Five Friends Campaign

Abgelegt unter: Strandgut am 29.10.2008 von André

via: Moritz

Kritik geht nur vor der Tür

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn... am 27.10.2008 von André

NACHTRAG ZU: Ranicki sagt: “go f**k yourself.”

Nachdem Marcel Reich-Ranicki mit seiner Verweigerung der Annahme des Deutschen Fernsehpreises 2008 für sein Lebenswerk öffentlich Kritik an der Veranstaltung und am TV-Angebot in Deutschland übte, formulierte auch Heidenreich in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 12. Oktober 2008 eine scharfe Kritik. Dabei griff sie neben Thomas Gottschalk, dem Moderator des Gala-Abends, auch die Arbeit des Intendanten, des Programmdirektors und des Kulturdirektors des ZDF an. Die Preisverleihung selbst bezeichnete sie dabei als „kulturlos” und „armselige, grottendumme Veranstaltung“, Reich-Ranickis Reaktion und die Ablehnung des Preises dagegen als „Lichtblick“. Trotz erheblicher Gegenkritik aus der Senderführung legte sie in einem zweiten Artikel vom 19. Oktober 2008 noch einmal nach. Daraufhin beendete das ZDF am 23. Oktober 2008 die Zusammenarbeit mit Elke Heidenreich mit sofortiger Wirkung. Die beiden für dieses Jahr noch geplanten Ausgaben ihrer Sendung “Lesen!” würden nicht mehr produziert, teilte der Sender mit. Programmdirektor Thomas Bellut sagte: „[…] Frau Heidenreich [hat] […] das ZDF sowie einzelne seiner Mitarbeiter persönlich in nicht mehr hinzunehmender Weise öffentlich herabgesetzt“. 2009 beginnt Elke Heidenreich in der Verlagsgruppe Random House einen eigenen, auf Musik spezialisierten Verlag.

via. Wikipedia.de

Tja “Man beißt eben nicht in die Hand, die einen füttert“. Beim Öffentlich-Rechtlichen-Fernsehen ist nun mal kein Platz für Kritik – zumindest nicht wenn sie gegen die eigenen Sendeanstalten geht – sonst natürlich immer: ungefiltert, unverfälscht und absolut objektiv lieber GEZ-Gebührenzahler und Morgen kommt der Weihnachtsmann…übrigens, schon gezahlt.

Autor: André

Verregneter Herbstabende und DVDs

Abgelegt unter: Filme am 27.10.2008 von André

Der Herbst ist da, es wird schweinekalt draußen, die Kinosaison ist eröffnet. Wer an besonders verregneten Herbstabenden aber trotzdem lieber im mukelig warmen Zuhause bleiben möchte und sich darüber ärgert, dass in der Glotze – wie immer – mal wieder nur Scheißdreck läuft, dem rate ich schnell in die „Videothek nach Wahl“ zu flitzen und sich folgende Filme, zwecks Anschauung, aus zu leihen…es kann nicht schaden:

RUNNING WITH SCISSORS

Findet ihr im DVD-Regal unter dem dümmlichen Dt.Titel „KRASS“. Der Film ist eine abgedrehte Coming-out-of-Age Komödie über die durchgeknallte Jugend des Buchautors Augusten Burroughs, der nach persönlichen Erinnerungen den gleichnamige Roman verfasste. Im Film wird dieser, nach der Trennung seiner Eltern, von seiner manisch depressiven Mutter an deren, nicht minder gestörten Psychiater abgeschoben. Die eigentümlichen Therapiemethoden des Dr. Finch, spiegeln sich auch in seinen Patienten und der eigenen Familie wieder. Bald muss Augusten feststellen das der Doc so ziemlich jeden in seinem Umfeld emotional vermurkst hat...

Ein großes Pro ist die fantastische Besetzung mit Annette Bening, Brian Cox, Joseph Fiennes, Alec Baldwin, Gwyneth Paltrow und vielen mehr. Der Film hüpft immer wieder zwischen grotesker Komik und wahrhaftiger Tragik hin und her und spiegelt so wunderbar den schmalen Grad zwischen Glück und Leid wieder, untermalt mit einem sehr hörenswerten Soundtrack…wie geschaffen für den Herbst.

THE OH IN OHIO

Eine ziemlich lockere und unbekümmerte Komödie zu Thema Sex, die sich mit der Frigidität einer verzweifelten Geschäftsfrau und der sexuellen Frustration ihres Ehemannes und Highschool Lehrers auseinander setzt, dabei aber nie über die Maße provoziert und trotzdem nahezu alle Konstellationen von Sex mit Minderjährigen über Selbstbefriedigung und Lesbensex behandelt…

In den Hauptrollen Parker Poesy, Danny DeVito und Paul Rudd. Das Ganze ist trotz provokanter Themen herrlich ungezwungen verpackt und natürlich des Öfteren auch lustig, kein Geniestreich, aber überaus unterhaltsam und wenig verkehrt…eindeutige Empfehlung zur Ansicht im Originalton, da die deutsche Synchro ziemlich vermurkst wurde.

HALF NELSON

Ein beeindruckendes kleines Drama mit einem herausragenden Ryan Gosling. Dieser spielt einen jungen Middleschool Lehrer, der, trotz großer Ambitionen und Leidenschaft für den Beruf, in ein Vakuum geraten ist und diese Leere durch Drogenmissbrauch wieder aufzufüllen versucht. Die einzige Unterstützung findet er in einer seiner Schülerinnen, der stillen Drey, die selbst an einem Wendepunkt des Lebens steht und eine Entscheidung treffen muss…

Der Film wirkt stellenweise etwas langatmig, weil er eigentlich nicht viel passieren lässt, sondern nur seine Charaktere in einer unangenehmen Phase ihres Lebens portraitiert. Die natürliche Handkamera und die persönlichen Bilder, zusammen mit der großartigen darstellerischen Leistung, sorgen aber für einen ungezwungene und besonders dichte Atmosphäre, die einen förmlich aufsaugt…ein Geheimtipp.

INTERVIEW

Der Film ist ein Remake von und mit Steve Buscemi, dieser spielt einen Politjournalisten, der gegen seinen Willen ein Interview mit einer angesagten Jungschauspielerin führen soll. Seine offenkundige Geringschätzung ihrer Person, stößt bei dieser natürlich auf Ablehnung, dennoch landen die beiden im Appartment des Starlets und es beginnt ein verbales Psychospiel voller sexueller Spannung, Lust, Abscheu, Lügen und Wahrheiten...

Das Original stammt von dem niederländischen Regisseur Theo van Gogh, der 2004 von islamischen Fundamentalisten ermordet wurde. Drei seiner Filme werden nun durch Initiative seiner Freunde in den Staaten neu verfilmt. INTERVIEW ist der erste davon. Das Ganze ist natürlich ein Kammerspiel, wie geschaffen für die Theaterbühne, dabei weniger artifiziell, anspruchsvoll und dramatisch als der vergleichbare 1 MORD FÜR 2, dabei aber nicht minder sehenswert, besonders natürlich wegen seiner Darsteller Buscemi und Sienna Miller, die dank Buscemis Zurücknahme ganz groß aufspielen kann und das verbale Duell sichtlich genießt…Ein Film der sich ganz auf die Performance der Darsteller stützt und genau deshalb so fesselt. 

 

Autor: André

bald im Kino: ZACK AND MIRI…

Abgelegt unter: Filme am 26.10.2008 von André

Nun nachdem ich dieses witzige Poster gesehen habe, wird es höchste Zeit noch schnell den neuen Film von Kevin Smith – ZACK AND MIRI MAKE A PORNO – zu promoten. Der Titel macht es mir sehr einfach da er sich quasi selbst erklärt, nach dem Klick, gibt’s trotzdem noch den Trailer zu beäugen…

Gib mir den Rest! »

Krabat

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 16.10.2008 von André

„Alles hat seinen Preis.“

Ganz so schlecht wie ihr Ruf ist sie nun wirklich nicht, die Verfilmung des Fantasy-Jugendromans KRABAT von Autor Ottfried Pressler und sie als „billigen deutschen Trittbrettfahrer des POTTER-Hypes“ zu Vor-verurteilen ist mit Sicherheit unangebracht. Zum einen, weil der Film viel beseelter ist als unzählige andere Fantasyromanverfilmungen wie CHRONIKEN VON NARNIA, DER GOLDENE KOMPASS oder ganz aktuell TINTENHERZ. Und zum anderen, weil KRABAT sich nur sehr oberflächlich mit HARRY POTTER vergleichen lässt, beide sind Waisen und junge Zauberer, das war’s auch schon. Natürlich ist die Verwandtschaft mit HARRY POTTER nicht von der Hand zu weisen, für Harry, denn KRABAT wurde bereits 1971 veröffentlicht.

Den Vorwurf, den man der Adaption von Regisseur Marco Kreuzpainter aber machen kann, ist, dass sie viel zu spät kommt, so spät, dass KRABAT in der heutigen Filmwelt überhaupt nicht mehr auffallen kann, denn längst hat der große Bruder Hollywood die Fantasyfans verwöhnt und übersättigt mit kolossalen epischen Bildern von DER HERR DER RINGE und HARRY POTTER. Angesicht solcher Konkurrenz, kann KRABAT nur die kleinste Violine der Welt spielen lassen, ja, wie soll den auch ein so kleines düsteres Märchen, dessen Verfilmung mit einem Budget von 10 Millionen Euro – für deutsche Verhältnisse großzügig, aber im Vergleich mit der Konkurrenz natürlich lächerlich – überhaupt noch irgendwie Akzente setzen können???

Diese Frage konnten anscheinend weder Kreuzpainter noch Kameramann Daniel Gottschalk beantworten, denn ihrem Film sieht man die starke Orientierung an den großen Vorbildern an und das war schon der erste Fehler, weil KRABAT visuell nur viel unspektakulärer sein kann als der sich aufdrängende Vergleich eines POTTER-Films. Es gibt keine Fabelwesen, keine Burgmauern, keine spektakulären Zauberduelle, nur die alte Mühle, den Wald, ein bäuerliches Dorf und dunkle Zauberer, die sich in Raben verwandeln können – ein kleiner Effekt, der toll aussieht und in KRABAT zu einem Höhepunkt stilisiert wird, in einem POTTER-Film aber alle zwei Minuten im Hintergrund vonstatten geht – also was sollen visuelle Angleichungsversuche mit den Großen?!

Jetzt darf man mit der Optik auch nicht zu hart ins Gericht gehen, KRABAT ist atmosphärisch sehr dicht, düster, bedrohlich und magisch, es kommt durchaus Stimmung auf, auch dank des lautstarken Scores. Auch die – der Story wegen – sparsam dosierten Effekte sehen gut aus, da sind ein paar Abkupferungen hier und da durchaus verzeihlich.

Unverzeihlich sind hingegen viele erzählerische Mängel und langweilige oder hilflose Inszenierungen. Sehr häufig bedient sich der Film eines Voice-overs, um Handlungsabläufe zu straffen oder die Stimmungen gezeigte Charaktere zu definieren. Das ist erzählerisch schwach und zeugt von wenig Können und/oder Vertrauen in die eigenen Bilder, ein Film sollte seine Priorität stets auf die Bilder lenken, insbesondere eine Romanverfilmung, sonst kann man doch gleich das Buch lesen oder das Hörbuch hören, hier hätte man durchaus kreativer sein können, wie so manches mal in der Inszenierung, die doch arg standardisiert wirkt und nichts neues bietet. Zu den peinlichen Höhepunkten gehört eine Actionsequenz, bei der sich die jungen Zauberer mit berittenen Soldaten anlegen, billige Slow Mo Effekte alla MATRIX und hilflos hektisch geführte Wackelkamera sollen Spektakel erzeugen und wirken nur stümperhaft und kraftlos, Anzeichen deutlicher Überforderung von Regie und Kamera.

Auch Hauptdarsteller David Kross ist gradezu erschreckend eindimensional, zu häufig schleichen sich böse Anfängerfehler ein, die man Angesichts einer derart großen Produktion doch lieber hätte vermeiden sollen, vielleicht in dem man etwas erfahrenere Leute mit den wichtigen Aufgaben betraut hätte. Das sich dies lohnt sieht man am der übrigen Besetzung: Christian Redl, Robert Stadelober und Daniel Brühl tagen die Geschichte und springen da ein wo Regie und Hauptdarsteller versagen.

Zuletzt sei da noch der Inhalt, sprich die Handlung, die orientiert sich stark am Roman und kommt ohne Längen und mit viel Spannung locker über kurzweilige zwei Stunden. Stark vernachlässigt wird nur die – eigentlich sehr wichtige – Liebesbeziehung zwischen Krabat und seinem Mädchen Kantorka, die als Basis dient um den Bann des dunklen Mühlenmeisters zu brechen. Ein wichtiger Punkt, der im Finale zum tragen kommt, jedoch zuvor kaum aufgebaut wurde und somit ziemlich kraftlos bleibt, schade für alle Romantiker.

Klingt nach vielen Abzügen, aber unterm Strich bleibt dennoch genug übrig um einen Kinobesuch zu Empfehlen, wenn man die Effektverwöhnten Gewohnheiten ans Genre zurückschraubt und mit einem schwachen Hauptdarsteller klar kommt. KRABAT weis zu unterhalten, baut eine starke Atmosphäre auf – die nur durch ein paar Stümper in der Inszenierung gestört wird – und ist als kleiner düsterer Märchenfilm im  Fantasygenre durchaus vertretbar…kein muss, aber auch keine Zeitverschwendung.

Autor: André

Ranicki sagt: “go f**k yourself.”

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn... am 16.10.2008 von André

Am vergangenen Samstag, etwa zu der Zeit, als der große Klitschko diese nigerianische Supernull im Boxring mürbe klopfte, um sich seinen Weltmeisterschaftstitel zurück zu hohlen und etwa zu der Zeit, als unsere Nationalelf die Russen putzte, während Kuranyi sich beleidigt vom Acker machte, um Tags darauf von Jogi die Papiere hinterhergeschickt zu bekommen, ja etwa zu der Zeit versammelte sich die deutsche Fernsehschickeria in Köln, zur alljährlichen Verleihung des „Deutschen Fernsehpreis“, um sich – gestiftet von den Intendanten der ARD, ZDF, RTL und SAT.1 – und ihr ach so „geniales“ Schaffen selbst zu beweihräuchern.

Die Kategorie „Ehrenpreis“ sollte in diesem Jahr einem ganz besondern Uhrgestein deutscher Fernsehgeschichte zu Teil werden, keinem geringern als dem berühmt berüchtigten Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki. Insbesondere sollte dabei seine dreizehnjährige Arbeit mit dem ZDF als Leiter der Sendung „Das literarische Quartett“ gewürdigt werden.

Da saß er nun also, der Marcel (88), vorne in der ersten Reihe und musste zwei Stunden langweilige Abendgala – unter der Leitung von Thomas Gottschalk – über sich ergehen lassen. Dabei wahren so Highlights; wie der herrlich peinliche Auftritt von Ingolf Lück – als Nachahmung von Ben Stiller – im Bluescreen Suit, Atze Schröder samt derbe schlechter Prollowitzchen und in Navy Uniform sowie die Auszeichnung an „DSDS“ als Beste Unterhaltungssendung und – sehr Medienwirksam – die Auszeichnung für den Fernsehfilm „Contergan“ bei der mal wieder dieses einbeinige Mädchen ohne Arme auf die Bühne hopsen durfte, die in dem Film mitspielt und bei deren Auftritt ich schon bei der „Bambi Verleihung“ beinah gekotzt hätte – nicht wegen dem behinderten Mädchen, sondern wegen der schamlosen zur Schaustellung ihrer Person, um Mitleid für Behinderte Menschen zu erregen, eine Aktion, die ich nur mit den Worten “widerlich” kommentieren kann.

Aber zurück zu Marcel. Nun also, nach all der Langeweile – inklusive Peinlichkeiten, Schrecken und Leid – konnte sein Auftritt kommen. Feierlich wurde sein Name ausgerufen während, weil natürlich etwas gebrechlich, er von Gottschalk persönlich zum Rednerpult geleitet wurde, wo er sich Marcel Reich-Ranicki dann mit stehenden Ovationen feiern ließ und hinab blickte auf das klatschende Publikum, welches er in den vergangenen Stunden von Herzen zu verachteten gelernt hatte. Doch ehe er das Wort – welches ihm so heilig ist – ergriff, wollte er sich nicht den imposanten zwei Minuten Einführungsfilm über seine Person entgehen lassen, doch im Anschluss gehörte die Bühne ihm und so verkündete er unter allen Anwesenden und unter tiefstem Bedauern und ausdrücklicher Bestimmtheit, dass er diese Auszeichnung nicht annimmt…enjoy.



Für diesen Auftritt möchte ich ihn ganz lieb knuddeln und lauthals lachen. Lachen vor Verachtung über das deutsche Fernsehen. Lachen über die Dummheit, die es ausstrahlt und die selbst ein alter kranker – wenn auch gebildeter – Mann erkennt, wo doch so vielen jüngeren Menschen diese Erkenntnis verwehrt bleibt. Lachen über einen Bruder im Geiste, wenn gleich auch seiner, trotz Alters, mindestens das zehnfacher meiner Kapazität aufweist und danken. Danken dafür, dass ich einen weiteren Menschen mit Freude am Denken dort gefunden habe, wo ich ihn am wenigsten vermutet hätte…auf der Verleihung des alljährlichen „Deutschen Fernsehpreis“.
 

Autor: André

Alter…

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn..., Strandgut, WTF? am 15.10.2008 von Sven

  1. Warum dreht man nicht einfach direkt nen Porno?
  2. Warum wird immer nur die beschissene Musik mit sexuellen Kontext in den Musikvideos versehen und nicht auch mal anständige? Ah… Stimmt… Weil die es nicht nötig hat!

Ich prophezeie hiermit Britney Spears Suizid in spätestens 6 bis 12 Monaten, da nun die Ausbeutung ihres “Talents” scheinbar auch die allerletzen Grenzen ihrer Persönlichkeit eingerissen hat, oben genanntes Video bzw. dessen Dreharbeiten dazu, ihr vermutlich auch noch das allerletzte bisschen Würde geraubt haben dürften, das Sie noch besaß und die Spätfolgen und Auswirkungen auf die Psyche dieses Menschen vermutlich keinem der Produzenten auch nur ansatzweise bewusst oder aber schlichtweg egal ist.

Versteht mich nicht falsch: Ich finde an sich die Idee der “Sex-Sells”-Musikvideos, zumindest aus rein wirtschaftlicher Perspektive, ja nur verständlich, auch wenn ich persönlich 90% davon nicht gerade einfallsreich finde, da sie den eigentlichen künstlerischen Wert eines Songs vollkommen verzerren bzw. darauf schlichtweg pfeifen, aber ich finde Sängerinnen, Sänger oder Bands sollten auch selbst darüber entscheiden können, welches Image Sie ausstrahlen wollen. Bei Britney sehe ich dies einfach nicht.

Verdammt, klar räkelt sich auch mal Anastacia ein wenig vor der Kamera, aber Hölle noch eins, die kann wenigstens auch noch singen und die sexuellen Anspielungen im Video sollen dies nur auf unterhaltsamer bzw. natürlich auch sexueller und damit reißerischer Basis untermalen, aber eben nicht völlig ersetzen. Und klar sehen Musikvideos von Christina Aquilera oder Beyonce genauso (naja nicht SO krass) aus, aber bei denen habe ich zumindest noch das Gefühl, das die es auch OK so finden. Bei Britney drängt sich mir ja schon fast der Gedanke der Zwangsprostitution auf.

Warum müssen Pop-Songs von Frauen heutzutage euigentlich jedes verfickte Mal, in den Musikvideos auf MTV oder Viva genau SO dargestellt werden? Wann ist bei der Darstellung von Sex in Musikvideos eigentlich die Grenze erreicht? Und warum zur Hölle kann man nicht einfach mal wieder MUSIK senden, anstelle von Vorpupertären Rumgespritze und dämlichen Bubenfantasien, welche dann natürlich auch ein prima Bild der Sexualität in den Köpfen der Jugendlichen erzeugt. “Hey wenn Britney sich SO die Jungs anlacht und die das auch noch anscheinend wirklich toll finden, sollte ich als dumme 14-Jährige Göre vielleicht auch mal da drüber nachdenken” oder “Ach, sind doch alles nur willige Schlampen und Bushido hat damit vollkommen recht, das Gangsta sein die einzig wahre Lösung ist”

Hier ne Message an MTV, Sido und Konsorten: FICKT EUCH! Aber mal ganz kräftig! Da draussen sind Kinder und Jugendliche, welche noch nicht selbtsständig ihre Umwelt reflektieren könne, die euren Scheiß, denn ihr da tagtäglich, und damit meine ich hier noch nicht einmal mehr nur die Musikvideos an sich, sendet, wirklich 1:1 für bare Münze nehmen und dann glauben die Welt wäre genau SO wie IHR sie darstellt! Und da die heutige Generation von Eltern es zu 80% anscheinend auch nicht mehr schafft oder vielleicht sogar auch aufgrund eigener mangelnder Kompetenz vergeigt dafür Verantwortung zu tragen, ihre Kinder über solchen Schwachfug wirklich aufzuklären, züchtet ihr gerade genau in diesen Moment eine neue Geneation von sexgeilen und seelisch vollkommen abgestumpften Idioten heran, die denken das man durch Gangsta-Rap und Schulabruch, durch Castingshows, tiefe Dekoltees und möglichst kurze Röcke irgendwann einmal reich und berühmt wird, wo aber Werte wie Wissen, Bildung und eigenständiges Nachdenken und Reflektieren gefragt sind.

Ich finde es weder sexy, noch kunstvoll noch in irgendeiner anderen Art und Weise wertvoll, künstlerisch bereichernd, anziehend oder gar unterhaltsam sondern nur einfach und wirklich ehrlich: Traurig. Und so langsam kann ich den Typen von YouTube echt verstehen, wenn er “Leave Britney Alone!” in die Kamera schreit.

P.S.: Vielleicht hab ich mich jetzt ein wenig in Rage geredet, aber da musste jetzt einfach mal.

Autor: Sven

Hellboy – Die goldene Armee

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 14.10.2008 von André

„you know I can’t smile without you…“

Vermutlich hätte Ron Perlman schallend gelacht, hätte man ihm vor zehn Jahren gesagt, dass er mit Ende fünfzig die wohl markanteste Rolle seiner langen Filmographie, als zwei Meter großer, knall roter Muskelprotz, mit Schweif, Steinfaust und abgefeilten Hörnern spielen würde und noch dazu wild durch die Gegend springend und um sich ballernd, den fiesesten und finstersten Fabelwesen in den Allerwertesten zu treten. Nun tut er Besagtes schon zum zweiten Mal, in der Fortsetzung der Comicadaption von Guillermo Del Toro und muss sich erneut gegen uralten Mächte behaupten, in: HELLBOY – DIE GOLDENE ARMEE.

Tja man muss ihn schon mögen, diesen HELLBOY, einen Actionhelden vom alten Schlag: grob, brutal, Zigarre paffend, große Knarren liebend und immer einen frechen Spruch auf den Lippen, aber natürlich ein gutes Herz. Eine Figur die so bizarr aussieht, dass das Pavian-artige Affengesicht von Ron Perlman für sie wie Bestimmung anmutet. Genau das muss sich auch Guillermo Del Toro gedacht haben, als er Perlman für die Rolle des HELLBOY besetzte. Sicherlich ein kleiner Geniestreich, ebenso die Adaption des gleichnamigen Comicflicks welches sich seine wahnwitzigen Geschichten aus allen möglichen Mythen, Sagen, Historie und Alltags Konflikten zusammenmixt und dennoch – dank Del Toro – auf der Leinwand halbwegs glaubwürdig rüberkommt.

Das liegt vor allem daran, dass der Regisseur genau zu wissen scheint, welche Freiheiten seiner Comicverfilmung unterliegen und wovon er besser die Finger lassen sollte. So bedient sich HELLBOY in seiner Dramaturgie – trotz hohen Potentials – eher oberflächlichen und allgemeintauglichen Konflikten ohne diese episch breit zu wälzen oder in zu ernsthafter Tiefgründigkeit zu versinken. Das Fundament von HELLBOY gründet auf simpler Märchenlogik und ist genau darum herrlich unkompliziert und leicht bekömmlich. Der Film bemüht sich erst gar nicht um anmaßend reale Bezüge – wie z.B. THE DARK KNIGHT  - sondern bleibt seinem Genre vollkommen treu, weshalb man das Geschehen also weniger in Frage stellen, als vielmehr nur akzeptieren muss, um unheimlichen Spaß an der Sache zu haben.

Lässt man sich erstmal auf dieses kindliche Niveau herab, so entfaltet sich vor einem eine fantastische Welt der Mythen und Märchen, in der ein dunkler Elbenprinz versucht seinen geliebten Planeten, mittels einer mechanischen, unbesiegbaren Armee, von der Seuche der Menschheit zu befreien, während nur ein Dämon aus der Hölle ihn davon abzuhalten vermag. Nebenbei hat dieser außerdem ernsthafte Beziehungsprobleme mit seiner pyromanisch begabten Freundin und einen Autoritätskonflikt mit einem neuen mysteriösen Agenten im Team und dann ist da noch sein Freund der hellsehende Wassermann, der sich in die Schwester des Elbenprinzen verliebt…

Klingt wie ein abgedrehter Kitschroman, das ist es auch, aber dieser wird ungemein aufgepeppt mit knackigen Actionszenen, viel frechem Humor und einem Fundus aus faszinierenden Fabelwesen, wie sie sonst nur ein George Lucas in seinen STAR WARS Filmen unterzubringen vermag. Einmal mehr entpuppt sich Guillermo Del Toro als echter Monsterfan und lässt diese auch des Öfteren von echten Darstellern in großartigen Kostümen verkörpern, anstatt sie nachträglich am Computer zu generieren. Auch der dunkle Elbenprinz ist ein Highlight, verfügt er doch nicht nur über eine mystische Aura und edle Motive, sondern außerdem über ungeahnte Kung Fu Skills die ihn anmutig über die Leinwand flippen lassen. Das alles ist aber noch gar nichts gegen die wohl beste und überraschendste Liebeskummerszene in einem Comicfilm ever…including Barry Manilow. 

What being said…HELLBOY – DIE GOLDENE ARMEE ist eine durchweg gelungene, wenn nicht sogar bessere, Fortsetzung der Comicadaption. Simple gestrickt und mit naiver Märchenlogik versehen, aber dafür dem Fantasygenre frönend und ungemein sympathisch, weil unkompliziert und heiter, dabei trotzdem konsequent und mit ordentlich Action versehen…Ein Highlight nicht nur für Comicfans.

Autor: André

Kinostarts: 09.10.2008

Abgelegt unter: Kinostarts am 08.10.2008 von Sven

Gähn… Nachdem ich unter dieser Rubrik mal wieder etliche Wochen nichts von mir habe hören lassen, wird es mal wieder Zeit dafür, euch, liebe Leser da draussen über den “Upcoming-Shit” zu informieren. Leider liegt in dieser Woche die Betonung mal wieder mehr auf “Shit”, da dieses Kinojahr nach dem Start von “Burn after Reading” sowieso scheinbar nur noch wenig gutes zu bieten hat.

Für den Fall, das wenn ich es in den nächsten Wochen bis zum Jahreswechsel 2008/2009, erneut aufgrund von Streß, Verpflichtungen und der Rettung der Welt etc. nicht schaffen sollte hier was zu reißen, und auch aufgrund der oben bereits erwähnten Tatsache das bis dahin sowieso nicht mehr allzu viel ansteht, fällt dieser Eintrag hier etwas vollgepackter aus. Ich werde dabei im Groben alles erwähnenswerte bis zum Januar 2009 hier in Textform mit entsprechenden Verlinkungen auflisten und weiter unten wie gewohnt die Kinostarts der kommenden Kinowoche in Listenform und mit Verlinkungen zur IMDB und den deutschen Trailern auf YouTube.

Zunächst wären hierbei wohl zu nennen: a) “Krabat“, in meinen Augen ein billiger deutscher Trittbrettfahrer des Potter-Hypes (Ich habe nicht gesagt eine Kopie der Potter-Filme!), welcher hoffentlich dann auch bald mal ausstirbt und b) “Eagle Eye“, welcher trotz Kröte Shia LaBeouf und des Nichts-Könners von Regiesseur D.J. Caruso relativ vielversprechend ausschaut. Auch wenn schon bereits der Trailer streckenweise förmlich nach skrupeloser Leichenfledderei seitens Carusos an Hitchcocks “North by Northwest” bis zum Himmel stinkt. Dies ist nach “Disturbia” von 2007 auch nicht sonderlich verwunderlich, da Caruso ja schon damals ganz offenkundig seine filmische Affinität zum guten alten A.H bzw. dessen “Rear Window” kundgab. Auch wenn die gesammelte IMDB davon nichts in ihren “Movie Connections” wissen will.

Wer sich gerne noch in dieser Woche ins Hirnkoma hineinsehnt, darf sich auch gerne noch in “House Bunny” setzen und sich seine paar restlichen verstaubten Hirnzellen von diesem… Was war das passende Wort nochmal… Ahja… “Dreck” aus seiner Rübe pusten lassen. Oder “U-900” mit Atze (*bruhäärär**fröstel*) Schröder und Yvonne Ich-Bin-Wirklich-Zu-Doof-Zum-Kacken Catterfeld. Wer allerdings damit noch ein wenig warten möchte, dem sei Disneys “Beverly Hills Chihuahua” ans Herz gelegt, welcher bei uns erst am 05.03.2009, sprich in 22 Wochen anläuft, aber bereits in Amerika in diesem seinem ersten Startwochenende unfassbare 29$ Millionen eingespielt hat. Entweder wollten sich einfach unheimlich viele Banker auf einmal, aufgrund der derzeitig grassierenden Finanzkrise ihr Leben nehmen und haben dabei die sanftere Todesart vorgezogen weil Sie zu feige waren anständig die Brooklyn runterzuspringen (By The Way: LOL!), oder aber dies sind die ersten Vorboten der nahenden Apokalypse. Man weiß es nich, man weiß es nicht…

Weiter im Text: Für Comic-Fetischisten wartet der neue Hellboy, “Hellboy II: Die goldene Armee” ab 16.10.2008 in den Kinos. Hoffen wir das mein Co-Pilot Co-Autor was diesen Film angeht recht hatt, und er besser wird als sein Vorgänger. Ab 23.10.2008 darf man dann schonmal ein Ticket buchen für “Die Stadt der Blinden” per “Ananas Express“, wenn einem danach ist.

Und über Umwege gelangen wir dann somit auch wieder zu denn wirklich lohnenswerten Dingen des Lebens. Ab 06.11.2008 laufen sowohl der 22te James Bond – 007 mit dem Titel “Quantom of Solace” als aber auch der schon bereits jetzt höchstgelobte und auch bereits schon höchstdekorierte “Waltz with Bashir” in den “Theatre’s near you” an. Ich freue mich zwar auf beides, aber auf Daniel Craig wie er alles und jeden über den Jordan ballert und dabei wieder hoffentlich so markige Sprüche alá “The job’s done and the bitch is dead” wie bei “Casino Royal” drückt, doch noch ein klein wenig mehr.

So kurz vor Weihnachten wirds dann auch schon so richtig besinn- und festlich, denn ab dem 20.11.2008 stehen “Max Payne“, mit Mark Wahlberg und Mila Kunis (Jawohl, das IST die geile Sau aus “That ’70s Show“) und ab dem 27.11.2008 auch sogar Jason Statham mit “Death Race“, der wohl eher unbrauchbaren Kopie der “Death Race 2000” betiteltem Trashperle mit David Carradine und Sylvester Stallone aus dem Jahre 1975, vor eurer Haustür.

Am 04.12.2008 gibts ein Wiedersehen mit Scarlett Meiner-Immer- Noch-Bald-Ehefrau-Trotz-Der-Nase-Von-Ryan-Reynolds Johansson und unser aller Lieblingskiller aus “No Country for Old Men“, Javier Bardem in Woody AllensVicky Christina Barcelona“, bevor am 11.12.2008, vermutlich auch wegen “Tintenherz“, aber vor allem wegen Keanu Reeves dann “Der Tag an dem die Erde stillstand” gekommen ist. Verflucht sei Reeves, dafür das er Klaatu spielt! Und verflucht seien auch all diejenigen, die ein Meisterwerk wie “The Day the Earth stood still” auch nur mit dem blossem Gedanken an ein Remake anschauen! Robert Wise würde im Grabe rotieren, wenn er es erfahren könnte!

Und damit wäre ich am Ende meiner “kleinen” Zusammenfassung, für die Neustarts bis zum Jahreswechsel. Falls ich irgendwas übersehen haben sollte so postet es in den Comments.

via: filmz
Autor: Sven

“Toy Story” meets “The Dark Knight”

Abgelegt unter: Filme, Strandgut am 07.10.2008 von Sven

Verdammt, warum finden die F5 immer die besten Mashup’s noch vor mir?

via: F5 – Fünf Filmfreunde
Autor: Sven

Dokus über die USA, Geld und Vietnam

Abgelegt unter: Allgemein, Filme, Strandgut am 07.10.2008 von Sven

Unter dem Oberbegriff “USA 2008″ startet der deutsch-französische Kultursender arte, ab kommenden Sonntag den 12. Oktober um 20.45h zunächst mit Alan J. Pakulas “Die Unbestechlichen” (Nicht Brian De Palma!) über Nixon und die Watergate-Affäre, im Anschluss mit dem Dokumentarfilm “Mister President”, eine mehrteilige Themenreihe über die USA, ihre Präsidenten, ihre Kultur und ihre Menschen, welche schlußendlich dann am 05. November in einer Live-Sondersendung aus Washington D.C. nach der Wahl des neuen Präsidenten ihr Ende finden wird. Das hierbei von arte wie gewohnt mal wieder extrem auch auf die Qualität gesetzt wurde, zeigt sich auch an dem breit gefächerten Themenkomplex der oben genannten Reihe. So werden unter anderem auch Leckerbissen wie die 90 Minütige Mockumentary “Tod eines Präsidenten” von Gabriel Range, welche eine fiktive Ermordung von George W. Bush am 19. Oktober 2007 behandelt, “Being W” vom französische Starkomiker Karl Zéro und dem Regisseur Michel Royer, die Dokumentation “Oliver Stone – Hollywoods Lieblingsrebell” oder auch Werke wie die 5 Teilige Doku-Reihe “Unterwegs in Amerika” von Petra Haffter gezeigt.

Nähere Informationen zu den jeweiligen Sendeterminen und den weiteren Filmen, Dokumentationen und Live-Berichterstattungen der erwähnten Reihe, findet ihr hier.

Der Geist des Geldes” ist eine knapp 90 Minütige Video- Dokumentation aus dem Jahre 2007, in der sich Regisseur Yorick Niess auf die Suche nach der Bedeutung des Geldes für uns, und auch dessen Status in unserer Gesellschaft begiebt. Dabei beleuchtet er äußerst geschickt die unterschiedlichsten Aspekte dieser “Erfindung”, wirft einige äußerst interessante Fragen, Fakten und Thesen in den Raum, lässt diese dann von Wirtschafts- und Politikexperten diskutieren und beantworten und schärft somit den Blick des Zuschauers auf unser Zahlungsmittel.

Niess zeigt dabei die Verknüpfung des Geldsystems mit den Faktoren des sozialen Lebens, der Politik und Interessensgruppen wie z.B. Unternehmen und Banken auf, erläutert geschickt die Hintergründe und deutet mögliche Konsequenzen auf, wobei er allerdings immer leicht verständlich den Zuschauer an die Themen heranführt und sich nicht in bloßen Zahlen und Daten verliert.

Kurzum: “Der Geist des Geldes” ist eine wirklich gelungene und wegen ihres Themas bzw. ihrer Herangehensweise auch ziemlich neuartige Dokumentation über den Status des Geldes in unserer Gesellschaft, welche handwerklich, also auf Seiten der Regie und beim Schnitt, etwas runder und flüssiger hätte umgesetzt werden können, aber trotzdem noch äußerst unterhaltsam daherkommt. Ich persönlich empfand Sie als äußerst informativ und lehrreich da Sie wirklich neue Perspektiven aufzeigt, die vielen von uns vermutlich garnicht mal in den Sinn kämen. Die Doku ist Online einsehbar wenn ihr auf Google sucht, oder einfach hier mal draufklickt. Keine Angst, ist alles legal!

Viêt-nam, la trahison des médias” ist eine 90 Minütige Dokumentation über den Vietnamkrieg, welche allerdings, und das ist das besondere, ihren Fokus insbesondere auf die Medienwelt und Presse bzw. die Berichterstattungen der damaligen Zeit gelegt hat. Dabei beleuchtet der Film von Patrick Barberis auch, wie das damalige Verhältnis des Militärs zu den Medien war, was sich seitdem daran geändert hat und insbesondere auch wie die damaligen Berichte auf das Volk in der Heimat gewirkt und auch was Sie dann beim Volk, ob bewusst oder unbewusst, bewirkt haben.

Auch diese Dokumentation ist ebenfalls Online einsehbar und ziemlich unterhaltsam, wobei Sie allerdings im Vergleich zu “Der Geist des Geldes” wahrscheinlich eher weniger wirklich neue Informationen für den Zuschauer bereithält. Sie stellt eher nochmal zusammenfassend die damaligen Ereignisse dar und beleuchtet jene dann nochmal explizit und unter ganz besonderer Berücksichtigung der damals vorherschenden Presse- und Medienwelt. Der Film setzt kurz vor der TET-Offensive im Jahre 1968 mit der Einkesselung amerikanischer Soldaten in Khe Sanh durch die Nordvietnamesische Volksarmee an, und wer sich ein wenig mit der Geschichte des Vietnamkrieges auskennt, wird ja sowieso mehr oder weniger auch schon darüber Bescheid wissen, das ab diesen Zeitpunkt die Medien eine ziemlich wichtige Rolle im Geschehen übernahmen.

Die Doku wurde von arte-France in Auftrag gegeben und produziert und ist somit, nach ihrer Austrahlung vom 01. Oktober 2008 auf arte, derzeit auf “arte+7” kostenfrei, in deutscher Fassung und guter Qualität für noch genau 40 Stunden und 50 Minuten nach Veröffentlichung dieses Artikels, Hier einsehbar.

Autor: Sven

Goldie Wilson for… äh… is Obama!

Abgelegt unter: Strandgut am 05.10.2008 von Sven

“President Barack Obama! I like the sound of that!”

Autor: Sven

Burn after Reading

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 05.10.2008 von Sven

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Burn after Reading

Inhalt: »Burn after reading! – Nach dem Lesen vernichten!« so eigentlich müsste die Anweisung für die Lektüre der Memoiren des suspendierten CIA-Agenten Ozzie Cox (John Malkovich) lauten. Doch daran denken die Fitnesstrainerin Linda Litzke (Frances McDormand) und ihr gutaussehender, aber etwas dümmlicher Kollege Chad Feldheimer (Brad Pitt) natürlich nicht im Traum, als sie zufällig eine CD mit dem offensichtlich brisanten Manuskript in der Umkleidekabine ihres Clubs finden. Die beiden wittern das ganz große Geschäft mit den geheimen Staatsaffären. Dass aber ausgerechnet die Liebesaffären des sexuell umtriebigen Regierungsbeamten Harry Pfarrer (George Clooney) die Erpressungsversuche behindern würden, konnte natürlich niemand ahnen. Schon bald ist den Amateur-Erpressern eine ganze Horde diverser Geheimdienste auf den Fersen. Und dann kommen auch noch die Russen ins Spiel… (Pressetext: Tobis)

Kritik: Hollywood auf der Suche nach seinen Ursprüngen. War 2006 eine Rückkehr zum Film-Noir deutlich spürbar, wohl auch bedingt durch die starken Misserfolge im Irakkrieg, und ist seit 2007 wieder vermehrt einer Auffrischung der klassichen Heldengeschichte gefragt, so wendet man sich jenseits des Atlantiks derzeit auch gerne wieder Geschichten mit satirischen Unterton zu. An Vorbildern wie den großen Screwball-Komödien alá Frank Capras “Mr. Deeds geht in die Stadt” (1936), “Es geschah in einer Nacht” (1934) oder aber auch Hitchcocks “Mr. und Mrs. Smith” (1941), wird sich neuerdings wieder mehr oder weniger stark orientiert. Das Verlangen nach mehr Skurilität innerhalb der Geschichten seitens Hollywood, macht derzeit sogar vor Slapstickgrößen wie Monty Phyton oder Chaplin nicht Halt und plündert fröhlich in der eigenen Filmgeschichte was das Zeug nur hält.

Eher missglückte, oder vielmehr einfach plump und lieblos umgesetzte Auswüchse dieser, momentan noch eher zurückhaltenden Bewegung, kann man z.B. bei 08/15 Comedy-Schnulzen wie “What Happens in Vegas” (2008) oder “Over Her Dead Body” (2008) begutachten, wo der, für das Genre der Screwball-Comedy, eigentlich auch so fundamentale Bestandteil des ewigen Geschlechterkampfs, vergleichsweise dann doch eher simple und nur auf die gröbsten Bestandteile reduziert, schnell und nur mit wenig Herz abgerattert wird. Filme wie “Wall-E” (2008) oder Serien wie “Sex and the City” (1998-2004) bzw. dessen gleichnamige Kinoauskoppelung aus 2008, wissen hierbei schon eher zu Punkten, da Sie bewusst versuchen altbewertes in die Neuzeit zu überführen oder gar auf einer ganz anderen und dafür moderneren Metaebene abspielen zu lassen, ohne jedoch dabei, aber den Kern der Geschichte aus den Augen zu verlieren bzw. schleifen zu lassen.

Eine ebenfalls gelungenes Beispiel der Synthese von klassichem Genre, nämlich dem der Slapstick, und modernem Storytelling, stellt aber auch z.B. Michel Gondrys “Be Kind Rewind” aus dem Jahre 2008 dar, welcher allerdings genau umgekehrt verfährt. Gondry-typisch bedient er sich nur im Detail, in einzelnen Momenten und Szenen seiner Vorbilder, aber im Kern der Geschichte versucht er etwas ganz neues zu erzählen und somit also etwas gewagtere und mutigere, damit natürlich aber auch gleichzeitig unsicherere Wege zu beschreiten, als noch oben genannte Werke.

Auch der hier zu besprechende “Burn after Reading” rutscht ganz eindeutig zweideutig in eben jenes Genre der klassischen Screwball-Komödie, stellt somit ebenfalls einen modernen Bastard dar, welcher versucht eine Chimäre ähnlich “Be Kind Rewind” zu formen, welche im Kern als äußerst Coen-typisch im Stile des Film-Noir, jedoch in den einzelnen kleinen Momenten als pure Screwball-Comedy daherzukommen vermag.

Da wären zum einen die, eigentlich für die beiden Regie-Brüder nicht verwunderlichen, äußerst unterhaltsamen und mit Wortwitz durchtränkten Dialoggefechte die sich diesmal u.a. Hollywoodgrößen wie George Clooney, Tilda Swinston, John Malkovich oder Brad Pitt, je nach Situation und Szene, gegenseitig an die Köpfe pfeffern dürfen. Doch teilweise erreichen die Dialoge bei “Burn after Reading” einen ganz und gar anderen Status als z.B. noch bei “The Big Lebowski” (1998) oder “Fargo” (1996). Denn waren Sie in den genannten vorangegegangenen Werken noch klar und unmissverständlich mit einer, stets dem Plot dienlichen und vorrantreibenden, wirklichen Aussage dahinter verbunden, so werden sie nun größtenteils um ihrer Selbstzweck, also der reinen Idee des Witzes, verwendet. Dies fördert natürlich noch umso mehr das Gefühl, man säße gerade in einer typischen Screwball-Komödie, da für dieses Genre damals eben auch oftmals so verfahren wurde, Geschwätz einzufügen um des Geschwätzes Willen, zur reinen Unterhaltung und nicht um wirklich den Plot voran zu treiben.

Keineswegs soll dies nun heißen der Film böte an Inhalt nur heiße Luft oder würde auf der Stelle treten und nicht wirklich vorwärts treiben, ganz im Gegenteil. Denn für genügend Überraschungen innerhalb der Storyline haben die Coens auch diesmal, wieder erneut gesorgt. Und auch die kleinen Seitenhiebe auf das C.I.A., den Schönheits- und Fitnesswahn in unserer Gesellschaft und die sinnetleerte und hohle Spießigkeit der Upperclass wurden verstanden, aber…

Wenn man den Film allerdings wirklich böses wollen würde, so könnte man natürlich behaupten er käme einfach nicht an die Klassiker der beiden Brüder heran, was sowohl Dialoge und Charaktere, als aber auch Plot und Story betrifft. Dies mag sogar stimmen, da eine, wie bisher eigentlich auch immer bei den Coens verwendete und bei dem Genre des Schachtelfilms auch typische, wirklich überraschende Auflösung der gesamten Geschichte am Ende ebenso fehlt, wie auch eine wirkliche Tiefe oder gar Entwicklung seitens der Charaktere, was auf den ersten Blick natürlich auf grobe Faulheit und Unlust seitens der beiden Autoren schließen lassen würde, vor allem weil man eigentlich weiß, das die beiden spätestens seit “No Country for Old Men” (2007) besseres abliefern können. Ein weiterer Beweis dafür, soll übrigens auch der Film “Barton Fink” (1991) von den beiden darstellen, wovon ich mich selbst aber bisher noch nicht überzeugen konnte, da ich ihn nocht nicht gesehen habe.

Ähm… Back to Topic: Doch das die Dialoge teilweise mehr auf Witz, als auf wirklichen Inhalt ausgelegt sind, soll, wie bereits erwähnt, vermutlich einfach noch stärker den Screwball-Charakter des Films unterstreichen, wohingegen die Charaktere bewusst relativ eindimensional gehalten wurden um sie als klare Satiren und Karikaturen zu verstehen. Dadurch das der Film realtiv flott voranschreitet und die Story trotz ihres verwirrenden Aufbaus doch recht zügig abgehandelt ist, würde der Aufbau wirkliche tiefgängiger Charaktere einfach nur unnötig Zeit schinden. Das gesamte Projekt wurde vermutlich eher weniger (von allen Beteiligten!) als nächster wirklicher Kultfilm betrachtet, sondern vielmehr als Fun-Projekt, welches lediglich kurzweilig unterhalten soll, sowohl auf Seiten der Schauspieler und Mitwirkenden, als auch beim Publikum.

Das anscheinend zumindest die Schauspieler bei diesem Projekt wirklichen Spaß hatten, lässt sich dann auch in praktisch jeder Sekunde des Films spüren. Allen voran, und nach den Trailern eigentlich wirklich überraschend, bleibt vor allem George Clooneys Interpretation des teilweise äußerst schmierigen und zum Ende hin auch arg paranoiden Ex-Secret Agent Harry, dem Zuschauer lange Zeit im Gedächtnis. An zweiter Stelle wären hierbei sowohl Tilda Swinston, als herzloses, unterkühltes Miststück, als aber auch Brad Pitt als etwas beschränkter Fitness-Spinner zu nennen. Pitt jedoch verliert sich allerdings irgendwann im eigenem Over-Acting und dem Zurückspuhlen und Wiederholen der einzelnen Ticks, Marotten und Macken der Figur, was zur Folge hat, das seine Rolle des Chad ziemlich scchnell anfängt zu nerven. Einzig Malkovich, leistet hierbei lediglich nur routinierte Arbeit, was aber auch an einer schlechten deutschen Synchro gelegen haben mag.

Nun könnte man den Film allerdings aber eben auch nicht nur als reines Fun-Projekt, sondern sogar auch als bewusstes Statement der beiden Brüder an Hollywood betrachten, die bei diesem Film auch wesentlich stärker auf das handwerkliche Können bei Regie und Dialog, als auf die Geschichte an sich gesetzt haben. Dabei trieben sie ihr Spielchen sogar schon fast soweit, das man den Film beinahe als Farce seiner selbst wahrnimmt und die zum Schluß folgende “Auflösung” nur noch als das krönende i-Tüpfelchen.

Vielleicht, aber nur vielleicht, stellt “Burn after Reading” somit auch eine kalte Abrechnung dar, ein “Fuck You” an Hollywood, welches sich Jahrelang schon dreist an solch plötzlich dagewesenen Regie-Wunderkindern wie Quentin Tarantino, Guy Ritchie, Kevin Smith oder eben auch den beiden Coen-Brüdern genüßlich labt und dabei mittlerweile sogar schon nicht mehr davor zurückschreckt, eben jene damals so neuen Ideen einfach radikal auszuschlachten, auf die simpelsten Mechanismen zu reduzieren, diese dann gewohnt routiniert zu kopieren und somit radikal an ihre reine Geldmaschinerie anzupassen.

Bewusst auf den, durch Filme wie “Pulp Fiction” (1994), “Snatch” (2000), “Memento” (2000) oder “The Big Lebowski” (1998) für Hollywood anscheinend, klar berechenbar gewordenen Faktor “Kult” reduzierte Streifen, wie “Shoot ‘Em Up” (2007), “Running Scared” (2006), “Smokin’ Aces” (2006), “Lucky Number Slevin” (2007) oder “Kiss Kiss, Bang Bang” (2005) mögen zwar allesamt vielleicht noch recht Unterhaltsam sein, sogar auch teilweise zumindest im Ansatz wirklich ernsthaft versuchen neue und eigenständige Wege zu beschreiten, jedoch fehlt ihnen ganz eindeutig oftmals einfach das Herz und die Seele die wirklich für einen Kultfilm nötig sind. Man spürt einfach ob da nun ein Drehbuchautor, ein Regisseur oder ein Kameramann mit Leib und Seele hinter einem Projekt steht, oder anstelle dessen nunmal die Konzerne und Majorstudios mit ihren klaren Kosten, Nutzen und Gewinnberechnungen.

Gerade diese Reduzierung von einstiger vollkomener Individualität und Kreativität, welche Regisseure wie die Coen-Brüder einst so auszeichnete und auch noch immer auszeichnet, auf eine simple Rechnung, dürfte auch die Coens selber, nicht gerade begeistern. Weswegen der Gedanke nahe liegt, das beide nun mit ihrem aktuellen Werk und dessen Auflösung bzw. dem geschicktem Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers, ein klares Statement gegenüber Hollywood setzen wollten.

Wenn man nämlich beachtet, was die Coens diesmal im Vergleich zu ihren früheren Werken anders gemacht haben, fallen einem nämlich zunächst einmal natürlich, oben bereits erwähnte, Punkte wie z.B. eben die Gestaltung der Dialoge oder der Charaktere auf, aber eben auch ganz besonders der, im Vergleich zu früheren Werken, extrem andersartige Aufbau der einzelnen Szenen bzw. deren Untermalung durch den Score. Hatte man bei “Fargo” oder “The Big Lebowski” noch stets klar vor Augen geführt bekommen, das alles nur ein “Spiel” ist, alles nur “Entertainment” und “Fun”, gemixt mit schrägen Dialogen und Charakteren, so läuft es trotz den konträr dazu, noch wesentlich eindimensionaleren Charakteren bei “Burn after Reading” gerade erst durch die Wahl des Scores und den Szenenaufbau, teilweise dem Zuschauer eiskalt den Rücken herunter. Streckenweise wird eine derart extreme Spannung in den einzelnen Szenen erzeugt, das man einfach denken muss es würde gleich Wer-Weiß-Was passieren. Doch der Schlag folgt zugleich, denn spätestens nach den nächsten Schnitt muss der Zuschauer festellen, das der Klimax zwar erreicht wurde, aber entweder überhaupt keine oder aber lediglich eine humoritische Auflösung folgt.

Dieses Spiel mit den Erwatungen des Zuschauers bzw. dem Bruch der typische Erzähl- und Auflösungsgform des Schachtelfilmgenres, welches Sie ja praktisch mit neu definiert haben, könnte man, wenn man eben noch weitere Punkte wie Dialog, Plot, Rolleninterpretation und Charaktere an sich, mit einbezieht, als Statement seitens der Coens verstehen, das ihrerseits der Zenit somit überschritten ist, dass das kommerzielle Hollywood Sie mal am Arsch lecken kann und das Sie die Schnauze voll haben von billiger Abkopiererei. Dies ist natürlich zunächst erstmal alles reine Interpretation meinerseits und vielleicht hat die beiden ja auch, was den Score und Aufbau der Spannung in den einzelnen Szenen von “Burn after Reading” angeht, ja doch noch ein wenig ihr “No Country for Old Men” angeheftet. Man wird erst einmal abwarten müssen ob sich diese These in naher Zukunft bewahrheitet. Aufschluss darüber können uns nur die kommenden Werke von Joel und Ethan Coen geben.

Fazit: “Burn after Reading” ist eine relativ kurzweilige, dafür aber sehr unterhaltsame und streckenweise auch wirklich neue und überraschende Krimikomödie, mit etlichen Anlenungen an das Genre der alten Screball-Comedys, was sich in flotten und knalligen Sprüchen und äußerst skurilen Charakteren bemerkbar abzeichnet. Der, von vielen vermutlich erhoffte, Superhit alá “The Big Lebwoski” ist es leider diesmal nicht geworden und der Film versteht sich wohl mehr als Fun-Projekt unter Hollywood-Kollegen. Denoch ist er sehr sehenswert und es lohnt sich definitiv, ihn auch mehrere Male zu sich zu führen, da weniger die Geschichte und die Story im Vordergrund steht, als das Spiel an sich. Wenn ihr es nicht mehr ins Kino schaffen solltet bevor der Film abläuft, ist es nicht so gravierend, denn er reicht auch allemal auf DVD zu Weihnachten.

Autor: Sven

Burn After Reading

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 05.10.2008 von André

„Ich dachte Sie machen sich vielleicht Sorgen…über die Sicherheit…von ihrem Scheiß.“

George Clooney, Tilda Swinton, Frances McDormand, John Malkovich und Brad Pitt geben sich die Ehre, in einem Kolloquium der Idiotie und Absurditäten. BURN AFTER READING lautet der Titel der viel nichtssagenden neuen Komödie der Coen Brothers, die nach ihrem düsteren Neo-Western NO COUNTRY FOR OLD MAN mal wieder was Lustiges mit viel Starpower machen wollten.  

Dabei rausgekommen ist eine Komödie art absurdum, die weniger auf ihre Bilder, sondern viel mehr auf ihre skurrilen Charaktere setzt und die Stars, die diese verkörpern. Clooney und Co. spielen allesamt gescheiterte und geistig unterentwickelte Persönlichkeiten, dessen Lebenswege sich durch eine Kette nicht zu beschreibender Absonderlichkeiten überschneiden. Das ist oftmals komisch, bösartig und auch zu Weilen blutrünstig, aber immer kurzweilig und sehr unterhaltsam.

BURN AFTER READING ist ein typischer Coen Film, der gerne mit den Erwartungen seines Publikums spielt, um es dann gekonnt hinters Licht zu führen. Die Story setzt sich aus vielen kleinen verschachtelten Skurrilität zusammen und lässt Charaktere aufeinander treffen, die selten Sympathie, aber immer Interesse erzeugen.  Dabei kann man sich über die untypischen Rollen von – vor allem – Clooney und Pitt köstlich amüsieren, ihr totales over acting macht einen Großteil der Komik des Films aus. Überhaupt sollte man der eigentlichen Handlung weniger Gewichtung beimessen, BURN AFTER READING ist gespickt mit vielen kleinen Highlights der Stars und lebt weniger vom gesamten Gefüge, als vielmehr von seinen einzelnen Situationen und Dialogen.

Somit hinterlässt der Film zwar keinen langen, dafür aber dennoch guten Eindruck. Was in BURN AFTER READING abgeht sollte man nicht beschreiben, man sollte es sehen, denn es enthält Stars in Höchstform und untypischen Rollen, die sich in Situationen begeben, die selbst von den Obrigkeiten der C.I.A. (David Rasche und J.K. Simmons) nur noch sehr treffend mit Nonsense kommentiert werden können…Pflichttermin für Filmliebhaber.

Autor: André

W A L L • E

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 05.10.2008 von André

„put on your sunday clothes there’s lots of world out there.“

 

Mit nostalgischem Charme führt uns DisneyPixars neuster Animationsfilm WALL E  in eine ferne fiktive Zukunft, in der sich die Erde zu einem Geisterplaneten gewandelt hat. Verschwunden sind die üppigen Grünflächen der Wälder und Felder, begraben unter unzähligen Staub- und Erdschichten. Sandstürme fegen orkanartig über die öden Landschaften, Müllberge so hoch wie Wolkenkratzer reihen sich ein, in die Skyline der verlassenen und zu Ruinen verfallenen Megacitys.

 

Diese postapokalyptische Welt ist die Heimat von Wall e, einem kleinen Roboter der geschaffen wurde um aufzuräumen. Im Laufe der Zeit wurde Wall e zum letzten funktionalen Überbleibsel, einer längst in die Weiten des Weltraums geflohenen Menschheit.  Seit 700 Jahren kämpft er sich emsig durch die unendlichen Müll- und Schrottmassen, presst sie zum Abtransport in kompakte kleine Würfel und stapelt diese sorgfältig auf. Darüber hinaus hat Wall e über die Jahrhunderte ein eigenes Wesen, eine Persönlichkeit entwickelt, die ihn einzigartig macht. So wuchs in dem kleinen Roboter ein kindlicher Entdeckergeist heran. Wall e sammelt, ihm wichtig erscheinende Gegenstände der Menschen in einem Container, der gleichzeitig seine Behausung darstellt. Außerdem hält er sich ein Haustier – ironischer Weise eine Kakerlake, von denen man ja behauptet, sie würden die „Meister der Apokalypse“ sein – doch Wall e’s größter Schatz, ist eine alte Videokassette mit einer Aufzeichnung des Filmklassikers HALLO, DOLLY! (1969).  Jeden Abend vor dem „abschalten“ betrachtet Wall e das Video, dass in ihm die Sehnsucht nach Zweisamkeit, Zärtlichkeit und Berührung weckt.

 

Man merkt relativ schnell, dass  WALL E ein sehr untypischer Unterhaltungs- Animationsfilm ist, das fängt schon damit an, dass Wall e nicht spricht, sondern nur durch Laute und Gesten kommunizieren kann. Sounddesigner Ben Burtt zeichnet sich verantwortlich für das breite Spektrum von Lauten und Geräuschen, die Wall e’s Gefühlslage transportieren, einmal mehr eine Glanzleistung des oscarprämierten Altmeisters. Darüber hinaus haben die Jungs von Pixar den Anspruch für Animationsfilme mal wieder neu definiert. Nicht nur sind die Bilder des Films mit liebevollen Details versehen und zeichnen diesmal eine beinahe fotorealistische Umgebung nach, sondern enthalten außerdem auch noch symbolischen und philosophischen Charakter. Besonders die Bilder der ersten 40min. des Films haben eine atmosphärische Dichte und eine anspruchsvolle Ebene, wie man sie noch nie in einem abendfüllenden Animationsfilm – dieser Art – erleben durfte.

 

So erzeugen die Momente in denen Wall e’s Alltag beschrieben wird genau jene melancholischen Stimmungen, die I AM LEGEND so schmerzlich vermissen ließ. In ruhigen, fast meditativen Bildern führt der Film seine Hauptcharaktere Wall e und etwas später die Forschungssonde Eve ein – die in ihrem modernen Design stark an eine Apple Entwicklung erinnert – und mit ebensoviel Liebe zu Detail, eine etwas fortschrittlichere Technik symbolisiert. Genau wie Wall e besitzt auch Eve eine eigene Persönlichkeit, die jedoch deutlich jähzorniger und emanzipierter ist, als die des liebenswert, kindlich-naiven Romantikers Wall e.

 

Eve landet mit geheimem Auftrag auf der Erde und wird damit zum Faszinationsmittelpunkt des kleinen Roboters, der sich Hals über Kopf in die elegante Sonde verliebt. Es beginnt ein romantisches Spiel der Gegensätze, welches beide einander näher bringt und den Zuschauer in abwechselnd rührselige und heitere Stimmung versetzt. Es sind diese Momente; der Alltag von Wall e, die Ankunft von Eve und das Kennenlernen, welche WALL E unvergesslich machen und ihn zu einem Meilenstein des Animationsfilms werden lassen.

 

Leider muss sich WALL E ab der zweiten Filmhälfte – zu Gunsten der familientauglichen Unterhaltung – den üblichen Konventionen eines DisneyPixar Animationsfilms beugen. Der Film nimmt unglaublich Fahrt auf, zeigt wilde Verfolgungsjagten, absurde Sequenzen, originelle Ideen und viel Situationskomik. Das Ganze hat nach wie vor Qualität und ist ungemein unterhaltend, die Stimmungen des Anfangs aber sind dahin und auch der kleine Roboter wird zum Sidekick degradiert und beeinflusst nur noch indirekt das Geschehen. Zweifels ohne ist dieser Umschwung ein wenig bedauerlich, wenn man sich auf Grund der ersten 40min. klar macht, welches Potenzial WALL E eigentlich aufweist.

 

Man darf jedoch auch nicht vergessen, dass dies ein Kinder- und Unterhaltungsfilm ist, der für seine Verhältnisse ungewöhnlich Tiefgründig und nachhaltig arbeitet und zudem mit einer stark vereinfachten, aber immerhin vorhandenen Gesellschaftskritik aufwartet. All das kann man aber auch am Rande stehen lassen, denn im Kern ist  WALL E in erster Linie ein warmherziger und romantischer Film; nostalgisch, rührselig, melancholisch, herzergreifend oder einfach, schön…und das alles von einem kleinen Roboter, alle Achtung.

 

Autor: André