…Unterwegs ins neue Jahr

Abgelegt unter: Allgemein am 31.12.2008 von André

Hey ihr Sekt-schlürfenden-Feuerwerk-Kracher und Filmliebhaber,

Bevor ich Euch mit besten Wünschen ins neue Jahr entlasse, möchte ich euch noch meinen Kinotipp für den Neujahrsabend Kund tuen. Es ist Baz Luhrmanns bildgewaltige, wild-romantische Kinoschmonzette AUSTRALIA (ausführliche Kritik folgt im neuen Jahr), ein Film, der durch seine magischen Bilder zum träumen einlädt und seine Zuschauer in ein episches Abenteuer entführt. Das ist Kino im großen Stil und ein Epos das Stimmungen erzeugt, wie sie nur Filme schaffen können, ein muss auf großer Leinwand für Cineasten und Romantiker, großartig.

 

So dann feiert mal schön und kommt gut rüber ins neue Jahr und wenn Ihr dann dort seid, dann vergesst nicht auch weiterhin mal beim Weltraumaffen vorbeizuschaun, denn der wird auch im neuen Jahr einiges zum Thema Film zu sagen haben…

 

…bis dahin.

 

André ;)

Der Klopper der Woche…

Abgelegt unter: Filme am 27.12.2008 von André

Wer hätte das gedacht, dass sich mal Nora Tschirner, Rick Kavanian und – Trommelwirbel – BUD SPENCER!!! in einem Film treffen. Es handelt sich um eine Romantische-Krimikomödie die hoffentlich mehr lustig als peinlich wird, mehr so Richtung “Wixxer” statt “1/2 Ritter”.

Der erste Teaser ist so naja, bisschen unterschwelliges Geflirte, bisschen Klamauk, n paar bekannte Fernsehgesichter und BUD SPENCER!!!…holy jesus, holy fuck…shit…

Mord ist mein Geschäft Liebling” läuft ab 26. Feb. im Kino.

 Autor: André

“aFFENhit” oder “aFFENscheiß”

Abgelegt unter: Allgemein am 20.12.2008 von André

Checkt die Filmlisten, Starttermine, Kinotickets!!! Das Kinojahr neigt sich dem Ende und es ist Zeit für die große kleine FILMREVUE 2008. Das Jahreshighlight aller Cineasten, Eure ganz persönlichen „Top“ und „Flop“ FÜNF-Kinofilme-2008… Vergesst das Genre, Budget, Qualität, Aussage, Inhalt, Anspruch. Kloppt es aus dem Bauch heraus in Eure Tastaturen: Was hat Euch dieses Jahr …begeistert, gerührt, jubeln lassen, zum Lachen gebracht oder …angekotzt, entsetzt, verärgert und fremdschämen lassen? Was war genial? Was war peinlich? Was meisterhaft? Was unterirdisch? Affenhit oder Affenscheiß??? …Oh, und dann will ich noch Euren „geheimen Scheiß“ – Euren, wie auch immer, besonders geratenen, sehenswerten Filmtipp 2008…damit ich was zu gucken hab, zwischen den Jahren.

 

Gib mir den Rest! »

erster Trailer von WOLVERINE

Abgelegt unter: Filme am 17.12.2008 von André

Sach mah, bin ich eigentlich der Einzige, der findet, dass der erste Trailer zu “X-Men Origins: Wolverine” voll SCHEIßE aussieht???

Total typisches Popcornkino mit völlig überzogenen Effekten und gefaketen Stunts. Eine Bereicherung für das X-Men Universum kann darin nicht erkennen, aber die größte Enttäuschung ist ja wohl der erste Blick auf Gambit, den hätte ich ohne seinen Kampfstab überhaupt nicht erkannt…nee ich bin überhaupt nicht begeistert.

“X-Men Origins: Wolverine” startet bei uns am 30. April in den Kinos.

Autor: André

Transsiberian

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 17.12.2008 von André

„Wenn du all meine Dämonen tötest, sterben vielleicht auch meine Engel.“

Ein Krimiabend der klassischen Art, so oder ähnlich empfiehlt sich ein Kinobesuch von TRANSSIBERIAN. Der neue Thriller von Brad Anderson gibt sich eigentlich zu unspektakulär um  Kinoniveau zu erreichen, punktet aber durch seine charmante, klassische Inszenierung und komplexe Charaktere.

Das Samariter-Ehepaar Roy (Woody Harrelson) und Jessie (Emily Mortimer) hat grade ein Hilfsprojekt in China beendet und begibt sich nun auf den Heimweg in die Staaten. Da Roy ein Eisenbahnfan ist, nehmen die beiden für die Reise von Peking zum Moskauer Flughafen den Transsibirischen Express. Die einwöchige Reise soll ein wildromantischer Trip werden, bei dem Jessie ihrer Hobbyfotographie nachgehen kann, während Roy die Eisenbahn bewundert. Die beiden teilen sich ihr Zugabteil mit einem anderen Pärchen, Carlos (Eduardo Noriego) und Abby (Kate Mata), zwei Rucksacktouristen, die ebenfalls die eisige Steppe Sibiriens genießen wollen. Noch ahnen Roy und Jessie nicht, dass ihre etwas seltsamen Mitreisenden mehr im Schilde führen, als es den Anschein hat und als Roy dann auch noch plötzlich verschwindet und Carlos sich an Jessie heranmacht, eskaliert die Situation…

Obwohl Handlung und Dramaturgie sich in TRANSSIBERIAN nicht grade besonders innovativ gestalten, handelt es sich dennoch um einen solide, spannenden Thriller. Ein Grund dafür ist mit Sicherheit der klassische Schauplatz „Eisenbahn“; stets in Bewegung und doch statisch und beengt, ist dieses ständig fortlaufende und von der Außenwelt isolierte Transportmittel, durch seine gleichsam, faszinierende und bedrohliche Atmosphäre, wie geschaffen für einen Krimi. Hinzu kommt, dass sich die Inszenierung des Films, im besten Sinne, klassisch verhält und den Darsteller viel Platz zum entfalten lässt, was man schon an der ungewöhnlich langen Einleitung spürt, bei der alle Charaktere mit viel Ruhe und Sorgfalt eingeführt werden.

Weiterhin ist zu beobachten, dass sich der Film weniger an seinen bekannten Stars: Woody Harrelson oder Ben Kingsley orientiert – der als reisender Inspektor, etwas später im Verlauf des Films dazu stößt – sondern sich voll und ganz auf Emily Mortimer verlässt. Ihr Charakter Jessie ist mitunter der interessanteste des Films und das nicht nur, weil Mortimer den gesamten Konflikt quasi im Alleingang bewältigen muss, was ihr sehr ausdruckstark und facettenreich gelingt, sondern weil ihre Figur eine fast mystische Aura besitzt und sich in ihrem Inneren mehr zu verbergen scheint, als ihr zierliches, verhalten-erotisches Äußeres vermuten lässt.

Mitunter kann man behaupten, dass sich die Charaktere in TRANSSIBERIAN viel komplexer und interessanter Zusammensätzen, als die eigentliche Geschichte. Ihre Beziehungen zueinander, ihre Träume, ihre Vergangenheit, all das wird sehr genau beleuchtet und ist vielleicht der beste Schachzug von Regisseur Anderson, weil es die Figuren in seinem Krimi sind, die den Zuschauer bei der Stange halten und die zweitklassigen Thrillerelemente, samt der bestenfalls standardisierten Kriminalgeschichte vergessen machen.

Echte Thrillerfans seien also gewarnt, TRANSSIBERIAN hält wenig Spektakel bereit und wenn, dann meint man solches auch schon mal gesehen zu haben. Die durchaus packende Atmosphäre und klassische Inszenierung sorgen dennoch für solide Spannung. Was den Film aber tatsächlich vor einem B-Movie Status bewahrt, ist die intensive Auseinandersetzung mit seine Charakteren und deren komplexe Zeichnungen, die TRANSSIBERIAN nur als zweitklassigen Thriller aber als erstklassiges Drama ausweisen.

Autor: André

Der Tag, an dem die Erde stillstand

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 15.12.2008 von André

„Der Schmerz wird nur kurz andauern.“

So sicher, wie dieser Film die Massen ins Kino treiben wird, so sicher ist ihm auch der Verriss der Kritiker und Cineasten. Denn diese mögen es nun mal gar nicht, wenn Hollywood sich an ihren geliebten Klassikern der Filmgeschichte vergreift, noch dazu wenn dies so oberflächlich und plump vonstatten geht, wie bei dem hier zu besprechenden Remake des Sci-Fi-Klassikers, DER TAG, AN DEM DIE ERDE STILLSTAND, aus dem Jahre 1951.

Die Ankunft des Außerirdischen Klaatu (Keanu Reeves) auf der Erde, sorgt nicht nur für Furcht und Ohnmacht unter den Menschen, sondern auch für ein Missverständnis, bei dem das fremde Wesen verletzt wird. Dabei wollte Klaatu uns lediglich vor unserer selbstzerstörerischen Natur, und unserem fehlenden Respekt für den Heimatplaneten, warnen. Leider findet er im politischen Kräftemessen der irdischen Nationen kein Gehör, und auch als die sympathische Wissenschaftlerin Dr. Helen Benson (Jennifer Connelly) ihm zur Flucht verhilft und als „Gutes Sprachrohr“ der Menschheit, versucht Klaatu von deren Gutartigkeit zu überzeugen, sieht dieser sich gezwungen mit Plan B. seiner Mission fortzufahren: Die Menschheit ist in Gefahr…

Gegen ein Remake des geschätzten Sci-Fi-Klassikers mit ehrenwerter Botschaft, ist ja im Prinzip gar nichts einzuwenden. Zumindest könnte man argumentieren, dass der Stoff eine zeitgemäße Aufpolieren durchaus verdient hätte. Ärgerlich ist allerdings, dass dabei – mal wieder – die Sorgfalt und Konzentration in Inszenierung, Story Telling und – Hopperla! – sogar Special Effekte, gänzlich fehlen.

Dabei beginnt ja alles ganz anständig; Klaatus effektvolle Landung im Central Park, der erste Auftritt seines Leibwächters Gort (steht für: Genetisch-Organische-Roboter-Technologie) sowie die anschließende Befragung in der Militär Basis, lassen durch ihre unterkühlten, düsteren, mystisch angehauchten Bilder durchaus Atmosphäre aufkommen. Und auch wenn sich der Film, an diesen Stellen, Vergleiche mit DIE UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART und INDEPENDENCE DAY gefallen lassen muss, so wird doch das Potential der Vorlage deutlich und gut angegangen. Im weiteren Verlauf des Films verliert sich jedoch das anfängliche Interesse schnell wieder, denn die zunächst gut aufbereitete Handlung, wird zum Randprodukt des allzu plumpen und durchschaubaren Blockbuster-Formelkinos, samt aller unangenehmen Beilagen, umgewandelt.

Plötzlich findet man sich wieder im uninspirierten Effektegewitter, welches die lahmen Dialoge und die oberflächlichen Charaktere entschuldigen soll, denn eigentlich passiert nach Klaatus Flucht aus der Militär Basis nicht mehr allzu viel, was der effektverwöhnten, ungebildeten YouTube-Generation gefallen könnte und darum bemüht man sich, die Botschaft des Films, möglichst flach und mit dem Holzhammer zu transportieren, zieht übertriebenen Symbolismus sowie einfachste Metaphern (u.a. Vergleiche mit der Bibel) zu rate, bedient sich simpelster, ständig wiederholender, Wortfetzen und natürlich muss das Gesehene stets, zum besseren Verständnis, kommentiert werden sowie die Handlung regelmäßig, von ein paar überflüssigen Actionsequenzen unterbrochen, damit es nicht zu langweilig wird. Jeden Zuschauer, mit Schulabschluss, dürfte diese, stets einfachste aller Erzähl- und Unterhaltungsmethoden, nur in seiner Intelligenz beleidigen und den Cineasten langweilen, denn ihm sind solche Schemata bereits in besseren Blockbustern unangenehm aufgefallen.

Entschädigen für diese Defizite, kann diesmal auch nicht die CGI der Effekteschmiede WETA, die – warum auch immer – äußerst lieblos und am Rande der Akzeptanz inszeniert wurden. Auch wenn die Effekte zahlreich sind, kein digitales Objekt fügt sich vernünftig in den Reigen der realen Bilder ein, die Künstlichkeit aus dem Computer ist stets spürbar, vielleicht auch nur so negativ auffällig, weil die Effekte das einzige Mittel in diesem Film sind, um dem Zuschauer ein Quäntchen Faszination abzuringen. Gründlich misslungen kann man da nur sagen und keine Empfehlung für die neuseeländische Trickschmiede, deren sonstige Arbeiten (DER HERR DER RINGE, KING KONG, NARNIA…) eigentlich immer zu überzeugen wussten.   

Auch an den Darstellern kann der Kelch der Schande nicht vorüberziehen. Zwar wirkt Keanu Reeves im ersten Moment, durch sein emotionsloses, starres Schauspiel, wie die Idealbesetzung für einen Außerirdischen, doch es fehlt ihm die Aura eines weisen, allwissenden, dem Menschen in allem überlegenen Wesen. Er wirkt wie ein effizient handelnder Soldat, der eine Mission zu erfüllen hat, nicht wie ein Wesen höherer Art, dem Gewalt und aggressives Handeln, als primitiv und zuwider erscheinen. Klaatus Wandel vom Richter zum Retter der Menschheit, ist nicht vordergründig genug um nachvollzogen zu werden. Jennifer Connelly soll das moralische Zentrum des Films darstellen, wirkt damit aber überfordert und überzeugt weder als Biologin, noch als alleinerziehende Adoptivmutter oder trauernde Witwe. Wirklich nerven tut aber nur Jaden Smith als rotziges, all hassenswertes Drecksbalg, für das mal so gar keine Sympathie aufkommt und man es einfach nur schlagen möchte, damit es endlich die blöde Fresse hält.

Oh, und mir ist durchaus klar, dass sich Product Placement in einem Film dieser Machart scheinbar nicht vermeiden lässt, aber müssen denn wirklich Schlüsselszenen, wie die kurze Diskussion zwischen Klaatu und einem anderen Alien, über das Schicksal der Menschheit, in einer „McDonald’s“-Filiale abgehandelt werden und nicht nur das Logo, sondern auch der Name des Restaurant mehrmals erwähnt werden???

Tja da kann man sagen was man will, DER TAG, AN DEM DIE ERDE STILLSTAND ist ein – grade mal so – durchschnittlicher Blockbuster geworden, der für Cineasten und ScFi-Fans aber völlig uninteressant sein dürfte, weil er weder innovativ, noch sonderlich spektakulär gelungen ist und von seinem Publikum den Bildungsgrad und die Aufmerksamkeitspanne eines 6 Jährigen voraussetzt. Da sollte man doch lieber den Verstand stillstehen lassen, um dieses lieblose Remake zumindest ansatzweise genießen zu können.

Autor: André

Wolverine macht Euch den Oscar

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn... am 13.12.2008 von André

Holy Fuck!!! Ich hielt das ja fürn Scherz, aber es stimmt. Hugh  Jackman moderiert am 22. Februar  die  81ste Verleihung der Academy Awards  in Los Angeles.

Nachdem die Einschaltquoten und das Interesse am Oscar jährlich gesunken sind, haben sich die Initiatoren für ein völlig neues Konzept entschieden und sämtliche Posten von Regie, über Moderator, bis hin zum Musikkomponisten, neu besetzt. Somit erwartet uns also eine völlig neuartige, nie dagewesene Oscargala, vielleicht mit Liveschalte zur I.S.S., wo Jack Nicholson, verkleidet als Darth Vader, den Oscar für sein Lebenswerk entgegen nimmt, überreicht aus dem Spaceshuttle von Barack Obama…man weis ja nie, ich bin gespannt.

Autor: André

Neue Bilder vom TERMINATOR

Abgelegt unter: Filme am 13.12.2008 von André

“This is not the future my mother warned me about…”

Der neue Terminator: Die Erlösung-Trailer ist online und gehe ich richtig in der Annahme, dass sich Michael Bays Transformers in den Film gemogelt haben?! Wir sehen voll automatisierte Motorbikes und riesige Kampfroboter (zum Glück pinkeln die Niemanden an), dick aufgezogene Actionsequenzen alla Mad Max und Apocalypse Now, da kommt ja einiges auf uns zu.

Das Ganze natürlich ohne Arnie , was ein dickes Minus ist, dafür aber wenigstens Christian Bale, der ja schon mal eine ähnliche Rolle als Anführer im Endzeitszenario Die Herrschaft des Feuers geben durfte. Helena Bonham Carter spielt auch mit, hab ich aber vor lauter Maschinen noch nicht erblickt und den T-800 gibt, wie gesagt nicht Arnie, sondern Roland Kickinger (BUUUUH!!!) , dessen Filmographie fürchterlich aussieht, aber das war bei Arnie damals 1984 ja auch nicht anders.

Autor: André

“Unter uns, Jungs…”

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn... am 09.12.2008 von André

Die Teeny-Grusel-Romanze Twilight rockt zur Zeit mächtig die U.S.-Kinos und lässt die Herzen der Östrogenfraktion höher schlagen.

Hierzulande ist die Vampierschmonzette unter dem Namen “Biss zum Morgengrau” bekannt  und bassiert auf dem gleichnamigen ersten Band der vierteiligen Twilight Saga.

Die Encyclopedia Dramatica hat sich – extra für euch Kerls – mit den vier Romanen von Hobbyautorin und Mormonin Stephenie Meyers befasst und spoiled euch in aller Kürze die wichtigsten Inhalte zur abgefuckten Vampier-Saga, um Emo-Edward und sein Goth-Girl Bella, damit ihr, falls – aller Warscheinlichkeit nach – eure Freundinnen, Dates, Bekannten oder sonst wer, euch in diesen Film schleifen werden und/oder zwingen einen Blick in das Buch zu werfen, vorbereitet seit, auf das, was da demnächst auf euch zukommt…viel Glück.

Autor: André

Trailer zu $9.99

Abgelegt unter: Filme am 09.12.2008 von André

Richtig abgefahrener Trailer zum australischen oldschool Animationsfilm  $9.99.

Der Film bassiert auf einer Novelle von Etgar Keret – wer immer das sein mag – und  scheint auf diversen Filmfestspielen sehr beliebt zu sein…ich bleib mal dran.

Autor: André

Willkommen bei den Sch’tis

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 08.12.2008 von André

„Braunkack, Zipfel, Häääh!!!“

Die Franzosen kürten ihn zu ihrem erfolgreichsten Heimatfilm seit aller Zeit, derweil beschert BIENVENUE CHEZ LES CH’TIS auch hierzulande den Programm- und Arthousekinos wahre Besucherscharen und treibt endlich wieder Gelder in die sonst so knappen Kassen dieser, am Existenzminimum rumkrebsenden, Lichtspielhäuser. Gleichzeitig entlarvt der Erfolg dieser, gut gemeinten, 08/15 Komödie, den hiesigen Arthousebesucher, aber auch als kleinbürgerlichen, konservativen, mittelständigen Spießer, denn wie sonst könnte man sich über diesen kleinen, banalen und albernen Film überhaupt amüsieren? Möglicherweise könnte man den „Schwarzen Peter“ auch den, sonst so seriösen, Gazetten und ihren Feuilletonartikeln zuschieben, die WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS als „Überraschungserfolg“ feiern und in den Olymp hypen, auf das jeder, der dies nur halbwegs ernst nimmt, in diesen Film rennt und ihn gut findet, weil das alle tun…versteht sich.

Wie dem auch sei, Tatsache bleibt, dass WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS weder neu, noch besonders innovativ oder einfach nur über die Masse unterhaltend ist, auch wenn sich der Film lediglich zum Ziel setzt, sein Publikum ein wenig zu erheitern. Das beginnt schon damit, dass es sich bei dem Film um einen interkulturellen, französischen Insider handelt, den man krampfhaft bemüht, einem internationalen Publikum verständlich zu machen. Die Handlung dreht sich nämlich um einen leitenden Postbeamten, der in die französische Region „Nord-Pas de Calais“ zwangsversetzt wird. Diese Region ist für die Franzosen gleichbedeutend mit der Hölle: Es ist kalt und ungastlich. Die Einwohner dort sind unkultiviert und irgendwo auf dem mittelalterlichen Entwicklungsstand hängen geblieben, außerdem sprechen sie einen völlig unverständlichen, fürchterlichen Dialekt, das sog. „Sch’ti“, welches in der deutschen Synchronisation, in eine albern klingende Fantasiesprache übersetzt wurde.

Beinahe unnötig zu erwähnen, dass einem das dämliche Fantasiegebrabbel schon nach kurzer Zeit sämtliche Nervenenden sprengt, da hilft auch kein Christoph Maria Herbst mehr, weil auch sonst nichts auf der Leinwand passiert, weshalb es Sinn machen sollte, der durchschaubaren Handlung, samt ihrer fadenscheinigen Botschaft; für mehr Nächstenliebe und weniger Vorurteile, zu folgen,  noch den eindimensionalen sowie langweilig agierenden und teils äußerst unsympathischen, Charakteren bei ihren grenzdebilen Albernheiten zuzuschauen.

Mal im Ernst, wer lacht den heut noch über besoffen agierende Darsteller, beim Rad fahren? oder über hinterfotzige Schwiegerdrachen und homophobe Postbeamte, die sich versehendlich vor einem Dessougeschäft verstecken??? RICHTIG! Spießer tun das; urkonservative, kleinbürgerliche, den traditionellen Werten hinterher trauernde Spießer, die, die letzten fünfzig Jahre Aufklärung irgendwie verpennt haben und mit unserer heutigen multikulturellen, globalisierenden, schnelllebigen Gesellschaft, nicht mithalten können oder wollen.

Das die ganzen vorgefertigten Meinungen, über die nördlichste aller französischen Regionen, nur ausgemachter Unsinn sein könnten. Das die dortigen Einwohner eigentlich ein ganz netter Haufen, lustig quatschender, Dörflies sind. Das käme solchen Leuten gar nicht in den Sinn, das „überrascht“ sie und das finden sie lustig und unterhaltsam, weil es sich ihrem Niveau anpasst und auf uralte Art und Weise einer „fremden“ Kultur näher bringt. Für ein solches Publikum scheint ein unspektakulärer Film wie WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS wie geschaffen, denn er ist einfach, altmodisch, konservativ und beschränkt sein überschaubares Universum auf ein paar lächerlich anmutende Konflikte, die modernere Werke bin in zwanzig Minuten abhandeln könnten. Dem sonst so anspruchsvollen und niveauverwöhnten Arthousepublikum und über zwanzig Millionen Franzosen, scheint das zu gefallen und Regisseur und Drehbuchschreiber sowie Nebenrollenbesetzung Dany Boon, sei der Erfolg selbstverständlich gegönnt, und den kleinen Lichtspielhäusern natürlich auch ihre Einnahmen.

Das alles darf aber nicht über den Fakt hinwegtäuschen, dass WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS eben kein besonders sehenswertes Stück Zelluloid abgibt, sondern nichts weiter ist, als ein unspektakulärer, spießbürgerlicher, beschränkter, kleiner Heimatfilm aus Frankreich, der kaum eine höhere Bedeutung als der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten, DER SCHUH DES MANITU, erreicht. Insofern haben uns die Franzmännern also nichts voraus und diese Erkenntnis ist auch schon das Einzige, was mich nach diesem Film ein wenig schmunzeln lässt. Wohin uns das alles führen wird, ist schon wieder eine andere Frage.

Autor: André

Vicky Cristina Barcelona

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 06.12.2008 von André

„Juan Antonio verstand sich hervorragend mit allen Nutten und fand, sie gaben ein wunderbares Motiv ab.“

Endlich wieder eine rundum gelungene Komödie von Woody Allen. Nachdem seine zweifelsohne tadellos inszenierten Dramen MATCH POINT und CASANDRAS TRAUM stets ein wenig unter vorhersehbaren Konstruktionen litten und der kaum auffällige SCOOP fast nur enttäuschte, kommt jetzt mit VICKY CRISTINA BARCELONA eine unbekümmerte, seichte und leidenschaftliche Romantikkomödie in die Kinos, mit der der Altmeister nicht nur erneut seine Liebe für Europa bekundet, sondern auch völlig unaufdringlich sein hohes Können empfiehlt.

Passend zu sonnigen und klischeeverseuchten Urlaubsmotiven Spaniens, erklärt uns ein allwissender Erzähler aus dem Off – in Groschenromanmanier – die beiden Amerikanerinnen Vicky (Rebecca Hall) und Cristina (Scarlett Johansson), die soeben in Barcelona gelandet sind. Vicky ist „Die Vernünftige“ verlobte, konservative Studentin und Cristina „Die Sinnliche“ unstete Abenteurerin. Beide möchten in der mediterranen Hitze europäischer Kultur baden und einen unbeschwerten Sommer im schönen Spanien verbringen. Doch dann taucht er auf, der aufregende und sinnliche, spanische Künstler Juan Antonio (Javier Bardem) und spätestens jetzt bricht Woody Allen mit den Klischeeverhalten seiner Charaktere und demontiert auf ironische und charmante Art und Weise die Erwartungen seines Publikums und die an das Genre einer typischen romantischen Komödie. Denn Juan Antonio fängt sich auf seine freche Einladung – an beide Damen – zum „Liebe machen“ gleich mal eine heftige Standpauke der empörten Vicky ein, während Cristina dem Charme des Latin Lovers erliegt, dann aber im letzten Moment von Übelkeit, auf Grund schlechter Küche, heimgesucht wird.

Es sind plötzliche Wendungen wie diese, die Allen immer wieder in seinen romantischen Liebesreigen einfließen lässt und seinen Film so vor einer kitschigen Schmonzette bewahrt. Ob gekonnt getimte Wortgefechte oder ironische Kommentare aus dem Off, ständig erheitert Allen auf unkonventionelle Art die sonnig, romantischen Urlaubsstimmungen seiner schlichten, aber traumhaften Bilder Spaniens und ironisiert die Tücken und Freuden der leidenschaftlichen Liebe, die letztlich immer zum Scheitern verurteilt scheint. Am deutlichsten wird dies durch das späte auftauchen von Juans Ex-Frau Maria Elena (Penelope Cruz) die, durch ihre temperamentvollen und unvorhergesehenen Ausbrüche, zum Highlight des Films avanciert.

Obwohl beide Frauen sich schließlich auf Juan einlassen, flüchtet Vicky bald in die Arme ihres Verlobten zurück, während Cristina mit Juan zusammenzieht. Erst Maria Elena bringt wieder Chaos in die Harmonie und schafft es nach einigen Eifersüchteleien sogar Cristina zu Verführen. Die ständig wechselnden Beziehungen der Charaktere sind ein weitere Pluspunkt des Films, sie sorgen nicht nur für Abwechslung sonder zeichnen außerdem auch ein sehr unkonventionelles und moderneres Bild der romantischen Komödie, dass sich bis zum Ende des Films durchzieht.

Dabei bewahrt sich VICKY CRISTINA BARCELONA aber trotzdem seinen filmischen Zauber, allein schon durch die Postkartenmotive und die Tatsache, dass hier „schöne Menschen“ in „schöner Umgebung“ miteinander agieren. Die Starpower des Films gibt sich dabei keine Blöße und überzeugt nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich. Besonders Rebecca Hall, als bislang eher unbeschriebenes Blatt, verleiht ihrem bodenständigen Charakter viel Charisma obwohl Cruz, durch ihre dankbare Rolle, allen die Show stielt. Auch Bardem motiert dank Allens feinem Gespür für Komik, nicht zum egozentrisch, romantischen Womanizer alla George Clooney, sondern bleibt, trotz kernigem Charakter und frechem Charme, stets auf dem Teppich. Nur Scarlett wirkt bei der Konkurrenz – inhaltlich – ein wenig blass, ihre sinnliche Ausstrahlung und umwerfendes Äußeres, rechtfertigen dennoch ihren dritten Auftritt in einem Woody Allen Film, der somit endgültig als Johanssons größter Fan (mal abgesehen von Sven) geoutet sein dürfte und diese Attribute genügen auch dem Charakter von Cristina.

Somit gestaltet sich also ein Besuch von VICKY CRISTINA BARCELONA als unproblematischer, sonniger Ausflug ins romantische Spanien, natürlich nicht ohne Woody Allens berühmten Spritzer Ironie, der diese Romantikkomödie gekonnt vom üblichen Mainstream abhebt und sich als Allens bisher beste Inspiration Europas kristallisiert.

Autor: André

Max Payne

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 03.12.2008 von André

„Eine Armee von Toten liegt in diesem Fluss, Kriminelle die mich als einen von Ihren willkommen heißen…Ein Fehler der leicht passieren kann.“

Der Milliardenindustrie Hollywood ist ja bekanntlich kein noch so simples Konzept für das „schnelle Geld“ zu schade. Klar, dass da, auf der Suche nach schnell runterzufilmenden Stoffen, neben Comics, halbgaren Trendromanen und lieblosen Remakes, auch mal das ein oder andere kommerziell erfolgreiche Videospiel als Filmvorlage herhalten muss. Im Zuge dessen sind über die Jahre eine ganze Reihe, mal mehr mal weniger erfolgreiche, Streifen entstanden. Unter ihnen so filmische Perlen wie: TOMB RAIDER, RESIDENT EVIL, DOOM oder HITMAN. Das sich keiner dieser Filme durch seine überragende Qualität oder künstlerische Leistung definiert, lässt im Falle der neusten Gameverfilmung MAX PAYNE schon vermuten, dass es sich hierbei um keine cineastische Offenbarung handeln kann.

Der ausrangierte Cop Max Payne (Mark Walberg) leidet bitter unter der Ermordung seiner noch jungen Familie. Drei Jahre harte Ermittlungen liefen ins Leere und seit der Fall eingestellt wurde, muss Max im Alleingang einer kalten Spur nachjagen. Erst das Auftauchen einiger übel zugerichteter Mordopfer wirft ein neues Licht auf den Fall und stellt eine Verbindung zu einer mysteriösen Szenedroge her. Die Spur führt zu einem großen Pharmakonzern, bei dem auch Max ermordete Frau beschäftigt war…     

Die größte Enttäuschung für Fans des Videospiels dürfte sein, dass MAX PAYNE erstaunlich wenig Action enthält und sich Anstelle dessen viel mehr auf seine dünne und sehr durchschaubare Kriminalgeschichte konzentriert. Die Folge ist ein unheimlich zähflüssiger Actionthriller, der niemals volle Fahrt aufnimmt, sondern stetig vor sich hin blubbert und sein, größtenteils, gelangweiltes Publikum nur mit ein paar, sparsam gestreuten, aufwändig durchgestylten Bildern bei Laune hallt. Der, primär auf Bleihagel konzentrierten Gamevorlage, wird der Film jedoch zu keinem Zeitpunkt gerecht, bedient sich dafür aber einer bunten Mischung aus Neo-Noir-, Comic- und Videospielelementen, um eine düster-coole und bedrückende Stimmung zu erzeugen. Diese ist leider nur oberflächlicher Natur, weil das Drehbuch ein Verständnis für die Charaktere und dessen Gefühlslagen einfach mal frech voraussetzt, anstatt sich zu bemühen, diese groß und breit zu erklären.

Keine guten Vorrausetzungen für Mark Walberg, der dieses Jahr somit schon zum zweiten Mal eher negativ auffällt. In MAX PAYNE genügt Regisseur John Moore scheinbar ein einziger Gesichtsausdruck von Walberg, um Paynes gesamtes Spektrum des Leids zu definieren, aber er steht nicht alleine da, denn seine Mitstreiter Beau Bridges und Mila Kunis bleiben ähnlich eindimensionale Figuren. Überhaupt bedient man sich in Sachen Charaktere, eines sehr simplen Klischee-Überzeichnungskonzepts, bei dem schon durch die äußere Erscheinung deutlich wird, in welche Schublade die Person auf der Leinwand zu stecken ist.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Story, die zieht sich wie Kaugummi und muss immer wieder in unnötige Subplots abdriften, um die knapp 100Min. Laufzeit vollzukriegen. Nebenher hat man den simplen Crimeplot nach dem Vorstellen aller Figuren sofort durchschaut und muss dann beobachten, dass der gute Max eine ziemlich lange Leitung zu haben scheint, was das lösen von Kriminalfällen und das einschätzen von Mitmenschen angeht.

Das wäre ja alles gar nicht so schlimm gewesen, wenn es dafür wenigstens ordentlich Action gehagelt hätte. Die bleibt aber, wie eingangs erwähnt, ziemlich mager und bedient sich keiner großen Mätzchen, sondern nur dem bewehrten Standard und einigen extrem lang gezogenen Endloszeitlupen, die zum Glück sparsam ausfallen, aber erstaunlich unspektakulär wirken. Im großen Finalduell, Held gegen Bösewicht, genügt, sage und schreibe, ein einziger Schuss, um die Situation zu klären, da durfte man sich deutlich mehr erhoffen.

Gibt es vielleicht auch, denn die Szene nach dem Abspann leitet eine Fortsetzung ein, die dann bitte ein bisschen spektakulärer ausfallen darf, als dieses enorm durchschnittliche Filmdebüt von MAX PAYNE.  

Autor: André

Death Race

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 03.12.2008 von André

„Man hat meine Frau umgebracht und mich hier eingesperrt damit ich Frankenstein werde.“

Als hätten wir es nicht geahnt?! DEATH RACE, der neuste Lowbrainer mit Jason Statham, der sich seit geraumer Zeit in dreierlei Streifen heimisch fühlt, ist genau das wofür man ihn gehalten hätte: laut, wild, actionlastig und primitiv…nicht, dass das nicht Spaß machen könnte, im Falle von DEATH RACE tut es das aber leider nicht.

Der Film spielt im Jahre 2012, die Wirtschaftslage ist mies. Hart und ehrlich schuftende Fabrikarbeiter wie Statham einen verkörpert, werden zuhauf auf die Straße gesetzt. Ohne Job kehrt Statham Heim zu Frau und Kind, dann ein Einbruch, ein Blackout und er liegt mit blutverschmierter Messerklinge am Boden, neben Ihm der Leichnam seiner erstochenen Frau. Die Sache ist klar, Stahham wandert ein, doch er bekommt die Aussicht auf Freiheit. Beim „Death Race“ dem Knast-Derby, dass landesweit im Pay-TV übertragen wird, muss er, getarnt als Publikumsliebling „Frankenstein“, nur ein Rennen in drei Etappen bestreiten und als Sieger gehört ihm die Freiheit; Motor an, Hirn aus und Vollgas…

Der Film wirbt mit brachialer Härte, dabei ist er die zahme Remakefassung eines bitterbösen Trashmovies der 70er bei dem unterschiedlichste Kontrahenten in ihren Flitzern quer durch die Staaten düsen und Punkte für das überfahren von Unbeteiligten sammeln. Für faschistische Nazis und tote Babys war man sich damals nicht zu schade, heute sind es nur noch die Knastinsassen und deren sexy Beifahrerinnen, deren Leben aufs Spiel gesetzt wird. Dabei durchfahren die Kontrahenten des „Death Race“ einen überschaubaren Pakur auf einer Gefängnisinsel alla „Alcatras“, ihre hochgetunten und schwer bewaffneten Rostlauben erinnern dabei stark an die Modelle aus MAD MAX. Das Ziel ist es, das Rennen als erster zu beenden und die Attacken der Mitstreiter möglichst heil zu überstehen sowie bei Bedarf zurückzuschlagen.

Auftakt für die gesamte Palette der heutzutage machbaren Autostunts. In DEATH RACE fliegen ordentlich die Blechfetzen, es wird geschossen, explodiert und überschlagen was das Zeug hält, alles natürlich schön dynamisch im Schnittgewitter zusammengecuttet und mit irgendwelchem heftig klingenden Soundtrackgedudel untermalt. Obwohl die Action kaum nachlässt, geht dem Streifen erstaunlich schnell die Puste aus, was eindeutig an den eintönigen Rennetappen liegt: immer gleiche Strecke, immer gleiche Waffen und wen wundert’s, immer gleiche Stunts. Die Action bietet kaum Abwechslung und ödet irgendwann genauso an, wie die langweiligen Zwischenszenen, in denen sich um Plot und Handlung bemüht wird. Es versteht sich von selbst, dass sämtliche Charaktere kaum die Dimensionalität eines seelenlosen Stahlbolzens überschreiten.

Einziger Lichtblick ist die Gefängnisdirektorin, unterkühlt gespielt von Juan Allen, die als einzige weibliche Darstellerin ein bisschen Qualität in die Runde aus kernigen Kerlen und lasziven Schlampen bringt, auch wenn sie chronisch unterfordert bleibt und man sich getrost fragen darf, was sie eigentlich in so einem Film zu suchen hat. Ihr skrupelloses Handeln, um die Einschaltquoten von „Death Race“ zu steigern, lässt außerdem ein wenig unterschwellige Medienkritik alla RUNNING MAN interpretieren, was aber dermaßen marginal ist, dass sich allein aus diesem Grund ein anschauen nicht lohnen würde.

Was bleibt sind alberne Klischeefiguren in einer martialischen Autoschlacht und mitten drin Jason Statham, der auch schon mal sympathischer rüberkam. Die FSK18 rechtfertigt der Film übrigens nur durch eine einzige plump inszenierte Splatterszene von zwei Sekunden, die jeder 80er Jahre Horrorfilm locker überbieten könnte und erst recht das 70er Original.

Autor: André

Der Mann, Der Niemals Lebte

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 03.12.2008 von André

„Schatz, es ist sechs Uhr morgens.“ – „Ich rette grade die Zivilisation Liebling.“

9/11 ist sieben Jahre her, der „Kampf gegen den Terror“ nach wie vor präsent und immer gut für einen Thriller, dachte sich auch Ridley Scott und verfilmte ein Spiel der Macht und Manipulation zum aktuellen Weltgeschehen, ein Kräftemessen zwischen Ost und West, basierend auf dem Roman des renommierten Politjournalisten David Ignatius. Kein Meilenstein aber gut gespielt und spannend inszeniert.

Die Story dreht sich um CIA Top-Agent Ferris (Leonardo DiCaprio) der vor Ort im nahen Osten ermittelt. Ferris spricht fließend Arabisch und versteht sich wie kein anderer auf die muslimischen Sitten, Gebräuche und Kultur. Er arbeitet effizient, ist integer und loyal, sein Vorgesetzter Hoffmann (Russell Crowe) hingegen ist ein unsympathischer Geselle. Ungepflegt, schlampig, untersetzt und undurchsichtig, sitzt er Daheim in den Staaten und gibt Ferris per Headset Anweisungen. Aktuell macht dem CIA ein neuer Führer des Terrors sorgen, Ferris soll dessen Organisation infiltrieren und in Zusammenarbeit mit dem jordanischen Geheimdienst, die aktuelle Bedrohung ausschalten…

Glücklicherweise ist Scott in diesem Film weniger auf das US-Militär und dessen Zustimmung in Sachen Filminhalt und Darstellungsform angewiesen, als zuletzt bei BLACK HAWK DOWN. Dadurch kann er ein deutlich kritischeres und facettenreicheres Bild der US-Regierung und deren Politik, den nahen Osten betreffend, zeichnen. Besonders in der Figur des Ed Hoffmann, glänzend gespielt von Russell Crowe, und seinem dekadenten, arroganten und überheblichen Auftreten, versteckt sich viel unterschwellige Kritik an der westlichen Einstellung, den nahen Osten zur Terrorzone zu erklären und ihn als primitive Brutstätte des Bösen zu verteufelt. Kein Zufall auch, dass sich Agent Ferris in seinem Einsatzgebiet sehr heimisch füllt; sein Interesse für die Kultur und Sprache der Muslime hat nicht nur berufliche Gründen und auch seine Romanze mit einer Einheimischen zeigen seinen Respekt und seine Zuneigung zur Islamischen Welt.

„Niemand ist unschuldig in diesem ganzen Mist.“ lautet die zentrale und immer wieder gern zitierte Botschaft dieses Thrillers. Im ewigen Wettstreit um Macht, Anerkennung und Geld verschwimmen die Grenzen zwischen Recht und Unrecht, Gut und Böse. Jeder ist nur auf seinen Vorteil bedacht und versucht den anderen auszuspielen, ein Teufelskreis der keinen Frieden bringt, Stagnation, statt Fortschritt. Abgesehen von diesen Botschaften und Inhalten bietet der Film wenig nennenswertes, die Geschichte ist spannend, die Figuren interessant und doch…nichts Neues im Osten.

Ein irgendwie vertrautes und bedrückendes Szenario, welches keine neuen Erkenntnisse oder Überraschungen bietet und dennoch unterhält, dafür sorgen die Darsteller und die einwandfreie Inszenierung, die immer sachlich und präzise wirkt, manchmal beobachtend, manchmal mittendrin. Es wird viel geredet, ab und an werden die Gespräche durch ein paar heftige Schießereien und/oder Explosionen unterbrochen, auch hier gekonnte und doch vertraute Inszenierung. DiCaprio macht seine Sache gut, Crowe bleibt auch weiterhin Scotts Ass im Ärmel.

DER MANN, DER NIEMALS LEBTE, ein spannender Thriller mit interessanten Sichtweisen und Ansätzen, aber ohne erhellende Momente, die einen das Gesamtbild der Situation im nahen Osten, stärker erfassen oder näher verstehen ließen. Filmisch routiniert, aber gut und sachlich umgesetzt und toll gespielt.

Autor: André