Keinohrhasen

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 31.12.2007 von André

Schön…schön…schön und das mein ich jetzt nicht etwa sarkastisch oder zynisch, denn Keinohrhasen ist ein gelungener Mix aus Witz, Gefühl und Romantik, der vor Allem durch seine beiden Protagonisten getragen wird.

Ludo (Til Schweiger) ist ein erfolgreicher Klatschreporter für die Boulevardzeitung „Blatt“. Für einen seiner Skandalberichte geht er jedoch zu weit und wird zu dreihundert Sozialstunden in einem Kinderhort verdonnert. Dort trifft er auf Anna (Nora Tschirner) die Ludo noch aus Kindertagen in Erinnerung hat. Damals war sie nämlich sein Lieblingsopfer für fiese Streiche, Zeit also dem arroganten Frauenaufreißer Ludo einiges zurück zu zahlen. Doch dann kommt es natürlich anders, denn Anna verliebt sich in Ludo…

Drehbuch, Regie und männliche Hauptrolle Til Schweiger, bewies bereits mit Barfuss, dass er ein Händchen für witzig-skurrile Liebesgeschichten hat. Zwar ist Keinohrhasen etwas konstruierter, simpler und durchschaubarer als Barfuss aber stören tut dies nicht, denn der Film hat viel Herz und nimmt sich, neben vielen Gags, vor Allem Zeit für die Gefühle seiner beiden Hauptcharaktere ohne dabei schnulzig oder kitschig zu wirken. Dies verdankt man einem guten Drehbuch, ehrlichen und glaubwürdigen Dialogen und natürlich der hervorragenden Besetzung.

Schweiger hortet um sich und seine (ich muss es an dieser Stelle sagen) grandios, grandios und durch niemand anderen besser zu besetzenden, weibliche Hauptrolle Nora Tschirner, das Who is who der deutschen Film- und Fernsehszene. Diese besetzt er mit sehr überzeichneten skurrilen Figuren und lässt sie dann in prägnanten, oftmals schräg-witzigen Situationen Auftreten. Diese Szenen wirken teils sehr überdreht und satirisch, lockern das Ganze aber ungemein auf und bieten nicht zuletzt viele Lacher. Allein das Interview mit Jürgen Vogel (spielt sich selbst) ist ein Highlight das man mal gesehen haben sollte.

Wie eingangs erwähnt sind es jedoch Til Schweiger und Nora Tschirner die diesen Film so sehenswert machen. Natürlich ist Schweiger kein erstklassiger Schauspieler, aber den Maschoarsch mit gutem Herz kauf ich ihm jederzeit ab. Sein Charakter vereint viele manntypische Eigenschaften in sich und trifft mit seinen teils frechen Sprüchen und ehrlichen Aussagen oft den Kern des männlichen Denkens, weshalb man sich als Kerl wunderbar mit ihm identifizieren kann, auch wenn unverständlich bleibt, dass er nicht auf Anhieb das wohl liebenswerteste Geschöpf auf Erden erkennt und es stattdessen dauernd vor den Kopf stößt, aber dies ist ja auch irgendwie typisch Mann.

Der Star des Films bleibt hingegen die Frau. Nora Tschirner wartet die ganze Palette der weiblichen Eigenschaften und Emotionen auf, von schlagfertig über humorvoll, intelligent, frech, gemein, merkwürdig, zerbrechlich, traurig, frustriert, unsicher, liebenswert, süß, sexy oder schlicht und einfach faszinierend und bezaubernd, spielt sie sich in die Herzen des Publikums und macht es ein jedem schwer sich nicht in sie zu verlieben. Das wichtigste ist aber, dass sie in jeder Hinsicht überzeugt, sie ist die perfekte Freundin aber ohne das sie traurig mit Reeäuglein in die Kamera schmollt. Sie spielt einen glaubwürdigen Charakter mit eigenen Macken, ebenso ehrlich wie menschlich und nicht zuletzt sehr witzig.

Denn das ist die Stärke von Keinohrhasen, ehrliche Gefühle und viel Witz, wobei es auch hier die kleinen Späße sind die das größte Potential haben. Nicht das Interview mit Jürgen Vogel oder der cholerische Redakteur Rick Kavanian, sondern Ludos freche Rechtfertigungen auf sein Singleleben seiner Schwester gegenüber oder Annas Freundin, die Ludo erklärt wie Mann heutzutage die Frau oral befriedigt und Anna selbst die die Krankenhausrezeption zusammenschreit oder panisch ins Bad stürmt als Ludo zu später Stunde vor der Tür steht. Egal was passiert der Zuschauer fühlt mit und bleibt gefangen in dieser einfachen aber sehr schönen Liebeskomödie die zudem mit einem außergewöhnlich guten Soundtrack untermalt ist (ignoriert man mal das Weihnerlich „apologize“ von One Republik). Keinohrhasen ist somit ein sehr gelungener leichter Film mit viel Herz ganz ohne Kitsch und Klischee, der einem die grauen Tage des Winters ein großes Stück versüßen kann.

Autor: André

Alien vs. Predator 2

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 28.12.2007 von André

auf Wunsch meines Kollegen hier eine etwas “ausführlichere” Neufassung der AVP2 Kritik, zwingt mich nicht den Mist noch genauer zu analysieren mein Bullshit-Fass läuft schon über :(((

Der Kampf der Weltall-Freaks geht in die zweite Runde, diesmal nicht irgendwo am Arsch der Welt im ewigen Eis, sondern in einer kleinen Vorstadtkommune im Herzen von Colorado.

Ein „Predalien“ (Kreuzung aus Predator und Alien) zwingt das Predatorschiff zum Absturz über einem kleinen Kaff namens Gunnison. Nicht nur das fiese Vieh selbst, sondern auch zahlreiche Aliens machen sich darauf hin über die nichts ahnenden Einwohner des beschaulichen Städtchens her. Derweil schlägt‘s Alarm auf dem Heimatplaneten der Predator, worauf ein „Cleaner“ entsannt wird, um den Schaden auf Erden zu begleichen.

Klar gibt die Handlung nicht viel her, aber die Fans der Kult-Allbestien freuen sich ja auch viel mehr über das Gemetzel anstelle von „well developed plot lines“. Doch bevor man diesem frönen kann, lernt der Zuschauer zunächst Dallas kennen. Dallas ist grade aus dem Knast raus und versucht sich nun wieder in die Gemeinde einzugliedern, dabei hilft ihm Sheriff Morales der ebenfalls um etwas mehr Anerkennung bei den Gemeindemitgliedern ringt. Dallas kleiner Bruder Ricky hingegen, ist tierrisch in Jessie, das schärfste Mädchen im Ort, verknallt, wird darum aber öfters von dessen Freund verdroschen. Ein ganz anderes Problem hat die Soldatin Kelly. Da sie so oft im Einsatz ist, mag ihre Tochter sie nicht so recht als liebende Mutter akzeptieren und BLA BLA BLA…Man merkt, es sind die zahlreichen Subplots um das Gemetzel herum, die dem Publikum den Spaß rauben. Das liegt vor Allem an den schlechten Dialogen und Darstellern aber auch an der Plumpheit der pseudo Problemchen und den Klischeefiguren die sie betreffen. Zu allem Überfluss verlaufen auch noch einige der Nebengeschichten völlig im Sande und finden nie eine Auflösung, bis dahin stören sie jedoch nur unnötig den ohnehin schon schwer auszumachenden Rhythmus des Films, ganz zu schweigen vom stehlen der Zeit.

Zeit die man besser mal für die Etablierung des Predalien verwändet hätte. Ich mein das Vieh bricht aus dem Körper des toten Predator und ist drei Sekunden später groß und böse. Ab da schleicht es durch die Dunkelheit und ist im direkten Schlagabtausch kaum vom Predator selbst zu unterscheiden, noch werden seine besonderen Fähigkeiten hervorgehoben. Oh doch, es kann bis zu drei Embryos in schwangere Frauen pumpen, warum diese schwanger sein müssen ist unklar. Ebenso unklar wie, dass sich ein Alien über eine Station voller neugeborener Babys hermacht, oder ein kleiner Junge von nem „Facehagger“ attackiert wird, worauf kurze Zeit später ein Alien seine Bauchdecke sprengt. Vielleicht mögen die Gebrüder Strause, ihrerseits Regisseure dieses Machwerks, einfach keine Kinder. Trotzdem bekommen diese Szenen das Prädikat extra-übel-und-irgendwie-krank.

In Sachen üble Szenen, bezogen auf Splatter, Blut und Sabber, beschönigt der Streifen auch nichts und bietet von Allem reichlich. Schade nur, dass man relativ wenig davon erkennt da der Film recht Finster gehalten ist. Obwohl die Kamera häufig draufhält, muss man darum ordentlich die Pupillen weiten um etwas zu erkennen und dann fällt einem auf, dass da auch nur wenig ist. Naja es gibt nen Vorgänger, zwei Predator und vier Alien Filme, insofern ist das was man an Aktion geboten bekommt nicht mehr sonderlich innovativ. Vieles wirkt sogar reduziert, anstatt noch einen drauf zu setzen, nimmt sich der Film stark zurück. Große spektakuläre Einstellungen, Massenszenen, mehrere Predator im Kampf oder Ähnliches, gibt es nicht. Nur immer dieselbe Haudraufaktion in der Dunkelheit. Auch die Finale Auseinandersetzung von Cleaner und Predalien enttäuscht enorm, zumal sogar unklar bleibt wer nun eigentlich gewinnt.

“wer auch immer gewinnt, wir verlieren.“ lautete der Werbeslogan, das könnte man wörtlich nehmen, der Zuschauer verliert in der Tat und zwar Zeit, Geld und gute Laune, denn Alien vs. Predator 2 erfüllt nicht einmal die niedersten Bedürfnisse der Fans des Genre, sondern ist nur ein lauwarmer Aufguss des, damals schon, nur mittelmäßigen Vorgängers. Ein Streifen mit mieser Handlung, bereits gesehener Action und das Ganze auch noch ohne erkennbares Konzept oder einen Plot. Kein purer Trash und kein fetziger Splatter, viel schlimmer, weil in jeder Hinsicht unbedeutend.

Autor: André

fESTLICHE gRÜßE…

Abgelegt unter: Allgemein am 24.12.2007 von André

Autor: Sven & André

Fucking Scary Mutants

Abgelegt unter: WTF? am 18.12.2007 von Sven

“Die CIA plant einen großen Coup. In Springfield, Texas, soll ein Virus an Menschen erprobt werden, das aus Menschen Kannibalen macht. Das Virus soll gegen Fanatiker beider Seiten eingesetzt werden, Mangels Kämpfer würde der Bürgerkrieg von selbst aufhören. Dummheit und Fanatismus fördern die Wirkung des Virus. Das Rezitieren von Immanuel Kant Texten und Bier wirken als Waffen gegen den gefährlichen Parzillus. Doch die taffe FBI-Agentin Natascha Nuts macht der CIA einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Gemeinsam mit den Söldnern Maniac Cop und Tini Tini Trapp macht sie Jagd auf die Mutanten und entdeckt das Bier als einzig wirksames Gegenmittel. Nach dem die Stadt Springfield von den Kannibalen befreit ist, geht es noch den Drahtziehern des Experiments in der CIA an den Kragen.” (www.comtel.tv)

Autor: Sven

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 16.12.2007 von André

Eine Fantastic Four Verfilmung? sowas gab doch schon vor ein paar Jahren, hat damals nur keinen interessiert. Schwamm drüber, irgendwo da draußen müssen noch ein paar Comic Geeks rumlaufen die ernsthaft glauben, dass die nächste Hollywood-Comicverfilmung mal zur Abwechslung keine totale Enttäuschung wird. Darum also Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer.

Die Story: Der Silver Surfer (voice: Laurence Fishburne) kommt auf die Erde und kündigt deren baldigen Untergang an, denn er handelt im Auftrag von Galactus dem ultimativ bösen Irgendwas. Schlechtes Timing, denn eigentlich will Mr. Fantastic (Ioan Gruffudd) grade das liebliche Invisible Girl (Jessica Alba) ehelichen. Die Hochzeit muss warten, zusammen mit der Fackel (Chris Evans) und dem Ding (Michael Chiklis) bilden die vier ihr fantastisches Team und bekämpfen das aufkeimende Übel.

Klingt platt, ist es auch. Da die Fantastic Four in ihrem 2005er Debüt arg schwächelten, entschied man sich den, unter Marvel-Fans sehr beliebten, Silver Surfer ins Spiel zu bringen. Aber was bringt ein verchromter, surfender Adonis, wenn man aus gemachten Fehlern nicht lernen will. Anstatt sich auf die Charaktere zu konzentrieren und die mühsam erarbeiteten Ansätzen von Tiefgang zu etwas handfestem zu verwandeln (wie z.B. bei X-Men), ließ man alle guten Attribute des Vorgängers fallen und verheizt die fantastischen Superhelden nun endgültig zu Comic-Action-Trash: schlechte, langweilige Dialoge und konstruierte, aufgesetzte Gags (z.B. Mr. Fantastics lächerliche Tanzeinlage) füllen die Lücken zwischen der Computeraction, die auch nicht besser aussieht als im ersten Teil. Darunter leiden natürlich alle Charaktere, die vier Helden verspielen sich sämtliche aus dem Vorgänger erworbene Sympathiepunkte und liefern, die zum schlechten Drehbuch passende, minimal Performance ab. Da das Böse diesmal kein Gesicht hat dachte man wohl es wäre gut Dr. Doom (Julian McMahon) nochmal einzubinden, aber auch sein Plot ist von Anfang an durchschaubar und ähnlich grottig konstruiert wie so vieles andere.

Wirklich ärgerlich ist aber nur das verschwendete Potenzial des Silver Surfers, er ist die einzig interessante Figur im Film und bekommt viel zu wenig Platz und Zeit um sich zu entfalten. Für Fans dürfte das eine riesen Enttäuschung sein, da ohnehin nicht zu verstehen ist warum man dem Silver Surfer keinen eigenen Film gönnen möchte. In dem fortgesetzten Comicwullst der Fantastic Four geht er jedenfalls unter und bleibt dennoch das einzige blasse Highlight in einer richtig miesen Comicverfilmung.

Autor: André

Persepolis

Abgelegt unter: Dem Sven ihm seine Kritiken, Filme am 13.12.2007 von Sven

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Inhalt: Im Jahre 1979 wurde der Schah, durch eine Revolution, welche mit ca. 20.000 Toten und ca. 100.000 Verletzten beziffert wird, aus dem Iran vertrieben und mit ihm auch die SAVAK, der Geheimdienst der bis dato rein monarchisch tyrannsichen Regierung, vollends aufgelöst. Doch es sollte trotzdem nicht zur, von den Rebellen erhofften, iranischen Republik kommen. Vielmehr wurde die Situation für die Bürger, des nun ja Gottesstaates Iran, sogar noch schlimmer. Denn die Mullahs, anfänglich noch selbst die eigentlichen Revolutionäre und Freiheitskämpfer, ergriffen nun ihrerseits die Macht über das Land und unterdrückten daraufhin das eigene Volk! Viele Menschen landeten daraufhin im Gefängnis, das Kopftuchtragen wurde für Frauen zur Pflicht und die marxistisch Gesinnten Revoluzzer sahen sich einer ähnlichen, wenn nicht sogar noch brutaleren Verfolgung ausgesetzt wie schon zu Zeiten des Schahs.

Mitten in dieser düsteren, von Veränderungen durchströmten Epoche wächst die 8 Jährige Marjane auf. Marjane muss anhand ihrer eigenen Familie hautnah miterleben wie sich der Krieg, die Revolution und schließlich die neue funktionalistische Führung auf den Iran und auch ihr eigenes Leben auswirkt! Das durch ihre Eltern geprägte Bild der Revolution trägt Sie dabei auf ihre ganz eigene Weise nach außen: Durch freche Sprüche, Rockmusik alá “Iron Maiden” und der dazugehörigen Kleidung! Doch schließlich führt genau diese Einstellung dazu, dass Sie von ihren Eltern ins Exil nach Österreich geschickt wird, wo Marjane fortan in Sicherheit vor dem System, bei Bekannten leben soll. In der Zeit in Österreich freundet Sie sich schnell mit den anderen Außenseitern an, kommt mit den verschiedenen Subkulturen der westlichen Welt in Kontakt, wird ein wenig zum Punk und ein wenig zum Hippie, brütet aber dennoch stets auch über ihren iranischen Wurzeln. Aber als sich dann auch noch Probleme in Liebesdingen dazugesellen, beschließt Marjane endgültig, in ihre vom Krieg gebeutelte und immer noch unfreie Heimat zurückzukehren…

Kritik: Eins Vorweg: So kompliziert wie sich die oben geschilderten politischen Ereignisse der Revolution des Irans auch anhören mögen, so werden eben jene in “Persepolis” dann aber auf einer erfrischend leichten und verständlichen Ebene erzählt, so dass es sogar höchst interessant ist dabei zuzuhören! Denn seien wir mal ehrlich: Wieviel wissen die meisten Leute aus den europäischen oder gar amerikanschen Gefielden denn schon effektiv über eben jene Revolution bzw. dessen Ursachen und Auswirkungen auf den Iran und dessen Volk?

Wie es auch die Autorin der gleichnamigen französischen Graphic-Novel’s auf denen “Persepolis” ja beruht, Marjane Satrapi gerne in Interviews zu gute gibt, herrschen anscheinend in der westlichen Welt wesentlich mehr Vorurteile, Klischees und Unklarheiten als wirkliche Fakten vor, so dass sehr schnell falsche Schlüsse über das iranische Volk und dessen Kultur und Religion gezogen werden. Mitunter auch aus diesem Grunde, um mit den falschen Bildern einmal aufzuräumen, ihre persönliche Sicht den Leuten näherzubringen, enstanden ja schlußendlich auch die 4 Persepolis-Comicbänder. Inwieweit sich hierbei allerdings Realität und Fiktion vermischen bleibt (relativ) unklar, denn dazu antwortete Frau Satrapi lediglich: “Ich erzähle weniger von mir, als dass ich mich als Figur einsetze. [...] Ich gebe ihr meinen Namen, aber ich konstruiere, anders als im Dokumentarfilm, eine Geschichte. Damit es eine wird, schreibe ich über mich, aber nehme auch Einzelheiten aus dem Leben anderer. Ich ändere Daten! Im Film zum Beispiel zerstört eine Rakete das Nachbarhaus der Familie. [...] [Das] passierte, als ich mit 18 aus Wien zurückkehrte – aber im Film beginnt da eine neue Ära, weshalb ich diese Episode vorverlegte. Die Szene ist trotzdem wahr – das Gefühl des Zerstörtseins…. Und desweiteren erklärt uns die Zeichnerin: “Der Film ist nicht autobiografisch und auch kein psychologisches oder politisches Statement. Es ist kein Dokumentarfilm. Realität an sich interessiert mich nicht. Es geht mir um den Eindruck, den die Realität hinterlässt, daraus entsteht meine Geschichte“.

Eine Geschichte die auf einer rein menschlichen Ebene funktioniert und es somit ermöglicht jedermann gleichermaßen ansprechen zu können, jedermann gleichermaßen mitreißen zu können und dabei sogar noch Hintergrundinformationen liefern kann, über ein Land dessen Geschichte und Kultur nur allzu oft mißverstanden wird und wurde!

Das mit der Geschichte ein Nerv getroffen wurde beweisen nicht zuletzt auch die durchunddurch positiven Kritiken und Nominierungen, sowohl bereits bei der ursprünglichen gezeichneten Comic-Version, als auch bei der Verfilmung, welche in Zusammenarbeit mit den Regiesseur Vincent Paronnaud entsatnd. Weltweit ist “Persepolis” als Graphic-Novel schon in 25 Sprachen übersetzt, über eine Million Mal verkauft und auf der Frankfurter Buchmesse als das “Comic des Jahres 2004″ ausgezeichnet worden. Dem Film blüht ein ähnliches Schicksal: Bisher wurde er bereits 7 Mal auf diversen Festivals nominiert, davon gewann er bereits 6 Auszeichnungen. Darunter auch den “Preis der Jury” der Filmfestspiele in Cannes. Und 2008 schickt Frankreich dann “Persepolis” auch ins Rennen für den den Oscar. Einzig im Iran selbst ist man empört! Die Farabi Cinema Foundation, eine der iranischen Regierung nahestehende Organisation, protestierte gegen die Auswahl des Films für den Wettbewerb von Cannes, da er “ein falsches Bild vom Ausgang und den Errungenschaften der islamischen Revolution zeige“. Ebenfalls wurde “Persepolis” natürlich gänzlich im Iran verboten und darf dort offiziell in keinen Kino gespielt werden. Gleiches gilt selbstredent auch für eine Vermarktung auf DVD oder VHS.

Die tiefgreifende Emotionalität dieses Filmes wird nicht zuletzt durch seinen graphisch ungewohnten Stil erzeugt, der besonders die Kindheit von Marjane wundervoll untermalt und immer genau an den richtigen Stellen betont. Desweiteren besitzt “Persepolis” ein außerordentlich gutes Gefühl für die Balance zwischen Humor und “harter Realität”. So treten einige bittere, noch lange nachklingende Szenen so unerwartet, urplötzlich und ungewohnt hart aus dem Nichts heraus auf und schlagen dann mit einer Message zu Grunde, das es einen als Zuschauer vor lauter Härte und Grausamkeit nur noch in den Sitz presst. Und damit sind hierbei wirklich menschlich starke Szenen gemeint und nicht etwa, wie jetzt einige denken mögen, “krass fett blutige” Szenen. Wiederrum andere Szenen bauen für ihre jeweiligen Aussagen eine sehr subtile und dann auch bald sehr unangenehm werdende Grundspannung auf, bis diese schließlich in ihrer ganzen Härte und Grausamkeit gipfelt.

Der allgemeine Grundton jeddoch ist bei “Persepolis” meißt mit viel Humor, einer feinen Ironie und teilweise derben sarkastischen Seitenhieben gespickt, die dass eigentliche “traurige Lied” immer in genau den richtigen Passagen wieder aufzulockern zu verstehen wissen. Und auch schon relativ bald hat man sich dann einfach in der Erzählung verloren und bewundert längst nicht mehr nur die ungewohnte Optik des Films, welche dann aber auch nicht mehr allzu wichtig für die Geschichte ist sowie es bei Marjanes Kindheit noch der Fall gewesen wäre, sondern leidet und fühlt mit Marjane einfach mit.

Fazit: “Persepolis” ist wohl eines der letzten großen Highlights des Kinojahres 2007 und ein Pflichttermin für jeden politisch und künstlerisch Interessierten Kinogänger. Aber auch aufgrund seiner zutiefst menschlichen Geschichte ist dieser Film stark sehenswert und garantiert auch für so ziemlich Jedermann einen nicht so schnell zu vergessenden Kinogang! Unbedingt noch im Kino anschauen da die graphischen Elemente wohl eher Leinwandfüllend ihre Wirkung vollends zu präsentieren wissen.

Autor: Sven

[edit] Ich wusste nicht wie ich DAS noch sinnvoll und logisch in den Text mit einbinden kann, deswegen poste ich das jetzt einfach mal ganz dreißt hier unten hin! Aber allein für diese Aussage würde ich die Marjane Satrapi einfach mal gerne ganz feste drücken und umarmen:

“Die Leute denken, Comics sind was für Jungen oder für geistig zurückgebliebene Erwachsene. Aber alle Kinder zeichnen, bis sie etwa zehn sind. Dann gibt es eine Auslese in die, die angeblich Talent haben und weiterzeichnen dürfen – und die anderen, die aufhören. Es ist eine Frage der Bildung. In der Schule lernen wir, mit Texten umzugehen, zu erörtern, was ein Autor erzählt und wie er es tut. Aber uns fehlen die Begriffe, um darüber zu reden, warum eine Zeichnung gut oder schlecht ist. Was dazu führt, dass wir auch Comics nicht verstehen oder nicht begreifen, wie Zeichnungen als erzählerisches Mittel genutzt werden können.”
(Die Zeit – Im Gespräch mit Marjane Satrapi)

The Machine Girl!

Abgelegt unter: Filme, Strandgut, WTF? am 12.12.2007 von Sven

Der Trailer ist eindeutig nichts für schwache Nerven. Von Abgetrennten Köppen bishin zu “Austin Powers”-Ähnlichen Killermöpsen ist alles dabei!

via: weißnichmehrwoher!
Autor: Sven

Linksammlung vom 12.12.2007

Abgelegt unter: Linksammlungen am 12.12.2007 von Sven

Movies!

Michael Ballhaus im Gespräch!

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“Der große Kameramann Michael Ballhaus hat Stars wie John Travolta, Jack Nicholson und Robert De Niro gefilmt. Jetzt verlässt er Amerika. Ein Rückblick auf das Leben hinter den Kulissen.”

10 Gründe, warum Star Wars besser als Star Trek ist…

5. Lichtschwerter
Was schlägt ein Laserschwert? Nichts. Es gibt nichts, NICHTS cooleres als ein Lichtschwert. Das Ding schneidet durch alles, durch den Hals deines Gegners und durch die Verkleidung seines Raumschiffs. Noch dazu sind sie kinderleicht ein und ausschaltbar und noch leichter zu transportieren und das Beste: niemand aus dem Star Trek Universum hat so ein Teil. Captain Kirk hätte gegen Darth Vader aber sowas von verloren.

(F5 – Fünf Filmfreunde)

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Der Goldene Kompass

Abgelegt unter: Dem André ihm seine Kritiken, Filme am 09.12.2007 von André

Zu keiner Jahreszeit lässt sich das Kinopublikum lieber in fantastische Welten entführen, als zur Weihnachtszeit. In diesem Jahr ist es die Verfilmung des ersten Bandes der dreiteiligen Romanvorlage His Dark Materials von Philip Pullman, die das Publikum verzaubern soll. Besonders in England genießt die Kinder-Roman-Trilogie einen hohen Bekanntheitsgrad und wird auch außerhalb der Zielgruppe sehr geschätzt. Beste Vorrausetzungen für eine weitere epische Fantasy-Trilogie auf der großen Leinwand, dachte sich wohl das Produktionsstudio New Line Cinema und stellte Regisseur Chris Weitz ein Megabudget von 150 Millionen Dollar zur Verfügung um den ersten Teil Der Goldene Kompass zu realisieren.

Man darf bemerken, dass es nach Filmen wie Der Herr der Ringe, Harry Potter und Die Chroniken von Narnia durchaus schwierig geworden ist das Fantasy-Publikum noch ins Staunen zu versetzen. Kennern des Genres jedenfalls, dürften zu Recht zahlreiche Symbiosen mit eben diesen Filmen, bei der Betrachtung von Der Goldene Kompass auffallen. Tatsächlich besitzt der Film keinen wirklich eigenen Stil, sondern kopiert vielmehr Einstellungen aus vielen anderen bekannten Fantasy-Streifen. Wirklich schlimm ist das aber eigentlich nicht, denn auch deren Vorlagen, nämlich die Bücher, weisen viele Ähnlichkeiten auf. Nein in Sachen Optik kann man dem Film keinen Vorwurf machen, Der Goldene Kompass sieht toll aus: opulente Ausstattung, prachtvolle Sets, authentische Kostüme, malerische Fantasy-Landschaften und durchaus gelungene Effekte bieten ein zwar erwartetes und auch fast schon gewohntes, aber stimmiges Gesamtbild.

Auch beim Zusammenspiel der Darsteller setzt man auf Balance. Natürlich ist Dakota Blue Richards keine Shakespeare-Mimin, dafür fehlt es ihr schlicht an Erfahrung und emotionaler Reife. Ähnlich wie bei Harry Potter platzierte man darum, um sie und ihre jungen Schauspielkollegen zahlreiche namenhafte Darsteller wie: Nicole Kidman, Eva Green, Sam Elliot oder Daniel Craig, trotzdem halten sich diese zurück und überlassen der kleinen Dakota die Show. Funktioniert im Prinzip auch gut, lediglich die vielen animierten Tierchen (Dæmonen) und der Krieger Eisbär Iorek, lassen dann alle Darsteller ab und an blass aussehen, dies kann man aber auch vergeben denn mal ehrlich; Wer würde überhaupt neben einem drei Meter großen gepanzerten, sprechendem Eisbären auffallen.

Was dem Film aber eindeutig fehlt ist ein Fundament und mindestens genauso wichtig wie die gelungene Optik, der dringend notwendige Tiefgang. Kenner der Bücher können beides aus der schriftlichen Vorlage ziehen und sich an den Bildern berauschen, allen anderen fehlt aber der Bezug zu Charakteren und Geschichte, da der Film nicht in der Lage ist diesen zu vermitteln. Es wird viel zu oberflächlich mit den Figuren und dem Stoff der Erzählung umgegangen, für sogenannte charakterprägende Momente ist keine Zeit. Die einzelnen Figuren werden, im jeweils passenden Moment, kurz eingeführt und spulen dann innerhalb von zwei Minuten, in teils sehr schlechten Dialogen, ihre jeweilige Lebensgeschichte, ihre Träume, Wünsche, Absichten und was sonst noch zu erwähnen ist, herunter. Das ist natürlich Gift für die Atmosphäre, ein wenig mehr Sorgfalt und vielleicht eine halbe Stunde mehr Film hätten hier schon weitergeholfen. Bei den zu vermittelnden Inhalten der Geschichte verfahren die Macher ähnlich minimalistisch, auf das Notwendigste wird eingegangen, vieles aber nur angeschnitten und kritische Punkte verharmlost wenn nicht gar völlig ignoriert, beispielsweise blutlose Gefechte und Schlachten oder die Kritik an der Kirche durch die Darstellung des Magisteriums. Die Macher mögen diese Entscheidungen mit dem Sigel „kindergerecht“ verteidigen aber durch solche Weichspülgänge geht die Essenz des Stoffes und somit auch die Magie, wenn man so will, auf jeden Fall aber der Anspruch der Erzählung völlig flöten. Vielmehr ärgert man sich über die naive, teils plumpe Erzählweise des Film, besonders bei einer FSK 12 Freigabe wo man dank der Vorlage doch auf mehr Anspruch gehofft hatte.

So bleibt Der Goldene Kompass zwar ein hübsch illustriertes aber doch recht einfaches und durchschaubares Fantasy-Abenteuer im Weichspülgang, welches seiner Vorlage nicht gerecht wird. Anschauen kann man sich den Film dennoch, in einer Rangliste wäre er wohl irgendwo zwischen Chroniken von Narnia und Harry Potter einzuordnen, ist aber dadurch leider nur durchschnittlich.

Autor: André

The Man in the Chair

Abgelegt unter: Filme, Strandgut am 08.12.2007 von Sven

Diesen. Film. will. ich. SEHEN! (Stop!) Gestern regulär in den USA angelaufen. (Stop!) Noch kein deutscher Verleiher gefunden. (Stop!) Damn it! (Stop!) Aber hier der Trailer. (Stop!) Einfach Grandios! (Stop!) Neben”Be Kind Rewind” ein Pflichttermin! (Stop!) Wenn er es denn überhaupt in die deutschen Kinos schafft… (Stop!) Fuck! (Stop!) Ansehen! (Stop!) SOFORT! (Stop!) LOS!!! (Stop!)


The Man in the Chair – Trailer

Autor: Sven

Martin’s Freixenet Mockumentary über Hitchcock!

Abgelegt unter: Filme, Strandgut am 07.12.2007 von Sven

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Jedes Jahr aufs Neue erscheinen, pünktlich zu Weihnachten, die besonders in Spanien sehr beliebten Freixenet-CommercialSpots, welche, ähnlich den Pirelli-Kalendaren, seit Anbeginn ihrer Zeit einen gewissen (guten!) Ruf genießen. Immerschon wurde bei diesen Spots auch verstärkt auf, ebenfalls wie bei den Pirelli-Machwerken, Prominenz gesetzt und so reihten sich z.B. letztes Jahr Gwyneth Paltrow, oder 2005 Demi Moore und 2004 z.B. auch Pierce Brosnan mit ihn die langen Liste der Namen ein, welche man Hier übrigens einsehen kann!

Nunja, das Konzept der Spots war auf jedenfall immer das Gleiche: Eine lustig, unterhaltsame Kurzgeschichte über ein Pärchen und natürlich den bekannten Schaumwein. Dieses Jahr wich man bei der Gestaltung allerdings sehr stark ab und bestritt völlig neue Wege, was die Story und auch das Berufsfeld des Stars anging. Was dabei herausgekommen ist kann man nun, wie es der Wortvogel schon so hübsch ausgedrückt hat: “für ein Sakrileg halten, für die obszöne Kommerzialisierung einer Legende durch eine Legende – oder aber für eine verdammt pfiffige Idee“. Ich sehen eher letzteres, aber entscheidet selbst!

via: wortvogel
Autor: Sven

Linksammlung vom 07.12.2007

Abgelegt unter: Linksammlungen am 07.12.2007 von Sven

Movies!

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Trailers from Hell showcases classic Previews of Coming Attractions punctuated with humorous commentary by iconic genre filmmakers.

Das Aspirin-Gespräch:

Für manche Interviews braucht man gute Nerven. Markus Kavka hatte sie: Er sprach mit Quentin Tarantino über die drei wichtigsten Dinge der Welt.

[...] “Bis vor anderthalb Jahren fuhr ich ein und denselben Volvo. Er war runtergerockt, er war verbeult, aber ich fuhr dieses Stück Scheiße gerne. Er war unverwüstlich, du fühltest dich sicher damit, dir war alles egal. Es ist generell prima, ein Auto zu fahren, das einem total am Arsch vorbei geht. Ich schramme im Parkhaus an ´ner Säule entlang, na und?! Ich ramme beim Zurücksetzen einen Poller? Darauf geschissen! Wenn die Karre jemand klaut? Mir doch egal, herzlichen Glückwunsch auch, jedes andere Auto auf der Straße wäre eine bessere Wahl gewesen, du Deppdieb! Jeder andere Fahrzeugbesitzer hat mehr zu verlieren als ich.” [...]

Fifteen Geek-Movies to see before you Die!

“Geeks and movies go together quite nicely. I’ve been thinking about films that reflect tech and geek culture, and have pulled together a list of 15 movies that should probably be on any geek’s must-see list.”

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Geek-O-Mania!

Abgelegt unter: Strandgut am 06.12.2007 von Sven

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Und was für ein Geek bist du? Einfach Hier auswählen!

via: nerdcore
Autor: Sven

[edit] *rofl*-*lol*-*narf-narf*-*1337* 65% Geek

Sounds of Tarantino!

Abgelegt unter: Filme, Strandgut am 06.12.2007 von Sven

Hier nur mal so als Beispiel, aber es gäbe natürlich noch viel mehr Vergleiche zu nennen!


Lady Snowblood” vs. “Kill Bill

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Lou Ferrigno!

Abgelegt unter: Filme, Strandgut, WTF? am 04.12.2007 von Sven

Ist der Hulk Sindbad! Un-fucking-believable!

Autor: Sven