Batman Gotham Knight

„Fledermaus, wenn du über die Dächer fliegst, wie sieht die Welt von da oben aus?“ „Sie sieht verdreckt aus.“

 

Im Zuge der unfassbar komplexen Marketing Kampagne von THE DARK KNIGHT, setzte Warnerbros. unter anderem auf ein Projekt – welches in Verbindung mit BATMAN, so zwar noch nie da war -  aber schon mal in ähnlicher Weise – bei der MATRIX-Trilogie – funktioniert hatte. Die Rede ist von einem Animefilm, genauer einer Kollektion von animierten Kurzfilmen, die sich in Zeichenstil, Erzählweise und Handlung unterscheiden, aber alle das gleiche Thema – in diesem Falle BATMAN – behandeln.

 

So wurde BATMAN GOTHAM KNIGHT produziert, ein Mitläufer, ein Promogag, der auf dem Hype von DARK KNIGHT mit reiten sollte, wie einst die Kollektion der ANIMATRIX bei den visionären Filmen der Wachowski Brüder. Da BATMAN aber ohnehin seinen Ursprung im Comic hat und als Ur-amerikanischer Superheld, niemals Bestandteil eines Projektes der japanischen Animationskunst war, scheint die Idee, BATMAN von prominenten Animekünstlern einmal neu interpretieren zu lassen, gar nicht so bescheuert, wie man vielleicht vermuten würde.

 

In der Tat, kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. BATMAN GOTHAM KNIGHT besteht aus sechs unterschiedlichen Episoden – in der Szene -  bekannter Animekünstler (Yasuhiro Aoki, Futoshi Higashide, Toshiyuki Kubooka, Hiroshi Morioka, Jong-Sik Nam, Shoujirou Nishimi) und besticht vor allem durch seine imposant, inszenierte Optik und die unterschiedlichen Animationsstile, welche im direkten Vergleich besonders gut zur Geltung kommen – wirken Animefilme doch sonst alle mehr oder weniger gleich. Dabei speisen sich die aufwändig illustrierten Episoden durch viele Actionhighlights  und die markanten Anime Attribute wie: aggressive Blickwinkel, harte Kantenzeichnung, schnelle Schnitte, viel Licht und Schatteneffekte. Der neue Blickpunkt auf den dunklen Ritter ist so – zumindest visuell – eine kleine Bereicherung für Freunde von Action- und Animationsfilmen.

 

Anders sieht es da beim Inhalt aus, der hat nämlich nicht das Geringste mit den aktuellen Filmen zu tun und setzt sich mehr oder weniger aus banalen Handlungsfragmenten zusammen, die man auch unerzählt hätte lassen können, liefern sie doch keine neuen Erkenntnisse über den Mann im Fledermausanzug. Angesichts der knapp bemessenen Zeit jeder Episode, ist ein Mangel an Tiefgründigkeit und Charakterentwicklung aber durchaus zu verschmerzen, denn immerhin wird das erzählte auf eindrucksvolle Weise in Szene gesetzt und die unterschiedlichen Interpretationen, lassen auch wieder mehr Spielraum für den Mythos BATMAN.

 

So wird der Held, in der Episode „Have I got a story for you.” von Kids, einmal als Geist, Fledermaus-Monster und als Roboter, beschrieben bevor er dann in seiner finalen Gestalt leibhaftig vor ihnen steht. Auch die Episode „Crossfire“ lässt BATMAN aus der Sicht zweier Cops, als phantomhaften Übermenschen erscheinen wohingegen ihn andere Episoden wieder verletzlich – sowohl körperlich als auch geistig – darstellen.

 

Wo die Story schwächelt, macht’s die Optik wieder wett. BATMAN GOTHAM KNIGHT ist mit Sicherheit kein genialer Wurf, aber ein liebevoll animiertes Actionflick für Fans von Anime und/oder BATMAN, das sich nicht durch einen Promogag entschuldigen muss, sondern als – mal anderes – DVD Highlight durchaus für sich funktionieren kann und kurzweilige Unterhaltung auf höchstem Animationslevel bietet.

 

Kleiner Insider: Im Original wird BATMAN von Kevin Conroy gesprochen, der dem dunklen Ritter schon für die viel gepriesene BATMAN THE ANIMATED SERIES seine Stimme lieh. 

 

Autor: André

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