Apocalypto

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„abu dabu gaga.“
Um das Volk der Maya kreisen viele Mysterien, nur wenig ist von ihrem Kulturerbe übrig geblieben. Ihre einst so majestätischen Pyramiden im Regenwald Südamerikas, sind verwittert und zerfallen, während der Eroberung durch die Spanier im 10. Jahrhundert wurden die meisten ihrer Niederschriften vernichtet. Es existiert also nur wenig Wissen um die Sitten und Gebräuche dieses einst so mächtigen Volkes, darum kann auch Mel Gibson als Regisseur von Apocalypto größtenteils nur Vermutungen über den Untergang der Maya anstellen.
Apocalypto erzählt die Geschichte eines jungen Häuptlingssohnes, dessen Dorf von einem feindlichen Mayastamm angegriffen wird. Zwar gelingt es ihm seine schwangere Frau und seinen Sohn in einem Erdloch zu verstecken, doch er selbst gerät in Gefangenschaft. Die feindlichen Krieger bringen ihn und viele andere seines Stammes zu einer großen Mayastätte, wo sie alle als Sklaven verkauft oder Opfer für die Götter missbraucht werden sollen. Dem jungen Häuptlingssohn rennt die Zeit davon, denn seine Familie kann ohne seine Hilfe nicht aus ihrem Versteck entkommen und wenn der nahende Regen einsetzt, wird das Erdloch zum tödlichen Grab…
Die Geschichte des Häuptlingssohnes darf man als Symbolismus für den, von Gibson spekulierten, Untergang der Maya verstehen. Laut Gibson ist dafür der Kapitalismus verantwortlich und die Gier nach Macht und Reichtum. In der Mayastätte herrscht eine zwei Klassen Gesellschaft, Krankheit, Armut und Hunger bestimmen den Alltag der meisten Einwohner. Die Reichen manipulieren ihr Volk mit Opfergaben an die Götter und vernichten nebenbei ganze Volksstämme, für ihren Reichtum lassen sie Wälder roden und Volksstämmige versklaven. Anders im Dorf des Häuptlingssohnes, dort leben die Einwohner in Harmonie und Einklang mit der Natur, Probleme werden gemeinschaftlich gelöst und alles miteinander geteilt. Der Sozialismus als Weg zur Glückseligkeit, ein Mayaältester schildert anhand einer Geschichte das Problem der Menschheit „Im Menschen tobt eine innere Unruhe, er ist niemals satt, immer traurig, denn er möchte immer mehr…“
Klingt vertraut und plausibel, bisher ist noch jedes Imperium am streben nach immer mehr Macht und Reichtum zerbrochen, warum also nicht auch das der Maya. Aber die ganze Sache bleibt natürlich Spekulation und das meiste Gesehene pure Phantasie. Ob sich die Maya tatsächlich selbst zerstörten und erst dadurch erobert werden konnten bleibt eine Theorie, die in Gibson einen weiteren Anhänger gefunden hat. Wer sich Apocalypto anschaut sollte sich dies stets vergegenwärtigen, das Gesehene ist nicht Fakt sondern Fiktion auch wenn sich Gibson größte Mühe gibt es wie Historie aussehen zu lassen.
Das beginnt schon damit, dass er den gesamten Film untertitelt und die Maya in ihrer Sprache sprechen lässt, ein Kniff den sich schon Kevin Costner in Der mit dem Wolf tanzt zu Eigen machte. Authentizität wird großgeschrieben, das gilt auch für die tollen Kostüme der Maya und die imposante Ausstattung, spätestens in der Mayastätte. Zumindest diese Details gewähren einen faktischen und interessanten Einblick in die Geschichte dieses Volkes. Gibson ist natürlich auch nicht zimperlich wenn es um die Inszenierung von Gewalt geht, diese, ob im Kampf der Krieger oder bei den Opferungen, kann man aber ganz gut ertragen, da es ihm nicht wirklich gelingt große Emotionen zu erzeugen und man als Zuschauer zwar interessiert und unterhalten wird, aber eben doch nur beobachtet ohne mitzufühlen. Gegen Ende verliert sich der Film dann ein wenig in einer etwas zu langen Hetzjagd durch den Regenwald, bevor es endlich zum Showdown kommt. Gelungen sind jedoch viele Aufnahmen der Umgebung durch die man einen bleibenden Eindruck von der Schönheit des Regenwalds bekommt, nur ab und an lassen die hochauflösenden digital Kameras einen befremdenden zu plastischen Eindruck entstehen, der sehr an Video Optik einer Soap erinnert, Ähnliches war mir schon in einigen Aufnahmen von Miami Vice aufgefallen.
Zum Schluss kann ich sagen: Apocalypto ist mit Sicherheit ein interessanter Film mit vielen tollen Aufnahmen des südamerikanischen Regenwalds und einer authentischen Ausstattung von Kostümen und Requisiten. Die Erzählung des Films bleibt jedoch Spekulation und sollte auch als solche betrachtet werden, wer sich aber für fremde Kulturen begeistert macht sicherlich nichts falsch, wenn er sich diesem Film gute zwei Stunden widmet.
Autor: André