KINO im März

Abgelegt unter: Filme am 27.02.2009 von André

Die Oscars sind vergeben, die Kamelle gegessen und im Märzkino gibt es wenige Highlights und viel Mittelmass. Trotzdem die regnerischen Tage bis zum Frühlingsanfang, lassen sich ausgezeichnet in beheizten Lichtspieltheatern verbringen, darum hier wieder die Empfehlungen des Monats…

WATCHMEN (ab 5.März)

 

Watchmen, einer von uns ist heute Nacht gestorben. Irgendjemand weis wieso, irgendjemand weis es…Vielleicht war es ein politisch motivierter Mord…Es könnte einen nuklearen Krieg geben…Vielleicht will uns deshalb jemand aus dem Weg räumen, damit wir nichts tun können, um es zu verhindern…Die Welt wird aufblicken und rufen „rette uns“ und ich werde flüstern „nein“…

 

Die mehrfach preisgekrönte Comicnovelle aus den 80ern, wurde bildgewaltig und detailverliebt für die große Leinwand adaptiert. WATCHMEN ist unter Genrekennern eine Pflichtlektüre und auf Grund seiner tief greifenden, gesellschaftskritischen Handlung und seiner ungewöhnlich vielschichtigen und komplexen Charaktere, nicht nur was für Comicfans. Keine Frage, der Film gehört zu den Frühjahrshighlights des eingeläuteten Kinojahres, ein Muss.

GRAN TORINO (ab 5.März)

 

Walt Kowalski ist kein Menschenfreund und mit der zunehmenden Gewalt in seinem Viertel weis der Koreakrieg-Veteran auf ganz eigene Weise klarzukommen. Als ihm jedoch eines Tages, das neue Nachbarkid den Wagen klauen will, lässt der grantige alte Mann keine Selbstjustiz walten, sondern versucht den koreanischen Jugendlichen auf die rechte Bahn zu bringen…

 

Clint Eastwood in seiner letzten großen Rolle. Der Regisseur und Schauspieler erzählt ein bewegendes Nachbarschaftsdrama um Vorurteile, Rassenhass, Freundschaft und Nächstenliebe. Ein Urgestein der Filmgeschichte verabschiedet sich, zumindest als Schauspieler, von der großen Leinwand, das darf man nicht verpassen.

SLUMDOG MILLIONÄR (ab 19.März)

 

Der mittellose Slumjunge Jamal, steht vor der Millionenfrage der Livesendung „Wer wird Millionär“. Wie konnte es dieser ungebildete Straßenjunge soweit bringen? vor der Frage stehen nicht nur die Veranstalter der Sendung. Doch Jamal will nur eins, seine große Liebe Latika in der Millionenmetropole Mumbai wieder finden…

 

Regielegende Danny Boyle erzählt ein dramatisch buntes Bollywoodmärchen mit vielen Genretypischen Elementen, jedoch ohne den kitschigen Tanz und Gesang. Der exotische Trip nach Indien, brachte Boyles Film acht Oscarauszeichnungen in allen wichtigen Kategorien: von Soundtrack über Schnitt, Kamera, Regie bis hin zum Besten Film des Jahres 2008. Demnach Pflichtprogramm für Cineasten.

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96 Hours

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 26.02.2009 von André

Knallharter Actionthriller von Besson-Jünger Pierre Morel, mit Liam Neeson als Ex-Geheimagent in der Hauptrolle. Neeson ist auf der Suche nach seiner entführten Tochter und stellt dabei die Unterwelt von Paris auf den Kopf.

Bryan ist Geheimagent im Ruhestand, die geschäftigen Dienstjahre haben seine Ehe zerstört und darum versucht er die verlorene Zeit mit Tochter Kim wieder aufzuholen. Diese bittet ihren Vater um die Erlaubnis einer Ferienreise nach Paris, zusammen mit Freundin Amanda. Obwohl Bryan der Sache misstraut, willigt er, um die Liebe seiner Tochter willen, ein, ein Fehler. Denn kaum sind Kim und Amanda in Paris gelandet, da werden sie auch schon von einem albanischen Prostitutionsring verschleppt, glücklicherweise hört Papi die Entführung am Handy mit an und macht sich prompt auf den Weg nach Frankreich. In Paris angekommen, nutzt Bryan die alten Kontakte und Fähigkeiten, um die Fährte der Entführer aufzunehmen. Die Zeit arbeitet gegen ihn, denn Bryan bleiben nur geschätzte 96 Stunden, bis sich die Spur seiner Tochter für immer verliert…

Anfänglich noch recht einfach gehalten, gewinnt die Handlung im Laufe der Zeit immer mehr an Spannung und Intensität. 96 HOURS, der eigentlich TAKEN heißt, ist ein packender und harter Actionthriller nach dem Strickmuster der BOURNE-Trilogie. Sobald Bryan in Paris angekommen ist, läuft der Film nahezu ungebremst im Actionrausch: packende Zweikämpfe, heftige Schießereien, Verfolgungsjagten und Folterszenen, Bryan zieht alle Register und schreckt, auf der Suche nach seiner Tochter, vor nichts zurück.

Für den Zuschauer ist dies ungemein spannend und unterhaltsam, Regie-Newcomer Morel ist einer von wenigen, die mit den stilistischen Mitteln, welche die BOURNE-Filme so prägten, gekonnt umzugehen weis. Wackelkamera, schnelle Schnitte, kurze harte Actionbits, all das kann Morel effizient nutzen, um die Spannung bis zum Äußersten zu steigern und seinem, eigentlich durchschnittlichen Actionthriller, das gewisse Etwas zu verpassen. Sicherlich ist 96 HOURS dabei weniger perfektioniert und raffiniert, als BOURNE, der Spannung tut dies jedoch keinen Abbruch, wofür sich natürlich auch Liam Neeson verantwortlich zeigt.

Denn sowohl die Rolle des treusorgenden Vaters, als auch die, des in die Jahre gekommenen, eiskalten Elitekämpfers, nimmt man Neeson ohne Probleme ab, zumal er, anders als Jason Bourne, die Sache auf ein persönliches Level befördern kann. Immerhin sucht Bryan hier seine Tochter und dies führt des Öfteren zu moralisch fragwürdigen Aktionen Seitens des Ex-Geheimagenten, solchen die den berechnenden Killer, auf eine subtil gezeichnete, emotionale Ebene ziehen, die sein Handeln einerseits legitimiert, aber gleichzeitig auch in Frage stellt…wenn man so will.

Zugegeben die Rolle des Sympathen fällt für Neeson einfach aus; seine Ex-frau, Famke Janssen in einer undankbaren Nebenrolle, ist ein besserwisserisches Miststück, ihr neuer Lover, ein schleimiges Arschloch. Auch der französische Kantaktmann beim Geheimdienst wirkt schmierig, die bösen Jungs sprechen albanisch, gucken grimmig und tragen Tatoos und das Töchterchen ist natürlich unschuldig, naiv und tapsig. Obwohl 96 HOURS auf einen realistischen Look getrimmt ist, zeichnen sich die Charaktere und Weltanschauungen reduziert und einfach. Das macht aber nicht viel aus, denn der Film legt ohnehin keinen großen Wert auf viel Gerede. Es geht vor allem rasant und actionbetont zur Sache, knackige 1 ½ Stunden werden nie langweilig und fesseln bis zur letzten Minute, viel mehr sollte man von einem Actionthriller nicht erwarten dürfen.

Rasante Spannung und konsequente Härte, entschädigen also für einen recht einfachen Plot und klare schwarz/weiß Rollenverteilung, nichts desto trotz ist 96 HOURS der, mit Abstand, packenste Actionthriller seit den BOURNE-Filmen und zeigt, dass es nicht immer rafiniert verschachtelte Verschwörungsplots sein müssen, um ein Kinopublikum gekonnt zu unterhalten.

Autor: André

Oscars 2009 – And the Oscar goes to…

Abgelegt unter: Filme am 23.02.2009 von Sven

Best Motion Picture of the Year

“Slumdog Millionaire”

Performance by an Actor in a Leading Role

Sean Penn, “Milk”

Performance by an Actor in a Supporting Role

Heath Ledger, “The Dark Knight”

Performance by an Actress in a Leading Role

Kate Winslet, “The Reader”

Performance by an Actress in a Supporting Role

Penelope Cruz, “Vicky Cristina Barcelona”

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Oscars 2009 – Liveblogging

Abgelegt unter: Filme am 23.02.2009 von Sven

Drüben bei den Fünf Filmfreunden! Wir sind mit dabei, Wer noch?

Autoren: Sven und André

Oscars 2009 – Unsere Tipps

Abgelegt unter: Filme am 22.02.2009 von Sven

Best Motion Picture of the Year

“Slumdog Millionaire”

Performance by an Actor in a Leading Role

Mickey Rourke, “The Wrestler”

Performance by an Actor in a Supporting Role

Heath Ledger, “The Dark Knight”

Performance by an Actress in a Leading Role

Kate Winslet, “The Reader”

Performance by an Actress in a Supporting Role

Amy Adam, “Doubt”

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Die Oscars kommen…

Abgelegt unter: Allgemein am 22.02.2009 von André

Heute Nacht werden in Los Angeles zum 81. Mal die Academy Awards verliehen. In diesem Jahr versprechen die Veranstalter einige erfrischende Änderungen der opulenten Abendgala, bisher wurde nur die Moderation durch den australischen Schauspieler Hugh Jackman bekannt gegeben.

Wer die Preise in diesem Jahr verleiht? Wie das Line Up aussieht? und natürlich, Wer den Oscar mit nach Hause nimmt??? …all das erfahren wir in wenigen Stunden und Morgen natürlich auch hier im Blog.

“Der Weltraumaffe wünscht allen gespannten Filmfreaks viel Spaß bei der diesjährigen Verleihung.”

Milk

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 22.02.2009 von André

Sean Penn für Toleranz. Als Messias der amerikanischen Schwulenrechtsbewegung, verkörpert er den, als ersten bekennend homosexuell, in ein politisches Amt gewählten, Politaktivisten Harvey Milk. Ein biographischer Film von gesellschaftlicher Relevanz, inszeniert von Gus Van Sant und für acht Oscars nominiert.

MILK befasst sich ausschließlich mit der politischen Karriere des Harvey Milk, welche dieser erst im Alter von 40 startete. Als Bürgerrechtler kämpfte er Anfang der 70er Jahre in San Francisco für die Gleichberechtigung von Homosexuellen und brachte den Kampf, als frisch gewähltes Stadtratsmitglied, auf eine politische Ebene. Innerhalb weniger Jahre setzte Harvey Milk eine Lawine in Gang, die zu gesellschaftlichem Umdenken führte und die Schwulenszene nicht nur stärkte, sondern auch der öffentlichen Denunzierung, Verfolgung und Diskriminierung von Homosexuellen ein Ende setzte. Sein Erfolg brachte ihm viel Anerkennung und Freundschaften, aber auch politische Gegner auf Seiten der Konservativen und fundamentalistischen Christen…

Nach der oscarprämierten Dokumentation WER WAR HARVEY MILK, setzt Regisseur Gus Van Sant dem Bürgerrechtler nun mehr als zwanzig Jahre später ein Denkmal in Form eines biographischen Spielfilms. Anders als beispielsweise BROKEBACK MOUNTAIN, welcher anhand eines subtil erzählten Liebesdrama um zwei Männer, nach Akzeptanz für Homosexuelle suchte, schildert MILK den öffentlichen Kampf der Schwulenrechtsbewegung, sachlicher, auf gesellschaftlicher Ebene und orientiert sich dabei an der Biographie von Harvey Milk. Auch wenn die Geschichte frei adaptiert wurde, so ist sie dadurch doch biographischen und historischen Zwängen unterworfen und wirkt deutlich weniger persönlich und emotional als beispielsweise BROKEBACK MOUNTAIN. Fairerweise sollte man jedoch auch erwähnen, dass MILK zwar ähnliche Ziele wie BROKEBACK MOUNTAIN verfolgt, nämlich Akzeptanz der homosexuellen Minderheit, in erster Linie aber die Biographie eines Bürgerrechtlers schildert und sich daher viel eher mit Werken wie MELCOM X oder GANDHI vergleichen lässt.

Man sollte sich also bewusst machen, dass MILK von einer faktisch, konformen, Trockenheit unterspült ist und ein paar Längen beinhaltet. Van Sant versucht diese Sachlichkeit mit Einblicken in eine locker, schrullige, stets gut aufgelegte Schwulenszene zu relativieren. Obwohl er sich dabei teilweise schon nah am Rande der Schwulenklischees bewegt und nahezu den halben Film verstreichen lässt, ehe mal eine Frau zu sehen ist, kann man ihm diese Kleinigkeit, auf Grund des Kontrastes zur auflockernden Unterhaltung, wohlwollend abnehmen, ist der Film doch durchgängig um Authentizität und Glaubwürdigkeit bemüht.

Auch die Darsteller in Haupt und Nebenrollen leisten hervorragende Arbeit, allen voran natürlich Sean Penn der hier als Hollywoodstar und Charakterdarsteller gar nicht wiederzuerkennen ist, sondern man von Anfang an den Eindruck hat, da ist Harvey Milk auf der Leinwand, diese schrullig, charmante, leicht schmierige Persönlichkeit, welche natürlich stets ins rechte Licht gerückt wird und immer ein paar weise Zeilen für ihre Jünger auf den Lippen hat, ein Umstand, der sich auf Grund des tragischen Ablebens von Harvey Milk nicht vermeiden lässt, soll dieser Film ihn ja nicht in allen Facetten reflektieren, sondern seine Größe als Mensch hervorheben. Die einzige Enttäuschung, ist die Figur des Stadtratsmitglieds Dan White, die Josh Brolin verkörpert, aber viel zu selten und nur sehr wage beleuchtet wird, dabei jedoch von zentraler Bedeutung für die Geschichte ist und man sich daher doch mehr Details, Seitens dieser Figur erhofft hatte.

So ist MILK letztendlich ein qualitativ ansprechendes, biographisch erzähltes Drama von gesellschaftlichem Wert, mit einem nicht wiederzuerkennenden Sean Penn. Jedoch lediglich auf Grund seiner thematischen Wichtigkeit einem standardisierten Biopic überlegen. Wer sich für gesellschaftlich brisante Themen und Lebensgeschichten wichtiger Persönlichkeiten interessiert, ist in diesem Film gut aufgehoben.

Autor: André

Actor & Director Photoshooting

Abgelegt unter: Filme am 22.02.2009 von André

Heath Ledger & Christopher Nolan THE DARK KNIGHT (montage)

Im Rahmen der Academy Awards veröffentlichte die VANITY FAIR zusammen mit der Fotografin Annie Leibovitz eine Fotoserie, in der Regisseure zusammen mit ihren Hauptdarstellern posieren. Reichlich gekünstelt, aber trotzdem ganz nett mal die Gesichter hinter den Namen zu sehen…der Regisseure natürlich, nicht der Darsteller.

Autor: André

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The International

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 22.02.2009 von André

Nach dem großen Erfolg von DAS PARFÜM versucht Regisseur Tom Tykwer nun mit einem, um Realismus bemühten, harten Verschwörungsthriller nachzulegen. Die Hochglanzoptik, internationale Schauplätze und Darstellergrößen lassen einen Vergleich mit Hollywood nicht scheuen, darüber stehen allerdings eine emotionslose und zu faktisch bemühte Inszenierung, sowie eine sich im Kreis drehende Handlung, die ins Leere verläuft und zwei Hauptcharaktere ohne Relevanz.

Interpol Agent Louis Salinger und Staatsanwältin Eleanor Whitman ermitteln bereits seit Jahren gegen den international mächtigen Bankkonzern IBBC. Alle Anstrengungen zur Aufdeckung von Terrorfinanzierung, Unterstützung von Kriegen und dubiosen Waffengeschäften verliefen jedoch ohne Erfolg. Beweise werden gefälscht, Ermittlungen sabotiert und Zeugen verschwinden oder kommen um. Im Kampf gegen den übermächtigen Gegner riskieren Salinger und Whitman nicht nur ihre Kariere, sondern auch ihr Leben, jedoch halten beide an ihrem Ziel fest, die IBBC muss gestürzt werden…

Die Optik ist breit und edel, die Stars vorhanden, die Action brachial und die Thematik könnte nicht näher am Zeitgeschehen sein. Trotzdem, in Tykwers THE INTERNATIONAL funktioniert nichts von alledem. Da treten zwei, von Gerechtigkeit besessene, Idealisten gegen einen übermächtigen Gegner an, der Verknüpfungen zu jeder Instanz und zu jedem Land besitzt, der Finanzen kontrolliert und nahezu alles und jeden kaufen kann, kurz: der die ganze Welt beherrscht. Dennoch sind beide, trotz andauernder Rückschläge und Verluste, der festen Überzeugung, dass die Gerechtigkeit siegen wird und dass, in einem System, welches von Korruption unterwandert ist und, indem der die Macht und Kontrolle besitz, der das Geld in der Hand hält, ihre Mission letztendlich von Erfolg gekrönt wird. Es kostet beide Hauptfiguren eine halbe Ewigkeit herauszufinden, dass dies niemals passieren wird und dass ihr Vorhaben, zumindest auf legaler Ebene, in jedem Fall zum Scheitern verurteilt ist.

Das sich der gesamte Plot von THE INTERNATIONAL nur an diesem Thema aufzieht, dass Geld die Welt regiert, dass Gerechtigkeit käuflich ist und dass in Zeiten der Globalisierung, sämtliche Transaktionen und Finanzierungen irgendwie zusammenlaufen, ist eine gewaltige Enttäuschung, denn nichts von alledem dürfte, selbst für einen BILD Abonnenten, neu sein. Längst müsste jedem bewusst sein, dass man im Zeitalter von Börsengeschäften und globalem Wirtschaftshandel, die Geldströme nicht mehr kontrollieren kann, dass mit Sicherheit jeder von uns, allein durch den Kauf eines Müsliriegels, irgendwie indirekt internationalen Terror finanziert und das besonders, das Schüren von Konflikten und das Verursachen von Schulden, den großen Geldinstituten Milliardenerträge beschert.

Nun wär ja der einfache und substanzlose Plot, um die große, böse Bank und den Gerechtigkeit wahrenden Interpol Agenten, samt Staatsanwältin, ja noch zu verschmerzen, würde die ereignislose Handlung, wenigstens von ein paar spektakulär, spannenden Actionsequenzen überdeckt werden. Doch leider ist dies kein JAMES BOND oder MISSION IMPOSSIBLE, nein, hier wird Realismus groß geschrieben und darum greift der Interpol Agent auch nur ein einziges Mal, wirklich beherzt zur Waffe, in einer Museumsschießerei, die mehr mit STIRB LANGSAM zu tun hat, als mit Authentizität und Glaubwürdigkeit. Das einzig Signifikante, welches diese Auseinandersetzung von jeder X-beliebigen Schießerei in einem Actionfilm unterscheidet, ist der Schauplatz und das ist mehr als armselig, weil es die einzige Sequenz bleibt, an der sich Aktionfans festklammern können.

Auch das Potential der Darsteller Clive Owen und Naomi Watts, bleibt völlig hinter den Erwartungen. Beide bekommen kein ausreichendes Fundament um ihre Motivation und ihr Handeln zu begründen, auch ihre Beziehung zueinander wird kaum beleuchtet, bis Naomi Watts Figur sich plötzlich aus dem Geschehen zurückzieht, was nicht weiter stört, da sie ohnehin nur schmückendes Beiwerk für Owen war. Aber auch sein Charakter stolpert mehr durch das Geschehen, als das er irgendetwas Konstruktives dazu beiträgt. Nachdem seine Figur, zur Freude des gelangweilten Zuschauers, endlich begriffen hat, dass der Gegner zu mächtig ist, um ihn auf üblichem Weg zu stürzen, muss sich Owen sogar für einen persönlich motivierten Rachefeldzug hergeben, bei dem nicht mal er die ausführende Kraft ist. Alles läuft auf einen mehr als unspektakulären und bedeutungslosen Showdown hinaus, der die Handlung komplett fallen lässt und alles wieder auf Anfang spult.

Nach 118 Min. Laufzeit ist man um keine Information reicher und wurde weder spannend unterhalten, noch in irgendeiner Form emotional bewegt. THE INTERNATIONAL ist ein zu theoretischer, traniger und unspektakulärer Actionthriller. Viel zu gewollt, viel zu bemüht, viel zu ernst und nimmt sich viel zu wichtig, um auf irgendeine Weise zu überzeugen. Hoch budgetierter Standard ohne das gewisse Etwas, langweilig, vorhersehbar und uninteressant, eine tödliche Mischung für diesen pseudo Actionthriller.

Autor: André

The Spirit

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 14.02.2009 von André

Fehlende Dynamik, unrhythmische Erzählweise, nicht schlüssige Handlung, teils peinliche Dialoge und merkwürdiger Humor… THE SPIRIT liefert eine Menge Schießpulver, um ihn gekonnt in der Luft zu zerfetzten. Tatsächlich bewegt sich der Streifen auf einem sehr schmalen Grat zwischen „peinlichem Trash“ und „ernst zu nehmendem Film“, jedoch wohlwollend betrachtet, ist THE SPIRIT ein experimenteller, verspielter Comicflick, voller cooler Ideen und Ambitionen. Man sollte auch nicht vergessen, dass hier ein Regiedebütant am Werk war, Frank Miller ist zwar einer der berühmtesten und anerkanntesten Comickünstler unserer Zeit, von Film hat er allerdings wenig Ahnung und das scheint ihn auch nicht zu kümmern. Vielmehr benutzt Miller das Medium, um eine Hommage für sein Vorbild Will Eisner, seiner Zeit Schöpfer des „Spirit“, zu kreieren und diese einem breiteren Publikum zugängig zu machen. Dabei ist es Miller viel wichtiger, seinen und Eisners Comicstil zu bewahren, als sich den Konventionen eines Films zu unterwerfen.

Selbstredend unterscheidet sich dieser Stil und der Look des Films, im wesentlichen nicht sonderlich von Frank Millers SIN CITY, bei dem Miller zwar auch Regie führte, aber dies in Zusammenarbeit mit Robert Rodriguez, der auf Grund seiner Erfahrung, sämtliche der kleinen und größeren Unstimmigkeiten, die THE SPIRIT inne wohnen, vermeiden konnte, weshalb SIN CITY natürlich nach wie vor, die bislang beste Miller Comicadaption bleibt. Doch wem SIN CITY gut gefiel, der wird auch THE SPIRIT was abgewinnen können, denn visuell gelingt es Miller seinen unverwechselbaren schwarz/weiß Look, um einige Elemente zu erweitern. Daraus ergeben sich neue  Ideen wie man Comicpanels im Film umsetzen kann, Miller sprüht geradezu vor kreativen Einfällen und streut diese breit in seinen Film, weshalb der hart in Kontrast gesetzte schwarz/weiß Look niemals langweilig wird und THE SPIRIT zumindest optisch betrachtet, einen hohen künstlerischen Anspruch aufweist.

Leider muss man auch sagen, dass Miller immer noch in Comicpanels denkt und sein Film darum, ähnlich wie SIN CITY und 3oo, an Dynamik kränkelt. Miller beschränkt sich auf die Größe seiner Einstellungen, er wagt es so gut wie nie die Kamera zu bewegen, denn Rahmen seiner Comicbilder zu sprengen und sich den Möglichkeiten von Film zu öffnen. Dadurch wirkt sein Film statisch, wie ein unheimlich cool gezeichnetes Storyboard oder eben Comic, aber erinnert mehr an eine Diashow, als an einen Kinofilm. Glücklicherweise sind die Dias so cool gestaltet und abwechslungsreich gestaffelt, dass man dies vergeben kann.

Mehr Probleme macht da schon die krude erzählte Handlung, deren dramaturgische Schwächen und fehlende Höhepunkte lassen sich weniger verneinen. Der Spirit (Gabriele Macht) ist ein Ex-Cop, der des Nachts in seiner Stadt „Central City“ für Recht und Ordnung sorgt. Sein Erzfeind ist der Octopus (Samuel L. Jackson), ein wahnsinniger Wissenschaftler und kriminelles Genie, dass ebenso wie der Spirit, unverwundbar ist. Doch viel interessanter als die andauernden Intermezzi mit dem Octopus, sind die vielen Frauengeschichten, die der Spirit am Laufen hat. Da währe zunächst Ellen (Sarah Paulson) die Tochter des Polizeichefs, dann Sand Serif (Eva Mendes), eine Diebin die der Spirit seit seiner Kindheit kennt und Lorelai (Jaime King) der Todesengel, die Spirit niemals von der Seite weicht, außerdem noch Sliken Floss (Scarlett Johansson), die Assistentin vom Octopus… All diese Frauen repräsentieren die unterschiedlichen Stärken und Schwächen des Spirit und sind jede für sich, zehnmal interessanter als der blasse Superheld mit Machoattitüde, den Gabriele Macht verkörpert. Selten war ein Superheld so brav und langweilig wie der Spirit und das in einer so sündigen Stadt, voller schöner Frauen in sexy Outfits. Lustiger ist da schon Samuel L. Jackson als durchgeknalltes Verbrechergenie, der seinen größten Auftritt in Naziuniform zu „Deutschland über alles“ hat, allein das ist den Ticketpreis wert. Die Frauen tun das was sie hier am besten können, sexy sein und geil aussehen, selten dürfen sie mehr in einem Frank Miller Comic oder Film, das macht aber nichts.

Zuletzt sei noch vor dem merkwürdigen, manchmal kindischen, manchmal derben Humor des Films gewarnt, denn THE SPIRIT  ist deutlich weniger düster und brutal als beispielsweise SIN CITY, dafür erlaubt er sich einige echt kranke Scherze und viel Klamauk und Slapstick, mal mehr, mal weniger gut getimt. In jedem Fall aber gewöhnungsbedürftig, weil vielleicht unerwartet, darum hier die Warnung.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, für experimentierfreudige Comicfans ist THE SPIRIT sehr zu empfehlen, weil ein Pool der Kreativität und der optisch, anspruchsvollen Ergüsse. Leider kein wirklich guter Unterhaltungsfilm, weil sehr speziell und in Erzählstruktur, Dramaturgie und Dynamik deutlich eingeschränkt. Wer aber mal Lust auf was Anderes hat, und zur Not auch eine Enttäuschung in Kauf nehmen kann, der sollte es wagen ein Ticket zu lösen.

Autor: André

Glaubensfrage

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 11.02.2009 von André

Der Haussegen hängt schief, in der von Nonnen und Priestern geführten, katholischen St. Nicholas Schule, mitten in der Bronx. Zumindest sieht das Direktorin und Oberschwester Aloysius (Meryl Streep) so. Die urkonservative und chronisch übellaunige Ordensschwester, herrscht mit strenger Hand und Furcht über die Schüler von St. Nicholas. Ein Dorn im Auge, ist ihr darum der aufgeschlossene und liberale Menschenfreund, Pater Flynn (Philip Seymour Hoffman), dessen Toleranz und herzerweichender Einsatz für die Gemeinde, so gar nicht zu Schwester Aloysius bewehrtem Konzept passen. Unter besonderer Fürsorge des Paters, steht der einzige schwarze Junge der Schule,  Donald (Joseph Foster II), der, auf Grund seiner Hautfarbe, kein leichtes Spiel bei den Mitschülern hat. Ausgerechnet diese besondere Fürsorge, wird Pater Flynn jedoch eines Tages zum Verhängnis, nämlich als Donalds noch junge Lehrerin und Ordensschwester James (Amy Adams) gegenüber Schwester Aloysius den Verdacht äußert, Pater Flynn habe sich an dem schwarzen Jungen vergangen. Ein schwer wiegender Vorwurf, dem Oberschwester Aloysius, nicht ganz uneigennützig, nachgeht…

GLAUBENSFRAGE basiert auf einem, mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten, Theaterstück und verstrickt auf sehr clevere Weise die Themen: Religion, Machterhalt, Denunzierung und sexueller Missbrauch, allesamt unter dem Deckmantel des Zweifels. Denn wirklich konkret, oder genau, erfährt man als Zuschauer nie, welche düsteren Ereignisse sich hinter den Mauern der katholischen Klosterschule abspielten. Stattdessen ist man angewiesen auf Meinungen und Schilderungen der Protagonisten. Ein ungemein unterhaltendes Psychospiel, welches hier mit dem Zuschauer getrieben wird, der sich immer zwischen den Stühlen der beiden, in Konkurrenz stehenden Parteien befindet, und Sympathien sowohl für den gutherzigen Pater, als auch für die grantige Oberschwester aufbaut.

Angesicht der Thematik, ist dies eine ungemein brisante und spannende Angelegenheit, bei der bis zuletzt alle Möglichkeiten offen stehen. Denn als Zuschauer lässt der Film einem viele Freiheiten und hält sich mit Anklagen und meinungsprägenden Aussagen, in allen Bereichen,  zurück. Vielmehr liefert er Indizien, streut Andeutungen und übermittelt unterschwellig Stoff zur eigenen Meinungsbildung. GLAUBENSFRAGE ist ein Film der Zwischentöne, hier ist nichts schwarz oder weiß, gut oder böse, richtig oder falsch. Jede Figur hat ihre Makel und ihre Größe und stellt den Zuschauer vor schwierige Auseinandersetzungen mit: Moral, Anstand, Recht und Pflicht. Welche Meinungen man sich bildet, wofür man sich entscheidet, darin lässt einem der Film die freie Wahl, klar ist nur, auch wenn GLAUBENSFRAGE zum Ende dann doch die Umstände konkretisiert, der Zweifel, die menschliche Fehlbarkeit, der Irrtum, bleiben bis zuletzt mit im Raum stehen und sind ein ständiger Begleiter, das ist vielleicht die wichtigste Aussage, die der Film übermitteln kann.

Ein solcher Film steht und fällt natürlich mit seinem Darstellerensemble, welches hier in Haupt- und Nebenrollen gleich mal vier Oscarnominierungen einheimste, für: Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams und Viola Davis – die die Mutter des Jungen Donald spielt. Für die leise Erzählweise und feine Regie, zeichnet sich John Patrick Shanley aus, der auch das Drehbuch adaptierte, ebenfalls oscarnominiert. Zugegeben in diesem Fall eine enorm dankbare Aufgabe, war er doch mit einer preisausgezeichneten Vorlage und solch großen Darstellern gesegnet. Viola Davis hat nur zwei aufeinander folgende Szenen, die jedoch von unheimlicher Aussagekraft und Wichtigkeit zeugen, dass ihre Rolle soviel Anerkennung fand. Ein seltenes Geschenk für einen Darsteller und natürlich sehr überzeugend gespielt. Amy Adams ist die naive Unschuld des Films, ihr Charakter ist der einzige, dem alle Sympathien ohne Zweifel gelten, leider ist sie dadurch auch am uninteressantesten, obwohl sie von zentraler Wichtigkeit für die beiden Kontrahenten Streep und Hoffman ist, kämpfen diese doch unterschwellig um ihre Gunst. Philip Seymour Hoffman ist, wie immer, genial, auch wenn diese Rolle nicht sein höchstes Können abverlangt. Das Highlight des Films ist jedoch Meryl Streep, sie schafft es, aus einer archetypischen Oberschwester, einen glaubwürdigen Menschen zu machen und obendrein als tyrannisches Miststück, dennoch Sympathien zu gewinnen, in diesem Punkt kommt ihre Rolle der aus DER TEUFEL TRÄGT PRADA sehr nahe und selbstredend verdient Streep für diese Performance alle Lorbeeren die sie kriegen kann.

Kein Zweifel also an der Qualität von GLAUBENSFRAGE, ein leiser brisanter Film, der einem Aussagen nicht aufzwingt sondern anbietet und mit hochkarätigen, allseitig, überzeugenden Darstellern brilliert. Ein Ereignis im Kino, dass man ein einfach nicht verpassen darf.

Autor: André

Frost/Nixon

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 11.02.2009 von André

Amerikanische Politikgeschichte verfilmt von Ron Howard, da mögen hier und da zunächst die Alarmglocken läuten, zeichnen sich Howards Filme wie z.B. APOLLO 13, AMERICAN BEAUTY oder A BEAUTIFUL MIND zwar stets durch gute Unterhaltung und Qualität aus, genießen in Kritikerkreisen aber auch den Ruf, Erzeugnisse der schmierigen Anbiederung an die Oscarjuroren und des unterschwelligen Pathos fürs gemeine Volk, zu sein. Im Falle FROST/NIXON kann man jedoch entwarnen, hierbei handelt es sich um eine brisanten Politthriller der die Konfrontation zweier Egomanen schildert, einem Ereignis, welches TV Geschichte schrieb, die „Nixon Interviews“.

Amerika 1977, nach der „Watergate Affäre“ genießt der freiwillig abgedankte Ex-Präsident Richard Nixon (Frank Langella) zwar Amnestie aber keine Anerkennung. Vielmehr gilt er als Fallbeispiel für Machtmissbrauch und die negativen Ereignisse seiner Amtszeit überschatten sein Leben und werden ihm überall zum Vorwurf gemacht. Eine Reihe von TV-Interviews soll da Abhilfe verschaffen und der Person Nixon wieder zu politischem Erfolg und Respekt verhelfen. Als Interviewer wird der, als Playboy verrufene, Showmaster David Frost (Michael Sheen) herangezogen, ein Mann, den Nixon rhetorisch in die Tasche stecken kann, doch womit der Ex-Präsident nicht rechnet, auch der Entertainer Frost ringt um Anerkennung und verspricht sich beruflichen Erfolg durch die Interviews, weshalb er sich entsprechend akribisch vorbereitet und so sitzen sich die Kontrahenten Frost und Nixon eines Tages im Rededuell gegenüber, bei dem nur einer gewinnen kann…

FROST/NIXON ist unterhaltsame Kost für Rhetorik-Fans und Politik-Interessierte, zwar kann der Film keine neuen Ereignisse schildern und bringt auch keine, bislang unbekannten, Fakten ans Tageslicht, aber dafür zeichnet er zwei brillant gespielte Egomanen, als vielschichte Charaktere, mit Wünschen und Handlungsmotiven die jeder nachvollziehen kann. Das volle Lob für diese Leistung, zwei nur oberflächlich bekannten Persönlichkeiten, so glaubwürdig, Leben einzuhauchen, dürfen allein Frank Lagella und Michael Sheen für sich beanspruchen. Beide haben mit ihren Rollen jahrelange Theatererfahrung und führten das gleichnamige Stück bereits in London und New York auf. Folglich haben die beiden ihre Rollen nahezu bis zur Perfektion über Aussprache, Gestik und Mimik verinnerlicht und liefern dadurch eine mehr als beeindruckende darstellerische Leistung ab. Michael Sheen schafft es gar nicht mehr das aufgesetzte Fernsehlächeln eines Entertainers loszuwerden und Frank Langella überzeugt durch beeindruckende Körperbeherrschung und (im Original) herrlich nuschelnde Dialoge.

Der politisch brisante Inhalt des Films, wird durch Archivaufnahmen und Kommentare der Nebendarsteller in Interviewform unterstützt. Natürlich erlaubt sich der Film auch ein paar additive Freiheiten, was den geschichtlich belegten Verlauf betrifft, dies geschieht um die Charaktere des Films dichter zu zeichnen und nicht zuletzt auch der Spannung wegen. So läuft alles beispielsweise, auf den letzten Interviewtermin mit Nixon, am vierten Interviewtag, hinaus, der wie ein „Boxkampf“ inszeniert wird und dessen Ausgang das Schicksal beider Parteien bestimmt. Man muss sagen, das Ron Howard hier wirklich gute Arbeit geleistet hat, selbstverständlich sind die Interviewtermine, sprich Rededuelle zwischen Frost und Nixon, mit steigerndem Intensität als Highlights des Films gestaffelt, aber mit eben solcher Sorgfalt werden auch die charakterbildenden Szenen der Protagonisten beleuchtet. Das größte Kunststück von FROST/NIXON ist es wohl, die politischen Untaten und den Machtmissbrauch von Richard Nixon zwar aufzuzeigen und anzuprangern, aber die Person nicht zu verteufeln und als ultimativen Bösewicht der Politikgeschichte abzustempeln. Man glaubt diesem Mann sein politisches Kalkül und seine Prinzipien ebenso sehr, wie sein Bedauern und seine Scharm. Das macht die Verbrechen die Nixon begangen hat nicht legitim, aber es zeigt, das hinter der Fassade des berechnenden Tyrannen auch ein verletzlicher Mensch steckt und das Nixon in der Politik nicht der einzige blieb und bleibt, der dazu verführt wurden im Guten, Böses zu vollbringen.

FROST/NIXON ist eine unterhaltsame, auch mal humorvolle Mischung aus Politthriller und Charakterstudie. Beide Hauptdarsteller brillieren hier in ihren Rollen und Ron Howard zeigt, dass es auch ohne überschwänglichen Pathos und moralische Sülze gehen kann. Toller Film, überragend gespielt, keine Frage, anschauen.

Autor: André

Erste Sneak Peek zu den Basterds

Abgelegt unter: Filme, Strandgut am 10.02.2009 von Sven

Bei Entertainment Tonight sind gestern Abend die allerersten Bewegtbilder zu Tarantinos “Inglorious Basterds” über die amerikanischen Fernsehbildschirme geflattert und was soll ich nach Brad Pitts Auftritt als schnurrbarttragender Lieutenant mit metrisch betontem südstaatler Akzent schon noch großartig sagen außer: “Feels Good Man”! Morgen soll auch endlich der erste Teaser bzw. Trailer veröffentlicht werden.

via: F5
Autor: Sven

[edit] Update auf den offiziellen Trailer.

Der seltsame Fall des Benjamin Button

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 05.02.2009 von André

Es beginnt, mit einer kaum wieder zu erkennenden Cate Blanchett, auf dem kalt ausgeleuchteten Sterbebett. An der Seite der, perfekt auf uralt geschminkten Cate, ihre Tochter mittleren Alters. Nachdem Cate dieser, ein äußerst seltsames Märchen, über einen blinden Uhrenmacher erzählt hat, der eine Bahnhofsuhr konstruierte, die Rückwärts läuft, greift die Tochter zu einem Tagebuch und beginnt zu lesen: „4. April 1918…“ was folgt ist die Chronik des Benjamin Button, ein Mann, der kurioser Weise alt geboren wurde und im Laufe seines Lebens immer jünger wird…

Dreizehn Oscarnominierungen für DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON, darunter selbstredend die Königsdisziplinen „Beste Regie“ und „Bester Film“, das gab es nicht mehr seit DER HERR DER RINGE und es scheint, dass Regisseur David Fincher mit seinem epischen Drama nun endlich mal den Nerv der Academy-Juroren getroffen hat. Verdient hätte Fincher die Auszeichnungen allemal, denn unlängst hat er mit mutigen, experimentellen und eindringlichen Filmen wie: SIEBEN, FIGHT CLUB oder ZODIAC bewiesen, welches Talent in ihm steckt. Trauriger weise, muss es nun leider ein äußerst konventionelles, wenig aufregendes Oscardrama wie BENJAMIN BUTTON sein, welches ihm die höchste aller Filmauszeichnungen bescheren könnte, denn bis auf die visuelle Gestaltung und technische Umsetzung des Films, hat BENJAMIN BUTTON so Garnichts von dem, was Finchers vorherige Erfolge auszeichnete.

Dabei sollte es doch längst bekannt sein, dass die Essenz eines jeden Films seine Geschichte ist und genau diese ist im Falle von BENJAMIN BUTTON äußerst kraftlos und vor allem Dröge geraten. Frei nach der Vorlage von F. Scott Fitzgerald, zeichnet sich hierfür Eric Roth verantwortlich, der bereits das Drehbuch zum Welterfolg FORREST GUMP verfasste. Das BUTTON etliche Symbiosen mit GUMP aufweist, lässt sich dabei nicht verleugnen, ist aber auch gar nicht mal wirklich störend. Viel enttäuschender ist, dass der Film trotz großer Gefühle, jegliches Konfliktthema scheut und trotz starker Nähe zu seinen Charakteren, diesen doch so fern bleibt. Tatsächlich ist seit Forrest Gump niemand mehr so unbeholfen und trantütig durch die Weltgeschichte geschlurft, wie Benjamin Button. Nur war das im erstgenannten Fall noch unterhaltsam und oftmals ironisch, zumal Gump wenigstens noch die Entschuldigung hatte, eine etwas längere Leitung zu haben, als der gewöhnliche Mensch. Button hat diese Entschuldigung nicht, er ist der kindlich, naive Greis und später der altkluge Jüngling, aber zu jederzeit enorm uninteressant. Getrieben von Gedanken, Träumen, Wünschen und Launen, die für den Zuschauer im verborgenen bleiben, nutz er mal die eine Gelegenheit und lässt eine andere verstreichen, sucht nach Erfüllung in Nebensächlichkeiten und der großen Liebe, als ultimativen Sinn des Lebens…schnarch.

Das Ganze wäre mit Sicherheit weniger ansträngend, würde es sich nicht so furchtbar lang ziehen und so erschreckend gewöhnlich bleiben, denn bis auf die Besonderheit, dass Benjamin rückwärts altert, durchlebt er all die trivialen und doch so prägenden Ereignisse eines ganz normalen Lebens, bleibt dabei aber ein Mysterium, eine unglaublich blass und allgemein gezeichnete Persönlichkeit, ohne spezifische Fähigkeiten, Talente oder Interessen. Auch in Sachen Emotionen verhält er sich relativ neutral, es kommt nie zu großen Gefühlsausbrüchen, egal welcher Art, wenn Benjamin überhaupt eine Leidenschaft hat, dann ist es höchstens die Liebe zu seiner Kindsfreundin Daisy und auch die ist nur oberflächlicher Natur.

Es fällt schon deutlich auf, dass BENJAMIN BUTTON mehr Schein als Sein ist, ein opulent gezeichnetes Drama mit fantastischer Ausstattung, technisch wunderschön umgesetzt und doch so leer und leblos, voller altkluger, allgemeinverständlicher Lebensphrasen und der über allem prangernden Message: „Nutze die Zeit, die Dir gegeben ist.“ Wirklich tiefgreifend wird der Film nie, weder thematisiert er die Problematiken des Alters noch der Jugend oder allem dazwischen, vielmehr zeichnet er kleine nette Episoden aller Lebensabschnitte, ohne dabei aufzuregen oder groß zu berühren. Als Zuschauer bleibt man Beobachter, irgendwas zwischen gelangweilt und unterhalten, dabei entwickelt sich die Lebensgeschichte des Benjamin Button zu einem Trauergesang, der gegen Ende immer ansträngender wird und einen, nach gefühlten vier, obwohl nur 2 ½ Stunden, erschöpft und ziemlich unbewegt aus dem Kinosaal entlässt.

Auch die Performance der Darsteller bleibt dabei ungewöhnlich blass, für ein Drama. Brad Pitt wird erschlagen und unterdrückt von genialem alters Make Up und bizarr, grotesken, digitalen Maskeneffekten. Cate Blanchett kann erst gegen Ende, wenn ihre Figur stärker ins Zentrum rückt, beweisen, welch großartige Schauspielerin sie ist. Beide blieben für mich aber deutlich unter den Erwartungen, wobei Blanchett, zumindest gegen Ende, wieder was wett machen konnte.

Was bleibt ist der Eindruck großer Bilder, die wenig erzählen. Fincher ist ein visueller Perfektionist, zeichnet großartig, komponierte Bilder und revolutionäre Effekte in ein episch, breit gewälztes Trauerspiel des Lebens, mit meditativer Grundstimmung und unspektakulären Ereignissen. DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON ist ein Film der auf höchstem Niveau, wenig verkauft und anspruchsvoller sein will, als er eigentlich ist. Mit Sicherheit ist das Ganze gut gemeint und in seiner Qualität auch soweit in Ordnung, als das man ein Kinoticket lösen kann. Nur leider ist der Film eben nicht das große Meisterwerk geworden, als das er vermarktet wird und welches man David Fincher gewünscht hätte, sondern ein knapp überdurchschnittliches, episches Drama, dass in seinem Inhalt und Aussage dermaßen banal daherkommt, das man sogar noch Abstriche machen muss und ganz bestimmt handelt es sich dabei, auch ohne bisher die Konkurrenz gesehen zu haben, keineswegs um den beste Film des vergangenen Jahres.

Autor: André

KINO im Februar

Abgelegt unter: Kinostarts am 02.02.2009 von André

Kaum ein Kinostart im FEBRUAR, der sich nicht lohnen würde. Pünktlich zu den Oscars am 22. FEB. laufen die besten Filme der Saison allesamt diesen Monat an.

GLAUBENSFRAGE (ab 5. FEB.)

 

An einer katholischen Klosterschule Mitte der 60er. sind Direktorin Schwester Beauvier und Pater Flynn unterschiedlicher Ansicht, was die Erziehung der lieben kleinen Schützlinge angeht. Als Pater Flynn dann von einer anderen Nonne verdächtigt wird, sich dem einzigen schwarzen Jungen an der Schule unsittlich genähert zu haben, startet Schwester Beauvier einen persönlichen Feldzug gegen ihn…

 

Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman in der Adaption eines, mit dem Pulizerpreis ausgezeichneten Theaterstücks. Das sieht nach einem Kammerspiel und großem Schauspielduell der Extraklasse aus, nicht verpassen.

 

FROST/NIXON  (ab 5. FEB)

 

1977, Ex-US Präsident Richard Nixon will alles zur „Watergate-Affäre“  im TV auspacken. Um gut dabei wegzukommen, wählt er den Boulevard Showmaster David Frost als einzigen Interviewpartner aus, doch der erweist sich bald als deutlich widerspenstiger und hartnäckiger, als Nixon sich das gedacht hätte…

 

Spannendes, politisches Skandalkino um „Watergate“ zusammen mit Frank Langella und Michael Sheen in einem packenden Rededuell, inszeniert von Ron Howard. das reichte für eine Oscarnominierung als „Bester Film“, keine Frage, anschauen.

 

MILK (ab 19. FEB)

 

Der bekennend homosexuelle Politaktivist Harvey Milk setzt sich für die Rechte der kleinen Leute ein und stellt sich 1977 in San Francisco zur Wahl des Stadtrat. Sein Engagement gibt dabei viel politischen Anstoß und beschert ihm sowohl Freunde, als auch Feinde…

 

Sean Penn macht sich stark für Toleranz und performed einen Lobgesang auf Harvey Milk, seine Performance brachte ihm eine Oscarnominierung, selbes gilt auch für den gesamten Film von Gus Van Sant , in der Kategorie „Bester Film“, somit Pflichtprogramm für Cineasten.

 

DER VORLESER (ab 26. FEB)

 

Jura-Student Michael Berg sieht sich mit seiner Vergangenheit konfrontiert. In einem Kriegsverbrecherprozess

begegnet er unverhofft der 20 Jahre älteren Hannah Schmitz wieder, mit der er acht Jahre zuvor, im Alter von grade mal 15, ein Verhältnis hatte…

 

Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Werner Schlinks mit Kate Winslet, Ralph Fiennes, Bruno Ganz und David Kross, ebenfalls u.a. nominiert als „Bester Film“, aktuell, tragisch und brisant; anschauen.

 

 

DER WRESTLER  (ab 26. FEB)

 

Wrestler Randy „The Ram“ Robinson war in den 80ern. ein gefeierter Sportstar, mittlerweile schlägt sich der verbrauchte Sportrentner durchs harte Alltagsleben und versucht mit Töchterchen und Freundin klar zu kommen, dann winkt plötzlich die Chance auf ein Match mit seinem Erzrivalen…

 

Bewegende Charakterstudie einer ausgebrannten Sportskanone, brilliant gespielt von Mickey Rourke, von dem viele sagen, ihm sein nach dem Globe, der Oscar für den „Besten Hauptdarsteller“ sicher. In jedem Fall eine lohnenswerte One-Man-Show, in der Rourke ein kleines Comeback feiert, unbedingt angucken.

 

 

Weiterhin eingeschränkt zu empfehlen sind:

 

THE SPIRIT …Comicspektakel von Regiedebütant Frank Miller. (verschoben auf 5.FEB.)

ENDLICH WITWE …harmlose Franzmann-Komödie zum entspannen. (ab 5.FEB.) 

ER STEHT EINFACH NICHT AUF DICH …spaßiger Geschlechterkonflikt für einen Abend mit den Freunden. (ab 12.FEB.)

THE INTERNATIONAL …Tykwers aktueller Verschwörungsthriller mit Starbesetzung. (ab 12.FEB.)

FREITAG, DER 13TE …fetziges Remake des Horrorklassikers für Splatterfans. (ab 13.FEB.)

EFFI BRIEST …Neuverfilmung des Weltliteraturromans für Romantiker. (ab 12.FEB.)

96 HOURS …spannender Actionthriller nach dem „Bourne-Prinzip“ von Besson Zögling Pierre Morel. (ab 19.FEB.)

DER JA-SAGER …allgemeintaugliche Feel-Good-Comedy mit Jim Carrey und Zoey Deschanel. (ab 19.FEB.)

NICK & NORAH …abgedrehter Teeniespassfilm im Indie-Look, mit Michael Cera. (ab 19.FEB.)

MORD IST MEIN GESCHÄFT, LIEBLING …Nora Tschirner, das muss reichen, leider. (ab 26.FEB.)

 

Ausdrücklich gewarnt wird vor:

 

BRIDE WARS – BESTE FREUNDINNEN …lauft Männer, lauuuuft!!! (ab 5.FEB.)

UNDERWORLD: AUFSTAND DER LYKANER …Nicht mal Kate Beckinsale hatte mehr Bock mitzumachen. (ab 26.FEB.)

VORBILDER?! …vorpubertärer Scheiß für kleine Jungs mit kleinem Penis und riesen Ego. (ab 26.FEB.)

 

Autor: André