Kinostarts: 28.02.2008

Abgelegt unter: Im Kino, Kinostarts am 29.02.2008 von Sven

Ja, again: einen Tag zu spät! Aber diesmal hab ich sogar ne gute Begründung, denn ich bekomme erst wieder am Montag Internet! Faktisch schreibt hier auch gar nicht der Sven, sondern sein böser Zwillingsbruder… Hähm… Wie dem auch sei:

Und bitte tut mir den Gefallen und geht NICHT hier rein!

via: filmz.de
Autor: Sven

Oscars 2008 – And the Oscar goes to…

Abgelegt unter: Filme am 27.02.2008 von André

Hier nochmal offiziell fürs Protokoll die Gewinner Geehrten der 80sten Acedemy Award Preisverleihung des Jahres 2007:

Bester Film: „No Country for old Men“ (Miramax und Paramount Vantage)

Beste Regie: Joel und Ethan Coen für „No Country for Old Men“

Beste Hauptdarstellerin: Marion Cotillard für „La Vie en Rose“

Bester Hauptdarsteller: Daniel Day-Lewis für „There Will Be Blood“

Beste Nebendarstellerin: Tilda Swinton für „Michael Clayton“

Bester Nebendarsteller: Javier Bardem für „No Country for Old Men“

Gib mir den Rest! »

80th Annual Acedemy Awards

Abgelegt unter: Filme am 24.02.2008 von Sven

Kurz vor Knapp, aber hier meine Prognose:

[edit] Die Fett markierten Titel wurden von mir als Gewinner prognostiziert, die verlinkten Titel gewannen letztendlich und die Kursiv markierten Titel wären als Gewinner wünschenswert gewesen! Wenn ich richtig getippt habe sieht es dann natürlich “SO” aus, wenn ich aber falsch getippt habe und mein eigentlicher Lieblingsfilm dafür gaber ewonnen hat, dann schautz “SO” aus und wenn ich sogar meinen Lieblingsfilm getippt habe und dieser gewonnen hat, halt “SO“!

Bester Film:

  1. “Atonement” (Focus Features) A Working Title Production: Tim Bevan, Eric Fellner and Paul Webster, Producers
  2. “Juno” (A Mandate Pictures/Mr. Mudd Production) A Mandate Pictures/Mr. Mudd Production: Lianne Halfon, Mason Novick and Russell Smith, Producers
  3. “Michael Clayton” (Warner Bros.) A Clayton Productions, LLC Production: Sydney Pollack, Jennifer Fox and Kerry Orent, Producers
  4. No Country for Old Men” (Miramax and Paramount Vantage) A Scott Rudin/Mike Zoss Production: Scott Rudin, Ethan Coen and Joel Coen, Producers
  5. There Will Be Blood” (Paramount Vantage and Miramax) A JoAnne Sellar/Ghoulardi Film Company Production: JoAnne Sellar, Paul Thomas Anderson and Daniel Lupi, Producers

Beste Regie:

  1. “The Diving Bell and the Butterfly” (Miramax/Pathé Renn), Julian Schnabel
  2. “Juno” (A Mandate Pictures/Mr. Mudd Production), Jason Reitman
  3. “Michael Clayton” (Warner Bros.), Tony Gilroy
  4. No Country for Old Men” (Miramax and Paramount Vantage), Joel Coen and Ethan Coen
  5. There Will Be Blood” (Paramount Vantage and Miramax), Paul Thomas Anderson

Beste Hauptdarstellerin:

  1. Cate Blanchett in “Elizabeth: The Golden Age” (Universal)
  2. Julie Christie in “Away from Her” (Lionsgate)
  3. Marion Cotillard in “La Vie en Rose” (Picturehouse)
  4. Laura Linney in “The Savages” (Fox Searchlight)
  5. Ellen Page in “Juno” (A Mandate Pictures/Mr. Mudd Production)

Bester Hauptdarsteller:

  1. George Clooney in “Michael Clayton” (Warner Bros.)
  2. Daniel Day-Lewis in “There Will Be Blood” (Paramount Vantage and Miramax)
  3. Johnny Depp in “Sweeney Todd The Demon Barber of Fleet Street” (DreamWorks and Warner Bros., Distributed by DreamWorks/Paramount)
  4. Tommy Lee Jones in “In the Valley of Elah” (Warner Independent)
  5. Viggo Mortensen in “Eastern Promises” (Focus Features)

Beste Nebendarstellerin:

  1. Cate Blanchett in “I’m Not There” (The Weinstein Company)
  2. Ruby Dee in “American Gangster” (Universal)
  3. Saoirse Ronan in “Atonement” (Focus Features)
  4. Amy Ryan in “Gone Baby Gone” (Miramax)
  5. Tilda Swinton in “Michael Clayton” (Warner Bros.)

Bester Nebendarsteller:

  1. Casey Affleck in “The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford” (Warner Bros.)
  2. Javier Bardem in “No Country for Old Men” (Miramax and Paramount Vantage)
  3. Philip Seymour Hoffman in “Charlie Wilson’s War” (Universal)
  4. Hal Holbrook in “Into the Wild” (Paramount Vantage and River Road Entertainment)
  5. Tom Wilkinson in “Michael Clayton” (Warner Bros.)

Gib mir den Rest! »

Sweeney Todd

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 24.02.2008 von André

“Sweeney’s waiting, I want you bleeders.”

Um Musicalfilme mache ich gern einen riesen Bogen, nicht das ich was gegen zwei Stunden Singsang am Stück hätte, es ist viel mehr das ganze Tam Tam Drumherum. Kostüme, Tänzer, Lieder, Choreographie, das alles erinnert mich immer an eine kitschige Vegasshow, wie ein Disneyfilm auf LSD, für die Bühne mag das funktionieren aber im Film geht das meiner Meinung nach gar nicht. Umso gespannter war ich also auf Tim Burtons Adaption von Stephen Sondheims Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street denn das Horror-Drama im musikalischen Gewand, versprach mal was anderes zu werden.

Dass Burton sich Sweeney Todd für seine Verfilmung ausgesucht hat, versteht man sofort wenn man sich die Geschichte mal genauer ansieht, denn viele der Inhalte könnten tatsächlich aus Burtons eigener Feder stammen, da sie genau seinen Geschmack für Dramatik und seine schwarzhumorige Ader treffen. Kein Wunder also, dass Burton denn Stoff nahezu unberührt lies und ihn werkgetreu ohne viele Änderungen adaptierte. Was er sich natürlich nicht nehmen lies, ist dem Ganzen seinen unverwechselbaren Look zu verpassen und damit gab er Sweeney Todd eine Optik, wie sie nicht passender sein könnte.

Burtons düstere, skurrile Märchenwelt geht die perfekte Symbiose mit Sondheims Musical ein und ist mehr noch, die einzig denkbare gestalterische Umsetzung, denn diese Welt ist genau wie Sondheims Werk: dunkel, grotesk, künstlich und von einer alptraumhaften Romantik umspült. Londons Gassen sind düster, nebelig, und verdreckt, werden von Gestalten in zerlumpten Gewändern durchquert. Die Häuser sind alt, schief und vermodert, deren Fenster verzerren den Blick hindurch, geben die Symbolik für das Surreale, das Groteske dieser Welt preis, das Ganze ist nicht Wirklich es ist Fiktion, Fantasie, ein charmant schauriger Traum der die perfekte Aura für ein überspitztes Drama bietet, das, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, auch noch gesungen wird.

Großartig, solch ein Musical will ich sehen, da kümmert es mich auch nicht das die Handlung durchschaubar ist (als ob das bei irgendeinem Musical anders wäre), Burton tut gut daran den Stoff bei seinem Ursprung zu belassen. Ein Musical ist künstlich, oberflächlich, ist Show, genau das ist Sweeney Todd und zwar im positiven Sinne. Die Gestaltung der Sets ist liebevoll und detailverliebt, die Kostüme opulent, wie geschaffen für Theater, für Show, nur nicht auf der Bühne sondern im Kino und sich das entgehen zu lassen ist ein Fehler, denn nicht nur die Ausstattung, auch die Darsteller können voll und ganz überzeugen.

Johnny Depp liefert diesmal ein sehr subtiles Schauspiel, nicht überdreht wie Jack Sparrow, denn Sweeney Todd ist verbittert, trauernd, hasserfühlt, seine Gedanken sind finster, seine Umwelt nimmt er kaum war, er ist fixiert auf Rache, auf Vergeltung. Es sind die Feinheiten in Depps Mimik auf die man achten sollte, sein Ausdruck, seine Augen, Zuckungen der Mundwinkel, Kleinigkeiten durch die er die Stimmungen seines Charakters vermittelt, bemerkenswert für einen Schauspieler mit so wenig Falten und so viel Make-Up im Gesicht. Was seine Leistung aber erst wirklich groß macht ist der Gesang. Johnny Depp hat keine perfekte Singstimme (das zu beurteile, ist für mich eh schwierig da ich von diesen Dingen nur wenig Ahnung habe) aber das Engagement und Herzblut welches er in die gesungenen Passagen legt ist spürbar, wie bei allen Darstellern. Helena Bonham Carter ist mal wieder wie geschaffen für die Rolle der schrulligen, leicht unheimlichen Mrs. Lovett. Das sie sich in Burtons Welt wohl fühlt merkt man ihr in jeder Minute ihrer Performance an. Die beiden geben in ihren Kostümen ein großartiges Duo ab und wirken nebeneinander wie das Freak-Traumpaar des Jahres. Alan Rickman als Richter Turpin spielt einmal mehr genial, Theater, alte Schule, mehr muss man dazu nicht sagen. Leider bleibt das liebende Paar Johanna und Anthony ein wenig blass, da ihrer Geschichte zu wenig Platz im Film erhält. Anthonys naive, romantische Art ist jedoch sehr charmant, Johanna darf hingegen nur eine liebliche Puppe sein, süß aber nicht mehr als ein besungener Traum von Anthony, ein bisschen Schade.

Vom Gesungenen, was ja immerhin 80% des Films ausmacht, ist erstaunlich wenig hängen geblieben. Sweeney Todd hat musikalisch gesehen nur wenige Highlights, die meisten Songs klingen mehr oder weniger gleich und sind nicht mehr als musikalisch untermalte Dia- oder Monologe. Im Gedächtnis haften bleiben: das dramatisch, kraftvolle „Epiphany“ (von dem Auszüge im Trailer verwendet wurden) und das lieblich, schmalzige „Johanna“ welches im Film mehrfach Verwendung findet. Für ein Musical ist dies zu wenig aber auf Grund seiner Dramatik und seiner düster, konsequenten Darstellungsweise, (In der zweiten Hälfte des Films wird enorm viel Theaterblut vergossen) mutet Sweeney Todd ohnehin viel mehr wie eine Operette an und in einer solche passen auch Sondheims Songs, sowie die Tragik und Dramatik seiner Geschichte.

Schlussendlich kann man also sagen: Burtons Adaption von Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street ist ein ungewöhnliches filmisches Highlight das man sich nicht entgehen lassen sollte. Die Optik wirkt schaurig schön und trägt Burtons unverwechselbare Handschrift, die Darsteller zeigen Freude und Engagement in Spiel und Gesang und die musikalische Untermalung gibt dem Ganzen den nötigen Pfiff. Sicherlich ist die Geschichte ein wenig zu durchsichtig um wirklich überraschen zu können aber irgendwas ist ja immer.

Autor: André

Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 23.02.2008 von Sven

sweeney-todd.jpg

sweeney-todd.jpg

Inhalt: Die Handlung spielt im London des 19. Jahrhunderts: Barbier Benjamin Barker (Johnny Depp), glücklich verheiratet, ein Kind, gerät in die Mühlen der Gesetzlosigkeit. Richter Turpin (Alan Rickman) interessiert sich für Barkers hübsche Frau (Laura Michelle Kelly) und findet Wege, den Barbier in der australischen Verbannung verschwinden zu lassen. Als Barker fünfzehn Jahre später unter dem Namen Sweeney Todd wieder am Schauplatz seiner privaten Tragödie auftaucht, hält er seine Frau für tot; seine herangewachsene Tochter (Jayne Wisener) ist inzwischen das Mündel seines Todfeindes Turpin. Sweeney Todd beginnt einen Rachefeldzug sondergleichen, assistiert von einer neuen Frau in seinem Leben, Mrs. Lovett (Helena Bonham Carter), deren Pastetenbäckerei einen ungeheuren Aufschwung nimmt, seit sie sich mit Todd zusammen getan hat… (Pressetext: Warner)

Kritik: Tim Burton schuf mit seinem “Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street” (Im folgenden nur noch “Sweeney Todd”), zusammen mit Johnny Depp und Helena Bonham Carter in den Hauptrollen, den nun mittlerweile fünften filmischen Aufguss der gleichnamigen britischen Horror-Saga von 1846, welche auch ebenfalls schon ganze 3 mal für die Theaterbühne adaptiert wurde. Basierend auf Stephen Sondheims Broadway-Musical “Sweeney Todd” von 1979, kreierte Burton dabei zusammen mit Sondheim, ein rund 120 Minuten langes, moralisch doch eher fragwürdiges und geradezu kafkaeskes Splatter-Märchenepos, welches zwar durch-und-durch ein typischer Tim Burton ist, jeddoch trotzdem irgendwie als solcher nicht recht zünden mag.

Und eigentlich mag ich ja Tim Burton! Und eigentlich habe ich mich ja auch wirklich auf diesen Film gefreut! Jeddoch glaube ich auch das Burtons Zenit mittlerweile erreicht scheint. Spätestens ist dies der Fall mit “Sweeney Todd”, aber vielleicht war er es ja schon mit “Charlie und die Schokoladenfabrik”, der mir ebenfalls nicht mehr so richtig zusagen mochte. Und möglicher weise, ist an dieser Tatsache auch das lämmerlich grausig schlechte “Planet of the Apes”-Remake von 2001 mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle, daran schuld, welches wohl Tim Burton irgendwie, wie auch immer, als “gute Idee” aufgeschwatzt wurde. Vielleicht ist er ja seit diesem Rohrkrepierer nicht mehr ganz der Alte? Wer weiß….

Alle seine anderen Werke wie “Edward Scissorhands”, “Big Fish”, “Beetle Juice”, “The Nightmare Before Christmas” aber auch z.B. die einzig waren “Batman”-Teile, eben jene mit Tim Burton als Regiesseur, sprühen schlicht nur so vor Charme, Skurrilität und der Liebe zum Surrealen, zum Fantastischen und Düsteren. Ja sogar “Mars Attacks”, der mässige “Corpse Bride” (Welcher zwar nett, aber auch nicht wirklich mehr war) und auch der damals schon etwas lahmende “Sleepy Hollow” hatten einfach immer noch etwas, wofür es sich lohnte. “Big Fish” gehört sogar zu meinen persönlichen Top-10 Filmen!

Aber: Tim Burton war einfach auch schon immer ein Regiesseur der nicht ohne seine Bilder auskam, nicht ohne sie leben konnte. Er war nie wirklich ein großer Charackterenregiesseur, sondern er ist Geschichtenerzähler mit einem aussergewöhnlichen Sinn für die Verpackung! Seine Filme glänzen durch die Optik jener Geschichten, ihren jeweiligen surrealen Welten in denen sie spielen, aber niemals ernsthaft durch irgendwelche “starken” oder gar wirklich tiefergehenden Figuren! Natürlich gelang ihm dies auch hier und dort einmal (“Big Fish”, “Edward Scissorhands”), aber überwiegend wird man bei einem Burton-Film eher von den düstere Szenarien, dem skurrilen, oftmals makaberen Humor oder den schrill grellbunten Elementen in den Film hineingesogen, anstelle von den Charakteren oder der eigentlichen Geschichte.

Dies ist keineswegs negativ von mir gemeint, den solange die Rechnung dabei aufgeht und man sich in einer solchen Welt wohl fühlt als Zuschauer, sich zumindest in Sie hineinfühlen kann, den Film dabei dann aber auch mehr als “Reise” betrachtet anstelle eines “Gespräches”, so kann auch ein solcher Film wirklich einiges bieten. Man nehme hierbei z.B. “Sin City” von Rodriquez, der ebenfalls eigentlich nur durch seine ungewohnte Optik bestehen kann und erst gar nicht versucht eine wirklich tiefergehende Story zu bieten. Oder aber auch Rober Wienes “Das Cabinet des Dr. Caligari” von 1920, von dem man auch öfters behauptet, das dieser, eine von Tim Burtons hauptsächlichen Inspirationsquellen bei seinen eigenen Werken gewesen sei. Allerdings war “Das Cabinet des Dr. Caligari” auch “Story”-Technisch, insofern man dies wirklich bei einem Stummfilm sagen kann, seiner Zeit weit vorraus, aber lassen wir das.

Wie dem auch sei, “Sweeney Todd” wirkt im Vergleich zu den oben genannten Filmen schlichtweg kalt und lieblos, bietet auch einfach nichts wirklich neues mehr. Die bisher bewährte und typische Burton-Surrealitätswelt hat sich nunmal einfach mit den Jahren irgendwie abgenutzt. Man erkennt die typischen Szenarien aus seinen alten Filmen wieder, welche sich hier nur wieder einmal selbst kopieren. Man kennt auch einfach die typischen schiefen und verwinkelten Häuser in den engen und dunklen Gassen bereits zur Genüge. Die typischen skurrilen Characktere ebenso, das oftmals harte Spiel mit Farben oder eben einfachen schwarz/weißen Licht und Schatten und allgemein halt die typische Burton-Welt! Und somit kennt man eigentlich auch schon alles, was einen Burton ausmacht.

Das wirklich schlimme dabei ist sogar noch nicht einmal das man all dass als Zuschauer schon kennt, es vielleicht schon zu oft gesehen haben mag, sondern das Burton selbst, seinen einst so innovativen Stil mittlerweile anscheinend zur Standartkost verkommen lässt. Irgendwie fehlt mittlerweile auch in allem ein wenig die Liebe, mit der seine früheren Werke gestaltet wurden, und irgendwie ist alles mittlerweile sehr selbstzweckhaft geworden. Nur noch zu einer Art “Ja, das ist ein Tim Burton Film!”-Siegel verkommen.

Ich meine, man muss sich doch auch mal irgendwann und irgendwie mal weiterentwickeln können, kann doch nicht jahrelang nur immer weiter auf dem beharren, was einem vielleicht mal irgendwann einzigartig gemacht hat, vielleicht mal irgendwann innovativ und neu war, mittlerweile aber einfach auch seinen Reiz verloren hat! Zumindest gilt dies für all die normalen Zuschauer und nicht die “Hardcorde” Tim Burton Fans, welche sich warscheinlich auch noch sein drölfzigstes Werk, allein wegen seines Namens anschauen werden. Und selbst wenn man nur solche Hardcore-Fans zufrieden stellen will, sollte man es dann doch noch mit Liebe tuen! Ganz besonders eigentlich auch dann, weil solche Fans nicht nur einfach schlechte Kopien zu sehen bekommen wollen! Wenn man schon nichts neuen wagen will, so sollte man doch selbst noch mit Liebe an sein eigenes Werk heran gehen!

Quentin Tarantino, welcher natürlich auch hauptsächlich nur für seinen eigenen und untypischen Stil bekannt ist, welcher auch in all seinen Filmen weiterhin auftaucht, hat sich trotzdem irgendwie mit den Jahren, mit seinen Filmen stets weiterentwickelt. David Lynch und Hitchcock, anno dazumal, ebenso, also warum nicht auch ein Tim Burton?

Soviel zum eigentlichen Stil des Films, was natürlich auch zugegebener Maßen, doch auch eher persönlicher Geschmack sein kann. Weiter zu dem eigentlichen Hauptschwerpunkt und somit dem, was dem Film auch schlußendlich sein Genick bricht: Die Characktere und die Geschichte an sich!

Ich denke das auch gerade aufgrund dessen, dass man nun mittlerweile die Burtonoeske Welt einfach schon so gut kennt, man sich als Zuschauer wesentlich stärker auf die Story verlässt, welche aber leider nunmal, wie bei vielen anderen Burton-Filmen auch, selbstständig nicht, denn dann ja ohne Bilder und somit komplett allein stehend, stark genug fürs Kino ist. Burtons Filme sind allesamt Märchen und Gruselgeschichten die, wenn sie nunmal alleine und wirklich nur für sich selbst stehen, doch sehr vorrausschaubar und oberflächlich sind! Ihre Stärke liegt immer im Fabelhaften, nicht in ihrer eigentlichen Handlung! Nimmt man ihnen das weg, bleibt leider nicht viel…

Zudem, dass die Story schlicht plumb und vorrausschaubar ist, gesellt sich noch hinzu, dass sie eine äußerst fragwürdige Moral beinhalted. Sweeney Todd hat seine Frau verloren, sein Kind und sein behütetes Leben und sinnt sich nun nach Rache. Soweit, so Cool. “Kill Bill” ist ein Meisterwerk und Uma schnetzelt sich bravorös durch ihre Gegner bis sie schlußendlich auf ihr eigentliches Ziel, Bill stößt und sie ihr Werk vollendet. Finde ich persönlich, für die Handlung eines Filmes wohlgemerkt, ja auch alles total Super! Aber Sweeney hingegen tötet schlicht jeden und alles, hat gehn Mitte des Films sein eigentliches Ziel, die Rache an Turpin, längst aus den Augen verloren, killt sich nur noch, dabei mehr oder minder entusiastisch engagiert, durch die halbe Weltgeschichte aus puren und ganz allgemeinem Hass an der Menschheit.

Mrs. Lovett unterstützt in dabei und erfreut sich sogar an den stätig wachsenden Leichenberg, da sie ja daraus leckere Fleischpasteten zaubern kann, welche sie dann in ihrem “Meat Pie”-Geschäft äußerst erfolgreich verkauft. Die beiden Characktere haben dabei längst jeglichen Bezug zur Realität verloren, sind schon lange ihren eigenem Wahn verfallen und der eigentlich zielstrebige, im Gefühl des Zuschauers auch am Anfang auf Akzeptanz stoßende, da zumindest verständliche und vielleicht sogar vom Gefühl her gerechtfertigte Rachefeldzug an Turpin, artet in einem Leichenfließband voller Unschuldiger aus, welches nichts mehr mit “Vengeance” oder auch nur “Selbstjutiz” zu tuen hat.

Es herrscht schlicht kein Falsch mehr in Sweeney Todds Welt, sondern alles ist legitim geworden! Sogar eine Verschonungsszene, wo der Barbier mal Ausnahmsweise einen seiner Kunden nicht zu “scharf rasiert”, da dieser zufällig mit Frau & Kind anwesend ist, geht nicht in ihrer Rechnung auf, erzeugt einfach kein Verständniss für Sweeneys Handeln beim Zuschauer, da es ja nicht zwangsläufig heißen muss dass alle anderen Kunden gegenteilig keine Familien hätten, sondern sie vielleicht einfach nur nicht anwesend waren.

In all diesen Tötungsdelikten wird ein Bild vom Barbier und Mrs. Lovett erzeugt, mit dem sich der Zuschauer einfach nicht mehr identifizieren will, es auch gar nicht kann, weshalb man selbst nicht mehr mitfühlen und mitleiden kann, sondern sogar nur noch Sweeney selbst verabscheut. Während des ganzen Films wird hierbei auf eine Stellungsnahme oder gar Rechtfertigung zum Thema Tötung komplett verzichtet, sie wird aber trotzdem weiterhin andauernd vollzogen. Und dass obwohl der Film Sweeney sogar noch die Chance auf Erkenntnis gibt, er diese auch erblickt aber dennoch nicht ergreift, da er selbst danach noch immer wietermordet.

[Achtung: SPOILER in den ächsten 5 Absätzen!]

Dabei ist es natürlich dann verständlich das wir mit Sweeney nicht wirklich mitfühlen wollen, wenn er zum Schluß bemerkt das er sogar seine eigene Frau (!) selbst getötet hat. Diesen Fehler zu erkennen wäre nun auch gleicchzeitig seine Chance gewesen, auch eventuell einzusehen das die viele Morde nicht gerechtfertigt waren. Aber nein, der Film gibt ihm hierbei keine Chance und es muss auch noch Mrs. Lovett drann glauben! Ganz zum Schluß sogar auch Sweeney selbst, da ihm mit seinem eigenem Rasiermesser die Kehle aufgeschlitzt wurde, durch einen kleinen Jungen welchen Mrs. Lovett einst bei sich aufnahm und der ihr versprach ihr niemals Leid zukommen zu lassen, sie zu beschützen.

Und selbst dies ist moralisch äußerst fragwürdig, wenn auch im ersten Augenblick legitim erscheinend, da es ja auch gleichzeitig hieße, das der Junge trotzdem noch Mrs. Lovett beschützen wolle, obwohl er von den ganz speziellen Fleischpastetenfüllungen wusste! Oder anders formuliert: Obwohl er wusste das Sie Leichen zerstückelt und zu Fleischpastete verarbeitet, also Mrs. Lovett im Endeffekt nicht besser ist als Sweeney der Mörder, will der Junge Sie beschützen, aber gleichzeitig auch Sweeney töten! Also irgendwas scheint nicht mir nicht ganz normal im Kopf des Jungen, was seine Denkensweise und so Stuff angeht.

Und eben aufgrund dieser durchweg moralisch fragwürdigen Characktere versagt natürlich auch das Schlussbild des Films, welches zweifelsohne darauf ausgelegt war, Mitleid beim Zuschauer für Sweeney selbst zu erwecken, was natürlich, wegen besagter nicht vorhandener Moral, einfach nicht klappen kann. Das letzte Bild ist übrigens der einzig wirklich halbwegs charmante Shot, welcher wohl auch wirklich prima funktioniert hätte, wären die Characktere auch nur mit ein Schlückchen mehr Tiefgang, noch nicht einmal unbedingt mit mehr Moral und Anstand, gefüllt worden. Vielleicht wollte es uns Burton ja auch als Tragik an sich verkaufen, aber meines Erachtens nach ist er damit gründlich auf die Fresse gefallen.

Überdies hinaus beinhaltet der Film eine komplett sich im Sande verlaufende Sidestory, welche rückblickend auch schlicht unnütz ist, einfach gar nichts nichts zu den Film beiträgt, ja sogar aufgrund der fehlenden Auflösung noch nichtmal für sich selbst wirklich bestehen könnte. Es handelt sich dabei um die Liebesgeschichte zwischen Johanna und Anthony (Jamie Campbell Bower). Ich meine: Wozu? Was hat uns diese B-Story bitteschön gebracht? Und selbst wenn sie nur als SIDE-Story, also als Auffüllung des ganzen, aber nicht als Erweiterung gedacht war, warum wird sie dann bitteschön nicht aufgelöst sondern allein und komplett offenstehend zurückgelassen? Bis auf eine einzige zwei Szenen ist der komplette Charackter von Anthony nutzlos! Und selbst in diesen einen Szene zwei Szenen wirkt er nur als billige Ausrede!

Zunächst wäre hier das plötzliche Auftreten von Anthony zu nennen, welches Sweeney beim ersten mal daran hindert den Richter Turpin umzubringen. Zum Zweiten sei hier das kurze Aufeinandertreffen von Richter Turpin und Anthony vor Turpins Haus genannt, welches allerdings Burton dazu gedient haben könnte um Rickmans Rolle als sich sorgender Vater zu vertiefen. Aber für diese beiden Szenen, welche auch ganz einfach hätten abgeändert bzw. verlegt werden können, wirklich eine komplette SideLoveStory? Und nun alle zusammen einmal ganz laut und im Chor: WTF? Und es kann doch auch nicht sein das man so etwas, nur reinschreibt um noch schnell ein paar neuen Gesichtern die Chance auf eine Rolle anzubieten? Insbesondere weil diese ja sowieso bei einem solchen Staraufgebot untergehen. Ich verstehe es wirklich nicht…

[SPOILER: Ende]

Und nun zum Tüpfelchen auf dem i! Schauspielerisch ist sogar ebensowenig zu erwarten wie von der Geschichte selbst! Johnny Depp spielt auf kompletter Sparflamme und auch Helena Bonham Carter sticht lediglich durch ein paar wenige, dafür aber dann wirklich nette, Gags hervor! Aber das war es dann auch schon, zumindest von der Hauptrollenseite. Die beiden können wesentlich mehr und haben dies sogar auch schon des öfteren unter Beweis gestellt. Vermutlich mag dies aber auch daran liegen das die gesungenen Dialoge nicht soviel Characterbuilding ermöglichen. Depp allerdings zieht defintiv eine der miesesten Karten, da er den Hauptteil des Filmes nur einen Gesichtsausdruck parat hat, nämlich “Ich will Rache und hasse alle Menschen”. Carter weiß wenigstens noch durch ihre “Crazyness” teilweise zu unterhalten. Mir hätte bei ihrer Auslegung der Rolle noch eine Szene im Fleischpastetenkeller gefehlt, welche Sie bei der Zuberreitung zeigt.

Alan Rickman kommt sogar, witzigerweise ja als eigentlicher Bösewicht der Geschichte angesetzt, im Endeffekt symphatischer davon als Depp oder Carter mit ihren Rollen. Im wurde auch überraschenderweise am meisten Dialog zuteil, wo er sich und seinen Charackter wirklich vertiefen kann, mögliche Ursachen und Beweggründe für seine Figur auflisten kann. Selbstverständlich ist auch Turpin kein Unschuldsengel, aber da wir auch nicht ihm, sondern eben Depp die ganze Zeit beim sinnfreiem Töten zuschauen dürfen, kommt er allein schon deswegen posistiver aus der Affäre als seine oben genannten Schauspielkollegen. Ihm sieht man, neben der Carter, auch am meisten an wieviel Spaß er an der Rolle gehabt haben muss und er erfüllt sie auch zumindest mit solider, wenn auch nur durchschnittlicher, Handwerkskunst.

Kamera- bzw. Schnitt- und Szenentechnisch, hat sich Burton mit den Jahren, natürlich auch aus Kostengründen, immer mehr den CGI-Möglichkeiten zugewandt. Kann nicht gerade behaupten das mir dass persönlich super gefallen würde, aber verstehen kann ich es. Wer einfach derartige Welten auf die Leinwand zaubern will und die Wahl hat, wird früher oder später auch einfach auf den Rechner zurückgreifen müssen, allein weil die Produzenten sonst auf die Barikaden springen würden!

Allerdings hätte man sich auch so einiges bei “Sweeney Todd” wirklich ersparen können, an versofteten und kalt lieblosen Computerbildern, wie z.B. die Opening Credits oder aber die teilweise nur selbstzweckhaften Kamerafahrten durch das düstere London. Ich meine was soll eine lieblos dahingekotze CGI-Kamerafahrt, welche man schon bei den Oscar-Opening-Film von 2006 besser gesehen hat und der man auch in jeder Sekunde ihre Herkunft aus dem Rechner anmerkt, wenn sie doch sowieso keinen geschichtlichen Sinn hat? WTF, die Zweite!

Von dem Score bzw. Musicaleinlagen kann man halten was man will. Bis auf zwei stimmige Szenen, welche auch wohl schon aus dem Trailer bekannt sein dürften, ging für mich das Konzept aber nicht auf. Wie gesagt habe ich persönlich auch das Gefühl, man hätte ruhig noch mehr Dialoge, zum Charackteraufbau mit einbinden können. Und jetzt bitte nicht denken ich habe den Film nur schlecht gefunden weil ich die Musicaleinlagen nicht toll fand oder diese gar evtl. nicht verstanden hätte. Ich wollte dem Film ja nichts böses, ich habe mich versucht auf ihn einzulassen, ich wollte ihn ja sogar aufgrund seiner ungewohnten Musicalerzählweise gut finden, doch die Fehler lagen nunmal ganz woanders. Es tut mir richtig Leid um “Sweeney Todd”, denn der Trailer und die ungewohnte Erzählweise versprachen ja so einiges. Auch die Geschichte hätte sicher viel mehr hergegeben können, wenn man sie nicht so erzählt hätte wie man sie hier nunmal erzählt hat.

Fazit: “Sweeney Todd” ist schlecht! Einfach richtig, richtig schlecht! Nicht so schlecht wie ein “Silent Hill” vielleicht, aber er ist trotzdem richtig schlecht! Er hätte so viel sein können, scheiterte aber letztlich an einer von anscheinend allen Beteiligten lieblosen Herangehensweise und einer moralisch äußerst fragwürdigen Umsetzung.

Es handelt sich ja bei “Sweeney Todd” nicht um eine Gechichte nach waren Begebenheiten, welche man nicht mal eben einfach zugunsten seines Helden kurz hätte verändern können, sondern um ein wages Märchen, schlimmstenfalls um ein Broadway-Musical, welches man auch getrost hätte umschreiben können, wenn dies der, dann zwar eigenständigen aber dafür filmisch vielleicht annehmbareren, Umsetzung zugute gekommen wäre.

Eine Figur wie eben Sweeney Todd muss einfach Identifikationsfläche bieten, darf nicht als sinn- und moralfrei handelndes Monster dargestellt werden, welches dann sogar noch brutaler wirkt als sein eigentliches Racheopfer! Verdammt, sogar “Rambo IV”, nein sogar “Rambo II” und “Rambo III” hatten handwerklich bessere und moralisch zumindest vertretbarere Ansätze als dieser Schund!

Es geht hierbei zwar um eine Rachegeschichte, welche ja per se auf moralisch sowieso schonmal fragwürdige Selbstjustiz setzt und obendrein bei “Sweeney Todd” noch mit makaberen Beigeschmack gefüttert ist, aber muss man die Figuren dabei wirklich derart in die Scheiße reiten, dass kein Arsch sie überhaupt mehr mag? Vorallem nicht wenn man auf ein starkes Ende setzt, Emotionen erzeugen will, Mitleid für seine Figur, so wie es Tim Burton bei Sweeney ja tuet!

Das ein so starker Regiesseur wie eben Burton derartig versagt, das man als Zuschauer seine Figuren derart verabscheut bzw. Sie einem schlichtweg egal sind, bleibt mir unbegreiflich. Ich meine da müssen doch Menschen vor Ort gewesen sein, die irgendwann mal gesagt haben müssen: “Hey wäre da nicht ne andere Lösung besser?”. Ich verstehe das wirklich nicht! Und warum Johnny Depp gerade für diese Rolle mit dem Grammy ausgezeichnet wurde und sogar für den Oscar nominiert, verstehe ich dabei sogar noch weniger. Es kann doch nicht allein von der, vielleicht etwas andersartigen aber trotzdem altbackenen, Idee eines Musicalfilms herrühren, das alle davon so begeistert sind. Ich meine da muss man doch auch ehrlich mal nach dem was von der Rolle, oder gar den Film allgemein, so an Message rüberkommt sprechen. Und das war leider zu wenig, zu kalt und zu oberflächlich.

Und wenn jemand, der den Film gut fand, nun bitteschön erklären würde warum, wäre ich ihm zutiefst dankbar!

Autor: Sven

Kinostarts: 21.02.2008

Abgelegt unter: Im Kino, Kinostarts am 23.02.2008 von Sven

Jaja, ich weiß ich bin ein bissl spät dran mit den Kinostarts dieser Woche, aber hier sind sie ja nun!

Allerdings hält sich das ganze diese Woche auch eher bedeckt, wie schon in der vorangegangenen. Lediglich 2 Titel sind wirklich erwähnenswert:

Naja, eigentlich ja doch nur der erstere zweitere, wenn wir ehrlich sind. Aber der wird dafür bestimmt richtig gut! Hoffentlich läufts wieder rund, ab nächster Woche…

via: filmz.de
Autor: Sven

There will be Blood

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 21.02.2008 von Sven

there-will-be-blood.jpg

there-will-be-blood.jpg

Inhalt: Wir schreiben das Jahr 1898 und es ist die Geschichte des gerissenen Goldgräbers Daniel Plainview (Daniel Day-Lewis), welcher unerwartet in Kalifornien auf eine Ölquelle stößt. Durch seinen Pioniergeist, seinem Charme und seinem guten Gespürsinn fürs Geschäft, gelingt es ihm innerhalb von nur kürzester Zeit ein Millionenimperium aufzubauen. Jeddoch lässt ihn die Gier nach mehr schnell zu einem gewissenlosen Geschäftsmann verrohen, welcher sich innerlich immer weiter selbst zerfrisst. Und als dann noch der vermeintlich einfältige Farmerssohn und Laienprediger Eli Sunday (Paul Dano), Plainview ins Geschäft funken will, beginnt ein nervenzerrender Kampf zwischen zwei ebenso ebenbürdigen wie aber auch kaltherzigen und manipulierenden Kontrahenten, um Öl, Geld uns somit auch grenzenlose Macht!

Kritik: Es beginnt mit einem ziehenden und nervenreibenden Wummern und Wimmern, einem dissonanten Kreischen, das schließlich in eine sirenenartige Tonfolge übergeht, bevor die Leinwand für einen kurzen Moment aufhellt, schließlich den Blick freigibt, auf ein Land das so kurz vor der Schwelle steht, sich für immer zu verändern. “Huston… Wir sind gelandet!” In einem cineastischen Meisterwerk, das seines gleichen sucht!

Paul Thomas Anderson, welcher sich hier sowohl für Regie als auch Drehbuchfassung auszeichnet, hat, lose basierend auf dem Roman “Oil!” aus dem Jahre 1927 von Upton Sinclair, mit seinem “There will be Blood” ein Opus Grande, ein cinephiles Feuerwerk und eine zutiefst zerschmetternde, erschütternde, aber zugleich auch ebenso ehrliche Fahrt in die Abgründe menschlicher Seelen erschaffen, welche den Film und vermutlich auch seinen A-Protagonisten Day-Lewis, wohl (zurecht) auf die Oscarbühne geradezu katapultieren wird.

In den rund 160 Minuten, mit denen “There will be Blood” aufwartet, zeichnet Anderson ein schlicht wahnwitziges und ebenso packendes Psychogramm. Eine zerrende Charackter- und ganz nebenbei auch Gesellschaftsstudie, voller Obession, Gier und Kaltblütigkeit wird uns in Andersons “Jetzt-Schon”-Meisterwerk präsentiert, welche schlicht erschreckend brilliant von Daniel Day-Lewis verkörpert wird. Dieser Mann durchtränkt seinen Charackter förmlich mit einer geradezu unfassbar bebenden Aura, welche man ihm nicht nur einfach glaubhaft abkauft, sondern auch in jeder Sekunde, fast schon plastisch spüren kann!

Sein noch junger Gegenspieler Paul Dano, mir bis dato nur als, in der im direkten Qualitäts-Kontrast nichtmal ansatzweise vergleichbaren Rolle, des “Klitz” von “The Girl next Door” bekannt, weiß ebenso erstaunlich zu agieren und seinem Charackter Eli einfach in jeder Sekunde Glaubhaftigkeit zu verleihen. Zwar siegt hierbei allerdings auch, wie schon bei “1 Mord für 2“, die wahrscheinlich auch altersbedingte Schauspielerfahrung eines Day-Lewis, jeddoch allein schon der wirklich äußerst sicke Kontrast zwischen einer hierzu einfach schlicht lächerlich wirkenden Rolle wie der eines “Klitz” in einer zwar netten aber im Grunde nichtssagenden Teeniekomödie, und der Rolle wie der eines “Eli Sunday”… Meine Fresse, wenn der Junge in dem Tempo weiterhin “gutes schauspielern” lernt wie innerhalb von den 3 kurzen Jahren, dann wird er irgendwann schlicht DER Überschauspieler!

Und auch insgesamt bewies man bei der Rollenbesetzung ein außerordentliche feines und liebevolles Gespür. So ist “There will be Blood” wohl der allererste Film in meinem Leben, wo mir ein Schauspielerkind (Dillon Freasier als Sohnemann und “Geschäftspartner” H.W. Plainview) nicht unentwegt auf die Nüsse ging!

Cinematographisch wartet der Film, wie auch schon “Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford“, mit ebenso fantastisch liebe- wie auch poesievollen Landschaftsaufnahmen eines Amerika, mitten in der Wendenzeit, Western zur Moderne, auf. Director of Photography Robert Elswit hat es geschafft einige unvergessliche Szenen zu erschaffen, welche sich zumindestens mir, auch wirklich einfach aufgrund ihrer brillianten Optik, in den Schädel gebranntmarkt haben. Bei der, wohl bereits jedermann aus dem Trailer bekannten Ölturmbrandsequenz, vermute ich sogar die Verwendung einiger spezieller lichtempfindlicher Linsen, Filmmaterialien und Optikasystemen, welche hierbei einen nur so vor Charme und gleichzeitig Suspense-Sprühenden Effekt auf die, dabei schon fast ins surreale abdriftende, Szenerie haben. Ganz großes Können und Technickverständniss wurde hiebei anscheinend aufgezogen um einen derart beklemmenden Effekt zu erzeugen, welcher einen schlicht in seinen Bann zieht!

Desweiteren werden auch einige kleinere Kamera und Schnittkniffe, wie z.B. optisch symbolische Verknüpfungen einzelner Szenen durch bestimmte ähnlich wirkende Einstellungen, Geschehnisse und Handlungen, zu- bzw. ineinander angewendet, die ein hübsches Konstrukt der Psycholgie und Arbeitsweise des Films aufzeigen. Aber dies nur am Rande und auch vermutlich nur wirklich wahrnehmbar für Nerds wie mich. ;-)

Auch bei seinem Score geht der Film völlig ungewohnte, ja schon experimentelle Wege. Jonny Greenwood von Radiohead hat die Musik zu “There Will Be Blood” geschrieben , teilweise eigens für den Film komponiert, teilweise aus seinem Album “Popcorn Superhet Receiver” übernommen. Und seine Komposition gehört zum Ungewöhnlichsten, Verstörendsten, in ihrer völligen Durchsichtigkeit, aber auch zum Intelligentesten in ihrer Manipulationsfähigkeit, was wir seit langem im Kino gehört haben. Wenn es etwas klassischer klingt, handelt es sich übrigens um Arvo Pärt. Neben dem, sich hier äußerst viel Zeit für sich selbst nehmenden Anfang, auf dem man sich bei “There will be Blood” als Zuschauer einfach wirklich einlassen muss um den Film mögen zu können, gehört die “Musik” des Film zu den “Wohl nicht jedermanns Geschmack treffenden” Kriterien.

Ich persönlich empfand sie in einigen Szenen als äußerst störend, in anderen wiederrum , wie z.B. jener genannten Ölturmbrandsequenz oder aber auch im Abspann nach dem Film, als äußerst genial gewählt und als besser nicht hätte zutreffend sein können. Jeddoch ist sie dem Zuschauer auch stets bewusst und auch immer stark präsent, sobald sie in Erscheinung tritt, weshalb man sie auch wirklich immer, und sei es nun entweder als treibenden und mitreißenden oder aber eben als nervtötenden aber auf jeden Fall starken, Grandezza einfach kristallklar im Saal wahrnimmt. Die Entscheidung muss dann jeder für sich selbst fällen. Ob genial gewählt oder die Geschichte zerstörend, liegt dann einfach bei euch selbst. Doch allemal muss man dem Score hoch anrechnen das er, wie auch der Film selbst in seiner Erzählart, wirklich neue Wege zu beschreiten versucht.

Diese neuen Wege mögen beim Soundtrack nicht immer ganz ins Schwarze treffen, jeddoch erreicht die Geschichte bzw. der Film an sich, mit seiner aussergewöhnlichen und erfrischenden Erzählstruktur sein Ziel mühelos. Dies aber auch nur sobald man sich als Zuschauer definitiv auch auf den Film einlässt, und das nunmal in all seiner Länge und auch Tiefe. Die komplette, und wie oben bereits erwähnte, auch sehr lange erste Hälfte von “There will be Blood”, dient dem Aufbau, die zweite der Dekonstruktion inklusive Auflösung. So weit, so durchschnittlich, aber was macht die Erzählform von “There will be Blood” so aussergewöhnlich?

Ich habe es am liebsten als wie in einem Spielzeugkasten gesehen: Im ersten Part zeigt uns Anderson all seine “Bauklötze”, präsentiert sie ausufernd, fängt dann gaaaaanz langsam damit an ein “Türmchen” zu bauen. Im zweiten Part stapelt er diese einzelnen “Bauklötze” immer schneller aufeinander und der “Turm” wächst rasant in die Höhe, bis es dann im Unausweichlichen endet, er schließlich im letzten Kapitel einstürzt und zum Schluss liegen dann somit alle “Bauklötze” offen einsehbar vor uns!

Das tolle daran ist die Tatsache das der Turm aus sehr vielen unterschiedlich farbigen Bauklötzen besteht! Insgesamt mögen wir zwar schon viele dieser einzelnen Klötze kennen, jeddoch ergibt sich durch ihre schiere Anzahl und aus dem Prinzip und der Art und Weise wie Anderson die einzelnen Klötze aufeinanderstapelt, etwas gänzlich anderes alls das gewohnte.

Der Film bietet wesentlich mehr als nur ein Drama. Er ist sowohl eine ausgetüftelte Charackterstudie, ein Westerner, ein Dokumentar- und Experimentalfilm, auch hier und dort sogar ein bischen Theater. Und ganz obendrauf ist er überdies auch noch eine höchst aktuelle Gesellschaftsstudie! All diese Plot-Stränge, all diese Genres, werden uns zunächst liebevoll präsentiert, verweben sich immer weiter und tiefer ineinander, bis sie am Ende ein festes Seil ergeben, welches dann aber schlußendlich reißt und uns sein innerstes somit offenbart!

Vielleicht mag man dies noch nicht sofort erkennen, aber spätestens auf dem Nachhauseweg, nach dem Abspann, nachdem die Lichter wieder langsam hochgedimmt sind und man den Saal verlassen hat, kann es doch noch unter Umständen so sein, das dem ein oder anderen, dann doch noch ein kleines Licht aufgeht.

Insgesamt darf man hierbei aber jetzt zum Schluss hin kein rasantes Storytelling oder gar schnelle Action erwarten. Der Film bleibt sich selbst, seiner Geschichte, seiner Zeit in der er spielt und seinen Charackteren, ganz im Gegensatz zu “Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford” auch zur Auflösung hin sehr treu, bleibt auch zum Ende hin bedacht ruhig und lieber sicher agierend.

Eben genauso wird auch überhaupt der Kampf der beiden Parteien dargestellt: Es ist bei “There will be Blood” nicht wie bei “1 Mord für 2” ein offenes Gefecht, keine reine Freude der Characktere am Machtspiel an sich, vorhanden! Nein, es ist alles irgendwie ernster, rauher und intensiver, und dadurch eben nicht so offen und voller Energie. Die einzelnen Schritte die getan werden, insbesondere auf Day-Lewis Seite natürlich, wirken gedämpfter, bewusster ausgewählt und dann auch sicherer ausgeführt als wie bei genannten “1 Mord für 2“.

Obwohl ich ganz persönlich trotzdem besagten Film doch noch einen kleinen, minimalen Tick besser finde als dieses ausufernde Epos. Mag vielleicht auch an dem damit verbundenen Unterhaltungswert liegen welchen “There will be Blood” selbstverfreilich bei seiner Thematik nicht so extrem beinhaltet. Aber dies ist nur meine persönliche Meinung und soll keineswegs ein Urteil fällen, über keinen der Filme, ausser natürlich dann für mich selbst.

Und nun wieder zurück zu den einzelnen Interpretations-, Genre- und Plotmöglichkeiten von “There will be Blood”! Der streng christliche Part, verkörpert von Dano, und der durch und durch kapitalistische aber ebenso auch stark familiäre und mit sich selbst ringende Part, verkörpert von Day-Lewis, bieten einige höchst interessante Interpretationsmöglichkeiten zur heutigen Politischen und Religiösen Struktur, insbesondere die der amerikanischen.

Die Geschichte an sich und auch deren Umsetzung, bieten ein episches Westerndrama, welches ein packendes Bild einer ganzen Ära, welche sich mitten im wirtschaftlichen Umschwung befindet, erzeugt. Eingefangen in wunderschönen (schon fast dokumentarischen) Landschaftsaufnahmen wird dies alles dann mithilfe einer sehr erfrischenden und ungewohnten experimentellen Art und Weise dem Zuschauer vermittelt, sowohl erzähltechnisch als auch musikalisch.

Aber ebenso verbirgt sich im Ende des Films, und das ist hierbei wirklich spannend, mit seiner schlußendlichen Moral, seiner für die Geschichte eigenen Billanz des Lebens, dem schlußendlichen Schlußstrich unter allem, auch gleichzeitig ein Versuch, einer wirklich ehrlichen Aussage, über den möglichen Sinn, eben jenes Lebens. Dabei geht es ihm dann längst nicht mehr um Richtig oder Falsch, Geld und Macht, Gier und Obsession, sondern um Akzeptanz und: Die Wahl in ihrer reinsten Form, nämlich der Wahl an sich!

Fazit: “There will be Blood” ist handwerklich überdurchschnittliche Kost, wird Day-Lewis und Anderson vermutlich den Oscar einbringen, bietet eine packende Story, welche eingebetet in fantastische Bilder und verkörpert durch grandiose Schasuspieler, einfach ein Meisterwerk ergibt. Was soll ich sonst noch dazu sagen? Geht rein, lasst euch aber auf den Film mit seiner Länge und seiner Experementierfreude auch ein, damit ihr ihn genießen könnt. Lasst euch Zeit, lasst dem Film seine Zeit. Gebt ihm das was er braucht, eine Chance, und ihr bekommt auch das was ihr wollt, ein cineastisches Meisterwerk! Viel Spaß mit dem Film, wünsche ich euch dabei.

Autor: Sven

John Rambo

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 17.02.2008 von André

“Nicht zu fassen, nur’n verfickter Affe würde hier leben.”

Rambo war neben Rocky die erfolgreichste Rolle die Sylvester Stallone seiner Zeit verkörpern durfte. Nachdem Stallone mit seinem letzten Film Rocky Balboa große Erfolge feiern konnte und der Filmfigur einen würdigen Abschluss verlieh, bekam er schnell grünes Licht für eine Fortsetzung von Rambo, dem Stallone ebenfalls (wie bei Rocky) zu ein bisschen mehr Glanz und Ehre verhelfen wollte.

Wie bei Rocky Balboa, zeigt sich Stallone auch bei John Rambo, neben der Hauptrolle, wieder für Drehbuch und Regie verantwortlich, jedoch ist das Endergebnis diesmal nicht so einstimmig positiv wie einst, sondern muss sich einige Kritikpunkten gefallen lassen.

Kritik gab es auch von der Behörde der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK), die verlangte nämlich das der Film auf Grund seiner exzessiven Gewaltdarstellung, um ca. 1Min. gekürzt werden musste, damit er überhaupt in den deutschen Kinos gezeigt werden durfte (als FSK18 wohl gemerkt). Tatsächlich ließen bereits diverse Trailer und Footageaufnahmen des Films erahnen, dass es sich bei John Rambo mit Sicherheit um den brutalsten, der ohnehin nicht zimperlichen Rambo Reihe, handelt. Diese Ahnung bestätigt sich auch. In seiner Inszenierung der Actionszenen ist John Rambo alte Schule, sprich inspiriert von seinen Vorgängern und dem Actionkino der 70ger und 80ger Jahre: roh, schmutzig, blutig und konsequent, dabei aber in seiner alles überschattenden Brutalität auch erstaunlich real, denn John Rambo ist mehr als nur ein einfacher Actioner der sein Publikum durch ein paar heftige Kills und Kawuums bei Laune halten will.

Sylvester Stallone setzt seinen Film nämlich (in bester Rambo Tradition) in Bezug mit einem realen politischen Kontext, den Bürgerkrieg in Birma. Bevor er also die Killermaschine Rambo auf den Gegner, militante burmesische Truppen, loslässt, zeigt er mit welcher Härte und gnadenloser Grausamkeit diese gegen ihr eigenes Volk vorgehen. So lässt Stallone beispielsweise burmesische Truppen, auf schockierendste Art und Weise, ein kleines Dorf niedermetzeln und zwar mit einer Konsequenz, wie man sie selten im Kino zu Gesicht bekommt: hilflose, unbewaffnete, flüchtende Menschen, werden vom MG-Feuer in Stücke gerießen, junge Mädchen mitten im Schlachtgetümmel vergewaltigt und Frauen und Kinder gnadenlos hingerichtet, die Kamera hält dabei voll drauf und erspart dem Zuschauer keine Details. Die grausame Bilderflut ist dabei keinesfalls Fiktion, sondern sorgsam recherchierte und kompromisslos umgesetzte Realität, denn Terror, Angst und Gewalt bestimmen das Alltagsbild in Birma und Stallone beschönigt oder verschleiert dies nicht, sondern stellt die Dinge da, wie sie sind, wie man sich Krieg vorstellen muss.

Schade ist nur, dass er dem Zuschauer überhaupt kein Hintergrundmateriel zu den Ereignissen in Birma liefert. Stallone stellt die grausame Oberfläche des Konfliktes da ohne auf den Kern einzugehen, er gibt den Militärtruppen kein Motiv für ihre Grausamkeit, er stellt sie eindimensional da, scheinbar aus purer Freude mordende Tiere: wild, laut, unberechenbar und brutal. Ein Gegner ohne Gesicht, Brutalität ohne Substanz. Für den Zuschauer sowie für Rambo bietet sich scheinbar nur eine Lösung an, mit der gleichen Härte zurückschlagen. Stallone gibt Rambo die Legitimation zum abschlachten der burmesischen Truppen, gibt sie zum Abschuss frei, Kanonenfutter für Rambo sonst nichts.

Natürlich ist Rambo kein Tier, er ist eine tragische Figur die vom Krieg gezeichnet wurde und er bekommt ein Motiv zum töten. Die Befreiung von Kriegsgefangenen, die Rettung von freiwilligen Menschen die helfen wollten, ohne Waffen, friedvoll, mit Medikamenten, Logistik und natürlich dem Glauben. Scheinbar naive Figuren, dehnen nicht klar ist auf was sie sich eingelassen haben, im Kern verkörpert durch die Unschuld in Person, Sarah, eine junge Frau die die Welt verbessern möchte und an das Gute im Menschen glaubt, gutherzig, nobel und schützenswert, klar das Rambo loszieht und sie rettet, naja und den kleinen Honkitonk Verein der sie begleitet hat. Los geht das Actiongemetzel für die gute Sache und auch das ist konsequent, dreckig, brutal und beschönigt den Krieg nicht durch ästhetische Morde und toll choreographiertes Schlachtenmeer.

John Rambo ist laut, wild, hecktisch und gnadenlos brutal, die meiste Zeit ist man mehr schockiert als unterhalten und dafür darf man Sylvester Stallone getrost beglückwünschen, denn er lässt den Zuschauer nicht vergessen, dass die gesehen Brutalität ein Akt der Verzweiflung ist, eine Maßnahme entstanden aus Hilflosigkeit, jedoch auf Dauer keine Lösung für das Problem, das erkennt sogar Rambo und darum kehrt er auch zurück in seine Heimat, einen Platz der Ruhe und des Friedens. Die Suche nach Frieden, vielleicht ist dies Stallones Antwort auf den Konflikt, nicht Gegengewalt, kein weiteres Morden, sondern die Suche nach Frieden und das Glück diesen irgendwann einmal zu finden.

Autor: André

Paris Je T’aime

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 17.02.2008 von André

“je ne ressens puls rien! BANG!!! Tu la’s senti ca?”

Aaah, l’amour…das höchste der Gefühle, kompliziert und vielseitig, wundervoll und schmerzhaft. Die Liebe hat viele Gesichter und ist somit stets beliebtes Thema in Kunst, Lyrik und natürlich auch im Film. 16 Episoden, ja fast nur Ausschnitte, umfasst Paris Je T’aime. Alle von unterschiedlichen Regisseuren inszeniert und vom Thema der Liebe inspiriert.

Paris, die selbst ernannte „Stadt der Liebe“, es gäbe wohl keinen passenderen Schauplatz für einen romantischen Film, doch Paris Je T’aime ist weitaus mehr als das. Der Film wirkt wie ein Kurzfilmfestival, das unter einem Hauptthema steht. Wie eine Sammlung von Episoden die aneinander gereiht wurden.

Jede Episode trägt den Namen eines bestimmten Stadtteils von Paris und wird mit deren Machern untertitelt. Die Vielfalt der Regisseure und deren unterschiedlichen Ansichten auf das allumfassende Thema Liebe, machen den Film enorm kurzweilig und sehr abwechslungsreich. Hierbei unterscheidet sich natürlich auch die Art der Inszenierung. Es gibt Episoden die wirken wie aus dem Leben gegriffen, andere wiederum sehr skurril oder surreal. Einige legen Wert auf ihre Charaktere und deren Dialoge, andere wiederum arbeiten fast ausschließlich mit visuellen Mitteln oder driften total ins artifizielle ab und wollen als Satire oder Komödie verstanden werden. Natürlich gibt es auch besonders dramatische und zutiefst tragische Erzählungen, manche oberflächlich, andere tiefgründig. Selbstredend, dass bei einem solchen Spektrum nicht jede Episode gleich stark ist, doch der Vergleich wirkt bei dieser Vielfalt von unterschiedlichen Schwerpunkten und Gewichtungen auch fehl am Platz. Klar ist, dass jede Episode für sich alleine hervorragend funktioniert und in der Gestaltung: von Bildaufbau, Kamera, Farbgebung und anderen filmischen Raffinessen, sowie inhaltlich: Dialoge, Darsteller, Bedeutung, mit hohem Anspruch konzipiert ist und von absoluten Könnern umgesetzt wurde, auch wenn man in der kürze der Zeit nicht immer vollständig in die jeweils einzelnen Episoden eintauchen kann.

Bei einer derart anspruchsvollen Produktion, mit sovielen Intendanten, ist es fast schon nicht mehr verwunderlich, dass sich unter den Darstellern, neben dem Who is Who der französischen Schauspielriga (von dem mir Kulturbanause natürlich nur Gerard Depardieu aufgefallen ist), auch eine Vielzahl internationaler Stars, sich bereit erklärte mitzuwirken. Darunter solche Namen wie: Steve Buscemi, Willem Dafoe, Nick Nolte, Maggie Gyllenhaal, Bob Hoskins, Elijah Wood, Emily Mortimer und Natalie Portman. Die Auftritte dieser Stars wirken über den kompletten Film verteilt, wie kleine Überraschungen, quasi ein Bonus der der ganzen Sache nochmal eine Portion Charme und Sympathie verleiht und das gesamte Projekt aufwertet, obwohl der Film dies nicht mal nötig gehabt hätte.

Letztendlich kann man also sagen: Paris Je T’aime ist kein Liebesfilm sondern ein Film über die Liebe, der sich bemüht alle Fassetten dieses komplexen Gefühls aufzuzeigen und mit Vielseitigkeit, hohem Anspruch in der Inszenierung und einem überraschend hohen Staraufgebot überzeugen kann. Die schiere breite des Spektrums lässt für jeden persönlichen Geschmack etwas entdecken und macht es daher schon fast unmöglich diesen Film nicht zu mögen.

Anmerkung: Noch etwas, dass für diesen Film spricht, ist an sich schon die Tatsache, dass ich ihn hier so enorm lobe, obwohl er mir zur Beurteilung nur im Original ohne Untertitel vorlag. Zwar handelt es sich um eine internationale Produktion, jedoch wird auf Grund des Drehortes (Paris) zwei Drittel des Films nur Französisch gesprochen. Leider Leider habe ich meiner Zeit diese Sprache niemals auch nur im Ansatz erlernt und somit zwei Drittel der Dialoge nicht verstanden (sieht man mal von Eigeninterpretationen über Gestik und Mimik der Darsteller ab). Dennoch kann ich Paris Je T’aime ohne schlechtes Gewissen jedem empfehlen, für den die Liebe auch mehr sein kann als rote Rosen, Dackelblick, kitschige Popsongs und debil grinsende Hollywood Starletts.

Autor: André

Gewaltpornographie…

Abgelegt unter: Strandgut am 14.02.2008 von Sven

“…bis zum geht nicht mehr!” Hahaha… Ich kann einfach nicht mehr! “Weltbesster Kino-Kritiker der Welt!” Hahaha… “dzdzda so musse dir das vorstellen. Nur böpböpböp” Hahaha… Ahhhh *Tränen wegwisch* Bruharharhar “Ich denke mir die Welt verroht irgendwie offensichtlich… äh… und vielleicht is wie’n… Ist wien Videospiel!” Ahhh ich geh kaputt…

Übrigens würde mich mal interessieren woher der “Pöni” die Information mit “Rambo 5″ überhaupt herhat!? Also hätten Stallone oder die Studios sich irgendwie dazu geäußert und würde er wirklich schon für 2009 angesetzt sein, hätte die IMDB darüber vermutlich auch schon etwas geschrieben. Ich glaube ja eher das der “Pöni” da wohl was falsch verstanden hat… Naja aber irgendwie ulkig isser ja schon, wenn er sich so in Rage redet… der “Pöni”, ey. Ich kann nicht mehr…

Autor: Sven

Kinostarts: 14.02.2007

Abgelegt unter: Im Kino, Kinostarts am 14.02.2008 von Sven

Diese Woche werde ich euch keine langen Rede halten, darüber welche Filme “ganz nett wären”, “anschauenswert” oder “vielleicht auch passabel”. Nein, diese Woche habe ich für euch nur 2 Titel im Gepäck, aber diese sind verdammt nochmal beide Pflicht!

Zum ersten hätten wir hierbei das 8fach Oscar nominierte Drama “There will be Blood” mit Daniel Day Lewis in der Hauptrolle und zum zweiten kehrt ab Morgen der einzig ware Dschungelkönig (sic) “John Rambo” zurück auf die Leinwand.

Naja gut… Für dieTurteltauben unter euch, läuft ab dem 14ten auch “27 Dresses” in den deutschen Kinos an, damit ihr mit eurer/euren Liebsten nen netten Valentinstag verbringen  könnt.

via: filmz.de
Autor: Sven

Die FSK im Beispiel am Falle des John Rambo

Abgelegt unter: Der tägliche Wahnsinn..., Filme, Strandgut am 14.02.2008 von Sven

Morgen Heute wird er anlaufen! Bundesweit! Und ja, es wird ein Blutbad, ein Massaker und ein gedärmdurchtränktes Gorefest sein. Es werden Autos, Hütten, Granaten, Köpfe und ganze Körper explodieren. Es werden Menschen durchsiebt, auseinandergerissen oder erschossen, erstochen. Körperteile, Innerreien und Schädel werden durch die Luft fliegen. Es wird gemeuchelt und gemordet und auf die Moral geschissen. Dieser Film wird ein gottverdammter Killing Spree, und es werden sowohl schlagkräftige Sprüche als auch durchschlagskräftige Waffen zum Einsatz kommen und es wird zumindest mir eine ausserordentliche Freude bereiten diese Achterbahn der Gefühle Körperteile und Emotionen Gedärme zu durchleben. Und ja, solche Bilder sind nicht gerade jedermanns Geschmack. Viele werden den Film meiden und sich über die maßlose Gewaltorgie aufregen die Silvester Stallone als Regiesseur dort erschaffen hat. Die Rede ist natürlich von “John Rambo”.

john-rambo-tabelle.jpg

Zuallererst einmal hier die Tatsachen und Fakten: Ja, “John Rambo” wird, wie auch schon sein Vorgänger “Rambo III”, nur gekürzt in die deutschen Kinos kommen. Knappe 55 Sekunden musste der Verleih Warner-Deutschland aus seinem Film herausnehmen damit die FSK ihm endlich das Siegel “Keine Jugendfreigabe” (KJ) auferlegte.

Ich habe, auf der Suche nach der genauen Schnittmenge und eventuellen Angaben zum entnommenen Material einige Internetforen durchkämmt, und bin dabei leider in fast allen Threads auf einen Grundtenor gestoßen, welcher mich wirklich dazu veranlasst hier mal die Frage in den Raum zu werfen “Wie dumm und verblendet sind die Menschen eigentlich?”, wenn sie Aussagen wie die folgenden verfassen und diese anscheinend auch noch ernsthaft glauben:

genauso ist es
jeder der da rein geht unterstützt das auch noch und braucht sich auch nicht zu wundern das filme immer und immer wieder geschnitten werden

ein cut rambo im kino? ohne mich!
ich kann und werde warte
(auf die DVD andm. der Red.)” (Cinefacts/Beitrag: #2868)

Ich bin zwar kein Hellseher aber wage mal die Vermutung, dass dieser Film dieses Jahr einer der meistgezogenen Filme werden wird.

Zudem, hierbei handelt es sich nicht, wie seinerzeit bei HOSTEL 2, um einen ‘Freak’film, wo sich nur ein paar Leute in Foren drüber aufregen, dass der geschnitten ist und der Rest der Welt erst beim Kinobesuch mitbekommt, was für einen Schnittmüll sie da vorgesetzt bekommen. RAMBO IV spricht ja durchaus auch die Masse an und dass sogar schon TV MOVIE schreibt, dass der Film nur geschnitten erscheint wird diesmal vielleicht (hoffentlich) viele Leute vom Besuch abhalten.

Und Mitleid mit dem armen Verleih habe ich nicht im geringsten. Warner ist kein kleiner Arthouse-Laden, wo ich ein “Mann, da haben die aber Pech gehabt” ausrufe sondern ein milliardenschwerer Medien-Konzern. Die hätten da auch mal einen Präzedenzfall schaffen können und den ohne Freigabe ins Kino bringen können. Da wären garantiert noch genug Leute reingegangen, dank der unfreiwilligen Werbung die das gebracht hätte.

Oder aber, auch wenn das jetzt utopisch klingen mag, Warner hätte vor Gericht ziehen können und versuchen das Ding mittels der “Freiheit der Kunst” durchzubringen, DAS wäre mal was gewesen und vielleicht ein Signal für andere Filmverleiher.

Letzterer Punkt mag etwas abwegig erscheinen aber trotz allem, Warner hätte sich da sicher was einfallen lassen können. So wird gewartet bis der Film im Ausland auf DVD erscheint. Und Mitleid mit denen, dass denen jetzt vielleicht Geld wegen bösen illegalen Downloads flöten geht…nö. ” (Cinefacts/Beitrag: #2918)

Habe Rambo 2 und 3 damals im Kino gesehen und kann ebenfalls auf die Nostalgie verzichten. Meine Scheibe wird aber auch ganz klar aus dem Ausland importiert, Warner Deutschland kriegt für diese Leistung von mir keinen müden Cent, jetzt mal rein aus Prinzip.” (Cinefacts/Beitrag: #2870)

Der Meinung vieler User, die von den herausgenommenen 55 Sekunden erfuhren, war also, und dies nicht nur bei den Cinefacts-Foren allein sondern auch in anderen Foren, folgende: Boykottiert “John Rambo” im Kino, da Warner bestraft gehört und kauft euch dann bitteschön die uncutted DVD bzw. noch besser, saugt euch den Film einfach uncutted aussem Netz!

Darf ich hierzu bitteschön ein paar Worte los werden, ja? Danke…

Gib mir den Rest! »

Saw IV

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 10.02.2008 von André

„Dachten Sie es sei verrüber nur weil ich tot bin?“

Alle Jahre wieder kommt der Jigsaw-Killer, um ein neues Spiel zu eröffnen und stellt dabei den unfreiwilligen Teilnehmern die Frage: „Wie sehr schätzen sie ihr Leben?“

Jigsaw ist tot, seine einstige Schülerin Amanda ebenfalls und dennoch wird sein Werk fortgesetzt. Neues Spiel neue Opfer und alte Bekannte, wer steckt hinter den jüngsten Perversionen des Puzzelmörders, dies gilt es für die FBI Agenten Strahm und Karakanis zu klären…

Man sollte den Machern (Wahlweise: Darren Lynn Bousman, James Wan, Leigh Whannel) eine große Portion Respekt zollen, denn es gehört viel dazu, innerhalb von jeweils nur einem Jahr, eine kontinuierlich gute Story abzuliefern, die dem Original treu bleibt und an Qualität nicht nachlässt. Den Machern gelang dies mit ihrer Saw Reihe über fast vier Jahre. Warum nur fast? Weil vermutlich jeder kreative Geist auch mal eine Pause benötigt, andernfalls schleichen sich Fehler in seine Arbeiten ein, darum war es auch nur eine Frage der Zeit, bis das Konzept von Saw nicht mehr fruchten würde. Mit Saw IV hat das Projekt nun seinen Zenit erreicht, denn da der Film nur wenig neues mitbringt und sich nach wie vor aufs alte Konstrukt verlässt, bleiben Überraschungen diesmal völlig aus und auch der sonst so intensive Plot-Twist am Ende kann nicht mehr überzeugen.

Dabei sieht der Film genauso aus wie seine Vorgänger, nur leider hat der Zuschauer mittlerweile die Methoden der Macher durchschaut und darum kann man sich nur noch wenig an den, im Grunde immer gleichen, Folterspielchen erfreuen. Viel zu oft werden Tonbänder mit der Stimme von Jigsaw abgespielt, viel zu häufig werden die gleichen Einstellungen und Bildmontagen verwendet, sicher die Fallen sind neu und trotzdem irgendwie bekannt. Das Ganze verliert seinen Reiz, mittlerweile ist man einfach übersättigt und hoffte daher als Zuschauer wohl auf etwas mehr Innovation Seitens der Schöpfer des, für sein Genre so genialen, Saw. Doch scheinbar viel auch ihnen nichts mehr ein und darum erkennt man viel zu häufig die Konstruktion in der Handlung. Auf komplizierte Art und Weise verknüpft diese das Schicksal ihrer alten und neuen Charaktere miteinander, hierbei entstehen zahlreiche Subplots, die die Geschichte nur unnötig verkomplizieren und vom wesentlichen ablenken, selbst Kenner der Saw Reihe müssen äußerst aufmerksam bleiben um der Handlung folgen zu können, Neulinge sind komplett verloren.

Der Aufwand lohnt nicht wirklich, die Auflösung ist diesmal eher unspektakulär oder schlichtweg belanglos, wer den Faden nicht schon zuvor verloren hat wird eher enttäuscht. Das klingt jetzt alles sehr negativ, aber Saw IV hat auch einiges auf der Haben-Seite. Die Inszenierung ist wie immer nicht für schwache Nerven, es fließt viel Blut, es gibt viele kreative, gemeine Fallen, die heftigste Gore Szene gibt’s gleich am Anfang, es gibt viele Ergänzungen zu den Vorgängern und man erfährt viel aus Jigsaws Vergangenheit, was ihn menschlicher erscheinen lässt, denn seine Taten bekommen ein glaubwürdiges Motiv und er selbst wird zu einer fast tragischen Figur. Auch wenn die Handlung leckt und die Überraschungen ausbleiben ist Saw IV immer noch besser, als viele vergleichbare aktuelle Streifen des Genres und wer akzeptiert, dass auch ein Jigsaw so seine Schwächen hat, der kann das Kinoticket ohne Bedenken lösen.

Autor: André

Cloverfield

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 10.02.2008 von André

„I hab’s gesehn, es lebt…“

Mensch war das ein Hype, wer sich nur entfernt für Filme begeistern kann, kam die letzten Monate im Internet nicht an Cloverfield vorbei. Lange Zeit blieben Name und Handlung des Films geheim, der im Sommer 07 veröffentlichte Teaser offenbarte eine Bedrohung die New York heimsucht. Katastrophe? Terroranschlag? Monster? die Gerüchteküche brodelte doch die Antwort gab es erst Monate später und sie lautete: Monster!

Robs Freunde schmeißen eine Abschiedsparty für ihn, denn er geht für einen neuen Job nach Japan. Mit der filmischen Dokumentation der Feierlichkeiten wird Robs bester Kumpel Hud beauftragt. Leider läuft die Party nicht so wie geplant, Rob verkracht sich mit seiner Freundin Beth, die wütend davon zieht und kurz darauf wird New York von einem riesigen Monster angegriffen. Die Situation ist außer Kontrolle, Rob und seine Freunde wollen raus aus Manhattan doch dann erhält Rob einen Notruf von Beth, er beschließt sie zu retten…

Gozilla 2.0 möchte man meinen und man würde nicht irren, doch was Cloverfield so interessant macht ist nicht etwa die platte Handlung, sondern der Stil der Inszenierung. In den Fußstapfen des Blair Witch Projekts präsentiert sich der Film in einem dokumentarischen Stil, bei dem der Zuschauer praktisch in die Rolle von Hud, dem Kameramann, schlüpft und durch sein Kameraauge das Geschehen auf der Leinwand verfolgt. Durch diese Methode wird das Publikum quasi zu einem Teil des Films, wie ein Voyeur verfolgt es das Schicksal von Rob und seinen Freunden und sieht und weis dadurch niemals mehr als diese. Dieser Effekt erzeugt eine unglaublich dichte und gleichsam faszinierende Atmosphäre der man sich nur schwer entziehen kann, vorausgesetzt man übersteht die ersten zwanzig Minuten langweiliges Partygetuhe das wohl den Zweck hat die Protagonisten einzuführen und ebenso öde wie das Abschlussvideo der eigenen Abi-Feier daherkommt.

Die Charaktere machen die Sache nicht leichter, denn sie sind allesamt austauschbare Figuren dessen Schicksal, über die gesamte Filmlänge, uninteressant bleibt ganz gleich wie schrecklich dieses auch sein mag. Das es nicht rosig sein kann wird einem schon zu Anfang klar, wenn der auf der Leinwand eingeblendete Text verkündet, dass man nun dokumentarisches Filmmaterial einer SD-Karte zu sehen bekommt welche an dem Ort sicher gestellt wurde, der früher mal als Central Park bekannt war. Das die Figuren viel zu oberflächlich und klischeebehaftet sind, stört jedoch nur zu Anfang, sobald das Monster auftaucht hält allein schon die Wackelaction von Huds Kameraführungsstil die Zuschauer bei Laune. Dafür, dass dieser nur amateurhafte Aufnahmen des Geschehens liefern kann, entschuldigt er sich bereits mehrfach im Vorfeld auf der Party. Natürlich macht dieser Stil den Reiz des Films aus, ist aber nicht für schwindelanfällige Leute und solche die sich nicht für verwackelte Momentaufnahmen und Zufallseinstellungen begeistern können.

Bleibt noch das Monster, welches für ein Budget von grade mal 20.000.000$ gar nicht übel aussieht und vom Design her an eine Kreuzung aus Echse, Fisch und Alien erinnert, auch die fiesen, spinnenartigen Parasiten, die ihm vom Korpus fallen, können überzeugen. Unklar bleibt die Herkunft des Ungetüms, ganz zum Schluss gibt es einen kleinen Hinweis, (Tip: auf den Hintergrund achten.) Auch dessen Schicksal bleibt ein Mysterium, überhaupt kommt das Ende, wie schon beim Blair Witch Projekt, sehr abrupt und bleibt größtenteils offen, womit dank des Introtextes zu rechnen war und was eigentlich auch nicht weiter stört.

Fassen wir zusammen: Cloverfield wird dem Hype nicht gerecht, dafür ist die Story zu belanglos, die Charaktere zu platt, das Budget zu klein. Letztendlich gibt es nicht viel Monsteraction, sondern mehr Atmosphäre geladenes Gerenne durch zerstörte Straßenschluchten wobei der Kinotrailer die spektakulärsten Bilder vorweg nimmt. Das Paket unterhält und ist in seinem Genre auch einzigartig, aber kann nicht begeistern und ist somit auch kein unbedingtes muss im Kino, für die DVD jedoch sicherlich ein Highlight, auf dem HD-Flattscreen kommt sicher auch die DV-Optik besser zur Geltung.

Autor: André

Das Beste kommt zum Schluss

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 10.02.2008 von André

“Ich will verdammt sein, wenn ich zwei Wochen hier neben Zombie-Boy liegen muss”

Jack Nicholson und Morgan Freeman in einer Tragikomödie über das alt sein und sterben.

Edward Cole (Jack Nicholson) ist Millionär, besitzt Krankenhäuser und doch muss er sich das Krankenzimmer mit Carter Cambers (Morgan Freeman), einem einfachen Mechaniker und Ehemann, teilen. Beide teilen auch das gleiche Schicksal: Krebs im Endstadium. Aus anfänglicher Abneigung der beiden völlig unterschiedlichen Männer, wird schnell eine Freundschaft und aus einer Laune heraus, fertigen beide gemeinsam eine Liste mit Dingen an, die sie noch erleben wollen bevor sie sterben. Gemeinsam begeben sich die beiden auf ihr letztes großes Abenteuer…

Jack Nicholson und Morgan Freeman in einem Film, allein das lohnt den Kinoeintrittspreis. Die beiden Schauspielikonen verkörpern ihre Paraderollen, die ihnen auf den Leib geschrieben wurden, auf diese Weise können beide die ganze Palette ihres Könnens aufbieten und jeder für sich seine Stärken präsentieren. Dabei bilden Nicholson und Freeman die perfekte Harmonie und ergänzen sich gegenseitig zu einem unschlagbaren Team. Da ohnehin jeder neben solchen Größen verblasen würde, gibt Regisseur Rob Reiner den beiden viel Raum für ihr Spiel und stellt Nicholson lediglich einen Assistenten (Sean Hayes) und Freeman eine Ehefrau (Beverly Todd) als kleine Nebenrollen zur Seite. Wenn die beiden Männer auf große Abenteuerreise gehen sind sie jedoch unter sich und machen allerlei Verrücktes wie: Fallschirmspringen oder Autorennen, aber auch wunderschönes wie: die Pyramiden sehen. Während ihrer Reise lernen sich beide näher kennen, sprechen über ihr Leben, ihre Hoffnungen, Träume, Ansichten usw. Die Gespräche die die beiden Männer führen sind ehrlich und glaubwürdig und lassen beide erst zueinander und dann mit gegenseitiger Hilfe zu ihrem ganz persönlichen Frieden finden. Beide Darsteller tragen entscheidend dazu bei, dass dieser Prozess völlig fließend vonstatten geht und sorgen durch ihre erstklassige Performance dafür, dass die romantisierte Geschichte nicht zum sentimentalen Kitsch verkommt.

Dennoch Das Beste kommt zum Schluss ist eine Geschichte wie sie nur Hollywood schreiben kann: vorhersehbar, sentimental, träumerisch, romantisch und ja auch wunderschön, denn obwohl sie den Zuschauer mit einer melancholischen Stimmung entlässt, ist sie dennoch optimistischer Natur. Für alle die sich also ein wenig von Leichtigkeit und Sentimentalität berieseln lassen wollen und gerne eine wunderschöne, romantisierte Geschichte, mit zwei exzellenten Hauptdarstellern erleben möchten, dehnen sei Das Beste kommt zum Schluss sehr ans Herz gelegt.

Autor: André