Im Tal von Elah

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 26.07.2008 von André

„Ich hab es da drüben gehasst, aber nach einer Woche hier, konnt ich es kaum erwarten wieder dorthin zu kommen.“

Vor wenigen Jahren, machte sich Regisseur Paul Haggis mit seinem gefühlvollen Drama und Episodenfilm „LA Crash“ einen Namen in der Filmbranche. Sein Film gewann sogar den Oscar für Best Picture. Leider etwas undankbar, denn im selben Jahr gewann Ang Lee für „Brokeback Mountain“ den Regie-Oscar und so war es doch sehr verwunderlich, dass „Brokeback Mountain“ – als deutlich besserer Film – nicht auch für Best Picture ausgezeichnet wurde, sondern eben „LA Crash“. Scheinbar hatte sich die Academy dann doch nicht getraut, das emotionale Liebesdrama um zwei homosexuelle Cowboys, mit allen Ehren zu würdigen – was sehr Schade war.

Dessen ungeachtet war „LA Crash“ ein wunderbarer Film und so wundert es nicht, dass Paul Haggis dem Drama treu bleibt und mit „Im Tal von Elah“ eine bewegende – wenn auch nicht ganz so großartige – Geschichte, von der Ermordung eines jungen Soldaten im eigenen Land, erzählt und dessen Vater, der versucht die Umstände dieses Verbrechens zu ergründen.

Die Rolle des Vaters – ein pensionierter MP-Sargent und Vietnam Veteran – übernimmt Tommy Lee Jones, der damit ebenfalls seiner Linie treu bleibt und einmal mehr als Ruhepol, bedeutungsschwanger durch die Gegend guckt, während man versucht, die all umfassende Wahrheit des Universums, in seinem zerfurchten Gesicht zu ergründen. Lee Jones passt natürlich wie kein zweiter in die Rolle und macht sich deren Charakter vollständig zu Eigen. Mal in tiefe Gedanken versunken, mal wutentbrannt – obwohl immer beherrscht – und mal in tiefer Trauer, mimt Lee Jones den Soldatenvater und sorgt dafür, dass man der wenig aufgeregten Handlung vom ersten Moment bis zur letzten Minute gespannt folgt.

Natürlich gibt es noch andere Darsteller, wie beispielsweise Charlize Theron als alleinerziehende Mutter und – von den Kollegen gemoppter – Detective, die sich redlich bemüht gequält zu wirken, aber der man auf Grund ihres phänomenalen Aussehens, die Rolle einer frustrierten und von allen heruntergespielten Frau nur schwer abkaufen kann. Ein echter Gewinn – wenn auch mit wenig screen time gestraft – ist Susan Sarandon als trauernde Mutter eines ermordeten Sohnes und Ehefrau eines kontrollbesessenen, introvertierten Mannes.

Jedoch bleibt dies ein Tommy Lee Jones Film, denn er ist es, an dem sich die Geschichte verankert und er ist es, dem man überall hin folgt, um die Wahrheit, über die Ermordung seines Jungen herauszufinden. Dieser war im Irak stationiert und wurde wenige Tage nach seiner Heimkehr als vermisst gemeldet, um dann wenig später als Leiche – verstümmelt und verbrannt – aufgefunden zu werden. Die Spur führt, über einen vermutlich missglückten Drogendeal zurück zur Ursache allen Übels, dem Militär. Doch handelt es sich hierbei keinesfalls um eine Verschwörung seitens der Regierung oder ein dunkles Geheimnis der U.S. Armee.

Nein, die Wahrheit ist viel ernüchternder, viel schockierender und realistischer, als alles was man sich als routinierter Zuschauer, anti militärischer Filme, vorstellen mag. Und so findet man sich – schlussendlich – bedrückt und bewegt wieder, alleingelassen in einer Welt, in der einiges im Argen liegt und hat einen schwermütigen Film gesehen, an dem man im Grunde nichts weltbewegendes auszusetzen hat und die eigene Seele verlangt nach „Menschlichkeit“. Gut gemacht Paul Haggis.

Autor: André

Batman Begins

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 26.07.2008 von André

„Warum Fledermäuse Master Bruce?“
„Weil sie mir Angst machen und ich will, dass meine Gegner meine Angst teilen.“

Nur noch wenige Wochen bis zum dscht. Start – der von mir heiß ersehnten Fortsetzung – der „Batman“ Filmreihe, mit dem wunderbaren Titel „The Dark Knight“, wie Batman außerdem liebevoll von seinen Fans genannt wird. Zeit also, dass ich – und jeder der mag – nochmal einen Blick auf den Vorgänger „Batman Begins“ aus dem Jahre 2005  werfe/wirft, um den Werdegang meines liebsten Superhelden erneut  ins Gedächtnis zu rufen und natürlich, weil mir dieser Tage keine Aktion zu schade ist, um den Hype des dunklen Ritters noch zu verstärken. ;)

Batman Begins“ ist bereits die fünfte Leinwandadaption des Fledermausmannes, der bis dato zweimal von Regisseur Tim Burton und – leider auch – Joel Schumacher inszeniert wurde. In das hautenge, schwarze Latexkostüm mit den spitzen Öhrchen schlüpften seitdem Michael Keaton (2x), Val Kilmer, George Clooney und nun also Christian Bale unter der Regie von Christopher Nolan.

Zur Freude aller Fanboys, hat sich Nolan dazu entschieden den dunklen Ritter aus dem kitschig, bunten Kirmesuniversum – in das ihn Schumacher einst verbannt hat – heraus zu holen und ihn wieder in ein düsteres, bedrohliches Gotham City zu stecken. Damit sich dieses aber auch von der gothikartigen Märchenwelt eines Tim Burton unterschied, musste ein neuer Look gefunden werden. Im Ergebnis sehen wir ein Gotham City welches sich stark an heutigen modernen Metropolen orientiert: klinisch, steril, mit klaren Linien und moderner Architektur, inspiriert von Städten wie New York, Los Angeles und natürlich Chicago, wo ein Großteil des Films gedreht wurde.

Außerdem wollte Nolan seinem Publikum einen klareren Einblick in die Organisation des Helden gewähren, vor allem im Bezug auf seine technischen Spielsachen: Kostüm, Waffen, bis hin zum bulligen Batmobil, da Batman ja bekanntlich ein Held ohne Superkräfte ist – dafür aber mit nahezu unbegrenzten finanziellen Mittel – braucht er all diesen Schnick Schnack um gegen das organisierte Verbrechen bestehen zu können. So lässt Nolan also den Milliardär Bruce Wayne/Batman seine Ausrüstung aus der Forschungs- und Entwicklungsabteilung seines eigenen Unternehmens „Wayne Enterprise“ beziehen sowie Einzelteile seines Kostüms über diverse Scheinfirmen aus Eurasien importieren. Natürlich findet die Endfertigung all dessen, von Bruce und seinem Butler Alfred selbst durchgeführt, im geheimen Unterschlupf – der Bathöhle – unterhalb des pompösen Anwesens „Wayne Manor“ statt.

Einerseits ist es natürlich interessant mal genauer zu beleuchten, wie Batman eigentlich seine Verbrechensbekämpfung managet. Andererseits nimmt Nolan damit dem Charakter einen Großteil seiner mystischen Aura. Batman soll kein Mann in einem Kostüm sein, sondern – wie Wayne es auch selbst im Film beschreibt – ein Symbol, ein Monster, etwas unverwüstliches, etwas unheimliches und dann im nächsten Moment zu zeigen, dass dieses Monster nicht mehr ist, als ein gut organisierter, disziplinierter und Milliarden schwerer Mann, scheint dann doch etwas kontra produktiv zu sein.

Die eigentliche Stärke von „Batman Begins“ liegt aber auch ganz wo anders. Nolan ist nämlich der erste Regisseur, der sich entschlossen hat – im immerhin fünften Film von Batman – den Protogonisten, sprich Bruce Wayne/Batman, zu thematisieren und genauer zu beleuchten. Fast schon verwunderlich, dass vor ihm niemand auf die Idee gekommen ist – die anderen Batman-Filme beschäftigten sich größtenteils mit seinen Gegnern – immerhin birgt der Charakter ein enormes Potenzial mit, welches zu betrachten sich durchaus lohnt, wie zahlreiche Comicvorlagen des dunklen Ritters außerdem belegen. So beschäftigt sich Nolan im ersten Teil seines Films also außergewöhnlich stark – für einen Blockbuster – mit der Psyche und den Ängsten von Bruce Wayne. Bevor dieser nämlich in sein schmuckes Kostüm steigt und zum Batman wird, muss er sich erstmal mit sich selbst auseinander setzten, erwachsen werden, Fehler machen, seine Ängste konfrontieren und schlussendlich lernen, was es bedeutet für Gerechtigkeit zu kämpfen und welchen Preis diese Entscheidung mit sich bringt. Ein starker Auftakt für einen Comichelden und verständlich warum deshalb die Gegner „Ras Al Gul“ und „Scarecrow“ nur als Randfiguren fungieren können und lediglich dafür sorgen, dass Batman in der zweiten Hälfte des Films auch ein bisschen was zu tun bekommt, was auch dem Rhythmus des Films gut tut, da dieser erst wirklich anzieht und Stimmung macht, wenn Batman dann auch endlich auftaucht. Vorher kann man nur drauf hin fiebern und zusehen wie Christian Bale den Charakter mehr als gelungen portraitiert und für das Extrem: Batman, ein glaubwürdiges Motiv liefert.

Ohnehin ist „Batman Begins“ – bis auf eine Ausnahme – mit einem großartigen Cast gesegnet, der bis auf die kleinste Nebenrolle mit hochkarätigen Namen glänzt. Jede Rolle zu beschreiben würde den Rahmen dieser Review sprengen, darum seinen nur kurz die wichtigsten Namen erwähnt: Christian Bale, Michael Caine, Liam Neeson, Gary Oldman, Cillian Murphy, Tom Wilkinson, Rutger Hauer, Ken Watanabe und Morgan Freeman – die Ausnahme bildet übrigens Katie Holmes, die in ihrer Rolle als Staatsanwältin schlichtweg viel zu jung und kindlich wirkt und in der Fortsetzung durch die bedeutend bessere Maggie Gyllenhaal ersetzt wurde.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Inszenierung der Aktionszenen. Nolan wollte nämlich – anders als die meisten Comicverfilmungen – größtenteils auf CGI Bilder verzichten um den Realismus – im Rahmen dieses Fantasie/Abenteuers – zu wahren. Das Stichwort hieß Authentizität: echte Explosionen, echte Kämpfe, echte Stunts, was toll gelungen ist – ein Highlight des Films ist die Verfolgungsjagt mit dem bulligen Batmobil – lediglich beim Schnitt der Kämpfe ist Nolan etwas übers Ziel hinausgeschossen. Diese sind so hektisch und schnell geschnitten, dass man dem Ablauf kaum folgen kann und nur wenig von Batmans Kampfkunst zu sehen bekommt. Nolan wollte den Zuschauer in die Rolle von Batmans Gegnern versetzen, ihnen zeigen wie wuchtig, unheimlich, schnell und verwirrend Batmans Attacken auf sie wirken. Gut gemeint, aber das Publikum möchte eben viel lieber genau sehen wie Batman kämpf, ein Kritikpunkt den sich Nolan übrigens zu Herzen genommen haben soll, weshalb man in der Fortsetzung nun mit – sichtbar – toll choreographierten Kämpfen, entschädigt werden soll, ob das stimmt bleibt abzuwarten.

Klar ist – neben Burtons visuell bestechender und atmosphärisch geladener Gothik-Märchenwelt – ist „Batman Begins“ der erste wirklich ernst zu nehmende Batman-Film, der sich als erstes ausführlich mit dem Charakter des Helden befasst und seinen Werdegang sowie seine Motivation das zu tun, was er eben tut, ausführlich zu beleuchten. Dieser Prozess ist sehr lobenswert, auch wenn Nolan an vielen Stellen noch Steigerungspotential offen lässt und sein Batman-Film sicherlich nicht perfekt ist, so ist er doch auf einem sehr guten Weg eine Reihe von Filmen zu kreieren die dem dunklen Ritter wahrlich würdig sind.

Autor: André

Jetzt weiß ich…

Abgelegt unter: Strandgut am 26.07.2008 von Sven

…auch, was der André zum Geburtstag von mir bekommt!

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via: nerdcore
Autor: Sven

Kinostarts: 24.07.2008

Abgelegt unter: Im Kino, Kinostarts am 24.07.2008 von Sven

Nach langer Zeit mal wieder, bequeme ich mich doch noch einmal um die wöchentlichen Kinostarts anzupreisen. Wirklich viel hat man in den vergangenen Wochen aber, was die bundesweiten Kinostarts bzw. Filme angeht, auch nicht wirklich verpasst.

Allerdings doch noch zu erwähnen, währen hier die Starts vom 05.06.2008 wovon ich selbst noch den “The Elephant King” mitgenommen hatte und das Ergebnis für noch ganz gut befunden hatte. Allerdings reicht es sich den Film mal auf DVD auzuleihen.

In der Kinowoche vom 03.07.2008 hatte es Senator doch nochmal versucht das komplette Projekt “Grindhouse”, also sowohl “Planet Terror” und “Death Proof” als auch die dazugehörigen Fake-Trailer, als original DF und OmU in die Deutschen Kinos zu bringen, was aber an der supergeringen Kopienanzahl und der schlechten Verteilung innerhalb Deutschlands, an den meisten vorbei gegangen sein sollte. Bleibt also nur auf das “Double-Feature” DVD Release, vermutlich im kommenden Monat, zu warten.

Und somit war also eher Ebbe in den veragangenen Wochen im Kino angesagt und bis auf die, vom André hier besprochenen, Filme “The Happening“, “Julia“, “Der unglaubliche Hulk“, “Jugend ohne Jugend” und “Hancock“, so wie den von uns beiden besprochenen “Happy-Go-Lucky” (André/Sven) und “So ist Paris“, welcher von mir unter die Lupe genommen wurde, sind einzig vielleicht noch “Bank Job” mit Jason Statham (Start: 19.06.2008) und “All the Boys love Mandy Lane” (Start: 26.06.2008), für den sich André noch zu interessieren schien, erwähnenswert.

So jetzt aber: Vergangenes gehört vergessen, also… Was erwartet uns den in dieser Woche?

YEAH! Sechs Jahre nach dem Ende der neunten Staffel und zehn Jahre nach dem ersten Kinofilm kehren Mulder und Scully endlich zurück. Ich als alter Fanboy muss dabei natürlich mit von der Partie sein, auch wenn die ersten Kritiken nur wenig gutes erahnen lassen. Nichtsdestotrotz freue ich mich wie Hugo die beiden mal wieder zusammen ermitteln zu sehen dürfen…

Was übrigens das andere Gedöns angeht: Es ist an dieser Stelle in beiden Fällen mehr als Warnung gemeint als als ernstzunehmender Kinotip. OK, wer solch hirnfreien Fäkalhumor einfach braucht, um eventuell ja auch vielleicht eine masochistische Ader zu befriedigen, dem sei nach “Epic Movie”, “Date Movie, “Meine Frau, die Spartaner und Ich” sowie “Scary Movie”, “Scary Movie 2″, “Scary Movie 3″ UND “Scary Movie 4″ auch noch “Superhero Movie” ans Herz gelegt. Und damit noch nicht genug: Ihr sollt auch noch einen “Disaster Movie“, dann vermutlich bei uns 2009 in den Kinos, bekommen.

Viel Spaß damit und ich hoffe das sich wärend der Vorstellung eure Gedärme um euer Gehirn schlingen, um euch zu erlösen.. (Siehe: Ode an den kleinen grünen Kittklumpen den ich eines Sommermorgens in meiner Achsehöhle fand)

Und demjenigen der sich freiwillig in “Der Mond und andere Liebhaber” setzt nachdem er bereits diesen Trailer gesehen hat, dem ist auch nicht mehr zu helfen.

Das war es auf jeden Fall für diese Woche erstmal Folks! Vielleicht gibt es ja nächste Woche an dieser Stelle nochmal was von mir zu hören, was die Kinostarts angeht…

via: filmz
Autor: Sven

So ist Paris

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 23.07.2008 von Sven

Inhalt: Paris, die Stadt der Liebe, die Stadt der Emotionen und des Chaos: Im Alltag der Millionenmetropole prallen Welten aufeinander, wenn sich die Wege ganz normaler, aber völlig individueller Menschen kreuzen: Gemüsehändler auf sentimentalen Abwegen, ein Uniprofessor auf der Jagd nach jungen Frauen, ein Tänzer auf der Suche nach Vollendung, eine Sozialarbeiterin im Dauereinsatz, eine Bäckersfrau mit unkonventionellen Überzeugungen, ein illegaler Immigrant in der Stadt seiner Träume. In “So ist Paris” sucht jeder seinen Platz, seine andere (Liebes-) Hälfte, sein Kätzchen. Unter der Herrschaft des Alltäglichen, in der liebenswerten Sentimentalität des Banalen, wird das Unspektakuläre König – im grandiosen Rahmen der unvergänglichsten aller Städte… (Pressetext: Prokino)

Kritik: Schwermütig, gegensätzlich, tragikomisch, nicht überall schön, nicht immer unbeschwert, “So ist Paris”. Cédric Klapischs Liebeserklärung an seine Heimatstadt, entführt uns in satten 129 Minuten Gesamtlaufzeit in all die kleinen, eigentlich ach so alltäglichen und banalen, aber gerade deswegen manchmal auch so außergewöhnlichen Situationen, die sich SO auch nur in einer Metropole wie Paris, welche sich zwischen Vergangenheit und Zukunft gefangen, jeden Tag neu selbst erfinden muss, abspielen können. Klapisch legt dabei allerdings keinen Wert auf Glorifizierung, sondern hat erkannt, ebenso wie Olivier Assayas und Frédéric Auburtin in ihrem wunderbahrem Episodenfilmprojekt “Paris, je t´aime” von 2006, das die eigentliche Schönheit und die Faszination von Paris gerade erst in eben ihrer Unvollkomenheit, in ihrem stetigen Wandel und ganz besonders den sowohl gesellschaftlich soziologischen als auch allgemein infrastrukturellen Unterschieden liegt.

Es sind die Reibungspunkte, die Klapisch interessieren, die Gegensätze zwischen Tradition und Moderne, von Alt und Neu, von Arm und Reich, aus denen Paris seinen Reiz zieht.

Da gerade diese Vielschichtigkeit und Unvollkommenheit sich nur schwer durch einen A-typischen Plotaufbau verdeutlichen lässt, entschied sich auch Cédric Klapisch für das Konzept eines Episodenfilms. Klapisch versucht aus einem Pool von Characters, die vage durch ihre Geschichten miteinander verknüpft sind, ein stimmiges Gesamtkonstrukt zu erzeugen, welches zwar äußerst unterhaltsam daherkommt, letztendlich dann allerdings doch leider hinter Filmen wie eben “Paris je t´aime” stehen bleiben muss.

“Paris je t´aime” hat “So ist Paris” gegenüber nämlich einen klaren Vorteil: Den Moment der wirklichen Alternation innerhalb des filmischen Gesamtkonzepts! Das Konstrukt hinter “Paris je t´aime” allein verdeutlicht schon besser eben jenen Reiz von Paris, als es jemals der gesamte Film “So ist Paris” auch nur ansatzweise schaffen könnte. 18 an sich klar von einander getrennte Episoden, gespielt in 18 unterschiedlichen Arrondissement von Paris, von 18 unterschiedlichen Regisseuren einzeln erdacht und einzeln verwirklicht… Es ist logisch das dies wesentlich mehr Vielfalt und Abwechslung innerhalb des Endprodukts hervorruft als es ein alleinig erdachtes Konzept jemals schaffen könnte.

Doch soll dies keine wirkliche Kritik gegenüber “So ist Paris” darstellen, denn Klapisch kam vielleicht auch einfach zu spät mit seiner Idee, bzw. zu früh hinter “Paris je t´aime”. Und dafür hat er immernoch eine ziemlich unterhaltsame und abwechslungsreiche Geschichte abgeliefert. Auch versteckt sich die eigentliche Kritik nämlich ganz woanders…

Klapischs Werk hat leider nämlich mit zwei ganz anderen eher unschönen Problemen zu kämpfen. Einerseits wäre da die Tatsache das “So ist Paris” teilweise einfach zu unrund läuft. Der feine Garn der die einzelnen Geschichten miteinander verwebt, droht an einigen Stellen einfach zu reißen, da sich Klapisch entweder zu kurz oder aber zu lang mit einer Situation, einer Geschichte oder einem Charakter aufhält, so dass, wenn der Schnitt auf ein anderes Sujet dann kommt, es entweder zu apprupt oder aber zu spät erscheint.

Wenn wir etwa in einer, von der Optik her leicht an Michel Gondry erinnernden und auch nett gestalteten aber einfach für die allgemeine Geschichte unnützen, Traumsequenz Rolands Architektenbruder dabei zusehen dürfen, wie er versucht vor der banalen Normalität seines Lebens zu fliehen, dann mag dies zwar nett aussehen, bringt jedoch die eigentliche Kerngeschichte überhaupt nicht weiter. Auch vielleicht gerade durch diese teilweise ungerrecht wirkende Aufteilung der Laufzeit, vermag es “So ist Paris” nicht recht einen schlußendlich wirklich alles umspannenden Bogen um seine Geschichte, seine einzelnen Figuren ziehen zu können, so dass aus derart vielen und kleinteilig erzählten Geschichten dann für den Zuschauer ein wirklicher Schuh daraus werden würde.

Zudem, und dies ist der zweite und wesentlich schwerwiegendere Kritikpunkt, wirken einige der Figuren des Filmes leider vollkommen deplatziert und Störend. Auch ihre Storys verlaufen sich im nachhinein und ohne großes Zutuen für die Geschichte, schlicht im Sande. Zu nennen wären hier einerseits die Episode um einen Afrikaner, der seine Reise nach Europa in einem kleinen Motorboot antritt. Die zwar einfühlsam fotografierten Bilder des afrikanischen Flüchtling auf seinem Weg ins ersehnte Paradies, mögen für sich allein stehend zwar vielleicht noch leidlich funktionieren, jedoch wirken Sie innerhalb dieses Filmes lediglich wie eine lieblos drangetackerte und nur allzu nachlässige Abhandlung der Pariser Immigrationsproblematik.

Auch das Auftreten etlicher anderer Randfiguren bzw. die zwar wirksame aber dennoch unnütze und schlußendlich auch sinnlose Vertiefung einiger Charaktere, wie z.B. die des verwahllosten Bettlers der sich scheinbar in Elisé verguckt hat, oder aber auch die bereits erwähnte Sequenz über den Architekten, führen letztendlich zu nichts. Zwar verschaffen diese Szenen den jeweiligen Figuren gekonnt Plastizität und Tiefe, jeddoch führen uns die Figuren an sich, danach dann leider überhaupt nicht mehr weiter.

Zwar schmälern all diese Schwächen das Gesamtpaket ein wenig, aber nichtsdestotrotz sind sie irgendwie verzeihbar, da der Kern der Geschichte immer noch überragt, auch wenn er streckenweise im Film, schon ein wenig drohte zu versinken. Klapisch beweist nämlich trotz allem, insbesondere bei der liebevollen Setzung seiner Figuren, der Besetzung und Verkörperung durch die Schauspieler und auch den Aufbau ihrer jeweiligen Szenen, großes führerisches und cineastisches Können.

Er nimmt seine Figuren äußerst ernst, behandelt Sie respektvoll und weiß Sie stets ins rechte Licht zu rücken. Auch wenn einige seiner Figuren fehl am Platze wirken mögen, so besitzen sie alle jedoch ihren ganz eigenen Charme und sind voller Leben.

Dies mag natürlich auch an der fabelhaften Besetzung liegen, denn Juliette Binoche, Romain Duris und auch besonders Fabrice Luchini wissen einfach in ihren Rollen wirklich aufzugehen und Sie derart liebevoll, dreidimensional und glaubhaft zu verkörpern, dass man wirklich denken mag Sie säßen gerade höchstpersönlich vor einem. Bei Binoche und Duris ist dies aber auch vermutlich einfach auf eine gewisse Routine und schauspielerische Erfahrung bzw. das bereits Erlernte und das Bergerschen des nötigen Handwerks zurückzuführen, wohingegen man bei Luchini sogar streckenweise wirklich die Leidenschaft hinter seiner Rolle erkennt.

Auch der restliche Cast ist durchweg gut gelungen. Man mag dabei z.B. an die arabische Bäckerergehilfin denken oder eben auch jenen verarmten Bettler, der sich zwar storytechnisch nicht ganz einfügen will, aber trotzdem eine, gerade für zwei solch kurze Auftritte, wirklich enorme Tiefgängigkeit bekommt. Es sind auch vorallem auch die kleinen Figuren die wirklich im Gedächtnis bleiben, so wie die Bäckereibesitzerin, die Studentin, die Frau des Architekten…

Das der Film überhaupt eine solch beeindruckende Authentizität gegenüber seinen Figuren entwickeln kann, liegt dabei allerdings auch in der durchgängig zwar sehr schlicht gehaltenen, sogar teilweise auch relativ kühl wirkenden aber dennoch durchgängig auch sehr persönlichen Kameraführung von Christophe Beaucarne. Die gewählten Motive und Sujets versprühen sowohl Klarheit, Eindringlichkeit als auch teilweise wirklich tiefe Emotionalität. Insbesondere jene Sequenzen die innerhalb der Wohnungen der Protagonisten spielen, wirken wie eine Einladung auf den Zuschaue “Hey, das sind meine Charaktere. Die sind alle ziemlich nett. Fühl dich ganz wie Zuhause bei ihnen und mach es dir gemütlich!”.

Fazit: “So ist Paris” will das der Zuschauer sich kurzzeitig im Film wie Zuhause fühlt, ein bischen mit im plaudert aber danach auch einfach wieder geht. Dem Film hätten einige Streichungen was die Storyline und einzelne Figuren angeht, sicherlich gut getan, das Gesamtpaket damit eher abgerundet und gestrafft, jedoch fühlt man sich immernoch durchgängig unterhalten und wirkliche Längen entstehen eigentlich kaum, oder sind zu vernachlässigen. Auf der Seite der Regie wird somit durchgängig gute bis wirklich fabelhafte Handwerkskost geboten, mit einigen Patzern innerhalb der Aufteilung der Laufzeit, was aber ebenfalls zu verschmerzen sein dürfte. Schauspielerisch werden einige Glanzleistungen geboten die auch Kameratechnisch gut in Szene gesetzt worden sind. Ein Film denn man sich gerne anschaut, der einen nicht hetzt, sich Zeit lässt und einfach ein paar kleinere und nette Geschichten dem Zuschauer erzählen möchte.

Autor: Sven

Wir bleiben uns TROY!

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn... am 23.07.2008 von Sven

Drüben bei den Filmfreunden kam ich gerade ziemlich ins Staunen. Viel mehr noch: Ich war sogar richtig schockiert! Und irgendwie… Tja… starb heute auch, ganz tief in mir drinnen, ein kleiner Teil von mir der immer noch versuchte an das Gute im Menschen glaubte…

Ich musste nämlich wieder einmal feststellen, dass der alte Spruch “Jeder ist käuflich! Ausnahmslos!”, immernoch bittere Realität ist. Denn drüben bei Batzmann und Co. gibt es seit heute ein Gewinnspiel! Nix weltbewegendes, mag man denken… Gibbet dort ja ab und zu mal öfters… Doch dreht es sich bei gerade diesem Gewinnspiel um den up-coming Super-Drecks-Film “Superhero Movie”, für den die Jungs von den F5 anscheinend ein paar Fan-Pakete vom Verleih gesponsert bekommen haben, welche Sie nun unters Volk bringen wollen/sollen.

Nun beruht so ne Schose ja aber immer auf “Geben und Nehmen”, und da bereits erwähnter “Film” aller Wahrscheinlichkeit nach eher unterirdisch schlecht werden wird, kann so ein Verleih halbwegs lobende Worte im Vorfeld immer gut gebrauchen.

Wenn man nämlich ganz vielen Leuten, immer ganz dolle Sachen schenkt, dann werden müssen diese Leute vermutlich auch ganz dolle Sachen über meine Filme schreiben Und DANN werden ganz viele Vollpfosten darauf reinfallen und ich kann die dann ganz dolle an der Kinokasse um ihr sauer Erspartes betrügen. Oder aber ganz viele Vollpfosten, die auch schon in “Epic Movie”, “Scary Movie IV” und/oder wahlweise auch “Meine Frau, die Spartaner und Ich” gerannt sind, und diesen Dreck dann auch noch ernsthaft wirklich gut fanden, werden hoffentlich endlich glücklich sein, dafür aber leider dumm wie Brot sterben…

Zumindest kann ich mir diesen Text hier einfach nicht anders erlären! Natürlich wurde die Comment-Funktion sofort gekillt, damit man erst gar nicht fragen kann wieso Batzmann ach so blümerant die schlichte Wahrheit versucht zu umschreiben, die da lautet: “Nein ich habe den Film noch nicht gesehen, aber er IST definitiv Scheiße! DAS WEIß ICH EINFACH!!!” Und ganz besonders kann ich mir dies nicht erkären, im Hinblick darauf was sogar Nilz N Burger von den F5, also sogar noch derjenige der Filmfreunde von dem man noch am ehesten erwarten würde, dass er so einen “Film” gut finden würde, nur wenige Monate zuvor selbst über “Superhero Movie” gesagt hat.

Ganz ehrlich Leute: Klar wollt ihr euren Lesern auch mal was bieten, aber ich bin mir relativ sicher, dass der durchschnittliche Besucher der F5 auch gerne auf ein supi-dupi Fan-Packet von so Sachen wie “Superhero-Movie”, vll. mit nem supi-dupi T-Shirt und nem bestimmt astreinen Soundtrack, verzichten kann und dafür viel lieber dadurch stolz auf euch wäre, wenn ihr den Schund einfach wieder zurückschickt oder von mir aus auch verbrennt und davon ein YouTube-Video posted, aber wenigstens nicht versucht Scheiße hübscher zu reden als Sie es in Wahrheit ist. Und ich kann… Nein… Ich WILL mir auch gar nicht vorstellen dass Batzmann diesen Dreck auch nur ansatzweise unterhaltsam findet.

Autor: Sven

Hancock

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 22.07.2008 von André

„Wehe du wirfst den Truck auf meinen Kopf.“

Big Will meldet sich zurück mit einem neuen Blockbuster Marke: Standard-Unterhaltung. Der von Peter Berg Inszenierte Wust aus Action, Humor und Drama ist trotz der Grundidee – besoffener antiSuperman im Pennerlook – wenig komisch, kein bisschen originell und die für Anspruch und Tiefgang einspringende Action kommt schon wieder viel zu kurz.

John Hancock (Will Smith) hat es nicht leicht als Superheld. Wegen seiner ungewöhnlichen Methoden und nach ein paar “Missgeschicken” ist er bei der Bevölkerung nicht mehr so beliebt und in etwas in Ungnade gefallen. Daher heuert er einen PR-Berater (Jason Bateman) an, der sein Image wieder verbessern soll. Als sich Hancock dann auch noch in dessen hübsche Frau Mary (Charlize Theron) verliebt, nimmt das Chaos seinen Lauf…(Quelle: Pressetext)

Nachdem Will Smith als Militär Wissenschaftler vereinsamt – mit Hund – durch New Yorks verwilderte Straßenschluchten zog, liegt er nun verkatert und zugedröhnt auf einer Parkbank in Los Angeles. Den Zustand der völligen Einsamkeit, würde Hancock sicherlich begrüßen, denn die Leute gehen ihm mächtig auf die Eier, ständig soll er für sie die Welt retten und tut er dies, dann beschimpfen sie ihn als „Arschloch“. Warum? Hancock ist ein Superheld und unverwundbar, aber Hancock ist außerdem ein Säufer ohne Perspektive und darum erledigt er seinen Job nur mir halbem Arsch und macht dabei eine Menge Zeug kaputt. Was die Welt über ihn denkt ist Hancock aber scheiß egal – zumindest eine halbe Stunde lang und bis dahin ist es ganz amüsant ihm dabei zuzusehen wie er volltrunken durch die Gegend fliegt, halb nackt kleinen Kindern die Eistüten klaut und einen Wal aufs Meer hinaus schleudert. Dann taucht der PR-Berater Ray auf – dem Hancock das Leben rettet  – und beschließt aus Dankbarkeit, Hancock zu einem besseren Menschen zu machen.

Jason Bateman dabei zuzusehen, wie er Hancocks unorthodoxe Aktionen kommentiert oder sich bemüht als gute Seele und Gewissen, Hancock ein wenig Anstand und Vernunft einzutrichtern, ist – neben den YouTube Videos (die man aus den Trailern kennt) – leider das einzige Highlight welches der Film zu bieten hat.

Obwohl „Hancock“ viel Potenzial für schwarzen Humor und bös-witzige Momente bietet, bleibt der Streifen erstaunlich brav und harmlos – schlimmer noch – Hancock wird bereits nach einer halben Stunde gezüchtigt und geht freiwillig in den Knast um Busse zu tun. Dann steckt in Ray in ein nichts sagendes, schwarzes 08/15 Kostüm und lässt ihn – langweilig wie Superman – die Welt retten, schnarch. Die dabei noch auftauchenden Gags, wie Hancocks Klarstellung der nicht sexuell gemeinten Berührung, bei der Rettung einer Polizistin mitten im Kugelhagel und die – im Film dann gar nicht mehr witzige – „Kopf in den Arsch“ Aktion, kennt man ebenfalls aus den Trailern.

Nachdem also Hancocks Problem der Unzucht und der Unvernunft gelöst sind, kommt der Film mit einer vollkommen an den Haaren herbeigezogenen Überraschungswendung, um Charlize Theron daher und strickt zudem ein Liebesdrama um sie und Hancock, welches auf Grund der plötzlichen Ernsthaftigkeit des Films und der aufgesetzten Tragik der Handlung völlig deplatziert und lächerlich wirkt.

Spätestens jetzt verliert man jegliches Interesse an dem Film, denn auch die Action kommt in der finalen Phase viel zu kurz. Ohnehin hält der Film viel zu wenig davon bereit und dann handelt es sich um langweilige und uninspirierte CGI Bilder, die mittlerweile – auch wenn sie noch so auf die Kacke hauen (was sie hier nicht tun) – niemanden mehr beeindrucken können.

Schade also, dass „Hancock“ seine Möglichkeiten nicht mal ansatzweise auslebt und einzig Jason Bateman etwas für die routinierte Action und die kraftlose Performance von Smith und Theron entschädigen kann. Der Film ist nichts weiter als eine hochgekochte Banalität mit Starbesetzung und lauten Effekten ohne Stil, die das männliche Equivalent zu „Die Super-Ex“ darstellt und dabei noch schlechter wegkommt.

Autor: André

“Lot’s of Money for the Bat”

Abgelegt unter: Allgemein am 22.07.2008 von André

In your face Spider-Fuck!

Letzte Woche lief “The Dark Knight” in den U.S of A. an und lässt seitdem die Kassen klingeln. Bereits am ersten Tag spielte der Film sagenhafte 66.4 Mio Dollar ein und schlug damit den bissherigen Rekordhalter “Spider-Man 3” (letztes Jahr: 59.84 Mio Dollar am ersten Tag). Bereits Wochen zuvor wahren die Karten der VorPremieren Vorstellungen ausverkauf, sodass viele Kinos extraVorstellungen um 3:00h und 6:00h Morgens einschoben.

Die Rekordjagt geht noch weiter; Am ersten Wochenende brachte “The Dark Knight” ein Einspielergebnis von 158.4 Mio Dollar, somit sind die Produktionskosten von 150 Mio Dollar schon mal save. Innerhalb dieser Woche noch, rechnet Produktionsstudio Warnerbros. mit einer Einspielsumme von 220 Mio Dollar, weltweit ist diese Summe schon fast erreicht obwohl der Film bisher nur in Australien, Mexico und Brasilien anlief (Dtsch. start: 21.August)

Nach dem Klick gibt’s ein paar triviale Anekdoten zum Film…

Gib mir den Rest! »

Jugend ohne Jugend

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 20.07.2008 von André

 „Ich will nich mehr Rupini sein…“

Nach zehn Jahren Abstinenz, nimmt Filmschöpfer Francis Ford Coppola wieder im Regiestuhl platz und widmet sich einer Literaturverfilmung, die er zudem für die Leinwand adaptiert und – erstmals völlig unabhängig – produziert hat.

Der alternde Linguistik-Professor Dominic Matei (Tim Roth) erlangt auf wundersame Weise seine Jugend wieder zurück, nachdem er einen Blitzschlag überlebt hat. Die körperliche Verjüngung und offenkundige Unsterblichkeit geht einher mit einem gleichsam hoch entwickelten Geist, was das Interesse einiger Nazi-Wissenschaftler weckt und Dominic ins Exil treibt. Während seiner Flucht durch Europa,  verbündet er sich mit der Wiedergeburt seiner verflossenen Geliebten Laura/Veronica (Alexandra Maria Lara) und setzt seine Forschung nach den Ursprüngen der menschlichen Sprache fort. Als seine Arbeit jedoch Lauras Gesundheit bedroht, ist Dominic gezwungen, sich zwischen seinem Lebenswerk und der großen Liebe seines Lebens zu entscheiden…(Quelle: Pressetext)

Die literarische Vorlage „Jugend ohne Jugend“ eine Novelle des rumänischen Religionswissenschaftlers Mircea Eliade soll Coppola persönlich stark berührt haben, da ihn der lange Leidensweg des Protagonisten Dominic Matei, selbst an eine lange Episode der Unerfülltheit erinnert haben soll. Mit Jugend ohne Jugend kehrt Coppola nun zum Autorenkino zurück und erfüllt sich damit einen lang ersehnten Traum. Eigenständig – ohne Produzenten und Filmstudio – und somit in seiner künstlerischen Freiheit uneingeschränkt, finanzierte Coppola den Film aus eigener Tasche und präsentiert seinem Publikum damit ein non kommerzielles, anspruchsvolles und ambitioniertes Werk.

Handwerklich ist der Film – wie zu erwarten – tadellos, lediglich ein paar Abzüge gibt es für die Teils, sehr klinisch wirkende Optik der digital Kameras, die sich hier stark mit dem Look der 30ger, 40ger und 50ger Jahre beißt. Dafür zeigt sich Coppola stellenweise sehr vielseitig im verwenden von Filmsprache und experimentiert, vor allem in Traumsequenzen, gekonnt mit den – ihm zur Verfügung stehenden – Mitteln. Die Kunstfertigkeit der Illusion – des Mediums „Film“ – weiß Coppola gekonnt und subtil zu nutzen, ohne dabei in bombastisch artifiziellen oder effekthascherrischen Bildern zu versinken.

Dennoch hat auch Coppola seine Probleme die komplexe und breite Geschichte zu bändigen. Die literarische Vorlage zwingt ihn derweil zu enormen Zeitsprüngen, was sich negativ auf das Verständnis der Handlung auswirkt. Zudem scheint auch Coppola – genau wie Matei – hin und hergerissen zwischen den Themen der Forschung, Wissenschaft, Zeit und Liebe, sodass keines dieser Themen in den Vordergrund rückt, sondern sie vielmehr im ständigen Wettstreit miteinander stehen und man als Zuschauer nicht ausmachen kann, wo genau der Schwerpunkt der Erzählung verankert ist.

Die darstellerische Leistung von Tim Roth ist hochgradig und überzeugend, in einer Nebenrolle ist zudem Bruno Ganz vertreten, der ebenfalls gekonnt agiert. Ein echter Stimmungsdämpfer ist allerdings Alexandra Maria Lara – die zwar schön anzusehen – aber keinesfalls der Rolle gewachsen ist, die sie verkörpern soll. Besonders im direkten Zusammenspiel mit Roth, zeigt sich der Unterschied der Klassen und die enormen Defizite von Maria Lara, die sich auch in der schlechten Eigen-Synchronisation wiederspiegeln und jede Dramaturgie im Keim ersticken.

Trotz einiger Mängel steht Jugend ohne Jugend für das Ideal der künstlerischen Freiheit der Filmschöpfung und auch wenn Coppola mit seinem ersten unabhängigen Werk kein Meilenstein  geglückt ist, so merkt man dem Film doch die Freude am uneingeschränkten Erzählen und Inszenieren an. Soviel Engagement gehört gewürdigt und mit einem Besuch im Kino – bei einem Glas Rotwein – unterstützt.

Autor: André

Manchmal…

Abgelegt unter: Strandgut am 12.07.2008 von Sven

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via: LegoRobot-Comics
Autor: Sven

Dance, Monkeys, Dance!

Abgelegt unter: Strandgut am 12.07.2008 von Sven

Autor: Sven

Damit man sich nicht wundert…

Abgelegt unter: Allgemein, Filme am 11.07.2008 von Sven

Da ich gerade ein paar wenige meiner eigenen Kritiken mit unseren neuem Punktesystem versehen habe, und mir dabei etwas sehr wichtiges aufgefallen ist, möchte ich dies nun gerne unserer treuen Leserschaft unserer Leserschaft mitteilen und somit etwas klarstellen.

Augenscheinlich ist mir just in diesem Moment der Fakt entgegengesprungen, dass der Herr K. offenbar ganz anders seine Punkte zu verteilen weiß, als das z.B. bei mir der Fall ist. Wie Herr K. dies im einzelnen und ganz genau tut kann er mir, und euch ja hoffentlich auch, ja vielleicht baldig, dank der [edit]-Funktion, in diesem Artikel ausführlicher erläutern.

Ich sehe dass nämlich so: Ein Film, denn ich persönlich als “für sehenswert, mehr aber auch nicht” empfunden habe, einem Film also der unterhaltsam ist, denn man sich anschauen kann, und mit dem man seine Zeit nicht vergeudet, aber der eben auch nichts besonderes darstellt, diesem Film würde ich persönlich irgendwas zwischen 2,5 und 3 Weltraumaffen vergeben. Aber auch ein Film der lediglich 2 Affen von mir bekommen hat, kann schon sehenswert sein, insofern meine Kritik darauf hinweißt. Filme die über 3 Punkte von mir bekommen, sollte man sich schon anschauen. Ab 4 Punkten ist es bereits eigentlich Pflichtprogramm und 4,5 bzw. 5 Punkte erreichen eigentlich nur wahre Meisterwerke, werden also nur selten vergeben.

Alles was eindeutig unter 2 Punkten liegt, kann man bereits vergessen! Bei 0.5 und 0 Punkten, wäre ein Besuch bei nem Urologen auf PCP und Crack, der nen Lötkolben als medizinisches Instrument verwendet, vermutlich unterhaltsamer und auch weniger schmerzvoll.

Das ist zumindest das System wie ich es handhabe. Also nicht wundern wenn ein guter Film mit “lediglich” 2-3 Punkte von mir abgestempelt wird, denn dies empfinde ich schon bereits als “guten Film”.

Da dieses Bewertungssystem doch anscheinend etwas arg von eben jenen System des Herrn K. abweicht, wollte ich dies nur einmal kurz erläutern. Vielleicht erklärt der André ja auch noch mal explizit seine Herangehensweise.

P.S.: Ich hätte ja “Indiana Jones IV” 2,5 Weltraumaffen vergeben, aber ich habe ja auch keine Kritik dazu geschrieben.

Autor: Sven

Happy-Go-Lucky

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 11.07.2008 von Sven

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Inhalt: “Poppy (Sally Hawkins) arbeitet als Grundschullehrerin im Norden Londons und ist das, was man eine wahre Frohnatur nennt: stets gut gelaunt, offenherzig, hilfsbereit und ihren Mitmenschen gegenüber unvoreingenommen. Kurzum: Poppy muss man einfach gern haben. Mit der großen Liebe hat es allerdings noch nicht so richtig geklappt – ist aber auch halb so wild. Schließlich hat Poppy ja ihre Mitbewohnerin Zoe, ihre Schwester Suzy und noch einen ganzen Haufen bester Freundinnen, mit denen sie um die Häuser ziehen kann. Poppys unbeschwerte Art löst in ihrer oft etwas missgelaunten Umwelt allerdings auch Befremden und Erstaunen aus. Manche halten sie für ein wenig schlicht, einige sogar für verrückt. Auf jeden Fall aber führt Poppys Dauerflirt mit dem Leben zu den absurdesten Situationen, deren Komik nicht selten in anarchischer Auflösung gipfelt.” (Pressetext: Tobis)

Kritik: Zunächst einmal ein tiefes “WTF!?” für die obrige Inhaltsangabe vom Verleih Tobis! “…deren Komik nicht selten in anarchischer Auflösung gipfelt.”? Hat man euch ins Hirn gekackt Jungs? Naja wie dem auch sei…

Ich hatte ja eigentlich erwogen, mir die “Happy-Go-Lucky” Kritik zu ersparen. Fast zwei ganze Stunden ist dieser Streifen lang, hat mich somit schon zur genüge kostbare Lebenszeit gekostet… Die Review war in Deutsch, möglich dass die Originalfassung ein wenig besser kommt, aber ich bin nicht auch nur im Ansatz bereit, dies irgendwann einmal, freiwillig testen zu wollen.

Den Ankündigungen zufolge soll “Happy-Go-Lucky” ein humorvolles FeelGood-Movie sein, eine Komödie. Zumindest der Trailer und die Werbung sind dermaßen auf Comedy zurechtgetrimmt, dass man dies glauben mag, vielleicht sogar annimmt, es könnte sich um eine Komödie mit romantischen Zusatz handeln. (Siehe obrigen Schwachsinn Pressetext)

Leider ist “Happy-Go-Lucky” aber höchst nervig, nur bedingt unterhaltsam und stellenweise derart langatmig, dass ich sogar Mühe hatte, wach zu bleiben. Einige Zuschauer aus anderen Vorstellungen, verließen schon bereits nach den ersten 30 Minuten die Vorstellung, aber ich hatte ja doch noch die Hoffnung, dass sich in “Happy-Go-Lucky” ja vielleicht doch noch irgend etwas tut, dass sich das Leiden und die Engelsgeduld letztendlich doch noch auszahlt. War nicht. Und falls ich in der Zukunft nochmal eine derart grausame Zeit im Kino erlebe, werde ich eigenhändig die verdammte Kopie verbrennen!

Da es Filmemacher Mike Leigh (“Vera Drake”) anscheinend nicht für nötig hält, dass, was er mit “Happy-Go-Lucky” sagen will, via einer halbwegs unterhaltsamen Story zu vermitteln, werde ich hier auch keine, wie sonst von mir erwartet, so üblich scharfsinnige und stets höchst informative sowie natürlich auch rein objektive Filmkritik meinerseits erbringen, sondern nur schnell ein paar Wörter in das WordPress kloppen…

Eine durchgehende Story gibt es in “Happy-Go-Lucky” nicht, als Charakterstudie taugt der Film aber mangels authentischer Figuren leider ebenso wenig. Und eigentlich sollte eine Inhaltsangabe wie folgt lauten:

“Poppy ist eine nervige Grundschullehrerin, die niemanden mit ihrem Gequassel verschont. Das soll uns dann aber vom Regisseur als “Happy” und gutgelaunt verkauft werden. Sie hält nur dann endlich die Fresse, wenn man gerade hoffen würde, dass sie ihren Mund aufmacht und ihre Meinung sagt.”

Z.B. gleich beim ersten Mal, als ihr Fahrlehrer (Eddie Marsan) eine rassistische Bemerkung macht, wird diese von Poppy nur schweigend quittiert, allerdings dann später bei den eigenen Freundinnen breitgetreten und als “unzumutbar” dargestellt.

Der Fahrlehrer ist ein wandelndes Klischee, steht für jedes Vorurteil unter der Sonne und verkörpert diese auch in jeder Sekunde mit perfekten Sarkasmus. Eddie Marsan ist wirklich beeindruckend in der Rolle des Fahrlehrers Scott! Leider bildet er damit aber auch gleichzeitig den einzigen, winzigen und gänzlich alleine strahlenden glanzvollen Moment des gesamten Filmes.

Die im “Happy-Go-Lucky” Trailer verstümmelte Szene im Buchladen ist in Wirklichkeit dann auch viel länger. Denn Poppy muss den bemitleidenswerten Buchhändler, dem der Sinn nicht nach Small Talk steht, erstmal gehörig zuquatschen. Sie beweist somit gleich auch direkt in der ersten Sequenz dem Zuschauer, ihre fehlende Respektlosigkeit und Sensibilität gegenüber anderen Menschen (der Buchhändler läuft ihr sogar irgendwann davon, doch das scheint Sie keineswegs zu interessieren, sie macht einfach weiter).

Auch schwer zu ertragen ist eine über Gebühr ausgedehnte Szene, in der wir Poppys betrunkener Chicksengang (inkl. betrunkener Poppy selbst) ewig lange dabei zuhören müssen, wie sie über nur wenig interessantes reden. Als einziger bei einer Party nüchtern zu sein ist nicht sonderlich aufregend, wir haben das sicher alle schon einmal erlebt, und so ist auch diese Szene für den Zuschauer.

Nachdem wir Poppy dann gerade endlich hassen gelernt haben, werden uns aber ein paar Szenen geliefert, die diesen Blick revidieren sollen und Poppy’s Charakter denn dringend nötigen Tiefgang verpassen möchten, denn wir bisher so schmerzlich vermisst haben.

Das haut nicht hin. Too little, too late! Das ist die einzige Antwort, die mir dazu einfällt. Die Puzzle-Teile fügen sich nicht zu einem Bild zusammen, Poppy wird nicht zu einer glaubhaften dreidimensionalen Figur.

Ach ja, ein Mann fällt ihr dann gegen Mitte/Ende des Films auch noch vom Himmel in einer der Szenen, wo eigentlich nur noch ein Comic-Armor mit Pfeil und Bogen und ein innerer Monolog fehlt.

“The Road to Reality” heißt das Buch, das Poppy übrigens in der Buchhandlung zufällig aus dem Regal fischt. Der Weg zur Realität. “Den möchte ich lieber nicht gehen”, sagt sie fröhlich vor sich her sprudelnd und gackernd (sic!) und stellt es rasch wieder weg.

Bei Poppy hat jener normalerweise ja eigentlich “gesunder” Optimismus des Menschen, leider einen völlig anderen Gang eingeschlagen. Sie besitzt schon längst, keinerlei Bezug mehr zur eigentlichen Realität und wankt nur noch gluckernd und völlig verblendet, durch den Film. Und die armen Kreaturen um Sie herum müssen dann auch noch, ebenso wie der Zuschauer, unter dem sinnlosen Hirnhangdrüsenejakulat, welches sie ununterbrochen von sich absondert, leiden.

Sie ist wie ein 30 jähriges Kind, welches keinerlei Verantwortung für ihre Umwelt tragen will. Mehr noch, sie scheint auch erst überhaupt nicht, die dafür benötigte geistige Reife zu besitzen! Eine Art weiblicher Michael Jackson, welcher am liebsten niemals seine Neverland Ranch verlassen will! Und dafür soll man die Braut dann auch noch bewundern??? Geschenkt, lieber Mike Leigh…

Aber: Die Mission des Films, die Frage die er dem Zuschauer ja eigentlich stellen möchte, dies aber aufgrund mangelnder Kompetenz und oben genannter Probleme vergeigt, ist laut Leigh selbst: “Was ist Glück? Und wird die Welt erträglicher, wenn man auf ihre Hässlichkeit mit Abkapselung reagiert, oder wenn man sich ihr öffnet?”. Und die Antwort daruf lautet schlicht, dass man eine Balance dazwischen finden muss! Und weder das eine noch das andere, zumindest in der Extreme ausgeübt und für sich alleine stehend, so wie es bei Poppy ja der Fall ist, die richtige und einzig wahre Antwort auf diese Frage darstellen kann.

Wenn die Mogelpackung “Happy-Go-Lucky”, die keine Komödie ist, wenigstens ein halbwegs interessantes Drama oder eine interessante Charakterstudie wäre, dann wäre ich ja zufrieden gewesen. Auch wenn mir eine Komödie angekündigt wurde. Man ist ja flexibel. Man ist ja willig sich unterhalten zu lassen. Man will ja wissen was der Regisseur da einem sagen möchte.

Doch dieses unausgegorene Patchwork kommt daher wie das Ergebnis eines Brainstormings, das man mal eben mit improvisierten Szenen und ein wenig Editing auf Spielfilmlänge gebracht hat, um eine Deadline einzuhalten.

Noch eins: Dass die Filme bestimmter Filmemacher aufgrund ihrer Historie oft viel milder beurteilt werden ist wohl kein Geheimnis. Einige der “weniger eindrucksvollen” Filme dieser Filmemacher bekommen trotz allem eine Review und gute Kritiken. Aber hätte ein noch unbekannter Regieneuling z.B. ein derartig “wenig eindrucksvolles” Filmchen abgeliefert, müsste er mit einem kalten Klima rechnen, bzw. würden dann von vornherein weniger Kritiker ihre Zeit damit “verschwenden”, darüber etwas zu schreiben. Dieses Verhalten macht für mich leider einfach keinen Sinn.

Ich halte es für ein Cop-out, das “Schema” zu bemühen… Einfach nur “anders” zu sein ist nicht automatisch ein Qualitätssiegel. Auch Filmemacher, die in der Vergangenheit interessante Filme geliefert haben, können ‘mal weniger interessantes abliefern. Das ist ja auch okay. Aber jeder Film ist eben für sich als Kunstwerk zu bemessen, denn das ist dass, was der Zuschauer letzlich nunmal sieht. Nicht das Gesamtkunstwerk des Regisseurs, sondern nur einen Film.

Fazit: Und sollte dieser Film eben “Happy-Go-Lucky” heißen, so kann ich nur sagen: “Überlegt es euch verdammt gut, ob ihr 2 Stunden eures Lebens, einfach so die Toilette runterspühlen möchtet”

Autor: Sven

Der unglaubliche Hulk

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 11.07.2008 von André

„Hulk smash…!“

Runde zwei für die MARVEL Studios in Sachen eigenständiger Comic-Verfilmung. Nachdem Iron Man wie eine Bombe einschlug und – bis Dato – der beste Blockbuster des Jahres ist, zieht nun der grüne Muskelklotz Hulk - in einer Neuauflage – hinterher.

Fünf Jahre ist es her, das Ang Lee für seine – gar nicht mal so schlechte – Hulk-Version von den Comicfans geächtet wurde, nun versucht uns also Actionregisseur Louis Leterrier den Comicabklatsch von Dr. Jeckyl & Mr. Hyde  besser zu verkaufen. Das er damit nicht an den smarten Eisenmann heranreicht war zu erwarten, nicht aber, dass Der unglaubliche Hulk ein durch und durch uninspiriertes, langweiliges und lahmes Comicdebakel werden würde.

Schon mit seinen Darstellern weis Leterrier überhaupt nichts anzufangen. Spitzenschauspieler wie Edward Norton, Tim Roth, William Hurt und Liv Tyler dümpeln eindimensional und völlig unmotiviert durch seinen Film, sprechen langweilige Dialoge und baden in Klischees sowie kreativlosen Inszenierungen.

Von eigenen Ideen keine Spur, Leterrier spult Standard runter und bedient sich nebenher noch schamlos bei Filmen wie Das Bourne Ultimatum und King Kong. Die Handlung bleibt – wohlwollend – unspektakulär und bietet weder Überraschungen, noch Wendungen, oder irgendeine interessante Information, die man nicht schon im Vorfeld wusste. Dazu kommt das der Film sich viel zu ernst nimmt, kaum ein Anflug von Humor oder Ironie, nur gequälte Gesichter – die einem völlig egal sind – und wenn es dann doch mal kurz ironisch sein soll, wirkt es bemüht und aufgesetzt.

Selbst den Part, den Der unglaubliche Hulk eigentlich mit Bravur meistern müsste – nämlich die Action – ist eine einzige Enttäuschung. Grade mal drei große Actionsequenzen bietet der Film, wovon der Hulk bei einer auch noch komplett im Schatten verborgen bleibt. Richtig rocken würde vermutlich nur der Finale Kampf, zwischen Hulk und Abomination, währe dieser nicht – dank dem deutschen Filmverleih CONCORDE – dermaßen erbarmungslos auf eine FSK 12 gecuttet worden, dass der Ablauf überhaupt nicht mehr nachvollziehbar ist.

Tatsächlich hing überall an der Kinokasse folgender Warnhinweis:

 Besucherinformation zu
„Der unglaubliche Hulk“

Die deutsche Filmfassung wurde durch den Filmverleiher CONCORDE für die Freigabe ab 12 Jahre massiv gekürzt. Dadurch wird vor allem der entscheidende Kampf zwischen Hulk und seinem Gegenspieler völlig entstellt. Diese Entfernung von Filmteilen liegt nicht im Ermessen des Kinos, sondern alleine in der Verantwortung des Filmverleihers. Kritik richten Sie bitte ausschließlich an die CONCORDE Tel: 089-45061028.

Wir bitten Sie, dies vor dem Kauf einer Eintrittskarte zu beachten und rate Ihnen eher vom Besuch dieses Filmtorsos ab.

Da kann ich doch nur sagen: „Danke liebes Kino für eure ehrlichen Worte und FUCK YOU CONCORDE für diesen Filmkrüppel, den eine FSK16 vermutlich auch nicht besser gemacht hätte.“

Somit ist der neue Hulk also alles andere als unglaublich, das einzig positive ist, er lässt Ang Lees Hulk-Version tatsächlich viel besser dastehen als vorher. Abschließend kann ich mich nur noch den Worten meines Kinos nach Wahl anschließen: „vom Besuch dieses „Films“ rate ich eher ab.

NACHTRAG ZU: DER UNGLAUBLICHE HULK

Autor: André

“The Spirit” gIRLS…

Abgelegt unter: Allgemein am 10.07.2008 von André

Gleich vier gute Gründe, warum ich mir nächstes Jahr auf jeden Fall das von Will Eisner kreierte und Frank Miller inszenierte Comicspektakel “The Spirit” anschauen werde. ;)

(via)

[update] neuer Trailer nach dem Klick

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