Black Dahlia

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Brian De Palma versetzt, in seinem neusten Film, den Zuschauer in das Prestige trächtige Amerika der späten 40ger Jahre. Eine Zeit in der die Frauen noch am Herd standen und die Männer nicht ohne Hut aus dem Haus gingen. Eine Zeit in der die Rollen klar verteilt waren, Rauchen und Saufen noch als schick galt und die Autos aussahen wie rollende Kunstwerke die über drei Tonnen wogen. Eine Zeit die vor allem Wert auf ihr Äußeres legte, in der alles irgendwie stielvoll erschien. Genau diesen Flair, diese Atmosphäre erweckt Palma in opulenten und Detail verliebten Kulissen wieder zum Leben und inszeniert in dieser Welt einen Teils wahren Teils fiktiven Krimi.
Die grausam entstellte Leiche der jungen Schauspielerin wurde tatsächlich im Jahre 1947 gefunden, der Mord aber leider nie aufgeklärt, drum ist auch der Rest der Handlung samt Protagonisten pure Erfindung. Doch das macht nichts, denn Beides ist intelligent und spannend ineinander verstrickt und wird letzten Endes auch so aufgelöst, dass sich Realität und Fiktion nicht ausschließen. Leider macht genau diese Verstrickung es dem Zuschauer nicht leicht alle Plots und Subplots der unterschiedlichen Charaktere vollends nachzuvollziehen. Schon zu Anfang des Films bekommt man viele Namen und Informationen geliefert die man sich merken muss um der Handlung später noch folgen zu können, dazu kommt, dass zu viele Handlungsstränge in die Geschichte gearbeitet wurden. Diese zum Ende hin alle abzuhandeln wirkt zuweilen etwas ermüdend und zieht den Film ein wenig in die Länge. Dafür entschädigt allerdings die tadellose Optik, samt der liebevoll gestalteten, zahlreichen Schauplätze und natürlich die Darsteller die allesamt hervorragende Arbeit leisten. Josh Hartnett hat es zwar nicht leicht mit seinem bubihaften Aussehen als kerniger Ermittler zu überzeugen, macht seine Sache aber gut. Genau wie Scarlett Johansson
die leider nicht viel Gelegenheiten bekommt ihr Talent zu beweisen, da sie größtenteils das Heimchen am Herd mimen muss. Auch nett anzusehen ist Hillary Swank, die hier endlich mal Fraulich aussehen darf und kann, spielt sie doch sonst meistens jungenhafte Mauerblümchen.
Fazit: „The Black Dahlia“ ist ein spannender und aufwändig inszenierter Krimi im Stiele der späten 40ger Jahre, dessen Darsteller überzeugen und so über einige Längen der Handlung hinweg trösten.
Autor: André