Oscars 2009 – And the Oscar goes to…

Abgelegt unter: Filme am 23.02.2009 von Sven

Best Motion Picture of the Year

“Slumdog Millionaire”

Performance by an Actor in a Leading Role

Sean Penn, “Milk”

Performance by an Actor in a Supporting Role

Heath Ledger, “The Dark Knight”

Performance by an Actress in a Leading Role

Kate Winslet, “The Reader”

Performance by an Actress in a Supporting Role

Penelope Cruz, “Vicky Cristina Barcelona”

Gib mir den Rest! »

Oscars 2009 – Liveblogging

Abgelegt unter: Filme am 23.02.2009 von Sven

Drüben bei den Fünf Filmfreunden! Wir sind mit dabei, Wer noch?

Autoren: Sven und André

The Spirit

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 14.02.2009 von André

Fehlende Dynamik, unrhythmische Erzählweise, nicht schlüssige Handlung, teils peinliche Dialoge und merkwürdiger Humor… THE SPIRIT liefert eine Menge Schießpulver, um ihn gekonnt in der Luft zu zerfetzten. Tatsächlich bewegt sich der Streifen auf einem sehr schmalen Grat zwischen „peinlichem Trash“ und „ernst zu nehmendem Film“, jedoch wohlwollend betrachtet, ist THE SPIRIT ein experimenteller, verspielter Comicflick, voller cooler Ideen und Ambitionen. Man sollte auch nicht vergessen, dass hier ein Regiedebütant am Werk war, Frank Miller ist zwar einer der berühmtesten und anerkanntesten Comickünstler unserer Zeit, von Film hat er allerdings wenig Ahnung und das scheint ihn auch nicht zu kümmern. Vielmehr benutzt Miller das Medium, um eine Hommage für sein Vorbild Will Eisner, seiner Zeit Schöpfer des „Spirit“, zu kreieren und diese einem breiteren Publikum zugängig zu machen. Dabei ist es Miller viel wichtiger, seinen und Eisners Comicstil zu bewahren, als sich den Konventionen eines Films zu unterwerfen.

Selbstredend unterscheidet sich dieser Stil und der Look des Films, im wesentlichen nicht sonderlich von Frank Millers SIN CITY, bei dem Miller zwar auch Regie führte, aber dies in Zusammenarbeit mit Robert Rodriguez, der auf Grund seiner Erfahrung, sämtliche der kleinen und größeren Unstimmigkeiten, die THE SPIRIT inne wohnen, vermeiden konnte, weshalb SIN CITY natürlich nach wie vor, die bislang beste Miller Comicadaption bleibt. Doch wem SIN CITY gut gefiel, der wird auch THE SPIRIT was abgewinnen können, denn visuell gelingt es Miller seinen unverwechselbaren schwarz/weiß Look, um einige Elemente zu erweitern. Daraus ergeben sich neue  Ideen wie man Comicpanels im Film umsetzen kann, Miller sprüht geradezu vor kreativen Einfällen und streut diese breit in seinen Film, weshalb der hart in Kontrast gesetzte schwarz/weiß Look niemals langweilig wird und THE SPIRIT zumindest optisch betrachtet, einen hohen künstlerischen Anspruch aufweist.

Leider muss man auch sagen, dass Miller immer noch in Comicpanels denkt und sein Film darum, ähnlich wie SIN CITY und 3oo, an Dynamik kränkelt. Miller beschränkt sich auf die Größe seiner Einstellungen, er wagt es so gut wie nie die Kamera zu bewegen, denn Rahmen seiner Comicbilder zu sprengen und sich den Möglichkeiten von Film zu öffnen. Dadurch wirkt sein Film statisch, wie ein unheimlich cool gezeichnetes Storyboard oder eben Comic, aber erinnert mehr an eine Diashow, als an einen Kinofilm. Glücklicherweise sind die Dias so cool gestaltet und abwechslungsreich gestaffelt, dass man dies vergeben kann.

Mehr Probleme macht da schon die krude erzählte Handlung, deren dramaturgische Schwächen und fehlende Höhepunkte lassen sich weniger verneinen. Der Spirit (Gabriele Macht) ist ein Ex-Cop, der des Nachts in seiner Stadt „Central City“ für Recht und Ordnung sorgt. Sein Erzfeind ist der Octopus (Samuel L. Jackson), ein wahnsinniger Wissenschaftler und kriminelles Genie, dass ebenso wie der Spirit, unverwundbar ist. Doch viel interessanter als die andauernden Intermezzi mit dem Octopus, sind die vielen Frauengeschichten, die der Spirit am Laufen hat. Da währe zunächst Ellen (Sarah Paulson) die Tochter des Polizeichefs, dann Sand Serif (Eva Mendes), eine Diebin die der Spirit seit seiner Kindheit kennt und Lorelai (Jaime King) der Todesengel, die Spirit niemals von der Seite weicht, außerdem noch Sliken Floss (Scarlett Johansson), die Assistentin vom Octopus… All diese Frauen repräsentieren die unterschiedlichen Stärken und Schwächen des Spirit und sind jede für sich, zehnmal interessanter als der blasse Superheld mit Machoattitüde, den Gabriele Macht verkörpert. Selten war ein Superheld so brav und langweilig wie der Spirit und das in einer so sündigen Stadt, voller schöner Frauen in sexy Outfits. Lustiger ist da schon Samuel L. Jackson als durchgeknalltes Verbrechergenie, der seinen größten Auftritt in Naziuniform zu „Deutschland über alles“ hat, allein das ist den Ticketpreis wert. Die Frauen tun das was sie hier am besten können, sexy sein und geil aussehen, selten dürfen sie mehr in einem Frank Miller Comic oder Film, das macht aber nichts.

Zuletzt sei noch vor dem merkwürdigen, manchmal kindischen, manchmal derben Humor des Films gewarnt, denn THE SPIRIT  ist deutlich weniger düster und brutal als beispielsweise SIN CITY, dafür erlaubt er sich einige echt kranke Scherze und viel Klamauk und Slapstick, mal mehr, mal weniger gut getimt. In jedem Fall aber gewöhnungsbedürftig, weil vielleicht unerwartet, darum hier die Warnung.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, für experimentierfreudige Comicfans ist THE SPIRIT sehr zu empfehlen, weil ein Pool der Kreativität und der optisch, anspruchsvollen Ergüsse. Leider kein wirklich guter Unterhaltungsfilm, weil sehr speziell und in Erzählstruktur, Dramaturgie und Dynamik deutlich eingeschränkt. Wer aber mal Lust auf was Anderes hat, und zur Not auch eine Enttäuschung in Kauf nehmen kann, der sollte es wagen ein Ticket zu lösen.

Autor: André

Glaubensfrage

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 11.02.2009 von André

Der Haussegen hängt schief, in der von Nonnen und Priestern geführten, katholischen St. Nicholas Schule, mitten in der Bronx. Zumindest sieht das Direktorin und Oberschwester Aloysius (Meryl Streep) so. Die urkonservative und chronisch übellaunige Ordensschwester, herrscht mit strenger Hand und Furcht über die Schüler von St. Nicholas. Ein Dorn im Auge, ist ihr darum der aufgeschlossene und liberale Menschenfreund, Pater Flynn (Philip Seymour Hoffman), dessen Toleranz und herzerweichender Einsatz für die Gemeinde, so gar nicht zu Schwester Aloysius bewehrtem Konzept passen. Unter besonderer Fürsorge des Paters, steht der einzige schwarze Junge der Schule,  Donald (Joseph Foster II), der, auf Grund seiner Hautfarbe, kein leichtes Spiel bei den Mitschülern hat. Ausgerechnet diese besondere Fürsorge, wird Pater Flynn jedoch eines Tages zum Verhängnis, nämlich als Donalds noch junge Lehrerin und Ordensschwester James (Amy Adams) gegenüber Schwester Aloysius den Verdacht äußert, Pater Flynn habe sich an dem schwarzen Jungen vergangen. Ein schwer wiegender Vorwurf, dem Oberschwester Aloysius, nicht ganz uneigennützig, nachgeht…

GLAUBENSFRAGE basiert auf einem, mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten, Theaterstück und verstrickt auf sehr clevere Weise die Themen: Religion, Machterhalt, Denunzierung und sexueller Missbrauch, allesamt unter dem Deckmantel des Zweifels. Denn wirklich konkret, oder genau, erfährt man als Zuschauer nie, welche düsteren Ereignisse sich hinter den Mauern der katholischen Klosterschule abspielten. Stattdessen ist man angewiesen auf Meinungen und Schilderungen der Protagonisten. Ein ungemein unterhaltendes Psychospiel, welches hier mit dem Zuschauer getrieben wird, der sich immer zwischen den Stühlen der beiden, in Konkurrenz stehenden Parteien befindet, und Sympathien sowohl für den gutherzigen Pater, als auch für die grantige Oberschwester aufbaut.

Angesicht der Thematik, ist dies eine ungemein brisante und spannende Angelegenheit, bei der bis zuletzt alle Möglichkeiten offen stehen. Denn als Zuschauer lässt der Film einem viele Freiheiten und hält sich mit Anklagen und meinungsprägenden Aussagen, in allen Bereichen,  zurück. Vielmehr liefert er Indizien, streut Andeutungen und übermittelt unterschwellig Stoff zur eigenen Meinungsbildung. GLAUBENSFRAGE ist ein Film der Zwischentöne, hier ist nichts schwarz oder weiß, gut oder böse, richtig oder falsch. Jede Figur hat ihre Makel und ihre Größe und stellt den Zuschauer vor schwierige Auseinandersetzungen mit: Moral, Anstand, Recht und Pflicht. Welche Meinungen man sich bildet, wofür man sich entscheidet, darin lässt einem der Film die freie Wahl, klar ist nur, auch wenn GLAUBENSFRAGE zum Ende dann doch die Umstände konkretisiert, der Zweifel, die menschliche Fehlbarkeit, der Irrtum, bleiben bis zuletzt mit im Raum stehen und sind ein ständiger Begleiter, das ist vielleicht die wichtigste Aussage, die der Film übermitteln kann.

Ein solcher Film steht und fällt natürlich mit seinem Darstellerensemble, welches hier in Haupt- und Nebenrollen gleich mal vier Oscarnominierungen einheimste, für: Meryl Streep, Philip Seymour Hoffman, Amy Adams und Viola Davis – die die Mutter des Jungen Donald spielt. Für die leise Erzählweise und feine Regie, zeichnet sich John Patrick Shanley aus, der auch das Drehbuch adaptierte, ebenfalls oscarnominiert. Zugegeben in diesem Fall eine enorm dankbare Aufgabe, war er doch mit einer preisausgezeichneten Vorlage und solch großen Darstellern gesegnet. Viola Davis hat nur zwei aufeinander folgende Szenen, die jedoch von unheimlicher Aussagekraft und Wichtigkeit zeugen, dass ihre Rolle soviel Anerkennung fand. Ein seltenes Geschenk für einen Darsteller und natürlich sehr überzeugend gespielt. Amy Adams ist die naive Unschuld des Films, ihr Charakter ist der einzige, dem alle Sympathien ohne Zweifel gelten, leider ist sie dadurch auch am uninteressantesten, obwohl sie von zentraler Wichtigkeit für die beiden Kontrahenten Streep und Hoffman ist, kämpfen diese doch unterschwellig um ihre Gunst. Philip Seymour Hoffman ist, wie immer, genial, auch wenn diese Rolle nicht sein höchstes Können abverlangt. Das Highlight des Films ist jedoch Meryl Streep, sie schafft es, aus einer archetypischen Oberschwester, einen glaubwürdigen Menschen zu machen und obendrein als tyrannisches Miststück, dennoch Sympathien zu gewinnen, in diesem Punkt kommt ihre Rolle der aus DER TEUFEL TRÄGT PRADA sehr nahe und selbstredend verdient Streep für diese Performance alle Lorbeeren die sie kriegen kann.

Kein Zweifel also an der Qualität von GLAUBENSFRAGE, ein leiser brisanter Film, der einem Aussagen nicht aufzwingt sondern anbietet und mit hochkarätigen, allseitig, überzeugenden Darstellern brilliert. Ein Ereignis im Kino, dass man ein einfach nicht verpassen darf.

Autor: André

Erste Sneak Peek zu den Basterds

Abgelegt unter: Filme, Strandgut am 10.02.2009 von Sven

Bei Entertainment Tonight sind gestern Abend die allerersten Bewegtbilder zu Tarantinos “Inglorious Basterds” über die amerikanischen Fernsehbildschirme geflattert und was soll ich nach Brad Pitts Auftritt als schnurrbarttragender Lieutenant mit metrisch betontem südstaatler Akzent schon noch großartig sagen außer: “Feels Good Man”! Morgen soll auch endlich der erste Teaser bzw. Trailer veröffentlicht werden.

via: F5
Autor: Sven

[edit] Update auf den offiziellen Trailer.

Der seltsame Fall des Benjamin Button

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 05.02.2009 von André

Es beginnt, mit einer kaum wieder zu erkennenden Cate Blanchett, auf dem kalt ausgeleuchteten Sterbebett. An der Seite der, perfekt auf uralt geschminkten Cate, ihre Tochter mittleren Alters. Nachdem Cate dieser, ein äußerst seltsames Märchen, über einen blinden Uhrenmacher erzählt hat, der eine Bahnhofsuhr konstruierte, die Rückwärts läuft, greift die Tochter zu einem Tagebuch und beginnt zu lesen: „4. April 1918…“ was folgt ist die Chronik des Benjamin Button, ein Mann, der kurioser Weise alt geboren wurde und im Laufe seines Lebens immer jünger wird…

Dreizehn Oscarnominierungen für DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON, darunter selbstredend die Königsdisziplinen „Beste Regie“ und „Bester Film“, das gab es nicht mehr seit DER HERR DER RINGE und es scheint, dass Regisseur David Fincher mit seinem epischen Drama nun endlich mal den Nerv der Academy-Juroren getroffen hat. Verdient hätte Fincher die Auszeichnungen allemal, denn unlängst hat er mit mutigen, experimentellen und eindringlichen Filmen wie: SIEBEN, FIGHT CLUB oder ZODIAC bewiesen, welches Talent in ihm steckt. Trauriger weise, muss es nun leider ein äußerst konventionelles, wenig aufregendes Oscardrama wie BENJAMIN BUTTON sein, welches ihm die höchste aller Filmauszeichnungen bescheren könnte, denn bis auf die visuelle Gestaltung und technische Umsetzung des Films, hat BENJAMIN BUTTON so Garnichts von dem, was Finchers vorherige Erfolge auszeichnete.

Dabei sollte es doch längst bekannt sein, dass die Essenz eines jeden Films seine Geschichte ist und genau diese ist im Falle von BENJAMIN BUTTON äußerst kraftlos und vor allem Dröge geraten. Frei nach der Vorlage von F. Scott Fitzgerald, zeichnet sich hierfür Eric Roth verantwortlich, der bereits das Drehbuch zum Welterfolg FORREST GUMP verfasste. Das BUTTON etliche Symbiosen mit GUMP aufweist, lässt sich dabei nicht verleugnen, ist aber auch gar nicht mal wirklich störend. Viel enttäuschender ist, dass der Film trotz großer Gefühle, jegliches Konfliktthema scheut und trotz starker Nähe zu seinen Charakteren, diesen doch so fern bleibt. Tatsächlich ist seit Forrest Gump niemand mehr so unbeholfen und trantütig durch die Weltgeschichte geschlurft, wie Benjamin Button. Nur war das im erstgenannten Fall noch unterhaltsam und oftmals ironisch, zumal Gump wenigstens noch die Entschuldigung hatte, eine etwas längere Leitung zu haben, als der gewöhnliche Mensch. Button hat diese Entschuldigung nicht, er ist der kindlich, naive Greis und später der altkluge Jüngling, aber zu jederzeit enorm uninteressant. Getrieben von Gedanken, Träumen, Wünschen und Launen, die für den Zuschauer im verborgenen bleiben, nutz er mal die eine Gelegenheit und lässt eine andere verstreichen, sucht nach Erfüllung in Nebensächlichkeiten und der großen Liebe, als ultimativen Sinn des Lebens…schnarch.

Das Ganze wäre mit Sicherheit weniger ansträngend, würde es sich nicht so furchtbar lang ziehen und so erschreckend gewöhnlich bleiben, denn bis auf die Besonderheit, dass Benjamin rückwärts altert, durchlebt er all die trivialen und doch so prägenden Ereignisse eines ganz normalen Lebens, bleibt dabei aber ein Mysterium, eine unglaublich blass und allgemein gezeichnete Persönlichkeit, ohne spezifische Fähigkeiten, Talente oder Interessen. Auch in Sachen Emotionen verhält er sich relativ neutral, es kommt nie zu großen Gefühlsausbrüchen, egal welcher Art, wenn Benjamin überhaupt eine Leidenschaft hat, dann ist es höchstens die Liebe zu seiner Kindsfreundin Daisy und auch die ist nur oberflächlicher Natur.

Es fällt schon deutlich auf, dass BENJAMIN BUTTON mehr Schein als Sein ist, ein opulent gezeichnetes Drama mit fantastischer Ausstattung, technisch wunderschön umgesetzt und doch so leer und leblos, voller altkluger, allgemeinverständlicher Lebensphrasen und der über allem prangernden Message: „Nutze die Zeit, die Dir gegeben ist.“ Wirklich tiefgreifend wird der Film nie, weder thematisiert er die Problematiken des Alters noch der Jugend oder allem dazwischen, vielmehr zeichnet er kleine nette Episoden aller Lebensabschnitte, ohne dabei aufzuregen oder groß zu berühren. Als Zuschauer bleibt man Beobachter, irgendwas zwischen gelangweilt und unterhalten, dabei entwickelt sich die Lebensgeschichte des Benjamin Button zu einem Trauergesang, der gegen Ende immer ansträngender wird und einen, nach gefühlten vier, obwohl nur 2 ½ Stunden, erschöpft und ziemlich unbewegt aus dem Kinosaal entlässt.

Auch die Performance der Darsteller bleibt dabei ungewöhnlich blass, für ein Drama. Brad Pitt wird erschlagen und unterdrückt von genialem alters Make Up und bizarr, grotesken, digitalen Maskeneffekten. Cate Blanchett kann erst gegen Ende, wenn ihre Figur stärker ins Zentrum rückt, beweisen, welch großartige Schauspielerin sie ist. Beide blieben für mich aber deutlich unter den Erwartungen, wobei Blanchett, zumindest gegen Ende, wieder was wett machen konnte.

Was bleibt ist der Eindruck großer Bilder, die wenig erzählen. Fincher ist ein visueller Perfektionist, zeichnet großartig, komponierte Bilder und revolutionäre Effekte in ein episch, breit gewälztes Trauerspiel des Lebens, mit meditativer Grundstimmung und unspektakulären Ereignissen. DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON ist ein Film der auf höchstem Niveau, wenig verkauft und anspruchsvoller sein will, als er eigentlich ist. Mit Sicherheit ist das Ganze gut gemeint und in seiner Qualität auch soweit in Ordnung, als das man ein Kinoticket lösen kann. Nur leider ist der Film eben nicht das große Meisterwerk geworden, als das er vermarktet wird und welches man David Fincher gewünscht hätte, sondern ein knapp überdurchschnittliches, episches Drama, dass in seinem Inhalt und Aussage dermaßen banal daherkommt, das man sogar noch Abstriche machen muss und ganz bestimmt handelt es sich dabei, auch ohne bisher die Konkurrenz gesehen zu haben, keineswegs um den beste Film des vergangenen Jahres.

Autor: André

KINO im Februar

Abgelegt unter: Kinostarts am 02.02.2009 von André

Kaum ein Kinostart im FEBRUAR, der sich nicht lohnen würde. Pünktlich zu den Oscars am 22. FEB. laufen die besten Filme der Saison allesamt diesen Monat an.

GLAUBENSFRAGE (ab 5. FEB.)

 

An einer katholischen Klosterschule Mitte der 60er. sind Direktorin Schwester Beauvier und Pater Flynn unterschiedlicher Ansicht, was die Erziehung der lieben kleinen Schützlinge angeht. Als Pater Flynn dann von einer anderen Nonne verdächtigt wird, sich dem einzigen schwarzen Jungen an der Schule unsittlich genähert zu haben, startet Schwester Beauvier einen persönlichen Feldzug gegen ihn…

 

Meryl Streep und Philip Seymour Hoffman in der Adaption eines, mit dem Pulizerpreis ausgezeichneten Theaterstücks. Das sieht nach einem Kammerspiel und großem Schauspielduell der Extraklasse aus, nicht verpassen.

 

FROST/NIXON  (ab 5. FEB)

 

1977, Ex-US Präsident Richard Nixon will alles zur „Watergate-Affäre“  im TV auspacken. Um gut dabei wegzukommen, wählt er den Boulevard Showmaster David Frost als einzigen Interviewpartner aus, doch der erweist sich bald als deutlich widerspenstiger und hartnäckiger, als Nixon sich das gedacht hätte…

 

Spannendes, politisches Skandalkino um „Watergate“ zusammen mit Frank Langella und Michael Sheen in einem packenden Rededuell, inszeniert von Ron Howard. das reichte für eine Oscarnominierung als „Bester Film“, keine Frage, anschauen.

 

MILK (ab 19. FEB)

 

Der bekennend homosexuelle Politaktivist Harvey Milk setzt sich für die Rechte der kleinen Leute ein und stellt sich 1977 in San Francisco zur Wahl des Stadtrat. Sein Engagement gibt dabei viel politischen Anstoß und beschert ihm sowohl Freunde, als auch Feinde…

 

Sean Penn macht sich stark für Toleranz und performed einen Lobgesang auf Harvey Milk, seine Performance brachte ihm eine Oscarnominierung, selbes gilt auch für den gesamten Film von Gus Van Sant , in der Kategorie „Bester Film“, somit Pflichtprogramm für Cineasten.

 

DER VORLESER (ab 26. FEB)

 

Jura-Student Michael Berg sieht sich mit seiner Vergangenheit konfrontiert. In einem Kriegsverbrecherprozess

begegnet er unverhofft der 20 Jahre älteren Hannah Schmitz wieder, mit der er acht Jahre zuvor, im Alter von grade mal 15, ein Verhältnis hatte…

 

Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Werner Schlinks mit Kate Winslet, Ralph Fiennes, Bruno Ganz und David Kross, ebenfalls u.a. nominiert als „Bester Film“, aktuell, tragisch und brisant; anschauen.

 

 

DER WRESTLER  (ab 26. FEB)

 

Wrestler Randy „The Ram“ Robinson war in den 80ern. ein gefeierter Sportstar, mittlerweile schlägt sich der verbrauchte Sportrentner durchs harte Alltagsleben und versucht mit Töchterchen und Freundin klar zu kommen, dann winkt plötzlich die Chance auf ein Match mit seinem Erzrivalen…

 

Bewegende Charakterstudie einer ausgebrannten Sportskanone, brilliant gespielt von Mickey Rourke, von dem viele sagen, ihm sein nach dem Globe, der Oscar für den „Besten Hauptdarsteller“ sicher. In jedem Fall eine lohnenswerte One-Man-Show, in der Rourke ein kleines Comeback feiert, unbedingt angucken.

 

 

Weiterhin eingeschränkt zu empfehlen sind:

 

THE SPIRIT …Comicspektakel von Regiedebütant Frank Miller. (verschoben auf 5.FEB.)

ENDLICH WITWE …harmlose Franzmann-Komödie zum entspannen. (ab 5.FEB.) 

ER STEHT EINFACH NICHT AUF DICH …spaßiger Geschlechterkonflikt für einen Abend mit den Freunden. (ab 12.FEB.)

THE INTERNATIONAL …Tykwers aktueller Verschwörungsthriller mit Starbesetzung. (ab 12.FEB.)

FREITAG, DER 13TE …fetziges Remake des Horrorklassikers für Splatterfans. (ab 13.FEB.)

EFFI BRIEST …Neuverfilmung des Weltliteraturromans für Romantiker. (ab 12.FEB.)

96 HOURS …spannender Actionthriller nach dem „Bourne-Prinzip“ von Besson Zögling Pierre Morel. (ab 19.FEB.)

DER JA-SAGER …allgemeintaugliche Feel-Good-Comedy mit Jim Carrey und Zoey Deschanel. (ab 19.FEB.)

NICK & NORAH …abgedrehter Teeniespassfilm im Indie-Look, mit Michael Cera. (ab 19.FEB.)

MORD IST MEIN GESCHÄFT, LIEBLING …Nora Tschirner, das muss reichen, leider. (ab 26.FEB.)

 

Ausdrücklich gewarnt wird vor:

 

BRIDE WARS – BESTE FREUNDINNEN …lauft Männer, lauuuuft!!! (ab 5.FEB.)

UNDERWORLD: AUFSTAND DER LYKANER …Nicht mal Kate Beckinsale hatte mehr Bock mitzumachen. (ab 26.FEB.)

VORBILDER?! …vorpubertärer Scheiß für kleine Jungs mit kleinem Penis und riesen Ego. (ab 26.FEB.)

 

Autor: André