Alien vs. Predator 2

auf Wunsch meines Kollegen hier eine etwas “ausführlichere” Neufassung der AVP2 Kritik, zwingt mich nicht den Mist noch genauer zu analysieren mein Bullshit-Fass läuft schon über :(((

Der Kampf der Weltall-Freaks geht in die zweite Runde, diesmal nicht irgendwo am Arsch der Welt im ewigen Eis, sondern in einer kleinen Vorstadtkommune im Herzen von Colorado.

Ein „Predalien“ (Kreuzung aus Predator und Alien) zwingt das Predatorschiff zum Absturz über einem kleinen Kaff namens Gunnison. Nicht nur das fiese Vieh selbst, sondern auch zahlreiche Aliens machen sich darauf hin über die nichts ahnenden Einwohner des beschaulichen Städtchens her. Derweil schlägt‘s Alarm auf dem Heimatplaneten der Predator, worauf ein „Cleaner“ entsannt wird, um den Schaden auf Erden zu begleichen.

Klar gibt die Handlung nicht viel her, aber die Fans der Kult-Allbestien freuen sich ja auch viel mehr über das Gemetzel anstelle von „well developed plot lines“. Doch bevor man diesem frönen kann, lernt der Zuschauer zunächst Dallas kennen. Dallas ist grade aus dem Knast raus und versucht sich nun wieder in die Gemeinde einzugliedern, dabei hilft ihm Sheriff Morales der ebenfalls um etwas mehr Anerkennung bei den Gemeindemitgliedern ringt. Dallas kleiner Bruder Ricky hingegen, ist tierrisch in Jessie, das schärfste Mädchen im Ort, verknallt, wird darum aber öfters von dessen Freund verdroschen. Ein ganz anderes Problem hat die Soldatin Kelly. Da sie so oft im Einsatz ist, mag ihre Tochter sie nicht so recht als liebende Mutter akzeptieren und BLA BLA BLA…Man merkt, es sind die zahlreichen Subplots um das Gemetzel herum, die dem Publikum den Spaß rauben. Das liegt vor Allem an den schlechten Dialogen und Darstellern aber auch an der Plumpheit der pseudo Problemchen und den Klischeefiguren die sie betreffen. Zu allem Überfluss verlaufen auch noch einige der Nebengeschichten völlig im Sande und finden nie eine Auflösung, bis dahin stören sie jedoch nur unnötig den ohnehin schon schwer auszumachenden Rhythmus des Films, ganz zu schweigen vom stehlen der Zeit.

Zeit die man besser mal für die Etablierung des Predalien verwändet hätte. Ich mein das Vieh bricht aus dem Körper des toten Predator und ist drei Sekunden später groß und böse. Ab da schleicht es durch die Dunkelheit und ist im direkten Schlagabtausch kaum vom Predator selbst zu unterscheiden, noch werden seine besonderen Fähigkeiten hervorgehoben. Oh doch, es kann bis zu drei Embryos in schwangere Frauen pumpen, warum diese schwanger sein müssen ist unklar. Ebenso unklar wie, dass sich ein Alien über eine Station voller neugeborener Babys hermacht, oder ein kleiner Junge von nem „Facehagger“ attackiert wird, worauf kurze Zeit später ein Alien seine Bauchdecke sprengt. Vielleicht mögen die Gebrüder Strause, ihrerseits Regisseure dieses Machwerks, einfach keine Kinder. Trotzdem bekommen diese Szenen das Prädikat extra-übel-und-irgendwie-krank.

In Sachen üble Szenen, bezogen auf Splatter, Blut und Sabber, beschönigt der Streifen auch nichts und bietet von Allem reichlich. Schade nur, dass man relativ wenig davon erkennt da der Film recht Finster gehalten ist. Obwohl die Kamera häufig draufhält, muss man darum ordentlich die Pupillen weiten um etwas zu erkennen und dann fällt einem auf, dass da auch nur wenig ist. Naja es gibt nen Vorgänger, zwei Predator und vier Alien Filme, insofern ist das was man an Aktion geboten bekommt nicht mehr sonderlich innovativ. Vieles wirkt sogar reduziert, anstatt noch einen drauf zu setzen, nimmt sich der Film stark zurück. Große spektakuläre Einstellungen, Massenszenen, mehrere Predator im Kampf oder Ähnliches, gibt es nicht. Nur immer dieselbe Haudraufaktion in der Dunkelheit. Auch die Finale Auseinandersetzung von Cleaner und Predalien enttäuscht enorm, zumal sogar unklar bleibt wer nun eigentlich gewinnt.

“wer auch immer gewinnt, wir verlieren.“ lautete der Werbeslogan, das könnte man wörtlich nehmen, der Zuschauer verliert in der Tat und zwar Zeit, Geld und gute Laune, denn Alien vs. Predator 2 erfüllt nicht einmal die niedersten Bedürfnisse der Fans des Genre, sondern ist nur ein lauwarmer Aufguss des, damals schon, nur mittelmäßigen Vorgängers. Ein Streifen mit mieser Handlung, bereits gesehener Action und das Ganze auch noch ohne erkennbares Konzept oder einen Plot. Kein purer Trash und kein fetziger Splatter, viel schlimmer, weil in jeder Hinsicht unbedeutend.

Autor: André

4 Kommentare zu “Alien vs. Predator 2”

  1. moritz

    naja, dass die sehr gute alien-reihe (regie von scott, cameron, fincher und jeunet !!!) die kreuzung mit den eh schon sehr grenzwertigen predator-filmen nicht überstehen würde, war eigentlich zu erwarten. deine kritik zum zweiten film finde ich aber zu harmlos: die worte “blöde dialoge”, klischee-charaktere” und “schnell vergessen” beschreiben zwar schon ganz treffend den film, aber dein fazit? der IST scheiße. und wirkt meiner meinung auch billig. unfreiwillig komische szenen, wie ein armverlusst, der aussieht, wie aus der trash-reihe von arte, sprechen da bände.
    ich muss allerdings auch sagen, dass ich während des films vor langeweile drei (!) mal draußen rauchen war, vielleicht hab ich da ja entscheidendes verpasst?
    insgesamt ein sehr trauriger tiefpunkt und – zumindest für mich – das definitive aus für die alien-reihe. schade, denn spontan fällt mir (außer star wars) keine vierteilige reihe mit dieser qualität ein…

    einen guten rutsch wünscht
    moritz

  2. Sven

    Äh… Naja… Find die Kritik auch jetzt nicht gerade “ausführlich”. Und ja es ist ein “Scheißfilm” aber das meint ja nicht, dass man sich nicht mal den Punkten warum der Film so Scheiße ist ausführlicher widmen kann.

  3. Toby

    hmmm…ich werd ihn mir trotzdem anschauen :)

  4. Sven

    Yeah! So gefällt mir das… Wesentlich besser als die ihre erste Abgabe, Herr Krähling! Da sieht man jetzt auch mal im Text dass se ein wenig Ahnung von Filmen zu scheinen haben! Eine Sache wäre allerdings noch: Schreibt man Facehugger nicht FacehUgger oder etwa doch dieses Facehagger… Gez.: Der Face-Hacker!

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