erster Trailer von WOLVERINE

Abgelegt unter: Filme am 17.12.2008 von André

Sach mah, bin ich eigentlich der Einzige, der findet, dass der erste Trailer zu “X-Men Origins: Wolverine” voll SCHEIßE aussieht???

Total typisches Popcornkino mit völlig überzogenen Effekten und gefaketen Stunts. Eine Bereicherung für das X-Men Universum kann darin nicht erkennen, aber die größte Enttäuschung ist ja wohl der erste Blick auf Gambit, den hätte ich ohne seinen Kampfstab überhaupt nicht erkannt…nee ich bin überhaupt nicht begeistert.

“X-Men Origins: Wolverine” startet bei uns am 30. April in den Kinos.

Autor: André

Transsiberian

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 17.12.2008 von André

„Wenn du all meine Dämonen tötest, sterben vielleicht auch meine Engel.“

Ein Krimiabend der klassischen Art, so oder ähnlich empfiehlt sich ein Kinobesuch von TRANSSIBERIAN. Der neue Thriller von Brad Anderson gibt sich eigentlich zu unspektakulär um  Kinoniveau zu erreichen, punktet aber durch seine charmante, klassische Inszenierung und komplexe Charaktere.

Das Samariter-Ehepaar Roy (Woody Harrelson) und Jessie (Emily Mortimer) hat grade ein Hilfsprojekt in China beendet und begibt sich nun auf den Heimweg in die Staaten. Da Roy ein Eisenbahnfan ist, nehmen die beiden für die Reise von Peking zum Moskauer Flughafen den Transsibirischen Express. Die einwöchige Reise soll ein wildromantischer Trip werden, bei dem Jessie ihrer Hobbyfotographie nachgehen kann, während Roy die Eisenbahn bewundert. Die beiden teilen sich ihr Zugabteil mit einem anderen Pärchen, Carlos (Eduardo Noriego) und Abby (Kate Mata), zwei Rucksacktouristen, die ebenfalls die eisige Steppe Sibiriens genießen wollen. Noch ahnen Roy und Jessie nicht, dass ihre etwas seltsamen Mitreisenden mehr im Schilde führen, als es den Anschein hat und als Roy dann auch noch plötzlich verschwindet und Carlos sich an Jessie heranmacht, eskaliert die Situation…

Obwohl Handlung und Dramaturgie sich in TRANSSIBERIAN nicht grade besonders innovativ gestalten, handelt es sich dennoch um einen solide, spannenden Thriller. Ein Grund dafür ist mit Sicherheit der klassische Schauplatz „Eisenbahn“; stets in Bewegung und doch statisch und beengt, ist dieses ständig fortlaufende und von der Außenwelt isolierte Transportmittel, durch seine gleichsam, faszinierende und bedrohliche Atmosphäre, wie geschaffen für einen Krimi. Hinzu kommt, dass sich die Inszenierung des Films, im besten Sinne, klassisch verhält und den Darsteller viel Platz zum entfalten lässt, was man schon an der ungewöhnlich langen Einleitung spürt, bei der alle Charaktere mit viel Ruhe und Sorgfalt eingeführt werden.

Weiterhin ist zu beobachten, dass sich der Film weniger an seinen bekannten Stars: Woody Harrelson oder Ben Kingsley orientiert – der als reisender Inspektor, etwas später im Verlauf des Films dazu stößt – sondern sich voll und ganz auf Emily Mortimer verlässt. Ihr Charakter Jessie ist mitunter der interessanteste des Films und das nicht nur, weil Mortimer den gesamten Konflikt quasi im Alleingang bewältigen muss, was ihr sehr ausdruckstark und facettenreich gelingt, sondern weil ihre Figur eine fast mystische Aura besitzt und sich in ihrem Inneren mehr zu verbergen scheint, als ihr zierliches, verhalten-erotisches Äußeres vermuten lässt.

Mitunter kann man behaupten, dass sich die Charaktere in TRANSSIBERIAN viel komplexer und interessanter Zusammensätzen, als die eigentliche Geschichte. Ihre Beziehungen zueinander, ihre Träume, ihre Vergangenheit, all das wird sehr genau beleuchtet und ist vielleicht der beste Schachzug von Regisseur Anderson, weil es die Figuren in seinem Krimi sind, die den Zuschauer bei der Stange halten und die zweitklassigen Thrillerelemente, samt der bestenfalls standardisierten Kriminalgeschichte vergessen machen.

Echte Thrillerfans seien also gewarnt, TRANSSIBERIAN hält wenig Spektakel bereit und wenn, dann meint man solches auch schon mal gesehen zu haben. Die durchaus packende Atmosphäre und klassische Inszenierung sorgen dennoch für solide Spannung. Was den Film aber tatsächlich vor einem B-Movie Status bewahrt, ist die intensive Auseinandersetzung mit seine Charakteren und deren komplexe Zeichnungen, die TRANSSIBERIAN nur als zweitklassigen Thriller aber als erstklassiges Drama ausweisen.

Autor: André

Wolverine macht Euch den Oscar

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn... am 13.12.2008 von André

Holy Fuck!!! Ich hielt das ja fürn Scherz, aber es stimmt. Hugh  Jackman moderiert am 22. Februar  die  81ste Verleihung der Academy Awards  in Los Angeles.

Nachdem die Einschaltquoten und das Interesse am Oscar jährlich gesunken sind, haben sich die Initiatoren für ein völlig neues Konzept entschieden und sämtliche Posten von Regie, über Moderator, bis hin zum Musikkomponisten, neu besetzt. Somit erwartet uns also eine völlig neuartige, nie dagewesene Oscargala, vielleicht mit Liveschalte zur I.S.S., wo Jack Nicholson, verkleidet als Darth Vader, den Oscar für sein Lebenswerk entgegen nimmt, überreicht aus dem Spaceshuttle von Barack Obama…man weis ja nie, ich bin gespannt.

Autor: André

Trailer zu $9.99

Abgelegt unter: Filme am 09.12.2008 von André

Richtig abgefahrener Trailer zum australischen oldschool Animationsfilm  $9.99.

Der Film bassiert auf einer Novelle von Etgar Keret – wer immer das sein mag – und  scheint auf diversen Filmfestspielen sehr beliebt zu sein…ich bleib mal dran.

Autor: André

Willkommen bei den Sch’tis

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 08.12.2008 von André

„Braunkack, Zipfel, Häääh!!!“

Die Franzosen kürten ihn zu ihrem erfolgreichsten Heimatfilm seit aller Zeit, derweil beschert BIENVENUE CHEZ LES CH’TIS auch hierzulande den Programm- und Arthousekinos wahre Besucherscharen und treibt endlich wieder Gelder in die sonst so knappen Kassen dieser, am Existenzminimum rumkrebsenden, Lichtspielhäuser. Gleichzeitig entlarvt der Erfolg dieser, gut gemeinten, 08/15 Komödie, den hiesigen Arthousebesucher, aber auch als kleinbürgerlichen, konservativen, mittelständigen Spießer, denn wie sonst könnte man sich über diesen kleinen, banalen und albernen Film überhaupt amüsieren? Möglicherweise könnte man den „Schwarzen Peter“ auch den, sonst so seriösen, Gazetten und ihren Feuilletonartikeln zuschieben, die WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS als „Überraschungserfolg“ feiern und in den Olymp hypen, auf das jeder, der dies nur halbwegs ernst nimmt, in diesen Film rennt und ihn gut findet, weil das alle tun…versteht sich.

Wie dem auch sei, Tatsache bleibt, dass WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS weder neu, noch besonders innovativ oder einfach nur über die Masse unterhaltend ist, auch wenn sich der Film lediglich zum Ziel setzt, sein Publikum ein wenig zu erheitern. Das beginnt schon damit, dass es sich bei dem Film um einen interkulturellen, französischen Insider handelt, den man krampfhaft bemüht, einem internationalen Publikum verständlich zu machen. Die Handlung dreht sich nämlich um einen leitenden Postbeamten, der in die französische Region „Nord-Pas de Calais“ zwangsversetzt wird. Diese Region ist für die Franzosen gleichbedeutend mit der Hölle: Es ist kalt und ungastlich. Die Einwohner dort sind unkultiviert und irgendwo auf dem mittelalterlichen Entwicklungsstand hängen geblieben, außerdem sprechen sie einen völlig unverständlichen, fürchterlichen Dialekt, das sog. „Sch’ti“, welches in der deutschen Synchronisation, in eine albern klingende Fantasiesprache übersetzt wurde.

Beinahe unnötig zu erwähnen, dass einem das dämliche Fantasiegebrabbel schon nach kurzer Zeit sämtliche Nervenenden sprengt, da hilft auch kein Christoph Maria Herbst mehr, weil auch sonst nichts auf der Leinwand passiert, weshalb es Sinn machen sollte, der durchschaubaren Handlung, samt ihrer fadenscheinigen Botschaft; für mehr Nächstenliebe und weniger Vorurteile, zu folgen,  noch den eindimensionalen sowie langweilig agierenden und teils äußerst unsympathischen, Charakteren bei ihren grenzdebilen Albernheiten zuzuschauen.

Mal im Ernst, wer lacht den heut noch über besoffen agierende Darsteller, beim Rad fahren? oder über hinterfotzige Schwiegerdrachen und homophobe Postbeamte, die sich versehendlich vor einem Dessougeschäft verstecken??? RICHTIG! Spießer tun das; urkonservative, kleinbürgerliche, den traditionellen Werten hinterher trauernde Spießer, die, die letzten fünfzig Jahre Aufklärung irgendwie verpennt haben und mit unserer heutigen multikulturellen, globalisierenden, schnelllebigen Gesellschaft, nicht mithalten können oder wollen.

Das die ganzen vorgefertigten Meinungen, über die nördlichste aller französischen Regionen, nur ausgemachter Unsinn sein könnten. Das die dortigen Einwohner eigentlich ein ganz netter Haufen, lustig quatschender, Dörflies sind. Das käme solchen Leuten gar nicht in den Sinn, das „überrascht“ sie und das finden sie lustig und unterhaltsam, weil es sich ihrem Niveau anpasst und auf uralte Art und Weise einer „fremden“ Kultur näher bringt. Für ein solches Publikum scheint ein unspektakulärer Film wie WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS wie geschaffen, denn er ist einfach, altmodisch, konservativ und beschränkt sein überschaubares Universum auf ein paar lächerlich anmutende Konflikte, die modernere Werke bin in zwanzig Minuten abhandeln könnten. Dem sonst so anspruchsvollen und niveauverwöhnten Arthousepublikum und über zwanzig Millionen Franzosen, scheint das zu gefallen und Regisseur und Drehbuchschreiber sowie Nebenrollenbesetzung Dany Boon, sei der Erfolg selbstverständlich gegönnt, und den kleinen Lichtspielhäusern natürlich auch ihre Einnahmen.

Das alles darf aber nicht über den Fakt hinwegtäuschen, dass WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS eben kein besonders sehenswertes Stück Zelluloid abgibt, sondern nichts weiter ist, als ein unspektakulärer, spießbürgerlicher, beschränkter, kleiner Heimatfilm aus Frankreich, der kaum eine höhere Bedeutung als der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten, DER SCHUH DES MANITU, erreicht. Insofern haben uns die Franzmännern also nichts voraus und diese Erkenntnis ist auch schon das Einzige, was mich nach diesem Film ein wenig schmunzeln lässt. Wohin uns das alles führen wird, ist schon wieder eine andere Frage.

Autor: André

Max Payne

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 03.12.2008 von André

„Eine Armee von Toten liegt in diesem Fluss, Kriminelle die mich als einen von Ihren willkommen heißen…Ein Fehler der leicht passieren kann.“

Der Milliardenindustrie Hollywood ist ja bekanntlich kein noch so simples Konzept für das „schnelle Geld“ zu schade. Klar, dass da, auf der Suche nach schnell runterzufilmenden Stoffen, neben Comics, halbgaren Trendromanen und lieblosen Remakes, auch mal das ein oder andere kommerziell erfolgreiche Videospiel als Filmvorlage herhalten muss. Im Zuge dessen sind über die Jahre eine ganze Reihe, mal mehr mal weniger erfolgreiche, Streifen entstanden. Unter ihnen so filmische Perlen wie: TOMB RAIDER, RESIDENT EVIL, DOOM oder HITMAN. Das sich keiner dieser Filme durch seine überragende Qualität oder künstlerische Leistung definiert, lässt im Falle der neusten Gameverfilmung MAX PAYNE schon vermuten, dass es sich hierbei um keine cineastische Offenbarung handeln kann.

Der ausrangierte Cop Max Payne (Mark Walberg) leidet bitter unter der Ermordung seiner noch jungen Familie. Drei Jahre harte Ermittlungen liefen ins Leere und seit der Fall eingestellt wurde, muss Max im Alleingang einer kalten Spur nachjagen. Erst das Auftauchen einiger übel zugerichteter Mordopfer wirft ein neues Licht auf den Fall und stellt eine Verbindung zu einer mysteriösen Szenedroge her. Die Spur führt zu einem großen Pharmakonzern, bei dem auch Max ermordete Frau beschäftigt war…     

Die größte Enttäuschung für Fans des Videospiels dürfte sein, dass MAX PAYNE erstaunlich wenig Action enthält und sich Anstelle dessen viel mehr auf seine dünne und sehr durchschaubare Kriminalgeschichte konzentriert. Die Folge ist ein unheimlich zähflüssiger Actionthriller, der niemals volle Fahrt aufnimmt, sondern stetig vor sich hin blubbert und sein, größtenteils, gelangweiltes Publikum nur mit ein paar, sparsam gestreuten, aufwändig durchgestylten Bildern bei Laune hallt. Der, primär auf Bleihagel konzentrierten Gamevorlage, wird der Film jedoch zu keinem Zeitpunkt gerecht, bedient sich dafür aber einer bunten Mischung aus Neo-Noir-, Comic- und Videospielelementen, um eine düster-coole und bedrückende Stimmung zu erzeugen. Diese ist leider nur oberflächlicher Natur, weil das Drehbuch ein Verständnis für die Charaktere und dessen Gefühlslagen einfach mal frech voraussetzt, anstatt sich zu bemühen, diese groß und breit zu erklären.

Keine guten Vorrausetzungen für Mark Walberg, der dieses Jahr somit schon zum zweiten Mal eher negativ auffällt. In MAX PAYNE genügt Regisseur John Moore scheinbar ein einziger Gesichtsausdruck von Walberg, um Paynes gesamtes Spektrum des Leids zu definieren, aber er steht nicht alleine da, denn seine Mitstreiter Beau Bridges und Mila Kunis bleiben ähnlich eindimensionale Figuren. Überhaupt bedient man sich in Sachen Charaktere, eines sehr simplen Klischee-Überzeichnungskonzepts, bei dem schon durch die äußere Erscheinung deutlich wird, in welche Schublade die Person auf der Leinwand zu stecken ist.

Ein weiterer Schwachpunkt ist die Story, die zieht sich wie Kaugummi und muss immer wieder in unnötige Subplots abdriften, um die knapp 100Min. Laufzeit vollzukriegen. Nebenher hat man den simplen Crimeplot nach dem Vorstellen aller Figuren sofort durchschaut und muss dann beobachten, dass der gute Max eine ziemlich lange Leitung zu haben scheint, was das lösen von Kriminalfällen und das einschätzen von Mitmenschen angeht.

Das wäre ja alles gar nicht so schlimm gewesen, wenn es dafür wenigstens ordentlich Action gehagelt hätte. Die bleibt aber, wie eingangs erwähnt, ziemlich mager und bedient sich keiner großen Mätzchen, sondern nur dem bewehrten Standard und einigen extrem lang gezogenen Endloszeitlupen, die zum Glück sparsam ausfallen, aber erstaunlich unspektakulär wirken. Im großen Finalduell, Held gegen Bösewicht, genügt, sage und schreibe, ein einziger Schuss, um die Situation zu klären, da durfte man sich deutlich mehr erhoffen.

Gibt es vielleicht auch, denn die Szene nach dem Abspann leitet eine Fortsetzung ein, die dann bitte ein bisschen spektakulärer ausfallen darf, als dieses enorm durchschnittliche Filmdebüt von MAX PAYNE.  

Autor: André

Naked Weapon

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 02.12.2008 von Sven

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Silent Hill

Inhalt: Charlene (Maggie Q), Katt (Anya) und Jing (Jewel Lee), drei ebenso bildhübsche wie wohlhabende junge Damen, jetten durch die schönsten Städte der Welt und treffen einflußreiche, mächtige Männer – um ihnen auf phantasievollste Weise den Garaus zu machen. Seit ihrem 13. Lebensjahr erbarmungslos zu Killermaschinen der höchsten Leistungsklasse gedrillt, verführt und terminiert das tödliche Trio so lautlos, blitzschnell und gründlich, daß nicht einmal das organisierte Verbrechen, geschweige denn die geballte Polizeimacht bislang ihren Fährten folgen konnte.

Nur der junge CIA-Agent Jack Chan (Daniel Wu) kennt die Identität von Charlene. Chan aber schweigt, denn er hat sich in die todbringende Schönheit verliebt. Für Charlenes Chefin Madame M (Almen Wong Pui-Ha) ist jede Gefühlsregung gleichbedeutend mit Verrat, und ein Cop kommt ihr schon gar nicht in den Dunstkreis. Nun muß sich Charlene entscheiden: Für Chan oder ihre mörderische Familie… (Pressetext: Media Asia Films)

Kritik: So etwa um die Jahrtausendwende herum feierten, vor allem bei den Produktionen aus Hong Kong, die späten 70er und frühren 80er Jahre, mit ihrer rohen Mentalität der damaligen Knüppler und “Hau Drauf”, kurzum Eastern-Filme, ein kleines und auch relativ zügig wieder verflogenes, dafür aber fast durchgängig spürbares Revival, insbesondere auch innerhalb der örtlich gedrehten Actioner. Die Kampfszenen und Choreografien wurden wieder ein wenig härter und blutiger, oftmals auch wieder gewagter und virtuoser.

Man richtete für kurze Zeit im Land der aufgehenden Sonne, seinen Fokus wieder, zumindest was die reine Action angeht, auf altbewärtes und es entstanden dabei auch recht anschauliche Werke wie Ang Lees “Crouching Tiger, Hidden Dragon”, Zhang Yimous “Hero” oder Lau Wai-keungs und Mak Siu Fais “Infernal Affairs”, dessen Drehbuch dann ja 2006 für Martin Scorseses gebündeltes 4er Kombo Starpowerpaket, bestehend aus Jack Nicholson, Leonardo DiCaprio, Mark Wahlberg und Matt Damon in “The Departed” herhalten musste.

Diese kurze Initialzündung, dessen Druckwelle allerdings so enorm war, das Sie nach jahrelanger Flaute den asiatischen Film auch wieder in die europäischen und amerikanischen Kinos spülen ließ, (“Crouching Tiger, Hidden Dragon” war für 10 Oscars nominiert und gewann davon 4!) ebnetete, so kann man vielleicht sogar sagen, auch erst gerade den Weg für andere, kleinere aber dafür wirklich erstklassige Produktionen auf den internationalen Markt, wie z.B. jene von Wong Kar Wai, verantwortlich u.a. für solch feine Meisterwerke wie “In the Mood for Love” oder dessen loses Sequel “2046″, die wohl auch erst nach dem Millenium hierzulande wirklich Gehör finden konnten, weil vorher schlichtweg die ausländische Distribution asiatischer Filme nur mangelhaft betrieben wurde bzw. überhaupt erst betrieben werden konnte, da kaum eine Nachfrage hierzu herrschte. Das asiatische Kino entdeckte sich dann, nach diesen jüngtsen Erfolgen, gänzlich neu, wurde experimenteller und spielfreudiger und das in einem schier rasanten Tempo.

Umso mehr schmerzt es dann, wenn solch totale Rohrkrepierer, wie der hier zu besprechende “Naked Weapon”, dieses allgemein doch wirklich unterhaltsame und Erfolg versprechende neue Image des asiatischen Films, verzerren und einen üblen Nachgeschmack beim Zuschauer hinterlassen.

Ich würde gerne einmal einen ruhigen Abend mit Autor und Produzenten Wong Jing und Regisseur Ching Siu-Tung verbringen, nur um herausfinden zu können, was diese beiden geritten haben muss als Sie mit der Produktion des besagten Films begannen und ob Sie wirklich glücklich mit ihrer beiden Leben sind. Ob Sie nicht jeden Abend von Alpträume heimgesucht werden, für dieses Verbrechen an der Menscheit das die beiden hier produziert haben, für den Genocid etlicher unschuldiger Hirnzellen des Zuschauers und ob Sie nicht vielleicht schonmal darüber nachgedacht habe, das der Suizid in manchen Fällen sehr wohl eine sinnvolle Alternative darstellen kann.

“Naked Weapon” ist einfach auf ganzer Linie unerträglich miserabel und eigentlich eine grobe Beleidigung, ja fast schon ein tätlicher Angriff an den Verstand und die Intelligenz eines jeden Zuschauers. Regie, Drehbuch und sogar das Schauspiel, trotz Maggie Q in der Leading Role, sind einfach unterstes, geradezu Tiefseeartiges Niveau und sowohl Lieb- und Einfallslos, schlecht durchdacht und geradezu durchlöchert mit riesigen, schrotflintenartigen Plotholes, wirken einfach größtenteils unbeholfen und auf gesamter Spieldauer schlicht dilletantisch. Um es mit Oliver Kalkofes groben Worten zu verdeutlichen: Wäre dieser Film ein Pferd, man hätte es vermutlich längst erschossen!

“Dünn” ist gar kein Begriff mehr, wenn man über die Story sprechen will! “Katastrophal” ist als Beschreibung hinfällig sobald man über die “Leistungen” der Regie und der Schauspieler reden will! Und “Grenzdebil” ist die mindeste Bezeichnung für so manchen Dialog der in diesem Streifen fällt! Wer diesen Film ohne Hirnblutungen übersteht, dem wird empfohlen sich danach selbst mit einer Axt oder einem anderen scharfen Gegenstand frei nach Wahl, ein eigenes Körperteil abzuhacken/abzusägen/zu picksen, nur um zu überprüfen ob wenigstens die rudimentären Grundfunktionen des Großhirns, wie eine simple Wahrnehmung von Schmerz, noch intakt sind.

Eigentlich erfreulich für die asiatische Filmbrange dürfte ja die Tatsache sein, dass das oben aufgeführte Beispiel von “The Departed” mittlerweile keine Seltenheit mehr ist, und fernöstliche Filmideen in den letzten Jahren zuhauf von Hollywood adaptiert wurden. Doch “Naked Weapon” verkehrt genau andersherum: Er klaubt sich seine Plot- und Szenenfetzen bei großen Vorbildern zusammen, verwurstet das ganze dann zu einem eigenen, allerdings kümmerlichen und ganz und gar ungeniessbaren Brei, und serviert diese genauso armselige wie auch rotzfreche Kopie dann schlußendlich dem Zuschauer.

So wird sich der geneigte Rezipient relativ schnell an Filme wie “Battle Royal”, “The Killer”, “Léon – Der Profi” oder “Nikita” erinnert fühlen, wenn z.B. das Casting der durch Madame M gekidnappten Mädchen in einem Cage-Fight gipfelt, an dessem Ende laut Regel nur eine einzelne als Überlebende hervorgehen darf, oder aber Katherine bei der Flucht eine Betonwand mit einem Vorschlaghammer niederreißt und Sie ihre Kollegin Charlene in einer wirklich herzzerreißenden Szene (sic!) durch das freigelegte Loch entlässt und dieser dann verspricht bald nachzukommen und Sie nicht im Stich zu lassen!

Der dreckige Rest der nicht geklauten Ideen im Film, wirkt allerdings dann im Vergleich, vielleicht auch gerade deswegen, weil es eben anscheinend dann noch nicht einmal mehr etwas gutes, für das schlecht zu kopieren gab, noch sinnfreier und noch mehr bodensatz-sätziger als die noch oben genannten Plagiatsversuche!

Da wären zum einen das Wegfallen oder je nach Plotabschnitt das gerne auch ebenfalls so häufig angewendete “Einfach-wieder-aus-dem
-Nichts-Hervorholen-weil-die-Story-es-Jetzt-gerade-wieder-benötigt” von kompletten charakterlicher Motivationsgründe (sogar mehrfach innerhalb einer einzigen Szene!), die sich im Sande verlaufenden McGuffins die das Szenario vorantreiben sollen, die gänzlich hirnrissige und an den Haaren herbeigezogene Einführung eines Endgegners und der damit verbundenen Erzwingung eines geradezu brechreichzerregend umgesetzten Showdowns, oder aber auch zu guter Letzt das Fehlen jeglicher Glaubhaftigkeit seitens der Charaktere wenn z.B. Madame M die Mädchen seit ihrer Kindheit gefangengehält, Sie bis zum sowohl physischen als auch psychischen Zusammenbruch kaputtdrillt und Sie schlußendlich sogar noch von den hauseigenen Söldnern unter eigener Beobachtung (Und anscheinend auch eigener Genugtuung) vergewaltigen lässt, direkt im Anschluss aber die ehemals Gepeinigten fröhlich und munter unter ihren Kommando reienweise die Gangsterbosse dieser Welt umnieten ohne dabei jemals wieder an die Vergangenheit zu denken, oder gar Rachegedanken zu hegen.

Das bei so viel Bullshit im Script, den Darstellern auch nicht gerade mehr die Wahl gelassen wurde (Ganz arg schlimm hat es hierbei Daniel Wu als Agent Jack Chan getroffen!) lässt sich zwar auch irgendwie nachvollziehen, jedoch selbst mit diesem Hintergrund vor Augen wirkt alles dargebotene seitens der Schauspieler dennoch ziemlich blamabel und gehört augenschleinlich eher unter der Kategorie “Peinlich” abgeheftet. Und daran ist diesmal, zumindest so wie ich es von hier aus einschätze, ich kann leider aber auch kein Kantonesisch um es wirklich zu überprüfen, sogar noch nicht einmal wirklich die deutsche Synchro dran Schuld.

Wie Maggie Q es mit diesem Machwerk in ihrer Actress-Reel, dann doch noch in Hollywoodproduktionen alá “Mission: Impossible III” oder “Stirb Langsam 4.o” geschafft hat, bleibt mir vermutlich auf Ewig ein Rätsel. Ein knackiger Hintern und hübsch lange Beine, könnten natürlich das Motiv sein, aber ich will hier ja auch niemanden etwas unterstellen, nicht wahr?

Den einzigen wirklich weit, weit, weeeeeeeeeit entfernten Silberstreifen am Horizont dieses Films, bieten hierbei die, zumindest ganz zu Anfang, rund, flüssig und zumindest halbwegs durchdacht wirkenden Kampfchoreografien, welche sich, den in der Einleitung hier bereits erläuterten damaligen allgemeinen Hype im asiatischen Film, anschließen und sich an den harten Choreos der 70er und 80er Jahre, wie z.B. jene alá “Lady Snowblood” oder John Woos “City Wolf” und “City Wolf II” orientieren, aber bis auf die Eröffnungsszene, welche sich dann aber auch wieder eher an Luc Bessons “Nikita” von 1990 richtet, niemals wirklich die Klasse und den Stil dahinter zu erreichen vermögen.

Da die Kampfchoreografien ebenfalls von Ching Siu-Tung, der ja hier auch die Regie übernahm, ausgedeixelt wurden, rate ich hiermit dem Mann, welcher laut IMDB am Set wohl schon so ziemlich überall mal versucht hat seine schmierigen Pfoten dranzuheften, sei es nun als Regisseur, Schauspieler oder auch Stuntman, doch mal ernsthaft darüber nachzudenken sich vielleicht eben nur noch explezit in genau dieser Sparte herumzutreiben. Das er wenigstens das kann, nämlich anscheinend gute Choreos abliefern, zeigt dann ja auch wiederrum die Tatsache, das er hierfür bei Filmen wie “House of Flying Daggers” oder eben auch sogar “Hero” und “The Killer” mit an Bord geholt wurde.

Bei unseren Drehbuchautoren und gleichzeitig auch Produzenten Wong Jing sehe ich allerdings da schon eher ziemlich schwarz. Wer an solch äußerst dubios anwirkenden Titeln wie “Raped by an Angel 3: Sexual Fantasy of the Chief Executive”, “Raped by an Angel 4: The Raper’s Union” oder aber auch “Girl with the Diamond Slipper” (hübsch!) mitgewirkt hat, der sollte dann doch besser nochmal gründlich über seine Karriere im “Film”-Buisness nachdenken.

Und um mich nun doch noch zumindest ein ganz klein wenig versöhnlich mit dem Film zu stimmen: Die Kamera von Choi Sung Fai hat zwar im Großen und Ganzen auch nur eher die Basics abgehandelt, sich aber zumindest in ein bis zwei winzigen Szenen bzw. Einstellungen getraut, auch mal etwas, zwar nicht wirklich neues, aber zumindest aus dem sonstigen Einheitsbrei hervorstechendes, zu produzieren.

Fazit: “Naked Weapon”würde man wohl heutzutage in der Jugend und Chatsprache als einen “Epic Fail” bezeichnen. Einen Film wie diesen, wo wirklich einfach gar nichts zu stimmen scheint, die Grenzen zur Platt- und Dummheit nicht zu existieren scheinen und nach der Hälfte der Spielzeit das eigene Gehirn anfängt sich Mord- oder zumindest Selbstmordgedanken auszudenken und man langsam auch anfängt diese sogar als mögliche Lösung für die einem gerade verursachten Schmerzen wahrzunehmen, ja solch ein Film, dem wünsche ich nicht einmal meinem ergsten Feind an den Hals (Sorry André, das ich ihn dir empfohlen habe! ;-) ).

“Naked Weapon” funktioniert einfach ÜBER-HAUPT-NICHT! Selbst als trashiger Exploitationer würde er nicht mal ansatzweise durchgehen. Selbst hierfür würde er einfach weder genügend Härte noch genügend Sex bieten. Er besitzt etliche Hänger und riesige Plotholes, existenzielle Charaktereigenschaften und Beweggründe werden einfach nach belieben ausgetauscht oder fallengelassen, wie es gerade passt. Zum Ende verliert sich der Film in einen geradezu grotesk anmutenden und völlig an den Haaren herbeigezogenen Showdown, der den qualitativen Absturz ins Bodenlose nur noch unterstreicht.

Alle am Film Beteiligten sollten sich in eine Ecke stellen und dafür schämen, was Sie hier auf die Menscheit losgelassen haben! Und ich favorisiere dieses Prachtwerk an zeitgenössischer Cinephelie inzwischen zu meinen persönlichen Bottom 10, irgendwo zwischen “Silent Hill“, “Sweeney Todd“, “Fluch der Karibik III” und “Happy Go Lucky“. Der halbe Affe wurde lediglich aufgrund der ersten 1-2 Kampfchoreos und den, allerdings ausschließlich rein optisch, zumindest durchgängig glänzenden Darstellerinnen vergeben.

Autor: Sven