumreihe die von mehreren Helikoptern umkreist wird, langsam hin- und herblendend und den Zuschauer von Anbeginn packend. Und Willard`s erster Auftritt ist beklemmend und faszinierend zugleich.

Laut der Wikipedia sollen sich hierbei reale Szenen mit fiktiven mischen, denn die Verletzung des herz- und alkoholkranken Schaupielers Sheen, die er sich in der ersten Szene beim Schlag in den Spiegel zufügte, waren echt und nicht zuletzt auch deswegen erst so überzeugend. Solch ein Fakt ist nicht unbedeutend den schließlich sind sogar jene Mythen und Hintergründe die sich um dieses Film ranken fast genauso groß und schwer wie der Film selbst.

Eigentlich beruht “Apocalypse Now” auf den Erzählroman von Joseph Conrad mit dem Titel “Hearts of Darkness” welcher erstmals 1902 erschien und sich aufgrund seines ungewöhnlichen Symbolismus zum Bestseller entwickelte. Die Idee “Hearts of Darkness” zu verfilmen kam schon viel früher und zwar 1939 von Orson Welles, mit sich selbst in der Hauptrolle, jedoch wurde das Projekt schon nach einer Woche aufgrund seiner enormen Kosten, bereits in der Planungsphase wieder eingestellt.

Coppola kam dann schließlich auf die Idee die Geschichte des Buches insoweit zu verändern und die Thematik in den Vietnamkrieg zu verlegen, allerdings zu einer Zeit in der, der Krieg noch in vollem Gange war und kein Major-Studio ein derartiges Werk hätte produzieren wollen. Da er 1969 bereits ein eigenes Label unter dem Namen “American Zoetrop” gegründet hatte und schließlich durch die beiden ersten Teile der “Paten”-Trylogie genügend Geld und Einfluss hatte, beschloss Coppola dann das Projekt selbst zu publishen.

Unter wahnsinnig schlechten, geradezu irrwitzig verrückten Verhältnissen begannen schließlich 1976 die knapp 200 Tage andauernden Dreharbeiten in den Phillipinen und der dominikansichen Republik, bei denen sich insgesamt ca. über 200 Stunden Schnittmaterial anhäuften, Martin Sheen einen Herzinfarkt erlitt und für anderthalb Monate nicht “on set” war, ein Teifun komplette Sets wegfegte und weitere 2 Monate unterbrochen werden musste und auch Dennis Hopper mit einer Infektion ins Hamburger Tropeninstitut gebracht werden musste.

Auch waren eigentlich nicht Martin Sheen sonder Steve McQueen, Al Pacino und sogar Jack Nicholson für die Rolle des Willard vorgesehen, jedoch lehnten alle dankend ab. Danach griff man für einen Monat/eine Woche (Die Angaben varrieren sehr stark) auf Harvey Keitel zurück der dann allerdings doch schlußendlich wegen bzw. für Sheen abgelöst wurde. Doch was noch zusätzlich zu all diesen Trivia dazukam, war das es fast wärend der gesamten Drehzeit auch noch zu Unstimmigkeiten, Auseinandersetzungen und wahnsinnigen Differnzen zwischen der Crew kam.

Brando konnte sich nicht mit Coppola einigen über diverse Dialoge und Monologe im Script und er hatte weder selbiges noch das Buch bei Drehbeginn gelesen gehabt, so dass Coppola Tage damit verbrachte im die Rolle näherzubringen und zu erklären indem er ganze Passagen laut am Set vorlas.

Zudem war Brando fett geworden und träge was die Arbeit nur noch weiter erschwerte und ebenfalls sehr stark vom “dünnen und sportlich” beschriebenen Charakter des Buches abwich.

Es gab Schwierigkeiten mit Laurence Fishburne, da dieser zu Drehbeginn gerade einmal 14 Jahre alt war, Dennis Hopper und Sam Bottom, der Lance B. Johnson verkörpert sowie weitere Darsteller und Crewmitglieder waren fast jeden Tag unter Alkoholeinfluss oder auf harten Drogen. Insbesonders Dennis Hopper hatte schwer zu kämpfen seine Szenen einigermaßen anständig rüberzubringen da er pro Tag mehrere Gramm Koks schniefte und zum runterkommen mindestens eine Flasche Whiskey trinken musste.

All das ging so weit und so tief das Coppola sogar schon ernsthaft über Suizid nachdachte. Coppolas Frau Eleanor filmte den Leidensweg ihres Mannes am Set von “Apocylypse Now” und brachte die komplette Story dann 1991 unter den Titel “Hearts of Darkness: A Filmmakers Apocalypse” heraus.

Fazit: Was “Apocalypse Now” sein will, und was viele Kritiker damals und sogar noch heute einfach falsch verstehen, ist nicht etwa einfach nur einen Antikriegsfilm, sondern ein Film über die ursprüngliche, quintessenzielle Perversität und den Wahnwitz von Krieg an sich und die Auswirkung auf all jene die beteiligt und involviert sind.

Willards Reise durch Vietnam, bezieht sich nicht nur auf Vietnam selbst, obwohl es zweifelsohne wohl DAS amerikansiche Trauma itself ist, sondern auf alle nur vorstellbaren Gruselfratzen die der Krieg zu bieten hat. Kurtz, der komplett durchgedrehte Psychopath der wahllos Menschen tötet, regelrecht hinrichtet oder opfert, am Ende des Flusses ist hierbei nur die geradlinig weitergestrickte Konsequenz einer Reise durch eine komplett aus den Fugen geratene Welt in der wir uns satte 195 Minuten lang befindet.

Coppola bombardiert den Zuschauer regelrecht mit allem was Hollywood zu bieten hat, bricht einen cineastischen Overkill nach dem anderen los um eine fast physisch bemerkbare Grenze des psychisch erduldbaren zu erschaffen, die spätestens bei Kurtz schon längst gebrochen ist. “Apocalypse Now” ist kein Kriegsfilm… Er IST Krieg!!! Und zwar in seiner reinsten Form: Beklemmend, Beängstigend, Weldfremd und Wahnisinnig!!!

Autor: Sven

Last Man Standing

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 15.07.2007 von Sven

Last Man Standing

Last Man Standing

Und schon wieder Bruce Willis! Diesmal in einer Classic-Cinema Kritik und zwar mit dem Neo-Noir-Western-Actioner “Last Man Standing” von 1996.

“Es ist schon ne komische Sache: Egal wie Tief man sinkt es gibt trotzdem noch Recht und Unrecht. Letztendlich muss man sich stetzt entscheiden: Entweder man geht den Weg damit man vor sich selbst bestehen kann oder man wählt den anderen und läuft immer noch herum, obwohl man schon tod ist ohne es zu merken” … “Ich kam durch Texas auf dem Weg nach Mexiko. Ich musste ne Zeitlang untertauchen. Den Großteil meines Lebens hab ich auf dem Sprung verbracht. Betrunken oder nüchtern: Ich hatte keinen Grund um mich zu beklagen, auch wenn ich mir unterwegs die Hände schmutzig gemacht hatte.” … “Jericho… war ein unwichtiges Kaff ungefähr 50 Meilen vor der mexikanischen Grenze. Staubige Straßen, Windschiefe Bruchbuden und todsicher war es auf keiner Landkarte zu finden” … “Ich bin eher n Großstadtmensch. Ich mag Asphalt unter meinen Füßen und strahlende Lichter wenn die Sonne untergeht. Für mich war`s einer von den Orten wo man tankt,`n Happen isst und schlimmstenfalls übernachtet wenns sein muss. Dann sah ich Sie und in dem Augenblick begann der ganze Spaß…”

Mit diesen charismatischen Voice-Over von Bruce Willis beginnt die knapp 100 Minütige Reise des John Smith (Bruce Willis) in “Last Man Standing”. Smith, ein abgehalfterter Revolverheld den es in den frühen 1930ern (Sprich: Zu Zeiten der amerikanischen Prohibition) auf der Flucht vor seiner eigenen Vergangenheit in eine staubige Geisterstadt namens Jericho verschlägt, dessen wenige noch ehrenwerte, Einwohner sich an einer Hand abzählen lassen: Der heruntergekommene Barkeeper Joe (William Sanderson), der korrupte Sherrif Gard (Bruce Dern) und der unheimlich wirkende Totengräber. Smith muss jedoch relativ bald feststellen dass er in Jericho nicht willkommen zu sein scheint, spätestens als er Felina (Karina Lombard), die Zwangsfreundin des Bosses Doyle, dessen ansässige Gang versucht Alkohol über die mexikanische Grenze in die USA zu schmuggeln, zu schief ansieht und die Antwort von Doyles Schlägern darauf sehr böse ausfällt. Jedoch hat auch Doyle selbst Ärger, denn die revalisierdende Italo-Gang des Anführers Strozzi (Ned Eisenberg) versucht schon seit längeren ihm das Geschäft madig zu machen. Als Smith aufgrund seines “kleinen Zwischenfalls”, versucht sich mit Doyle einmal “genauer zu unterhalten” brennt natürlich die Luft und Strozzi bekommt von der “Aufräumaktion” des Neuen in der Stadt zu hören. Von dort an versucht sich Smith als Söldner und spielt gekonnt die beiden Gangs gegeneinander aus bis schließlich alles in einem großen Showdown, gegen seinen Gegenspieler Hickey (ChristopherWalken) mitten in der Wüste endet und zuletzt nur noch der Last Man Standing übrigbleibt.

Aufgrund unserer Tätigkeiten im Kino haben wir neulich die geniale Möglichkeit ergriffen, unserere Lieblingsfilme nun auch auf großer Leinwand schauen zu können und packten diesen Action-Klassiker in den Beamer. Eins vorweg: Natürlich darf man, wie es obriger Text ja schon vermuten lässt, von diesem Film keine großartig tiefgreifende Story oder dergleichen erwarten, jedoch vermag es “Last Man Standing” einfach eine großartige Atmosphäre im abgedunkelten Saal zu erschaffen, die einen schlicht in den Sessel fesselt.

Die Idee des unloyalen Söldners der sich immer an den Meistbietenden verkauft ist alt und man mag sie auch schon kennen aus anderen Klassikern wie “Für eine Handvoll Dollar”, den Auftakt von Sergio Leones “Dollar”-Triologie, von dem sich Walter Hill, Regiesseur auch unter anderem von “Nur 48 Stunden” und “Red Heat”, hat stark inspierieren lassen. Hill flopppte zwar mit seinem geradlinigen und schnörkellosen Western-Remake an den Kinokassen, jedoch entwickelte sich “Last Man Standing” bei der VHS und DVD-Vermarktung als Geheimtipp. Verstehen mag ich das persönlich nicht so recht, denn obwohl kaum Story vorhanden ist und die VoiceOver, OneLiner und nicht zuletzt auch die Gewalt im Film nicht jedermanns Sache sein mögen, verweise ich immer noch auf die besagte Atmosphäre, die bei weitem stärker und intensiver auf großer Leinwand sich zu entfalten weiß, als auf dem heimischen Televisionskasten.

Denn die zwar flachen aber dennoch charismatischen Charaktere (allen voran Christopher Walken als narbengesichtiger Gangster mit Sprachfehler), der packende Score von Ry Cooders, die solide Kamera und die rauen Gelbfilter die das Styling noch abrunden, erzeugen, zumindest aus technischer und stilistischer Sicht, ein sehr hohes Niveau, das sich durch den ganzen Film hindurch hält und somit zumindest streckenweise die dumpfe Story überblendet um wenigstens auf optischer Ebene so etwas wie “Tiefgang” zu erzeugen.

Wenn man seine Erwartungen an “Last Man Standing” nicht nicht allzu hoch steckt und sich abundzu auch gerne einfach mal einen erstklassigen Genrefilm mit coolen Style, markigen Sets und Szenerien und einem optisch überzeugenden Handwerk gönnt, dafür dann aber auf Story und Charaktertiefe verzichten kann, wird man defintiv zufrieden sein mit diesem Neo-Western. Sollte sich sogar eventuell irgendwann die Möglichkeit bieten diesen Film auf Leinwand sehen zu können, sollte man auf jeden Fall zugreifen und nicht lange zögern, denn “entertained” ist man, wenn man sich auf die oben genannte Punkte einlässt, mit “Last Man Standing” allemal.

Autor: Sven

Stirb Langsam 4.o

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 14.07.2007 von Sven

“Live Free od Die Hard”

Stirb Langsam 4.0

Und wieder einmal muss McClane ran: “Yiepeehayee Schweinebacke” oder um es mit der US-Werbezeile zu sagen: ” McClane’s back, and you better believe it!”!!!

21 Jahre ist es nun schon her das Bruce Willis alter Ego zum ersten Mal “einfach zur falschen Zeit am falschen Ort” war und die Welt vor bösen Terroristen retten musste. Damals revolutioniert McClane`s Rolle das Actiongenre insoweit das der Held nun nicht mehr im eigentlichen Sinne ein “Held” war, sondern ein Kerl aus Fleisch und Blut. Einfach ein Typ mit eigenen Problemen, und kein Hero mit einem Herz aus Eis und einem Körper aus Titan. McClane steckte gerade in seiner Scheidung, hatte Probleme im Job und sogar mit der Flugangst zu kämpfen als er Wheinachten 1988 in LA landete, um seine Noch-Ehefrau Holly zu überraschen. Nachdem dieses “verwundbare” Bild eines Helden wie eine Bombe einschlug hieß die logische Schlußfolgerung natürlich: “Stirb Langsam II” (1990) und “Stirb Langsam – Jetzt erst recht” (1995). Doch selbst nach den 11ten September und selbst nachdem Bruce Willis aufgrund jener Anschläge auf das WTC den Actionfilmen pressewirksam abgeschworen hatte, entschlossen sich Willis und die Fox Studios nun doch einen weiteren “Thats not my day”-Streifen unter dem Titel “Live Free or Die Hard” herauszuhauen.

Der vierte Teil der McClane-Saga wurde auf heutige Maßstäbe angepasst und so verschlägt es Bruce Willis diesmal nach Washington D.C. wo eine Terroristengruppe das nationale Computernetzwerk der USA lahmlegt, das sämtliche Kommunikation, das Transportwesen sowie die Stromversorgung steuert. Eigentlich soll der in die Jahre gekommene Cop ja lediglich den Kleinkriminellen Hacker und im folgenden auch McClanes Sidekick, Matt (Justin Long) von seinen Appartement aus abführen und zur Befragung ins örtliche Polizeirevier chouffieren, (remember: “16 Blocks”) als plötzlich auch schon der erste Kugelhagel über die beiden hereinbricht und die Wohnung des jungen Comicfreaks zu Brei zerlegt wird. Der Film fackelt also nicht lange und man befindet sich schon nach gefühlten kurzen 20 Minuten mittendrinn im Actionfeuerwerk welches auch konstant bis zum Schluß abgefeuert wird. Und es wird viel zerlegt in “Live Free or Die Hard”, angefangen bei wilden Verfolgungsjagten wobei Hubschrauber mit Polizeiautos vom Himmel geschossen werden, senkrechtstartenden Kampfjets die ganze Straßenbrücken zerlegen (remember: “True Lies”) und verrücktgewordenen Kampfamazonen (Maggie Q) die John McClane das Leben schwermachen wollen.

Man merkt es “Stirb Langsam 4.o” jedoch sehr stark an das die Schreiberlinge sich abgequält haben müssen um die Grundidee des McClane aus den 80ern in die heutige Gegenwart zu verlegen und das auch nur damit sie auch einfach möglichst heutigen Actionspektakeln ebenbürtig entgegentreten konnten. Das heutige Actionkino muss halt einfach mehr bieten als das Actionkino von vor noch knapp 20 Jahren. Spätestens seit “The Matrix” oder gar noch früher haben sich die Sehgewohnheiten der Zuschauer nunmal geändert und ein “einfach nur explodierendes Auto” reißt heutzutage niemanden mehr aus dem Sessel, schon gar nicht die derzeitige “YouTube”-Generation. Doch passt leider irgendwie der typische McClane nunmal nicht so ganz mit seiner einfachen und rauen Machoart in diese Cyberhackerstory um irgendwelche Hightec-Computersysteme und abgedrehten Technikgimmiks wie Web-and-Walk-Handys die per GPS-Satellit die Ortung wildfremder Fahrzeuge oder Rechenzentralen in den USA ausfindig machen können. McClane ist ein Typ der Sachen anpackt, Informationen aus jemanden rausprügelt und nichts mit Bluetooth und GPS am Hut hat. Die Idee alleine, eines nationalen Break-Downs in dem durch den 9/11 angeknacksten USA, ist ohne Frage ziemlich genial, jedoch weicht sie einfach zu sehr von dem Grundgedanken eines typischen McClane-Szenario ab, als das sie bei diesem Franchise wirklich rund funktionieren würde.

Dafür hat man ihm dann einen unterhaltsamen Sidekick wie auch schon im dritten Teil dazugeschrieben. 1995 war es noch Samuel L. Jackson aka “Zeus Carver” und die Chemie hat prima gepasst wenn Bruce Seitenhiebe alá: “Hier, für dich.” – “Wie funktioniert die?” – “Du weißt nicht, wie man schießt?” – “Nein, nicht alle Nigger wissen, wie man mit Kanonen umgeht, du Rassist.” – “Leck mich doch” einstecken musste. Auch Justin Long sorgt in der Rolle des Hackers Matt für den einen oder anderen Lacher wobei diesmal zwar nicht die Kluft zwischen Schwarz und Weiss aber dafür aber jene zwischen Alt und Jung im Vordergrund steht. Jedoch ist es auch natürlich verständlich das ein Justin Long noch lange nicht die Fußstapfen eines Samuel L. Jackson ausfüllen kann, denn Samuel ist einfach einer der Coolste. Allerdings muss man den Machern, allem voran Len Wiseman der zuletzt als Regiesseur für eher drittklassige Werke wie “Underworld” und “Underworld: Evolution” herhalten musste, hoch anrechnen das man versucht hat die Actionszenen direkt vor Ort auf Film zu bannen und nur wenig im Computer entstanden ist. Einzige Ausnahmen bilden hierbei die Kampfjetszenen die wohl einfach aufgrund ihres Umfangs, ihrer Kosten und der Gefahr für Schauspieler und Stuntmänner zumindest streckenweise CG-gefertigt und nachher “gebluescreent” wurden.

Ein weiteres Manko liegt im Protagonisten selber: Bruce Willis ist einfach alt geworden und man merkt es ihm in den vielen Szenen in “Die Hard 4.o” auch einfach an. Man versuchte zwar diesen Fakt humoristisch zu unterstreichen, jedoch will dies beim Zuschauer nicht so recht zünden und so muss man mit anschauen wie ein mittlerweile 52 Jahre alter Mann sich in diversen Kampfszenen einfach abmühen muss um die Schläge authentisch wirken zu lassen. Die Coolness leidet natürlich extrem darunter, wenn man sieht das im die Knochen schmerzen bei vielen Takes und ein paar wenige Male ertappt man sich sogar dabei, wie man sich leise die Frage stellt ob ein weiterer Aufguss wirklich hätte notwendig sein müssen. Gelungene Umsetzung eines solchen Mankos kann man z.B. in “Rocky Balboa” sehen denn definitiv handhabt es sich bei “Live Free or Die Hard” nunmal wie bei den neuen und alten Star Wars Teilen: Irgendwie ist auch der Charme flöten gegangen, alles wirkt glatt, kalt und zu abgehoben und irgendwie will man die neuen Teile auch nicht so recht neben die Klassiker ins Regal stellen.

Nichtsdestotrotz bietet “Live Free or Die Hard” ein Genre das man schon lange nicht mehr von Hollywood gewöhnt war: Reines und unverdorbenes Action-/Popcornkino wie aus alten Tagen. Ich wage zwar zu bezweifeln ob sich ein Besuch im Kino nun umbedingt lohnt aber unterhaltsam wäre er alle male auch auf großer Leinwand.

Autor: Sven

Fluch der Karibik III

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 11.06.2007 von Sven

“Fluch der Karibik III”

Fluch der Karibik III

Mh… Wo fangen wir an?

Am besten mit einer kurzen Beurteilung der Vorgänger: Anno dazumal hatte ich “Fluch der Karibik” auf Digital-Versatile-Disc, kurz DVD gemütlich bei mir zu Hause und alleine genossen. Ich ordne den ersten Teil mal der Sparte “flaches aber dennoch unterhaltsames Popcornkino” zu. Die Charaktere waren OK, die Action war OK und die Tatsache das das alles in ne nette Piratenkulisse verfrachtet wurde gab dem ganzen dann noch ne spezielle Note. Ich war durchaus für die knapp 140 Min. “entertained” und hatte meinen Spaß. Vielleicht hatte bei mir damals einfach die große Leinwand gefehlt und das dazugehörige Soundsystem, so das ich jetzt nicht gerade umgehauen wurde von dem Film und diesen dann auch schon wieder relativ schnell vergaß.

2oo6 kam dann “Fluch der Karibik II” und etliche Leute um mich herum drehten plötzlich vollkommen ab. Sätze wie “Hey das ist Depp in Höchstform”, “Der erste Teil war doch schon total geil” und “der Trailer verspricht doch n ganz netten Abend im Kino” fielen um mich herum und so war auch ich irgendwann nicht mehr abgeneigt mir den zweiten Teil zu gönnen. Allerdings verließ ich damals mit gemischten Gefühlen den Saal, ebenso wie viele Gleichgesinnte. Denn “Dead Mans Chest” war, so wie man das auch schon bei “Matrix: Reloaded” erleben durfte, kein wirkliches eigenständiges Sequel sondern lediglich ein Pausenfüller zwischen Teil I und III, der nochmal ein bisschen die Charaktere durch verschieden Kulissen jagt, ein paar mehr Effekte bietet als der Vorgänger und dem Zuschauer eigentlich keine neue Story sondern reine Unterhaltung durch Action bietet. Zudem besitzt “Fluch der Karibik II” kein “Ende” sondern, ebenso wie auch schon “Matrix: Reloaded”, lediglich einen unverschämst gräßlichen Cliffhanger wie man in sonst nur aus bescheidenen Telenovelas oder Soaps kennt. Das heißt also für den geneigten Zuschauer: Schau den dritten Teil sonst hast du keine abgeschlossene Geschichte.

Tja und nun kam auch der dritte Teil dann in die Kinos. Zwar wieder mit verwursteten Deutschem Untertitel aber das kannte man ja auch schon von den Vorgängern. (Ehrlich gesagt habe ich es noch nie erleben dürfen das man es beim Deutschen Titel so sehr versch***t wie bei der “Fluch der Karibik”-Trilogy, aber nunja. Egal.) Auf jeden Fall hieß es dann für mich: “Na Gut… Gehn wa mal rein… Muss ja dann auch n Ende haben…”

Seufz…
Gut also ich stelle jetzt einfach mal die Frage innen Raum: “Was hätte man alles mit den 200 Millionen $, die allein der dritte Teil nun gekostet hat, noch so alles, sinnvolleres und vorallem besseres machen können?”

1.) 200 andere und bessere Filme drehen!
2.) Bissl was in der dritten Welt verändern!
3.) Mir schenken!
4.) Verbrennen!
5.) Nach Las Vegas fahren, die meisten Kohlen dann für Nutten und Koks ausgeben und den Rest im Casino verballern…

Mir fällt noch jede Menge anderer Kram ein aber ich denke ihr wisst so ungefähr was ich meine und wo ich drauf hinaus bin. Denn “Fluch der Karibik III” ist ein echter “Arschtritt” für jeden der sich diesen Streifen reinzieht. Und warum ist das so? Nunja es gibt vermutlich viele Gründe warum der Film letzendlich so miserabel geworden ist, wie er es nunmal nun geworden ist. Angefangen damit, das es vermutlich einfach um zuviel Kohle ging. Denn wenn nämlich gaaanz viele Leute gaaanz viel Geld gemeinsam in ein Projekt stecken dann wollen auf einmal auch gaaanz viele Interessen vertreten werden. Ich meine mir wäre es bei meinen 200 Mille auch nicht schnuppe watt damit angestellt wird. Naja auf jeden Fall: Diese unterschiedlichen Interessen dann alle auch so umzusetzten, gestaltet sich dann leider meistens als etwas schwierig. Ich kann mir schon bildlich vorstellen wie ein Pulk aus Geldgebern vor den Türen der Drehbuchautoren gestanden haben muss und alle durcheinanderschrien: “Das mein Geld ihr Affen und ich will datt da mehr Äktschn in euren Film kommt” “Ja und mein Geld steckt ja auch dadrinn, ne und deshalb sollen noch mehr Onelliner und Intrigen bitteschön rein aber zackzack” “Und was mit mir ich will aber…”. Auch die Interessen vom Hauptproduzenten Bruckheimer und Distributor/Zweitproduzenten Disney müssen sich reichlich überschnitten haben. “Ja Jerry wir verstehen ja das da auch n paar Leute bei sterben sollen und so wenn die auf dem Schiff kämpfen, aber finds das nicht bissl häftig wenn de ganzen Kinners, die dann ja auch im Saal sitzen, auf einmal anfangen zu heulen. Hey du kennst doch unser Motto: Aber bitte immer schön Familiengerecht” “Ja sicher kenn ich euer Motto ihr Pupsbacken aber verdammt nocheins: ICH BIN JERRY BRUCKHEIMER!!! ICH DARF DAS!!!”. Und all das kriegt dann nachher der Regiesseur annen Kopf geworfen: “Hörmal Gore ich hab mir datt so vorgestellt… Also so richtig krass mit durch den Kopp datt Schwert, kapische?” “Ähm ja geht klar Jerry” “Ähm Mr. Verbinski… Ja wir wissen Jerry war schon bei ihnen… Aha… Mhm… Naja aber Sie wissen ja das wenn se DAS machen dann verliert hier Disney ja irgendwie seinen guten Ruf und so gell… Also haben wir uns das ungefähr so gedacht gehabt… Was?… Achso…. Ja genau Mr. Verbinski einfach noch paar Valium nehmen dann iss der Streß auch leichter auszuhalten und so, gell”

*Hüstel* Naja und was aus so nem Chaos dann bei rauskommt kann man dann wunderbar bei “Fluch der Karibik III” selbst mit ansehen. Die erste Hälfte der drei, jawohl d-r-e-i Stunden!, besteht aus Dialogen. Und zwar nicht aus Dialogen die mal eben neben der Äktschn erzählt werden sondern aus Dialogen die neben den anderen Dialogen erzählt werden. Gut zwischendrinn is auch mal bissl watt kaputtgegangen aber meistens relativ unspektakulär. Und es ist ja nicht so das ich was gegen Dialoge ansich hätte, aber das sind ja noch nichmal richtige Dialoge. Ich mein ein Dialog soll ja watt erklären und dem Zuschauer etwas an INFORMATION näher bringen oder? Und die Geschichte so n bissl vorantreiben oder? Aber irgendwie verkacken die Dialoge datt in “Fluch der Karibik III”. Es geht dabei ständig dadrum wer jetzt wen hintergeht und verrät und sowieso betrügt und belügt. Da steigt doch irgendwann keiner mehr hinter verdammichnocheins! Ja sogar die Oneliner am Schluss sind kacke. Und noch nichtmal lustig kacke sondern einfach richtig “kacke”. Haben die Schreiberlinge bei Disney gekifft gehabt? Auch hatt es mich gewundert datt jetzt auf einmal nich mehr inner Karibik gedreht wurde sondern beim Gevatter Tod Zuhause. Die ersten beiden Teile hatten immer so hübsch anschauliche weiße Sandstrände und nette Palmen im Hintergrund und bei Teil III gibts da nurchnoch düstere Sets auf maroden Schiffen und in dunklen Höhlen und so die einen ja mal total depressiv machen. Es ist dann auch bei so einer “Bad-Moods”-Szenerie auch logisch das der typische “kindliche” Disney-Humor irgendwie nicht so recht zu zünden versteht. Und was soll das denn bitte wenn der bekannte Wicht mit dem Holzauge und sein Kumpane versuchen Keira Knightley unter ihren Rock zu schauen wärend diese gerade eine (zu diesen Zeitpunkt hab ichs noch geglaubt) vermutlich wichtige Ansprache an Chow-Yun-Fat hält und man nix mehr von eben jener Ansprache mitbekommt sondern anstelle dessen halt das vorpupertäre Rumgehampel der zwei Honks mitverfolgen darf. Hallo? Gehts noch?

So und nun zur zweiten Hälfte in der dann das Äktsch-Feuerwerk abgefackelt wird. Aber selbst das weiß nicht zu überzeugen. Alles was man zu sehen bekommt kennt man schon aus diversen anderen Filmen und ödet irgendwann mächtig an. Ausserdem wird es einen auch irgendwann zu dubios wer jetzt wen gerade den Krieg erklärt und wieso jetzt gerade dieses und nicht jenes Schiff abgeschossen wird. Es folgt einfach eine Seeschlacht auf der nächsten und jede neue Seeschlacht sieht genauso aus wie die vorangegangene. Naja und die Actionszenen ansich sind auch nicht mehr die typischen “Fluch der Karibik”-Actionszenen sondern erinnern eher an “The Bourne Identity” oder “Bad Boys II”. Zu viele, zu kurze und zu schnelle Schnitte inklusive “Wisch-Waschi-Wackel-Kamera-Effekt” und Regen, Regen, Regen ermüden einfach und sind genauso wirr und genau so nicht nachvollziehbar wie die Story.

Zudem scheint mir das ein beachtlicher Betrag vom Budget mal wieder an die Prüfstelle für gefärdende Jugendmedien, sprich FSK, gewandert sein muss, da sonst wohl nicht solche Szenen wie die gräßliche dumme und vor Blutgeilheit strotzende (Achtung wird lang…) “Lass-und-jetzt-heiraten-Babe-wärend-wir-fröhlich-nebenbei-noch-ein- paar-Komparsen-den-Wanst-aufschlitzen,-ihnen-Körperteile-abhacken- und-das-alles-total-super-finden-und-ich-dabei-fast-noch-nen-Ständer- kriege-weil-das-ja-so-geil-ist-Menschen-zu-töten”-Szene in der noch Geoffrey Rush den abartig dümmsten Spruch off all time bringt und damit den Bock entgültig abschießt. Geoffrey übernimmt nämlich in dieser Szene den Traumeister und begginnt die fröhliche Zeremonie mit: “Liebe Anwesenden, wir haben uns heute hier zusammengefunden um…” *stich irgendeinen komparsen ab* “…eure Gedärme an den Mast zu binden” Hurra!!! KLasse!!! Bravo!!! Ich hab gedacht ich steh im Wald! Mann ey, da sitzen 12jährige im Saal oder sogar noch jüngere mit ihren Eltern und die hauen so nen Spruch raus??? Desweiteren wurden noch Tentakeln auf Wandersuche durch Köpfe geschoben bisse wieder ausse Nase rauskamen und Hälse durchtrennt/abgtrennt von Echsen/Fisch-Monstern. Unschuldige starben weil se von Ballast erschlagen wurden und Johnny wollte sogar mal probieren wie sein Hirn wohl so schmecken tut. “Ich hab mein Hirn verloren” war der Staz der drauf folgte und ich wünschte mir nur das ich es auch hätte damit ich kein Geschwulst bekommen würde von diesem Mist.

Armes Disney. Kann ja verstehen das ihr euch nun an jeden Strohhalm klammert denn ihr kriegen könnt, damit ihr nicht komplett Konkurs anmelden müsst. Nach solchen Flops wie “Shaggy Dog”, “Toy Story III” oder dem “UnderDog*”, der ja 2oo8 erst kommt aber unter Garantie ebenfalls voll in die Hose gehen wird, ist sowas nunmal verständlich. Könnt ja noch von Glück sagen das euch Pixar nicht schon längst verlassen hat und in Konkurrenz zu euch gegangen is, denn dann wärt ihr mal echt am Arsch und dann müsstet ihr euch, zumindest aus dem Filmgeschäft, aber mal ganz schnell verziehen müssen. Aber… Meine Fresse wie tief kann man sinken? Ihr versaut euch echt alles an guten Ruf was man haben kann, mit so Bananenszenen wie die obrigen. Das is nich mehr Süß oder Lustig das is Krank. Verdammichnocheins die zweite wenn ihr noch lange überleben solltet.

So… Nun zum Fazit.
Macht watt ihr wollt aber ich rate euch lasst et, lasst et auch selbst wenn ihr schon den zweiten Tail gesehen habt und “unbedingt wissen wollt wie es weitergeht”. Zumindest im Kino sollte man diesen Schund nicht fördern. Wenn ihr Bock habt könnt ihr ihn euch noch am besten auf DVD ausleihen, aber nur ausleihen bitte und nicht kaufen.

[Edit] Von der Frau L. hab ich heut in der Schule erfahren das se den Film Klasse fand. Da hab ich ihr zuerst einmal den Vogel gezeigt. Das hat sie nicht verstanden konterte aber zugleich damit das sie den Film auch nur verstanden hätte weil se im Double Feature war und so nochmal besser die Zusammenhänge sehen würde. Dazu kann ich jetzt mal nix sagen aber warum se alles ander auch noch klasse fand verstand ich dann nicht. Ich konterte aber zugleich mit einem einfachen Fakt: “Fluch der Karibik III IST scheiße und BLEIBT scheiße! Und selbst dann noch wenn ich alle Intriganten Verkorksellungen verstanden hätte, liebe J.L. aus W.!”

Autor: Sven

Break Up – Trennung mit Hindernissen

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 22.05.2007 von Sven

“Trennung mit Hindernissen”

Break Up

Hmmm? Auf jeden Fall hat der Regiesseur sein Handwerk verstanden… Allerdings das Thema wird warscheinlich ziemlich vielen Leuten nicht gefallen. “Break Up” ist nämlich keine nette Liebeskomödie wie im Trailer angepriesen sondern eher ein ziemlich ernstes, gar trauriges Beziehungsdrama das zwar mit ein paar netten Gags gespickt ist die aber leider, auch nicht wirklich über dieses “Ich will den beiden helfen”- und “Ach komm vertragt euch einfach wieder”-Gefühl des Zuschauers hinweghilft.

Jedem der schonmal eine Trennung hinter sich gebracht hatt würde ich den Film nicht empfehlen weil er einfach an einiges erinnert wird… Sollte man sich aber denoch in den Film setzen wird man wohl trotzdem seinen Spaß haben wenn man einfach auf die gute Story (Zumindest in der zweiten Hälfte), die durchweg gute Schauspielerische Leistung als auch die handwerklich tolle Regiearbeit achtet. Zumindest bei der zweiten Hälfte wird sehr viel mit den Emotionen des Zuschauers gespielt was durch den guten Aufbau des Drehbuchs bzw der Story und die gute Schaupielerische Leistung dem Zuschauer sehr nah gehen kann.

Allerdings sind es halt nicht immer tolle Gefühle die dort behandelt werden und man wünscht sich ja auch irgendwie ein Happy End für die beiden allerdings wird einem eben dieses leider nicht gewährt. Die erste Hälfte über empfindet man viel Missverständniss für das Pärchen da die beiden sich wegen wirklich banalen und schwachsinnigen “Alltagssituationen” zerstreiten und trennen wollen wobei warscheinlich jedes normale Pärchen das schon länger zusammen ist einfach mit dem Partner über solche Situationen reden würde was die beiden einfach nicht tuen sondern jeder Stur auf seiner eigenen Meinung behaart.

Dabei fiel mir unweigerlich der tolle Aufbau der Story bei “Der Rosenkrieg” mit Michael Douglas und Kathleen Turner ein, wo die Gründe zur Trennung einfach viel verständlicher und nachvollziehbarer dargestellt werden. Bei “Trennung mit Hindernissen” werden eher einfach irgendwelche Gründe genommen und simple Klischees abgeharkt um die Basis für die zweite Hälfte des Films bilden zu können. Hierbei hätt ich mir etwas mehr Realismus oder mehr Charakterzeichnung gewünscht damit der Zuschauer zumindest die Personen und ihre Haltung bei Streitigkeiten verstehen kann.

Autor: Sven

Superman Returns

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 22.05.2007 von Sven

“Superman Returns”

Sehe es als nette Weiterführung die auch durchaus an die alten Filme anknüpft. Die Besetzung find ich auch gelungen. Lex Luther muss ich ja wohl nix zu sagen oder? Beide Daumen hoch für Kevin Spacey. Lois find ich nicht so störend wie ichs gedacht hätte, zickt ja nur ein oder zweimal rum, und Brandon Routh ist Christopher Reeves wie aus dem Gesicht geschnitten. Das alle so jung sind liegt halt auch daran das wenn man nach sovielen Jahren Superman neu präsentiert den Film auch auffrischen muss für die heutige MTV-Generation, die die alten Teile nicht kennt. Ausserdem hätte ein alter Knacker als Superman und ne alternde Lois eher lächerlich gewirkt. Natürlich wirkts etwas “unlogisch” das man mit 23 oder 24 Jahren schon nen Pulitzer bekommt, aber naja ist halt auch eine Comic-Verfilmung. Einzig ein paar CGI-Szenen gefielen mir nicht so sehr da man halt auch irgendwie Superman noch mit nem Typen an Drahtseilen vor ner Bluebox verbindet.
Auch einige digitale Kamerafahrten hätten längst nicht so virtuos sein müssen und hätten vielleicht sogar mit etwas mehr Standhaftigkeit auch gleichzeitig mehr “Suspense” erzeugt und wirkten so eher wie eine lustige Achterbahnfahrt: Man weiß das einem nix passieren wird da man mit nem Rollbügel am Sattel festgeschnallt ist und genießt jetzt einfach nur noch die Fahrt. Ich bin ja soweiso kein Pixel-Freund…

Auch eine etwas, wie ich sie empfand leicht “schwachsinnige” und “einfach unlustige und unnütze” Szene war die wo Superman abstürzt und von diesen möchtegern E.R.-Wichteln in ein Krankenhaus gebracht wird damit er dort mit nem Defi und ein paar Spritzen wieder gesund gefixt werden soll. “Hallo???” Das ist Superman, entweder der is einmal an ner Überdosis Kryptonite verreckt und somit endgültig Tod, oder aber er überlebt, wie sonst immer üblich halt einfach alles. Da kann man nix reparieren mit normalsterblichen Mitteln. Hätts ja verstanden wenn er in ein Geheimlabor der Regierung gefahren worden wäre oder so aber dass? Ne so nich lieber Singer.

Naja… Die Länge des Films empfand ich nicht als störend, einzig am Schluß durch ein paar gedehnte schnulzige Szenen, zogen sich die letzten 10min. Jedoch insgesamt eine stimmige Mischung, die kaum Längen hatt, wie man sie sich für einen Blockbuster wie Superman wünscht: Lois und Clark blabla und danach wieder ein wenig rumfliegerei und Leute retten.

Insgesamt würdig als Nachfolger. Hab die Oldies auch schon lang nicht mehr gesehen aber hab die irgendwie auch nicht großartig anders im Kopf, vom Aufbau der Story und etc. her, als den neuen jetzt. Superman fliegt halt rum und rettet Leute, baggert zwischendurch an Lois rum und hat halt immer nen geilen Engegner mit nem fiesen Masterplan, so wie es sein sollte. Übrigens fand ich das es garnet so drauf ankam was Lex Luther unternahm sondern nur das er da ist, durch nen guten Schauspieler verkörpert wird und Superman töten/Weltherrschaft an sich reißen will. Also insgesamt geiles Popcornkino wie in
alten Tagen.

Autor: Sven

Silent Hill

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 22.05.2007 von Sven

silent-hill

Silent Hill

„OH MEIN GOTT“
Ich bitte euch, Nein ich flehe euch an: „Vergesst es einfach!“ Der deutsche Untertitel verrät eigentlich alles: „Silent Hill – Willkommen in der Hölle“, denn dieser Film wird euch garantiert so vorkommen wie „Unendliche Folter“

Erst einmal zum „Inhalt“:
Um ihre Tochter Sharon (Jodelle Ferland) von ihrer “Krankheit” zu befreien, die sie Nacht für Nacht schlafwandeln lässt, macht sich Rose (Radha Mitchell) mit ihr auf den Weg nach Silent Hill. Den Ort, dessen Namen Sharon unentwegt im Schlaf aufsagt. Doch in der Geisterstadt angekommen, verschwindet das kleine Mädchen spurlos. Auf der Suche nach ihrer Tochter stößt Rose auf schreckliche Kreaturen die, die Bevölkerung von Silent Hill nahezu ausgerottet haben. Um zu überleben, verbündet sie sich mit der Polizistin Cybil (Laurie Holden) und versucht gemeinsam mit ihr das Geheimnis der Stadt zu lüften.

Meine erste Frage: Warum wird so ein Dreck überhaupt erst produziert (Mal ehrlich. „Wer würde seine teuer verdienten und ersparten Moneten für so etwas hergeben?“) und,

Meine zweite Frage: Warum wurde der Regisseur nicht längst erdolcht, erdrosselt, erschossen, enthauptet oder auf eine sonstige Art und Weise bestraft.

Silent Hill ist dass, was ich förmlich treffend, als einen „Riesengroßen Haufen *******“ bezeichnen würde. Es gab bisher nur einen Film der noch schlechter, noch dümmer, noch Brechreiz-Erregender war als Silent Hill. Jedoch werde ich denn Titel eben jenes Streifens nicht nennen, um euch nicht in Gefahr zu bringen, bei einen DVD-Abend aufgrund von Gehirnkrämpfen zu krepieren. Mein Motto bis zu jenem Tage, als ich Silent Hill zu sehen bekam, lautete: „Jeder Film ist es wert, ihn sich anzuschauen und sei er noch so schlecht, irgendetwas positives muss es einfach geben“.

DOCH BEI SILENT HILL IST EINFACH ALLES SCHEIßE!!!!

So. Musste mal nur kurz gesagt werden.
Nun muss ich diese Aussage ja auch irgendwie belegen können oder? Kann ich auch: Angefangen bei der Story, die sich vielleicht oben noch ganz nett, aber durchschnittlich, angehört haben mag, denn Silent Hill verwurstet gekonnt, selbst den leisesten Ansatz von Plot und Story in drei wesentliche Hauptmerkmale des Films:

Unsinnige und völlig deplatzierte Splatter und Gore-Szenen:
Nicht das ich was gegen Blut hätte aber: Wenn man auf der Leinwand dabei zusehen muss wie eine Frau zerteilt wird, aufgrund dessen das ein Dämonen-Kind mit seinen Stacheldrahtarmen durch die Vagina (Nein man sieht keine Detail-Aufnahme) in sie hinein eindringt und sie danach von Innen nach Außen erst durchsticht und sie letzten Endes dann zerreißt, während die Frau dabei lauthals schreit und jammert, frage ich mich ernsthaft wo dabei nun der Sinn und vor allem die Unterhaltung sein soll. Des weiteren wird bei Silent Hill leider nur allzu oft versucht die fehlende Handlung mit Gräuel und Blut zu retuschieren. Fast 85% des gesamten Filmes irrt unsere Protagonistin vollkommen Sinn- und Ziellos durch irgendwelche verlassenen Gebäude die sich dann in monströse Höllenszenarien verwandeln bei denen der einzige Grund dafür „Wir wollen schocken mit diesem Film“ lauten kann. Das Silent Hill obwohl derartiger Szenen, in Deutschland noch eine FSK-16 bekommen hat, lässt vermuten das Geld im Spiel war bei der Prüfung. Ist ja auch logisch, denn wenn die FSK ab 18 Jahren wäre, würde ja die Hauptzielgruppe wegfallen: Spät-Pubertäre „World of Warcraft“-Spinner und „Quake III“-Fanatiker die sich, wärend sie noch lechzend und sabbernd an ihren Splinter Cell Highscore arbeiten, an einem derartigen Bullshit erfreuen und Kranken Geistern wie Christophe Gans, dem Regisseur dieses Meisterwerks, vermutlich auf ewig dankbar sein werden dafür, dass nun endlich auch einmal ihre Gebete erhört wurden und ein weiteres ihrer Lieblings-PC-Games, dessen einziger Sinn Gewalt ist, verfilmt wurde.

Mangelnde Logik:
Fast den gesamten Film über fragt man sich einfach nur: Warum, Wieso, Wozu? Ich meine: Klar die Tante ist auf der Suche nach ihren Balg dass ihr entlaufen ist. (Hab ich übrigens schon mal erwähnt das ich Kinderschauspieler hasse? Die können nix und wenn sie etwas können dann ist es sich in Filmen immer so abartig dumm zu verhalten dass die Erwachsenen dadurch in Schwierigkeiten geraten. Remember: „The Long Kiss Godnight“) Aber warum sucht sie dann bitte in der Kehle eines Toten der in irgendeiner Schultoilette erhängt wurde? (Warum wurde dieser jemand in einer Schultoilette erhangen. Ich meine: Warum ausgerechnet dort? Keine Antwort…) und warum findet sie anstelle ihres Kindes in der Kehle des Mannes dann einen Schlüssel? Keine Antwort… Ist der Schlüssel wenigstens zu irgendetwas gut? Antwort: NEIN!!! Also was wollte uns dieses Hirnanhangdrüsenejakulat von Szene bitteschön vermitteln? Also entweder ist der Film eindeutig zu komplex für mein Hirn oder aber er verstrickt sich nach und nach in immer mehr und mehr unlogische Scheiße die dann in dem Komposthaufenartigen Finale endet. In diesem wird zwar so getan als würde alles logisch zusammenhängen, es schnallte vermutlich trotzdem keiner der Mithäftlinge die mit mir im Kino saßen. Das einzige was mir noch hängen geblieben ist von so genannter „Auflösung“ ist, dass irgendwann, vor ein paar Jahren ein Säugling in irgendeinem Feuer in irgendeiner Klinik in Silent Hill umkam und das die Mutter des Säuglings wohl ne ziemlich schräge Braut war oder so. Auf jeden Fall war das Kind der Satan Himself und wollte sich dafür rächen das die Bewohner irgendwas ganz schlimmes mit seiner Mutter oder so…. ACH ICH WEIß ES DOCH AUCH NICHT WAS DER ROTZ SOLL. Ich hab es damals schon nicht verstanden und ich versteh es heute ebenso wenig. Scheiß Film. Auf jeden Fall steht in Silent Hill irgendeine Kirche die manchmal ihre Glocken bimmeln lässt und wenn dies passiert dann wird Silent Hill zur Twilight-Zone. Alles wird Nacht und von irgendwoher kommen dann immer Monster die Menschen essen wollen. Alles endet damit das sich die Polizistin und die Mutter des Entflohenen Spastiker-Kindes in der Kirche zu so anderen Überlebenden hingesellen. Dann stellt sich heraus dass die Überlebenden alle böse und sowieso doof sind und alle müssen sterben, weil das Dämonen-Teufel-Kind auftaucht. Nur Mama und Spastiker-Kind überleben, sind nun aber für immer in der Twilight-Zone gefangen so das Papa sie nicht hören und nicht sehen kann. Der hatte sich nämlich auch irgendwann zum „Stillen Hügel“ begeben um die Mamuschka und das Balg zu suchen. Achja und eins noch: Wenn es Tage ist dann regnet es Asche vom Himmel weil irgendwann, irgendwo mal irgendwas explodiert ist (Oder so), womit wir beim dritten Punkt wären:

Effekte:
Wenn sie auftauchen dann sind sie billig und dienen nur dem Selbstzweck. Warum muss es denn Asche regnen. Es diente ja nun mal in keinster Art und Weise der Geschichte. Außerdem mag das ja MAL ganz nett aussehen aber das Scheiß Asche-Schnee-Gekrissel was sich mir dort immer und immer und immer und immer wieder bot war dann auch echt irgendwann nur noch stinklangweilig und hat Augen und Hirn nicht gerade gut getan. Ich hab zwischenzeitlich an japanische Zeichentrickserien denken müssen die bei manchen epileptische Anfälle auslösen können. Der Rest, wie die Monster und die Sequenzen in denen die Schattenwelt oder was auch immer sich gebildet hat, war durchschnittlich gerendert und animiert doch waren die Szenen zu lang und einfach nur Zeitfüller. Einfach dumm und unnötig.

Fazit: Wenn ihr den Text gelesen hättet und nicht wie Semmel einfach nur aufs Endergebnis schauen würdet um euch die Arbeit des „Lesens“ zu ersparen, dann wüsstet ihr was ich von Silent Hill halte. Ich gebe diesen Film einfach gar keinen Punkt und sogar ne kleine Titten-Szene könnte da dran nix ändern. Könnte. Wenn überhaupt so was da drin vorkäme. Kommt`s aber nicht. Also: „Setzen! 6!“

Autor: Sven

Miami Vice

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 22.05.2007 von Sven

miami-vice

Hüstel… Bitte lasst es einfach. Ich geb ihm ne glatte 5. Der Trailer hat mich, als ich ihn das erste Mal gesehen hatte, heißgemacht wie ne Herdplatte und das Endprodukt war zäh wie Kaugummi. Collin Ferall ist ne Niete und sollte den Oscar für den besten Dackelblick des Jahrhunderts bekommen. Dämlicher Affe. Foxx leistet eher mittelmässige Arbeit, kommt aber trotzdem alle mal besser rüber als Mr. Ferall. Dabei stößt mir zusätzlich unangenehm auf den Magen, das Foxx weniger zusehen ist als Ferall und er praktisch null Chance hatte seine Rolle zu vertiefen. Es ist auch kein richtiger Buddy-Movie wie man es erwartet hätte: Die beiden sind einfach “Arbeits”-Partner und haben sonst keine wirkliche Verbindung zueinander.

Die Story ist einfach abartig dumm und oberflächlich. Das hätte mich ja eigentlich auch gar nicht gestört, wenn dafür wenigstens Spannung und Action drin gewesen wären. Doch leider zieht sich der Film wie Kaugummi endlos in die Länge, wobei einen dann auch nach einer gewissen Zeit die zu Anfang noch ziemlich cool wirkende Doku-Digital-Optik ziemlich auf den Driss geht. Gute Umsetzung: “Collateral”! Anschauen und zufrieden sein! Schlechte Umsetzung: “Miami Vice”. Besser erst gar nicht anschauen!

Und dafür das die beiden Schauspieler wohl 6 Wochen lang bei echten Undercover-Cops lernen durften und sogar bei echten Drogendeals mit dabei waren, benehmen sich die beiden ach so tollen “Undercover”-Cops doch ziemlich Leihenhaft und begehen natürlich auch noch den ältesten Klischee-Drogendealer-Filmfehler aller Zeiten: Sie geraten in Schwierigkeiten wegen Frauen! Und diese “Ich geh mal mit der Schnecke vom Obermafiosie ins Bett weil ich total in sie verliebt bin”-Drecks-Rotz-Sidestory hängt einem wirklich von Anfang bis Ende einfach nur zum Hals raus. Vorallem die Sexszenen sind derart Würgereiz auslösend das ich ach… Ne komm! Geht ja mal garnicht!

Autor: Sven

The Hills Have Eyes

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 22.05.2007 von Sven

the-hills-have-eyes

Naja… soooooo kraß war der jetzt auch nicht. Die Schockszenen waren nicht schockig und sie Splatter und Gore Szenen eher Durchschnitt….

Das was den Film vielleicht für so viele so grausam erscheinen lässt ist die extreme Gewalt gegen Frauen und vor allem dass, das klingt jetzt albern aber man stellt sich das ja bei manchen Filmen doch schon vor, wenn man selber in so einer Situation wäre, würde es vermutlich genauso ablaufen. Im Film gehen die ersten Opfer ziemlich schnell übern Jordan, da wird dann nicht lang gefackelt sondern gehandelt…. So ist das ja auch eher im echten Leben. Wenn Person A Person B wirklich töten will (Im realen Leben), dann macht Person A das auch ziemlich fix ohne vorher lange Reden zu schwingen, das Opfer vorher stundenlang zu quälen oder Person B durch eine selbstentwickelte Foltermaschine zu töten. Bei vielen Filmen werden aber gerade diese Situationen oftmals vollkommen in die Länge gezogen bzw. unrealistisch dargestellt so das der Zuschauer sofort denkt “Das würde SO niemals passieren”.

Ganz im Gegensatz zu “The Hills Have Eyes” wo die Opfer konsquent (zumindest am Anfang) einfach auf eine zwar brutale und blutige aber denoch schnelle, effektive und wirksame Methode gekillt werden, so wie es warscheinlich auch ein echter Mörder mit seinen Opfer tuen würde. Ich glaube das dass beim Zuschauer viel eher ein mulmiges Gefühl in der Magengegend bereitet als die ganzen “Ich – Zerstückel – dich – jetzt – indem – ich – dir – den – Arm – total – kraß – blutig – abhacke”-Szenen. Der Film ist wirklich nicht unbedingt sehenswert da lange Zeit erst überhaupt nix passiert und er zuviele Klischees bedient. Die Gore Szenen sind zwar überdurchschnittlich brutal und blutig aber nicht so kraß das man wirklich wegschauen muss. Das was den Film am meisten fehlt sind gute Schauspieler (Ja ich weiß es ist ein Horrorfilm da kann man nicht viel erwarten!). Mann kann aber vorallem zu den Charakteren keine richtige Bindung aufbauen so das es einem einfach größtenteils egal ob jetzt wer überlebt oder doch alle draufgehen. Auch die Handlung ist einfach schon zu abgedroschen. Es ist im Endeffekt genau die gleiche Geschichte wie in “Wrong Turn” und den fand ich schon schlecht. Ja ich weiß das es ein Remake von 1977 ist und das damals so eine Story revolutionär war aber heutzutage ziehts halt einfach nicht mehr.

Fazit: Es hätte bestimmt ein richtig cooles Remake wie z.B. “Dawn of the Dead” 2004 sein können aber irgendwie hat man sich wohl in der Erzählweise, wie man so eine Geschichte gut rüberbringen kann, arg vergriffen. Wer mal wieder ein bissl Blut und ein paar abgehackte Körperteile im Kino sehen will ist damit gut bedient aber wer einen wirklich “guten” Horrorfilm erwartet sollte sich lieber nochmal “SAW II” oder “Dawn of the Dead” anschauen.

Autor: Sven

Ghost Rider

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 22.05.2007 von Sven

“Ghost Rider”

„Ghost Rider“ ist im Endeffekt eigentlich genau das was der Trailer verspricht: Platte Dialoge und Macho-Sprüche, ein paar nette aber billige CG-Effekte und einfach Spaß, Spaß, Spaß. Und wenn du auch nur diese eine Grundregel als Zuschauer befolgst dann wirst auch DU, mein Freund, garantiert deinen Spaß an der Flammenschädel-Mopete haben: „No Brain, No Pain“ oder aber auch „Film rein, Hirn Raus“. Vergiss einfach mal den ganzen Kram von wegen: „Guter Plot“ oder „Durchdachte Storyline“, und auch den ganzen Mist von wegen „Mitreißende Dialoge“ und „Hohe Schauspielkunst“ und vergiss erst recht Sätze wie „Hohes Budget“ und „Meilenstein der Filmgeschichte“. Ich sage ja vergiss es, denn in den nächsten 90Min von „Ghost Rider“ wirst du nirgendwo so etwas vorfinden, also konzentrier dich lieber auf deine 2-15 Bier, die Knabberpimmelchen (Flipps und Chips) oder das Popcorn welches du dir natürlich, klugerweise vorher gekauft hast, und entspann dich.

Genieße einfach anstelle dessen, lieber die facettenreichen und vor allem tiefen Dekolteè-Ausschnitte, von Eva Mendes (Aber bitte nicht auf das Frosch-Gesicht darüber achten), oder die billig zusammengekotzten Blue-Screens und CGI`s. Wem es Spaß bereitet kann natürlich auch einfach mal versuchen zu erraten wie oft sich Nicolas Cage in dieser Rolle wohl unwohl gefühlt haben mag, oder aber wie viel wohl die billigen Pappmache-Kulissen gekostet haben mögen, die ja schon fast beim anschauen auseinanderfallen.

All das wären Makel über die man sich in einer Normalen Welt, wie das HB-Männchen, aufregen würde doch nicht hier, nicht in der TRASH-World. Denn hier zählt nur der Fun-Faktor im Querschnitt zum relativen Alkoholpegel. Ich bin außerdem der festen Überzeugung das die Welt, Filme wie „Ghost Rider“, „Stacy – Angriff der Schulmädchenzombies“, „Battlefield Earth“, „Die Pudelmützenrambos“ (OK den brauch nun wirklich niemand), „Death Race 2000“ oder aber auch den obsoleten „The Punisher“ von 1989 mit Dolph Lundgren als „Punisher of Brains“, einfach brauch um Filme wie „Collateral“, „Big Fish“, „Der Pate“ oder aber auch „Cinema Paradiso“ erst wirklich schätzen zu können.

Seht wie ihr es sehen wollt doch ich bin hin und wieder doch recht dankbar für „Puren Bullshit“ wie dem „Ghost Rider“. Der Film ist also nur etwas für Leute die sich über gewollten Schwachsinn, ab und zu, prima amüsieren können (So wie bei mir), die gerne mal ne Dröhnung „BILLIG“ indiziert bekommen wollen (So wie bei mir), doch für Leute die nicht auf solche Trips aussind, sind (und werden) Filme wie „Ghost Rider“ nie auf irgend eine Art und Weise „Unterhaltsam“ sein und dass ist auch OK so. Und nun, um mit einem meiner Lieblingszitate abzuschließen: „Nur ein weiterer Freak im Freak-Königreich“.

Autor: Sven

Black Dahlia

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 22.05.2007 von Sven

the-black-dhalia.jpg

Im Jahre 1947 wird in Los Angeles die grausam zugerichtete Leiche der Schauspielerin Elizabeth Ann Short (Mia Kirschner), die auch als “The Black Dahlia” bekannt war, gefunden. Die befreundeten Polizisten Bucky „Dwight“ Bleichert (Josh Hartnett) und Lee Blanchard (Aaron Eckhart), beide ehemalige Boxer, werden mit dem Fall betraut. Während sich Blanchard zunehmend in den spektakulären Fall vertieft und damit seine Beziehung mit Kay (Scarlett Johansson) auf eine harte Probe stellt, verfällt Bleichert der rätselhaften Madeleine Linscott (Hilary Swank), die einer einflussreichen Familie angehört und eine anstößige Beziehung zu der Ermordeten hatte.

Scheint es mir nur so, oder wurde in letzter Zeit eine neue Film-Noir Welle losgetreten die uns nun überschwappt? Allein 2oo6 wartete Hollywood mit 3 Noir-Blockbustern auf: „Black Dahlia“, „Hollywoodland“ („Die Hollywood-Verschwörung“) und „Lonely Heart Killers“. Für 2oo7 ist der erste Streich auch schon gefallen mit „The Good German“ und Clooney im Gepäck. Scheint fast so als würden Hard- und Pulpboiled Kriminalgeschichten der „düsteren Nachkriegs- und Gangsterzeit von Amerika“ wieder öfters in die Augen der Autoren fallen. Einzig „The Good German“ sticht meines Erachtens nach noch ein wenig aus der Masse hervor, da die Story im Deutschland und nicht im Amerika der 40er Jahre angesiedelt ist. Dafür jedoch ist Clooneys Werk als einziges der oben genannten Titel im Noir-Typischen Schwarz/Weiß-Look gehalten. „Black Dahlia“ und die oben genannten Filme halten sich eher durch ihre Drehorte und, mehr noch, durch ihre Storys an die typischen Noir-Stilelemente: Kleinkriminelle, Dunkle Gassen in LA, wunderschöne Frauen die Hilfe bei einem Detektiv oder einsamen Cop suchen, und dabei eine schwarze Sonnenbrille und klassischen Damenhut alá Tiffany samt passendem „kleinen Schwarzen“ tragen und natürlich Zigaretten mit Stilfiltern rauchen. Mich erfreuen solche Gangster und Cop, Detektiv und hilflose Lady-Geschichten aus den Groschenromanen der 40er und 50er wenn ich sie auf der Leinwand erblicke. Damals waren Kerle noch Kerle und Frauen noch Frauen. Wenn man sich im Laufe des Tages 6-60 Wodka-Martinis und ca. 10 Schachteln Marlboros reinpfiff dann galt man dort nicht etwa als versoffener Penner sondern als Mann mit Stil und Benehmen. Sowieso versprüht diese Zeit einfach einen unglaublichen Charme: Die Autos, die Kleidung, die Musik und die Tanzlokale und natürlich einfach das Flair der ruhigen und begrünten amerikanischen Vororte und den zugewachsenen Großstädten mit ihren backsteinernen Fabrikhäusern und Hallen, den marmornen, ewig verqualmten Police Departments und den Rotlichvierteln mit ihren Borsteinschwalben und Bordellen. Zu solchen Schauplätzen führt uns auch Brian de Palma mit seiner „Black Dahlia“, der untalentierten und somit auch erfolglosen, Schauspielerin Elizabeth Ann Short, die eines sonnigen Tages in Hollywood zweigeteilt und im Gesicht völlig zerfleddert und entstellt, am Rande eines Kornfeldes gefunden wird. Die Polizei von LA setzt zu Publiziti-Zwecken sofort ihre beiden Vorzeigemänner Bleichert und Blanchard auf den Fall an. Jedoch verwickeln sich unsere beiden Cops, die von der Presse gerne als Mr. Ice und Mr. Fire betitelt werden, im Laufe des Filmes in einen immer tieferen Sumpf aus Pornographie, Intrigen und Gewalt an denen sogar letztendlich Blanchard und dessen Beziehung zu Kay zu Grunde geht.

Fazit: Ohne jetzt viel über die Handwerklichen Künste zu reden, hat De Palma es, wie auch schon bei „Gangs of NY“, mal wieder großartig gemeistert den Zuschauer in die gegebene Zeit hineinzuziehen und mit seinem Werk zu überzeugen. War es bei Leo und Daniel de Lewis noch die Mitte des 19ten Jahrhunderts so ist es bei „Black Dahlia“ oben genannte Ära. Alles stimmt einfach: Die gewaltigen Sets und Straßenkulissen und die Kostüme ziehen den Betrachter sofort in das Flair der 1940er. Einzig Scarlett Johansson kommt in ihrer Rolle als liebendes Eheweib ein wenig zu kurz. Aber dafür gibt es sie nochmal hier im Weltraumaffen zu sehen:

the-black-dahlia-02.jpg

Autor: Sven