ZERRISSENE UMARMUNGEN
In Spanien zählt Regisseur Pedro Almodóvar schon lange zu den Besten seiner Zunft. International ist er vor allem seit seiner spritzigen Komödie „VOLVER“ (ebenfalls mit Penélope Cruz) in aller Munde. Mit „ZERRISSENE UMARMUNGEN“ präsentiert Almodóvar nun ein nicht minder prachtvolles, farbenfrohes Melodram.
Die Geschichte dreht sich um einen erblindeten Regisseur und Autoren, der sich an die große Liebe seines Lebens zurück erinnert und damit alte Wunden und längst Vergessenes, wieder ans Licht bringt.
Die große Liebe ist natürlich Penélope Cruz, Almodóvars erklärte Muse, die wohl keiner wie er so wunderschön, stark und zerbrechlich zugleich, in Szene setzen kann. Ich bin wirklich kein großer Fan von Cruz, aber was Almodóvar mit ihr macht und aus ihr raus holt, ist einfach großartig.
Der Erzählung kann man hingegen ein paar Längen nicht absprechen, das stört aber nicht wirklich angesichts der prachtvollen Bilder und minutiösen Inszenierung. Die Farbpalette ist reich, satt und bunt, wirkt aber niemals aufgesetzt oder kitschig. Hinzu kommt die präzise Inszenierung, die nahezu perfekte Kamera und natürlich die – größtenteils – großartig agierenden Darsteller.
„ZERRISSENE UMARMUNGEN“ ist ein Kunstwerk von höchstem Niveau und sollte keinesfalls versäumt werden, angesehen zu werden.
COCO CHANEL
Ohne Zweifel gehört Chanel zu den einflussreichsten und gefragtesten Modelables weltweit und dessen Gründerin Coco, mit Sicherheit zu den Interessantesten Persönlichkeiten ihrer Zeit. Leider gestaltet sich der daraus resultierende aktuelle Film „COCO CHANEL“, als ebenso schlicht und farblos, wie der, seiner Zeit so prägnante Modestil.
Der Film erzählt von den jungen Jahren, der ehrgeizigen und vorlauten Coco, die sich als Waise aus dem Nichts etabliert und ihre Leidenschaft für Mode entdeckt. Im Fokus der Geschichte stehen allerdings noch viele andere Themen, von denen sich keines so richtig ins Zentrum rücken lässt und man sich daher laufend fragt, was der Film eigentlich erzählen möchte. Der Bezug zur Mode ist jedenfalls genauso schwammig und wage, wie die aufgesetzte Dreiecksbeziehung oder Cocos innige Verbundenheit zu ihrer Freundin.
Regisseurin Anne Fontaine führt äußerstunfokusiert und belanglos durch die Erzählung und gestaltet einen sehr konventionellen und eintönigen Biographiefilm ohne nennenswerte Höhepunkte. Das Audrey Tautou trotzdem keine schlechte Figur macht, ist für ihre Fans vermutlich der einzige Grund diesen Film dennoch zu ertragen.
PUBLIC ENEMIES
Ein Crime-Thriller von Michael Mann ist eigentlich immer eine sichere Sache. Nicht so jedoch bei „PUBLIC ENEMIES“, obwohl Mann mit seiner Stammcrew arbeitet und mit Johnny Depp und Christian Bale, zwei Topdarsteller besetzt, bleibt der Film über weite Strecken uninteressant und fade.
Inhaltliche Schwächen und fehlender emotionaler Zugzwang, wahren ja schon Bestandteile von „MIAMI VICE“, dafür entschädigte aber der düster-coole Buisnesslook. In Sachen Ästhetikkk und Visualisierung kann „PUBLIC ENEMIES“ da aber nicht mithalten, ohnehin ist die kühle, klare Optik für einen Genrefilm, der in den 30ern spielt, sehr gewöhnungsbedürftig und die oftmals uninsperierte, schlampige Kameraführung scheint der reichen Ausstattung und den Ansprüchen eines Michael Mann nicht gerecht zu werden.
Obwohl der Film auch sehr gelungene Momente hat und keiner der Darsteller negativ auffällt, lässt einen die Geschichte ziemlich kalt und die Referenzen zu Michael Mann machen diesen normalerweise passablen Streifen zu einer echten Enttäuschung, die man lieber übersehen sollte.
G.I.JOE – GEHEIMAUFTRAG COBRA
Der Erfolg der TRANSFORMERS-Filme beschert Hasbro dicke schwarze Zahlen, darum schickt der Spielzeuggigant, gleich mal die zweite seiner große Spielzeug-Actionserien in die Lichtspielhäuser. G.I.Joe ist hierzulande gänzlich unbekannt, wird aber in den Staaten groß gefeiert, es handelt sich um eine international operierende, streng geheime, militärische Spezialeinheit, bestehend aus Superagenten mit besonderen Fähigkeiten in allen bekannten und unbekannten Waffen- und Kampftechniken.
Der Film ist natürlich mindestens genauso bescheuert, lächerlich und inhaltslos zusammengetackert, wie die Vorlage. In vieler Hinsicht ist „G.I.JOE“ aber trotzdem genau das was TRANSFORMERS nicht sein konnte, nämlich unbeschwert unterhaltsam sowie freiwillig und unfreiwillig komisch. Im Gegensatz zu TRANSFORMERS, ist sich der Film nämlich seines niedrigen Niveaus und den oberflächlichen Figürchen durchaus bewusst und kaschiert dies mit einem Overkill an akzeptablen bis peinlichen Computeranimationen und gut gelauntennnnnn Darstellern, vorweg sogar einige Könner wie Dennis Quaid, Senna Miller und Joseph Gordon-Levitt, die hier selbstverständhoffnungslosnglos unterfordert werden.
Natürlich rechtfertigt die reichhaltige Action und das gehobene Trashlevel noch lange nicht die Kinopräsenz von „G.I.JOE“, aber lieber würde ich mir diesen Quatsch dreimal hintereinander anschauen, als noch einen einzigen TRANSFORMERS-Film von Michael Bay.
Autor: André