#9

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 25.02.2010 von André

Mit seinem Animationsfilm 9 schuf Special-Effect-Guru Shane Acker eine visionäre, post-apokalyptische Kurzgeschichte welche 2005 sogar mit einer Nominierung für einen Oscar© geehrt wurde. Die mystische Geschichte, um eine kleine Mecha-Puppe, beeindruckte Filmemacher Tim Burton so sehr, dass er Acker die Produktion einer Langfassung ermöglichte, die, mit einiger Verspätung, nun doch noch in die Kinos kommt.

INHALT: 9 erwacht in einer völlig verwahrlosten und zerstörten Welt zum Leben. Die kleine Mecha-Puppe ist das letzte Überbleibsel eines verheerenden Krieges, bei dem die Menschheit völlig vernichtet wurde. Doch 9 ist bei weitem nicht alleine, es gibt noch andere seines Gleichen, die sich vor einer brutalen und todbringenden Maschine verbergen und in ständiger Angst leben. Zusammen mit neu gewonnenen Freunden, begibt sich 9 auf die Suche nach Antworten für seine Existenz…

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In meinem Himmel

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 22.02.2010 von André

Nach epochalen Meisterwerken wie: DER HERR DER RINGE und KING KONG, bringt Peter Jackson ein bewegendes Drama nach einem Bestseller von Alice Sebold auf die große Leinwand: nostalgisch, sentimental, kitschig und einfach großartig.

INHALT: Die 14 jährige Sussie Sammen ist ein aufgewecktes junges Mädchen. Im Jahre 1973 lebt sie, wohl behütet mit ihrer Familie, in einem verträumten kleinen Städtchen, doch ihr unbeschwertes Leben sollte nur von kurzer Dauer sein, denn eines Tages wird Sussie von ihrem Nachbar in eine Falle gelockt, vergewaltigt und ermordet. Irgendwo zwischen Himmel und Erde verweilt ihre Seele jedoch und Sussie kann beobachten, wie ihre Familie versucht den Verlust zu bewältigen und sie sieht auch ihren Mörder, der nach Monaten des ausharren, einen weiteren Mord zu planen scheint…

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The Book of Eli

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 22.02.2010 von André

Frei nach dem  „1. Buch Samuel“, streift Denzel Washington, in geheimer Mission, durch eine post-apokalyptische Wüste. Stimmige Atmosphäre, harte Action und solide Performance, sorgen für unterhaltsame Momente, nur die Geschichte dieses Neo-Westerns hält da nicht ganz mit.

INHALT: Der staatliche Eli wandert alleine, auf einem ihm zugewiesenen Pfad, durch ein verstaubtes Niemandsland. Im Gepäck trägt er ein geheimnisvolles Buch, welches er vor neugierigen Augen verbirgt. Niemand scheint ihn von seinem gefahrvollen Weg abbringen zu können und so kommt Eli eines Tages in eine kleine Stadt, dessen Herrscher Carnegie, nach jenem Buch sucht, welches Eli bei sich trägt. Als sich die Wege der beiden Männer kreuzen, entbrennt ein brutaler Kampf um das geheimnisumwobene Buch…

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Invictus – Unbezwungen

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 20.02.2010 von André

Längst Mal überfällig, setzt Clint Eastwood dem Friedens-Nobelpreis-Träger Nelson Mandela ein filmisches Denkmal und widmet sich, in sportlich-politischer Kollaboration, dem Ende der Apartheid in Südafrika. Wichtige Botschaft, sympathische Darsteller und – wie immer – solide Inszenierung, sorgen für kurzweilige Unterhaltung, die ganz nebenher schonmal Lust auf Fußball-WM macht.

INHALT: Die Freilassung des politischen Gefangenen Nelson Mandela, leitet eine neue Zeit im aufgespaltenen Südafrika ein. Das Ende der Apartheid ist mit der Wahl Mandelas, zum Präsidenten, besiegelt. Dieser steht nun vor der schwierigen Aufgabe: die Vergeltungswünsche der schwarzen Opfer sowie die Ängste der weißen Unterdrücker, zu zerschlagen. Im Rugbysport und der anstehenden Weltmeisterschaft im eigenen Land, sieht Mandela eine Chance, beide Volksgruppen im Frieden zu einer Nation zu einen, jedoch gilt die südafrikanische Nationalmannschaft als krasser Außenseiter…

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An Education

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 20.02.2010 von André

Die Behaglichkeit der Konvention gilt nicht selten einher mit der Sehnsucht nach Wagnis und einem erfüllteren Leben. Das dies im heranwachsenden Alter eine gefährliche Mischung sein kann, zeigt Lone Scherfig, nach einem Drehbuch von Nick Hornby, auf elegante und gefühlvolle Weise, in einem kleinen Drama vom Erwachsenwerden; AN EDUCATION.

INHALT: 1961. Die 16 jährige Jenny ist frühreif und gelangweilt vom behüteten Leben in einem Londoner Vorort. Den hohen Ansprüchen ihres Vaters sowie der Schule, konnte sie stets genügen und gilt als ambitionierte Anwärterin für ein Literaturstudium an der Oxford Universität. Doch dann begegnet sie dem 20 Jahre älteren Lebemann David, dieser ist angetan von jugendlichen Charme und Bildungsgrad des Mädchens und eröffnet ihr ein Leben voll Farbe, Spaß sowie kulturellen und gesellschaftlichen Freuden. Jenny ist Hin und Her gerissen, immer mehr entsagt sie ihren schulischen Pflichten und denkt über alternative Möglichkeiten zu ihrem tristen Studium nach. Lehrer und Eltern machen sich zusehends Sorgen…

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Wolfman

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 17.02.2010 von André

Ein Horrorklassiker wird Wiederverfilmt. Bereits 1941 versetzte der WOLFMAN das damalige Kinopublikum in Angst und Schrecken. Regisseur Joe Johnston bemüht sich mit viel beherztem Aufwand, die vergangene Faszination für eine mittlerweile weichgespülte Horrorikone wiederzubeleben. Doch das hochgradig besetzte Horrorstück respektiert zu stark die klassischen Vorgängern des Genres, traut sich zu wenig und wurde dadurch mehr Hommage und Kopie, als eigenständiges Werk.

INHALT: Der plötzliche Tod seines Bruders und ein Hilferuf von dessen Verlobter Gwen Conliffe, zwingen Schauspieler Lawrence Talbot wieder zurück in die alte Provinz Blackmoor, wo er aufwuchs. Ein Biest soll in den Wäldern Blackmoors umherstreifen, dem Lawrence Bruder zum Opfer fiel. Im benachbarten Dorf erzählt man sich Horrorgeschichten von Wolfsmenschen und Flüchen, purer Aberglaube denkt Lawrence, doch auch sein distanzierter, exzentrischer Vater Sir John Talbot glaubt an ein übermenschliches Wesen. Lawrence macht sich auf die Jagd und landet in den Fängen der Bestie, nun ist auch er verflucht und mit jedem Vollmond wird er zum Werwolf…

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Sherlock Holmes

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 17.02.2010 von André

Legendäre literarische Helden in modernem Actiongewand, dass sehen wir nicht zum ersten Mal. Bereits mit DIE LIGA DER AUSSERGEWÖHNLICHEN GENTLEMAN bemühte sich Hollywood auf recht desaströse Art und Weise, gleich eine ganze Hand voll klassische Literaturfiguren in moderne Superhelden zu verwandeln und man muss zugeben; Ein wenig erinnert die ungezwungene, moderne Adaption, des wohl bekanntesten Detektiven aller Zeiten, schon an diesen Effekte überfrachteten Totalausfall. Das Guy Ritchies SHERLOCK HOLMES trotzdem unterhaltsam ist, liegt vor allem am gut gelaunten Dreamteam: Robert Downey Jr. und Jude Law.

INHALT: London 1891. Grade haben der begnadete Detektiv Sherlock Holmes und sein treuer Gefährte Dr. Watson, den finsteren Plan des Lord Blackwood vereitelt, da entkommt der, eigentlich schon hingerichtete, schwarze Magier seinem eigenen Grab. Wie gelang es dem verschlagenen Schurken ein solches Wunder zu vollbringen und was heckt Blackwood nun als nächstes aus? Viele Fragen, die es für Holmes zu klären gibt, doch Watson ist vielmehr mit Verlobung und Umzug beschäftigt und dann taucht auch noch Holmes alte Affäre; Irene Adler in London auf. Hinter allem scheint eine gewaltige Verschwörung zu stecken, Sherlock Holmes nimmt die Ermittlungen auf…

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Up In The Air

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 16.02.2010 von André

Tragikomödien mit nachhaltiger Wirkung sind zu einem Spezialrezept von Jason Reitman geworden. Ob mal scharf und schwarzhumorig wie in der Satire THANK YOU FOR SMOKING oder frech und anrührend wie in JUNO, Jason Reitman hat den Zeitgeist verstanden und spricht moderne und kontroverse Themen auf versöhnliche und elegante Weise an. Mit UP IN THE AIR schickt er einen Sozialautisten auf Gefühlskurs und setzt sich mit Arbeitsverlust und Zukunftsperspektiven auseinander.

INHALT: Ryan Bingham liebt sei unabhängiges Nomadenleben, als ein-Mann-Eliteeinheit fliegt er durch gesamte Land und entlässt, im Auftrag der Arbeitgeber, ahnungslose Angestellte in die Arbeitslosigkeit. Der Clou, Ryan verkauft seinen Mandanten die Entlassungen als Neuanfang und Chancenaufbau, mit Erfolg, doch dann mischt sich die ehrgeizige Anwärterin Natalie Keener dazwischen und macht mit ihren Arbeitsoptimierungen, Ryans Arbeitsmotto zunichte. Unter seiner Aufsicht soll die aufstrebende Natalie ihr Arbeitskonzept erproben und dann lernt Ryan noch die Schöne und ebenso unabhängige Alex kennen…

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A Serious Man

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 16.02.2010 von André

Wenn Joel und Ethan Coen einen Film machen, dann ist dies immer ein besonderes Highlight: FARGO, THE BIG LEBOWSKI, NO COUNTRY FOR OLD MAN oder zuletzt BURN AFTER READING, es gibt nahezu kein Genre welches die Gebrüder Coen nicht perfekt beherrschen. Ihr neustes Werk ist eine nicht ganz einfache, dafür um so unterhaltsamere und – wie immer – brillant inszenierte Satire, welche im spießigen Mief der späten 60er Jahre angesiedelt wurde.

INHALT: Larry Gopnik versteht die Welt nicht mehr. Er ist ein rechtschaffener Mann, Physik-Professor an der städtischen Universität, eingebunden in die jüdische Gemeinde und er lebt in einem mittelständischen Haus, samt zwei Kindern und Ehefrau, am Stadtrand. Eines Abends jedoch, eröffnet ihm seine Frau, dass sie die Scheidung will, da sie mit Larrys langjährigem Bekannten Sy Abelmann, ein neues Leben beginnen möchte. Larry wird vor die Tür gesetzt und damit fangen seine Probleme erst an…

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Das Kabinett des Dr. Parnassus

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 16.02.2010 von André

Armer Terry Gilliam, da steht er kurz vor dem Abschluss seines nächsten Fantasy-Spektakels und da stirbt ihm, ganz plötzlich, einer seiner wichtigsten Darsteller weg. Der tragische Unfalltod von Heath Ledger, war nicht nur für viele ein Schock, sondern auch zunächst einmal das Aus für Gilliams neuen Film. Doch mit beherztem Arrangement und Unterstützung der drei Topdarsteller: Jude Law, Colin Farrell und Johnny Depp, gelang es Gilliam seine Fantasy-Odyssee zu vollenden.

INHALT: Der kauzige Dr. Parnassus zieht mit seinem Varieteetheater samt Darstellerensemble durch die Straßen von London. Die Show läuft nur schleppend, dabei lässt Dr. Parnassus Kabinett sämtliche Träume in Erfüllung gehen. Eine Wette mit dem ominösen Mr. Nick zwingt Parnassus schließlich zu einem makaberen Spiel um die Seelen der Menschen, doch er hat keine Wahl, denn der Einsatz ist seine geliebte Tochter Valentina. Parnassus ist verzweifelt, bis sein Darstellerensemble eines Abends den mysteriösen Tony vor dem Freitod rettet und dieser ihm, dank seines ungeahnten Talents, zum Sieg verhelfen kann. Doch ins Geheim verfolgt Tony andere Ziele…

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Avatar – Aufbruch nach Pondora

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 15.02.2010 von André

Der König der Welt hat es schon wieder getan. Mehr als Zehn Jahre nach dem überwältigenden Erfolg von TITANIC (11 Oscars, erfolgreichster Film aller Zeiten), kehrt James Cameron mit einer neuen – epischen – Geschichte auf die großen Leinwände zurück und schafft es sogar den Erfolg des Vorgängers nochmal zu überbieten.

Camerons AVATAR ist der neue „erfolgreichste Film aller Zeiten“ und wird nach nur zwei Monaten Spieldauer, euphorischen Kritiken, 2 Golden Globe Auszeichnungen für „Best Picture“ und „Best Directing“ sowie 9 Oscarnominierungen, als neuer Meilenstein der Filmgeschichte gefeiert.

INHALT: Der verkrüppelte Marine Jake Sully, wird auf den exotischen Planeten Pandora versetzt, dort soll er ein Forschungsteam bei den Vermittlungen mit den einheimischen „Navi“ – einer Alienspezies – unterstützen. Jakes Verstand wird zu diesem Zweck mit einem genetisch geklonten Körper, aus seiner eigenen DNA sowie der, der Aliens, verlinkt. Mit Hilfe dieses Avatar, gewinnt Jake schnell das Vertrauen der Navi und besonders der Häuptlingstochter Neytiri, die ihn in die Geheimnisse des naturverbundenen Volkes einweiht.

Doch Jake läuft die Zeit davon, den der Finanzier des Forschungsprojekts interessiert sich weniger für die Einheimischen, als vielmehr für dessen gewinnbringende Bodenschätze. Ein Krieg mit den Navi scheint unausweichlich und Jake muss sich für eine Seite entscheiden…

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Fantasy Filmfest 2009 (Köln)

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 18.09.2009 von André

Nur 40 Autominuten entfernt vom „Fantasy-Filmfest 09“, da stellt man sich als Cineast doch einen nette Programmauswahl zusammen und macht sich auf den Weg nach Köln, um einige der Geheimtipps und Überraschungshits der kommenden Kinomonate schon mal vorab zu betrachten, bloß um dann festzustellen, dass „DISTRICT 9“ ausverkauft ist…

Naja, der startete ja – auf Grund seines Erfolgs in den Staaten – nur eine Woche später regulär und so begann das FFF09 dann also mit einem garantierten DVD Knüller für den Filmabend mit Freunden: „BLACK DYNAMITE“.

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Inglourious Basterds

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 18.09.2009 von André

Wenn Tarantino einen neuen Film ankündigt, dann ist das jedes mal ein großes Highlight für Kinofans. Monatelang wird im Internet über das neue Projekt spekuliert und egal wie viel man auch darüber im Vorfeld zu wissen glaubt, das Endergebnis ist jedes mal überraschend. Bei „INGLOURIOUS BASTERDS“ ist das nicht anders, ein Drama über den II.Weltkrieg, lose basierend auf einem – beinahe – gleichnamigen Action B-Movie aus den 70ern, angelehnt an die Struktur der wuchtigen Italowestern, nicht weniger ausschweifend als „SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD“ und trotzdem natürlich schwer zu vergleichen.

Dabei ist „INGLOURIOUS BASTERDS“ zu 100% Tarantino, will heißen, auch dieser Film ist voll von Zitaten, Referenzen, ausgefeilten Dialogen, kultverdächtigen Charakteren und selbstverständlich eine – bisweilen sogar die deutlichste – Hommage ans Kino, die Tarantino je verfilmt hat.

Eine große Überraschung ist mit Sicherheit die Sprachgewichtung des Films, zu jeweils einem Drittel wird sowohl französisch, englisch als auch deutsch gesprochen. Dabei übertragen sich die zugespitzten Dialoge von Tarantino in jede der Sprachen hervorragend und wirken zu keiner Zeit unglaubwürdig oder aufgesetzt. Ein Beweis dafür, wie großartig Tarantino mit Sprache umgehen kann, für all jene die meinen, er würde seine Dialoge doch nur aus anderen Filmen kopieren. Das Kopieren oder Klauen von älteren Filmen ist ein wichtiger Bestandteil der Filmkunst; nur durch Wiederholung kann man einen Vorgang verbessern, nur durch das Abgucken von Größeren, kann man sich selbst weiterentwickeln und durch den Prozess, durch das Kopieren von Versatzstücken, entdeckt man auch neue Perspektiven und kann großen Meisterwerken z.B. beim Film, neue Aspekte abgewinnen. Tarantino tut dies ja keinesfalls unüberlegt, er recherchiert Jahre für einen seiner Filme, tüftelt Ewigkeiten am Drehbuch herum und lässt immense Zeit vergehen, ehe es zum fertigen Film kommt. Seit 20 Jahren macht der Mann schon Filme und „INGLOURIOUS BASTERDS“ ist grade mal sein sechster.

Das großartige aber ist, dass man die vielen Zitate und Kopien und Referenzen gar nicht verstehen muss, um „INGLOURIOUS BASTERDS“ genießen zu können, denn auch für Tarantino ist die Geschichte eines Films vordergründig und in diesem Fall ist sie sogar – oder vielmehr deren Ausgang – von enorm Wichtigkeit. „INGLOURIOUS BASTERDS ODER WIE DAS KINO DIE NAZIS BEZWANG“ eine über deutliche Aussage – Tarantino ist kein Fan von subtilen Andeutungen – die über dem Film steht, ein spektakuläres Kriegsmärchen nicht weniger propagierend als „STOLZ DER NATION“ – der Film im Film – und ein Paradebeispiel für die Macht des Kinos, die Kraft des Geschichtenerzählens, die Möglichkeit, die Dinge zu verändern, zu beeinflussen und – wenn auch nur für den Moment – zu Idealisieren. Eine große Liebeserklärung an das Kino, wie alle Tarantino-Filme, nur diesmal unübersehbar.

Bis es zu jenem furiosen Ende kommt, ist „INGLOURIOUS BASTERDS“ eine Chronik starker Momente, eine Ansammlung minutiös Inszenierter, unendlich ausschweifender, und dabei zu jederzeit extrem unterhaltsamer, Szenarien, bei denen Tarantinos größte Stärken zum Ausdruck kommen. Niemand zelebriert Nichtigkeiten und Randnotizen in seinen Dialogen so penetrant und gekonnt wie er. Niemand schenkt seinen Charakteren so viel Zeit zum entfalten. Niemand würde sich trauen einen grimassierenden Brad Pitt, neben einen brillant agierenden Christoph Waltz aufzustellen und niemand würde eine zutiefst ernsthafte und verletzte junge Frau, Rache an einer klischeeüberfrachteten Karikatur üben lassen. Der Film traut sich einfach alles; er lässt einen spitzbübischen Sauhaufen Nazis skalpieren, er nimmt sich wertvolle Minuten, um ein sich selbst erklärendes Partyspiel im Detail zu erörtern und er lässt einen mittelprächtigen David Bowie Song während einer ankleide Szene ertönen, der erst vierzig Jahre nachdem die Szene spielt, geschrieben wurde.

Das Beste ist, dass einen all diese Dinge keinesfalls überraschen dürften, überraschend ist die einnehmende Präsenz von Christoph Waltz als SS-Oberst Hans Landa oder die Auftritte der vielen deutschen Darsteller, die sich im internationalen Vergleich keine Blöße geben. Überraschend ist die starke Performance der hierzulande unbekannten Mélanie Laurent als Shosanna und die im Vergleich dazu völlig nebensächliche Anwesenheit von Brad Pitt und seinen Basterds. Überraschend ist, dass „INGLOURIOUS BASTERD“ anspruchsvoll genug ist um ernst genommen zu werden und gleichzeitig trashig genug um kultig zu sein.

Ihn auf Grund seiner Thematik, als Befreiungsschlag aus der Betroffenheitsecke, der immer gleichen II.Weltkriegsdramen zu sehen, ist allerdings ein wenig hoch gegriffen, dafür verfremdet der Film seine Charaktere und seine Handlung viel zu stark. Ohnehin sollte „INGLOURIOUS BASTERDS“ nicht als freier Kommentar zum II.Weltkrieg verstanden werden, sondern als ausdrucksstarke Metapher für die Macht von Film und Kino und als solche gefällt er so gut, dass man ihm das starke Eigenlob vergibt und den selbst ausgestellten „Meisterwerk“ Stempel gerne unterschreibt.

Autor: André

Rundumschlag der Kurzreviews (Aug09)

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 18.09.2009 von André

ZERRISSENE UMARMUNGEN

In Spanien zählt Regisseur Pedro Almodóvar schon lange zu den Besten seiner Zunft. International ist er vor allem seit seiner spritzigen Komödie „VOLVER“ (ebenfalls mit Penélope Cruz) in aller Munde. Mit „ZERRISSENE UMARMUNGEN“ präsentiert Almodóvar nun ein nicht minder prachtvolles, farbenfrohes Melodram.

Die Geschichte dreht sich um einen erblindeten Regisseur und Autoren, der sich an die große Liebe seines Lebens zurück erinnert und damit alte Wunden und längst Vergessenes, wieder ans Licht bringt.

Die große Liebe ist natürlich Penélope Cruz, Almodóvars erklärte Muse, die wohl keiner wie er so wunderschön, stark und zerbrechlich zugleich, in Szene setzen kann. Ich bin wirklich kein großer Fan von Cruz, aber was Almodóvar mit ihr macht und aus ihr raus holt, ist einfach großartig.

Der Erzählung kann man hingegen ein paar Längen nicht absprechen, das stört aber nicht wirklich angesichts der prachtvollen Bilder und minutiösen Inszenierung. Die Farbpalette ist reich, satt und bunt, wirkt aber niemals aufgesetzt oder kitschig. Hinzu kommt die präzise Inszenierung, die nahezu perfekte Kamera und natürlich die – größtenteils – großartig agierenden Darsteller.

„ZERRISSENE UMARMUNGEN“ ist ein Kunstwerk von höchstem Niveau und sollte keinesfalls versäumt werden, angesehen zu werden.

COCO CHANEL

Ohne Zweifel gehört Chanel zu den einflussreichsten und gefragtesten Modelables weltweit und dessen Gründerin Coco, mit Sicherheit zu den Interessantesten Persönlichkeiten ihrer Zeit. Leider gestaltet sich der daraus resultierende aktuelle Film „COCO CHANEL“, als ebenso schlicht und farblos, wie der, seiner Zeit so prägnante Modestil.

Der Film erzählt von den jungen Jahren, der ehrgeizigen und vorlauten Coco, die sich als Waise aus dem Nichts etabliert und ihre Leidenschaft für Mode entdeckt. Im Fokus der Geschichte stehen allerdings noch viele andere Themen, von denen sich keines so richtig ins Zentrum rücken lässt und man sich daher laufend fragt, was der Film eigentlich erzählen möchte. Der Bezug zur Mode ist jedenfalls genauso schwammig und wage, wie die aufgesetzte Dreiecksbeziehung oder Cocos innige Verbundenheit zu ihrer Freundin.

Regisseurin Anne Fontaine führt äußerstunfokusiert und belanglos durch die Erzählung und gestaltet einen sehr konventionellen und eintönigen Biographiefilm ohne nennenswerte Höhepunkte. Das Audrey Tautou trotzdem keine schlechte Figur macht, ist für ihre Fans vermutlich der einzige Grund diesen Film dennoch zu ertragen.

PUBLIC ENEMIES

Ein Crime-Thriller von Michael Mann ist eigentlich immer eine sichere Sache. Nicht so jedoch bei „PUBLIC ENEMIES“, obwohl Mann mit seiner Stammcrew arbeitet und mit Johnny Depp und Christian Bale, zwei Topdarsteller besetzt, bleibt der Film über weite Strecken uninteressant und fade.

Inhaltliche Schwächen und fehlender emotionaler Zugzwang, wahren ja schon Bestandteile von „MIAMI VICE“, dafür entschädigte aber der düster-coole Buisnesslook. In Sachen Ästhetikkk und Visualisierung kann „PUBLIC ENEMIES“ da aber nicht mithalten, ohnehin ist die kühle, klare Optik für einen Genrefilm, der in den 30ern spielt, sehr gewöhnungsbedürftig und die oftmals uninsperierte, schlampige Kameraführung scheint der reichen Ausstattung und den Ansprüchen eines Michael Mann nicht gerecht zu werden.

Obwohl der Film auch sehr gelungene Momente hat und keiner der Darsteller negativ auffällt, lässt einen die Geschichte ziemlich kalt und die Referenzen zu Michael Mann machen diesen normalerweise passablen Streifen zu einer echten Enttäuschung, die man lieber übersehen sollte.

G.I.JOE – GEHEIMAUFTRAG COBRA

Der Erfolg der TRANSFORMERS-Filme beschert Hasbro dicke schwarze Zahlen, darum schickt der Spielzeuggigant, gleich mal die zweite seiner große Spielzeug-Actionserien in die Lichtspielhäuser. G.I.Joe ist hierzulande gänzlich unbekannt, wird aber in den Staaten groß gefeiert, es handelt sich um eine international operierende, streng geheime, militärische Spezialeinheit, bestehend aus Superagenten mit besonderen Fähigkeiten in allen bekannten und unbekannten Waffen- und Kampftechniken.

Der Film ist natürlich mindestens genauso bescheuert, lächerlich und inhaltslos zusammengetackert, wie die Vorlage. In vieler Hinsicht ist „G.I.JOE“ aber trotzdem genau das was TRANSFORMERS nicht sein konnte, nämlich unbeschwert unterhaltsam sowie freiwillig und unfreiwillig komisch. Im Gegensatz zu TRANSFORMERS, ist sich der Film nämlich seines niedrigen Niveaus und den oberflächlichen Figürchen durchaus bewusst und kaschiert dies mit einem Overkill an akzeptablen bis peinlichen Computeranimationen und gut gelauntennnnnn Darstellern, vorweg sogar einige Könner wie Dennis Quaid, Senna Miller und Joseph Gordon-Levitt, die hier selbstverständhoffnungslosnglos unterfordert werden.

Natürlich rechtfertigt die reichhaltige Action und das gehobene Trashlevel noch lange nicht die Kinopräsenz von „G.I.JOE“, aber lieber würde ich mir diesen Quatsch dreimal hintereinander anschauen, als noch einen einzigen TRANSFORMERS-Film von Michael Bay.

Autor: André

Edge of Love

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 22.07.2009 von André

edgeofloveEin neues Liebesmelodram von der Insel, da durfte man doch sehr gespannt sein, besonders da das Letzte dieser Art für so viel positives Aufsehen, bis hin zu den Oscars® sorgte.

In der Hauptrolle erneut Keira Knightley, die derzeit etwas festgefahren wirkt, spielt sie doch schon zum dritten Mal in Folge, die romantisch verklärte Lady in historischem Gewand. Aber seis drum, wenn sie mit süßlichem Lächeln, in tollen Kostümen, das Unschuldslamm verkörpert und dabei gleichsam zerbrechlich, wie wunderschön, mit der Zigarette kokettiert, dann hat das durchaus seinen Reiz.

Nicht minder reizvoll, sogar um einiges Interessanter, ihre Spielgefährtin Sienna Miller, die hier eine laszive, leicht manische, Freigeisttänzerin mit Hang zum Masochismus verkörpert. Zu den Damen gesellt sich Matthew Rhys, als liebestoller Lebemann und exzessiver vollsuff Dichter, Dylan Thomas.

Die drei verstricken sich in einen klassischen, wenn auch liberalen, Liebesreigen, bei dem sie sich gegenseitig, mal freundschaftlich, mal verführerisch oder mal hinterhältig, den Kopf verdrehen, um sich so die bittere Zeit des Krieges zu versüßen. Auch wenn die drei schon genügend Potenzial mitbringen, sich ihr Leben gegenseitig schwer zu machen, wird es erst richtig kritisch, als Soldat und Frontmann Cillian Murphy auf der Matte steht, um Keira den Hof zu machen.

In Ereignisfreier Lethargie und unnötigen Effektspielereien, entfaltet Regisseur John Maybury sein Liebesmelodram „EDGE OF LOVE“ auf der großen Leinwand. Augenscheinlich fehlt es dem Film eindeutig an Höhepunkten, Dramatik, echten Emotionen und Budget, um den Zuschauer wirklich zu packen. Hinzu gesellen sich noch etliche Drehbuchmängel, die das Potential der einzelnen Charaktere gekonnt zu verhindern wissen und ihnen niemals ein echtes Profil gönnen, von dem sie zehren können. Sämtliches Handeln der Figuren wirkt sprunghaft und unmotiviert, ihre Konstellationen und Gefühle füreinander verschwommen und unklar. Auch richtet sich der Fokus der Erzählung auf viel zu viele Themen, die allesamt nur angerissen und inkonsequent aufgegriffen werden, in Folge dessen vermag keine dieser, an sich spannenden Perspektiven, zu fruchten.

Maybury präsentiert hier eine enorm unausgegorene Geschichte, von der völlig unklar bleibt, was sie nun eigentlich erzählen will. Das Potential ist durchaus spürbar, allein die Anwesenheit des Dichters Thomas samt seiner ironisch, zynischen Kommentare zum Geschehen, lassen die Ambitionen der Erzählung erahnen und auch die beiden Ladys hohlen das Möglichste aus ihren Figuren heraus. Etwas Abseits, ja fast schon überflüssig, gerät hingegen Cillian Murphy, der die Spannungen des Dreigestirns immer wieder unterbricht, um sein eigenes klischeeverseuchtes Kriegstrauma zu überwinden, eine zweifelsohne undankbare Rolle..

Hinzu gesellt sich das Ärgernis der uninsperierten Inszenierung von Maybury, der sich zu Anfang in albernen Montagen und nervigen Kameraspielchen wie, Unschärfen, Verzerrungen, mehrfach Überblendungen und Weichzeichnern verrennt, nur um anschließend die völlige Tristesse in Grautönen abzufeiern.

Man darf also behaupten, dass diese unausgegorene schlichte Präsentation, als durchaus überflüssig betrachtet werden kann und sich mit der erzählerischen Finesse und der ambitionierten Inszenierung von „ABBITTE“ überhaupt nicht vergleichen lässt, da helfen auch keine guten Darsteller mehr und selbst Genrefans dürften mächtig enttäuscht werden.

Autor: André