Abgedreht

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 30.04.2008 von André

„Ich bin Bill Murray, du bist alle andern.“

Film ist Magie; das will uns Michel Gondry in seiner schrägen Komödie Abgedreht verklickern und es gelingt ihm auch dank jeder Menge verrückter Ideen und Kreativität sowie zwei gut gelaunten Darstellern.

Jerry (Jack Black) beschließt eines Tages, das örtliche Kraftwerk zu sabotieren, das er für seine langjährigen Kopfschmerzen verantwortlich macht. Doch statt gelungener Rache wird er magnetisiert. Mit diesem Magnetfeld “bewaffnet”, besucht er seinen besten Freund Mike (Mos Def), der gerade in der Videothek von Mr. Fletcher (Danny Glover) aushilft, und löscht so aus Versehen alle Videos im Laden. Um zu verhindern, dass Ms. Falewicz (Mia Ferrow) ihrem guten Freund Mr. Fletcher etwas von dem Chaos berichtet, das sie in seinem Laden angestellt haben, beschließen die Beiden, die Filme einfach selbst nachzudrehen…(Quelle: Pressetext)

Dreh- und Angelpunkt der – in der Tat – sehr abgedrehten Story, ist das „Do it yourself“ – Prinzip (DIY), nachdem Mike und Jerry die Filmwünsche der Kunden nachdrehen. Ich hatte schon Bedenken, dass sich das Konzept des Films – durch den starken Internet-Hype und die vielen Nachahmer bei YouTube – bis zum Filmstart, schon längst ausgelutscht hätte. Glücklicherweise ist dies nicht der Fall, denn obwohl ich bereits zuvor zahlreiche, bekannte Filme nach dem DIY-Prinzip gesehen habe, konnte mich Abgedreht immer noch überraschen und auf Grund des – schier unerschöpflichen – Ideenreichtums, mit dem Mike und Jerry ihre „geschwedeten“ Filme produzieren, einfach nur verblüffen.

Auf dieser Ebene schafft es der Film tatsächlich dem Zuschauer die Faszination und Magie – die ein Film beinhalten kann – zu vermitteln und ihn für das wesentliche eines Films zu sensibilisieren. Es geht nicht um große Stars, bombastische Effekte und teure Kulissen. Es geht um die Idee, eine Geschichte zu erzählen und das mit Begeisterung, viel Kreativität und vor allem; mit Liebe. Vielleicht klingt das ein wenig kitschig, doch was Gondry versucht zu sagen ist; dass es nichts weiter als Herz braucht um einen Film zu drehen, der Rest kommt von alleine.

Zusätzlich zu dieser Botschaft, kritisiert Gondry außerdem die Kommerzialisierung von Film und zwar in Persona Mr. Fletcher (Danny Glover) und einer Anwältin (Sigourney Weaver). Mr. Fletcher muss erkennen, dass sich die Modernisierung nicht aufhalten lässt. Seine – mäßig laufende – VHS Videothek „Be kind Rewind“ geht den Bach runter, DVDs mit Action und Komödien sind gefragter als alte Videokassetten mit Filmklassikern – das traurige Fazit – Tradition und Qualität weichen der Konsum orientierten Marktwirtschaft. Der zweite Kritikpunkt betrifft die Filmindustrie; Mike und Jerry sehen sich einer Anwältin gegenüber, die beiden – auf Grund von „Copyright-Verletzungen“ – mehrere Milliarden Dollar Strafe und/oder mehrere tausend Jahren Gefängnis androht, sollten diese ihre DIY-Filmversionen nicht augenblicklich vernichten. Dies geschieht mit Hilfe einer Straßenwalze, die demonstrativ über die „geschwedeten“ Tapes fährt – Ein überdeutlicher Seitenhieb auf die Filmindustrie und ihre Methoden zur Bekämpfung von „Copyright-Verletzung“ und „Filmpiraterie“.

Den einzigen Kritikpunkt – den sich Abgedreht gefallen lassen muss – ist die zu starke Fixierung auf die oben genannten Themen. Der Film ist am Ende doch etwas zu speziell geraten, um ein breites Publikum zu begeistern, denn außer der Message „Film ist Magie“ hat die Komödie nicht viel zu bieten. Wer also keine Begeisterung für die Thematik „Film“ mitbringt, der wird doch eher enttäuscht werden. Ansatzweise bemüht sich das Drehbuch um eine kleine Romanze mit Mike sowie eine Rivalität zwischen ihm und Jerry, die ihre Freundschaft bedroht. Diese Ansätze sind jedoch so schemenhaft, dass man sie kaum war nimmt und von jetzt auf gleich verschwunden. Die Charaktere im Film muss man von Anfang an mögen, denn sie werden einem kaum näher gebracht oder in ihre Eigenarten großartig erklärt, sie sind einfach da und gefallen – oder eben nicht – damit muss man sich arrangieren.

Jedoch fällt das nicht wirklich schwer, denn Mos Def und Jack Black sind ein spitzen Team. Mos Def bringt die Ruhe und Gelassenheit mit, die es braucht um – den völlig durchgeknallten – Jack Black zu bremsen, gerne schießt dieser nämlich mal übers Ziel hinaus und neigt zur Übertreibung – das darf er aber auch, wenn er einen damit – wie hier – so zu lachen bringt. Mos Def kann man nur loben, denn der Mann hat wirklich Schauspieltalent, ganz im Gegensatz zu seinen zahlreichen Rap-Kollegen.

Das Fazit lautet; Abgedreht ist eine spezielle und ungewöhnliche Komödie über Filmliebhaber, für Filmliebhaber; voller kreativer Einfälle, Spaß und Anregungen. Garniert wird das Ganze mit einem eingespielten Schauspielduo in Hochform und einer herzlichen Botschaft „Film ist Magie“.

Autor: André

Tödliche Entscheidung

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 29.04.2008 von André

„Wer eine Familie hat, braucht keine Feinde.“

Ein Raubüberfall der eine Familie auseinander treibt, das ist die Quintessens des – als Thriller getarnten – Familiendramas Tödliche Entscheidung, dem neuen Film des 83 jährigen Regieveteranen Sidney Lumet.

Andy (Philip Seymour Hoffman) bezieht als Geschäftsführer eines Wirtschaftsprüfungsunternehmens ein sechsstelliges Jahreseinkommen und ist mit einer schönen Frau (Marisa Tomei) verheiratet. Sein jüngerer Bruder Hank (Ethan Hawke) dagegen ist geschieden, lebt allein in einem kleinen Apartment, ist mit den Unterhaltszahlungen für seine Tochter hoffnungslos im Verzug, trinkt zu viel und hat eine Affäre – mit der Frau seines Bruders. Dennoch ist es Andy, der von beiden die größeren Probleme hat. Seine Ehe mit Gina steht kurz vor dem Scheitern, und um seinen extravaganten Lebensstil und exzessiven Drogenkonsum zu finanzieren, hat er Geld der Firma unterschlagen…(Quelle: Pressetext)

Dies ist lediglich der Auftakt des raffiniert erzählten Dramas, das sich zu Anfang wie ein genretypischer Thriller verhält, bei dem ein Überfall geplant wird, der dann aber schief geht. Erst danach erfährt man, wer die Personen sind die in den Überfall verwickelt wurden und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Der Film folgt dabei drei Perspektiven, ausgehend von Andy, seinem Bruder Hank und derer beiden Vater Charles (Albert Finney). Festgemacht an einem Ereignis, springt der Film mit Hilfe von Rückblenden immer wieder an einen bestimmten Punkt zurück und wechselt dabei die Perspektive. Auf diese Weise erfährt der Zuschauer Stück für Stück immer mehr über die Charaktere sowie deren Motivation und Handeln. Während sich das Puzzle allmählich zusammen setzt, findet man sich – schleichend – in einem großen Familiendrama wieder, dessen tragische Auswirkungen das zukünftige Leben aller Figuren bestimmt.

Das raffinierte an Tödliche Entscheidung ist, dass der Film erst durch seine Zerstückelung und Neuanordnung der Handlung an Spannung und Intensität gewinnt. Hätte Lumet die Geschichte gradlinig und schnörkellos erzählt, wäre unter Umständen durchaus Langeweile aufgekommen, so aber verfolgt man gespannt den kompletten Ablauf des Films und wird immer wieder von neuen Geheimnissen – um die Familie Hanson – überrascht. Langsam und schleichend wird einem das eigentliche Drama des Ganzen bewusst und man beginnt mit den – im Grunde völlig unsympathischen – Charaktere mitzufühlen.

Selbstverständlich funktioniert das nur auf Grund der hochkarätigen Besetzung und dem exzellentem Schauspiel aller Darsteller. Von Albert Finney und Philip Seymour Hoffman hatte ich ja schon im Vorfeld nicht weniger als „absolute Bestleistung“ erwartet, aber auch Ethan Hawke und die – hier überraschend freizügige – Marisa Tomei überzeugen auf ganzer Linie. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Sidney Lumet endlos lange probt um anschließend sehr schnell drehen zu können, ein bewehrtes Konzept welches man dem Film ansieht. Jeder Darsteller beherrscht seine Mimik, seine Gestik und seinen Text auf den Punkt wodurch ein Sog von Intensität entsteht, der auf das Publikum übergreift. Man wird gefangen von der Handlung, den Figuren und der Spannung des Films und das ganz langsam und ruhig, nur zur Mitte hin droht man kurzzeitig – vielleicht auf Grund einer Rückblende zu viel – abzudriften, doch dann zieht die Handlung wieder unglaublich an und die Ereignisse überschlagen sich, bis zu ihrem unweigerlich – höchst dramatischen – Höhepunkt.

Man möchte fast sagen „ein kleines Meisterwerk“ – vielleicht währe das zu hoch gegriffen, doch die Erfahrung des Regisseurs, die Qualität der Darsteller sowie Inszenierung und die Geschichte selbst, zeugen von hohem Anspruch und stilvoller Unterhaltung, die ganz ohne große Effekte oder laute Geräusche auskommt. Ein Film der alten Schule, der von mir das Prädikat „unbedingt mal anschauen“ erhält.

Autor: André

double KILL

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 22.04.2008 von André

HITMAN:

MR. BROOKS:

Diese Woche im Videoverleih stieß ich auf gleich zwei Neuheiten die sich mit einer – eher ungeliebten – Randgruppe unserer Gesellschaft befassen: den KILLERN.

Selbstverständlich ist „Killer“ nur ein Oberbegriff der sich in viele unterschiedliche Kategorien aufteilen lässt, ebenso unterschiedlich wie die Filme in denen sie auftauchen können, oder – wie in diesem Fall – zu Protagonisten werden.

Film Nr.1 stammt aus dem Genre: Action und befasst sich mit der Person des „Auftragskillers“. Es handelt sich um HITMAN, die Videospielverfilmung des gleichnamigen Strategie/Shooters der Firma Eidos. Im Spiel steuert man den professionellen Auftragskiller „fourtyseven (47)“ und muss auf möglichst effiziente und unauffällige Weise, kriminelle oder korrupte Machtinhaber um die Ecke bringen.

Im Film wird 47 von Timothy Oliphant verkörpert, der zwar etwas jünger wirkt als die Vorlage, aber durchaus in der Rolle gefällt. Im zur Seite steht die relativ unbekannte Olga Kurylenko, die immer sexy mit dem Arsch wackeln darf, schön knappe Kleidchen trägt und ein paar Mal auch nur mit Slip auskommt – ist natürlich lecker Eyecandy für die Kerls, aber zu Olgas Verteidigung; sie spielt eine Prostituierte.

Die Handlung ist – wie erwarten – Standard: Agent 47 (Timothy Olyphant), ein Killer mit Prinzipien und Nerven wie Drahtseile. Doch wird aus dem kühlen Jäger auf einmal der Gejagte: Er gerät in die Fänge eines politischen Machtspiels und wird selbst zur Zielscheibe von Interpol und dem russische Militär. Während er den Attacken seiner Gegner ausweicht, kämpft Agent 47 darum, herauszufinden, wer ihn aus dem Weg räumen will – und warum! Die größte Bedrohung besteht für ihn allerdings in der geheimnisvollen, attraktiven Frau Nika (Olga Kurylenko)…(Quelle: Pressetext)

HITMAN ist gar nicht so schlecht wie man ihm nachsagt – und der unendlich schlechte Pressetext vermuten lässt, die DVD-Fassung hat „keine Jugendfreigabe“ und dementsprechend heftig und konsequent geht es auch bei den zahlreichen Ballerszenen zu. Dabei steigert sich der Aufwand der Action kontinuierlich, wobei jeder der Szenen hübsch choreografiert ist und durchaus zu unterhalten weis. Natürlich ist der Streifen nicht sonderlich Innovativ und bietet leider auch gar nichts Neues was man noch nicht gesehen hätte. Aber 2-3 Mal fühlt man sich schon an das coole Actiongame erinnert und Timothy Oliphant sieht auch immer cool aus, in dem signifikanten Anzug von 47.

Insgesamt also sicher kein wirklich einschlagender – aber dafür recht solider – Actionfilm dem man sich auf DVD – schön laut – gerne zu Gemüte führen kann.

Film Nr.2 ist ein GEHEIMTIPP, er heißt: MR.BROOKS, ist ein Thriller und erzählt die Geschichte eines „Serienkillers“ der eigentlich keiner sein möchte.

Von der Handelskammer zum Mann des Jahres gekürt, scheint Earl Brooks (Kevin Costner) auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt zu sein. Weder seine Frau (Marg Helgenberger) noch seine studierende Tochter (Danielle Panabaker) ahnen etwas von seiner, versteckten, alzu dunklen, mörderischen Seite.

Vor zwei Jahren hat er mit dem Töten aufgehört, Brooks versuchte seine Sucht nach dem Töten mit regelmäßigen Besuchen bei den Anonymen Alkoholikern zu bekämpfen. Doch dann überkommt ihn wieder die alte Mordlust. Sein imaginärer Freund Marshall (William Hurt) unterstützt ihn bei seinem Vorhaben, denn dieser konnte die zweijährige Auszeit nie richtig verstehen.

Bei dem ersten Doppelmord nach der Pause wird Brooks jedoch fotografiert. Der unfreiwillige Zeuge Smith (Dane Cook) erpresst Brooks mit den Bildern und droht zur Polizei zu gehen, falls er ihn nicht mit auf seine Mordzüge nimmt. Als sich zudem die hartnäckige Ermittlerin Tracy Atwood (Demi Moore) an die Fersen von Smith heftet und an der Uni von Earl Brooks Tochter ein grausamer Mord geschieht, überschlagen sich die Ereignisse…(Quelle: Pressetext)

Regisseur Bruce A. Evans und Co-Writer Raynold Gideon überraschen mit einer äußerst einfallsreichen und Genre untypischen Handlung, bei der sie den Serienkiller Earl zu ihrem Protagonisten machen. Das Interessante daran ist; das Earl wirklich böse ist, tatsächlich Unschuldige umbringt und obendrein auch noch an Schizophrenie leidet. Earl ist eine akute Bedrohung für die Gesellschaft und trotzdem findet man ihm irgendwie sympathisch. Das liegt vor allem an Kevin Costner und William Hurt, bei deren bizarren Dialogen, es unglaublich viel Spaß macht zuzusehen. Costner zeichnet nach Perfekt World endlich mal wieder einen bösen, interessanten und facettenreichen Charakter, der sich neben seiner Mordsucht auch mit familiären Problemen herum schlagen und mit William Hurt einen großartigen Co-Darsteller hat, der seine Rolle des imaginären Marshalls sichtlich genießt.

Etwas unausgegoren wirkt lediglich der Plot um Demi Moore in der Rolle von Detectiv Tracy Atwood. Die schlägt sich nicht nur mit den Ermittlungen der Brooks-Morde, sondern außerdem mit Jagd nach einem weiteren Serienkiller herum. Dieser Erzählstrang gibt der Handlung zwar immer mal ein paar Spannungselemente, ist aber im Prinzip völlig überflüssig.

Sieht man über diese kleine Schwäche hinweg, gestaltet sich Mr. Brooks aber als äußerst unterhaltsamer und ungewöhnlicher Genrefilm mit vielen interessanten Ideen und gut gelaunten Darstellern, auf DVD sehr sehenswert.

Autor: André

Jumper

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 18.04.2008 von André

„Paladine töten Jumper, ich töte Paladine, so einfach ist das.“

Ein unsympathischer Superheld, eine Organisation religiöser Fanatiker – die ihn töten will, ein Tropfen pseudo-Mythologie und eine Menge Actionwust; das ist Jumper, der neue Sci Fi-Action Kracher von Regisseur Doug Liman (Die Bourne Identität; Mr. & Mrs. Smith).

David Rice (Hayden Christensen) dachte immer, er sei ein ganz gewöhnlicher Typ – bis er durch Zufall entdeckt: Er ist ein “Jumper”. Sekundenschnell kann David nach Tokio teleporten, ins Kolosseum nach Rom oder zu den Pyramiden von Gizeh. Seiner Freundin (Rachel Bilson) schenkt er zwanzig Sonnenuntergänge in einer Nacht. Oder er besorgt sich ein paar Millionen aus dem nächsten Banktresor.

Doch dann nimmt sein Leben eine dramatische Wendung. Verfolgt von einer Geheimorganisation, die Menschen wie ihn auslöschen will, verbündet sich David mit einem anderen “Jumper” (Jamie Bell) und erkennt, dass er die Schlüsselfigur in einem jahrtausendealten Krieg ist…(Quelle: Pressetext)

Jumper packt das Superhelden-Thema mal von der anderen Seite an; David nutzt seine Fähigkeiten praktisch ausschließlich zu seinem eigenen Vorteil, „Mit großer Kraft kommt große Verantwortung.“ wäre ein Satz über den er nur müde lächeln würde. Dieses Handeln ist nachvollziehbar und verständlich, ist David doch in jungen Jahren von seiner Mutter verlassen worden und sieht in seinem Vater keine Vorbilds- oder Respektsperson, kein Wunder also, dass David zu einem ungeliebten, arroganten Egomanen heranwächst. Leider macht der Film dieses Thema nicht zum Schwerpunkt seiner Handlung, sondern setzt – wie dieser Tage jeder Blockbuster – lieber auf möglichst rasante Action und virtuose Effekte. David entwickelt sich nicht weiter, erkennt nicht, dass sein Lebensstil zwar einfach und erfüllend, aber letzten Endes eben doch falsch ist. Auch seiner Freundin Millie tut er mit seinem überheblichen Verhalten keinen Gefallen und kann auch auf Dauer keine Sympathien für sich beim Zuschauer wecken.

Das liegt auch an Hayden Christensen, der wirklich gar nichts seit Star Wars dazu gelernt hat und immer noch unbeholfen und hölzern von Szene zu Szene stolpert. Keines seiner gesprochenen Worte, keiner seiner Gesichtsausdrücke, wirkte auf mich glaubhaft, sondern immer aufgesetzt und bemüht charmant, natürlich ohne Erfolg, weil einfach künstlich. Auch Rachel Bilson (Der Letzte Kuss; O.C. California) find ich zu diesem Zeitpunkt in einem Kinofilm reichlich deplatziert; ihr Schmollgesicht passt gut in eine gehobene Teenie-Soap, aber im Spielfilm fehlt ihr meiner Meinung nach „das gewisse Etwas.“ Natürlich reduziert sich ihre Rolle auch nur auf; die perfekte Freundin und später auf das hilflose, süße Mädchen das gerettet werden will. Typisch und ganz ähnlich bei Kirsten Dunst in Spider-Man, aber anders als bei Dunst, war mir Bilson ziemlich egal. Das ist traurig und lag eindeutig an ihrer Schauspielkunst und dem Drehbuch.

Pluspunkte konnte bei mir nur – der andere Jumper – Griffin wecken. Jamie Bell ist stets bemüht seiner Rolle, Tiefgang und Persönlichkeit zu verleihen, auch wenn ihm das grotenschlechte Drehbuch kaum Gelegenheit dazu lässt. Und natürlich Samuel L. Jackson in der Rolle des Roland – Anführers der Geheimorganisation – die sich nur „Die Paladine“ nennt. Beide versuchen der schwachen Story eine Mythologie zu verpassen, indem sie von; seit Jahrtausenden andauerndem Krieg zwischen „Jumpern“ und „Paladinen“ quatschen. Klar, dass auch dieser Ansatz im Actionwust untergeht und nie konsequent ausgearbeitet wird.

Könnte man nun denken, dass zumindest die Action über zahlreiche Mängel und Schwächen der Handlung hinweg tröstet, leider auch hier Fehlanzeige. Das dauernde Hin und Her teleportieren lässt keine Zeit sich auf einen Schauplatz einzulassen, zudem machen es die ständig wechselnden Einstellungen schwer so etwas wie Atmosphäre oder Spannung zu erzeugen. Es ist, als würde jemand hinter einem sitzen und mit der Fernbedienung dauernd durch die Kanäle zappen, wobei die einzige Konstante dann aus David, Griffin oder irgendeinem Paladin besteht. Hinzu kommt, dass dem Film ein großer Showdown fehlt; die Finale Auseinandersetzung zwischen Roland und David fällt mehr als dürftig aus und zielt wohl auf eine Fortsetzung ab. Genau wie viele Frage, die zwar aufgeworfen, aber nicht beantwortet werden.

Sollte es also tatsächlich zu einer Fortsetzung kommen, so müsste diese schon um drei Klassen besser sein als dieser unausgegorene Sci-Fi Actionbrei, bei dem es schwer fällt aufmerksam zu bleiben, weil einem die Charaktere völlig egal sind und die Handlung inkonsequent erzählt wird sowie zu gar nichts führt. Am Ende ist man so schlau wie vorher, hat nichts Weltbewegendes gesehen und ist um ein paar Euro ärmer. Meine dringende Empfehlung lautet; lieber drumherum jumpen.

Autor: André

Die Welle

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 15.04.2008 von André

„Drittes Reich…Boar ich kann’s nich mehr hörn“

The Third Wave; so nannte sich die Bewegung des Klassenzimmerexperiments, welches der US-amerikanische Geschichtslehrer Ron Jones 1967 mit seinen Schülern durchführte. Im Jahre 1981 erschien ein – pädagogisch wertvoller – Fernsehfilm der sich mit diesem Experiment befasste; kurz darauf der Roman The Wave von Morton Rhue (D: Die Welle), der wiederum auf dem Drehbuch des gleichnamigen Films basierte und der seitdem zur Pflichtlektüre einer jeden Unterstufe zählt.

Regisseur Dennis Gansel hat sich ebenfalls mit dem Stoff befasst, inspiriert gefühlt und einen Kinofilm gemacht. In diesem spielt sich das Experiment nicht in der USA sondern – sozusagen am Ort des Ursprungs – in Deutschland ab:

Der Gymnasiallehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) startet während einer Projektwoche zum Thema „Staatsformen“ einen Versuch, um den Schülern die Entstehung einer Diktatur greifbar zu machen. Ein pädagogisches Experiment mit verheerenden Folgen. Was zunächst harmlos mit Begriffen wie Disziplin und Gemeinschaft beginnt, entwickelt sich binnen weniger Tage zu einer richtigen Bewegung. Der Name: DIE WELLE. Bereits am dritten Tag beginnen die Schüler, Andersdenkende auszuschließen und zu drangsalieren. Als die Situation bei einem Wasserballturnier schließlich eskaliert, beschließt der Lehrer, das Experiment abzubrechen. Zu spät. DIE WELLE ist längst außer Kontrolle geraten…(Quelle: Pressetext)

Auch ich musste das Buch – meiner Zeit – für die Schule lesen, fand es damals auch ganz spannend und interessant. Heute würde ich es in die Kategorie: „Faszination Faschismus für Anfänger“ einordnen; es ist eben nur ein Roman für Teenager, der genau wie der Film versucht eher Jugendlichen zu gefallen. Was Lehrer Wenger mit seinen Schülern vorhat, ist jedem – halbwegs – gebildeten Hobbypsychologen (der das Buch nicht gelesen hat, wohl gemerkt) nach 5.min klar, ebenso worauf das Ganze wohl oder übel hinausläuft. Umso unverständlicher ist es, dass die Schüler der gymnasialen Oberstufe scheinbar nicht begreifen, auf welch – doch recht einfache Weise – sie von Wenger manipuliert werden und warum die Schulrektorin ein solch riskantes Experiment auch noch unterstützt. Nicht vergessen, die Handlung spielt in Deutschland, wo jeder Anflug von Faschismus – sei er auch kontrolliert und experimentell – entweder strengstens überwacht oder sofort im Keim erstickt wird.

Man merkt’s, der Plot hakt, zumindest hatte ich das Gefühl. Es erscheint einfach äußerst unglaubwürdig, dass eine 11.Klasse voll mit rebellierenden – auf jede Autorität pfeifenden – Schülern, innerhalb von nur einer Woche, zu faschistoiden Idealisten wird; selbst wenn ihr Lehrer ein Kindskopf namens Jürgen Vogel ist. Vielleicht 1967, VIELLEICHT aber heute, im hier und jetzt wohl kaum.

Andererseits ist es ja genau diese Frage, um die sich das Experiment dreht und mit der sich Jene, die den Film sehen beschäftigen sollen. Alle wichtigen Fragen und Anregungen zum Thema wirft der Film auf, liefert aber auch direkt die passenden Lösungen, ohne dem Zuschauer Raum für Eigeninterpretationen zu gönnen. Es ist eben doch ein Lehrfilm geworden, für Jugendliche, für Schulklassen, zum lernen, ätz!

Und auch auf der Ebene tut er sich schwer. Die Dialoge der Teenager fühlen sich häufig nach Drehbuch an, wirken geschwollen und aufgesetzt, was nicht an den durchweg guten Darstellern liegt, sondern am Autor, der sich krampfhaft bemüht hat die Dialoge jugendlich und authentisch klingen zu lassen; das klappt auch manchmal, aber oft auch nicht.

Was hingegen wieder enorm anspricht, ist die frische, moderne Optik des Films. Gansel erzählt schnell und schnörkellos in gekonnt eingefangenen Bildern die die Stimmungen des Films optimal transportieren und ihn dadurch – zumindest visuell – auf ein hohes Niveau heben sowie zu einem verdienten KINOfilm machen. Auch die Darsteller wenden sich engagiert und gut gelaunt ihrem Schauspiel zu und bemühen sich, dem Film die konstruktive Art und aufgesetzte Moral weniger anmerken zu lassen.

Bleibt also zu sagen: Die Welle ist gut gemeint und sicherlich viel besser als der gleichnamige Fernsehfilm, gib sich aber leider zu simpel und aufgesetzt um wirklich gut zu gefallen. Aus pädagogischer Sicht erfüllt er jedoch sein Ziel und schafft es nebenbei, dank guter Darsteller und bestechender Optik, bei Laune zu halten und über Schwächen des Drehbuchs hinweg zu trösten…ich würd sagen, ne gute drei.

Autor: André

BATMAN in neuem Design

Abgelegt unter: Allgemein am 14.04.2008 von André

Pünktlich zu Kinostart von THE DARK KNIGHT, kommt ein spezieller Batman-Animationsfilm direkt auf DVD in den Handel.

Der Animationsfilm trägt den Titel BATMAN GOTHAM KNIGHT und besteht aus insgesamt sechs – unterschiedlich gestalteten – Kurzgeschichten, die allesamt von verschiedenen, etablierten und in der Szene bekannten, Anime-Künstlern inszeniert wurden.

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Neues vom “Klonkrieg”

Abgelegt unter: Im Kino am 14.04.2008 von André

Er kann es nicht lassen. George Lucas hat, zusammen mit 300 Animationskünstlern einen Star Wars Animationsfilm für’s Kino produziert; US-Start: 15. August.

Das Teil heißt Star Wars: The Clone Wars und befasst sich thematisch mit eben diesem besagten „Klonkrieg“, der zeitlich zwischen Episode II und III anzusiedeln ist.

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Zurück nach “Mittelerde”

Abgelegt unter: Im Kino am 14.04.2008 von André

J.R.R. Tolkiens „The Hobbit“ Verfilmung kommt als Zweiteiler in die Kinos.

Der Film ist für die Jahre 2011 und 2012 angekündigt und wird vorrausichtlich – wie „Der Herr der Ringe“ – im Dezember des jeweiligen Jahres anlaufen.

Nach einem Rechtsstreit mit New Line – die ja bekanntlich von Warner geschluckt wurde – ist nun klar, dass Peter Jackson nicht Regisseur, aber Produzent der Hobbit-Filme sein wird. Verleih bleibt New Line bzw. Warner in Kooperation mit MGM.

Erst bestätigt – jetzt wieder in Verhandlungen – für den Regieposten ist; Guillermo del Toro (Pan’s Labyrinth, Hellboy I – II), der die Stelle auch aller Wahrscheinlichkeit nach bekommen wird.

Da Jackson nun glücklicherweise maßgeblich in das Projekt involviert wurde, werden die Filme aller Vorrausicht nach, dem Look der Herr der Ringe-Trilogie angepasst.
Es steht bereits fest, dass Howard Shore (Komponist der HdR-Trilogie) erneut die Filmmusik komponieren wird sowie, dass Sir Ian McKellen wieder in die Rolle des Gandalf schlüpft.

Ich übertreibe vermutlich nicht wenn ich sage: “Das wird großartig.

Autor: André

The SCARY Connection

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn... am 14.04.2008 von André

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James & Amy

Abgelegt unter: Allgemein am 12.04.2008 von André

Nein, das neue Bondgirl wird sie nicht (zum Glück), aber Skandalnudel Amy Winehouse darf den Titelsong zum  22.Bond – mit dem nichts sagenden Titel: „Quantum of Solace“ (start: 22.Nov) – schmettern. Na mal hörn, gell…

Die Helden sind zurück

Abgelegt unter: Im Kino am 08.04.2008 von André

Diesen Sommer hat das Böse keine Chance, denn die Sommer-Kinomonate stehen ganz im Zeichen der Superhelden. Hollywood haut sie alle raus, in den Monaten Mai – August folgt eine Comic-Verfilmung nach der anderen. Die ersten Trailer versprechen: durchwachsenes Popcornkino mit viel Action und zwei-drei Highlights. Als erstes schickt MARVEL gleich drei Comic-Helden an den Start, diesmal ohne ihr publikumswirksames Flack-Schiff SPIDER-MAN, dafür darf sich aber ein neuer Held profilieren: der IRONMAN.

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Juno

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 08.04.2008 von André

„Wenn sie in den engen Shorts vorbeilaufen, sehe ich nur noch Fleischpeitschen.“

Ein Teenager mit Babyplautze in der meist gelobten Komödie des letzten Jahres. Juno ist das freche, unkonventionelle und spitzhumorige Porträt eines jungen Mädchens, das sich plötzlich mit sehr erwachsenen Problemen konfrontiert sieht.

Die 16. jährige Juno (Ellen Page) wird gleich beim ersten Mal Sex mit ihrem Freund Paul (Michael Cera) schwanger. Da sie das Kind nicht behalten möchte und Abtreibung für Juno nicht in Frage kommt, sucht sie in Zeitungsannoncen nach dem perfekten Adoptiv-Elternpaar. Schnell fällt die Wahl auf das junge, wohlhabend, konservative Ehepaar Mark (Jason Bateman) und Vanessa (Jennifer Garner) Loring, die schon seit längerem auf ein Adoptionskind für das perfekte Familienglück hoffen. Neben allen Widrigkeiten der Schwangerschaft, muss Juno jedoch bald feststellen, dass auch die perfekteste Fassade bröckeln kann und das nicht alle Entscheidungen aus dem Bauch heraus zu treffen sind…

Regisseur Jason Reitman (Thank you for Smoking) beweist erneut sein Talent für ungewöhnliche, intelligente Komödien mit Reizthema. Zwar ist Juno keine schwarzhumorige Satire mit Sozialkritik auf jugendliche Schwangerschaften, doch auch hier werden polarisierende Themen wie schwangere Teenager, Abtreibung, Scheidung und Adoption angesprochen, ohne dabei übermäßig dramatisiert oder beschönigt zu werden. Vielmehr reagiert Juno mit einer gesunden Dosis Humor, Sarkasmus und Ironie auf die Unwegsamkeit des Erwachsenwerdens in der Schwangerschaft und trifft damit genau den Zeitgeist seiner Generation. Für soviel Witz und Raffinesse gab’s den Drehbuch-Oscar für Autorin Diablo Cody, sowie viel angemessenes Lob von Kritikern und Publikum gleichermaßen.

Dabei macht es einem Juno (der Charakter) gar nicht so leicht sie zu mögen. Der 16. jährige Teeniebopper ist zwar frech, schlagfertig und selbstbewusst, aber vor Allem auch rotzig, launenhaft und nervig. Bei allen Eigenarten bleibt Juno eben trotzdem ein relativ normaler Teenager mit all seinen Pros und Kontras und darum besonders zu Anfang des Films nicht grade ein Sympathieträger. Zum Glück fällt mit der Zeit aber auch die Hülle des nervigen Teenies und hervor kommt ein junges, sensibles Mädchen voller Ängste und Zweifel, das man verstehen lernt und mit dem man mitfühlen kann. In diesen Moment würdigt man auch Ellen Pages erstaunliche Performance dieser Außenseiterin, die sich nur hinter ihren coolen Aktionen, schlagfertigen Sprüchen und „Scheiß drauf“ Attitüde versteckt, um ihre eigentliche Unsicherheit zu kaschieren. Diesen „Augenblick der Geduld“ verlangt einem jedoch nur die Protagonistin ab, alle übrigen Charaktere treffen auf Anhieb genau ins Schwarze und Sorgen für liebenswerte Momente und jede Menge gute Lacher, besonders Junos Eltern (genial J.K Simmons und Allison Janney) sorgen für Letzteres.

Man darf sich dem vielen Lob also anschließen und gerne von einer gelungenen Komödie mit tollen Darstellern sprechen, die mit intelligentem Humor, anspruchsvoller Inszenierung und stimmigem „Didumdidum“ Soundtrack glänzen kann. Wer das noch nicht gesehen hat, schnell noch ins Kino.

Autor: André