Lars und die Frauen

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 31.03.2008 von André

“Er hat eine Warnvorstellung.”
“Was zum Teufel will er mit einer Warnvorstellung?”

Die Komik rührt oftmals aus der Tragik, nur darf das tragische nicht zu dramatisch werden, sonst wäre es ja nicht mehr komisch. Schwierig wird dies besonders, wenn das eigentliche Thema sehr ernst ist und mit Sorgfalt und Tiefe behandelt werden will. Umso eindrucksvoller gestaltet sich demnach die Arbeit von Drehbuchschreiberin Nancy Oliver und Regisseur Craig Gillerspie, denn ihnen gelang mit Lars und die Frauen die perfekte Balance zwischen Tragik, Komik und Ernsthaftigkeit.

Lars (Ryan Gosling) leidet unter einem psychischen Defekt, er hat Probleme mit sozialen Kontakten und lebt darum sehr zurückgezogen in der Garage seines Elternhauses und damit als direkter Nachbar seines Bruders Gus (Paul Schneider) und dessen schwangerer Frau Karin (Emily Mortimer). Glücklicherweise hat die kleine Gemeinde in der Lars lebt, seinen Spleen akzeptiert und gelernt mit seiner kühlen, abweisenden Haltung umzugehen. Dennoch bemüht sich Karin immer wieder, Lars in das soziale Umfeld einzugliedern, auch wenn dieser ständig versucht ihr auszuweichen. Tief im Innersten spürt Lars die Sehnsucht nach Zweisamkeit und darum bestellt er sich eine „Real Doll“ Sexpuppe aus dem Internet und gibt diese als seine neue Freundin Bianca aus. Die anfängliche Bestürzung seines Bruders und Karin, weicht sehr schnell dem Aktionismus, als die ansässige Psychologin (Patricia Clarkson) bestätigt, dass Lars Bianca als eine Art Brücke zum „normalen“ Leben benutzt. Die gesamte Gemeinde ist angehalten Lars zu unterstützen und Bianca als ein Mitglied der Gesellschaft aufzunehmen…

Mit Leichtigkeit hätte Gillerspie die Drehbuchvorlage in ein bedeutungsschwangeres Drama ausarten lassen können, dass auf die Tränendrüse drückt und für mehr Toleranz und Nächstenliebe plädiert. Stattdessen bleibt er dem Tenor der herzlichen Komödie treu und setzt solche Eigenschaften einfach voraus. Lars (brillant und facettenreich gespielt von Ryan Gosling) ist kein typischer Einzelgänger der voller Zynismus und Unmut durch sein miserables Leben trabt. Er ist ein aufgeweckter, neugieriger und lebensbejahender junger Mann, der um sein Problem weis und selbstständig nach eine Möglichkeit sucht, dieses zu lösen und seine psychische Blockade zu bekämpfen. Natürlich braucht er dafür Hilfe und die findet er auch bei Familie und Freunden und der gesamten Gemeinde. Vielleicht könnte man Autorin Nancy Oliver einen gewissen Schöngeist unterstellen, wenn man sieht, dass wirklich Alle die Sexpuppe Bianca als ein Mitglied der Gemeinde akzeptieren um Lars zu helfen, doch das möchte man gar nicht weil man weis es ist das Richtige.

Man fühlt, lacht und leidet mit Lars auf seinem Weg und man lernt ihn und seine Krankheit zu verstehen, seine Sehnsüchte, seine Ängste und warum er so ist, wie er ist. Das alles macht ihn zu einem glaubwürdigen und vor Allem liebenswerten Charakter mit viel Tiefe und Herz. Diese Sorgfalt der Charakterentwicklung kommt nicht nur ihm sondern auch den übrigen Figuren zu Gute, egal ob Karin (bezaubernd, Emily Mortimer), Lars Bruder Gus, die Psychologin Dagmar oder Margo, die eine Schwäche für Lars hat. Sie allesamt fügen sich wunderbar in die liebevolle und überraschend tiefgründige Handlung ein, die aber niemals zu rührselig, zu dramatisch oder tragisch wird, sondern sich immer ihren guten Geist und ihre Herzlichkeit bewahrt.

All dies macht Lars und die Frauen zu einer kleinen Indy-Perle, die sich als Komödie mit Herz und Verstand nicht der Theatralik oder dem Klamauk ergibt, sondern auf die Stärke ihrer Charaktere und dessen Liebe setzt und damit, anders als Lars beim Bowling, alle Kegel umhaut.

Autor: André

Evil-Flowcharts

Abgelegt unter: Filme, Strandgut am 16.03.2008 von Sven

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Wenn ich ein Simpson wär…

Abgelegt unter: Strandgut am 16.03.2008 von André

oH boY!!! Homer, ich liebe ihn aber SEIN. Obwohl is echt was dran, zumindest von der Einstellung. Ich bin leider nicht so doof, LEIDER, ich wär’s gern. Wer blöd ist, macht sich nicht bekloppt…Homer ich beneide dich bzw. mich, oder so…

(klickt auf das Pic und findet raus wer ihr seit)

Autor: André

Troja: Director’s Cut

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 16.03.2008 von André

„Ein König der seine eigenen Schlachten schlägt. Das wär ein Anblick.“

„Es gibt eine Legende, beinahe 3000 Jahre alt, die von einer Königin erzählt die ihren König betrog und einem Krieger der ausgesandt wurde diesen Verrat zu sühnen. Wenn die Liebe es wert ist um sie zu kämpfen, wurde nie eine größere Schlacht um sie geschlagen als diese…“

Mit diesen Kloppertext wurde für das Antike-Heldenepos Troja geworben. Wie erwarten wurde der Film im Frühjahr 2004 zum Straßenfeger, dafür sorgte ein spitzen Staraufgebot und die bombastische Ausstattung. Regisseur Wolfgang Peterson hatte mit seiner Adaption der „Ilias“ von Homer zwar nicht zum ersten mal den trojanischen Krieg samt all seiner Helden verfilmt, doch das Megabudget und die moderne Tricktechnik ermöglichten ihm gigantische Filmaufnahmen, die sich rein optisch sogar mit einem Herr der Ringe vergleichen ließen.

Um die Massentauglichkeit des Films zu gewährleisten, musste Peterson jedoch viele Kompromisse mit der Verleihfirma Warner eingehen. Der Film durfte eine Spieldauer von 2 ½ Stunden nicht überschreiten, sodass viele Dialogszenen der Schere zum Opfer vielen, zudem mussten die Schlachtszenen ein wenig entschärft werden und auch die ein oder andere Aktszene wurde retuschiert. Nun beinahe vier Jahre später veröffentlicht Warner eine doppel DVD Edition von Troja, auf der Wolfgang Peterson stolz seinen Director’s Cut präsentiert.

Bei solchen Aktionen ist Skepsis gerne angebracht, oft wollen Produktionsfirmen mit später veröffentlichten Extended Cuts doppelt abkassieren. Die Teile sind ihr Geld aber häufig nicht wert, da die zusätzlichen Szenen lieblos in den Film reingequackt werden und noch dazu das Ganze unnötig in die Länge ziehen, beim Betrachten der Szenen wird dann meistens schnell klar warum diese zuvor rausgeschnitten wurden. Bei Troja kommt hinzu, dass Regisseur Peterson sein letztes Mamutprojekt Poseidon mächtig in den Sand gesetzt hat, der Film kostete zwar jede Menge Geld, brachte aber kaum welches ein. Ein Grund also für Peterson schnell mal vom Thema abzulenken und mit nem leichten Neuaufguss von seinem Erfolg Troja ein bisschen Kohle in die Kasse zu bringen.

Zum Glück kann ich entwarnen, worüber ich froh bin, denn ich mochte Troja und ich mag Wolfgang Peterson (als deutscher Regisseur in Hollywood ist er zumindest ein Vorbild, seine Projekte mal außer Acht gelassen). Der Director’s Cut jedenfalls schadet dem Film nicht, im Gegenteil, er bekommt wesentlich mehr Zeit für Details. 30 Minuten länger ist die Neufassung, diese Zeit kommt vor Allem den vielen Nebenrollen zu gute: Briseis, Helena, Priam, Agamemnon und viele mehr bekommen mehr Raum um sich zu entfalten, zu erklären und die Handlung zu bereichern. Vielen Szenen wurden durch Dialogzeilen ergänzt die mehr Hintergrundinformationen über die Charaktere liefern und so ihr späteres Handeln stärker beleuchten und klarer erscheinen lassen. Natürlich bekommen die Aktszenen auch einen Hauch mehr Erotik und in den ohnehin schon imposanten Schlachten wird nun viel mehr gesplattert, wobei die Eroberung Trojas, durch die nun stärker hervorgehobene Brutalität der Griechen, eine viel deutlicheren kritischen Ansatz erhält. Zu guter letzt wurde das Ganze noch mit einem neuen Sounddesign veredelt, der Score wurde völlig neu platziert, teilweise neu komponiert, und wirkt nun noch stimmiger und passender zu den jeweiligen Szenen.

Ich kann sagen, der Film wirkt ausgewogener, stimmiger und tiefer. Der neue Cut gibt ihm mehr Kraft und Bedeutung, macht ihn noch größer und epischer. Keine Szene ist zu viel, keinen Ergänzung überflüssig. Sicherlich ist Troja kein Meisterwerk, der Film kommt nicht an die emotionale Tiefe der Herr der Ringe Trilogie heran, ganz zu schweigen von einer passablen Umsetzung der „Ilias“. Troja ist Antike made in Hollywood, ein zehn jähriger Krieg dauert dort zwei Wochen, eine Stadt wird gern imposanter dargestellt als sie tatsächlich war und Reizthemen wie Homosexualität werden lieber ignoriert, alles dient dem Wohl der allgemeinen Unterhaltung oder der Dramaturgie von Film. Fundamentale Historienforscher sollten ein Auge zudrücken und genießen, denn der Director’s Cut ist gelungen und merzt viele Kritikpunkte aus die man dem Film zuvor anhaften konnte. Jeder der was für Sandalettenschinken übrig hat und die ursprüngliche Fassung schon toll fand, sollte sich dieses epische Event auf zwei DVDs nicht entgehen lassen, pedantische Historienvernatiker die eine 100% genaue Überlieferung verlangen können ja die „Ilias“ lesen…aber bitte auf alt griechisch.

Autor: André

Apocalypto

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 16.03.2008 von André

„abu dabu gaga.“

Um das Volk der Maya kreisen viele Mysterien, nur wenig ist von ihrem Kulturerbe übrig geblieben. Ihre einst so majestätischen Pyramiden im Regenwald Südamerikas, sind verwittert und zerfallen, während der Eroberung durch die Spanier im 10. Jahrhundert wurden die meisten ihrer Niederschriften vernichtet. Es existiert also nur wenig Wissen um die Sitten und Gebräuche dieses einst so mächtigen Volkes, darum kann auch Mel Gibson als Regisseur von Apocalypto größtenteils nur Vermutungen über den Untergang der Maya anstellen.
Apocalypto erzählt die Geschichte eines jungen Häuptlingssohnes, dessen Dorf von einem feindlichen Mayastamm angegriffen wird. Zwar gelingt es ihm seine schwangere Frau und seinen Sohn in einem Erdloch zu verstecken, doch er selbst gerät in Gefangenschaft. Die feindlichen Krieger bringen ihn und viele andere seines Stammes zu einer großen Mayastätte, wo sie alle als Sklaven verkauft oder Opfer für die Götter missbraucht werden sollen. Dem jungen Häuptlingssohn rennt die Zeit davon, denn seine Familie kann ohne seine Hilfe nicht aus ihrem Versteck entkommen und wenn der nahende Regen einsetzt, wird das Erdloch zum tödlichen Grab…

Die Geschichte des Häuptlingssohnes darf man als Symbolismus für den, von Gibson spekulierten, Untergang der Maya verstehen. Laut Gibson ist dafür der Kapitalismus verantwortlich und die Gier nach Macht und Reichtum. In der Mayastätte herrscht eine zwei Klassen Gesellschaft, Krankheit, Armut und Hunger bestimmen den Alltag der meisten Einwohner. Die Reichen manipulieren ihr Volk mit Opfergaben an die Götter und vernichten nebenbei ganze Volksstämme, für ihren Reichtum lassen sie Wälder roden und Volksstämmige versklaven. Anders im Dorf des Häuptlingssohnes, dort leben die Einwohner in Harmonie und Einklang mit der Natur, Probleme werden gemeinschaftlich gelöst und alles miteinander geteilt. Der Sozialismus als Weg zur Glückseligkeit, ein Mayaältester schildert anhand einer Geschichte das Problem der Menschheit „Im Menschen tobt eine innere Unruhe, er ist niemals satt, immer traurig, denn er möchte immer mehr…“

Klingt vertraut und plausibel, bisher ist noch jedes Imperium am streben nach immer mehr Macht und Reichtum zerbrochen, warum also nicht auch das der Maya. Aber die ganze Sache bleibt natürlich Spekulation und das meiste Gesehene pure Phantasie. Ob sich die Maya tatsächlich selbst zerstörten und erst dadurch erobert werden konnten bleibt eine Theorie, die in Gibson einen weiteren Anhänger gefunden hat. Wer sich Apocalypto anschaut sollte sich dies stets vergegenwärtigen, das Gesehene ist nicht Fakt sondern Fiktion auch wenn sich Gibson größte Mühe gibt es wie Historie aussehen zu lassen.

Das beginnt schon damit, dass er den gesamten Film untertitelt und die Maya in ihrer Sprache sprechen lässt, ein Kniff den sich schon Kevin Costner in Der mit dem Wolf tanzt zu Eigen machte. Authentizität wird großgeschrieben, das gilt auch für die tollen Kostüme der Maya und die imposante Ausstattung, spätestens in der Mayastätte. Zumindest diese Details gewähren einen faktischen und interessanten Einblick in die Geschichte dieses Volkes. Gibson ist natürlich auch nicht zimperlich wenn es um die Inszenierung von Gewalt geht, diese, ob im Kampf der Krieger oder bei den Opferungen, kann man aber ganz gut ertragen, da es ihm nicht wirklich gelingt große Emotionen zu erzeugen und man als Zuschauer zwar interessiert und unterhalten wird, aber eben doch nur beobachtet ohne mitzufühlen. Gegen Ende verliert sich der Film dann ein wenig in einer etwas zu langen Hetzjagd durch den Regenwald, bevor es endlich zum Showdown kommt. Gelungen sind jedoch viele Aufnahmen der Umgebung durch die man einen bleibenden Eindruck von der Schönheit des Regenwalds bekommt, nur ab und an lassen die hochauflösenden digital Kameras einen befremdenden zu plastischen Eindruck entstehen, der sehr an Video Optik einer Soap erinnert, Ähnliches war mir schon in einigen Aufnahmen von Miami Vice aufgefallen.

Zum Schluss kann ich sagen: Apocalypto ist mit Sicherheit ein interessanter Film mit vielen tollen Aufnahmen des südamerikanischen Regenwalds und einer authentischen Ausstattung von Kostümen und Requisiten. Die Erzählung des Films bleibt jedoch Spekulation und sollte auch als solche betrachtet werden, wer sich aber für fremde Kulturen begeistert macht sicherlich nichts falsch, wenn er sich diesem Film gute zwei Stunden widmet.

Autor: André

Remakes, Reboots, Sequels…

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn..., Filme am 15.03.2008 von Sven

Ich habe langsam echt die Schauze gestrichen voll! Von mir aus darf man ja gerne in Hollywod mal hier und dort auch einfach die faule Schiene fahren und wenn es den auch nur ein wenigstens halbwegs brauchbarer Stoff war, halt dann davon Fortsetzungen drehen, Sequels und Prequels anfertigen.

Auch gegen Triologien habe ich nichts, ich liebe Triologien sogar. Die “Zurück in die Zukunft”-Reihe ist einfach göttlich, “Scream” I-III werden zwar chronoligisch gesehen mit jedem weiterem Sequel immer schwächer, aber müssen sich trotzdem nicht vor sich selbst schämen. Ja sogar die “Matrix”-Triologie geht noch klar, auch wenn dies keineswegs heißen soll das Teil II und III hierbei nicht wesentlich besser hätten verfilmt werden können und ich nicht ebenfalls enttäuscht war nach dem Kinobesuch. Das gute Ansehen von “Terminator” I und II wurden dann leider etwas geschwächt durch den dritten Aufguss, aber selbst damit kann ich immernoch noch leben.

Sind z.B. auch die “Rocky” und die “Rambo”-Serien würdevoll beendet worden, so glaubte man zumindest, so sind bei gescheiterte Fortsetzungen aus vergangenen Tagen aber auch eindeutig als Beispiel die neuen “Star Wars”-Prequels, die “Fluch der Karibik”-Nachfolger oder aber auch solch gänzlich unnützes Zeug wie “Dirty Dancing II” zu nennen.

Sind Fortsetzungen schon selten wirklich gute Filme aber dennoch halbwegs annehmbar, beweisen sie meistens ja doch noch ein paar wenige aber dafür neue Ideen seitens des Drehbuchs und gehen vielleicht sogar halbwegs respektvoll mit ihrer Geschichte um, gibt es aber noch ein weiteres Übel aus Hollywood.

Remakes oder gar Reboots von ganzen Reihen, gehen meistens einfach überhaupt gar nicht klar, da Sie fast immer schlechter sind als das Original, oftmals überbudgetierte und dann lieblos hingekotzte Massenware, welche keinerlei cinephilen oder liebevollen Bezug zu ihren Vorgänger hat. Trotzdem gibt es Sie und ich möchte auch nicht bestreiten das auch dabei hin und wieder einige Perlen entstanden sind.

Zack Snyders “Dawn of the Dead”-Remake z.B. ist wirklich äußerst gelungen, aufgrund der persönlichen Leidenschaft des Regiesseurs zum Originalfilm auch liebvoll umgesetzt und zählt auch deshalb zu einen meiner Lieblingsfilme. Jeddoch sind hierbei “Solaris”, “Superman Returns”, “Planet of the Apes” und “The Hills Have Eyes” ebenso gute Beispiele für die vielen schlechten und/oder auch lieblosen Remakes bzw. Reboot-Versuche zu nennen.

ABER… Worum es mir hierbei eigentlich geht: An manchen Filmen darf man sich einfach NIE-MALS (!!N-I-E-M-A-L-S!!) mit einem Remake, Reboot oder Sequel/Prequel vergreifen. NIE-MALS!!!

Warum ich mich so aufrege? Hier eine kleine Liste der kommenden bzw. geplanten Großprojekte aus Hollywood…
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Michael Clayton

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 08.03.2008 von André

“Ich bin Shiva, der Gott des Todes.”

George Clooney ist Michael „Der Ausputzer” Clayton im Thriller des Jahres. Das möchte man zumindest meinen oder besser erwarten, denn Micheal Clayton, Drehbuch und Regie Tony Gilroy, wurde von Kritikern und Presse in den Olymp gelobt und ging mit 7 Nominierungen ins Oscar-rennen. Letzten Endes war die Konkurrenz wohl doch zu stark, denn einzig Tilda Swinton bekam das Goldmännchen für die beste Nebenrolle. So what! 7 Nominierungen, irgendwas muss der Streifen ja haben, storytechnisch geht es jedenfalls um Folgendes:

Bereits seit mehreren Jahren arbeitet der ehemalige Staatsanwalt Michael Clayton (George Clooney) für die New Yorker Kanzlei Kenner, Bach & Ledeen und löst dort hinter den Kulissen die unschönen Aufgaben seines Arbeitgebers. Obwohl er den Job lieber gestern als heute hinschmeißen würde, ist er wegen finanzieller Probleme an die Kanzlei gebunden. Als der brillante aber manisch-depressive Anwalt Arthur Edens (Tom Wilkinson) in einem milliardenschweren Fall die Fronten wechselt und sich gegen seinen Klienten U/North stellt, soll Clayton seinen alten Freund zur Vernunft bringen. Doch Karen Crowder (Tilda Swinton), die Leiterin der Rechtsabteilung bei dem Chemikalienhersteller, traut Clayton nicht und setzt eigene Männer auf den Fall an…

Klingt ja eigentlich ganz spannend, doch leider entpuppt sich diese Handlungsbeschreibung als Mogelpackung, denn wer hier bereits zwischen denn Zeilen ließt, erkennt sehr schnell, dass es sich bei dem Prozessverfahren mal wieder um eine Sammelklage des einfachen Bürgers gegen den großen bösen Multikonzern handelt. Das diesen das Schicksal einzelner Parteien nicht weiter kümmert, er negative Testergebnisse gern mal untern Tisch kehrt und auch um Imageschäden zu vermeiden über Leichen geht, ist nichts Neues und wurde bereits in zahlreichen anderen Filmen wie: Erin Brokovich, Zivilprozess und an Hand eines sehr treffenden Rechenbeispiels von Edward Norton in Fight Club, erörtert. Kenner dieser Filme sind also dem Erzählprozess von Michael Clayton weit voraus und können diverse Plots bereits im Vorhaus erahnen. Das muss auch Regisseur und Drehbuchschreiber Tony Gilroy gewusst haben, weshalb er sich gar nicht erst um Geheimniskrämereien bemüht und den Zuschauer immer mit mehr als genug Information über den Handlungsverlauf seiner Geschichte ausstattet. Damit ermöglicht er seinem Publikum zwar den totalen Überblick und verhindert eventuelle Konfusion bei diversen Handlungssträngen, nimmt ihm aber gleichzeitig die Überraschungen weg und gönnt ihm nicht mal auch nur ein kleines bisschen Spannung oder Nervenkitzel.

Wirklich Schade, denn es sind ja grade diese Eigenschaften die einen Thriller letztendlich zum Thriller machen. Dieser Film lässt den Zuschauer aber leider nur als allwissenden Beobachter teilhaben und überlässt die Entdeckungen der Verschwörungen und Geheimnisse seinen Protagonisten. Zumindest die scheinen überrascht zu sein und Spaß zu haben, denn in Sachen guter Darsteller braucht sich Micheal Clayton wirklich nicht zu verstecken. Das Ensemble Clooney, Wilkinson und Swinton nutz die jeweilige Leinwandpräsenz voll aus und liefert eine dichte und glaubwürdige Performance ab, allerdings muss man auch hier das Drehbuch bemängeln, welches Wilkinson grade mal so, Swinton aber eindeutig zu wenig Raum lässt (vielleicht darum der Oscar als Entschädigung) und Clooneys Charakter Clayton als einzigen wirklich greifbar macht.

Einen Teil der Drehbuchmängel dieses unspannenden Thrillers kann wenigstens die Optik wettmachen. Michael Clayton gibt sich in der Inszenierung düster und kühl, was der Grundstimmung dieses (pseudo)Thrillers entgegenkommt und zur Atmosphäre beiträgt. Kalte Farben, viel Dunkelheit, Schattenspiel und Neonlicht lassen einen die emotionale Kälte, das Rationale, Logische, Rechnerische, Manipulative dieses Business spüren und die Tatsache das sich hier alles um Fakten und Zahlen dreht. Macht und Geld stehen gegen Menschlichkeit und Moral, keineswegs neu und vermutlich in der heutigen Geschäftswelt, bei Kariere und Gewinn niemals zu vereinbaren, aber immer einen anklagenden Aufschrei wert und somit hat Michael Clayton sicherlich eine Funktion die es zu unterstützen gilt. Dafür muss man aber nicht zwangsläufig diesen Film sehen.

Autor: André

Kinostarts: 06.03.2008

Abgelegt unter: Im Kino, Kinostarts am 06.03.2008 von Sven

Ah, diesmal sogar pünktlich! Womit fangen wir an? Ahja…

Von “10.000 B.C.”, Emmerichs jämmerlichen aber verständlichen Mainstream-Comeback nach dem zumindest in den USA ziemlich gefloppten “Trade“, kann man halten was man will. Ich persönlich jeddoch werde diesen Film tunlichst meiden. Ich brauchte mir auch erst gar nicht die Kritik vom Wortvogel durchzulesen, um schon bereits vorab zu wissen das es GENAU SO enden wird mit diesem Streifen! Und wenn ich einen halbnackten, strunzdummen Affenmenschen in Zeitlupe durch ne Wiese hechten sehen will, schaue ich mir doch lieber nochmal “Battlefield Earth” an. Und besser gerenderte Mammuts gibts dann in “Ice Age“…

Und nun zu etwas völlig anderem: Irgendwie sitze ich diese Woche ja auch zwischen 2 Stühlen, gell? Einerseits… HASSE ich Kostümschinken alá “Elizabeth“, andererseits läuft diese Woche nunmal einer von eben jenen Lappen an, der mich auch wirklich schon fast ZWINGT ins Kino zu gehen!

Die Rede ist natürlich von Justin Chadwick’s “Die Schwester der Königin” bzw. ist es hierbei weniger die Rede über den Film an sich, als die Rede über meine Demnächst-Ehefrau Scarlett Johansson, welche anscheinend, zumindest laut einigen Kritiken, bei besagtem Lappen wohl diesmal einen ziemlichen Ranz daherschauspielern soll. Ich glaube das jetzt einfach mal überhaupt nicht sondern gehe eher davon aus, dass einfach besagtes “Genre” an allem die Schuld trägt! Oder Chadwick, Banner oder die Portman halt. Wie dem auch sei, ich werde IHN mir wohl doch antuen, allein schon wegen IHR!

Vielversprechend hingegen wirken z.B. solche Titel wie “Im Tal von Elah”, zumindest auf Englisch: “In the Valley of Elah”! Das vom gefüllten schottischen Schafsmagen (Paul) Haggis (haha, ich weiß der war schlecht) regiegeführte Thrillerdrama, welches unter anderem diese Jahr auch für einen Oscar nominiert war, schaut zumindest im Trailer spannend aus und bietet mit Tommy Lee Jones, Charlize Theron und Susan Sarandon in den Hauptrollen, auch obendrein ein hübsches und eigentlich auch leistungsstarkes Staraufgebot. Und das Haggis es als Regiesseur vergeigen könnte, sorgsam mit einer sowohl kritischen als auch zugleich zutiefts menschlichen Thematik umzugehen, darf man nach “L.A. Crash” auch nicht mehr behaupten, welcher ja 2006 ganze 3 Oscars (Unter anderem “Bester Film”) mit nach Hause nahm.

Kommen wir nach dem Guten wieder zu den Suspekten Starts dieser Woche: “Kirschblüten” ist garantiert, für seine Zielgruppe, ein wirklich toller Film, doch bei mir scheitert er allein schon mit seinem Trailer. Erstens reizt mich persönlich die Geschichte mal überhaupt nicht, zweitens wirkt er auf mich auch irgendwie nicht ehrlich, da er anscheind zwanghaft versucht kultureller und intellektueller bzw. einfach “Arthousiger” zu sein als es seine Geschichte dann aber schlußendlich ist und drittens möchte ich auch einfach nicht einen Film unterstützen, welcher von einer Frau gemacht wurde! Punkt! Nein… Scherz… Bitte keine Hass-E-Mails von den weiblichen Lesern.

Natürlich meinte ich, “einen Film unterstützen welcher von einer Frau gemacht wurde die “Lost in Translation” als ein billiges Klischeefilmchen tituliert und behauptet er würde sich dabei inhaltlich nur um “Luxusprobleme” drehen!” Denn mit solchen Aussagen hat man bei mich schon direkt verschissen, Frau Dörrie! Und das nicht nur wegen meiner Scarlett, sondern auch wegen des Films an sich!

Für die ganzen Imigranten-Kids (Meine Fresse bin ich heute Schubladendenkend) die immer ganz hintem im Bus sitzen, ihre komischen Knabberpimmelchen überall auf den Sitzen und dem Boden verteilen und dabei den kompletten Wagen mit den neusten Chartbrakern von 50 Cent über ihre krass-fett-lauten Assi-Jukeboxen beschallen, gibts diese Woche auch was zu guggen! In “Step Up II” ähhhh “Step Up 2 the Streets” werden wieder einmal die freshesten Beats geBeatBoxt, die derbsten Rhymes krass fett direkt mitten in eure Fressen gekickt und die derbsten Ghetto-Schlampen aufgefahren, was die Gosse so hergibt. Das heißt also: Only the fettest Breaker kann gewinnen und sich somit den einzig waren True-Respect seiner Bro’s einheimsen bzw. die Discoschnalle zum Schluß dann endlich flach legen, oder so ähnlich. Nach dem ganzen “The Fast and the Furious” Bockmist also nun das…

Freut” euch also auf:

Autor: Sven
via: filmz.de

No Country for Old Men

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 05.03.2008 von André

„Was soll dieser Typ eigentlich darstellen? Das ultimative Arschloch?“

Ein Rancher mit 2 Mil. $ Fundgeld. Ein psychopathischer Serienkiller von der Leine gelassen. Ein Sheriff der den Kampf gegen das Böse müde geworden ist. Willkommen in einem Neo-Western der seines Gleichen sucht.

No Country for Old Men ist die filmische Adaption des gleichnamigen Buches von Pulizerpreisträger Cormac McCarthy und erzählt eine klassische Westerngeschichte um Leben, Tod und alles was damit zusammen hängt. Es ist schwer diesen Film zu beschreiben, selbst wenn man stringent die Handlung von Vorn bis Hinten runter rasseln würde und damit alle Plots und Twists preisgibt, könnte man das Ganze nicht mal im Ansatz erfassen. Klar ist der Film ist mehr als es scheint, voll Metaphorik und Tiefgründigkeit die man gar nicht vermuten würde. In jedem Fall lässt er mehrere Interpretationsmöglichkeiten zu deren Fazit sich jeder selber stricken darf.

Bereits den ersten Minuten des Films merkt man an, dass hier absolute Könner am Werk waren. No Country for Old Men ist sehr subtil und ruhig erzählt, fast ohne Score oder Soundtrack, nimmt sich viel Zeit für Details und Charakteretablierung, führt den Zuschauer langsam an die Geschichte heran und erzeugt dadurch genau die richtige Stimmung für das was dann kommt. Man würde nicht übertreiben wenn man sagt, dass dieser Film perfekt inszeniert ist, bestens ausbalanciert, voller Intensität und Spannung, nie übertrieben, nie zu langatmig, hart und blutig aber nicht maßlos, einfach (ja ich wiederhole es gerne) perfekt. Dieser Dichte kann man sich praktisch nicht entziehen und wird so automatisch in die Geschichte hinein gezogen und ich nenne hier bewusst keine Details um das Erlebnis nicht vorweg zu nehmen, wer den Film sieht oder gesehen hat weis genau welche Szenen ich meine. Was ich jedoch sagen darf ist, dass Joel und Ethan Coen den Regie-Oscar redlich verdient haben, denn ich behaupte einfach mal, man kann diesen Stoff nicht besser verfilmen, vielleicht anders, aber niemals besser.

Ein Teil dieser Perfektion muss man natürlich auch den Darstellern zusprechen, allen voran natürlich Javier Bardem (ebenfalls mit dem Oscar ausgezeichnet). Seinem Psychokiller möchte ich nicht mal bei Tag in der Fußgängerzone begegnen. Ich schäme mich auch nicht zu sagen: „Der Kerl macht mir Angst.“ und das auch noch auf sympathische Art und Weise. Ich schwöre, zweimal hab ich den Wahnsinn in seinen Augen gesehen, sowas kann man nicht spielen, der Kerl ist krank. Auch Josh Brolin als Rancher war großartig, oft schweigsam doch wenn’s sein muss schlagfertig und auch nicht auf den Kopf gefallen, wie man bei so Hillbilly Cowboys eigentlich vermuten könnte. Zentrum der Geschichte, auch wenn es anfangs nicht so erscheint, ist aber Tommy Lee Jones als alternder Sheriff, seiner Figur sollte man, um das große Ganze besser zu begreifen, die meiste Aufmerksamkeit zukommen lassen und genau hinhören was er zu sagen hat. Das ist nämlich kritisch, düster, traurig und dramatisch und fast das Spektrum der Erzählung ganz gut zusammen, auch wenn das Fazit nicht sonderlich positiv ausfällt, so ist es doch ehrlich und das versteht ein Tommy Lee Jones bestens zu transportieren.

Was soll ich noch sagen…4 Oscars, darunter Bester Film des letzten Jahres. No Country for Old Men ist ein Meisterwerk seines Genres: Top Story, Top Darsteller, Top Inszenierung, wer das verpasst ist selber schuld, von mir gibt’s absoluten Anschau-Befehl.

Autor: André